4 Jahre

Heute am 10. Januar 2020 sind es 4 Jahre seit dem du nicht mehr bei mir bist. Es hat sich aber viel getan bisher.

Das erste Jahr bin ich komplett durchgedreht. Ich habe Menschen in meiner Umgebung sehr weh getan, nur um meinen eigenen Schmerz zu dämpfen. Das war nicht richtig, es tut mir leid, aber ich konnte einfach nicht anderes…

Im 2. Jahr hat sich alles dann wieder beruhigt und ich habe mich um andere Dinge kümmern müssen. Dinge, die das Leben betreffen. Papa wurde sehr krank und ich habe mich um ihn gekümmert. Papa ist dann auch gestorben….

Im 3. Jahr lief eigentlich alles soweit wieder normal, ausser das die Sorgen um Mama immer größer wurden. In diesem 3. Jahr ist dann auch Mama gestorben…

In der Zwischenzeit haben sich aber 2 Wege gekreuzt.  Ich bin mit jemanden zusammen gekommen, was ich niemals erwartet hatte. Dieser Mensch bedeutet mir mehr, als ich es mir je eingestehen möchte. Er ist meine Heimat geworden. Mit ihm kann ich die letzten 4 Jahre versuchen zu verarbeiten, wobei ich das gar nicht will…eigentlich…es ist nicht sein Päckchen…

Er hat mit meiner Vergangenheit nichts zu tun, obwohl sie ihn sehr berührt. Nicht nur im positiven….

Mir geht es heute nicht so schlecht wie die letzen Jahre. Ich meine damit DEN einen Tag. Die letzten 2 Tage ging es mir richtig schlecht. Meine Sis war da und sie konnte mich, ich konnte mich, gut ablenken. Aber abends im Bett kamen die Gedanken. Ich weinte mich die letzten 2 Tage in den Schlaf. Nichts schlimmes, die Tränen kamen einfach so…ich habe viel nachgedacht darüber was passiert ist, in weiterer und näherer Vergangenheit.

Ich habe an dem Tag, als Mama gestorben ist, meinen Ehering abgelegt. Ich habe immer damit gekämpft und ihn weiterhin mit Stolz getragen. Aber an dem einem Tag wusste ich, es beginnt eine neue Zeitrechnung. Ich habe in abgenommen, als wäre es „nur“ ein Ring. Es ist nichts mehr da, was „ich“ bin. Es ist das 3. mal in meinem Leben das ich mich komplett neu einstellen muss…das fällt mir schwer.. ich mag Veränderungen nicht, wenn sie so gravierend sind. Aber das gehört zum Leben nun mal dazu…

Trotz alle dem geht es mir heute nicht so schlecht, wie in den letzten Jahren. Meine Nichte hat mir geschrieben und auch alte Freunde haben angerufen um mir Kraft für heute zu wünschen. Ich habe ihnen mitgeteilt, dass ich jemanden neues an meiner Seite habe. Alle haben sich sehr darüber gefreut. Meine Nichte besonders. Es wird auch Zeit das du jemanden hast. Der dich auffängt, der dir aus deinem Trauma raushilft…hat sie gesagt…

Manchmal, wenn ich nervös bin, greife ich an meinen Ringfinger und spüre das er nicht mehr da ist. Ich habe immer rangegriffen und den Ring am Finger gedreht. Es ist immer noch ein seltsames Gefühl das ich meinen Ring nicht mehr trage. Mein Ringfinger fühlt sich leer an…aber auch das gehört dazu…

Nun..es sind 4 Jahre jetzt und ich kann mit dem Schmerz umgehen. Es ist wie es ist und es muss einfach weitergehen. Ich will das auch, ich bin bereit. Auch wenn es immer mal wieder Momente gibt, immer wieder diese Dämonen, die mich in die Vergangenheit ziehen wollen. Aber das hilft mir nicht. Ich bin jetzt bereit für einen neuen Weg. Koste es was es wolle, es geht einfach nicht anders…sonst wäre ich längst nicht mehr hier…

Mein Weg geht weiter. Alles was war – war – alles was jetzt kommt kann mich nur weiter formen und mich zu einem besseren Menschen machen. Einem Menschen, der die kleinen Dinge achtet und schätzt, was ich sowieso immer schon tat.

Ich danke dir für alles was du mir gezeigt hast, für alles was du mich gelehrt hast. Du bleibst in meinem Herzen, du bleibst ein Teil von mir. Du gibst mir aber die Kraft die ich brauche um weiterzumachen. Das ist auch das was du wolltest….

Bis bald

 

Bald ist Weihnachten…

Dieses Weihnachten ist ein weiteres Weihnachten das eher traurig ist. In diesem Jahr fehlen sie wirklich alle. Mein Mann, mein Papa und nun auch die Mama…

Sie ist im August gestorben und die ganzen letzten Monate habe ich mich um so viele Dinge gekümmert, das da kein Platz für Trauer war. Sicherlich waren meine Sis und ich traurig und haben getrauert, aber eigentlich haben wir beide es von uns geschoben. Nicht darüber nachgedacht wie es sein wird, wenn dann Weihnachten vor der Tür steht. Es war ja schon schlimm das die Mama gegangen ist, eine Woche vor dem Geburtstag meiner Schwester. Das war zu dem Zeitpunkt viel dramatischer als der Gedanke wie es an Weihnachten sein wird.

Langsam kommt alles hoch wie es war mit der Mama. Dann erinnere ich mich auch wie das bei Papa war. Als er gestorben ist habe ich versucht starkt zu sein und die Trauer von Mama und meiner Schwester aufzufangen, selbst in Trauer gefangen. Ich habe mich um alles gekümmert um ein schönes Weihnachten auf die Beine zu stellen. Irgendwie hat mir das aber geholfen das zu verarbeiten. Die letzten beiden Weihnachten hatten wir dann auch ein schönes Fest. Papa war auch da, in unseren Herzen und in unseren Gesprächen. Wir dachten an ihn wie er gewesen ist, was er gesagt hat und wie gerne er doch seine Weihnachtsmusik abgespielt hat und sich gefreut hat. Es gab keinen stillen Moment, wir haben uns an die schönen Dinge erinnert und gelacht.

Dieses Jahr versuche ich das auch. Ich habe etwas Angst vor Heilig Abend, denn jetzt ist alles irgendwie anders. Dieses Weihnachten ist nur meine Schwester da und ich. Das Haus ist still. Ein bisschen habe ich geschmückt und alles etwas weihnachtlich hergerichtet, aber nicht so wie ich es die letzten Jahre gemacht habe. Irgendwie tut es weh den Weihnachtsschmuck zu dekorieren.

Meine Schwester bekommt ein zusätzliches Geschenk von mir. Es ist von Mama. Ich habe es in ihrem Sinne gekauft und es ist wie ein letzter Gruß von ihr. Das haben Mama und ich auch im ersten Weihnachten ohne Papa gemacht. Da gab es ein Geschenk im Papas Sinne.

Seit nun 4 Jahren habe ich keine schöne Weihnachten mehr. Es liegt immer ein dunkler Schatten darüber. Ich mag die Lichter, die Düfte und das Gefühl, aber ich kann es nicht mehr genießen wie früher.

Ich denke auch oft an ganz früher als Weihnachten noch schön war. Heilig Abend waren wir alle zusammen. Gegen Abend bin ich immer nach Hause gefahren und habe dann für unsere einsame Herzen Essen vorbereitet. Jedes Jahr kamen alle unsere Freunde zu uns die niemanden hatte und allein wären an dem Abend. Es wurden immer weniger über die Jahre und nun ist es so das ich das einsame Herz bin. Ganz alleine an Weihnachten…Meine Sis kommt natürlich an dem Tag, aber am Abend fährt sie nach Hause zu ihrem Mann. Ich möchte das die beiden ein schönes Fest in Zweisamkeit haben, ich klinke mich da aus. Ich will kein Mitleid oder so, ich schaue immer das es den anderen gut geht und stelle mich hinten an. War schon immer so… Das macht mich zufrieden, wenn ich sehe das es den anderen, besonders meiner Schwester, gut geht.

Ich wollte es mir dann auf der Couch gemütlich machen, etwas Wein trinken, weinen  und schauen das der Abend vorüber geht. Vielleicht wäre ich auch an meinen PC gegangen und hätte etwas gezockt.

Nun ist es aber so das ich ja jemanden an meiner Seite habe. Ihm geht es zwar auch nicht so besonders da auch in seiner Familie welche gestorben sind. Vater, Tanten und jetzt erst kürzlich seine Cousine. Dennoch möchte er für mich, für uns, ein schönes Weihnachten herrichten. Damit wir beide nicht alleine sind an dem Tag/Abend. Damit es uns gut geht bzw. werden wir es uns gut gehen lassen. Ich bereite ein schönes leckeres Essen vor und bringe einen Haufen Weihnachtsfilme bzw Disneyfilme mit, die wir dann über die Feiertage schauen wollen.

Er ist ein Lichtblick in meinem Leben. Bodenständig, eine wahnsinns Stimme und er ist so sagenhaft lieb und aufmerksam. Nach dem Tod von meinem Engel war es für mich nicht möglich jemals wieder einen Mann an meine Seite zu lassen. Emotional. Ich hatte nie daran geglaubt und habe mich auf ein Leben ohne Mann eingestellt. Langfristig auch komplett ohne Mann, das heisst auch keine Freundschaften Plus mehr, gar nichts. Nur ich mit mir alleine. Katzen wollte ich mir holen. Die kann ich auch alleine lassen wenn ich dann wieder arbeiten gehe.

Dann kam aber er in mein Leben und ich habe für einen Augenblick nicht aufgepasst und er hat eine Lücke in meine Mauer gerissen und nun bricht sie immer weiter auf. Ich hätte das nie für fassbar gehalten das es in dieser Welt noch jemanden für mich gibt, auf den ich mich einlassen könnte. Mit seiner ganzen Art, seiner Stimme und wie er spricht hat er mich eingefangen. Wir sind erst wenige Wochen zusammen aber ich spüre jetzt schon das ich eine sehr intensive Liebe zu ihm habe. Ihm geht es genauso. Ich hätte niemals daran geglaubt das ich so eine Liebe wie die, die ich zu meinem Mann hatte noch steigern könnte. Er löst es aber bei mir aus und ich bin von mir selbst etwas überrascht und verwirrt.

Es gibt ja so einen Spruch, der heisst

Dir wird im Leben niemals etwas genommen, ohne das es durch etwas besseres/schöneres ersetzt wird

Ich habe davon nichts gehalten, denn es war nicht möglich. Etwas besseres/schöneres als mein Mann gab es einfach nicht. Das war für mich immer das Non Plus Ultra.

Und dann kam er in mein Leben und in mein Herz….

Wünsche euch allen noch eine schöne besinnliche Endspurtzeit vor Weihnachten und lasst es euch gut gehen ♥

B wie Beerdigung

Am Dienstagabend kam meine Sis zu mir, nach einem langen Schultag. Sie hat sich, genauso wie ich, gleich an den Pc gesetzt und wir haben gezockt. Zur Ablenkung. Dennoch haben wir immer mal wieder traurige Momente gehabt und haben über Vergangenes, über unsere Gefühle und über die Beerdigung gesprochen. Ich bin dann so gegen 22 Uhr ins Bett gegangen und meine Sis etwa eine Stunde später. Die Nacht war solala. Eigentlich habe ich gut geschlafen, weiß nicht mehr ob ich geträumt habe, war aber auch recht früh dann wieder wach. So gegen 7 Uhr. War dann duschen und habe mir eine Menge Gedanken um Mama gemacht. Gegen 9 Uhr ist meine Sis aufgestanden und dann haben wir uns langsam angezogen und fertig gemacht.

Mittwoch – Tag der Beerdigung von Mama – 11 Uhr auf dem Nordenstadter Friedhof

Der gestrige Mittwoch war ein sehr schöner Tag. Warm und die Sonne schien noch ein letztes Mal in Sommermanier. Ganz in Schwarz gekleidet machten wir uns dann auf den Weg. Erst zum Floristen, denn wir wollten noch Rosen holen, die wir zu Mama ins Grab legen wollten. Wir liefen dann hoch zum Friedhof. Ich weiß nicht wie es meiner Sis ging, aber auf dem Weg kämpfte ich manchmal schon mit den Tränen. Wir unterhielten uns nicht viel. Aber wenn wir was sagten, war es eine Erinnerung, oder etwas lustiges, oder die Bemerkung wie sehr sich der Ort doch verändert hatte zudem letzten Mal als wir hier lang liefen.

Auf dem Friedhof angekommen trafen wir die Bestatterin. Wir unterhielten uns auch noch kurz über dies und das und dann kam auch schon unser Nachbar. Er wohnt im Haus direkt neben an und wir kennen uns schon seit über 30 Jahren. Er wollte auch Abschied nehmen von Mama, konnte er ja nicht kommen an Papas Beerdigung.

Meine Sis und ich dachten, wir gehen nun in die Trauerhalle. So war es bei Papa. Da stand die Urne auf einem kleinen Podest, mit Blumen und Kerzen. Bei Mama war es nun nicht so. Die Bestatterin fragte wer denn die Urne tragen möchte. Meine Sis wollte sie tragen und die Bestatterin drehte sich um und da stand Mamas Urne auf einer Bank. Ich hatte sie gar nicht bemerkt, dachten wir doch sie stünde in der Trauerhalle. Die Bestatterin übergab meiner kleinen Sis die Urne und wir liefen dann los Richtung Grab. Meine Sis und ich und der Nachbar. Die Bestatterin hatte sich direkt zurückgezogen. Ich bermekte dies zunächst auch nicht und fand das dann schäbig von mir, mich nicht bedankt und verabschiedet zu haben…

Auf dem Weg zum Grab weinten meine Sis und ich natürlich. Kaum zu fassen das in dieser wunderschönen Urne, einer Vase gleich, die Asche von Mama drin sein sollte. Am Grab angekommen klammerte sich meine Sis an die Urne und wir weinten bitterlich. Nach ein paar Minuten fingen wir uns. Ein sehr alter, aber agiler Mann sprach uns an. Er pflegte gerade das Grab seiner Frau, nur 2 Gräber weiter und gesellte sich zu uns. Er kannte Mama nicht, aber auch er stand andächtig für einen Moment vor dem Grab und nahm Anteil. Das fand ich irgendwie schön. Ein völlig Fremder, der Anteil an unserem Leid nahm. Nach weiteren Minuten standen wir immer noch am Grab und Irritation machte sich breit. Wo ist denn der Friedhofsmensch? Sollen wir die Urne selbst in Grab geben? Das ist so tief – wie soll das gehen?. Unser Nachbar fragte vorsichtig, ob er das für uns übernehmen soll. Wir willigten ein und er versuchte so andächtig wie möglich die Urne ins Grab zu geben. Dann war das Loch doch noch tiefer als gedacht und es gab ein lautes KLAPP als die Urne den Boden erreichte. Der Nachbar legte sich auf den Boden um die Urne zu erreichen, legte den Deckel wieder darauf und nach dem er wieder aufstand, entschuldigte er sich dafür.

Martina und ich fingen wieder an zu weinen. Wir gaben dem Nachbar den Vortritt sich zu verabschieden. Er nahm 3 mal das Schäufelchen mit Sand und jedes mal wenn er die Erde ins Grab schüttete, murmelte er etwas. Ich habe es nicht verstanden, aber das machte nichts. Dann trat ich ans Grab, legte die Rose zur Urne und gab 3 Schaufeln mit Erde/Sand ins Grab, danach meine Sis auch 3 mal. Dann standen wir alle 4 für eine Minute wortlos und weinend nur da. Jeder in seinen Abschiedsgedanken. Irgendwann sagte ich ein leises „ok“ und trat einen Schritt zurück. Das war quasi das Ende des Abschied nehmens.

Der alte Mann und unser Nachbar (die sich beide gut kennen) unterhielten sich dann kurz miteinander. Dann drehte sich der alte Mann zu uns und stellte und ein paar Fragen. Ob wir hier aus dem Ort sind, was Mama hatte und warum Papa (beide sind jetzt im gleichen Grab) so früh starb, wie alt wir sind und so Sachen eben. Er erzählte auch von sich, das er 90 Jahre alt sei, seine Frau vor 2 Jahren an Leukämie gestorben ist usw. Worüber man sich eben auf dem Friedhof so unterhält.

Die Sonne brannte uns in den Rücken und es wurde nun doch sehr warm. Dann schob sich eine dicke Wolke über die Sonne und es war schlagartig frisch. Ich dachte mir nur so – danke Mama, das tut gut, die Sonne brennt sehr, danke für den Schatten. Das hielt nicht sehr lange und die Sonne brannte wieder. Nach einer ganzen Weile der Unterhaltung verabschiedete sich unser Nachbar. Er ist ja auch schon sehr alt und für ihn war die Beisetzung eben abgeschlossen und er wollte wieder Heim. Wir bedankten uns bei ihm fürs kommen und verabschiedeten uns. Meine Sis und ich blieben noch und sprachen über Mama, Papa, das Grab. Da kam der alte Mann nochmal auf uns zu und wir redeten weiter über alles mögliche. Erinnerungen und das er Musiker war. Nach etwa weiteren 10 Minuten sind meine Sis und ich dann auch wieder Richtung nach Hause gegangen, nachdem wir dem alten Mann alles Gute gewünscht haben und Tschüss.

Auf dem Weg nach Hause bemerkte meine Sis wie typisch doch diese Beerdigung war. So ganz anders als bei Papa, obwohl es ja eigentlich der gleiche Ablauf war. Bei Papa waren wir alleine. Nur der Friedhofsmensch war aber in der Nähe und er hatte Papas Urne ins Grab gelassen. Bei Mama war es – wie sie halt auch war – alles irgendwie wie sie eben. Meine Sis sagte, es passt alles. Erst die Irritation wegen der Trauerhalle und der Urne ins Grab geben, dann mochte sie fremde Menschen eigentlich nicht so gerne, hatte aber immer alle Menschen angesprochen und sich unterhalten – im Bus, beim Einkaufen etc. Ich stimmte ihr zu. Es war wirklich eine Mama typische Beisetzung. Ganz anders als ich es je erlebt hatte und ich nun doch schon etliche Beerdigungen hinter mir.

Zu Hause angekommen habe ich erstmal eine kleinen Schnaps getrunken. Danach habe ich bei unserem Lieblingslieferanten Essen bestellt. Wir beide haben das Lieblingsessen von Mama bestellt, bzw das was sie selbst am meisten gerne gegessen hatte, wenn wir bestellt haben. Burger – Pommes – Frühlingsrollen. Ich schmunzelte ein wenig, denn ein typischer Leichenschmaus ist dann nun ja auch nicht, aber was ist schon ein normaler Leichenschmaus. Das, was der Verstorbene am meisten mochte. So halten wir es.

Nach dem Essen saßen meine Sis und ich wieder am Pc und zockten. Es war irgendwie seltsam alles. Es war, als wäre Mama da, aber sie ist es ja nicht. Wir zockten wie immer. Meine Sis meinte – es ist komisch. Es ist als hätten wir nur ein Häckchen dran gemacht, etwas abgearbeitet und weiter gehts. Ich meinte darauf zu ihr, das es normal sei und Mama und Papa immer wieder betont haben dass das Leben weitergeht. Man sich nicht an der Vergangenheit festklammern soll. Für sie macht es keinen Unterschied mehr, sie sind weg. Wir sollen uns nicht so sehr krämen..es muss einfach weitergehen. Sie sind in unseren Herzen und da werden sie immer sein.

Meine Sis nicke….

Mama wir lieben dich ♥ Papa wir lieben dich ♥

Geburtstag

Heute ist es eine Woche her als wir uns von Mama verbschiedet haben…

Meine Sis hat heute Geburtstag. Sie wird 39 Jahre alt und es ist ihr erster Geburtstag ohne Mama. Ich wusste ja schon was Mama alles für meine Schwester gekauft hat. Sie hat dieses Jahr echt „übertrieben“ aber das ist absolut ok. Wusste sie wahrscheinlich schon tief in ihr drin, das sie den Geburtstag nicht mehr miterleben wird. Sie wollte meiner Schwester nochmal alles Liebe und Schöne und tolle Überraschungen schenken.

Ich habe vorhin alles hergerichtet. Bisschen was eingepackt, vorbereitet im Mamas Sinne und alles an Sis Platzt hingestellt. Es sieht alles so schön aus. So Farbenfroh, so freundlich und lieb. Es tut mir so weh. Ich redete die ganze Zeit mit Mama und fragte, ob es so gut ist? Wie ihr das so gefällt und ob es ordentlich ist usw. Mama hätte sich tierisch gefreut. Gefreut wie alles aussieht und wie sich meine Sis heute Abend gefreut und gestrahlt hätte. Auch wenn sie immer sagt: „Müsst ihr immer so übertreiben?“

Meine Sis ist ja sehr praktisch veranlagt und es reiche, ein oder 2 Geschenke. Meine Mama und ich waren aber Gerne-Schenker und haben immer „übertrieben“ und sei es mit Deko zu den Geschenken.

Heute Abend wird sie das nicht sagen. Sie wird sich freuen. Sie wird aber auch sehr traurig werden….

Bis auf ein Teil wusste ich über alles bescheid. Bei uns ist es so, das wenn meine Sis Geburtstag hat ich auch etwas bekomme und umgekehrt. Nur bei einem Teil wusste ich jetzt nicht bescheid. Es ist das gleiche nur in einer anderen Farbe. Eines ist Blau und das andere Orange. Ich weiß nicht welches Teil für meine Sis ist und welches für mich. Ich habe mich dann dazu entschieden das Blaue Teil meiner Sis zu geben. Eigentlich ist Blau ja meine Lieblingsfarbe, aber Orange so gar nicht die von meiner Sis, aber sie mag auch Blau… Ich weiß halt nicht welche Farbe die Mama für uns gedacht hat. Orange würde zu dem „Farbkonzept“ zwar auch passen, aber egal…ich gebe meiner Sis das Blaue Teil….es ist ihr Geburtstag…der erste ohne Mama…sie ist doch erst letzten Donnerstag gestorben…

Mama ich hoffe das ist so richtig…

Ich muss später noch den Bestatter anrufen. Es hat geheissen, das die Beisetzung mitte ende erster Septemberwoche sein wird. Das geht nicht. Meine Sis hat gestern zu mir gesagt, das sie am 05.09. nach Berlin fahren muss, ein Seminar im Zuge ihrer Ausbildung. Ich hoffe das die Beerdigung an einem Tag stattfinden kann, an dem meine Sis dabei sein kann. Sie sagt, sonst würde sie nicht nach Berlin fahren. Das bereits bezahlte Geld wäre weg, aber es geht ja um die Beerdigung von Mama. Ich will das nicht. Die Beerdigung ist wichtig, aber ihre Ausbildung auch….es ist eh schon schwer genug für uns…

Seit gestern habe ich auch wieder Migräneattacken. Hatte seit über einem Jahr, oder noch länger, nicht mehr. Gestern dann auf einmal dieses ZickZackMuster im Auge. Eine halbe Stunde später nochmal ein ZickZackMuster. Heute morgen wieder ZickZick…ich habe nichts anderes gemacht wie sonst auch. Ist vielleicht der Stress. Ich habe leichte Kopfschmerzen jetzt, aber habe schon eine Schmerztablette genommen. Die Kopfschmerzen sind zum Glück nie sehr heftig, aber ich finde es trotzdem nicht gut das ich wieder diese Aura bekomme..Migräne…brauche ich nun echt nicht. Es schürt Angst in mir. Ich muss doch für meine kleine Sis da sein, wir haben nur noch uns…

Happy Birthday Püppi ♥ Mama und Papa sind bei uns ♥

 

Nachtrag:

Mama – du wirst am 04. September 2019 um 11 Uhr zu Papa gelegt ♥

Wir vermissen dich

Vor 2 Tagen und nun 42 Minuten bist du gegangen. Endlich frei und keine quälende Atemnot mehr. Wenn ich alleine bin muss ich manchmal weinen. Ich weiß, es ist ok und es ist gut so. Es war dein Wunsch – ich kann nicht mehr – hast du gesagt, und es ok für uns. Im Gegenteil, im Grunde konnten wir dir nichts besseres wünschen. Es steht ausser Frage das wir dich am liebsten noch bei uns hätten, aber zu welchem Preis. Es ist gut so wie es ist. Trotzdem weine ich wenn ich alleine bin, ich vermisse dich so schrecklich. Sis natürlich auch..

Ich vermisse euch alle. Norbert, Rainer, Norman, Papa, Horsti und nun dich…

Die letzten 3 einhalb Jahre waren nur vom Tod geprägt. Norbert ist schon 9 Jahre her, aber 2016 Horsti, ein halbes Jahr später die Oma und dann 2017 Papa. 2018 Rainer und Norman und nun 2019 Mama.

Gestern war ich beim Bestatter. Sie konnte sich an mich erinnern, war aber doch sehr überrascht als ich sagte, sie hätte schon meinen Mann und Papa beerdigt. Ich habe alles geregelt soweit und auch eine schöne Urne ausgesucht. Kleidung hatte ich dabei und es ist überhaupt kein Problem das Mama vor dem Feuer ihre Lieblingssachen angezogen bekommt. Das fand ich sehr schön das die Bestatterin immer wieder betonte das sie das gerne macht. Es ist besser und schöner als mit dem Totenhemd was sie sonst anziehen, wenn ein Mensch stirbt und es die Angehörigen nicht interessiert bzw sie keine Kleidung geben.

Gegen halb 12 Uhr war ich wieder zu Hause und musste nochmal telefeonieren. Ich habe die Firma des Beatmungsgeräts angerufen und wollte wissen wie ich das mit nun verfahren soll. Sie holen es ab. Ich legte auf und ging in die Küche. Es überfiel mich und ich weinte wieder. Ich sprach laut vor mich hin – siehst du Mama, ich kümmere mich um alles, ich versuche tapfer zu sein und ich weiß du würdest jetzt sagen, das du weißt das ich das schon alles mache. Ich habe es immer gut gemacht.

Ich holte mir was zu trinken und setzte mich in den Garten. Aufeinmal hörte ich Geräusche im Haus und dachte mir WTF. Es war meine Sis. Überraschenderweise kam sie schon gegen 12 Uhr. Sie sollte erst um 16 Uhr kommen, aber es sei Unterricht ausgefallen. Ich fands gut. Denn wenn meine Sis da ist, reiße ich mich viel mehr zusammen. Ihretwegen. Klar ich könnte auch weinen wenn sie da ist, aber ich will nicht das sie mehr traurig ist bzw sie das Gefühl hat mich trösten zu müssen. Ich bin doch die große Schwester und ich muss auf sie schauen.

Sie sucht sowieso meine Nähe grade. Sie sagt zwar, sie wäre ja auch alleine wenn sie zu Hause ist, denn wenn sie nach Hause kommt ist ihr Mann noch arbeiten, da könne sie auch zu mir kommen. Das ist sicherlich richtig. Dennoch habe ich das Gefühl sie will selber nicht alleine sein jetzt in der Zeit und ich soll auch nicht alleine sein. Ich freue mich klar wenn sie da ist. Wir sind sehr eng im Moment. Verständlich. Sie soll sich aber keine Gedanken um mich machen…hab dich lieb meine kleine Püppi ♥

Ich merke auch in den letzen Tage wie egal mir alles wieder ist. Ich habe zB mühe zu kochen. Aber wenn meine Sis da ist, muss sie ja was vernünftiges essen. Ich mache was gemacht werden muss, aber alles was mich persönlich betrifft lasse ich hängen. Wenn sie da ist, geht das nicht. Ich muss mich doch um meine kleine kümmern…

Ich gehe oft ins Zimmer von Mama. Ich hatte es noch hergerichtet, obwohl ich im Unterbewusstsein schon wusste das sie nicht mehr nach Hause kommt. Ich habe einen Engel mit Flügel der schläft auf ihr Bett gelegt. Hat eine starke Symbolkraft. So starkt, das ich weinen muss, wann immer ich in ihr Zimmer gehe und den Engel auf ihrem Bett sehe. Ich lasse das aber nun eine Weile so, dann werde ich das Bett abziehen und alles so verstauen erstmal…es tut alles so weh…

Nun ist keiner mehr da. Ich muss mir nun einen Job suchen, ganz normal eben. Schwer in dieser Zeit. Mama hat auf ihrem Sterbebett zu mir gesagt: „Finde einen Job der dich zufrieden macht, hier. (sie meinte in der Pflege) Du bist ein Engel. (sie meinte damit, das ich auch andere so lieb begleiten soll wie ich es für sie getan habe).

Sie sagte dann noch:“ und das du einen Mann findest. Wie Horsti, der dich liebte. Denn alles andere ist unwichtig.“

Ich weinte so sehr als sie das alles sagte und versprach ihr das alles zu tun. Papa hätte das auch so gesagt, ihm wäre das ja immer wichtig gewesen, sagte sie.

Einen Job finden ist ja nun wirklich nicht das Problem. Aber einen Mann? Mama – ich habe kein Interesse grade an einem Mann, auch suche ich nicht. Aber ich weiß, sollte es noch einen Mann für mich geben, werden sich unsere Wege kreuzen. Irgendwann werde ich vielleicht bereit sein und einen Mann in mein Leben lassen, der es gut mit mir meint, mich wirklich liebt und mich glücklich macht…das sagte ich ihr nicht…das sind meine Gedanken jetzt…

Wir werden uns wiedersehen. Wir lieben dich Mama ♥

Der Anruf

Vorhin um viertel nach 12 Uhr Mittags klingelte mein Handy. Mein Herz blieb für eine Sekunde stehen und ich sah an der Nummer, das es das Krankenhaus war. Eine Ärztin war an der Leitung und meinte erst, das es der Mama soweit gut ginge, deswegen rufe sie nicht an. Sie sagte dann aber dann sich ihre Werte (Sattigung) immer weiter verschlechtern, sie alles ablehnt und versucht die Maske abzunehmen. Sie wollte wissen wohin der Weg nun führen soll. Auf der Intensiv können sie halt nicht mehr tun als beatmen. Ein weiterer Schritt wäre wieder intubieren, das ginge aber nicht für so lange, die Alternative wäre ein Luftröhrenschnitt, der dann dauerhaft verbleiben kann.

In einer Stunde etwa kommt meine Sis von der Schule. Ich muss dann mit ihr bereden was gesagt worden ist. Heute Abend muss ich dann Mama fragen was sie möchte. Möchte sich einen Luftröhrenschnitt?, oder möchte sie gehen. Das wird sehr schwer werden…ich soll dann der Ärztin mitteilen wie nun der Kurs sein soll…

Mama will nicht mehr. Das hat sie gesagt. Wem nutzt es sie weiter zu quälen? Ihr am allerwenigsten. Vielleicht kann sie auf die palliativ und dann gemäß ihrem Wunsch sediert werden, damit sie nichts mitbekommt. Dann heisst es warten. Warten das sie sich erlöst und frei ist von dem Körper der ihr Jahrelang die Luft zum Atmen genommen hat. Das kann dann noch einige Tage sein, vielleicht sogar noch Wochen. Es tut weh. Ich kann grade nicht denken, aber tief in mir weiß ich was zu tun ist. Ihren Wunsch erfüllen…

Mein Herz zerbricht wieder und tiefer. Die meisten meiner Freunde sind gestorben, mein Mann, meine Großeltern, mein Papa und nun die Mama. Alles in den letzten knapp 4 Jahren.

Ihre Lunge ist am Ende, der Körper geschwächt und sie will frei sein. Sie will gehen…in knapp 2 Wochen hat meine Sis Geburtstag. Papa ist 4 Tage nach meinem Geburtstag gestorben und Mama hat nun vor um den Geburtstag meiner Sis zu gehen. Was ist das nur…

Nach dem Krankenhaus schreibe ich weiter…

Muss das denn jetzt sein?!

In meinem letzten Beitrag war ich noch so glücklich das es der Mama wieder besser ging. Im Laufe der letzten Wochen hat sich ihr Gesundheitszustand aber wieder verschlechtert. Trotz NIV Beatmung hat sich immer wieder Erstickungsanfälle gehabt. Dann ging es ihr stundenweise wieder gut, dann war die Atmung wieder schlecht usw.

Gestern morgen um 6 Uhr, sie war an der Beatmung, klingelte sie mich wach. Ich dachte zunächst erst nur daran, daß Gerät abzumachen, damit sie ihre Medis nehmen kann.

Sie saß auf dem Bett, atmete sehr schwer und sagte ständig das sie keine Luft bekommt. Ich versuchte sie zu beruhigen und gab ihr eine Tavor. Ist erst gar nicht angeschlagen. Mama war so verzweifelt und hatte große Angst und ich konnte ihr nicht helfen.

Ich rief dann den Notarzt an und hoffte das sie es ins Krankenhaus schaffen. So einen echt heftigen Erstickungsanfall hatte sie bis dato noch nicht. Jedesmal war es echt schlimm, aber diesesmal dachte ich, das war es jetzt. Innerlich kämpfte ich mit mir und flehte das der Übergang doch bitte nicht so sein darf. Sie hat Angst und ist so verzweifelt, es tut weh es zu sehen.

Erst kam sie ins Joho, dann ist sie ins Paulinenstift gekommen. Dort auf die Intensiv mit einem NIV Beatmungsgerät das ziemlich kräftig Luft und Sauerstoff in sie hineingepresst hat. Ich hielt ihr Hand und sie sagte, das sie Angst hat. Ihre Augen hat sie immer wieder aufgerissen. Sie hatte Angst einzuschlafen unf kämpfte mit aller Macht gegen die Sedierung an.

Nach einer Weile beruhigte sie sich und ließ die Sedierung zu. Sie ist immer mal kurz eingeschlafen. Sie fragte nach meiner Sis und ich sagte, das sie nicht kommen kann. Das tat mir so leid. Die Atmung war anstrengend aber nach einer Weile hatte sie das Gefühl es ginge besser. Es war so schlimm sie so zu sehen, wie sie sich immer wieder aufbäumte und die Augen aufriss. Ich konnte nichts weiter tun als ihre Hand festzuhalten und versuchen ihr die Angst zu nehmen.

Der Arzt kam zu mir und wir besprachen das weitere vorgehen. Kurz zusammengefasst gab ich die Einwilligung alles medizinisch mögliche zu unternehmen. Er sagte sie habe eine kleine Lungenentzündung. Na klasse, muss das sein?! Ich sagte auch, das wenn es zum äusserten kommt, soll keine Reanimation gemacht werden. Der Arzt nickte und notierte sich das. Wir sprachen dann auch darüber, das es durchaus wahrscheinlich ist, das sie eine Invasive Beatmung braucht und darüber hinaus in ein künstliches Koma gelegt werden muss. Auch da willigte ich ein. Er erklärte mir die Risiken und was alles passieren kann, bis hin zum aufwecken.

Ich war dann noch eine Weile da und Mama begann zu lachen wann immer das NIV einen Pupston abgelassen hatte. Ich dachte mir dabei, wie schön das sie jetzt im Moment so gelöst ist und lachen kann. Ich bin dann gegangen und sagte noch, das ich morgen mit Sista komme.

Heute Mittag sind wir dann wieder zu ihr gefahren und ich hatte ein seltsames Bauchgefühl. Als wir in die Intensiv kamen, sprach uns eine Schwester an und fragte ob wir wissen das sie beatmet wird. Ich sagte JA und nahm an mit dem NIV. Aber dem war nicht so. Sie lag zugedeckt schlafend auf dem Rücken mit einer Menge Schläuchen um sie herum. Sie hat eine Invasive Beatmung bekommen, inklusive Magensonde zur Ernährung. Ich habe damit nicht gerechnet, aber es hat mich nicht wirklich überrascht. Sie hat keinen Luftröhrenschnitt, sie wird mit einem Schlauch in den Mund beatmet.

Sis und ich standen je an einer Seite neben ihrem Bett und ich streichelte ihrn Arm und ihre Hand immer wieder und erzählten was seit gestern so passiert ist. Ich sagte ihr auch, das sie keine Angst haben braucht. Ich sagte auch, das sie gehen kann wenn sie das möchte, wir wären ihr nicht böse darum….

Es tut weh, aber für sie … sie muss sich nicht mehr quälen…

Ich war dann doch etwas verwundert das es mit der inv Beatmung so schnell ging und las in der Pflegedokumentation nach was passiert war. Sie wurde sogar fixiert.. Ihr Zustand hat sich gestern weiter verschlechtert und sie haben sie sediert und haben ihr das inv. Beatmungsgerät gelegt. Sie bäumte sich immer wieder auf und versuchte sich den Schlauch aus dem Mund zu ziehen. Nachdem dann eine Fixierung nicht geholfen hat, was ich sowieso ganz schlimm finde, haben sie dann die Mama ins künstliche Koma geschickt….

Letzter Eintrag von heute morgen 5:50 Uhr (Pflegedokumentation) – Kreislauf schwankend ohne erkennbaren Grund

Ich kann mir vorstellen warum der Kreislauf so schwankt. Sie hat Angst! Sie weiß nicht wo sie ist, was mit ihr passiert usw auch wenn sie in dieser tiefen Bewusstlosigkeit ist. Sie ist alleine und verzweifelt. Ich hoffe das sie uns gespürt hat und gehört hat. Immer wieder sagten wir ihr sie braucht keine Angst haben, sie wird wieder aufwachen wenn die Lungenentzündung abgeklungen ist und wenn etwas unheimliches ihr begegnet, solle sie es einfach wegkicken.

Schweren Herzens sind meine Sis und ich dann wieder gegangen. Ich gab ihr noch einen Kuss und sagte wieder, sie brauche keine Angst haben…

Mein Verstand sagt mir: Sie hat doch eh nur nur eine ganz kleine zerfressene kaputte Lunge. Jetzt die Lungenentzündung. Wird sie je wieder aufwachen? Klar will ich sie noch etwas bei mir haben, aber ich möchte viel mehr das es ihr gut geht, das sie erlöst ist von den Qualen. Wie lange wird es dauern? Wird sie selbst gehen?, werden wir in ein paar Wochen/Monaten die berühmte Entscheidung treffen müssen?

Klar immer positiv denken, aber man darf sich nicht verklären, man muss auch realistisch bleiben. Es tut halt einfach weh, egal was. Alleine sie so zu sehen bringt mich schon fast um.

Mama wir lieben dich ♥

Norman Keller

Norman alias Rocky hatte am 24. September seinen 41. Geburtstag.

Drei Tage nach seinem Geburtstag rief er mich an, er wäre im Krankenhaus gewesen. Ich dachte mir – schon wieder? und dachte es ging wieder um seine Diabetes oder seine Bauchspeicheldrüse. Nein. Er erzählte mir, er sei in der Bäckerei an der Ecke umgefallen und es wurde ein Rettungswagen gerufen. Ab ins Krankenhaus. Die Ärzte stellten ein Gerinnsel in seinem Herzen fest. Er bekam Infusionen und eine Menge Untersuchungen.

Sie hätten ihn aber dann am nächsten Tag wieder entlassen mit einen Haufen Tabletten. Blutverdünner, Betablocker, Magenschutzmittel. Er solle in 4 Wochen wieder vorstellig werden um zu sehen um sich seine Gesundheit gebessert habe. Ob das Gerinnsel noch besteht, oder sich aufgelöst hat.

Am 29. September traf ich mich in der Stadt mit ihm. War nicht geplant. Wollte mich mit einer Freundin treffen. Er hatte ein Handyproblem und als meine Freundin nicht auftauchte, rief ich ihn an, ob er Zeit und Lust habe, ich wäre in der Stadt und könne ihm bei seinem Handyproblem helfen. Er kam runter und wir tranken erstmal einen Kaffee oben im Karstadt. Er machte einen guten Eindruck auf mich. Er fühle ich so lala. Das Ereignis hatte ihn schwer mitgenommen und er hatte Angst. Er erzählte mir nochmal wie es war. Wie er sich gefühlt hatte als er umfiel, die Tage davor und die Tage danach.

Ich versuchte ihn zu beruhigen, wunderte mich aber das sie ihm keinem Herzkhathter unterzogen haben. Nach dem Kaffee sind wir weitergezogen. Ich musste ins Perfeto ein paar Backsachen kaufen. In dem Laden gibt es einen Weinbereich und er kam auf die Idee dort an der Theke ein Glas Wein zu trinken. Ich willigte ein. Wir stießen nachträglich auf seinen Geburtstag an und unterhielten uns wieder über sein Ereignis. Danach sind wir in Richtung Handyladen und haben uns um sein Problemchen gekümmert. Er fühlte sich etwas schlapp und ich wollte dann auch nach Hause.

Am Abend bekam ich eine WhatsApp von ihm in der er sich für meine Zeit und Gedult mit ihm bedankte und wünschte mir eine Gute Nacht. Um 22:05 Uhr war er zuletzt online.

Eine Woche später am Abend bekam ich eine WA von Vorderhauszote. Norman ist gestorben. Was?!!? Ich rief sofort an und wollte Einzelheiten wissen. Vorderhauszote meinte, er wäre nicht auf der Arbeit gewesen, unentschuldigt und da wäre *hab ich nicht verstanden* an die Tür gekommen und hätten geklopft, da ans Handy auch niemand ging. Das Klopfen an der Tür verhallte in die Stille, die sich hinter der Tür befand. Polizei wurde gerufen, Tür aufgebrochen. Da wurde er gefunden. Kalt, leblos, tot.

Ich legte auf und mir ging viel durch den Kopf. Warum hat ihn das Krankenhaus nach Hause geschickt? Mit einem Gerinnsel im Herz? Was für eine Fügung, das ich am Samstag mich mit ihm nochmal getroffen habe. Wir hatten uns davor fast ein Jahr nicht gesehen..was hat das zu Bedeuten. Was will mir das Schicksal damit sagen? Will es was damit sagen? Warum ist er gestorben? An was genau? Er hatte doch erst Geburtstag. Hätte er sich retten können? Oder dachte er, es geht vorbei – wie so oft und dann ging das Unwohlsein doch nicht vorbei?, oder ging es ganz schnell?

Ich erinnerte mich daran, wie wir uns kennenlernten. Wieviel Spaß wir hatten und das wir die gleichen Filmgenres liebten und wie oft wir Filme diskutiert hatten. Ich erzählte ihm einmal von Pam. Eine Leserin die mir oft warme Worte unter meine Beiträge hinterließ, als mein Mann gestorben war. Norman kannte ihre Söhne. Klein ist die Welt dachte ich mir, als er ausflippte, das ich Pam „kenne“.

Nun ist er überraschend gestorben…Norman war ein Mensch voller Selbstzweifel und hat sich mehr und mehr in sein Schneckenhaus verkrochen. Als wir uns kennenlernten holte ich ihn da raus und er blühte richtig auf. Bekam Selbstbewusstsein, wurde lockerer und weniger agressiv. Er ging sogar wieder auf Konzerte, auch alleine und hatte richtig Spaß seine alten Leute wieder zu treffen. Nun sowas…ich weiß nicht wie ich darüber denken soll. Ich weiß nur eines

Ich werde dich nicht vergessen!

 

 

Hotel California

Mein letzter Eintrag war am 10. Januar. Das ist eine ganze Weile her. Inzwischen ist auch viel passiert. Viel passiert mit mir – gute Dinge. Nur handelt dieser Eintrag nicht davon. Wollte darüber berichten wie ich heile und es mir einfach gut geht.

Mein Leben dachte sich aber – dir geht es gut? Gib mir einen Moment! Ha Ha Ha

Gestern bekam ich einen Anruf von Avni. Zuerst eine WhatsApp. In dieser stand, dass es Rumpelstilzchen nicht gut geht und ein Krankenwagen angefordert wurde. 2 Minuten später dann der Anruf. Rumpelstilzchen ist tot.

Ich fragte mehrmals nach, denn für den Bruchteil einer Sekunde wollte ich es nicht hören. Ich war regelmäßig bei ihm, habe mich um ihn gekümmert. Er hatte ja nichts. Hartz4, arbeitsunfhähig, kein Geld. Ich ging einmal, zweimal die Woche ein paar Lebensmittel einkaufen, damit er sein bisschen Geld für seinen Tabak usw. verwenden konnte.

Am 13. Februar, sein Geburtstag, war ich bei ihm und dann erst wieder Anfang April. An seinem Geburtstag ging es ihm richtig gut. Er war, wie er eben war. Dann Anfang April ein Bild des Leidens. Von da ab war ich jede Woche bei ihm. Seine Schulterschmerzen waren richtig schlimm geworden. Er hatte diese Schmerzen in der Schulter seit gut einem Jahr, vielleicht etwas länger. Er war richtig abgemagert und er hatte nur noch eine leise heisere Stimme. Er erzählte mir, er hätte eine Bronchitis oder sowas gehabt, ihm ginge es aber besser. Die Lunge würde nicht mehr wehtun und er hätte auch keinen Auswurf mehr, kein Fieber mehr usw. Wie er erzählte, dachte ich da aber eher an eine Lungenentzündung.

Ich ließ das alles so stehen. Woche für Woche ändert sich seine Stimme nicht. Er erzählte mir Ende April, das er manchmal keine Luft bekäme und schnell erschöpft sei. Er habe nicht einmal mehr die Kraft um in den Tante Emma Laden zu gehen. Das sind um die 60 Meter nur. Er müsse sich mehrmal setzen. Die Alarmglocken in meinem Kopf schrillten auf. Sie klingelten schon eine Weile. Ich verdrängte das. Ich dachte, vielleicht interpretiere ich zu viel rein und es ist doch nur eine Bronchitis gewesen…

Aber als er mir das erzählte, konnte ich die Alarmglocken nicht mehr überhören. Lungekrebs…ich sprach auch mit ihm darüber. Ich nahm die Worte nicht in den Mund, aber er verstand genau was ich ihm sagte. Auch im Laufe des Mai besserte sich seine Stimme nicht. Und er wurde noch schwächer.

Zuletzt war ich Anfang Juni bei ihm. Er sagte, das Amt würde ihm jetzt mehr Geld überweisen denn eine Ratenzahlung wäre zu Ende. Er sagte mir wieviel er bekäme und das er damit den Monat gut rum käme. Ich meinte, dass wäre ok und ich würde dann so um den 20. wieder vorbeikommen.

Dann gestern der Anruf. Dieser eine Anruf vor dem ich mich schon seit Anfang April gefürchtet habe. Es ging so schnell jetzt. An seinem Geburtstag war er wie immer…nun ein paar Monate später ist er tot. Er ist der letzte aus unserem „inneren Kreis“.

Zuerst starb Norbert, mein Ex/bester Freund. Dann starb mein Mann, mein Engel meine Seele…und nun Reiner….unser Rumpelstilzchen…mit nur 61 Jahren. An seinem Geburtstag kam Hacky auch vorbei und wir sprachen darüber, das wir die letzten seien aus unserer Gang. Wir ahnten alle nicht..ich ahnte nicht, was für eine Bedeutung diese Worte hatten. Nun ist der innere Kreis aufgelöst. Nur ich bin noch da. Aus dem „äußeren Kreis“ sind auch nicht viele mehr da. Nur noch Otto, der Karl, die Künstlerin Uli…Avni und Norman gehören nicht zu „unserem Kreis“. Dieser Freundeskreis, unsere Clique, Gang, Rudel, was auch immer, entstand vor über 20 Jahren. Das waren die „AltBiebricher“ und ich bin als letztes dazu gekommen. Habe alle in einem Alter von 19 Jahren kennengelernt. Ich bin nun 41 Jahre alt. Und nun ist keiner mehr da von unseren Leuten ausser eben uns 5. Künstlerin, Mainzer, Geisenheimer, Hacky und ich. In den letzten 10 Jahre sind die meisten gestorben. Mit Reiner zusammen sind es nun insgesamt 13…

Vorgestern Abend hatte ich schon eine Ahnung. Ich wusste es aber erst hinterher. Ich hatte ein seltsames Gefühl, ich konnte es nicht einorden. Wie so eine Art spontan Depression. Schweren Gemüts ging ich ins Bett und grübelte darüber nach. Ich hoffte das es nichts mit Mama zu tun hatte. Hatte es auch nicht. Als der Anruf kam – wusste ich es. Ich fühlte das Reiner uns verlässt.

Am Abend habe ich mir eine Flasche von seines Lieblingsgetrank (Chantré) geholt. Ihm zu ehren wollte ich einen kleinen Schoppen trinken, mit viel Cola… Den ganzen Tag über war ich recht gefasst. Mein Verstand sperrte ab. Mir sind nicht mal Erinnerungen eingefallen, Gespräche die ich noch vor 2 Wochen geführt hatte usw. Nichts. Nur in einem dicken Nebel kam mal das ein oder andere durch, aber sehr schwach. Vielleicht eine Art Schock, ohne das ich es mitbekommen habe..keine Ahnung…jedenfalls saß ich dann Abends im Garten und trank ein Glas. Der Chantré stieg mir direkt zu Kopf..klar nach der langen Abstinenz. Ich füllte mir ein 2. Glas und nahm mein Handy mit in den Garten. Ich trank ein Schluck und sprach laut „Ach Reiner…“ aus und trank noch ein Schluck. Ich steckte mir die Ohrhörer in die Ohren und spielte eines seiner Lieblingslieder ab. Er hat dieses Lied bis zu Vergasung auf seiner Gitarre gespielt.

Von den Eagles „Hotel California“

Kaum hörte ich das Gitarrenintro brach es aus mir raus. Ich sah ihn ganz deutlich vor mir wie er spielte und ich brach zusammen. Ich heulte und heulte und es tat alles so weh. Alles in mir verkrampfte. Als ich dann aufhören konnte sagte ich mir nur:“ Jetzt bist du wieder beim Horsti…und grüße Norbert von mir. Wir sehen uns wieder.“

Ich komme aus der Trauer nie wieder raus. Vor 7 Jahren Norbert, vor 2 Jahren Horsti, dann mein Papa vor einem Jahr und nun Reiner…dabei ging es mir so gut in der letzten Zeit… Heute habe ich dann erstmal alles abtelefoniert. Polizei, weil die Wohnung versiegelt wurde und ich noch Besitztümer in seiner Wohnung habe. Ortsgericht um zu erfahren wann die Bestattung ist und wie ich an mein Zeugs komme usw.

Unseren Freunden und Bekannten haben Vorderhauszote und ich gestern schon bescheid gegeben. Es ging rum wie ein Lauffeuer.

Naja..mal sehen was nun passiert demnächst. Wann die Beerdigung ist usw.

Leb wohl Reiner…du wirst mir fehlen. Was mich tröstet ist – ein Teil der alten Gang, des inneren Kreises ist wieder vereint.

 

Neues Altes – Altes Neues

Es ist eine Weile her, ich weiß. Ich kam nicht zum Schreiben, weniger als davor noch.

Die Zeit nach Papas Tod war schwer und auch seltsam für mich. Der Schmerz sitzt tief und doch kann ich nicht richtig trauern. Ich trauere immer noch um meinen Mann und dann stirbt mein Pa, 1 Jahr nach meinem Engel. Da ist irgendwie kein Platz für noch mehr Trauer. Ich vermisse ihn wahnsinnig und ich spüre jeden einzelnen Riss in meinem Herzen.

Zum 01. Mai hin habe ich es dann auch geschafft endlich umzuziehen. Also endgültig. Zuvor war ich schon immer unter der Woche im Haus und am Wochenende bei mir. Mit der Zeit blieb ich auch am Wochenende im Haus und war nur noch sporadisch, vielleicht 1 mal in der Woche für ein paar Stunden bei mir zu Hause. Packen…Kisten über Kisten und dabei hatte ich soviel aussortiert, verschenkt, entsorgt…

Naja eigentlich bin ich dann Anfang April umgezogen. Nachdem ich erst einen aussichstlosen Kampf gegen die Hausverwaltung/Besitzer gekämpft hatte. Zum Glück hat dann Avni , innerhalb von 2 Tagen, Leute und einen Wagen organisiert. Meine Schwester hat auch geholfen und so ging der Umzug innerhalb eines Tages über die Bühne. Zum 01. Mai habe ich mich dann offiziell umgemeldet. Spätestens ab dem Zeitpunkt war die Adlerstrasse nur noch Geschichte…ein Kapitel im Leben….

Danach war ich noch mal bei mir zu Hause und habe mich verabschiedet. Bin durch die leeren Räume mit Wehmut und einer Flut an Erinnerungen. Ich hörte wie wir lachten und Schatten der Vergangenheit huschten an mir vorbei. Das Bild an der Wand hatte ich überstrichen…ich berührte es, unter der ganzen weißen Farbe, in dem ich meine Hand auf die Wand presste, wo einst sein Bild war und es kribbelte in meiner Hand. Ich spürte seine Energie. Ich entschuldigte mich und weinte.

Danach verließ ich die Wohnung. Ich wollte mich nicht umschauen, tat es an der Tür aber doch. Ein heftiger Stich traf mein Herz und ich dachte nur – ich weiß Baby…es ist vorbei..der Kampf ist vorüber und ich kann nichts mehr tun.

Ein paar Tage später war die Schlüsselübergabe…

In meinem neuen – alten zu Hause packte ich nach und nach alle Kisten aus. Schlimm war, zuerst Papas Sachen wegzuräumen, damit ich Platz habe. Ich habe das mittlere Badezimmer in Kisten gepackt und in den Keller verstaut. Auch sein Schlafzimmer ausgeräumt, bis auf den Kleiderschrank. Alles im Keller nun. Ich bringe es nicht übers Herz alles weg zu geben, oder gar fort zu schmeissen…

Der Kleiderschrank ist riesig – das freut ein Mädchenherz natürlich sehr, aber die Umstände sind halt scheisse…nach ein paar Wochen, so 2,3, war ich dann fertig eingerichtet. Nach weiteren 3 Wochen kam dann der Erbschein und der geänderte Grundbucheintrag. Meine Schwester und ich sind nun Eigentümer des Elternhauses. Es ist nun mein Haus, mit allen Rechten und Pflichten und allem drum und dran. Ich musste mich nun mit ganz anderen Dingen befassen. Versicherungen wie Haftpflicht, Gebäudeversicherungen usw. Mitgliederversammlungen und der ganze Kram. Naja läuft…

Als der ganze Papierkram erledigt war und alles in seinen neuen Bahnen lief kam ich zur Ruhe. Das war anstrengend. Ich saß (sitzte heute immer noch) Abends im Garten.  Ich schaue den Wolken zu, wie sie vorüber ziehen, höre den Spatzen und Amseln zu, wie sie ihr Revier verteidigen und sehe die Bussarde, wie sie ihre Kreise ziehen und jagen.

Diese Ruhe in dem Garten. Anders als bei mir, denn da kam immer mal jemand reingeschneit. Aber hier?, hier ist dem nicht so. Wenn die Mama abends versorgt war, war ich ganz alleine. Ganz alleine mit meinen Gedanken die ihren Weg an die Oberfläche fanden. Verdrängte Gedanken und Erinnerungen. Ich musste mich wohl oder Übel damit konfrontieren. Und das tat ich! Es war heftig. Schmerzhaft. Ich konnte nicht mehr…

Alles das wofür ich keine Zeit hatte, alles das was begraben wurde, weil ich mich doch nicht hängen lassen konnte und alles das was ich nicht sehen wollte. Alles das kam hoch und traf mich wie ein Laster auf der Autobahn, ungebremst…ungefiltert…Dinge aus den vergangenen 1 1/2 Jahren…

Es hat Tage gedauert bevor ich auf einmal etwas positives spürte. Ich spürte eine Art von Leichtigkeit, einer Art Tiefenentspannung. Das ganze schwarze, bedrückene und die ganze Last sind von mir abgefallen. Ein seltsames Gefühl. Manchmal habe ich sogar ein schlechtes Gewissen deswegen. Wie kann ich mich so wohl und leicht fühlen, wenn mein Herz so schwer wiegt von der Trauer?

Mein Freundeskreis:

Mit Geisenheimer habe ich nichts mehr zu tun. Es sind böse und hässliche Dinge passiert, seinerseits.

Mit „BF“ habe ich nur selten Kontakt. Sie schreibt mir über WhatsApp alle 1, 2 Monate mal ein „Hallo wie gehts dir?“ Ich antworte kühl und kurz „alles Bestens“. Ich weiß nicht ob ich den Kontakt mit ihr aufrecht erhalten möchte…

Rumpelstielzchen sehe ich einmal die Woche im Schnitt, wenn ich nach Wiesbaden rein fahre und mein altes Revier besuche.

Mit Künstlerin telefoniere ich hin und wieder und wir treffen uns dann und wann mal in der Stadt.

Rocky ist mir inzwischen ein treuer Freund geworden. Er kommt mich manchmal besuchen und manchmal quatschen wir uns so fest, dass kein Bus mehr fährt und er über Nacht bleibt.

Die Kasteller Jungs sehe ich gar nicht mehr. Auch schreiben eher selten, aber sie sagen immer wieder, sie vergessen mich nicht.

Mit Avni läuft es .. tja … wie läuft es. Wir hatten ja schon im letzten Jahr einen recht engen Kontakt. Seit dem ich weg gezogen bin, telefonieren wir jeden Tag. Auch wenn es nichts neues gibt, ruft er an und beschwert sich auch, warum ich ihn nicht mal anrufe. Zudem schreiben wir uns auch über WhatsApp. Er hasst schreiben, sagt er, dennoch tut er es.

Meine Schwester  kommt einmal die Woche Mama und mich besuchen. Dann essen wir gemeinsam Mittag und verbringen einen lustigen Nachmittag miteinander. Dabei ein reger Austausch an Neuigkeiten. Wir verbringen auch mal so Zeit miteinander. Wir waren paar mal schon im IKEA und haben uns schlappgelacht. Auch mal ein Bummel in der Stadt ist drin. Mama geht es soweit gut, dass sie für ein paar Stunden alleine sein kann.

Mir persönlich geht es gut. Ich bin voller Leichtigkeit und mein Alltag besteht aus Mama versorgen, kochen, waschen, putzen – Haushalt eben. Dazwischen telefonieren und WhatsApp schreiben, am PC hängen und spielen. Abends, wenn ich im Garten sitze, denke ich viel nach. Manchmal weine ich. Ich weine um meinen Engel und meinem Papa und ich weine, weil es mir gut geht….bescheuert ich weiß….

Gleich kommt meinen Sis…bis dann ♥