Du bist bald frei

War pünktlich um 14 Uhr in der Klinik und die Ärztin sagte mir eigentlich nur das was sie mir am Telefon sagte. Mama verweigert Behandlungen, sie will nicht mehr, was machen wir jetzt. Die Optionen waren – Intensivstation bleiben, Normalstation oder Hospiz. Sie sagte aber auch, das es mit dem Hospiz Stunden, oder Tage dauern kann bis sie einen Platz hätten bzw wäre der Transport unnötiger Stress. Ich sagte, das es auf der Intensiv doch am besten wäre. Dort hätte sie die maximale Versorgung und die Ärztin stimme mir zu.

Ich durfte dann auch schon zu Mama, lange vor der Besuchszeit. Sie schlief und ich ließ sie schlafen. Nach einer Weile wurde sie wach. Sie erkannte mich sofort und es dauerte nicht lange da sagte sie mir: „Ich kann nicht mehr“

Sie hatte ihre Stimme wieder und ihre Augen sprachen Bände. Ich weiß, sagte ich und es ist ok. Sie entschuldigte sich und ich sagte wieder mit Tränen in den Augen, das es ok ist, das es gut ist. Sie muss sich nicht entschuldigen, sagte ich ihr und das ich das verstehe.

Sie wiederholte es einige Male. Wir sprachen auch über andere Dinge dann. Sie möchte ins Feuer, sie hat uns sehr lieb und noch ein paar andere liebe Dinge die ich für mich behalte. Die Krankenschwestern waren sehr fürsorglich und haben uns allen Raum gegeben. Um halb 6 kam meine Sis. Ich war im Vorraum der Intensivstation, da ein anderer Patient ein Arztgespräch hatte und ich draussen warten sollte. In der Zeit kam meine Sis und ich versuchte erst locker ein anderes Thema anzuschneiden. Ich erzählte ihr von dem Patient der immer versucht hat aufzustehen und dann immer hingeknallt ist. Die Schwestern waren nicht sehr erfreut darüber und drohten ihm mit einer Fixierung. Dann ging auch schon die Tür auf und ich bzw wir durften wieder rein.

Kaum waren wir an Mamas Bett fing meine Sis bitterlich an zu weinen. Mama sagte wieder, es täte ihr so leid, meine Sis solle nicht weinen, aber sie (Mama) kann nicht mehr.

Es kamen dann ein Arzt und eine Schwester und meinten, Mama würde gleich in ein anderes Zimmer gebracht werden. Die Nasensonde bekommt sie gezogen und sie bekommt ein „starkes Schmerzmittel“ damit sie keine Angst hat und besser atmen kann. Ich dachte gleich an – warum sagen die nicht Morphium. Denn das war das „starke Schmerzmittel“. Gegen 18 Uhr wurde sie dann in ein anderen Raum geschoben. Ein Ein-Bett-Zimmer. Die Nasensonde hat die Schwester dann auch gleich entfernt, das war nochmal sehr unangehmen, aber ging schnell. Dann verschwand die Schwester wieder und meine Sis und ich saßen an Mamas Bett, jeder auf einer Seite, und streichelten sie bzw hielten ihre Hand. Gegen halb 7 kam dann die Schwester wieder und hatte das Morphin in der Hand. Sie klemmte die große Spritze in einen Perfusor und stellte ihn auf 2mg/h .

Mama sagte – endlich, ihr ging es nicht schnell genug. Sie wollte nicht noch länger Zeit „verschwenden“, sie wollte endlich gehen dürfen. Sie erzählte noch ein paar Dinge und wurde dann schläfrig. Zwischendurch, als sie immer mal wieder aufwachte, wollte sie Tee. Ich gab ihr den Pfefferminztee schlückchenweise, damit der Hals befeuchtet ist aber sie sich nicht verschluckt. Dann schlief sie ein. Wachte wieder auf, wollte Tee, schlief wieder ein. Das Morphin wirkt.

Die Schwestern sagten zu uns, wir könnte bleiben so lange wir wollen. Wir waren dann aber „nur“ bis halb 9 etwa da, dann sind wir gegangen. Ich wollte nicht gehen, aber ich irgendwie wollte ich auch nicht bleiben. Mama drückte unsere Hand immer wieder. Wachte kurz auf, aber ihr Blick war schon sehr weit draussen. Das Morphin wirkt. Kurz bevor wir gegangen sind wachte Mama nochmal wieder auf und wollte diesmal Wasser. Ich gab ihr einen Schluck, dann noch einen und sie sagte:“Das tat gut“.

Schweren Herzens sind wir dann gegangen. Haben uns vorher nochmal verabschiedet, küssten uns und sie winkte. Es bricht mir das Herz. Sehe ich sie in dem Moment doch zum letzten Mal…

Die Schwestern fragetn ob ich angerufen werden möchte und ich sage. „ja auf jeden Fall“, sie fragen auch Nachts?, egal zu welcher Zeit?, und ich sagte wieder: „Ja bitte rufen sie mich sofort an“.

Um halb 10 waren meine Sis und ich bei mir zu Hause. Sie blieb noch kurz und ist dann gefahren. Ich warte nun die ganze Nacht darauf dass das Telefon klingelt und sie sagen, das Mama es geschafft hat. Ich habe mir einen MariaCron gekauft und trinke ein Glas auf sie. Ich warte nun quälende Stunden darauf, dass das Handy klingelt. Das es vorbei ist, das Mama endlich frei ist.

Wir haben jetzt halb 11 gleich. Es kann noch Stunden dauern. Ich hoffe so sehr für Mama das sie nichts mitbekommt. Das war ihr größter Wunsch.

Mama schlaf gut, wir sehen uns wieder. Du bist frei und musst dich nicht mehr quälen.

Mama ich liebe dich! ♥

 

Der Anruf

Vorhin um viertel nach 12 Uhr Mittags klingelte mein Handy. Mein Herz blieb für eine Sekunde stehen und ich sah an der Nummer, das es das Krankenhaus war. Eine Ärztin war an der Leitung und meinte erst, das es der Mama soweit gut ginge, deswegen rufe sie nicht an. Sie sagte dann aber dann sich ihre Werte (Sattigung) immer weiter verschlechtern, sie alles ablehnt und versucht die Maske abzunehmen. Sie wollte wissen wohin der Weg nun führen soll. Auf der Intensiv können sie halt nicht mehr tun als beatmen. Ein weiterer Schritt wäre wieder intubieren, das ginge aber nicht für so lange, die Alternative wäre ein Luftröhrenschnitt, der dann dauerhaft verbleiben kann.

In einer Stunde etwa kommt meine Sis von der Schule. Ich muss dann mit ihr bereden was gesagt worden ist. Heute Abend muss ich dann Mama fragen was sie möchte. Möchte sich einen Luftröhrenschnitt?, oder möchte sie gehen. Das wird sehr schwer werden…ich soll dann der Ärztin mitteilen wie nun der Kurs sein soll…

Mama will nicht mehr. Das hat sie gesagt. Wem nutzt es sie weiter zu quälen? Ihr am allerwenigsten. Vielleicht kann sie auf die palliativ und dann gemäß ihrem Wunsch sediert werden, damit sie nichts mitbekommt. Dann heisst es warten. Warten das sie sich erlöst und frei ist von dem Körper der ihr Jahrelang die Luft zum Atmen genommen hat. Das kann dann noch einige Tage sein, vielleicht sogar noch Wochen. Es tut weh. Ich kann grade nicht denken, aber tief in mir weiß ich was zu tun ist. Ihren Wunsch erfüllen…

Mein Herz zerbricht wieder und tiefer. Die meisten meiner Freunde sind gestorben, mein Mann, meine Großeltern, mein Papa und nun die Mama. Alles in den letzten knapp 4 Jahren.

Ihre Lunge ist am Ende, der Körper geschwächt und sie will frei sein. Sie will gehen…in knapp 2 Wochen hat meine Sis Geburtstag. Papa ist 4 Tage nach meinem Geburtstag gestorben und Mama hat nun vor um den Geburtstag meiner Sis zu gehen. Was ist das nur…

Nach dem Krankenhaus schreibe ich weiter…

Hilflos..

Meine Sis und ich standen vor der Tür zur Intensiv und klingelten. Die Schwester fragte wie immer wer da ist und ich sagte:“Hallo, zu Fr. XXXX bitte“ und die Schwester sagte, das es einen Moment noch dauern würde. Der Moment schien ewig. Es waren nur ein paar Minuten, aber diese schienen endlos. Endlich ging die Tür auf und wir durften rein.

Mama war nicht mehr intubiert, aber noch sehr weggetreten. Sie konnte ihre Augen nicht öffnen, die Lider waren einfach noch zu schwer. Sie konnte aber auf Fragen reagieren mit Nicken oder Kopfschütteln für Ja und Nein. Die Werte am Monitor sahen gut aus. Puls bei um die 80, Sauerstöffsättigung pendelte zwischen 91 und 96, Blutdruck etwas hoch, aber noch in Ordnung.

Sie versuchte zu sprechen, bekam aber keinen Ton raus. Sie wiederholte ständig ein Wort das meine Sis und ich dann nach einer Weile herausfanden. Da sie mit ihrer Hand immer versuchte an den Mund zu gehen, hatten wir erst andere Ideen was sie wollte. Aber auf Fragen wie – hast du Durst, tut was weh, ist der Hals trocken, usw verneinte sie immer. Das Wort das sie sagte uns sagen wollte war – Doktor –

Ich fragte sie dann was sie denn dem Doktor sagen möchte. Was sie dann „sagte“ brach mir das Herz und ich wäre am liebsten in dem Moment einfach nur geplatzt. Sie sagte, ohne Ton, nur mit Lippenbewegung

Ich will sterben

Ich wiederholte die Worte um festzustellen ob sie das auch gesagt hat. Hat sie, sie nickte! Sie wiederholte das immer und immer wieder. Ich sagte zu ihr, das ihre Werte besser sind und sie sich wieder erholt. Sie schüttelte immer den Kopf. Auch wollte sie sich immer wieder die Sauerstoffbrille abmachen. Auch die Inhaliermaske die sie für 10 Minuten bekam lehnte sie mit einer Handbewegung ab, was die Krankenschwester nicht sah, oder sehen wollte, keine Ahnung. Auch diese wollte sie immer wieder abmachen. Sie will einfach nicht mehr.

Ich kann sie sogar verstehen. Als sie am Samstag keine Luft bekam, war das äusserst dramatisch. Sie hatte so eine große Angst zu ersticken und war so unendlich verzweifelt, das will sie nicht nochmal durchmachen.

Ich weiß nicht wie groß der Anteil daran ist, das sie noch unter heftigen Narkosemitteln steht. Sie war 5 Tage im künstlichen Koma. Das strengt an und auf die Frage ob sie müde ist schüttelte sie den Kopf, auf die Frage ob sie erschöpft sei – nickte sie. Wenn sie doch aber bereit ist zum sterben, warum ist sie nicht gegangen als sie im Koma lag? Ich sagte ihr das wir nicht böse sind wenn sie geht, das sie nicht mehr kämpfen braucht….den Ärzten sagte ich – keine Reanimation….

Sie ist noch nicht bereit. Es tut mir so weh sie so zu sehen. Sie leidet so unfassbar…

Ich sah im Gesicht meiner Sis, wie sie mit den Tränen kämpfte. Ich kämpfte auch, aber ich blieb „stark“. Warum auch immer – vielleicht um Kraft und Ruhe auzustrahlen..was weiß ich…

Egal wie wir versuchten sie zu „ermutigen“ sie schüttelte immer den Kopf. Meine Sis sagte, sie käme bald nach Hause – Kopfschütteln, das sie ja noch Päckchen bestellt hatte – Kopfschütteln, das sie ihre Lieblingssendungen schauen könne – Kopfschütteln… sie will einfach nicht mehr und ich verstehe das…aber ihre Werte bessern sich. Ich weiß sie hat Angst das alles nochmal durchzustehen…

Als ich ihr sagte, das es nichts nutzt wenn sie sich die Sauerstoffbrille abmacht, die Schwestern machen sie wieder dran und wenn  sie damit nicht aufhört, würde sie angebunden werden. Eine Träne kam aus ihren geschlossenen Augen begleitet von einem Kopfschütteln. Ich weiß nicht was ich machen soll…ich konnte nur da stehen und ihre Hand halten. Manchmal drückte sie meine Hand ganz feste…ich will ihr helfen, ich weiß nicht wie…

Als wir gehen mussten, sagte meine Sis – Wir haben dich lieb.

Mama formulierte mit ihren Lippen das sie uns auch lieb hat. Ich möchte bei ihr sein. Die ganze Zeit. Es geht aber nicht. Ich habe das Gefühl sie alleine zu lassen.

Ich bin so extrem angespannt, ich habe Angst davor was mich morgen erwartet. Ich hoffe die Ärzte reduzieren die Narkosemittel weiter und sie ist wacher morgen. Es macht ihre Situation nicht besser, aber wir können alle besser miteinander sprechen. Sie wird wieder sagen das sie sterben will, aber das geht halt nicht so einfach. Sterben ist nicht einfach! Das einzige das ich tun kann ist, ich werde mich mit dem palliativ in Verbindung setzen und mal abklären wie das ist mit der Sedierung auf Wunsch. Sie will nichts mitbekommen, das sagte sie vor einiger Zeit. Aber wenn es ihr doch besser geht?, wenn sie doch erstmal…erstmal…pfff…wieder atmen kann und es ihr einigermaßen „gut“ geht…ich respektiere ihren Wunsch und versuche ihn möglich zu machen, aber ich weiß im Moment gar nichts..sie soll nicht leiden. Heisst es nicht, es muss niemand leiden am Lebensende? Sie würde nach Hause kommen. Sie würde sediert werden. Wir würden uns kümmern und einfach da sein, egal wie lange es dauert…

Aber vielleicht hat sie doch noch ein paar schöne Wochen, Monate….ich verstehe sie doch…

Ich kann nicht mehr

Mama ich hab dich so lieb ♥

Was noch geschah

Der Abend verlief eigentlich ganz ruhig. Seine Schwester kam nochmal gegen halb 6 und Schatz redete und redete…leider war der Inhalt fernab der Realität. Manche Bruchstücke waren aber wahr. Seine Schwester meinte, es kann sein, daß er Dinge aufarbeitet…auf seine Weise…

Gegen spätabend wurde Schatz wieder sehr unruhig. Er fragte mich nach einem Gefallen. Ich sagte: Ja mein Engel, alles was du möchtest…er sagte zu mir: Bitte…bring mich um! Das kann ich nicht machen, antwortete ich. Dann schlug seine Stimmung urplötzlich um und der sagte mit fester, aggressiver Stimmung: Du bringst mich um! Du bringst mich um!

Er meinte das nicht im Befehlston, es zu tun…es war eher ein Vorwurf, daß ich ihm nicht helfe und ihn damit umbringe…gegen seinen Willen…

Ich setzte mich auf die Couch und versuchte ihn zu beruhigen. Gelang mir nach einiger Zeit. Schatz war ganz entspannt und fing wieder an zu brabbeln. Das meiste war einfach nur gebrabbel..ich stimmte ihm zu, fragte ihn was (was seiner Welt entsprach) und wir „unterhielten“ uns ganz „normal“.

Auf einmal wurde er ruhig und dann schaute er mich an…er sagte: Ich wollte alles richtig machen…für dich…

So einen Stich ins Herz habe ich noch nie bekommen…ich sagte ihm, er hätte doch alles richtig gemacht…er ist mein Leben, mein Herz und meine Seele und er ist der wunderbarste Mensch, den ich je kennengelernt habe. Er wurde wieder ruhig..einen Moment später fing er wieder an zu brabbeln..ich war mir nicht immer sicher, ob er mit mir redet…denn manchmal zeigt er wohin, oder sagt – die, die neben dir sitzt…

Er redet viel vom Taschen packen, weg fliegen, er muss hier raus, wann wir nach Hause gehen…mir ist gestern eingefallen, als Bienschen nur noch ein paar Tage hatte, hat er angefangen alles zu verstecken…sein Handy, sein Geld und sein Haustürschlüssel….gestern wollte Schatz auch sein Geldbeutel, seinen Ausweis und Führerschein und seine Schlüssel…ist es bald soweit?

Die Nacht war schlimm..er hat gar nicht geschlafen. Ich fragte ihn einmal, ob er eine Tablette möchte…er sagte: Ich muss ja wohl…Nein Baby, du musst gar nichts…wenn du „müsstest“ würde ich sie dir einfach geben…ich frage dich aber, ob du eine Tablette haben willst…er überlegte kurz und wollte dann doch eine Tablette..ich gab ihm eine Tavor zur Beruhigung.

Er wurde ruhiger und ich dachte, er würde bald schlafen…ich bin alle Stunde aufgewacht und hörte wie Schatz redete…ich weiß nicht, ob mit mir, mit Menschen die nur er sehen kann, oder mit sich selbst..

Ich gab ihm noch eine, aber die hat auch nicht wirklich etwas gebracht. Heute morgen dann, als es hell wurde, wurde Schatz auf einmal ganz müde..er schläft jetzt seit halb 8 ungefähr…

Ich frage mich, ob das mit der Stoßtherapie Kortison wirklich notwenig war..es ist hart und brutal und es tut unendloch weh…aber es verlängert doch auch nur wieder etwas sein Leiden…einen Monat vielleicht..muss das eigentlich wirklich sein? Es geht doch um das Wohl von meinem Schatz…und er fühlt sich nicht wohl…er ist high vom Morphium, bekommt vieles mit, kann sich aber nicht mehr richtig mitteilen. Er hat zumindest keine Schmerzen…aber er kann nicht mehr, er ist fix und fertig – sagt er….ich sage ihm immer wieder, daß es nicht schlimm ist. Ich will nicht das (du) er geh(s)t, aber ich lasse (dich) los…er nickt…er hält fest…du brauchst dir keine Sorgen um mich machen, du hast mir alles gezeigt…sterben ist so schwer…er will auch nicht gehen…aber er weiß, daß es so sein muss. Er sieht Menschen, die er nicht kennt, die aber da sind…sie laufen hier dauernd vorbei – sagt er. Die eine da, zwingert ihn immer an…er hat Angst…helf mir doch…helf mir doch, bitte…fleht er

Ich mache alles was ich kann…ich kann ihm nicht helfen….nur bei ihm sein…es zerreisst mich.

Bis dann

Lieber ein Ende mit Schrecken

als ein Schrecken ohne Ende….

Die letzten Tage ging es Schatz besser. Er hat sich besser gefühlt und sah besser aus. Aber dann, seit vorgestern hat sich das Blatt gewendet. Er fühlt sich nicht gut, auch wenn man ihm das nicht unbeededingt ansieht.

Gestern hat er, nach einem Hustenanfall, ja Blut gehustet. Das hat nicht aufgehört. Zunächst schon, aber dann wurde es immer heftiger. Er hat dolle gehustet und das erst helle Blut wurde wieder sehr dunkel. Wie man sich Blut vorstellt. Wie man es aus Filmen kennt. Immer waren Blutklumpen dabei. Große. Nicht so schwarz wie neulich, aber sehr dunkel. Altes Blut eben, oder abgestorbene Tumorzellen. Wer weiß das schon.

Schatz hat so viel Blut gehustet, die ganze Zeit. Ich dachte – so wie das aussah, jetzt dauert es nicht mehr lange. Der Tumor wächst weiter in den Bronchus. Schatz sagt, er kann gut atmen. Er hat keine Atemnot. Nur diesen Reiz zum Husten, und das heftig. Schatz war aufgedreht, hat gelacht und viele Sprüche gemacht. Er hat Angst. Habe ich auch. Er überspielt damit die Situation.

Ich dachte, jeden Moment kommt es zu Blutsturz. Irgendetwas reißt. Er verblutet und ich kann nichts machen. Ich dachte dass es das jetzt war. Es hat einfach nicht aufgehört. Gegen Abend hat es nach gelassen. Ich hatte Angst zu schlafen. Ich will nicht schlafen, wenn er stirbt. Das könnte ich mir nie verzeihen. Er konnte während dem Husten nicht liegen. Jedesmal wenn er sich hingelegt hatte, kam ein heftiger Hustenanfall. Blut. Blutklumpen.

Ich dachte, seine Lunge läuft voller Blut. Als wir uns zu später Stunde aber hingelegt hatten, war dem nicht mehr so. Er hatte aufgehört zu husten. Zumindest so heftig. Manchmal hustete er noch. Blut. Helles Blut. Manchmal auch oranger Auswurf.

Ich habe schlecht geschlafen. Einnmal bin ich aufgewacht, weil ich eine Aura hatte. Dieses schillernde Muster im Augenwinkel. Migräne. Na toll. Mein Gehirn schaltete auf – Failure, Error, Tilt….

Das seltsame war, als er ständig dieses dunkle Blut gehustet hatte, war ich ganz ruhig. Kein Herzklopfen, keine Aufregung, beinahe uninteressiert. Vom Gefühl her. Ich will nicht das er so stirbt, aber es scheint, als wüsste mein Unterbewusstsein bescheid. Aber auf diesen Moment kann man sich nicht vorbereiten, auch wenn man sich das noch und nöcher einredet.

Das Thema „Chemo“ rückt in den Vordergrund. Aber will ich mir das antun? Sollen wir uns das antun? Lieber ein Ende mit Schrecken – als ein Schrecken ohne Ende. Warum soll ich sein Leiden verlängern?! Es ist für uns beide nicht das verkehrteste, wenn es schnell passiert. Auch wenn wir beide das nicht wollen…aber es ist wie es ist. Krebs ist eine hässliche Angelegenheit. Das versteht niemand, der nicht in GENAU dieser Situation steckt.

Wir haben das schon einmal durchgemacht. Unser bester Freund ist qualvoll gestorben. Nun stirbt mein Schatz, mein Leben, mein Herz an dieser Sache…in ein paar Jahren mache ich das nochmal durch. Mein Vater hat auch Lungenkrebs. Ich werde die 3 wichtigsten Männer in meinem Leben an den Lungenkrebs verlieren.

Schatz geht es nicht gut. Er stöhnt beim atmen. Er kann gut atmen, sagt er, aber es sind eben diese körperlichen Dinge. Kenne ich auch. Asthmaanfall – da stöhne ich genauso….er kann kaum noch laufen. Er kann laufen – aber das linke Bein will nicht. Er bewegt es so, wie man es von Menschen kennt, die einen Schlaganfall hatten. Man sieht es eben einem an. Er hatte einen Schlaganfall. 3 Jahre her. Er ist so kaputt, so schnell erschöpft. Müde, kraftlos, daß ich alleine Einkaufen war. Er saß im Auto und hat gewartet.

Er ist kaputt. Es geht jetzt vielleich schneller als gedacht. Als geahnt. Manchmal wünschte ich mir, daß es schon vorbei wäre. Das ich diesen Druck nicht mehr aushalten müsste. Ich hasse mich dafür. Ich vermisse ihn jetzt schon. Warum kann er nicht einfach gesund werden, gesund sein?! Krebs ist nur eine Krankheit. Wir fliegen auf den Mond, auf den Mars…aber Krebs ist nicht „heilbar“ ..von wegen!!! Mein Hass auf Onkologen wächst…scheiß Profitgier, scheiß Geld, scheiß Pharmamafia. Wer das nicht sieht, hat den Schuss nicht gehört. Ist blind…vertraut falsch…es gibt andere Möglichkeiten…aber warum soll man das selbst bezahlen? WEIL ES KEIN GELD DER PHARMAMAFIA BRINGT!!! Es besteht kein Interesse daran, daß Betroffene gesund werden….Fehler im System…..

Warum will das niemand erkennen…

Bis dann

Das Für und WIDER einer Chemotherapie

Gerade bei so schweren Krankheiten sollte man beistehen, helfen – wenn gewünscht – aber nie überreden! Jeder der betroffen ist sollte seinen eigenen Weg finden. Der Betroffene ist es, der den Kampf kämpft und ob derjenige seinen Tod unnötig raus ziehen soll, nur weil Angehörige einen nicht gehen lassen können, oder wollen, hat nichts mit Menschlichkeit zu tun. Das ist purer Egoismus, aber zu welchem Preis. Alle leiden noch mehr und das Ende wird für alle Beteiligten nur umso schmerzhafter.

Mein Schatz überlegt sich gerade, ob er die Chemo ablehnen will. Wir kennen nur zu gut diesen grausamen Weg. Übelkeit und Erbrechen, Durchfall usw kann man heutzutage gut unterdrücken, was alles etwas erträglicher macht. Aber es funktioniert nicht bei jedem. Auch die körperliche Verfassung und wie weit der Krebs einem im Griff hat, sind entscheidene Punkte, wie stark sich die gravierenden Nebenwirkungen äussern.

Ich will meine Liebe – weiß Gott – nicht gehen lassen. Aber will ich mir das antun? Ihn leiden zu sehen, nur weil Chemotherapeuten sich ein Ei aufklopfen nach dem Motto – ohne Chemo überlebt er 5 Monate, mit Chemo 6 Monate – die Chemo war ein Erfolg! Die interessiert es aber nicht, daß man Höllenqualen leidet – die Betroffenen und die Angehörigen leiden einfach nur unnötig.
Lieber haben wir – für die Zeit die uns möglicherweise noch bleibt, eine schöne und intensive Zeit. Das ist so viel mehr wert, als in den kalten Mauern eines Krankenhauses auf den Tod zu warten..

Was Ihnen ihr Arzt nicht erzählt Quelle http://www.wiane.de/Chemotherapie.html

Entartete (maligne bzw. bösartige) Tumorzellen werden durch Zellgifte an einem bestimmten Punkt des Zellzyklus abgetötet. Und je größer der Tumor, desto geringer die Wirkung der Zystostatika.

Kleinere Tumoren und deren Metastasen (Tochtergeschwulste) können allein über Chemotherapie behandelt werden, großen Geschwulsten rückt man per Operation und Bestrahlung zu Leibe.

Das in der Presse gezeichnete Bild standardmäßiger Krebstherapien kommt durchweg positiv daher: Der interessierte Laie wie Betroffene erhält den Eindruck, im Bereich der Krebstherapie reihe sich ein medizinischer Durchbruch bei der Erforschung neuer Wirkstoffgruppen an den nächsten. Hoffnung auf völlige Heilung von Krebsleiden scheint insofern mehr als berechtigt.

Solchen vollmundigen Aussagen steht gegenüber, dass Krebs auf der traurigen Hitliste der Todesursachen noch immer Platz Zwei einnimmt, allen milliardenschweren Investitionen in Therapie und Forschung zum Trotz. Krebsarten wie:

Brustkrebs
Lungenkrebs
Darmkrebs
Hautkrebs
Leberkrebs
Bauchspeicheldrüsenkrebs
Blasenkrebs

warten trotz Chemotherapie mit einer deprimierenden Behandlungsbilanz von über 90 Prozent der Krebstoten auf.

Die Statistiken sprechen aber eine andere Sprache: Ein Blick auf die Fünfjahres- und Zehnjahres-Überlebensrate seit den 1970er Jahren zeigt, dass der Nutzen der Chemotherapie vergleichsweise gering ausfällt. Ausnahmen bildet die Behandlung von Hodenkrebs und Leukämien.

Es darf vermutet werden, dass die Chemotherapie nach der offiziellen Festlegung der Schulmedizin auf deren geringe Wirksamkeit dennoch weiter als unterstützendes Verfahren eingesetzt werden wird. Doch Unterstützung und eine Verbesserung des Allgemeinbefindens erfahren Krebspatienten hier de facto nicht: Eine unerträgliche Übelkeit, psychisch belastender Haarausfall, Schäden an Herz und Lungen sowie Schädigungen der Nieren und Nerven und eine verstärkte Blutarmut (die ihrerseits zu behandeln sind) gehören zu den schweren Beeinträchtigungen, mit denen Krebspatienten im Verlauf der Chemotherapie leben müssen. – Ende Zitat –

Ich möchte niemanden eine Chemotherapie absprechen. Jeder muss für das für sich selbst entscheiden. Es gibt jedoch enorme Unterschiede, ob der Krebs noch ganz klein ist – oder ob der Krebs den ganzen Körper bereits zerfressen hat…

Chemotherapie ist selbst unter Ärzten eine sehr umstrittene Sache – Studien haben belegt, und das kann auch jeder seinen Arzt fragen (ist kein Gheimniss) das Chemotherapien wiederrum Krebs auslösen..Zytostatika sind toxisch und greifen ALLE Zellen an, nicht nur Krebszellen.

Wenn Zellen mit toxischen Mitteln in Kontakt kommen, Rauchen, Staub, Asbest, usw, verändern sich sich – bis hin zum Krebs. Das schlaue der Krebszellen ist jedoch, wenn eine Chemo einen „geheilt“ hat, und er nach den 5 magischen Jahren ein Rezidiv bekommt, daß heisst, der Krebs bricht wieder aus – hilft auf einmal keine Chemo mehr! Die Krebszellen haben gelernt und sind resistent geworden…schöne Angelegenheit nicht wahr?

Eine in Deutschland durchgeführte Untersuchung an Frauen im Alter von über 80 Jahren, die an Brustkrebs erkrankt waren, konnte zeigen, dass jene Patientinnen, die sich keiner Behandlung unterzogen haben, im Durchschnitt elf Monate länger lebten, als die Frauen, die konventionell gegen die Krebserkrankung behandelt wurden.
Eine Langzeitstudie (über einen Zeitraum von 14 Jahren), die von zwei australischen Onkologen durchgeführt wurde und über die im Dokumentarfilm „A Shocking Look at Cancer Studies“ berichtet wurde, zeigte zudem, dass konventionelle Therapien wie zum Beispiel die Chemotherapie bei fast allen heutzutage weit verbreiteten Arten des Krebses vollkommen wirkungslos sind – insgesamt gäbe es eine Erfolgsrate von weit weniger als 10%.

Die Chemotherapie ist eine barbarische und vollkommen sinnlose Prozedur. Sie greift nicht nur Krebszellen an und tötet diese ab, sondern wirkt ebenso auch auf gesunde lebendige Zellen im Körper ein und zerstört außerdem vollständig das Immunsystem. Während diese extreme Behandlungsweise bei Hodenkrebs und Leukämie angeblich als effektiv gilt, ist es in vielen Fällen dennoch nicht ganz klar, ob diese „Therapie“ zuerst den Krebs tötet, oder den Patienten. Es wäre vielmehr nicht übertrieben zu sagen, dass die meisten Menschen, die an Krebs sterben, tatsächlich der THERAPIE erliegen.

Zitate:

Die meisten Krebspatienten in diesem Land sterben an der Chemotherapie. … Die Chemotherapie beseitigt keinen Brust-, Darm- oder Lungenkrebs. Das ist seit über zehn Jahren dokumentiert. Trotzdem setzen Ärzte noch immer Chemotherapie gegen diese Tumoren ein. … Frauen mit Brustkrebs sterben mit Chemo womöglich schneller als ohne.” – Dr. Alan Levin

Es gibt nicht nur eine, sondern viele Behandlungsmethoden bei Krebs. Aber sie werden von der American Cancer Society, dem National Cancer Institute und den großen Onkologiezentren systematisch unterdrückt. Sie sind zu sehr am Status quo interessiert.« – Dr. Robert Atkins

Ich möchte hier kein schlecht Wetter machen gegen die Schulmedizin…glücklich sind jene, die durch eine Chemotherapie noch 20, 30 Jahre leben dürfen…das sind aber Einzelfälle und in der Regel Spontanremissionen…aber der Arzt freut sich und spricht für einen Erfolg der Chemotherapie…

Jeder Mensch, der in dieser unglücklichen Lage ist, muss selbst für sich entscheiden welchen Weg er gehen möchte.

Es kommt immer auf den Krebs an und auf das Stadium. Chemotherapie in der Palliativ Medizin ist einfach nur grausam und hat keinen Nutzen.
Im Falle meines Engels wäre die Chemotherapie palliativ…! Der sowieso schon geschwächte Körper wird mit hochtoxischen Mitteln geflutet, unter dem Deckmantel „Linderung“. Das ist schlicht falsch! Es geht auch anders – auch Schulmedizinisch! Aber wer möchte schon des Onkologen liebstes Kind ablehnen. Aber was würde meinen Schatz zuerst umbringen…der Krebs?, oder die Chemo…

Haltet euch da draussen einfach am besten gesund und kommt gar nicht in die Krebsmaschinerie!

Chemotherapie muss sorgfältig abgewogen werden und sollte unter keinen Umständen als Monotherapie durchgeführt werden.

Ich will niemanden verunsichern, oder Angst machen..lediglich zum Nachdenken anregen.
Das Internet bietet eine Fülle von seriösen – auch unseriösen – Seiten, die Informationen bieten. Man muss richtig viel lesen um sich ein Bild zu machen. Aber der Gesundheit zu liebe sollte dies kein Hinderniss sein!

Bis dann

Always Look On The Bright Side Of Life

Ich bin ein humorvoller Mensch, manchmal lache ich sogar dummerweise dann, wenn ein Lachen nicht angebracht ist.

Im Moment fällt es mir manchmal schwer zu lachen auf der einen Seite, dann denke ich aber: Jetzt erst Recht!

Im Leben ist es so, das man irgendwann in ein Alter kommt, da sterben Menschen um einen herum die man kennt…seien es die Großeltern, die Schwiegereltern, der Lehrer, oder tragischer Weise ein Freund zB durch einen Unfall.

Das ist alles normal, vorallem wenn ältere Menschen sterben…das ist natürlich….

Ich will nicht sagen das ich Angst habe, denn die habe ich nicht. Es ist nur seltsam, warum gerade um mich herum der Tod gerade so wütet.

Ich bin schon früh mit dem Tod in Kontakt gekommen, meinen „ersten Toten“ hatte ich mit Anfang 20 – da hört man dann schon mal: „Ach der und der ist gestorben“ und man kannte diese Person halt und dachte kurz darüber nach.

Eben scheint es zu Gipfeln.
Lange war Ruhe…dann starb erst die Mutter von Horst, dann mein Opa. Aber diese Menschen waren alt, weit über 80 Jahre – es ist zwar traurig, aber DAS ist der normale Gang.

Dann aber:

2009: Uwe „Haxe“ und Uwe Peetz
2010: Reinhold, Jacky
2011: Mike, Norbert, der Seher (alle 3 im Januar)

Das sind 7! Menschen innerhalb von 2 Jahren die unserem Freundeskreis angehörten, und die waren alle NICHT alt. Mike 32 Jahre, Jacky 36 Jahre, Uwe 52 Jahre, Reinhold 54 Jahre, Norbert 51 Jahre, Seher 60 Jahre – es ist echt unheimlich!

Dann kommen noch Leute dazu, die wir hier aus der Ecke vom Sehen kennen….Menschen die man im Edeka getroffen hat usw…..aber das nur nebenbei….

Dann ist das mit der Trauer so ein Ding. Je näher derjenige einem war, desto größer die Trauer.

Wenn man nach ein paar Tagen jemanden trifft, der mit den Leuten nicht so viel zu tun hatte, wird man blöd angeschaut mit den Worten: Was? du trauerst immer noch? Wir ja mal Zeit das ruhen zu lassen, es wird mit den Augen gerollt usw…..

Trauer ist ein Tabu in unserer Gesellschaft….man räumt einem vielleicht 2 – 3 Tage ein, aber dann hat man das zu vergessen und weiter zu leben.

Aber wie soll man das schaffen, wenn einem ein Mensch nach dem anderen genommen wird? Wir haben im Moment gar keine Zeit uns zu erholen..auch nicht um zu trauern wirklich…das schlimme ist ja auch das drum herum….der Papierkram, die Beerdigungen und und und….

Manchmal schweifen meine Gedanken und ich fühle nichts….als wir das von Mike hörten, das war vorgestern ist etwas komisches passiert. Ich glaube der Körper lässt nun eine Art Schutzprogramm laufen, denn ein Kumpel sagte uns das von Mike und wir nahmen es nur zur Kenntnis….keine Reaktion weiter..

Kein Gedanke an ihn, keine Erinnerung an ihn, nur ein flüchtiges: Och nö, nicht schon wieder einer! Makaber vielleicht, aber mehr brachte ich nicht raus. Es sind einfach zu viele Todesnachrichten in letzter Zeit….alleine 3 Stück jetzt im Januar und es ist erst der 26. …..

Es ist wie im Mittelalter, als die Pest grasierte….Menschen um einen herum sterben, man selbst hat Angst um die Menschen „die noch leben“ und auch um sich selbst.
Der Tod ist so verdammt nah, und dennoch verschont er einen.

Zum Channeln bin ich zu blockiert, ich bekomme keinen Kontakt…ist vielleicht auch besser so…

Das hier soll nicht als ein depressiver JammerEintrag verstanden werden, nur ein von der Seele schreiben der seltsamen Umstände die zur Zeit um mich/uns herum passieren.

Es sind normalerweise immer Schattenwesen hier bei uns, aber seit paar Wochen habe ich keine mehr gesehen…..heisst das – es ist noch nicht vobei? Ich weiß es nicht….

Ich lache trotzdem, bin und bleibe ein fröhlicher Mensch…es ist wie es ist und es soll auch so sein…