Von Spiegeleierblumen und Zicken

Das Wochenende war sehr ruhig. Eigentlich. Am Freitag hatte ich mir als ich vom Arzt kam die erste der drei Antibiotika Tabletten einverleibt und schon am Abend ging es mir um Welten besser. Ich habe mich nicht mehr krank gefühlt und der Husten hat nicht mehr weh getan. Am Abend kamen Dagmar und Karl kurz vorbei und ich konnte sogar lachen, ohne gleich einen riesen Hustenanfall zu bekommen. Ich fühlte mich aber noch nicht gesund genug um zu „feiern“. War auch nicht schlimm. Dagmar und Karl fuhren wieder und ich hatte einen gemütlichen Freitagabend, wie schon länger nicht mehr. Habe auch gut geschlafen, relativ eben, aber schon gut.

Am Samstag hat es nur geregnet. Gammelwetter. Ich war Lotto spielen und etwas einkaufen. Am Nachmittag kam die Sonne raus und es war recht schön geworden, auch gar nicht so kalt. Ich war im Garten um nach dem Rechten zu schauen, bissl umzuräumen usw. Ich sah, daß die Tulpen aufgegangen waren und die Blumen von meinem Schatz. Als ich sah wie die 2-farbigen Narzissen (Osterglocken) auch aufgegangen waren, trieb es mir die Tränen in die Augen. Ich kniete nieder und streichelte sanft die Spiegeleierblumen… Ich redete mit den Blumen und auch mit meinem Engel.

Er hatte eine große Affinität zu Spiegeleiern. In den meisten seinen Bildern gibt es Spiegeleier. Nicht unbedingt die gebratenen, aber immer der gelbe Kern in einem weißen Ring. Deswegen haben wir auch die 2-farbigen Narzissen gekauft. War gar nicht so leicht diese zu finden, wir waren damals in mehreren Gartenmärkten um eben diese zu finden. Er hat sie „Spiegeleierblumen“ genannt, weil sie eben auch aussehen wie Spiegeleier.

Ich war traurig und erfreute mich gleichzeitig. Ich sagte zu meinem Schatz – schau mal mein Engel, sie blühen wieder und das noch schöner als im Vorjahr. Schade, daß du sie nicht sehen kannst… Sie blühen das 2. Jahr erst… Mein Blick richtete sich nach rechts. Dort steht ein sehr junger Magnolienbaum. Er blüht noch nicht. Noch lange nicht. Der Baum ist erst 2 Jahre alt und erst ab einem Alter ab 5 Jahren bildet der Baum seine Magnolien aus. Wieder schossen mir Tränen in die Augen. Ich sagte: Es tut mir so leid Baby..die Magnolien hätten dir auch so gefallen.. Er weiß wie die Blüten aussehen, aber es ist trotzdem was anderes… Ich wollte den Baum unbedingt haben, war auch recht teuer. Er hat mir den Magnolienbaum geschenkt..und nun wird er nie sehen können, wie er blüht…

Ich stand auf und wischte mir die Tränen aus den Augen. Ich habe es aufeinmal nicht mehr ertragen im Garten zu sein und bin wieder in die Wohnung. Unser Apfelbaum treibt auch kräftig aus und ich freue mich schon, wenn Ende August, Anfang September die Äpfel reif sind. Och Baby…wie soll ich denn den Sommer im Garten ertragen, wenn du nicht da bist?

Ich fing dann an mit Hausputz. Durch das Bad bin ich nur durchgeflogen. Das braucht keinen Frühjahrsputz, mein Bad halte ich immer sauber. Die Küche eigentlich auch, aber durch den Holzofen ist es müßig ständig zu putzen. Es ist zwar sauber, aber jetzt bedarf es doch einer Grundreinigung. Der feine Holzstaub und der Ruß setzten sich halt überall ständig fest. Ich war in der Küche soweit fertig, die Heizsaison ist ja beendet soweit. Als ich fast am Ende war, es war schon Abend, klopfte es an der Tür. Dagmar und Karl waren wieder gekommen. Wir hatten einen schönen Abend. Eigentlich. Dagmar und ich lachten wieder, wie „früher“ und auch Karl hatte viel Spaß. Dachten wir. Er lachte ständig mit uns und alles war gut. Irgendwann kippte seine Stimmung. Wir haben das nicht mitbekommen. Dagmar trank ihren Wein und ich hielt mich den ganzen Abend an einer Flasche Bier fest. Ich trinke nicht mehr, zumindest nicht mehr so Komamäßig. Das bringt ja nur Probleme, man bedenke die letzen 2 Monate.

Irgendwann stand Karl auf, es war schon recht spät, er wolle jetzt nach Hause. Hä? dachten wir beide, was ist denn los? Er sagte – Nichts, alles in Ordnung. Aber sein Tonfall und seine Körpersprache sagten was anderes. Ich brachte ihn an die Tür und ohne eines weiteren Blickes raunte er mir nur zu – Bis die Tage dann… Verstört ging ich wieder ins Wohnzimmer und Dagmar und ich unterhielten uns über diese Situation. Was war denn passiert? Vorallem – warum sagt er nichts! Dagmar und ich hatten uns mehrfach ausgesprochen und waren wieder eng zusammen. Dagmar meinte, er kommt vielleicht darauf nicht klar. Ich meinte, daß ich doch quatsch, wir haben uns doch alle ausgesprochen und wollten es nochmal alle miteinander versuchen. Jahrelange Freunschaften wirft man doch nicht einfach so weg?! Deswegen reden und reden und reden wir doch darüber und arbeiten daran, daß sowas nicht nochmal passiert. Wir haben doch auch Regeln aufgestellt…

Wir drehten uns im Kreis, weil wir ja nicht wussten, welche Laus ihm über die Leber gelaufen war. Dagmar war sauer und ich war auch völlig perplex. Dagmar meinte: Jetzt fängt der an zu spinnen, oder was? Was eine Zicke! Wir dachten immer, Weiber wären schlimm und zicken rum…aber der Kerl ist 54 Jahre alt und zickt schlimmer als wir beide zusammen! Ich meinte dann auch, das ganze Gerede usw. ist wohl an ihm abgeprallt. Das verstehe ich nicht, er hat doch auch erst ganz anders geredet..er fand es doch auch gut, daß wir wieder das 3-Gespann sind, wie vorher. Was ist denn los?! Später in der Nacht, kam eine WhatsApp von ihm an mich. Es stand drin: Und sowas nennt sich Freund…traurig… Wieder sah man in unseren Gesichtern die großen Fragezeichen. Was hat er denn verdammt?! Was ist denn passiert? Wir erörterten nochmal die Situation.

Wir lachten, hatten Spaß, Dagmar hat ihre Sprüche gebracht und ich habe mich gekugelt vor lachen. Es gab dann mehrere WhatsApps und Karl tauchte wieder auf. Ich musste aufs Klo – alles war gut – und als ich wieder kam, war Eiszeit zwischen den beiden. Was ist denn in den 2 Minuten passiert, als ich auf dem Klo war… Dagmar sagte wieder, ja keine Ahnung. Du warst auf dem Klo, ich fragte Karl ob er eine Zigarette wollte und das Tablet und er kackte mich an, daß ich nerven würde und haute ab..aber warum sagte er nichts! Ich schrieb ihn an mit der Frage, was denn los war. Keine Antwort. Dagmar und ich rätselten noch eine ganze Weile und legten uns dann schlafen. Als wir am Sonntagmorgen aufstanden, fragte ich sie, ob die Zicke sich gemeldet hätte. Nein sagte sie. Ich schaute auf mein Handy und da war eine Nachricht. Die WhatsApp war nicht für mich bestimmt, er entschuldigte sich. Sie war für Dagmar bestimmt. Ich schrieb ihn an und sagte, er solle doch dann auch mit ihr darüber reden. Das war nicht unsere Abmachung! Wir wollten immer ehrlich und offen sein, damit eben so eine scheisse nicht nochmal passiert, die wir ja erst hatten! Wir geben uns alle Mühe daran zu arbeiten und nun schießt du quer… Keine Antwort.

Dagmar und ich gingen an den Bus. Sie fuhr nach Hause und ich zu meinen Eltern. Der Tag war schön und lustig und ging schnell rum. Am Sonntagabend kam Karl vorbei. Er war kaum die Tür drin, fing ich an mit ihm darüber zu reden. Ich warf ihm vor, das er mir die WA geschickt hatte, sich aber nicht bei Dagmar gemeldet hat, weil es geht ja um sie. Er war ja sauer auf sie. Hat mich zwar auch wie den letzten Dreck aufeinmal behandelt, aber trotzdem. Ich fragte ihn wieder, was denn los war. Er sagte dann, er habe sich ständig angegriffen gefühlt. Hä? Mit was denn?, fragte ich. Er sagte, ja wegen den Tablets und dem Spielen und was da im Bogarts abging…

Hintergrunderklärung: Wir waren vor ein paar Wochen ja im Bogarts. An dem Tisch neben uns saßen 3 jung Kerle die sich nur und ausschließlich mit ihren Handy beschäftigt hatten. Sie sprachen nicht miteinander, sie spielten nur mit ihren Handys, die ganze Zeit über. Darüber hatten wir uns lustig gemacht. Als wir am Samstag zusammen saßen, war das bei uns auch immer mal so. Jeder von uns 3 hatte ein Handy, oder ein Tablet in der Hand und starrten nur darauf. Der eine hat gespielt, der andere mit jemandem geschrieben.Wir erinnerten uns ans Bogarts und machten uns dann auch über uns selbst lustig..

Karl fühlte sich dabei aber angegriffen, warum auch immer. Gab keinerlei Anlass dazu. Ich fragte ihn dann, warum er nicht seinen Mund aufmacht und es gleich sagt, daß er sich nicht wohl fühlt, oder angegriffen oder was auch immer. Er antwortete, daß er das nicht wüsste. Ich sagte ihm: Aber du warst doch angepisst. Warum sagst du nichts, verdammt. Er weiß es einfach nicht, sagte er. Kopfschüttelnd saß ich dann da und schrieb Dagmar was Karl wirklich geritten hatte. Sie ist total ausgeflippt und schrieb mir zurück. So Sachen wie – darauf hat sie keine Lust, sie dachte ER wäre doch ein Freund und wir wären weiter, gerade eben weil das in den letzten 2 Monaten passiert war und sowas müsse sie sich nicht geben, sie wäre kein Fußabtreter. Ausserdem, was heule er sich bei mir aus und nicht bei ihr, denn es geht ja um sie. Ich schrieb ihr, daß ich mit ihm sicherlich darüber geredet hatte und er es einsieht, das es falsch war. Wir wollten dann am Montagabend bei ihr vobei und das regeln. Sie hat keine Lust darauf, denn wenn das nächste mal ihm ein Furz quer hinge, ginge das alles von vorne los. Auf so eine Freundschaft kann sie verzichten…

Karl ging wieder und ich schrieb noch eine ganze Weile mit Dagmar. Vor ein paar Tagen hat sie mich förmlich angebettelt es nochmal zu versuchen und nun war ich es, die versucht hat sie wieder runterzuholen und über alles zu reden. Ich dachte mir nur – na toll..wie im Irrenhaus. Wir und erwachsen? LOL im Leben nicht. Was ein Kindergarten..ich wusste von Anfang an, das es nicht mehr funktioniert…zwischen Dagmar und mir ist alles wieder gut, aber nun spinnt Karl rum..man man man…und habe weder Kraft, noch den Willen dazu mich um so Sachen zu kümmern. Ich habe mich darauf eingelassen, weil Dagmar mich nicht verlieren wollte und ich sie nicht…aber wenn es jetzt jedesmal um so eine banale Kacke geht, stehe ich auch wieder am Anfang und überlege mir was zu tun ist…ich habe da auch keine Lust drauf! Sie sagt, sie will eigentlich nicht das wir heute Abend zu ihr kommen, ich werde aber trotzdem hinfahren…und wenn wir es heute ein für allemal klären und es dann die 3-Gruppe nicht mehr gibt…es muss endlich mal zu einem Ende kommen, so oder so! Sonst war alles wirklich nur für die Katz! Ein Kampf gegen Windmühlen…schwarz oder weiß – Hop oder Top…

Der Tag heute ist noch jung und ich räume weiter auf. Ein schwerer Gang, denn ich gehe an den Kleiderschrank und muss die Sachen von meinem Engel sortieren…es bricht mir wieder das Herz, ich kann es eigentlich nicht..aber ich muss….ein paar Sachen habe ich schon weg…seine Schuhe…ich weinte dabei, obwohl ich ja genau weiß, daß er seine Schuhe nicht mehr braucht..aber es hat mein Herz zerissen, als ich alles in einen blauen Sack packte und diesen verschnürte…es passieren sowieso in letzter Zeit wieder komische Dinge zB. folgendes. Unser Kühlschrank hat keinen Griff (Design) und wir haben uns der einfachheithalber einen Griff gekauft und diesen an den Kühlschrank angebracht. Er wird nur mit Saugnäpfen festgemacht und er hat Jahre gehalten. Die Tage saß ich auf der Couch und es gab einen Knall. Ich bin in die Küche und sah, daß der Griff abgefallen war. Ist schon öfter passiert, Saugnäpfe eben. Aber diemal ist der Griff in 2 Teile zerbrochen und nicht mehr verwendbar..

Es ist eine banale Sache, aber ich fing an zu weinen. Es verabschieden sich immer mehr Dinge, die wir gemeinsam gemacht hatten. Mein Engel verschwindet immer mehr…er wird immer mehr nur zu einer Erinnerung, zu einem Teil meiner Vergangenheit…es tut so weh..ich kann einfach nicht loslassen… Ich war bisher nie ein Mensch der in der Vergangenheit hängt, im Gegenteil…ich bin ein Zukunftsmensch..aber nun? Ich will mein Leben zurück! Ich will ihn zurück! Ich schaue ja nach vorne..und meine Vergangenheit kann mir niemand nehmen…ich will das alles nicht…

Bis dann

spiegeleierblumen

Mörderische Wochenenden

Freitag Abend gegen 18 Uhr klopfte es an meiner Tür. Karl und Dagmar kamen um mich abzuholen – in unser Wochenende. Wir saßen erst noch eine ganze Weile bei mir. Was heisst eine ganze Weile, wir saßen bei mir die ganze Nacht. Haben gemütlich was getrunken und hatten Bauchweh vor lachen. Wie es bei uns eben so ist. Zwischendurch hat sich immer mal einer von uns hingelegt und nen Stündchen geschlafen. In der Früh, am Samstag, sind wir zu Dagmar gefahren. Sie wollte sich eine Jacke holen. Naja..bei uns ist es so, wir wollten eigentlich weg gehen, aber wenn wir zusammen sitzen, dann bleiben wir auch sitzen.

Wir haben immer mal wieder eingeworfen – kommt jetzt, wir wollten doch fort gehen. Die Antwort ja stets – jaja, trinken wir erst noch einen Schluck und rauchen eine. Dann machen wir los..2 Stunden später, das gleiche Spiel. Ist lustig. Wir waren dann bei Dagmar und saßen dann eben bei ihr. Ich meinte nur, ich müsse heute nur LOTTO spielen, dann bin ich wieder für jede Schandtat zu haben. Karl fuhr mich zu mir nach Hause und ich habe schnell LOTTO gespielt. Dann sind wir wieder zu Dagmar gefahren. Klar LOTTO spielen kann ich ja überall..aber ich habe so meinen Tick, spiele immer im selben Kiosk…nur mal nebenbei…

Am Samstagnachmittag haben wir 3 zusammen gekocht und gegessen. Es wurde langsam Abend und wir beschlossen, daß wir dann eben heute weg gehen. Wir wollten in einen Club in Rüdesheim. Karl wollte erst noch schnell zu sich nach Hause, wollte danach wieder kommen und uns abholen. Einer von uns hatte dann die Idee, daß wir alle mit nach Geisenheim fahren, ist doch bescheuert die hin und her Fahrerei…vom Benzin mal abgesehen. In Geisenheim angekommen haben wir erstmal vorgeglüht. Das hätten wir lassen sollen, denn wir sind nicht weg gegangen, Nein, dann saßen wir bei ihm in der Wohnung. Wir haben es nicht geschafft fort zu kommen. Es war immer lustig und wir haben angefangen, über uns selbst zu lästern und sich lustig zu machen.

Nachts um 2 Uhr etwa habe ich dann immer wieder gesagt, daß ich nun nach Hause müsse. Ich bin Sonntags immer bei meinen Eltern, muss noch ein bisschen schlafen und duschen wollte ich auch noch. Irgendwie sind wir nicht losgekommen und waren rotzevoll. Dann wurde es wieder hell draussen und ich war immer noch in Geisenheim. Ich fing an zu drängeln, es wird echt Zeit jetzt. Gegen 7 Uhr morgens haben wir es dann endlich geschafft. Um 8 Uhr war ich dann zu Hause und habe mich geärgert. So wie ich beieinander war, konnte ich nicht zu meinen Eltern fahren und habe bescheid gesagt, daß ich nicht kommen würde. Ich war fix und fertig, war wieder mal sehr mörderisch.

Ich legte mich auf die Couch und versuchte zu schlafen. Ging aber irgendwie nicht. Ich bin zwar immer mal eingenickt, aber jedes mal als ich auf die Uhr schaute, waren grade mal 10 Minuten um. Ich war zu kaputt um zu schlafen. Ich dachte darüber nach, daß wir da was ändern müssen. Freitags ist ja alles ok – aber am Samstag zu seuchen eher nicht. Sonst kommt sowas bei raus und das möchte ich einfach nicht. Wir finden ja alle kein Ende. Es macht aber auch so einen Spaß mit den beiden…. Am Mittag klopfte es und ich schleppte mich an die Tür. Dagmar stand davor und wollte mich überreden mit ihr mit zu kommen. Ich sagte ihr, ich sei total am Arsch und muss mich erholen. Sie sagte dann, es ginge ihr ja ähnlich, aber ich könnte mich auch bei ihr erholen. Sie würde was kochen und wir lassen dieses Wochenende langsam ausklingen. Ich ließ mich breitschlagen und fuhr mit zu ihr.

Bei ihr angekommen saß Karl bei ihr. Ich war nicht sehr überrascht. Er wollte doch auch nach Hause? Echt..was wir alle für Sitzfleisch haben… Ich sagte gleich, daß ich aber keine Party mehr groß machen will. Ich war ja total tot, aber alles gut. Einen Wein habe ich dann doch aber getrunken. Was dann aber passierte war weder schön, noch hatte ich damit gerechnet. Wir waren wieder voll, es war wieder mal spät in der Nacht. Dagmar war viel voller als ich und die Stimmung kippte. Ich kenne sie ja, das war nicht das Problem. In der Regel bekomme ich sie wieder grade, aber nicht diesmal.

Die beiden haben geredet, in der Zeit als ich nicht da war. Dagmar hat Karl gestanden, daß sie ihn ein bisschen mehr mag als Freundschaft. Karl hat ihr aber klar gemacht, daß er für sie nur freundschaftliche Gefühle hätte, sein Herz hängt an einer anderen Frau. Dagmar ist nicht blöd und wusste gleich, daß er damit mich gemeint hatte. Ich sagte wiederum, daß ich um seine Gefühle für mich wusste und weiß, ich aber nicht in der emotionalen Lage sei darauf einzugehen. Karl wüsste dies auch. Dann ist Dagmar ausgeflippt und schrie mich an, das es mir gar nicht auffallen täte wie er mich ansieht und alles für mich macht, ohne zu Zögern. Ich sagte ihr, daß er das für sie doch auch mache. Bei mir wäre es aber etwas anderes, antwortete sie.

Irgendwann ist das alles eskaliert. Dagmar weinte und sagte, was es doch für eine Scheisse ist. Wir wären alle in der gleichen Lage. Die eine ist in den verliebt, er aber nicht, er ist in mich verliebt, ich aber nicht..verzwickte Situation. Ich spürte wie alles auseinander bricht, wegen so einer Kacke. Ich sagte, vielleicht ist es besser unsere 3-er Verbindung aufzulösen. Wenn Gefühle im Spiel sind, wird es immer komisch sein, es wird immer einer verletzt sein usw. Die beiden wollten das aber absolut nicht. Wir haben doch so viel Spaß und Dagmar sagte mir, sie wolle mich als Freundin nicht verlieren. Die Lage beruhigte sich zunächst wieder und wir sind zu ganz später Stunde nochmal los, in eine Kneipe. Wir hatten wieder unsere Lachanfälle und alles war wieder in Ordnung. Pustekuchen. Irgendwann ist Dagmar wieder ausgeflippt und ich wusste, daß Thema ist nicht durch. Das wird es nie sein..

Wir haben bezahlt und sind ins Auto gestiegen. Karl, der arme Kerl, trinkt ja nichts und musste sich von 2 besoffenen Weiben so ein Theater anhören. Ich habe gemerkt, wie ihm das alles auf den Sack ging. Mir tat das Leid, aber ich habe nicht angefangen. Im Gegenteil, ich versuche alles gerade zu biegen. Dagmar saß vorne und ich hinten. Karl wollte uns nach Hause fahren. Ich weinte vor mich hin und wollte nur noch weg, ich wollte nach Hause, wieso habe ich mich so locken lassen…Karl fuhr an den Hafen und dann holten die beiden einen Döner. Ich blieb im Auto und fing an auszurasten. Innerlich. Ich will das alles nicht, ich will nach Hause, ich will weg…als sie wieder kam, war das auf einmal alles zu viel für mich. Ich bat Dagmar mich rauszulassen. 2 Türer Auto. Sie sagte nichts, machte aber auch keine Anstalten auszusteigen. Ich wiederholte mich mehrmals. Lass mich bitte raus aus dem Auto, ich muss hier weg. Aber sie stieg nicht aus. Ich bin rüber geruscht und sagte ihm, er solle mich bitte austeigen lassen. Ich habe nicht rumgebrüllt, aber war sehr hart in meinem Ton. Sehr bestimmt.

Karl sprang förmich aus dem Auto und ich war draussen. Ohne eines Blickes, oder einem weiterem Wort bin ich los marschiert. Ich wusste wir sind am Hafen, aber ich wusste nicht wo genau. Ich lief dann die Strasse lang um an eine Stelle zu kommen, an der ein Strassenname dran steht. Ich wollte mir ein Taxi rufen, damit ich endlich weg konnte. Ich lief nicht sehr lange da bemerkte ich, wie Dagmar mir hinter her lief. Ich drehte mich um, rief ihr zu das alles gut sei. Nein das ist es nicht, rief sie mir zu – bleib doch mal stehen bitte. Ich sagte wieder, das alles gut ist. Geh zurück zu Karl, ich wünsche euch aus tiefstem Herzen alles Gute, es würde mich freuen. Lass mich in Ruhe jetzt, entgegnete ich ihr! Sie holte mich ein und packte mich. Sie nahm mich in den Arm und ich bin zusammen gebrochen.

Ich bin nicht auf das eingegangen, was gerade Thema war. Ich fing an zu weinen, heftig, und sagte immer wieder, daß ich meinen Engel so vermisse..wenn er da wäre, würde das alles nicht passieren! Dann riß ich mich los, und wollte weiter gehen. Ich sagte, Alles Gut, mache dir keine Sorgen um mich, alles gut. Ich lief weiter die Strasse lang und Dagmar ging zum Auto zurück. Als ich mich umdrehte um mich zu vergewissern, sah ich das Karl mir nachlief. Ich sagte ihm, er solle mich in Ruhe lassen, es geht mir gut, ich will nur nach Hause. Er holte mich schnell ein, kam vor mich und ließ mich nicht weiter gehen. Ich sagte, Bitte lasse mich. Es geht mir gut. Nein das tut es nicht, sagte er, ich sehe doch wie du dich quälst. Lass mich vorbei, fauchte ich ihn an. Ich weiß, wie du fühlst, aber ich kann dir das nicht geben. Er wüsste das aber  und es wäre ok für ihn, solange ich da bin und wir Spaß haben. Alle.

Er sagte, er könne mich nicht gehen lassen. Nicht so, und auch nicht so. Er hielt mich an meinen Armen fest und ging los. Ich musste rückwärts gehen und sagte immer wieder, er solle mich doch einfach bitte in Ruhe lassen. Ich will das alles nicht… Dagmar hatte inszwischen das Auto geholt, hab ja doch einige Meter geschafft und das Auto stand weiter weg. Wir sind am Wagen angekommen und Karl bat mich einzusteigen, er würde mich jetzt sicher nach Hause bringen. Ich bin dann eingestiegen, hinten wieder. Karl hat dann Dagmar zuerst nach Hause gefahren. Ich setzte mich nach vorne. Kalr fuhr auf die Autobahn und ich dachte mir zuerst, daß ist gut, bin ich schneller daheim…dumm gedacht, Damgar wohnt in Biebrich, ich Stadtmitte…ich sagte nichts, die ganze Zeit über. Dann erkannte ich auf einem Autobahnschild, daß wir Richtung Darmstadt fahren. Ich fragte ihn, was das soll. Karl sagte mir – ich fahre jetzt mit dir nach Frankreich. Da trinken wir einen Kaffee und dann fahre ich dich nach Hause.

Frankreich? Hast du einen Knall?, fragte ich ihn. Er sagte, er mache alles für mich. Ich unterbrach ihn mit den Worten – ich habe niemals gesagt, daß ich nach Frankreich möchte. Er antwortete – Nein das hast du nicht. Ich hole dir die Sterne vom Himmel, ich will immer in deiner Nähe sein und ich will das es dir gut geht. Deswegen mache ich das jetzt. Wir sind auf eine Autobahntankstelle gefahren und haben dann geredet. Ich sagte ihm, daß es genau das ist, warum jetzt alles auseinander bricht. Ich weiß wie du fühlst, aber du weißt ich kann dir nicht geben was du brauchst, was du möchtest und was du verdienst. Ich bin es nicht, ich kann es einfach nicht. Mein Herz ist verschlossen, ich liebe meinen Engel. Ich könnte dir niemals alles geben und das ist nicht fair dir gegenüber. Ich verliere gerade einen Freund, der mir wichtig ist. Wir kennen uns schon so lange und nun wegen sowas bricht alles auseinander. Es tut mir weh, aber ich ziehe mich dann lieber zurück.

Karl sagte, daß es völlig ok ist. Er weiß, daß er mich nicht alleine bekommt, er weiß das mein Engel immer dabei ist und er weiß das ich meinen Engel liebe. Aber warum ich ihm nicht eine Chance gebe bzw. uns. Ich sagte wieder, daß ich das nicht könne. Es ist nicht fair. Wir sprachen bald 2 Stunden auf einer Tankstelle, mitten in der Nacht, irgendwo auf der Autobahn. Karl stieg aus und wollte Kippen holen. Mir rannte der Kopf. Was habe ich nur getan?, fragte ich mich. Wie soll es weiter gehen. Alles nur wegen Dagmar. War doch alles gut…scheiss Gefühle…

Karl kam wieder und er hatte Rosen dabei. 2 rote Rosen, bisschen Grün, sahen total schön aus. Ich nahm sie und sagte Danke. Er schaute mich an und sagte, er würde mir jeden Tag eine Rose schenken, ich würde ihn so Stolz machen. Ich schwieg. Ich konnte ihn nicht mal ansehen… Was nun?, fragte er mich. Ab nach Frankreich? Ich schaute ihn an und meinte, ich sei so kaputt. Ich möchte nach Hause… Er fuhr mich dann nach Hause. Kurz bevor ich ausgestiegen bin, lehnte ich mich zu ihm rüber und gab ihm einen Kuss. Er sagte, spiel nicht mit mir. Ich sagte, nein…das mache ich nicht. Ich kann dir aber nicht das geben, was du von mir verlangst, war nur ein Kuss der Freundschaft…Er lächelte und sagte, ich hätte alle Zeit der Welt. Es ist ok für ihn, er weiß wie ich fühle. Ich fragte ihn dann noch, warum er sich das antun möchte. Es tut doch weh? Er meinte dann nur – wenn ich in deine Augen schaue, ist meine Welt für mich in Ordnung. Ich stieg aus und wir verabredeten uns für den nächsten Tag.

Heute, nach der Arbeit kam er zu mir. Er war vorher bei Dagmar und er sagte, sie sei fix und fertig. Sie hätte geweint und als er fragte was los sei, sagte sie – sie hat Mist gebaut und nun hat sie solche Angst, mich verloren zu haben. Sie hätte so eine Freundin wie mich, noch nie gehabt. Sie fühlt sich so wohl mit Veronika…und jetzt ist alles kaputt. Ich sagte ihm, das es so nicht wäre…er fuhr wieder, sagte aber er käme heute Abend wieder und bringt Damar mit. Sie möchte sich bei mir entschuldigen und mit mir reden…ich sagte, daß es ok wäre…

Ich habe nicht alles aufgeschrieben, nur grob. Es wurden Dinge gesagt, die nicht schön waren. Auf beiden Seiten. Mir hat das auch weh getan, aber was kann ich denn dafür, wenn der Kerl, in den sie sich verguckt hat sie nicht will – sondern mich? Ich habe das doch nicht mit Absicht gemacht! Ich liebe meinen Mann, und hatte niemals was anderes im Sinn…was ist denn nur los?!

Mörderische Wochenenden…ich bin zu alt für so einen Scheiss…

Bis dann

Uff aber schön

Gegen halb 3 Uhr Mittags kam BF vorbei, mit einer ihrer Töchter. Der Ältesten. Kaum war sie bei mir die Tür drin, lachten wir bereits. Ich bot den beiden etwas zu trinken an und wir giggelten und lästerten und erzählten. Gegen 16 Uhr kam Künstlerin, kurz drauf auch Mainzer. BF und ich waren schon leicht angeschickert und die „Neuankömmlinge“ mussten sich erst auf unseren Pegel schaffen. Künsterlin trinkt keinen Alkohol und Mainzer hat sich in Rekordzeit 2 Bier in den Kopf gejagt und war dann „bei uns“. Schwägerin kam gegen 18 Uhr vorbei und Rumpelstielzchen war sowieso da. Geisenheimer kam nicht. Er schrieb eine SMS am Abend, er sei rotzevoll. Ich rief ihn an und fragte was denn los sei. Seine Ex hat angerufen, oder sie war da – keine Ahnung – und es hat ihn wieder total zerstört. Ich sagte ihm, wärst du doch gleich zu uns gekommen, hier ist es sau lustig und wir hätten dich ablenken können..aber egal jetzt auch, er solle seinen Rausch ausschlafen.

Bruder und Vorderhauszote haben sich die Grippe gefangen, der Bärtige ist nicht gekommen. Macht nichts. Wir hatten soviel Spaß – ich hatte wieder Muskelkater in den Wangen vor lachen. Zwischendurch meinem Engel immer wieder gratuliert und dabei ein Schnapsgläschen mit Apfelkorn getrunken. Es ist reichlich Alkohol geflossen. BF und ich haben unseren Wein getrunken und Mainzer sein Bier. Irgendwann war auch die Flasche Apfelkorn leer und Rumpelstielzchen ging an den Kiosk eine weitere Flasche holen. Uff.

Älteste ging gegen 9 Uhr und auch Künstlerin und Schwägerin gingen. Es wurde später und später und wir voller und voller. Wir waren alle so zu – wie lange nicht mehr. Als die 4 Flaschen Wein auch leer waren, sind wir auf Bier umgestiegen. BF Cola-Bier, ich ohne Cola. Rumpelstielzchen hat irgendwann seinen sentimentalen bekommen und wollte mich in der Küche sprechen. Es ging wieder nur darum, daß er sich Sorgen um mich mache. Um mich als Person und um mein Geschäft, ich kümmere mich zu wenig. Ich sagte ihm es gehe ihn nichts an, ich habe alles im Griff. Er brauche sich keine Sorgen machen. Auch als er wieder damit anfing, ich solle aufpassen und mich nicht ausnutzen lassen, nahm ich ihm gleich den Wind aus den Segeln. Ich sagte ihm, das ihm dies auch nichts angeht. Es geht ihn nichts an mit wem ich wie lange „alleine“ bin, was ich dabei mache, oder mit mir machen lasse…er solle mich nicht nerven damit! Abgesehen davon lasse ich nichts mit mir machen, was nicht in meinem Sinne ist. Egal um was es sich dabei handelt.

Ich habe festgestellt, daß es wohl doch noch redebedarf bei ihm gibt und wir uns nochmal hinsetzen müssten..oh man…kann ich einmal, nur für eine Stunde nicht ich sein? Warum muss ich mich mit so einer Kinderkacke beschäftigen…

Er rauschte ab, wie immer halt, wenn ihm was nicht passt. Mir egal, ich wollte mir meine Laune nicht verderben lassen. Ich habe soviel geweint in den letzten Tagen wieder und ich wollte lachen! Auch wenn dieser Tag nicht zum lachen eigentlich war. Meinem Engel hätte es aber sicherlich gefallen, mich nicht so trübselig zu sehen..auch wenn es sein erster Geburtstag war, an dem er nicht da war. Später, sehr viel später, als die Stimmung alkoholbedingt etwas runter ging, kam Rumpelstielzchen nochmal rüber. Wir saßen eigentlich nur da und redeten. Er fragte mich, ob er ein paar Zigarettenpapers haben könne, der Kiosk war schon zu und er hätte vergessen welche zu kaufen. Klar, sagte ich. Er nahm sich ein paar Papers raus und dann schmiss er sie auf den Tisch, stand auf und prustete irgendwas von wegen – das müsse er sich nicht anhören – sowas in der Art. Zack war er die Tür draussen. Verdutzt schaute mich BF an und ich schaute genauso. Ich habe was gesagt, daran kann ich mich nicht mehr erinnern, und das hat ihn wohl getroffen. So ist er dann eben wieder abgerauscht. Vor Schreck wusste auch BF nicht mehr, was ich denn so schlimmes gesagt haben muss…

Gegen 1 Uhr Nachts kam die jüngste Tocher von BF vorbei. Sie trank ein ColaBier mit uns und ist dann auch wieder abgerauscht. Sie wollte ins EuroPalace, vorher aber bei mir reinschauen. Kurz danach hob sich die Stimmung wieder und wir lachten, daß unsere Bäuche wehtaten, das Gesicht verkrampfte und wir Angst hatten das würde so bleiben. Was wieder ein Anlass war Tränen zu lachen. Gegen halb 3 wurden wir alle müde. Dagmar legte sich längst auf die eine Seite der Couch und ich gab ihr eine Decke. Sie muss um halb 4 los, mit schlafen ist aber nicht mehr. Sie döste vor sich hin, während Otto und ich auf der anderen Seite der Couch saßen und uns unterhielten über dies und das. Meistens jedoch über meinen Engel. Alte Geschichten, Erinnerungen, wie es so ist. War richtig gemütlich und schön.

Um halb 4 klingelte der Wecker, den ich vorsorglich gestellt hatte. BF setzte sich hin, rauchte eine Zigarette, und machte dann los zur Arbeit. Die arme Maus…doch durch gemacht und nun bis 12 Uhr arbeiten. Mainzer und ich saßen immer noch auf der Couch und unterhielten uns weiter. Auf einmal war es 7 Uhr morgens, und er musste auch los zur Arbeit, auch bis um 12 Uhr schaffen. Die armen Leute, dachte ich mir. Zum Glück bin ich selbstständig…ich hätte krank machen müssen, hätte ich einen Angestelltenjob. Wir hatten alle noch gut Restgas bzw. waren noch gut dabei, keinen Schlaf und dann arbeiten gehen…na Danke… Als Mainzer auch ging, legte ich mich auf die Couch und schlief ein. Ich habe nicht so lange geschlafen, gefühlt gar nicht. Gegen halb 11 raffte ich mich auf um meine Runde zu machen.

Ich ging ins Bad und schaute in den Spiegel. Wer ist denn das? Fragte ich mich, denn die Frau die mich ansah, kam mir nicht bekannt vor. Meine Güte, siehst du verstrahlt aus. Die Augen rot, das Gesicht auch..Restgas definitiv vorhanden. Boah ey und so muss ich raus!? Hilft alles nichts. Wasser ins Gesicht, Zähne geputzt und Haare gekämmt. Siehst nicht besser aus und fühlst dich auch nicht besser. Egal, los jetzt! Ich bin Lotto spielen gegangen, dann etwas einkaufen. Kaum zu Hause, habe ich mich umgezogen. Meine Schlabberhose, bequem eben und ich gehe heute eh nicht mehr raus und überhaupt, wenn jemand klopft, bin ich nicht da. Komatöser Samstagszustand.

Vom Tante E Laden habe ich mir ein Päckchen Hackfleisch geholt. Ich hatte die letzten 2 Tage nichts gegessen, ausser einer Scheibe Brot mit Räucherlachs und hatte nun irgendwie Hunger. Schnell muss es gehen und was zum Schaufeln sein. Um 11 Uhr fing ich an mir eine Bolognese zu machen, dazu Nudeln. Schaffte mir einen Teller rein und legte mich danach auf die Couch um noch ein bisschen zu schlafen. Irgendwie konnte ich nicht einschlafen. Ich bin schlagskaputt, aber konnte nicht einschlafen. Mein Kreislauf war auch nicht on Top. Ich ging in die Küche und räumte diese auf und sah, daß in der 2. Flasche Apfelkorn noch ein Schluck drin war. Ah gut, dachte ich mir und trank den Schluck grade aus der Flasche. Assig ich weiß… Mein Kreislauf stabilisierte sich innerhalb weniger Minuten und ich versuchte es nochmal mit schlafen. Gelang mir diesmal.

Um halb 3 Mittag klopfte es an der Tür. Mein erster Gedanke war – och nö…dann viel mir auf, das ich dieses Klopfen nicht kannte. Wer mag das sein? Ich stand auf und in dem Moment kam mir der Gedanke, das es Älteste sein müsse. Sie hat sich gestern von mir Geld geliehen und wollte es heute wieder bringen. So war es dann auch. Oh habe ich dich geweckt, fragte sie mich mit großen Augen. Ich sagte – ja, aber nicht schlimm. Komm rein. Sie wollte nicht lange bleiben, nur das Geld wieder bringen. Ich zündete mir eine Zigarette an und sie meinte, sie bliebe noch so lange wie ich rauchen würde. Kein Ding, sagte ich. Ich fragte sie nach ihrer Mutter. Sie lachte und sagte, sie hätte eben mit ihr telefoniert. Die Arbeit war so schlimm heute, sie wäre so kaputt und müde und als sie nach Hause kam hätte sie sich gleich schlafen gelegt. Ich lachte auch und sagte – ja das Beste heute, was man tun kann. Meine Zigarette war fertig geraucht und Älteste verabschiedete sich mit den Worten – schlafe du auch noch ein bisschen. Ich brachte sie an die Tür und antwortete – das kannste aber glauben.

Ich legte mich wieder hin, stieg aber auch gleich wieder auf. Ich bin müde, aber es ist jetzt 16 Uhr und wenn ich nun weiter penne kann ich heute Nacht nicht schlafen. Also bleibe ich nun wach und gehe eben später etwas früher ins Bett.

Rumpelstielzchen hat sich heute noch nicht blicken lassen. Schon gut so, aber auch wieder so typisch. Wenn er mich nervt wegen gestern, sage ich ihm ganz egal was ich gesagt habe – ich war dicht und da sollte man nicht alles so ernst und persönlich nehmen. Wenn ich einen Punkt getroffen habe, dann soll er das nächste Mal nicht weg rennen, sondern mir sagen, daß ich grade Scheiße labere..wo ist das Problem?

Ich mache jetzt die Osterkörbchen für meine Lieben, für morgen, fertig…

Bis dann

Wenn Schmetterlinge tanzen

Dieses Wochenende war eher ruhig. Am Freitag kam Geisenheimer um mich abzuholen. Es hat sich eingeschlichen, daß wir Freitags Billardspielen gehen, danach noch was trinken, oder auch nicht. Am Samstag sind wir gegen Mittag zur BF gefahren, zu ihrer Arbeit. Wir haben sie abgeholt und sind dann erst kurz zu ihr, danach zu mir gefahren. Geisenheimer ist wieder los – er wollte heute der Tochter von BF helfen einen Küchenschrank in eine andere Wohnung zu fahren. In der zwischenzeit haben BF und ich es uns bei mir gemütlich gemacht und tranken Wein. Am frühen Abend kam Geisenheimer wieder und wir saßen noch eine ganze Weile bei mir. BF musste auch am Sonntag arbeiten und uns viel nichts ein, wo wir mal hingehen könnten. Ich hatte aber auch nicht so recht Lust, hatte meine Erdbeerwoche und da ist mit mir eh nicht so viel anzufangen. Gegen 9 Uhr brachte Geisenheimer BF nach Hause und ich machte es mir auf der Couch gemütlich. Ein eher ruhiges Wochenende eben..Sonntag waren meine Sis und ich bei der Mama, danach im Krankenhaus beim Papa…es geht ihm soweit gut, zum Glück….

Am Sonntagnachmittag, als ich wieder zu Hause war, legte ich mich auf die Couch und tat nichts. Ich lag nur da und schaute aus dem Fenster. Der Himmel war blau, ein paar Wolken zogen vorbei. Meine Gedanken schwebten. Ich sah Flugzeuge vorbei fliegen, Amseln die sich jagten und Tauben in ihrem Balztanz. Im Garten geht es wieder gut ab, sagte ich laut. Dann sah ich einen Schmetterling der vor meinem Fenster flatterte. Er suchte das ganze Fenster ab um einen Weg hinein zu finden. Ich dachte mir, nö du kommst nicht rein..das wäre nicht gut für dich. Er flog wieder weg…nach einer kurzen Weile kam er wieder und war nicht alleine. Es waren 2 Schmetterlinge. Sie flogen nicht nebenher, oder wirr durcheinander. Sie tanzten. Sie drehten sich im Kreis, fliegend auf und ab. Trennten sich und kamen wieder zusammen. Alles vor meinem Fenster, als würden sie es mit Absicht machen. Ich sah ihnen zu und meine Gedanken fingen auch zu tanzen an. Die Leichtigkeit eines Schmetterlings müsste man haben. Es sind so zarte Wesen, hübsch anzusehen und sie sind wie kleine Feen. Wünsche erfüllen sie keine…aber sie zu beobachten, lässt ihre Leichtigkeit spüren.

Ich dachte an die Tage, an denen ich diese Leichtigkeit gefühlt hatte. Wie alles egal war. Das Leben war einfach nur schön. Ich strich mit der Hand über die Couch. Ich erinnerte mich daran, wie wir sie ausgesucht hatten. Wo wir überall waren um genau DIE Couch zu finden, die wir wollten. Wir haben sie uns zum 11. Hochzeitstag geschenkt….da wussten wir noch nichts…Dann schaute ich zum Fernseher. Als wir den gekauft hatten, wussten wir bereits alles…du hast den Tv ausgesucht. Du wolltest DIESEN Fernseher unbedingt haben. Du hast zu mir gesagt: So hast du ein schönes Bild…ich wollte eigentlich nicht so einen großen…aber mein Engel wollte den unbedingt…damit ich gut fernsehen kann…damit ich das Kinofeeling haben kann, weil wir ja nicht mehr ins Kino gehen können…und wir sind so gerne ins Kino gegangen…und oft.

Selbst als wir wussten, daß alle Hoffnung vergebens ist, hat mein Engel immer noch darauf geachtet und alles dafür getan, daß es mir gut geht. Und wenn es sich um so banale und unwichtige Dinge gehandelt hat. Mein Blick richtete sich auf das Bild an der Wand, an dem er viele Jahre gemalt hat. Dieses Bild hat sich ständig verändert. Es hat über die Jahre 1000 Gesichter bekommen, es war immer wieder anders. Nun steht das Bild still…es dreht sich nicht mehr…

Ich kann nicht alleine sein. Wenn jemand da ist, liegt meine ganze Aufmerksamkeit bei dem jenigen, auch wenn wir darüber sprechen wie es mir geht. Es ist aber anders dann. Wenn ich alleine bin, richtet sich meine volle Aufmerksamkeit auf mich. Dann bin ich konfrontiert mit dem was ist. Früher, oder später muss ich dann weinen. Ich will nicht alleine sein, ich will mich nicht damit auseinandersetzen müssen wie es ist. Es tut so weh…ich weiß, ich darf nicht verdrängen…aber es tut so wahnsinnig weh… Ich versuche mich abzulenken in dem ich putze..oder die Autoschlüssel suche, die ich irgendwie verlegt habe..aber das kann ich nicht den ganzen Tag machen…selbst arbeiten lenkt mich nicht genug ab, denn irgendwann habe ich mein Tagespensum ja auch erledigt…und dann?

Dann höre ich wieder diese Stimmen. Sie erzählen mir wie es einmal war. Erinnerungen. Ich lasse es zu und quäle mich damit selbst. Es liest sich vielleicht alles schlimm. Es ist auch schlimm. Aber niemand muss sich Sorgen machen – es ist ja „ganz normal“. Ich wünschte nur, ich wäre schon 5 Jahre weiter und der Schmerz hat nachgelassen..dann..hoffe ich zumindest. Es kann sich niemand vorstellen wie sehr sein Teil meiner Seele mir fehlt…auch wenn sie es sagen, daß sie es können. Jeder von uns hat irgendwann einen recht schmerzlichen Verlust zu ertragen. Aber leidet jeder auch so wahnsinnig? Bestimmt..wie gehen die aber damit um? Wie lernen sie damit umzugehen? Ich weiß nicht wie es machen soll….Baby hilf mir!

Mein offizielles Ich bekommt wieder Stärke. Ich habe Verpflichtungen, Verantwortung, Ziele und halte meinen Kopf hoch. Mein inoffizielles Ich bricht immer mehr zusammen. Die Kluft zwischen den beiden wird immer größer. Wie lange kann das gut gehen? Solange bis ich wirklich durch drehe? Bis ich einen Burn Out bekomme? Oder doch eine Depression? Ich bin nicht so ein Mensch…aber ich bin auch keine Maschine, kein Roboter…. Ich will die Verantwortung die ich mir „aufhalse“. Ich will meine Ziele erreichen und durchsetzen. Ich halte mich an das was ich versprochen habe…aber an wen kann ich mich anlehnen und mich auch mal fallen lassen? Da ist keiner mehr…ich muss an mir selbst wachsen. Es ist kein leichter Weg. Ich bin tief gefallen und meine Lieben helfen mir mit aller Macht, mich wieder aufzurichten.

Aber am Ende des Tages bin ich alleine…

Bis dann

Anstrengend aber guuut

Das Wochenende habe ich überlebt..es war noch anstrengender als das letzte Wochenende, aber auch ungleich spaßiger, lustiger, schöner..besser… Freitagnachmittag habe ich mich bereits „abgeseilt“ und war nur unterwegs. Weiß gar nicht mehr genau wo alles…war Billard spielen und auch in einem Club..glaube ich… Am Freitag mit Karl. Am Samstag habe ich erst meine „Pflichten“ erledigt, zwar auch nur im Schnelldurchlauf aber ich habe sie gemacht und war dann noch bei meiner Mam und Pa. Dann am Samstagnachmittag ging die „Party“ weiter.

Ich bin tagsüber immer erst bei meiner Mam, dann fahre ich ins Krankenhaus zu meinem Pa. Samstagnachmittag kam Karl und hat mich abgeholt. Wir sind dann zu Dagmar gefahren, saßen dort eine Weile. Sie hat Nudelsalat gemacht und Frikadellen. Zum vorglühen gab es Rotwein. Auf einmal war es schon 19 Uhr und wir mussten los. Wir wollten nach Mainz in die Eishalle und wollten eigentlich gegen 18 Uhr schon da sein..Trödler halt…

Wir sind also nach Mainz rüber und haben dort erst noch unseren Mainzer Otto abgeholt. Dann ab in die Eishalle. Es hat so Spaß gemacht, wir haben so gelacht. Jeder von uns meinte, er würde nur auf dem Hintern landen. Der einzige, der wirklich geflogen ist, war Karl. Dagmar kam recht schnell wieder rein, sie kann ja eigentlich Schlittschuhlaufen und Otto und ich haben uns nur an der Bande festgekrallt. Aber es war soo lustig, wir haben nur gegröhlt. Zwischen durch haben wir uns einen Glühwein gegönnt – ist ja immer saukalt in so einer Halle. Nach 2 Stunden etwa waren wir durchgefroren und hatten keine wirkliche Lust mehr. Es war aber noch „früh“ – gerade mal 10 Uhr, oder so… Otto hatte die Idee ins Bogarts zu fahren, ist ja auch in Mainz.

Da war ich noch nie und warum nicht. Es war toll im Bogarts..wieder haben wir nur gelacht. Dagmar und ich haben die Boys so unterhalten, daß diese kaum geredet haben. Und wenn, war das für uns wieder ein Anlass vor lachen unter dem Tische zu landen. Es war einfach nur herrlich. Wir waren dort bis um ca. 2 Uhr Nachts.

Um 2 Uhr waren wir aber müde und wollten Heim. Wir haben erst Otto wieder nach Hause gebracht, dann sind wir zu mir gefahren. Karl blieb noch eine Weile und ist dann auch los. Dagmar ist geblieben. Gegen 4/halb 5 sagte ich, ich müsste mich jetzt auch mal hinknallen. Sie war auch müde. Ich gab ihr Kissen und Bettdecke, erklärte ihr meine Fernbedienungen, sagte ihr sie könne sich auch am Kühlschrank bedienen wie sie möchte und habe mich dann ins Bett gelegt. Sie schlief auf der Couch. Meine bequeme Couch, wie sie sagt. Ich lachte und sagte – ja aber schlafe mal da mal ein halbes Jahr drauf. Sie lachte und meinte – ja verstehe. Am nächsten morgen wollte ich wieder zu meiner Mam, dann ins Krankenhaus. Karl wollte um halb 10 da sein. Gegen 10 Uhr rief er an – er hätte verschlafen, er käme aber jetzt. Kein Problem. Als er dann da war, sind wir los. Karl hat erst mich zu meiner Mam gefahren, dann Dagmar nach Hause.

Gegen 16 Uhr war ich wieder daheim und dachte mir, heute würde ich nicht alt. Meine Sis hatte mich nach Hause gefahren, waren ja noch im Krankenhaus. Sie blieb noch eine Weile und ich holte ihr was zu trinken aus der Küche. Ich schaute aus dem Fenster und sah, wie Dagmar im Hof lang gedackelt kam, hinter ihr Karl. Ups was ist denn jetzt los, dachte ich mir und öffnete die Tür. Dagmar begrüßte mich mit einem laut schallenden lachen und ich rief – was geeeeeeht! Sie kamen rein und erzählten mir – ja Karl hat sie nach Hause gebracht..dann habe er sie überredet auf den Flohmarkt zu fahren, dann war es „spät“ und sie entschieden sich nochmal bei mir reinzuschauen. Es war wieder eine lustige Runde und sie erzählten mir ihren Tag. Meine Sis musste leider dann bald los und ich verabschiedete sie. Wir tranken Wein, babbelten und hatten Spaß. Auf einmal war es 8 Uhr abends und Dagmar wollte nun endlich doch Heim. Sie muss arbeiten am Montag und muss um 2 Uhr Nachts dafür aufstehen. Ja kein Problem, dann fährt Karl sie eben wieder Heim. Sie fragten mich beide, ob ich mit käme. Klar – sagte ich – ich muss doch schauen, daß meine Süße auch wirklich zu Hause ankommt. Wir lachten wieder. Wir sind Dagmar nach Hause gefahren und haben uns dann bei ihr erstmal fest gesetzt. Wir haben nur gelacht..mir tat der Bauch weh und meine Stimme war inzwischen nur noch ein heiseres Krächzen. So viel habe ich schon ewig nicht mehr gelacht.

Mitternacht ging uns allen aber die Luft aus. Vorallem Dagmar, sie musste ja um 2 Uhr auf der Arbeit sein…Nachts wohlgemerkt Frühschicht eben, und mit schlafen war dann eh nichts mehr drin. Ich wollte dann aber auch nach Hause und wir freuten uns schon auf´s nächste Wochenende. Karl fuhr mich Heim, kam aber nicht mehr mit rein. Ich zog mich um, legte mich auf die Couch und schlief gleich ein. Mir hat der Schlaf auch gut getan, auch wenn es hier nicht so rauskommt – es war anstrengend, sau lustig wie ewig nicht mehr, es hat so einen Spaß gemacht.

Ich habe gut geschlafen, durch geschlafen. Heute morgen – Montag – ich wusste, jetzt ist der ganze Tag und auch die Nacht wieder knallharte Realität. Ich machte meine Arbeit, meine Kram im Haushalt und fing an zu weinen. Jedesmal wenn ich mit meinem Engel rede, an ihn denke, oder sein Photo anschaue, das bei mir an der Wand zwischen seinen Bildern hängt, muss ich weinen. Der Schmerz sitzt so tief…alle sagen es würde „besser“ werden..aber niemand kann mir sagen wann…. Als ich heute morgen aufgewacht bin, hatte ich ein Lied im Kopf. Ich hatte schon eine Weile nicht mehr daran gedacht, aber kaum das ich meine Augen auf gemacht hatte, schallte dieses Lied in meinem Kopf wie ein Ohrwurm. Es war – David Bowie -Space Oddity…sein Lied auf der Beisetzung…ich sang es laut vor mich hin, denn nur so bekomme ich Ohrwürmer weg…eigentlich…aber es ging nicht weg…nicht so lange, bis ich weinen musste…Ground Control to Major Tom…mein Major Tom fliegt durchs All und hört Ground Control nicht…

Ich weiß nicht… es hört sich vielleicht blöd an… oder ich bilde mir dieses Gefühl auch nur ein…aber als ich heute diesen Song im Kopf hatte, hatte ich stark das Gefühl, das mein Engel mir das in den Kopf gesetzt hat um zu zeigen, daß er da ist. Und während ich dies schreibe, laufen mir die Tränen übers Gesicht. Ich vermisse dich so unendlich mein Engel…

Ich trocknete meine Tränen, hatte das Lied aus dem Kopf und fuhr dann zu meiner Mama….

Bis dann

Momentchen mal!?

Was passiert hier gerade? Heute ist zwar erst Sonntag, aber ich hatte ein heftiges Wochenende…aber der Reihe nach.

Freitag ging eigentlich wie immer los..Karl kam am Nachmittag. Rainer war auch da, war aber wieder am toben..warum auch immer…er geht sich gerade mal wieder selbst auf die Nerven, ich habe da keine Lust mehr drauf. Ständig rauschte er ab, kam aber immer wieder. Auch Otto schaute mal rein und Avni..war wieder einer der lustigen und fröhlichen Abende. Am Abend war ich so genervt von ihm, daß ich spontan entschloss – ich muss hier weg! Es war 9 Uhr Abends und ich fragte die Boys, ob wir was machen wollen. Otto wollte aber nach Hause, Avni hatte auch keine Lust mehr, aber Karl..wir sind dann erst Billard spielen gegangen, danach noch in eine Kneipe.

Gegen 4 Uhr morgens sind wir wieder zu Hause gewesen. Karl blieb und wir ließen den Abend ausklingen. Wir saßen nur auf der Couch, haben uns über die lustigen Begegnungen und Situationen unterhalten. Irgendwann sind wir auch mal eingenickt und haben ein paar Stunden geschlafen. Am Vormittag klopfte Rainer und sah das Karl immer noch da war.  Plötzlich reagierte er wieder so, daß ich genervt war…was los?  dachte ich mir nur so und regte mich auf…Ich sagte zu Karl, komm wir fahren was essen.

Wir sind dann erst zu BurgerKing..dort haben wir über das Grab von Schatzi gesprochen und das wir ja nach Steinen schauen wollten. Ok cool – fahren wir zum Steinbruch. Gesagt, getan. Habe dort jedoch nicht die Steine gefunden, die ich wollte – für die Grabumrandung. Karl hatte die Idee nach Frauenstein zu fahren in den Wald, dort gäbe es eine Menge Schiefer. Das Wetter war so herrlich gestern. Wir stapften durch den Wald, haben auch dort nicht die Steine gefunden mit denen ich „einverstanden“ war. Inzwischen war es Nachmittag, 3 Uhr etwa, und wir sind wieder zu mir gefahren. Rainer bemerkte dies und klopfte. Er wollte nicht reinkommen, sondern fragte mich an der Tür, wenn ich auch mal alleine wäre, er müsste mit mir mal reden…ich meinte ja ist gut..ich melde mich bei dir, wenn ich dann alleine bin.

Karl war noch eine Weile da und ging dann. Ich sammelte mich kurz und klopfte bei Rainer. Ich sagte, ich wäre nun alleine… Rainer käme gleich rüber..gut..ich ließ meine Tür angelehnt und ein paar Minuten später kam er dann zu mir. Er setzte sich auf die Couch und war sichtlich nervös. Ich sagte: „Was ist denn los? Um was geht es denn..“ Rainer rang auf einmal nach Fassung und stammelte, er wüsste nicht wie er es sagen soll. Ich meinte, dann atme einmal tief durch. Du weiß, mit mir kannst du reden, ich höre es mir an und bleibe ruhig… Er fasste sich ein Herz und legte los…mir hat es dem Fass dann den Boden ausgeschlagen! Ich hatte mir einige Gedanken gemacht, über was er wohl reden wollte – aber was dann kam, damit habe ich SO nicht gerechnet…

Zuerst kam eine Spitze von ihm. Er sagte:“ ja jetzt bist du ja mal endlich ohne deinen Bodyguard.“  Ich schaute ihn an und sagte, ich brauche keinen Bodyguard, ich bin schon ein großes Mädchen. Er sagte, daß er das so nicht gemeint hätte..ich bin darauf nicht mehr eingegangen…Rainer erzählte: Seit dem Horsti gestorben ist, bricht alles auseinander. Ich würde ihn nur noch wie Dreck behandeln, aber wir waren doch immer seine Familie. Aber er hat das Gefühl nicht mehr, ich wäre nie alleine, oder gar nicht zu Hause – er käme gar nicht mehr an mich heran… Ich hätte mich verändert..ich wäre nicht mehr die, die ich vor 6 Wochen noch war. Das macht ihm Angst, denn er hätte ja nur noch mich und will mich nicht verlieren..er sagte dann noch, du weiß doch, ich habe dir mal erzählt, daß ich mal in dich verliebt war..das stimmt so nicht – ich bin es heute noch und ich fühle mich als Verräter dem Horsti gegenüber..

Ich unterbrach Rainer um meine Sicht der Dinge zu erläutern. Ich sagte ihm, das es mir nicht aufgefallen wäre, daß ich ihn so behandeln würde. Ich dachte, ich würde ihn wie immer behandeln..im Gegenteil sogar, ich helfe dir ständig, rette dir deinen Arsch, frage dich 5 mal am Tag ob du was brauchst..wenn ich dich zurücksetze, oder verletzt habe, war mir das so nicht bewusst. Entschuldige bitte dafür…gut das du es mir sagst! Dann sagte ich, und ja – ich habe mich verändert. Du musst mich aber auch verstehen was das angeht! Ich habe meinen Mann verloren! Ich muss aber meinen Kopf hoch halten, muss mein Geschäft am laufen halten damit ich Geld verdiene und ich muss mich ständig um dich kümmern. Ich sitze manchmal den ganzen Tag zu Hause und ich drehe durch. Ich habe nicht die Zeit um zu trauern! Nur zu Hause zu sitzen und zu saufen, dabei zu heulen wie ein Schlosshund ist keine Trauerverarbeitung..es ist keine Heilung möglich so! Ich sagte ihm, daß sein Verhalten mich auslaugt. Ich habe keine Kraft und muss meinen Kopf aber hoch halten und du verhältst dich mir gegenüber, wie du dich verhältst. Ich habe meinen Mann verloren, meine Seele, mein Leben und ich habe keine Zeit um richtig zu trauern! Das ich da nach Ablenkung suche… das musst du doch auch verstehen!

Rainer hielt kurz inne und sagte mir, daß er Angst habe Karl würde mich ihm weg nehmen. Wie kommst du auf sowas? fragte ich ihn..er sagte, Karl manipuliere mich und ich würde es nicht mal merken. Ich schaute ihn an und versuchte zu verstehen, was er da gerade gesagt hatte..er manipuliert mich nicht, und selbst wenn – ich würde es merken…das eben nicht! sagte Rainer und ich antwortete – Unterschätze mich nicht! Rainer sagte weiter, Karl würde sich bei mir unentbehrlich machen wegen dem Auto. Ausserdem ist er frisch von seiner Freundin getrennt, würde sich bei mir ausheulen und nach Trost suchen. Er würde nur auf Mitleid machen, damit ich weich werden würde und er mich ihm dann weg nimmt. Das siehst du alles falsch! Das Karl hier gerade jeden Tag hier ist, hat einen ganz einfachen und völlig anderen Grund, als du denkst. Ich brauche ein Auto JA, wie soll ich sonst zB Holz hier her bekommen…normalerweise würde Dagmar den ganzen Tag bei mir hocken – aber ihr Auto ist gerade in der Werkstatt…verstehst du das? Die beiden sind nun mal die, die gerade ein Auto haben und auf die ich mich verlassen kann!

Rainer raunzte mich an: Ja aber du schießt ja nur noch mit Karl rum obwohl du weißt, daß er mehr als Freundschaft für dich empfindet. Ich bin da ausgeflippt und sagte – ja klar und deswegen mache ich auch gleich dafür die Beine breit, oder was? Was willst du mir unterstellen? Ausserdem, wenn Dagmar ihr Auto hätte, wäre ich mit ihr ständig unterwegs…so wie es eben noch letzte Woche war… Rainer sagte wieder, er hätte Angst mich zu verlieren..ich sagte – nein, du verlierst mich nicht. Ich bin immer für dich da, das waren wir vorher auch und nun bin ich es eben alleine…aber du verlierst mich nicht…kann sein, daß ich eben etwas abdrehe – aber mir fehlt mein Mann, das weißt du und ich drehe langsam durch deswegen! Du bist nicht der einzige der mir inzwischen gesagt hat, daß da mir gegenüber mehr als Freundschaft ist. Aber deswegen brauchst du doch keine Angst haben! Er unterbrach mich und wollte wissen, wer alles..ich lachte und sagte – es spielt keine Rolle..es schmeichelt mir, ganz klar, aber jeder von unseren Boys weiß, daß es es von meiner Seite aus niemals zu etwas „mehr“ kommen wird. Ich betone das immer wieder. Ich sagte, daß ich meine Leute sehr schätze, ihre Freundschaft nicht verlieren möchte und sie mir wichtig sind..aber es wird nicht mehr geben!

Rainer schaute mich an…sagte nichts…dann schluckte er und meinte, ich habe dich bereits verloren…Ich bin wieder etwas ausgeflippt und sagte, nein das hast du nicht! Aber wenn wir hier schon so offen reden, dann horch mir mal zu…dein Verhalten geht mir auf die Nerven..wir kennen uns so lange schon, aber du machst deinen Mund nie auf, wenn du was brauchst. Das hast du beim Horsti auch schon gemacht und er war genervt davon..das weiß du selbst. Ich habe es satt dir ständig hinter her zu rennen und um dich förmlich anzubetteln, daß du meine Hilfe annimmst…ich kann das nicht mehr, ich habe das satt!  Er antwortete mir, daß es für ihn aber nicht leicht sei..ich sagte wieder, daß wir uns schon so lange kennen und er wüsste, daß er doch immer…IMMER…Hilfe bekommt..aber du musst deinen Mund selbst aufmachen! Es ist doch nicht erst seit neuestem so, wir haben dich immer mit durch gezogen.. Rainer sagte kleinlaut, er würde es in Zukunft versuchen…

Ich sagte ihm dann noch, er braucht keine Angst zu haben, daß mich jemand weg nimmt. Was das angeht – ich lasse mich dahingehend nicht manipulieren..mich nimmt niemand weg! Es gehören da immer 2 dazu! Er solle mal überlegen, wer ich bin…und was er da sagt…ich bin doch nicht blöd! Abgesehen davon, manipulierst du mich jetzt grade…

Es klopfte an der Tür und Avni kam kurz vorbei. Rainer ist in seine Wohnung gegangen. Als er hörte, das Avni wieder ging, kam er nochmal rüber. Er gab mir ein DIN4 Blatt und wollte das ich es lese. Es war ein Songtext, den er geschrieben hatte..er war mal Musiker und kann das..ich las den Text und es war eine Art Liebeserklärung. Ich sagte nochmal, daß mich niemand weg nehmen würde. Ich weiß, ich bin wie eine Schwester für dich Rainer und das wird sich nicht ändern..ausser ich schlage dich irgendwann tot, weil du mir wieder auf die Nerven gehst…

Ich erzählte ihm noch eine Geschichte, die sich am Freitagabend zugetragen hatte. Er war ja nicht dabei – wollte lieber die beleidigte Leberwurst spielen. Ich sagte ihm zunächst, daß ich das alles schon abschätzen könnte…ich habe zwar fast nur mit Buben zu tun, dachte ich kenne meine Leute, aber bin selbst überrascht über die Flut an Liebesbekundungen, aber ich mache mir da keine Sorgen…

Am Freitagabend saß unser enger Kern beisammen, bei mir. Karl, Otto, Avni..du bist wieder mal ausgeflippt und wir machten Scherze darüber. Das du eifersüchtig wärst usw, Kinderkram eigentlich.  Otto schüttelte den Kopf und meinte – er versteht ihn nicht. Otto sagte zu mir:“ Ja du bist eine tolle Frau und ja du bist auch sehr attraktiv, aber wir alle wissen wessen Frau du warst und bist! Deswegen würde ich niemals auf die Idee kommen, das da was laufen würde zwischen uns. Bei jedem anderen wäre es mir egal…aber nicht bei der Frau von Horst. Ich habe zu großen Respekt! Er nahm sein Bier in die Hand und hielt es hoch. Otto sagte laut – auf unseren Horst und reichte die Flasche in meine Richtung und ich nahm auch mein Bier und stießen an.

Otto sagte zu mir: Wir kennen uns jetzt auch schon über 20 Jahre. Ich habe dich auch mehr gerne, als es gesund für mich ist..aber du bist eine tolle Freundin von mir und ich will das nicht missen. Wir stießen wieder an und tranken. Ich bedankte mich und sagte Otto auch, daß ich ihn als Freund nicht missen wollte..dafür haben wir zuviel erlebt..

Rainer verstand was ich damit sagen wollte..ich sagte ihm, ich sei kein Freiwild nur weil mein Engel nicht mehr hier ist…ich kann auf mich aufpassen und ich kann mich auf unsere Leute verlassen..du brauchst keine Angst haben! Das Beste ist aber, alle unsere Leute passen auf mich auf und passen auch untereinander auf…wir sind alles nur Menschen…und selbst wenn…es wäre meine Entscheidung! Nicht deine!

Ich überlegte mir gestern Abend…was passiert hier gerade? Es läuft alles ohne Komplikationen, ich bekomme alles geregelt…und doch fühle ich mich so, als würde mein Leben nicht mehr funktionieren… Mein Kopf ist voll mit 1000 Sachen..und ich muss mich um so einen Kinderkram kümmern…ich dachte, wir wären alles erwachsene Leute…aber Rainer?…was ist bei ihm nur falsch gelaufen…

Bis dann

 

Woher die Kraft nehmen?

Gestern habe ich mich hingelegt und ein paar Stunden geschlafen. Hat gut getan, war wieder frisch erwacht. Ansonsten ist nur das übliche passiert. Bisschen gearbeitet, ferngesehen, etwas aufgeräumt, geweint und mit Schatz geredet. Gegen 5 Uhr kam Karl, er wollte das Holz hacken, das er mit gebracht hat. Hat er dann auch getan.

Als er fertig war, saßen er und Rainer bei mir und wir tranken was. Also Rainer und ich, Karl muss Auto fahren. Avni kam auch noch vorbei und ich bot ihm auch ein Bier an. Es war wieder eine lustige Runde, wir hatten viel Spaß. Zu später Stunde ging Avni und Rainer folgte ihm. Avni ist ein guter Freund und er sagt Hase zu mir. Karl fragte mich, weil er das vorher nie so mitbekommen hatte, ob „da was wäre“ zwischen uns. Ich meinte nur – hä? Was meinst du damit..Karl sagte, es wäre halt, weil er mich Hase nennt.

Ich lachte und erklärte Karl, daß dies nichts bedeutet. Avni betrachtet mich als seine „Schwester“, seine Familie. Schatzi und ich sind seine Familie, bei der er sich fallen lassen konnte und kann, sich ausheulen kann und immer einen guten Rat von Schatzi bekommen hat. Das ist bei seiner echten Familie nicht der Fall…mit seinem Bruder läuft es nicht gut, zu seinen Vater hat er auch kein Vertrauen und bei uns hat er sich eben immer verstanden und aufgehoben gefühlt..

Achso, sagte Karl und ich scherzte – bist du etwa eifersüchtig? Karl lachte und sagte, nö jetzt nicht mehr. Kurz darauf klopfte es an der Tür und Rainer kam nochmal vorbei. Er hat mich in dem Moment wieder so aufgeregt. Es gab eine Diskussion, wie so oft mit ihm. Er macht halt seinem Namen alle Ehre. Nachdem ich laut wurde und Rainer wieder abgerauscht war, fragte Karl – was war denn das jetzt wieder..

Ich sagte ihm, das Rainer mir alle Kraft raubt, die ich eh nicht habe. Karl meinte, er kenne ja Rainer mit seiner Art, aber was genau geht denn jetzt ab? Ich erzählte Karl was er schon wieder für Vögel abschießt…und ich muss ihm den Arsch retten, sonst geht er die Bachgasse runter. Rainer sieht aber nicht das ich trauere, oder er ignoriert das und fährt sein Egoprogramm.

Rainer hat nichts auf der Naht..ist nichts schlimmes für mich…Schatzi und ich waren immer für ihn da und ich bin es noch. Ich kenne ihn seit 13 Jahren und es regt mich so auf, das er seinen Mund nicht aufbekommt, wenn er (finanzielle) Probleme hat. Auch jetzt in der aktuellen Situation. Er lässt Andeutungen los, daß er seit 5 Tage nichts gegessen hätte, daß er dies und das nicht bezahlen konnte usw. Ich sagte die Tage bereits zu Rumpelstielzchen, er solle mit mir reden! Ich frage ihn mehrmals am Tag, ob er was braucht..immer verneint er..ich sagte immer wieder, daß wir uns doch nicht erst seit 3 Tagen kennen und es auch bei weitem nicht das erste Mal sei, daß wir bzw. nun ich ihm helfe. Es ist im Grunde ständig so….seit Jahren…wir haben ihn immer mit durchgezogen.

Ich schrie ihn an und sagte – rede mit mir verdammt, du weißt genau das ich dir helfe, das wir eine Lösung finden…es ist doch nicht das erste Mal! Du bist 20 Jahre älter als ich, aber ICH muss dir ständig alles aus der Nase ziehen um deinen Arsch zu retten…du weißt genau, ich kann dir was leihen, oder du bekommst was zu Essen von mir, was weiß ich. Du musst aber was sagen – ich habe es nämlich auch langsam satt dich ständig zu fragen ob du was brauchst!

Ich war so zornig und es schaukelte sich hoch..wie so oft. Ich sagte Rainer, er raube mir die Kraft, die ich nicht habe. Er will mich doch beschützen, wie er immer betont, und er raubt mir nur Kraft. Ich schrie ihn an und sagte: Rainer komme endlich mal klar..ich habe meinen Mann verloren… er unterbrach mich und sagte – ich habe meinen besten Freund verloren. Ich erhob die Stimme erneut, unterbrach ihn und sagte: Das mag ja sein, aber ich – habe – meinen – Mann – verloren…erkennst du den Unterschied? Ich habe die Kraft nicht für dich, ich habe nicht mal Kraft für mich selbst..du laugst mich aus mit deinem Verhalten und es ist immer das Selbe mit dir! Aber weißt du was? Dann geh doch die Bachgass´ runter..wenn dir das lieber ist, ich renne dir nicht hinter her nur um dir zu helfen! Ich bettel dich nicht an, damit du meine Hilfe annimmst! Du weißt es doch!

Rainer ist wütend aus meiner Wohnung gerauscht. Karl bekam ja alles mit und war erschüttert. Er kennt ihn zwar auch, aber das es sich SO verhält – da hatte er keine Ahnung. Er sagte mir, er bewundere mich wie ich das mit Rainer so mache. Er findet es aber unterste Schublade, wie er sich mir gegenüber verhält. Er weiß doch ganz genau das ich in Trauer bin. Er ja auch – kein Ding – aber er könne doch trotzdem mit mir nicht so umgehen. Ich solle ihn doch „gehen lassen“. Ich sagte Karl, daß ich das gerne tun würde..aber ich kann es nicht..es geht einfach nicht. Wenn Rainer keinen Halt mehr hat, und den hat er in mir, dann geht er wirklich die Bachgass´ runter…ich kann das nicht verantworten. Karl fragte mich – wieso eigentlich nicht? Der Kerl ist 20 Jahre älter als du und DU kümmerst dich um ihn wie eine Mutter, wie eine Schwester….ich weiß ja auch nicht..sagte ich…ich kann ihn nicht gehen lassen..es geht halt einfach nicht.

Ich sagte – ich mache doch sowieso immer Scherze so von wegen – Ach Schatzi, wieso hast du diese Anhaftung mit in unsere Ehe gebracht. Aber wie das Schicksal mit einem spielt. Vielleicht ist Rainer ein Teil meiner Lebensaufgabe…wer weiß das schon…

Nach einer Weile ging Karl auch. Ich habe mich hingelegt und bin gleich eingeschlafen, eine traumlose Nacht.

Das alles war die Tage schon eigentlich, ich glaube vorgestern?? Auf jeden Fall kam gestern morgen Rainer an meine Tür. Ich war noch zornig auf ihn und machte auf. Bevor ich aber was sagen konnte, trottete er kleinlaut in meine Wohnung und entschuldigte sich für den gestrigen Abend. Er ist kein Mensch der sich entschuldigt, deswegen war ich etwas überrascht und habe seine Entschuldigung gleich angenommen. Wieder redete ich mit ihm über seine Situation. Ich sagte ihm mit ruhiger Stimme, daß er doch genau weiß, daß ich ihn immer aus der Scheisse holen werde..er weiß es doch! Warum sagst du nie was… Er meinte, es wäre halt nicht so einfach für ihn. Ich sagte daraufhin – nee ist klar …aber du weißt doch selbst, wie oft Horsti oder ich dir geholfen haben..mache es dir doch selbst nicht so schwer und mache es mir nicht so schwer….ich habe die Kraft nicht für diese Art von Spiele. Wenn du mir helfen möchtest, dann verändere dein Verhalten…zumindest mir gegenüber….und rede endlich mit mir, sobald was ist…ich kann dir sonst nicht helfen…es wird immer schwieriger..

Wir nahmen uns in den Arm. Das er es diesmal begriffen hat?, ich glaube nicht…wie oft hatten wir GENAU dieses Gespräch geführt…wie oft hat Schatzi ihm den Kopf gewaschen und immer wieder war es das gleiche System…immer wieder… aber so ist er halt, unser Rumpelstielzchen…

Heute morgen klopft es an der Tür, es ware gerade mal halb 10 Uhr. Meine Leute wissen das sie vor 13 Uhr niemals bei uns bzw. nun mir zu klopfen haben. Ich hörte am klopfen, daß es Rainer war. Ich machte die Tür auf und meinte: Was ist los? warum klopfst du so früh bei mir.. Er sagte, ganz kleinlaut, ich müsste mal telefonieren…du hast gesagt, ich solle mich melden… Ich unterbrach ihn und gab ihm 5 Euro in Kleingeld.

Normalerweise hätte ich ihn auch von meinem Festnetz telefonieren lassen, nur habe ich gerade keines…aber egal…ich gab ihm das Geld, er ging telefonieren…das geht jetzt wieder ein paar Tage so, daß er sich „traut“ mich um was „zu bitten“…das war immer so…aber es wird, wie immer, nicht halten…so ist er eben…unser Rainer..besser  bekannt als Catweazle…wer den kennt..er sieht auch so aus…und benimmt sich eben so…

Vorhin kam er nochmal wieder. Er erzählte mir, daß er wieder niemanden erreicht hat. Ich fragte ihn, was denn genau los ist und er sagte es mir. Och  ist doch kein Problem…ich mache das…wir regelen das schon…Rainer hatte Tränen in den Augen und und sagte, wie sehr er doch Horsti vermisst..ich sagte, was solle ich denn sagen..aber es wäre mir wichtig, das alles so bleibt wie es war. Rainer sagte mit erstickter Stimme – er wünscht sich das auch..aber er hat Angst, das mich Karl weg nehmen würde. Ich sagte, bitte was? Das wird nicht passieren..Rainer es wird sich nichts verändern..auch wenn ich dich jeden Tag tot schlagen könnte, du bist mir wichtig..deswegen mache ich das alles ja…das hätte Horsti auch getan..nun bin ich eben nur noch da..

Rainer nahm mich in den Arm und drückte mich ganz feste…ich sagte, ich wäre heute den ganzen Tag da..wenn was ist, weißt ja bescheid…er küsste mich auf die Wange und ich ging in meine Wohnung.

Ich vermisse mein Babylie ohne Ende. Ich weiß nicht woher ich die Kraft nehme, für meine Leute so da zu sein, wie es eben immer war. Wir waren der Pool, zu dem alle gefunden haben…sich gefunden haben, sich wohlgefühlt haben, sich fallen lassen konnten…ohne Hemmungen…völlig frei…nun bin ich nur da…und es kostet mich soviel Kraft. Kraft die ich nicht habe..Aber ich kann nicht anderes.

Das war jetzt mal ein Einblick in mein alltägliches Leben…mal wieder…ein alltägliches, banales und jedoch einzigartiges Leben..so wie es jeder von uns hat…ungefiltert, unzensiert…

Bis dann

 

Die immer lacht…

Gestern Vormittag fing es an zu graupeln. Ich dachte mir dann schon, daß Geisenheimer mich nicht abholen kommt. Ich war im Bus, etwa 11 Uhr, und mein Handy klingelte. Geisenheimer war dran und meinte, er wäre jetzt zu Hause, er käme mich definitiv abholen. Ok cool, dachte ich.

Mein Termin in Mainz ging recht flott, obwohl 2 Ärzte krank waren und die anderen eben die Patienten übernehmen mussten. Bis zur Blutentnahme habe ich ca. 10 Minuten gewartet und bis zum folgenden Gespräch etwa eine dreiviertel Stunde…hatte schon länger gewartet. Das Gespräch war gut. Ärztin fragte mich nicht, warum ich so lange nicht da war und ich erzählte es ihr nicht. Meine Blutwerte sind TOP. Kein Schub in Aussicht. Zum Glück. Das einzige, was es zu bemängeln gab war – meine Erythrozyten sind zu hoch – kommt vom rauchen..Ärztin sagte mir, ich solle halt mehr trinken…super Tip oder?

Um 12 Uhr hatte ich meinen Termin und um viertel nach 1 war ich draussen. Ich lief Richtung Ausgang und sah dann auch schon Geisenheimer. Wir begrüßten uns und ich fragte, wie lange er denn schon warten würde. Er sagte, bestimmt eine Stunde. Ich musste lachen und meinte, ich sagte doch, nicht vor 13 Uhr … aber er wollte sicher gehen.

Wir sind dann zum Hornbach Holz holen und danach zu McFress. Nach der Blutentnahme habe ich immer Hunger..nehmen mir ja auch genug Blut ab. Wir sind dann zu mir gefahren, aber mit einer Menge Umwege. Spazieren gefahren sozusagen. Geisenheimer meinte, er hätte ein Lied entdeckt und er spielte es ab. Ich hörte dieses Lied und mir kamen dir Tränen in die Augen. Es ist nichts besonderes in dem Sinn, aber teilweise habe ich mich selbst erkannt. Es ist von Kerstin Ott – Remix – Die immer lacht

Die – ist die eine die immer lacht, die immer lacht, die immer lacht, die immer lacht,
oh die immer lacht und nur Sie weiß es ist nicht wie es scheint
oh Sie weint, oh Sie weint, Sie weint,
aber nur, wenn Sie alleine ist, wenn Sie ist, wie Sie ist und was Sie ist.
Es ist nicht wie es scheint.
Wie geht es Dir fragt schon lange keiner mehr,
ein Clown zu sein das fällt nicht schwer,
denn Sie ist die eine – die eine die immer lacht,
die immer lacht, immer lacht, immer lacht,
oh die immer lacht – oh die immer lacht.
Es ist nicht wie es scheint.
Komm her meine Süße und reich mir deine Hand
zeig mir wer Du bist und Du wirst sehen wie es ist
zu lachen ohne dabei zu betrügen
oh zu weinen, du wirst sehen, wie sie Dich lieben,
oh zu lieben – ich zeig Dir wie es geht.
Sie – ist die eine die immer lacht, die immer lacht, die immer lacht, die immer lacht,
oh die immer lacht und nur Sie weiß es ist nicht wie es scheint
oh Sie weint, oh Sie weint, Sie weint,
aber nur, wenn Sie alleine ist, wenn Sie ist, wie Sie ist und was Sie ist.
Es ist nicht wie es scheint.
Sie – ist die eine die immer lacht, die immer lacht, die immer lacht, die immer lacht,
oh die immer lacht und nur Sie weiß es ist nicht wie es scheint
oh Sie weint, oh Sie weint, Sie weint,
aber nur, wenn Sie alleine ist, wenn Sie ist, wie Sie ist und was Sie ist.
Es ist nicht wie es scheint.
Sie – ist die eine die immer lacht, die immer lacht, die immer lacht, die immer lacht

Banaler Text eben, aber der Titel hat mir eben Tränen in die Augen getrieben…auch wenn ich schon vor anderen geweint habe, was nicht meiner Natur entspricht…habe ich mich erkannt… Geisenheimer meinte, ihm erginge es genauso. Naja..mir kam einiges gestern seltsam vor. Geisenheimer macht soviel für mich und ist immer da. Mittlerweile mehr noch als Rumpelstielzchen. Ich bin wie immer..aber ich habe das Gefühl in etwas reinzuschlittern, daß ich nicht will.

Geisenheimer blieb gestern lange bei mir. Erst gegen halb 1 in der Nacht ist er gefahren. Bis dahin hatten wir viel geredet. Rumpelstielzchen war auch zeitweilig mal da, und auch andere Freunde. Jedes mal, wenn Geisenheimer und ich alleine waren, fing er an mir zu schmeicheln. Eine Menge Komplimente…wie ich alles schaffe, im Griff habe, was ich doch für eine schöne Frau sei, ein Traum in seinen Augen… Ich zog mehrmals die Bremse und sagte ihm, ich fühle mich geschmeichelt, aber ich bin nicht bereit für eine neue Partnerschaft. Schon gar nicht mit jemanden aus unserem Freundeskreis…ich bin die Frau von Horsti und das bleibe ich auch. Geisenheimer verstand das wohl, sagte hierzu – er ließe sich aber dennoch nicht abbringen, mir immer beiseite zu stehen. Er ist eben mein Freund und lässt mich nicht fallen.

Aber genau da geht die Problematik los… Er bringt mich in Verlegenheit. Wie soll ich ihm in Zukunft begegnen, oder Dinge für mich erledigen lassen mit dem Hintergrund, daß er mehr als Freundschaft empfindet? Ich habe mit ihm darüber gesprochen. Ich sagte, ich möchte nicht, daß er mir dauernd Komplimente macht. Das würde unsere Freundschaft nur zerstören, weil er denkt, irgendwann wäre da mehr. Aber von meiner Seite aus wird das nicht sein! So sagte ich es ihm… Ich habe keinen Typ von Beutschema, aber Geisenheimer fällt definitiv durch „mein“ Raster…ich schätze ihn als Freund..aber nicht mehr…

Geisenheimer verstand das alles, sagte mir aber, er ließe sich dennoch nicht davon abringen, mir zur Seite zu stehen. Er meinte, er hegt schon lange Gefühle für mich, wohlwissend unerreichbar zu sein für ihn. Geisenheimer sagte auch, er würde niemals das Andenken von Horst beschmutzen..dafür wiederum, hätte er zuviel Respekt. Wir beließen es dabei…

Die Nacht habe ich wieder auf der Couch geschlafen. Mein Bett ist bequem…ich weiß nicht, warum ich nun wieder auf der Couch schlafe..die Nacht war anstrengend. Ich hatte gefühlt stundenlang geschlafen..als ich auf die Uhr sah, war es gerade mal 3 Uhr Nachts. Ich versuchte wieder einzuschlafen, was mir nicht gelang…war Vollmond heute Nacht? Kurz bevor der Wecker klingelte, gegen halb 7, hätte ich schlafen können…aber nichts da – muss aufstehen, habe einen Termin um 8 Uhr.

Der Termin war die Witwenrente. Ich hatte alles dabei, ausser meine SteuerIdentifikationsnummer..reiche ich halt nach. Auch einen Einkommensnachweis hatte ich nicht dabei. Innerhalb von 20 Minuten war der Termin auch vorbei. Ich habe eine Menge Zettel mitbekommen. Ist alles irgendwie kompliziert, was sie mir erzählt hat, aber dank der Zettel kann ich mich da durch arbeiten. Dann verstehe ich es auch. Seit 2001 gibt es die „kleine“ Witwenrente..kompliziert eben…die bekomme ich nun zunächst…in ein paar Jahren, gesetzt den Fall ich heirate nicht, kann ich die „große“ Witwenrente beantragen..was ein Kuddelmuddel dachte ich mir…

Ich gehe jetzt in die Küche und spüle mal meinen Kram weg. Danach noch die Böden wischen. Dann werde ich mich etwas hinlegen, bin müde…

Bis dann

Sehnsucht

Am Samstag Nachmittag kam Geisenheimer vorbei, wollten wir doch Rumpelstielzchens Geburtstag feiern. Der war aber schlecht drauf, nervte und motze nur rum..machte seinem Namen eben alle Ehre…Ahja ist gut, dachten wir uns und ich schrieb Vorderhauszote eine WhatsApp, ob er rum käme – feiern…halt auch ohne dem Geburtstagskind. Er konnte nicht, käme aber später mal vorbei. Dann saßen Geisenheimer und ich erstmal nur dumm rum. Geisenheimer machte den Vorschlag – dann gehen wir eben aus! Er hatte auch eine Idee. Wir sind dann nach Schierstein gefahren ins LeKarambolage zum Billard spielen.

Ich habe ewig kein Billard mehr gespielt. Manchmal..eigentlich dauernd..dachte ich an Schatz. Schatz hat super Billard gespielt. Ich stellte mir vor, er wäre dabei gewesen. Schatz hat vor langer langer Zeit mit Billard seinen Lebensunterhalt verdient. Man kann sich vorstellen, wie gut er darin war. Wie sehr wünschte ich mir, er wäre dabei gewesen..es hat aber irgendwo Spaß gemacht und die Abwechslung war ok.

Wir sind dann wieder zu mir gefahren, es war inzwischen auch halb 8/8 Uhr. Es dauerte nicht lange, dann kam auch Vorderhauszote vorbei. Die beiden tranken kräftig ihren Jägermeister, ich mein Bier. Ich trinke keinen harten Alkohol, ausser manchmal eben den Äppler…(Apfelkorn) Der Abend war lustig und zwischendurch kam auch mal das Geburtstagskind rüber zu mir. Er hatte aber übelst schlechte Laune und senkte die Stimmung jedesmal. Beim 3. oder 4. mal als er rüber kam, er ist ja immer wieder abgehauen, bin ich ausgeflippt und erhob meine Stimme. Das konnte er ja gar nicht vertragen und schrie rum – er sei doch mündig und erwachsen und wenn er seine Ruhe haben will, sollen wir ihn nicht zwingen zu Dingen die er nicht will…ich schrie zurück bzw sagte ihm meine Meinung und er ist wieder abgedampft..

Lasst ihn doch gehen, sagte ich … wenn er lieber motzen will (aus hier nicht veröffentlichen Gründen) soll er doch. Wir feiern seinen Geburtstag eben ohne ihn! Ich war genervt, hatte ich mich doch auch um alles gekümmert..für ihn..eben weil er im Moment die Scheisse wieder anzieht…aber das kümmert ihn nicht und mich hat es gestern auch nicht mehr gekümmert. Soll er doch motzen, mir egal! Seine Probleme sind sowieso Hausgemacht…sS = selber Schuld! Wir hatten ohne ihn, zu dritt, einen lustigen und wunderbaren Abend. Gegen 3 Uhr Nachts versank Geisenheimer immer mehr in meiner Couch und ich sagte zu Vorderhauszote, es wäre jetzt Feierabend. Geisenheimer schreckte hoch und wollte ans Auto. Vorderhauszote und ich sagten aber, er könne doch kein Auto mehr fahren und er solle die Nacht hier bleiben.

Er versank wieder in der Couch und Vorderhauszote ging. Ich holte eine Decke und deckte Geisenheimer zu. Fernseher aus, Tisch noch abgeräumt und dann auch selbst ins Bett. Es war seltsam, Geräusche einer anderen Person zu hören. War es doch die letzten Wochen sehr still und leise, wenn ich ins Bett gegangen war. Gegen 4 Uhr bin ich dann auch eingeschlafen…am Sonntag, heute, um ca. halb 8 morgens war die Nacht vorbei. Ich machte uns einen Kaffee/Tee und Geisenheimer ging nach diesem. Er käme aber heute Abend nochmal vorbei, sagte er.

Ich ging dann duschen und machte mich fertig um zu meinen Eltern zu fahren. Ich war und bin es noch, unendlich müde..die Nacht war kurz, Kater habe ich keinen, aber trotzdem..man merkt die „Feier“ eben doch. Der Tag bei meinen Eltern war wie immer lustig, auch wenn ich heute recht Wortkarg und ruhig war.

Bevor ich zu meinen Eltern gefahren war und als ich wieder zu Hause war, weinte ich. Es kam einfach so…übernächtigt halt und ich kann dann meine Emotionen nicht recht kontrollieren…ich vermisse ihn so sehr, zumal einige „mystische“ Dinge passiert sind. Es war, als ob er mir Botschaften übermittelt hat und sie sollten mich trösten. Es hat aber das Gegenteil bewirkt und es hat so unendlich weh getan. Ich will seine Stimme hören, ihm in seine Augen sehen..es war kein Trost, es war purer Schmerz…ich weiß, daß er das so nicht will – aber es wirkt bei mir eben so…ich kann nicht mehr, ich schaffe das alles nicht…ich habe so wahnsinnige Sehnsucht, ich halte das nicht mehr aus.

Niemand muss sich Sorgen machen, ich bin trotzalldem nicht Suizidgefährdet, weiß ja um meine „Aufgaben“ im Leben…aber ich brauche ihn von Tag zu Tag mehr und ich ertrage es mit jedem Tag weniger, daß er nicht mehr da ist….ich weiß, daß ich Leser habe, die mich persönlich kennen. Ich möchte ausdrücklich sagen, es muss sich um mich keine Sorgen gemacht werden…was ich hier schreibe, sind meine innersten Gefühle, unzensiert und ungefiltert..ich mache eben etwas durch, da muss jeder von uns irgendwann mal durch. Ich bin sehr offen und schäme mich nicht meiner Gefühle, auch wenn ich nicht möchte, daß irgendjemand mein Leid sieht…

Irgendwann schreibe ich mal auf, was ich Zeit meines Lebens so erlebt habe. Ich bin sensitiv bzw medial veranlagt. Einige schreckt dies vielleicht ab, ich bin manchmal selbst davon überrascht. Es hat nichts damit zu tun – an etwas zu glauben – es ist einfach so. Auch wenn dies im Gegensatz steht, daß ich meinen Engel meistens nicht spüre…aber wenn, dann richtig!  Ob ich dazu heute noch komme, kann ich nicht sagen…aber ich werde es aufschreiben….

Bis dann

Ruhe

Die 2. Nacht im Bett war ok..ich träumte wieder nicht bzw konnte mich nur schwach daran erinnern. Aber sonst schlief ich gut…dann das übliche Morgenprogramm, langweilig, immer das Gleiche. Ich bin aufgestanden, habe meinen Engel eine Guten Morgen gewünscht, einkaufen und fertig. Einkaufen heisst – Zigaretten und etwas für den Tag zum Essen…

Gestern hatte Tante E Geburtstag. Sie hatte auch ein nachträgliches Geschenk für mich. Eine Flasche Wein. Wir scherzten etwas und ich ging wieder Heim. Ich räumte etwas auf. Vorallem endlich meinen Schreibtisch, damit ich endlich an meinen Rechner komme. Als ich das erledigt hatte, öffnete ich mir den Wein. Ich trank erst ein Glas, dann noch eines und noch eines. Die Flasche war leer und ich voll…ich legte mich hin und wollte etwas schlafen. Der Tag war sowieso ruhig. Rumpelstiezlchen war am motzen, wie immer halt und kam nicht rüber zu mir. Ich schlief etwa eine Stunde und es klopfte an der Tür. Rumpelstielzchen wollte was von mir..ob ich ihm bei was helfen könne.. Ich machte ihm klar, daß ich eigentlich schlafen wollte und er zog wieder ab. Hat auch Zeit bis heute Abend – sagte er.

Ich habe den ganzen Nachmittag geschlafen. Eher schlecht. Auf Alkohol schläft man eben scheisse…aber keine Ahnung, ich musste mir ja auch die ganze Flasche Wein in den Kopf jagen… Gegen Abend war ich dann wieder fit soweit, aber immer noch unglaublich müde. Ich stellte mich auf einen GammelAbend ein. Blöderweise lief im Fernsehen nichts dolles. Egal… Gegen halb 9 Uhr abend, kam Vorderhauszote vorbei. Er hatte einen O-Saft und eine Flasche Vodka unter dem Arm. Ich trinke keinen harten Alkohol, sagte ich, aber ließ ihn rein und holte Gläser. Er füllte seine Mischung ein und während ich an meinem Glas herum nuckelte, trank er in der Zeit 2 Gläser.

Der Vodka – O wirkte und der Abend war ok. Vorderhauszote redete und redete und ich blieb eher einsilbig. Er hatte viel redebedarf. Es ging nicht um meinen Schatz, sondern um seine eigenen“Probleme“ und Sorgen die Familie betreffend. Ich hörte mir das alles an und es hat ihm merklich gut getan. Um Mitternacht etwa war der Vodka leer, zum Glück, und er verabschiedete sich. Er drückte mich und gab mir einen Kuss auf die Wange. Da es Mitternacht war, klopfte er nochmal gegenüber – Rumpelstielzchen hat ja heute Geburtstag und er gratulierte ihm.

Ich rauchte noch eine Zigarette und bin ins Bett gegangen. Ich hatte heute Nacht einen seltsamen Traum..er war klar und deutlich, bin mir aber nicht 100% Sicher ob mein Engel auch da war..ich meine es schon, aber es waren immer wechselnde Personen…keine Ahnung…

Bin um halb 8 Uhr hoch und habe mein SamstagsProgramm gestartet. Erst Schatzi einen Guten Morgen gewünscht, Lotto, einkaufen, nach Hause, Ofen anmachen… später habe ich mit Schatzi etwas geredet und wieder geweint. Später kommt Geisenheimer. Er wollte heute mit mir nach Lorsch fahren und das Motorrad holen, welches bei einem Bekannten steht. Ich habe dazu heute aber Null Lust. Nur weil ich es einmal erwähnte, reißt sich Geisenheimer den Arsch auf..bei ihm muss dann immer alles Hopla Hop gehen…muss doch nicht sein…es läuft ja nicht weg.

Ich wollte heute auch ans Grab..es fängt jeden Moment an zu regnen..mal sehen…ha..eben grade schrieb ich noch, es sieht nach Regen aus…nun fängt es an zu schneien…naja…ist ja noch früh am Tag.

Bis dann