Intensivfahrschule 3

Die letzte Woche hatte ich ja „frei“ bzw bin letzten Freitag gefahren. War ganz entspannt, war 2 Stunden Überland. Dann in dieser Woche Mittwoch, Donnerstag und Freitag.

Alles im allem fahre ich sehr gut. „Ich weiß nicht was du hast, aber du fährst doch wie ein Profi“ sagte Carsten die Tage. Sehr lieb von ihm das zu sagen. Ich weiß aber, wenn ich meine Ausetzer nicht dauernd hätte, wäre ich besser. So gefühlt für mich selbst.

Die Aussetzer sind deutlich weniger geworden und insgesamt hätte ich eine sehr gute Lern/Leistungssteigerung. Mal sehen ob ich alles noch so weit zusammenbekomme.

Mittwoch war nur Autobahn wieder. Rauf und runter, immer wieder. So 6,7 mal. Dann längere Strecke fahren. Durch Baustellen, mal die 130 ausreizen usw.. Das geilste war aber, ich habe selbstständig entschieden wann ich wen überholen will und es hat Spaß gemacht. War einfach nur geil. Beim wiedereinscheren nach rechts, Schulterblick, dann rechte Fahrspur. Beim Schulterblick habe ich ein paar mal gesehen, wie Carsten die Augen zu hatte und ganz entspannt in seinem Sitz saß. Erst dachte ich – ups – aber dann – naja so schlecht kann ich ja nicht fahren, wenn er sich entspannt. LOL. Autobahn hat einfach nur Laune gemacht.

Donnerstag, auf dem Weg zur Fahrschule, ist mir im Bus beim Kaugummikauen eine Plombe rausgefallen. Oh man dachte ich mir, muss das sein?? Schmerzen hatte und habe ich keine bisher. Essen kann ich rechtsseitig, damit mir die Zahnwand nicht bricht, aber blöd ist es schon…

Donnerstag war Kombinationsfahrt von allem. Autobahn, Überland, Stadtfahrt. Ich hatte wie immer diese Nervosität, zwar wesentlich weniger als sonst, aber trotzdem bin ich aufgeregt gewesen. Ich bringe mich dann immer etwas runter, in dem ich mir selbst sage: „Du kannst das, du hast Spaß dran und selbst wenn was sein sollte, Carsten greift ja ein.“ Selbst als Fußgänger gehe ich die Vorgänge durch zB. abbiegen mit Blinker setzen, Schulterblick etc. Manchmal schauen mich die Leute dumm an, aber das ist mir egal, es hilft mir.

Autobahn war wieder in Ordnung, Überland eigentlich auch, und im Stadtverkehr bin ich auch gut durch gekommen. Kleinere Aussetzer waren meist eigentlich nur  mal Schulterblick vergessen, oder enge Kurven im 2. Gang versuchen.

Was aber sehr gut war, an dem Tag sind die Leute alle gefahren wie gestört, aber ich hab alles gesehen. Ein paar mal sind andere Autos einfach so aus Nebenstrassen rausgedonnert, ohne zu schauen, ich hatte Vorfahrt. Es war oft sogar sehr knapp, aber ich habe es geregelt bekommen und Carsten hatte nur seinen Fuß über der Bremse schweben lassen, hat aber nicht eingegriffen. Rückwärts ausparkende Autos genauso. Ohne zu schauen einfach raus. Ich konnte alles meistern und bin auch ruhig geblieben. Bei einer Situation ist Carsten aber ausgeflippt, aber nicht wegen mir. Wir kamen von der Deponie/Steinbruch in den Kreisel. Der Kreiseln wo es in die Stadt geht, nach Kastel, oder Biebrich. Der Kreisel ist meist sehr belebt, vorallem mit LKW die zur Deponie wollen. Ich fuhr in den Kreisel rein und sollte die 2. Ausfahrt raus Richtung Biebrich. Kurz vor der 2. Ausfahrt schossen ein LKW und ein nachfolgendes Auto in den Kreisel rein, haben mich total geschnitten. Carsten brüllte: „Ja tut mir leid das wir hier fahren!!!“ und hat sich etwas aufgeregt, wie unachtsam andere sind. Ich lachte und meinte:“Die sehen ein Fahrschulauto und denken sich – na den schocken wir mal.“

Freitag war der beste Tag. Wieder 2 Stunden alles mögliche. Meistens waren wir im Stadtverkehr. Ich habe geschaltet wie eine Blöde, die engen Kurven im 1. Gang gefahren, bis auf einmal nur den Schulterblick vergessen, einparken hat gut geklappt usw. Er hat mich die meiste Zeit im Auto zugetextet und ich habe mich mit unterhalten. Bei Situationen, bei denen ich aber genau aufpassen musste, habe ich mich konzenriert. War super entspannt einfach. Das allerbeste aber war – Gefahrenbremsung. Die Vollbremsung ist wieder aufgenommen worden in der Prüfung und das sollten ich nun machen.

Wir fuhren auf einer ruhigen Industriestrasse und ich sollte im 2. Gang auf ca. 30 beschleunigen und dann mit allem was ich habe auf Kupplung und Bremse gleichzeitig treten. Ich beschleunigte und Carsten sagte JETZT und ich stiefelte voll drauf und fands gut. Carsten wollte es nochmal machen. Er meinte ich hätte einen ganz kurzen Moment gezögert und nicht voll durchgetreten. Ich dachte mir so: Was? Das war doch gut, aber wenn du das anders willst…“

Wieder beschleunigt, er sagt JETZT und ich bin wieder voll in die Eisen gestiegen. Dann war Carsten zufrieden und meinte, ging ja schnell bei dir. Bei den meisten anderen bräuchte er 3, 4 Anläufe bis sie sich trauen, oder es überhaupt hinbekommen. Fand ich geil. Als ich merkte das wir Richtung Fahrschule fuhren, sagte ich:“Oh schon vorbei? Ich könnte noch ne Stunde fahren“. Carsten meinte:“ Ich nicht…habe noch andere“ wir lachten.

Ich bin aus dem Auto ausgesteigen und war irgendwie voller Endorphine. Freitag war der coolste Tag. Es ist nichts passiert, was mich die Prüfung kosten könnte. Bei paar Sachen würde der Prüfer zwar was sagen, aber das wäre nicht so wild alles.

Donnerstag und Freitag sind wir auch teilweise Prüfungsstrecken abgefahren und Carsten hat mir eine Memge Tipps gegeben. Einmal war ich mir nicht sicher ob ich einen Radfahrer überholen sollte. Sonst sollte ich, wenn möglich, aber dieses mal sagte er, ich sollte im Zweifel lieber hintendran bleiben, auch beim Bus. Es ginge darum, das es ja meine Prüfzeit ist und wenn es irgendwo bummelt, wäre das doch nur zum Vorteil für mich. Ein guter Tipp war auch – bei einer Strasse sollte ich wenden. Er sagte mir, ich solle diese Strasse einfach weiterfahren, da wäre ein Kreisel am Ende. Nicht nur das ich ortskenntnis beweisen würde, wäre es halt das einfachste zum Wenden. Ich hoffe nur, das wir 1. auch diese Strasse fahren in der Prüng und vorallem 2. das ich die Strasse auch wieder erkenne.

Ich kam in eine Situation, sehr enge Strasse und der von rechts hatte Vorfahrt und ich hatte Vorfahrt von einem von links. Es war aber so eng und blöde, da hat Carsten gesagt – wenn so eine Situation kommt, dürfte ich ruhig den Prüfer fragen, ob mein Fahrlehrer mir helfen dürfte. Weil sowas war echt bescheuert.

Am Donnerstag lobte ich Carsten. Er ist ein super guter Fahrlehrer und er hat mir die Angst vor der Autobahn genommen. Er lachte und meinte, ich sollte mit dem Lob warten, bis ich die Prüfung bestanden habe. Ich lachte und meinte, das wäre egal, du ist einfach gut und wenn ich durchfalle ich es nicht deine Schuld.

Eine Situation fällt mir grade auch ein, die war auch soo cool. Biebrich. Sehr eng alles und ich stand in einer „Vorfahrt achten Strasse“. Ein Auto nach dem anderen kam von links, ich sollte rechts in die Strasse einfahren. Carsten konzentrierte sich darauf eine Lücke zu finden, wie ich auch. Da kam eine Lücke und ich fuhr vor und schaute nach rechts und bremste sofort wieder. Carsten erschrak und sah was ich gemacht habe. Ich habe gebremst, weil eine Fußgängerin schnell über die Strasse huschte. Ich habe sie gesehen, Carsten nicht he he. Er passt natürlich auf wenn wir fahren. Aber bei manchen Situationen bzw. Strassenverläufen verlässt er sich auf mich. Freitag hat er zB. ein paar WhatsApp geschrieben während ich gefahren bin. Cool oder? Gut..im Blick hatte er trotzdem alles, schon klar…

Ich denke der Knoten ist geplatzt. Ich weiß nicht warum ich immer noch aufgeregt bin, wenn ich zur Fahrschule fahre, aber sobald ich im Auto sitze ist alles cool. Da geht auch die Aufregung zurück und selbst kritische Dinge tangieren mich nicht mehr so arg. Ich freue mich auf die Prüfung sogar. Ich hoffe nur, ich habe dann keinen großen Aussetzer. Carsten hat gemeint, eine Prüfung wäre wie eine Fahrstunde, aber alleine das Wort Prüfung löst bei vielen eben Nervosität aus und dann kann immer was dummes passieren. Es käme darauf an, wie ich damit umgehe. Ich sagte dann eben, daß ich mich auch die Prüfung freuen würde und ich es schon hinbekäme. Bin auch wirklich optimistisch.

Carsten erzählte mir von einem Fahrschüler, für den hätte er die Hand ins Feuer gelegt. Er ist gefahren wie ein junger Gott. In der Prüfung auch – die ersten 20 Minuten. Dann hat er versagt, hat Rechts vor Links übersehen…so kann es passieren….

Eigentlich bin ich auch etwas zweigeteilt. Wenn ich zu Hause bin, bin ich super aufgeregt. Wenn ich dann im Auto sitze und wir fahren los, entspanne ich mich. Warum bin ich aufgeregt? Ich kann das, es macht Spaß und ich bin richtig zuversichtlich. Ich habe keine Angst vor der Prüfung und ich will sie endlich machen. Selbst die Sekretärin, die wir gestern irgendwo hinfahren sollten, sagte mir, ich würde doch gut fahren. Nur halt im 2. Gang durch enge, oder schwer übersichtliche Strassen wären ein Punkt. Aber sonst wäre sie auch schon mit schlechteren gefahren. Freitag bin ich jeder Kurve in der Stadt, naja in Wohngebieten eher, im ersten Gang gefahren und es war gut. Nur einmal sagte Carsten, das ich „diese“ Kurve auch im 2. hätte machen können, aber nur als Bemerkung…

Montag habe ich dann noch meine Prüfungsvorbereitungsfahrt. 45 Minuten, also nur eine Stunde. Dann ist es soweit. Es kann sogar passieren, daß ich nur 20 Minuten, oder eine halbe Stunde fahre. Wenn der Prüfer sieht, das ich alles kann und das auch noch sehr gut, brauche ich nicht die 45 Minuten voll ausfahren. Ich für meine Person denke aber – ich werde schon die ganze Stunde fahren bzw. stelle ich mich darauf ein. Besser ist das…

Bin sowieso gespannt, denn ich starte nicht von der Fahrschule, auch nicht vom TüV. Ich fahre zum Kallebad und von dort geht es los. Carsten macht vor meiner Prüfung noch eine LKW Fahrstunde und da kann er parken. Die Prüfung endet aber an der Fahrschule dann. Ich war erst kritisch, weil ich kenne da die Ecke nicht soo gut, aber auf der anderen Seite, wer Autofahren kann, dem ist es egal. Die Strassen und Schilder und Ampeln ändern sich ja nicht.

So das war die 2. Ausbildungswoche.

Die Tage habe ich mir unseren Benz angeschaut. Er steht an Ort und Stelle seit fast einem Jahr unbewegt. Batterie ist zwar abgeklemmt, aber die Reifen sind durch..wegen dem langen stehen, Ölwechsel muss ich machen und im Oktober ist auch TüV abgelaufen. Ich muss eine Menge Geld in unseren Benz stecken um den wieder fahrtüchtig und sicher zu machen. Schweren Herzens habe ich mich dann dazu entschieden unseren, seinen, Wagen doch zu verkaufen. Ich habe das Geld nicht um ihn fit zu machen, es bricht mir das Herz, es ist wieder ein Abschied irgendwie…aber es geht nicht anders…

 

Mörderische Wochenenden

Freitag Abend gegen 18 Uhr klopfte es an meiner Tür. Karl und Dagmar kamen um mich abzuholen – in unser Wochenende. Wir saßen erst noch eine ganze Weile bei mir. Was heisst eine ganze Weile, wir saßen bei mir die ganze Nacht. Haben gemütlich was getrunken und hatten Bauchweh vor lachen. Wie es bei uns eben so ist. Zwischendurch hat sich immer mal einer von uns hingelegt und nen Stündchen geschlafen. In der Früh, am Samstag, sind wir zu Dagmar gefahren. Sie wollte sich eine Jacke holen. Naja..bei uns ist es so, wir wollten eigentlich weg gehen, aber wenn wir zusammen sitzen, dann bleiben wir auch sitzen.

Wir haben immer mal wieder eingeworfen – kommt jetzt, wir wollten doch fort gehen. Die Antwort ja stets – jaja, trinken wir erst noch einen Schluck und rauchen eine. Dann machen wir los..2 Stunden später, das gleiche Spiel. Ist lustig. Wir waren dann bei Dagmar und saßen dann eben bei ihr. Ich meinte nur, ich müsse heute nur LOTTO spielen, dann bin ich wieder für jede Schandtat zu haben. Karl fuhr mich zu mir nach Hause und ich habe schnell LOTTO gespielt. Dann sind wir wieder zu Dagmar gefahren. Klar LOTTO spielen kann ich ja überall..aber ich habe so meinen Tick, spiele immer im selben Kiosk…nur mal nebenbei…

Am Samstagnachmittag haben wir 3 zusammen gekocht und gegessen. Es wurde langsam Abend und wir beschlossen, daß wir dann eben heute weg gehen. Wir wollten in einen Club in Rüdesheim. Karl wollte erst noch schnell zu sich nach Hause, wollte danach wieder kommen und uns abholen. Einer von uns hatte dann die Idee, daß wir alle mit nach Geisenheim fahren, ist doch bescheuert die hin und her Fahrerei…vom Benzin mal abgesehen. In Geisenheim angekommen haben wir erstmal vorgeglüht. Das hätten wir lassen sollen, denn wir sind nicht weg gegangen, Nein, dann saßen wir bei ihm in der Wohnung. Wir haben es nicht geschafft fort zu kommen. Es war immer lustig und wir haben angefangen, über uns selbst zu lästern und sich lustig zu machen.

Nachts um 2 Uhr etwa habe ich dann immer wieder gesagt, daß ich nun nach Hause müsse. Ich bin Sonntags immer bei meinen Eltern, muss noch ein bisschen schlafen und duschen wollte ich auch noch. Irgendwie sind wir nicht losgekommen und waren rotzevoll. Dann wurde es wieder hell draussen und ich war immer noch in Geisenheim. Ich fing an zu drängeln, es wird echt Zeit jetzt. Gegen 7 Uhr morgens haben wir es dann endlich geschafft. Um 8 Uhr war ich dann zu Hause und habe mich geärgert. So wie ich beieinander war, konnte ich nicht zu meinen Eltern fahren und habe bescheid gesagt, daß ich nicht kommen würde. Ich war fix und fertig, war wieder mal sehr mörderisch.

Ich legte mich auf die Couch und versuchte zu schlafen. Ging aber irgendwie nicht. Ich bin zwar immer mal eingenickt, aber jedes mal als ich auf die Uhr schaute, waren grade mal 10 Minuten um. Ich war zu kaputt um zu schlafen. Ich dachte darüber nach, daß wir da was ändern müssen. Freitags ist ja alles ok – aber am Samstag zu seuchen eher nicht. Sonst kommt sowas bei raus und das möchte ich einfach nicht. Wir finden ja alle kein Ende. Es macht aber auch so einen Spaß mit den beiden…. Am Mittag klopfte es und ich schleppte mich an die Tür. Dagmar stand davor und wollte mich überreden mit ihr mit zu kommen. Ich sagte ihr, ich sei total am Arsch und muss mich erholen. Sie sagte dann, es ginge ihr ja ähnlich, aber ich könnte mich auch bei ihr erholen. Sie würde was kochen und wir lassen dieses Wochenende langsam ausklingen. Ich ließ mich breitschlagen und fuhr mit zu ihr.

Bei ihr angekommen saß Karl bei ihr. Ich war nicht sehr überrascht. Er wollte doch auch nach Hause? Echt..was wir alle für Sitzfleisch haben… Ich sagte gleich, daß ich aber keine Party mehr groß machen will. Ich war ja total tot, aber alles gut. Einen Wein habe ich dann doch aber getrunken. Was dann aber passierte war weder schön, noch hatte ich damit gerechnet. Wir waren wieder voll, es war wieder mal spät in der Nacht. Dagmar war viel voller als ich und die Stimmung kippte. Ich kenne sie ja, das war nicht das Problem. In der Regel bekomme ich sie wieder grade, aber nicht diesmal.

Die beiden haben geredet, in der Zeit als ich nicht da war. Dagmar hat Karl gestanden, daß sie ihn ein bisschen mehr mag als Freundschaft. Karl hat ihr aber klar gemacht, daß er für sie nur freundschaftliche Gefühle hätte, sein Herz hängt an einer anderen Frau. Dagmar ist nicht blöd und wusste gleich, daß er damit mich gemeint hatte. Ich sagte wiederum, daß ich um seine Gefühle für mich wusste und weiß, ich aber nicht in der emotionalen Lage sei darauf einzugehen. Karl wüsste dies auch. Dann ist Dagmar ausgeflippt und schrie mich an, das es mir gar nicht auffallen täte wie er mich ansieht und alles für mich macht, ohne zu Zögern. Ich sagte ihr, daß er das für sie doch auch mache. Bei mir wäre es aber etwas anderes, antwortete sie.

Irgendwann ist das alles eskaliert. Dagmar weinte und sagte, was es doch für eine Scheisse ist. Wir wären alle in der gleichen Lage. Die eine ist in den verliebt, er aber nicht, er ist in mich verliebt, ich aber nicht..verzwickte Situation. Ich spürte wie alles auseinander bricht, wegen so einer Kacke. Ich sagte, vielleicht ist es besser unsere 3-er Verbindung aufzulösen. Wenn Gefühle im Spiel sind, wird es immer komisch sein, es wird immer einer verletzt sein usw. Die beiden wollten das aber absolut nicht. Wir haben doch so viel Spaß und Dagmar sagte mir, sie wolle mich als Freundin nicht verlieren. Die Lage beruhigte sich zunächst wieder und wir sind zu ganz später Stunde nochmal los, in eine Kneipe. Wir hatten wieder unsere Lachanfälle und alles war wieder in Ordnung. Pustekuchen. Irgendwann ist Dagmar wieder ausgeflippt und ich wusste, daß Thema ist nicht durch. Das wird es nie sein..

Wir haben bezahlt und sind ins Auto gestiegen. Karl, der arme Kerl, trinkt ja nichts und musste sich von 2 besoffenen Weiben so ein Theater anhören. Ich habe gemerkt, wie ihm das alles auf den Sack ging. Mir tat das Leid, aber ich habe nicht angefangen. Im Gegenteil, ich versuche alles gerade zu biegen. Dagmar saß vorne und ich hinten. Karl wollte uns nach Hause fahren. Ich weinte vor mich hin und wollte nur noch weg, ich wollte nach Hause, wieso habe ich mich so locken lassen…Karl fuhr an den Hafen und dann holten die beiden einen Döner. Ich blieb im Auto und fing an auszurasten. Innerlich. Ich will das alles nicht, ich will nach Hause, ich will weg…als sie wieder kam, war das auf einmal alles zu viel für mich. Ich bat Dagmar mich rauszulassen. 2 Türer Auto. Sie sagte nichts, machte aber auch keine Anstalten auszusteigen. Ich wiederholte mich mehrmals. Lass mich bitte raus aus dem Auto, ich muss hier weg. Aber sie stieg nicht aus. Ich bin rüber geruscht und sagte ihm, er solle mich bitte austeigen lassen. Ich habe nicht rumgebrüllt, aber war sehr hart in meinem Ton. Sehr bestimmt.

Karl sprang förmich aus dem Auto und ich war draussen. Ohne eines Blickes, oder einem weiterem Wort bin ich los marschiert. Ich wusste wir sind am Hafen, aber ich wusste nicht wo genau. Ich lief dann die Strasse lang um an eine Stelle zu kommen, an der ein Strassenname dran steht. Ich wollte mir ein Taxi rufen, damit ich endlich weg konnte. Ich lief nicht sehr lange da bemerkte ich, wie Dagmar mir hinter her lief. Ich drehte mich um, rief ihr zu das alles gut sei. Nein das ist es nicht, rief sie mir zu – bleib doch mal stehen bitte. Ich sagte wieder, das alles gut ist. Geh zurück zu Karl, ich wünsche euch aus tiefstem Herzen alles Gute, es würde mich freuen. Lass mich in Ruhe jetzt, entgegnete ich ihr! Sie holte mich ein und packte mich. Sie nahm mich in den Arm und ich bin zusammen gebrochen.

Ich bin nicht auf das eingegangen, was gerade Thema war. Ich fing an zu weinen, heftig, und sagte immer wieder, daß ich meinen Engel so vermisse..wenn er da wäre, würde das alles nicht passieren! Dann riß ich mich los, und wollte weiter gehen. Ich sagte, Alles Gut, mache dir keine Sorgen um mich, alles gut. Ich lief weiter die Strasse lang und Dagmar ging zum Auto zurück. Als ich mich umdrehte um mich zu vergewissern, sah ich das Karl mir nachlief. Ich sagte ihm, er solle mich in Ruhe lassen, es geht mir gut, ich will nur nach Hause. Er holte mich schnell ein, kam vor mich und ließ mich nicht weiter gehen. Ich sagte, Bitte lasse mich. Es geht mir gut. Nein das tut es nicht, sagte er, ich sehe doch wie du dich quälst. Lass mich vorbei, fauchte ich ihn an. Ich weiß, wie du fühlst, aber ich kann dir das nicht geben. Er wüsste das aber  und es wäre ok für ihn, solange ich da bin und wir Spaß haben. Alle.

Er sagte, er könne mich nicht gehen lassen. Nicht so, und auch nicht so. Er hielt mich an meinen Armen fest und ging los. Ich musste rückwärts gehen und sagte immer wieder, er solle mich doch einfach bitte in Ruhe lassen. Ich will das alles nicht… Dagmar hatte inszwischen das Auto geholt, hab ja doch einige Meter geschafft und das Auto stand weiter weg. Wir sind am Wagen angekommen und Karl bat mich einzusteigen, er würde mich jetzt sicher nach Hause bringen. Ich bin dann eingestiegen, hinten wieder. Karl hat dann Dagmar zuerst nach Hause gefahren. Ich setzte mich nach vorne. Kalr fuhr auf die Autobahn und ich dachte mir zuerst, daß ist gut, bin ich schneller daheim…dumm gedacht, Damgar wohnt in Biebrich, ich Stadtmitte…ich sagte nichts, die ganze Zeit über. Dann erkannte ich auf einem Autobahnschild, daß wir Richtung Darmstadt fahren. Ich fragte ihn, was das soll. Karl sagte mir – ich fahre jetzt mit dir nach Frankreich. Da trinken wir einen Kaffee und dann fahre ich dich nach Hause.

Frankreich? Hast du einen Knall?, fragte ich ihn. Er sagte, er mache alles für mich. Ich unterbrach ihn mit den Worten – ich habe niemals gesagt, daß ich nach Frankreich möchte. Er antwortete – Nein das hast du nicht. Ich hole dir die Sterne vom Himmel, ich will immer in deiner Nähe sein und ich will das es dir gut geht. Deswegen mache ich das jetzt. Wir sind auf eine Autobahntankstelle gefahren und haben dann geredet. Ich sagte ihm, daß es genau das ist, warum jetzt alles auseinander bricht. Ich weiß wie du fühlst, aber du weißt ich kann dir nicht geben was du brauchst, was du möchtest und was du verdienst. Ich bin es nicht, ich kann es einfach nicht. Mein Herz ist verschlossen, ich liebe meinen Engel. Ich könnte dir niemals alles geben und das ist nicht fair dir gegenüber. Ich verliere gerade einen Freund, der mir wichtig ist. Wir kennen uns schon so lange und nun wegen sowas bricht alles auseinander. Es tut mir weh, aber ich ziehe mich dann lieber zurück.

Karl sagte, daß es völlig ok ist. Er weiß, daß er mich nicht alleine bekommt, er weiß das mein Engel immer dabei ist und er weiß das ich meinen Engel liebe. Aber warum ich ihm nicht eine Chance gebe bzw. uns. Ich sagte wieder, daß ich das nicht könne. Es ist nicht fair. Wir sprachen bald 2 Stunden auf einer Tankstelle, mitten in der Nacht, irgendwo auf der Autobahn. Karl stieg aus und wollte Kippen holen. Mir rannte der Kopf. Was habe ich nur getan?, fragte ich mich. Wie soll es weiter gehen. Alles nur wegen Dagmar. War doch alles gut…scheiss Gefühle…

Karl kam wieder und er hatte Rosen dabei. 2 rote Rosen, bisschen Grün, sahen total schön aus. Ich nahm sie und sagte Danke. Er schaute mich an und sagte, er würde mir jeden Tag eine Rose schenken, ich würde ihn so Stolz machen. Ich schwieg. Ich konnte ihn nicht mal ansehen… Was nun?, fragte er mich. Ab nach Frankreich? Ich schaute ihn an und meinte, ich sei so kaputt. Ich möchte nach Hause… Er fuhr mich dann nach Hause. Kurz bevor ich ausgestiegen bin, lehnte ich mich zu ihm rüber und gab ihm einen Kuss. Er sagte, spiel nicht mit mir. Ich sagte, nein…das mache ich nicht. Ich kann dir aber nicht das geben, was du von mir verlangst, war nur ein Kuss der Freundschaft…Er lächelte und sagte, ich hätte alle Zeit der Welt. Es ist ok für ihn, er weiß wie ich fühle. Ich fragte ihn dann noch, warum er sich das antun möchte. Es tut doch weh? Er meinte dann nur – wenn ich in deine Augen schaue, ist meine Welt für mich in Ordnung. Ich stieg aus und wir verabredeten uns für den nächsten Tag.

Heute, nach der Arbeit kam er zu mir. Er war vorher bei Dagmar und er sagte, sie sei fix und fertig. Sie hätte geweint und als er fragte was los sei, sagte sie – sie hat Mist gebaut und nun hat sie solche Angst, mich verloren zu haben. Sie hätte so eine Freundin wie mich, noch nie gehabt. Sie fühlt sich so wohl mit Veronika…und jetzt ist alles kaputt. Ich sagte ihm, das es so nicht wäre…er fuhr wieder, sagte aber er käme heute Abend wieder und bringt Damar mit. Sie möchte sich bei mir entschuldigen und mit mir reden…ich sagte, daß es ok wäre…

Ich habe nicht alles aufgeschrieben, nur grob. Es wurden Dinge gesagt, die nicht schön waren. Auf beiden Seiten. Mir hat das auch weh getan, aber was kann ich denn dafür, wenn der Kerl, in den sie sich verguckt hat sie nicht will – sondern mich? Ich habe das doch nicht mit Absicht gemacht! Ich liebe meinen Mann, und hatte niemals was anderes im Sinn…was ist denn nur los?!

Mörderische Wochenenden…ich bin zu alt für so einen Scheiss…

Bis dann

Uff aber schön

Gegen halb 3 Uhr Mittags kam BF vorbei, mit einer ihrer Töchter. Der Ältesten. Kaum war sie bei mir die Tür drin, lachten wir bereits. Ich bot den beiden etwas zu trinken an und wir giggelten und lästerten und erzählten. Gegen 16 Uhr kam Künstlerin, kurz drauf auch Mainzer. BF und ich waren schon leicht angeschickert und die „Neuankömmlinge“ mussten sich erst auf unseren Pegel schaffen. Künsterlin trinkt keinen Alkohol und Mainzer hat sich in Rekordzeit 2 Bier in den Kopf gejagt und war dann „bei uns“. Schwägerin kam gegen 18 Uhr vorbei und Rumpelstielzchen war sowieso da. Geisenheimer kam nicht. Er schrieb eine SMS am Abend, er sei rotzevoll. Ich rief ihn an und fragte was denn los sei. Seine Ex hat angerufen, oder sie war da – keine Ahnung – und es hat ihn wieder total zerstört. Ich sagte ihm, wärst du doch gleich zu uns gekommen, hier ist es sau lustig und wir hätten dich ablenken können..aber egal jetzt auch, er solle seinen Rausch ausschlafen.

Bruder und Vorderhauszote haben sich die Grippe gefangen, der Bärtige ist nicht gekommen. Macht nichts. Wir hatten soviel Spaß – ich hatte wieder Muskelkater in den Wangen vor lachen. Zwischendurch meinem Engel immer wieder gratuliert und dabei ein Schnapsgläschen mit Apfelkorn getrunken. Es ist reichlich Alkohol geflossen. BF und ich haben unseren Wein getrunken und Mainzer sein Bier. Irgendwann war auch die Flasche Apfelkorn leer und Rumpelstielzchen ging an den Kiosk eine weitere Flasche holen. Uff.

Älteste ging gegen 9 Uhr und auch Künstlerin und Schwägerin gingen. Es wurde später und später und wir voller und voller. Wir waren alle so zu – wie lange nicht mehr. Als die 4 Flaschen Wein auch leer waren, sind wir auf Bier umgestiegen. BF Cola-Bier, ich ohne Cola. Rumpelstielzchen hat irgendwann seinen sentimentalen bekommen und wollte mich in der Küche sprechen. Es ging wieder nur darum, daß er sich Sorgen um mich mache. Um mich als Person und um mein Geschäft, ich kümmere mich zu wenig. Ich sagte ihm es gehe ihn nichts an, ich habe alles im Griff. Er brauche sich keine Sorgen machen. Auch als er wieder damit anfing, ich solle aufpassen und mich nicht ausnutzen lassen, nahm ich ihm gleich den Wind aus den Segeln. Ich sagte ihm, das ihm dies auch nichts angeht. Es geht ihn nichts an mit wem ich wie lange „alleine“ bin, was ich dabei mache, oder mit mir machen lasse…er solle mich nicht nerven damit! Abgesehen davon lasse ich nichts mit mir machen, was nicht in meinem Sinne ist. Egal um was es sich dabei handelt.

Ich habe festgestellt, daß es wohl doch noch redebedarf bei ihm gibt und wir uns nochmal hinsetzen müssten..oh man…kann ich einmal, nur für eine Stunde nicht ich sein? Warum muss ich mich mit so einer Kinderkacke beschäftigen…

Er rauschte ab, wie immer halt, wenn ihm was nicht passt. Mir egal, ich wollte mir meine Laune nicht verderben lassen. Ich habe soviel geweint in den letzten Tagen wieder und ich wollte lachen! Auch wenn dieser Tag nicht zum lachen eigentlich war. Meinem Engel hätte es aber sicherlich gefallen, mich nicht so trübselig zu sehen..auch wenn es sein erster Geburtstag war, an dem er nicht da war. Später, sehr viel später, als die Stimmung alkoholbedingt etwas runter ging, kam Rumpelstielzchen nochmal rüber. Wir saßen eigentlich nur da und redeten. Er fragte mich, ob er ein paar Zigarettenpapers haben könne, der Kiosk war schon zu und er hätte vergessen welche zu kaufen. Klar, sagte ich. Er nahm sich ein paar Papers raus und dann schmiss er sie auf den Tisch, stand auf und prustete irgendwas von wegen – das müsse er sich nicht anhören – sowas in der Art. Zack war er die Tür draussen. Verdutzt schaute mich BF an und ich schaute genauso. Ich habe was gesagt, daran kann ich mich nicht mehr erinnern, und das hat ihn wohl getroffen. So ist er dann eben wieder abgerauscht. Vor Schreck wusste auch BF nicht mehr, was ich denn so schlimmes gesagt haben muss…

Gegen 1 Uhr Nachts kam die jüngste Tocher von BF vorbei. Sie trank ein ColaBier mit uns und ist dann auch wieder abgerauscht. Sie wollte ins EuroPalace, vorher aber bei mir reinschauen. Kurz danach hob sich die Stimmung wieder und wir lachten, daß unsere Bäuche wehtaten, das Gesicht verkrampfte und wir Angst hatten das würde so bleiben. Was wieder ein Anlass war Tränen zu lachen. Gegen halb 3 wurden wir alle müde. Dagmar legte sich längst auf die eine Seite der Couch und ich gab ihr eine Decke. Sie muss um halb 4 los, mit schlafen ist aber nicht mehr. Sie döste vor sich hin, während Otto und ich auf der anderen Seite der Couch saßen und uns unterhielten über dies und das. Meistens jedoch über meinen Engel. Alte Geschichten, Erinnerungen, wie es so ist. War richtig gemütlich und schön.

Um halb 4 klingelte der Wecker, den ich vorsorglich gestellt hatte. BF setzte sich hin, rauchte eine Zigarette, und machte dann los zur Arbeit. Die arme Maus…doch durch gemacht und nun bis 12 Uhr arbeiten. Mainzer und ich saßen immer noch auf der Couch und unterhielten uns weiter. Auf einmal war es 7 Uhr morgens, und er musste auch los zur Arbeit, auch bis um 12 Uhr schaffen. Die armen Leute, dachte ich mir. Zum Glück bin ich selbstständig…ich hätte krank machen müssen, hätte ich einen Angestelltenjob. Wir hatten alle noch gut Restgas bzw. waren noch gut dabei, keinen Schlaf und dann arbeiten gehen…na Danke… Als Mainzer auch ging, legte ich mich auf die Couch und schlief ein. Ich habe nicht so lange geschlafen, gefühlt gar nicht. Gegen halb 11 raffte ich mich auf um meine Runde zu machen.

Ich ging ins Bad und schaute in den Spiegel. Wer ist denn das? Fragte ich mich, denn die Frau die mich ansah, kam mir nicht bekannt vor. Meine Güte, siehst du verstrahlt aus. Die Augen rot, das Gesicht auch..Restgas definitiv vorhanden. Boah ey und so muss ich raus!? Hilft alles nichts. Wasser ins Gesicht, Zähne geputzt und Haare gekämmt. Siehst nicht besser aus und fühlst dich auch nicht besser. Egal, los jetzt! Ich bin Lotto spielen gegangen, dann etwas einkaufen. Kaum zu Hause, habe ich mich umgezogen. Meine Schlabberhose, bequem eben und ich gehe heute eh nicht mehr raus und überhaupt, wenn jemand klopft, bin ich nicht da. Komatöser Samstagszustand.

Vom Tante E Laden habe ich mir ein Päckchen Hackfleisch geholt. Ich hatte die letzten 2 Tage nichts gegessen, ausser einer Scheibe Brot mit Räucherlachs und hatte nun irgendwie Hunger. Schnell muss es gehen und was zum Schaufeln sein. Um 11 Uhr fing ich an mir eine Bolognese zu machen, dazu Nudeln. Schaffte mir einen Teller rein und legte mich danach auf die Couch um noch ein bisschen zu schlafen. Irgendwie konnte ich nicht einschlafen. Ich bin schlagskaputt, aber konnte nicht einschlafen. Mein Kreislauf war auch nicht on Top. Ich ging in die Küche und räumte diese auf und sah, daß in der 2. Flasche Apfelkorn noch ein Schluck drin war. Ah gut, dachte ich mir und trank den Schluck grade aus der Flasche. Assig ich weiß… Mein Kreislauf stabilisierte sich innerhalb weniger Minuten und ich versuchte es nochmal mit schlafen. Gelang mir diesmal.

Um halb 3 Mittag klopfte es an der Tür. Mein erster Gedanke war – och nö…dann viel mir auf, das ich dieses Klopfen nicht kannte. Wer mag das sein? Ich stand auf und in dem Moment kam mir der Gedanke, das es Älteste sein müsse. Sie hat sich gestern von mir Geld geliehen und wollte es heute wieder bringen. So war es dann auch. Oh habe ich dich geweckt, fragte sie mich mit großen Augen. Ich sagte – ja, aber nicht schlimm. Komm rein. Sie wollte nicht lange bleiben, nur das Geld wieder bringen. Ich zündete mir eine Zigarette an und sie meinte, sie bliebe noch so lange wie ich rauchen würde. Kein Ding, sagte ich. Ich fragte sie nach ihrer Mutter. Sie lachte und sagte, sie hätte eben mit ihr telefoniert. Die Arbeit war so schlimm heute, sie wäre so kaputt und müde und als sie nach Hause kam hätte sie sich gleich schlafen gelegt. Ich lachte auch und sagte – ja das Beste heute, was man tun kann. Meine Zigarette war fertig geraucht und Älteste verabschiedete sich mit den Worten – schlafe du auch noch ein bisschen. Ich brachte sie an die Tür und antwortete – das kannste aber glauben.

Ich legte mich wieder hin, stieg aber auch gleich wieder auf. Ich bin müde, aber es ist jetzt 16 Uhr und wenn ich nun weiter penne kann ich heute Nacht nicht schlafen. Also bleibe ich nun wach und gehe eben später etwas früher ins Bett.

Rumpelstielzchen hat sich heute noch nicht blicken lassen. Schon gut so, aber auch wieder so typisch. Wenn er mich nervt wegen gestern, sage ich ihm ganz egal was ich gesagt habe – ich war dicht und da sollte man nicht alles so ernst und persönlich nehmen. Wenn ich einen Punkt getroffen habe, dann soll er das nächste Mal nicht weg rennen, sondern mir sagen, daß ich grade Scheiße labere..wo ist das Problem?

Ich mache jetzt die Osterkörbchen für meine Lieben, für morgen, fertig…

Bis dann

Anstrengend aber guuut

Das Wochenende habe ich überlebt..es war noch anstrengender als das letzte Wochenende, aber auch ungleich spaßiger, lustiger, schöner..besser… Freitagnachmittag habe ich mich bereits „abgeseilt“ und war nur unterwegs. Weiß gar nicht mehr genau wo alles…war Billard spielen und auch in einem Club..glaube ich… Am Freitag mit Karl. Am Samstag habe ich erst meine „Pflichten“ erledigt, zwar auch nur im Schnelldurchlauf aber ich habe sie gemacht und war dann noch bei meiner Mam und Pa. Dann am Samstagnachmittag ging die „Party“ weiter.

Ich bin tagsüber immer erst bei meiner Mam, dann fahre ich ins Krankenhaus zu meinem Pa. Samstagnachmittag kam Karl und hat mich abgeholt. Wir sind dann zu Dagmar gefahren, saßen dort eine Weile. Sie hat Nudelsalat gemacht und Frikadellen. Zum vorglühen gab es Rotwein. Auf einmal war es schon 19 Uhr und wir mussten los. Wir wollten nach Mainz in die Eishalle und wollten eigentlich gegen 18 Uhr schon da sein..Trödler halt…

Wir sind also nach Mainz rüber und haben dort erst noch unseren Mainzer Otto abgeholt. Dann ab in die Eishalle. Es hat so Spaß gemacht, wir haben so gelacht. Jeder von uns meinte, er würde nur auf dem Hintern landen. Der einzige, der wirklich geflogen ist, war Karl. Dagmar kam recht schnell wieder rein, sie kann ja eigentlich Schlittschuhlaufen und Otto und ich haben uns nur an der Bande festgekrallt. Aber es war soo lustig, wir haben nur gegröhlt. Zwischen durch haben wir uns einen Glühwein gegönnt – ist ja immer saukalt in so einer Halle. Nach 2 Stunden etwa waren wir durchgefroren und hatten keine wirkliche Lust mehr. Es war aber noch „früh“ – gerade mal 10 Uhr, oder so… Otto hatte die Idee ins Bogarts zu fahren, ist ja auch in Mainz.

Da war ich noch nie und warum nicht. Es war toll im Bogarts..wieder haben wir nur gelacht. Dagmar und ich haben die Boys so unterhalten, daß diese kaum geredet haben. Und wenn, war das für uns wieder ein Anlass vor lachen unter dem Tische zu landen. Es war einfach nur herrlich. Wir waren dort bis um ca. 2 Uhr Nachts.

Um 2 Uhr waren wir aber müde und wollten Heim. Wir haben erst Otto wieder nach Hause gebracht, dann sind wir zu mir gefahren. Karl blieb noch eine Weile und ist dann auch los. Dagmar ist geblieben. Gegen 4/halb 5 sagte ich, ich müsste mich jetzt auch mal hinknallen. Sie war auch müde. Ich gab ihr Kissen und Bettdecke, erklärte ihr meine Fernbedienungen, sagte ihr sie könne sich auch am Kühlschrank bedienen wie sie möchte und habe mich dann ins Bett gelegt. Sie schlief auf der Couch. Meine bequeme Couch, wie sie sagt. Ich lachte und sagte – ja aber schlafe mal da mal ein halbes Jahr drauf. Sie lachte und meinte – ja verstehe. Am nächsten morgen wollte ich wieder zu meiner Mam, dann ins Krankenhaus. Karl wollte um halb 10 da sein. Gegen 10 Uhr rief er an – er hätte verschlafen, er käme aber jetzt. Kein Problem. Als er dann da war, sind wir los. Karl hat erst mich zu meiner Mam gefahren, dann Dagmar nach Hause.

Gegen 16 Uhr war ich wieder daheim und dachte mir, heute würde ich nicht alt. Meine Sis hatte mich nach Hause gefahren, waren ja noch im Krankenhaus. Sie blieb noch eine Weile und ich holte ihr was zu trinken aus der Küche. Ich schaute aus dem Fenster und sah, wie Dagmar im Hof lang gedackelt kam, hinter ihr Karl. Ups was ist denn jetzt los, dachte ich mir und öffnete die Tür. Dagmar begrüßte mich mit einem laut schallenden lachen und ich rief – was geeeeeeht! Sie kamen rein und erzählten mir – ja Karl hat sie nach Hause gebracht..dann habe er sie überredet auf den Flohmarkt zu fahren, dann war es „spät“ und sie entschieden sich nochmal bei mir reinzuschauen. Es war wieder eine lustige Runde und sie erzählten mir ihren Tag. Meine Sis musste leider dann bald los und ich verabschiedete sie. Wir tranken Wein, babbelten und hatten Spaß. Auf einmal war es 8 Uhr abends und Dagmar wollte nun endlich doch Heim. Sie muss arbeiten am Montag und muss um 2 Uhr Nachts dafür aufstehen. Ja kein Problem, dann fährt Karl sie eben wieder Heim. Sie fragten mich beide, ob ich mit käme. Klar – sagte ich – ich muss doch schauen, daß meine Süße auch wirklich zu Hause ankommt. Wir lachten wieder. Wir sind Dagmar nach Hause gefahren und haben uns dann bei ihr erstmal fest gesetzt. Wir haben nur gelacht..mir tat der Bauch weh und meine Stimme war inzwischen nur noch ein heiseres Krächzen. So viel habe ich schon ewig nicht mehr gelacht.

Mitternacht ging uns allen aber die Luft aus. Vorallem Dagmar, sie musste ja um 2 Uhr auf der Arbeit sein…Nachts wohlgemerkt Frühschicht eben, und mit schlafen war dann eh nichts mehr drin. Ich wollte dann aber auch nach Hause und wir freuten uns schon auf´s nächste Wochenende. Karl fuhr mich Heim, kam aber nicht mehr mit rein. Ich zog mich um, legte mich auf die Couch und schlief gleich ein. Mir hat der Schlaf auch gut getan, auch wenn es hier nicht so rauskommt – es war anstrengend, sau lustig wie ewig nicht mehr, es hat so einen Spaß gemacht.

Ich habe gut geschlafen, durch geschlafen. Heute morgen – Montag – ich wusste, jetzt ist der ganze Tag und auch die Nacht wieder knallharte Realität. Ich machte meine Arbeit, meine Kram im Haushalt und fing an zu weinen. Jedesmal wenn ich mit meinem Engel rede, an ihn denke, oder sein Photo anschaue, das bei mir an der Wand zwischen seinen Bildern hängt, muss ich weinen. Der Schmerz sitzt so tief…alle sagen es würde „besser“ werden..aber niemand kann mir sagen wann…. Als ich heute morgen aufgewacht bin, hatte ich ein Lied im Kopf. Ich hatte schon eine Weile nicht mehr daran gedacht, aber kaum das ich meine Augen auf gemacht hatte, schallte dieses Lied in meinem Kopf wie ein Ohrwurm. Es war – David Bowie -Space Oddity…sein Lied auf der Beisetzung…ich sang es laut vor mich hin, denn nur so bekomme ich Ohrwürmer weg…eigentlich…aber es ging nicht weg…nicht so lange, bis ich weinen musste…Ground Control to Major Tom…mein Major Tom fliegt durchs All und hört Ground Control nicht…

Ich weiß nicht… es hört sich vielleicht blöd an… oder ich bilde mir dieses Gefühl auch nur ein…aber als ich heute diesen Song im Kopf hatte, hatte ich stark das Gefühl, das mein Engel mir das in den Kopf gesetzt hat um zu zeigen, daß er da ist. Und während ich dies schreibe, laufen mir die Tränen übers Gesicht. Ich vermisse dich so unendlich mein Engel…

Ich trocknete meine Tränen, hatte das Lied aus dem Kopf und fuhr dann zu meiner Mama….

Bis dann

Sehnsucht

Am Samstag Nachmittag kam Geisenheimer vorbei, wollten wir doch Rumpelstielzchens Geburtstag feiern. Der war aber schlecht drauf, nervte und motze nur rum..machte seinem Namen eben alle Ehre…Ahja ist gut, dachten wir uns und ich schrieb Vorderhauszote eine WhatsApp, ob er rum käme – feiern…halt auch ohne dem Geburtstagskind. Er konnte nicht, käme aber später mal vorbei. Dann saßen Geisenheimer und ich erstmal nur dumm rum. Geisenheimer machte den Vorschlag – dann gehen wir eben aus! Er hatte auch eine Idee. Wir sind dann nach Schierstein gefahren ins LeKarambolage zum Billard spielen.

Ich habe ewig kein Billard mehr gespielt. Manchmal..eigentlich dauernd..dachte ich an Schatz. Schatz hat super Billard gespielt. Ich stellte mir vor, er wäre dabei gewesen. Schatz hat vor langer langer Zeit mit Billard seinen Lebensunterhalt verdient. Man kann sich vorstellen, wie gut er darin war. Wie sehr wünschte ich mir, er wäre dabei gewesen..es hat aber irgendwo Spaß gemacht und die Abwechslung war ok.

Wir sind dann wieder zu mir gefahren, es war inzwischen auch halb 8/8 Uhr. Es dauerte nicht lange, dann kam auch Vorderhauszote vorbei. Die beiden tranken kräftig ihren Jägermeister, ich mein Bier. Ich trinke keinen harten Alkohol, ausser manchmal eben den Äppler…(Apfelkorn) Der Abend war lustig und zwischendurch kam auch mal das Geburtstagskind rüber zu mir. Er hatte aber übelst schlechte Laune und senkte die Stimmung jedesmal. Beim 3. oder 4. mal als er rüber kam, er ist ja immer wieder abgehauen, bin ich ausgeflippt und erhob meine Stimme. Das konnte er ja gar nicht vertragen und schrie rum – er sei doch mündig und erwachsen und wenn er seine Ruhe haben will, sollen wir ihn nicht zwingen zu Dingen die er nicht will…ich schrie zurück bzw sagte ihm meine Meinung und er ist wieder abgedampft..

Lasst ihn doch gehen, sagte ich … wenn er lieber motzen will (aus hier nicht veröffentlichen Gründen) soll er doch. Wir feiern seinen Geburtstag eben ohne ihn! Ich war genervt, hatte ich mich doch auch um alles gekümmert..für ihn..eben weil er im Moment die Scheisse wieder anzieht…aber das kümmert ihn nicht und mich hat es gestern auch nicht mehr gekümmert. Soll er doch motzen, mir egal! Seine Probleme sind sowieso Hausgemacht…sS = selber Schuld! Wir hatten ohne ihn, zu dritt, einen lustigen und wunderbaren Abend. Gegen 3 Uhr Nachts versank Geisenheimer immer mehr in meiner Couch und ich sagte zu Vorderhauszote, es wäre jetzt Feierabend. Geisenheimer schreckte hoch und wollte ans Auto. Vorderhauszote und ich sagten aber, er könne doch kein Auto mehr fahren und er solle die Nacht hier bleiben.

Er versank wieder in der Couch und Vorderhauszote ging. Ich holte eine Decke und deckte Geisenheimer zu. Fernseher aus, Tisch noch abgeräumt und dann auch selbst ins Bett. Es war seltsam, Geräusche einer anderen Person zu hören. War es doch die letzten Wochen sehr still und leise, wenn ich ins Bett gegangen war. Gegen 4 Uhr bin ich dann auch eingeschlafen…am Sonntag, heute, um ca. halb 8 morgens war die Nacht vorbei. Ich machte uns einen Kaffee/Tee und Geisenheimer ging nach diesem. Er käme aber heute Abend nochmal vorbei, sagte er.

Ich ging dann duschen und machte mich fertig um zu meinen Eltern zu fahren. Ich war und bin es noch, unendlich müde..die Nacht war kurz, Kater habe ich keinen, aber trotzdem..man merkt die „Feier“ eben doch. Der Tag bei meinen Eltern war wie immer lustig, auch wenn ich heute recht Wortkarg und ruhig war.

Bevor ich zu meinen Eltern gefahren war und als ich wieder zu Hause war, weinte ich. Es kam einfach so…übernächtigt halt und ich kann dann meine Emotionen nicht recht kontrollieren…ich vermisse ihn so sehr, zumal einige „mystische“ Dinge passiert sind. Es war, als ob er mir Botschaften übermittelt hat und sie sollten mich trösten. Es hat aber das Gegenteil bewirkt und es hat so unendlich weh getan. Ich will seine Stimme hören, ihm in seine Augen sehen..es war kein Trost, es war purer Schmerz…ich weiß, daß er das so nicht will – aber es wirkt bei mir eben so…ich kann nicht mehr, ich schaffe das alles nicht…ich habe so wahnsinnige Sehnsucht, ich halte das nicht mehr aus.

Niemand muss sich Sorgen machen, ich bin trotzalldem nicht Suizidgefährdet, weiß ja um meine „Aufgaben“ im Leben…aber ich brauche ihn von Tag zu Tag mehr und ich ertrage es mit jedem Tag weniger, daß er nicht mehr da ist….ich weiß, daß ich Leser habe, die mich persönlich kennen. Ich möchte ausdrücklich sagen, es muss sich um mich keine Sorgen gemacht werden…was ich hier schreibe, sind meine innersten Gefühle, unzensiert und ungefiltert..ich mache eben etwas durch, da muss jeder von uns irgendwann mal durch. Ich bin sehr offen und schäme mich nicht meiner Gefühle, auch wenn ich nicht möchte, daß irgendjemand mein Leid sieht…

Irgendwann schreibe ich mal auf, was ich Zeit meines Lebens so erlebt habe. Ich bin sensitiv bzw medial veranlagt. Einige schreckt dies vielleicht ab, ich bin manchmal selbst davon überrascht. Es hat nichts damit zu tun – an etwas zu glauben – es ist einfach so. Auch wenn dies im Gegensatz steht, daß ich meinen Engel meistens nicht spüre…aber wenn, dann richtig!  Ob ich dazu heute noch komme, kann ich nicht sagen…aber ich werde es aufschreiben….

Bis dann

In einem Bett schlafen

Die Nächte, in denen ich durchschlafe, werden mehr. Am Dienstag habe ich mit meiner Freundin Holz geholt und wir waren im Netto. Ich habe mir mal wieder was vernünftiges zu Essen geholt. Habe vor mir auch mal wieder was zu kochen. Insgesamt aber ein ruhiger Tag…es regnete wie blöde und es war sehr trüb und dunkel.

Der Tag hatte trocken angefangen und ich entschied mich spontan das Bett heute doch zu holen. Ich twitterte mit meiner Mam, ob ich kommen könnte um auch Pa zu helfen das Bett abzubauen. Ja natürlich, keine Frage. Ich bin zu meinen Eltern gefahren. Wir saßen zunächst etwas gemütlich zusammen und dann haben wir noch lecker gegessen. Nach dem Essen haben Pa und ich das Bett abgebaut. Mein Vater wollte sich nichts anmerken lassen, aber ich fragte immer wieder, ob er eine Pause machen möchte. Das Bett abbauen war sehr anstrengend für ihn, aber er wollte es eben durchziehen.

Auch das Bettgestell, Metall, zum Auto zu tragen hat ihn sehr angestrengt. Wir haben es aber geschafft und das Gestell im Auto verstaut. Etwas eingeklemmt saß ich mit im Auto und wir fuhren zu mir. Dort angekommen und das Bett wieder ausgeladen, wobei ich mir gleich die schweren Teile geschnappt hatte. Trotzdem war er wieder aus der Puste und ich sagte zu Pa: Setz dich doch einen Moment hin…. Er setzte sich und nach ein paar Minuten ging es wieder. Wir verabschiedeten uns und ich twitterte Mama das er losgefahren sei und sie bitte twittern soll, wenn er angekommen ist.

Das Bett war schnell aufgebaut. Sind ja nur paar Schrauben und ich bin technisch nicht unbegabt… So…da ist es nun..mein Bett…es sieht fast aus wie unser Ehebett, nur eben als Einzelbett. Mein Ehebett wollte ich nicht aufbauen…ich ertrage den Gedanken nicht, alleine darin zu liegen…

Der Tag plätscherte dann so vor sich hin und um halb 5 Uhr etwa kam Geisenheimer. Ich telefonierte am Dienstag mit ihm, ob er in seinem Auto genug Platz für die Matratze und den Rost hätte. Den Rost kann man nicht teilen, ist halt sehr sperrig. Ich twitterte Mam das Geisenheimer und ich kämen, den Rest holen. Bei meinen Eltern angekommen verstauen wir gleich die Matratze und den Rost. Hat etwas aus der Heckklappe gelugt, aber mit Spanngurten hat alles gehalten und erneut eingeklemmt und beengt, sind wir zu mir gefahren. Den Rost aufs Bettgestellt gelegt und dann die Matratze. Zuvor natürlich bezogen. Ich habe keine Spannbettlaken für Einzelmatratzen, sondern nur für die großen..aber das ist erstmal nicht schlimm, habe das alles unter die Matratze gestopft. Gleich danach meine Bettdecke und mein Kissen draufgelegt. Dann noch das Kissen von meiner Mama und die 2 kleinen Kuschelkissen von meinem Schatzi.

Die Zeit rannte und wir machten uns schnell los…meine Freundin hatte doch Geburtstag. Eine viertel Stunde später waren wir bei ihr. Wir feierten schön ihren Ehrentag und es war ein lustiger schöner Abend. Ich brauche nicht erwähnen, wie sehr mein Babylie gefehlt hat. Ich habe mich nicht „ganz“ gefühlt. Er war nicht da um den Arm um mich zu legen, Späßchen zu machen, zu lachen und mich zu küssen. Es war trotzdem ein schöner Abend mit viel Wein, Eierlikör und Spaß. Da wir erst gegen 19 Uhr bei ihr einliefen, waren einige Gäste schon wieder gegangen. Ein paar waren noch da. Um halb 12 sind wir auch wieder los. Geisenheimer trinkt nichts und er hat mich dann wieder nach Hause gebracht, konnte ja Autofahren.

Gegen halb 1 ist er dann auch gefahren. Er muss ja heute auch arbeiten.. Ich saß dann alleine auf der Couch, klar… und hatte Lust auf Sex…kam natürlich durch den Alkohol und den spaßigen Abend. Ich weinte ein wenig. Dachte daran, daß mein Engel und ich jetzt Sex gehabt hätten usw… Ich dachte mir wieder, wie scheisse alles ist. Ich hatte Lust auf Sex..aber nur mit ihm! Selbst wenn ich jetzt mit irgendeinem geschlafen hätte, wäre es mir übelst schlecht gegangen. Ich hätte das Gefühl gehabt ihn zu betrügen. Es sind grade mal 4 Wochen, die er nicht mehr bei mir ist…das ist es mir nicht Wert! Hört sich alles blöd an vielleicht, aber Sex ist kein Thema zur Zeit…kam eben vom Alkohol und dem lustigen Abend..und meine Gedanken an ihn…

Ich holte mir ein Bier aus der Küche und weinte noch ein bisschen..die Lust war vergangen und ich fühlte mich schlecht, überhaupt Lust gehabt zu haben…es ist menschlich und ganz natürlich..das weiß ich…aber…trotzdem…

Als die Flasche Bier ausgetrunken war, machte ich den Fernseher aus und legte mich auf mein Bett. Ich deckte mich zu, nahm eines seiner Kuschelkissen und legte meinen Kopf darauf. Das Kissen mit unserem Bild darauf, war am Ende meines Bettes, so das ich ihn sehen konnte. Ich schaute ihn an und sagte ihm, wie sehr ich ihn vermisse und wie sehr ich ihn liebe und wie glücklich wir auf dem Bild aussehen…ich entschuldigte mich, nicht besser auf ihn aufgepasst zu haben…ich machte das Nachttischlicht aus und schlief schnell ein.

Bedingt durch den Alkohol träumte ich nicht. Ich träumte schon, aber in dem Moment als ich aufgewacht war, verschwanden die Bilder recht schnell…schade und blöd. Ich habe gut geschlafen..denke ich..zumindest bin ich entspannt aufgewacht, Kater hatte ich keinen. Nur etwas Kreislauf…habe heute meinen „Mädchenkram“ bekommen… Ich nahm eine Tablette und es ging mir recht schnell wieder gut. Heute ist trotzdem ein Gammeltag für mich. Ich habe nicht viel gemacht. Ein bisschen in meinem Büro geräumt, aber wirklich Lust dazu hatte ich nicht. Mache ich morgen und am Samstag. Dann ist alles erstmal soweit fertig…meinen PC wieder anschließen und dann mal schauen.

Ich mache zur Zeit alles über meinen Laptop…geht, aber mein Rechner ist mir auf Dauer doch lieber…vorallem wegen meiner Arbeit…wir haben jetzt gleich 14 Uhr..ich mache heute nichts mehr…heute ist ein echter Gammeltag..Morgen muss ich auf die Bank und auch zum Dok. Rezept holen und auch eine Überweisung. Trott halt…Trott – ohne meinen Engel….

Seit über einem halben Jahr habe ich nicht mehr in einem Bett geschlafen…man gewöhnt sich dran, aber nun habe ich wieder ein Bett und es ist schon ein Unterschied….da Schlimmste ist und bleibt, daß ich alleine in dem Bett liege..das war auf der Couch auch irgendwie anders…dieses Gefühl…aber ich werde mich daran auch gewöhnen…

Bis dann

Geburtstag

Am Rosenmontag Geburtstag zu haben ist eigentlich ganz cool, aber nun mit diesen meinen Umständen fast schon eine Strafe…

In der Nacht auf Montag hatte ich mir ja vorgenommen, unsere Tradition fortzuführen. Ich öffnete den Krim rechtzeitig, damit ich nicht Mitternacht verpasse und wie blöde an der Flasche hänge. Im Krim ist noch ein „echter“ Korken drauf und den bekommt man….ich….nicht so leicht raus. Ging diesmal aber recht gut, komischerweise….

Gegen halb 12 klopfte Rumpelstielzchen an der Tür und fragte, ob er reinkommen dürfe, ob er mich störe. Eigentlich wollte ich alleine sein…mit meinem Engel..ich ließ ihn aber rein und um Punkt Mitternacht gratulierte er mir. Er drückte mich und wünschte mir alles Gute und ich soll so bleiben wie ich bin, so stark. Ich bedankte mich. Paar Minuten später sagte ich ihm, ich wollte mich jetzt hinlegen. Sehen uns später…Rumpelstielzchen ging rüber in seine Wohnung und ich holte mir „unsere“ Gläser aus der Küche. Ich füllte beide Gläser mit Krim. Ich redete mit Schatz, wie sehr ich ihn vermisse und trank aus seinem Glas zuerst einen Schluck, dann aus meinem. Ein paar Tränen liefen mir über die Wangen. Ich bin aber nicht zusammengebrochen…

Als beide Gläser leer waren, räumte ich sie in die Küche. Mein Glas füllte ich mir nochmal auf und trank es auf EX leer….ich wünsche mir so sehr, daß du bei mir bist, redete ich mit mir selbst. Ich machte das Licht aus, legte mich auf die Couch und schlief ein.

Am Morgen bin ich sofort hoch und in Action. Die Küche nochmal aufgeräumt, das Wohnzimmer geputzt…Staub gewischt, Boden gewischt, was halt so anliegt. Die Zeit ging schnell rum und es wurde Zeit sich fertig zu machen um zu meinen Eltern zu fahren. Dort angekommen gratulierten sie und meine Sis mir zum Geburtstag und drückten mich feste. Geschenke auspacken…

Meine Sis schenkt mir ihr Bett und sie hat mir eine voll tolle Karte gebastelt, geschmückt mit lauter 20 Euroscheinen. Mein Papa hat mir ein Tablet geschenkt. Ich hatte mir ja eines geholt, aber das ist natürlich um längen viel viel besser als mein „Billigteil“. Fand ich total cool und hat mich sehr gefreut. Meine Mam hat mir ein Kissen geschenkt. Ein großes Kissen. Es ist weiß und ist mit einem Photo bedruckt. Auf diesen Photo halten Schatz und ich uns innig und lachen beide in die Kamera. Umrandet ist das Bild mit einem Rosenmuster. Es sieht so schön aus und hat mir die Tränen in die Augen getrieben. Vielen Dank für die tollen Sachen. Freut mich richtig richtig.

Dann gab es Essen. Mein Wunschessen war Spaghetti Bolognese und es hat wie immer soo lecker geschmeckt, daß ich mich am liebsten daran überfressen möchte. In unseren üblichen Spielen habe ich natürlich wieder verloren…kenne ich ja nicht anders…Leider gab es keine WalnusCremeTorte. Es war überhaupt keine Nusstorte aufzufinden. Stattdessen gab es eine BananasplitTorte und die war auch super lecker. Zur gewohnten Zeit hat mich meine Sis nach Hause gefahren. Es war sehr windig und es hat ständig geregnet. Erst am Abend kam die Sonne etwas raus.

Kaum das ich zu Hause war klopfte schon der erste Gast. Eine Freundin kam vorbei, Künsterlin. Sie gratulierte mir und setzte sich auf die Couch. Während ich ein paar Chips auf den Tisch stellte, fragte sie nach einem Bier. Ich sagte ihr, daß ich keins da hätte..bin erst vor 10 Minuten nach Hause gekommen, aber sie könnte welche holen gehen. Ja kein Thema – sagte sie und ich gab ihr Geld.Als sie wieder kam, hatte sie den Mainzer dabei. Auch ein guter Kumpel von uns. Ich öffnete mir auch ein Bier und stießen an. Wir unterhielten uns auch über Schatz, wie sehr er mir fehlt und wie sehr er überhaupt fehlt. Wieder bekam ich Tränen in die Augen und auch Mainzer hatte feuchte Augen. Aber es war nicht schlimm, es tat halt nur weh über ihn zu sprechen. Nach eine stillen Pause wurden wir aber wieder lustig. Gegen halb 6 Uhr kamen dann beste Freundin, DD, und Geisenheimer. Künstlerin ist gegangen.

Geisenheimer hat sich wieder was lustiges einfallen lassen. Er schenkte mir einen RUcksack voll Wein und Sekt, einen lustigen Flaschenöffner, einen Schokopudding, eine Tüte Haribo und eine 5 Minuten Terrine. Er sagte, wenn du nichts isst, bringe ich dir eben was mit..war halt ein Scherz..ich esse ja mittlerweile wieder…auch einen großen Beutel mit Puffreis hatte er dabei. Er wollte dann das ich mit ihm in den Hof gehe. Im Hof machte er ein Feuerwerk für mich..keine Raketen wie an Silvester. Er hatte 2 Bodenglitzerfeuerdinger und paar Stangen, die man in der Hand hält und das Ding schießt dann bunte Lichter in die Luft. Mein eigenes Feuerwerk…fand ich so lieb…so schön….

Meine Freundin wollte dann das ich ihr Geschenk nun auspacke. Es war eine kleine schwarze Schatulle und ich hatte keine Ahnung was mich erwartet. Ich öffnete die Schatulle und es war ein 3D Kristall mit einem Bild von Schatzi drin. Als er gestorben war, wollten alle Freunde ein „schönes“ Photo von ihm. Und genau das Bild, sein Portrait, war in dem Kristall. Ich hielt es gegen das Licht und sah meinen Engel in 3D. Ohne das ich etwas machen, sagen, oder reagieren konnte platze es aus mir heraus und ich fing bitterlich an zu weinen…Freundin sprang auf und sagte: Ja das dachte ich mir, ohhh das dachte ich mir. Sie nahm mich in den Arm und ich sagte ihr, es ist alles gut..es ist so schön…Danke meine Maus, es ist so schön….es ist alles gut…

Sie drückte mich fester und erklärte mir, daß sie sich erst unsicher war mir das zu schenken. Ich meinte dann – nein nein, alles gut. Ich danke dir dafür. Schnell beruhigte ich mich und wischte mir meine Tränen weg. Ich holte Schnapsgläser aus der Küche und schenkte jedem einen von Geisenheimer selbstgrannten Kartoffelschnaps ein. Ich wollte mich erst nicht setzen und stand. Ich nahm mein Gläschen in die Hand und auch alle anderen. Mainzer stand auf. Dann Geisenheimer, dann Freundin. Wir standen alle in einem Kreis um den Tisch herum und sie sangen mir ein Ständchen. Wir prosteten und tranken. Es war schön. Der Abend war sehr lustig, manchmal leise und still. Insgesamt aber ein sehr sehr schöner Abend. Ich wollte ja nicht feiern, aber es hat Spaß gemacht. Auch wenn immer mal wieder Erinnerungen und Geschichten von Schatz alles etwas ruhiger und leiser machten. Am späten Abend kam noch ein anderer Bekannter vorbei. Gegen halb 3 Uhr morgens habe ich dann um Feierabend gebeten und unsere..meine Freunde sind gegangen.

Als ich alleine war, hatte ich mir noch ein Bier aufgemacht. Ich habe nicht viel getrunken den Abend über. Ich nuckelte eigentlich nur am Bier rum und die „kurzen“ flossen auch nicht ständig. Zum runterkommen, wollte ich aber eben noch ein Bier trinken. Zuerst räumte ich das Wohnzimmer auf. Das Tische immer so schlimm aussehen, wenn man eine Party hat…den Boden wischte ich auch kurz nochmal durch. Ich setzte mich auf die Couch und trank mein Bier. Ich nahm den 3D Kristall wieder in die Hand und betrachtete das Gesicht meines Engels. Man sieht jede kleine Lachfalte, seine Augen sehen so lebendig aus…es ist in 3D..es ist anders als auf einem Photo. Vielleicht war es das, was mich so zusammenbrechen lassen hat. Das es so plastisch ist…so greifbar…

Ich trank das Bier nicht ganz aus, legte mich hin und machte den Fernseher aus. Ich schlief sofort ein. Heute morgen realtiv früh aufgewacht und aufgestanden. Die Küche aufgeräumt. Gegen 11 Uhr klopfte Freundin und wir sind zum Hornbach gefahren, Holz holen. Es regnet und regnet und regnet…super Wetter zum gammeln, zum zocken, zum saubermachen….und in ein Loch zu fallen….ich gebe mir Mühe da nicht rein zufallen.

Heute mache ich nichts mehr. Müsste zwar hier und da was machen, vorallem in meinem Büro, aber ich habe heute absolut keine Lust. Zumindest im Moment…

Bis dann

 

Was bisher geschah

Samstag:

Der Morgen und der Vormittag – wie immer. Aufgestanden, nach einer eher schlechten Nacht und dann das Samstagsprogramm. Lotto spielen, etwas einkaufen. Ich sage immer einkaufen..aber was kaufe ich schon ein? Ein bis zwei Flaschen Wasser, Brot, welches ich am Ende nicht esse und Zigaretten…manchmal auch eine 5 Minuten Terrine..wenn ich was esse, dann nur so einen Müll…für mich alleine kochen? Keine Lust…

Den Tag über habe ich im Räumchen weiter gemacht. Mich durchgekämpft. Sortiert, in Erinnerungen geschwelgt, geweint und manchmal auch geschmunzelt. Ich „wusste“ wie sehr mich mein Engel geliebt hat. Während ich aufräumte und Dinge „entdeckte“ spürte ich oft, wie viel mehr er mich doch geliebt hat. Er hat mich immer spüren lassen, daß ich seine „Königin“ bin…dennoch war seine Liebe zu mir ungeahnt tiefer und größer…

Gegen 16 Uhr habe ich mich fertig gemacht. Mich umgezogen, vorher etwas frisch gemacht. Um halb 5 kam Freundin, um viertel nach 5 kam Geisenheimer. Gegen 18 Uhr sind wir dann los zur Tochter von Freundin. Dort angekommen gab es Nudelsalat und Frikadellen. Eine Stärkung für den Abend. Zum Vorglühen machten wir eine Flasche Sekt auf. Um viertel vor 7 sollten wir Schwägerin vom Bahnhof abholen. Erst um 7 sind wir los gelaufen und waren um kurz nach 7 dann am Bahnhof. Schwägerin hatte jemanden getroffen und er schloss sich unserer Gruppe an. Kein Problem für uns. Gemütlich gingen wir alle Richtung Schlachthof. Rollschuhdisko wir kommen.

Einlass sollte um 18 Uhr sein, dann Rahmenprogramm, 20 Uhr sollte es losgehen. Wir kamen an, etwa 10 nach 7 und am Eingang stand eine riesen Schlange. Es gab keinen Einlass…wir stellten uns an, in der Hoffnung das es bald los geht. Wir standen und standen. Freundin und ich machten das Beste daraus und lachten und gickelten und hatten schon Spaß. Hätte ich das gewusst, hätte ich den Sekt mitgenommen – Standproviant – lachte ich…Freundin sagte – ich hänge meine Zunge gleich hier in eine Pfütze. Wir lachten und hatten viel Spaß. Es war kalt, aber es hatte zum Glück nicht mehr geregnet. Vor uns etwa 500 Leute und nach uns auch..es ging einfach nicht vorran!

Dann endlich, gegen halb 9, ging es los. Die Schlange setzte sich in Bewegung und dann ging es schnell. In der Halle angekommen, erstmal was zu trinken holen und die ersten Rollschuhläufer beobachten. Es wurde voller und voller, wir hatten immer noch eine Menge Spaß. Schwägerin ging sofort auf die Bahn und Geisenheimer war bei uns. Tochter auch, rannte aber immer mal fort – traf Freunde ihrerseits. Freundin und ich überlegten die ganze Zeit, ob wir uns trauen sollen, oder nicht. Das letzte mal auf Rollschuhen stand ich, da war ich 16…Irgendwann kam eine Durchsage – Rollschuhe in der Größe zwischen 36 und 41 wären vergriffen, längere Wartezeiten sind in Kauf zu nehmen. Wir schauten uns an und sagten gleichzeitig – Ooohhhhh so ein Pech, ausgerechnet JETZT hätten wir auch fahren wollen. Wir kugelten uns vor lachen.

Gut, dann holen wir uns was zu trinken und amüsieren uns einfach so. Die Musik war laut und dröhnte. Disko eben…gegen halb 12 sind wieder wieder los, Geisenheimer hatte Bereitschaft. Es gab Musik aus den 80zigern vorwiegend, aber auch HipHop aus den 90zigern. Gegen halb 12 kam die Durchsage – es sollten alle von der Bahn runter, nur Paare und die Liebenden sollten rauf. Die Musik wechselte in Schmusesongs. Freundin sagte: Was ein Timing – denn ich sagte, zwar traurig, aber eher im Scherz – ich bin eine alleine Liebende, mein Partner ist nicht mehr da – ich heule gleich… Sie schnappte mich am Arm und sagte: Ich weiß Schatz, komm schnell raus hier.

Wir verließen die Halle und gingen Richtung Wohung Tochter. Dort hatten wir die Autos geparkt. Geisenheimer fuhr mich nach Hause, er hatte nichts getrunken. Er blieb noch eine Weile und um halb 1 war ich dann alleine, müde, aber auch froh und dankbar für den schönen Abend. Ich lachte so ausgelassen, so frei und es hat so Spaß gemacht. Zwischendurch hatte ich in der Disko immer mal Momente, da habe ich mir so sehr meinen Engel gewünscht. Es hätte ihm auch so viel Spaß gemacht. Ausserdem wären wir zusammen da gewesen..hätten uns geküsst, zusammen getanzt..gekuschelt, getrunken und gefeiert…wie in „alten“ Zeiten eben. Müde und mit Tränen in den Augen schlief ich ein.

Sonntag:

Aufstehen, in die Reihe bringen. Ich hatte keinen Kater – dazu habe ich nicht genug getrunken. Fühlte mich ganz fit, trotz des Abends vorher. Auf zu meinen Eltern. Ich stand an der Bushaltestellte. Erst kam die 23, dahinter dann die 15…dachte ich…ich habe die 15 gesehen und stieg ein. Der Bus bog aber nicht ab, er fuhr gerade aus weiter…Schock! Ich bin sofort an der nächsten Haltestelle ausgestiegen und schaute auf die Nummer. Es war die 18 – Richtung Sonnenberg…sowas ist mir ja schon ewig nicht mehr passiert. Ich bin in den falschen Bus gestiegen…glaubt man das? Sofort rief ich bei meinen Eltern an und sagte bescheid, daß ich eine halbe Stunde später komme. Sonntags fahren die Busse, zumindest die 15 nur alle halbe Stunde…

Endlich angekommen, erzählte ich wie es war. Auch die traurigen Momente. Meine Mam tröstete mich mit den Worten, es sei normal..das wird auch so bleiben..eine ganze Weile. Es wird immer Situationen geben, in denen du dir wünschst – dein Schatz wäre bei dir. Ich weiß – sagte ich…wir haben lecker gegessen und dann unsere Spiele gespielt. Mensch ärgere dich nicht war ich dritte und bei Rommé ausnahmsweise mal zweite..glaube ich..ich dachte mir so – da stimmt doch was nicht..Es heisst doch – Pech in der Liebe, Glück im Spiel…passt bei mir nicht, ich verliere eigentlich immer…im Spiel.

Der Mann meiner Schwester hat sie abgeholt und die beiden haben mich nach Hause gefahren. Ich ging den Tag nochmal durch, denn ich habe etwas schönes erlebt. Die ganze Zeit, seit dem mein Engel nicht mehr bei mir ist, habe ich ihn nicht gespürt. Alle haben gesagt (Geschwister) sie spüren seine Nähe. Ich habe ihn nicht gespürt. Da gab es dieses Gefühl einfach nicht, daß er bei mir ist. Gar nichts…das hat mich so traurig gemacht. Beim Rommé spielen aber, für einen kurzen Moment, dachte ich an eine Situation. Er holte mich ab und stand bei der letzten Runde neben mir und schaute mir in die Karten. Plötzlich hatte ich das Gefühl, es stünde wirklich jemand neben mir. Ganz deutlich. Er war es, da bin ich mir sicher. Er stand wieder neben mir, unsichtbar – aber meine Aura spürte seine Anwesenheit. Es war so schön…ich spürte ihn. Seine Energie streifte meine Seele. Er war endlich da!

Ich schaute noch etwas fern zu Hause und legte mich gegen 10 Uhr hin.

Montag:

Montag war der Termin mit dem Anwalt für Erbrecht. Ich hatte ein paar Fragen, war mir unsicher sein Erbe anzunehmen. Als ich beim Anwalt war, erklärte ich ihm den Sachverhalt und der Anwalt beriet mich gut. Alle meine Fragen und Unsicherheiten waren geklärt. Ich schlage das Erbe aus. Die Wahrheit ist – innerhalb unserer Ehe haben wir keine Schulden gemacht. Das war meinem Schatz wichtig und mir auch. Bevor wir zusammen gekommen waren, hatte mein Schatz jedoch Schulden. Die hat er mit in die Ehe gebracht und wir haben beide uns nicht sorgfältig genug darum gekümmert.

Der Anwalt sagte mir, auch wenn ich so gar nichts mir diesen Schulden zu tun habe, sein Erbe aber annehme – müsste ich auch diese Schulden tragen. Da unser Vermögen weniger ist, als die Schulden, sollte ich das Erbe eben ausschlagen.

Ich bin absolut Schuldenfrei und wenn ich sein Erbe annehmen würde, hätte ich auf einen Schlag um die 6000 Euro Schulden..mache ich nicht…der Anwalt sagte mir auch, ich sollte mich nicht so fühlen, als würde ich ihn verraten…er hätte es sicherlich auch so gewollt. Er hätte bestimmt nicht gewollt, daß ich mir Probleme schaffe. Der Anwalt war so herzlich und einfühlsam. Total toll! Das Gespräch dauerte etwa 10/15 Minuten. Wir standen auf und gaben uns die Hand zum Abschied. Der Anwalt sagte dann noch: Ich werde ihnen für das Gespräch keine Rechnung stellen. Ich freute mich wie Bolle und bedankte mich mehrmals.

Auf dem Weg nach Hause, ich bin zum Bahnhof gelaufen, hatte ich wieder das Gefühl das jemand neben mir ist. Schatz ist neben mir her gelaufen. Das habe ich deutlich gefühlt. Ich freute mich und redete mit Schatz, als wäre er lebend neben mir.

Die ganzen letzten 3 Wochen habe ich ihn nicht gespürt. Seit Sonntag spüre ich ihn immer mal wieder. Er kommt zu mir zurück…Ich hoffe es wird noch deutlicher und stärker dieses Gefühl…aber das ich überhaupt seine Anwesenheit spüre, wärmt mich von innen und ich habe dieses starke Gefühl der unendlichen, unsterblichen Liebe die uns verbindet..über den Tod hinaus, über alle Jahrhunderte hinweg.

Heute ist Dienstag. Freundin kommt gleich, da fahren wir Holz holen. Mir ist mein Holz ausgegangen und es ist doch noch zu früh und zu kalt keines mehr dazu haben. Entweder fahren wir heute, oder ich morgen zum Nachlassgericht um das Erbe meines geliebten Mannes auszuschlagen.

Bis dann

Gedankengang im Alltag

Jeder Mensch hat das Recht so zu sterben wie er/sie es möchte und auch wenn das heisst – der schulmedizinischen Krebstherapie den Rücken zu kehren. In unseren Fall war es unser beider Entscheidung diesen Weg gemeinsam zu gehen – den Weg ohne Krankenhaus-Krebsmedizin.

Ich möchte nicht das Schatz lange leiden muss, nicht länger als es eben sein wird. Chemo verlängert das Leiden nur unnötig. Es geht hier nicht um Jahre, es wären nur schreckliche Wochen, vielleicht wenige Monate. Ich will mir das nicht antun. Ich will nicht mit ansehen müssen, wie er Qualen erdulden muss, bis er erlöst wird. Wie soll ich das denn aushalten? Ich will ihn nicht sehen müssen – dabei mich selbst quälen – und dabei denken  „Bitte lass es endlich vorbei sein!“

Überhaupt will ich am wenigsten das er stirbt, schon gar nicht auf diese Weise – aber es ist wie es ist. Ich wünschte es wäre anders – ich würde alles dafür geben! Ich würde jeden Preis bezahlen!
Ich werde so oder so durch eine schwere Zeit in meinem Leben gehen müssen. Ob das nun morgen ist, oder in 2/5/10 Jahren – ob Schatz nun an Krebs stirbt, oder wegen etwas anderem. Irgendwann sterben wir alle. Es geht nur um das WIE und WO. Davor kann man niemanden beschützen. Der Tod gehört zum Leben.

Was für einen Sinn macht es den Tod hinauszuzögern? Wem ist damit geholfen? Dem Betroffenen?, den Angehörigen?, den Ärzten? Sicherlich ist mir damit nicht geholfen, im Gegenteil! Ich will ihn nicht gehen lassen, aber ich will noch weniger sein Leiden verlängern – und damit gleichzeitig mein Leiden!

Was ist, wenn er stirbt während ich schlafe? Sang und Klanglos mitten in der Nacht. Das ist meine größte Angst. Dennoch wünsche ich ihm einen friedlichen Tod. Einfach friedlich einschlafen…für immer… Vielleicht wird es aber auch ganz anders, vielleicht wird das ein minutenlang andauernder Todeskampf, wenn es soweit ist…wer weiß das schon. Ich bin bei ihm, wenn seine Seele seinen irdischen Körper verlassen wird. Der Tod scheidet uns nicht. Ich bin und bleibe seine Frau. Wir werden uns wiedersehen…irgendwann…ich kann ihn nicht begleiten an den Ort, an den er geht. Aber wir werden uns wiedersehen! Dessen sind wir uns sicher.

Ich will ihn nicht gehen lassen – aber ich mache mir auch nichts vor. Keine Schulmedizin und auch nichts anders kann ihn retten. Es ist einfach zu spät. Seinen Geburtstag wird er nicht mehr erleben, oder meinen. Vielleicht den Jahreswechsel nicht mehr, oder gar Weihnachten. Ich weiß nicht wie lange wir noch haben…ein paar Monate eben…

Er verliert wieder an Gewicht. Ansonsten geht es ihm „gut“ soweit. Wenig Schmerzen. Gestern Nacht hat er durch geschlafen. Hunger hat er und er isst. Auch lachen wir viel und lästern. Es gibt Momente da ist alles so, als wäre nie was gewesen. Er ist fröhlich und ausgelassen und zieht mich mit. Ich vergesse für einen Augenblick die traurige Wahrheit und in diesen Momenten scheint mir alles unwirklich zu sein, nicht fassbar und gar nicht wahr. Aber die Realität holt einen immer ein.

Heute habe ich gefüllte Pfannkuchen gemacht. Mit Pilzfüllung, dazu einen Salat. Schatz hat 3 Pfannkuchen mit Füllung gegessen. Hat also ordentlich zugeschlagen. Heute Abend mache ich ihm Rühreier mit Griebenschmalzbrot. Mich schüttelt es bei dem Gedanken an Schmalz, aber er isst es gerne und es ist Fett pur. Nicht das schlechteste für sein Gewicht. Den obligatorischen Smoothie gibt es natürlich auch.

Heute morgen gab es einen Bananen, Nektarinen, Orangen Smoothie und heute Abend gibt es dann einen Ananas, Erdbeeren, Kiwi, Kokosmilch Smoothie.

Den ganzen Nachmittag saßen wir im Garten und haben uns entspannt. Zeitweise sind wir auch eingeschlafen. Es ist einfach herrlich – die Ruhe, das Vogelzwitschern und der sanfte Wind. Selbst die Wespen waren heute entspannt, waren nämlich nicht da. Nur kurz nach dem Essen, aber dann waren sie wieder weg.

Es ist jetzt spätnachmittag und ich werde mich mal in die Küche schmeissen und Geschirr spülen usw. Danach gehe ich unter die erfrischende Dusche und schon ist es wieder Zeit fürs Abendessen. Die Tage fliegen nur so an uns vorbei – ich bin doch gerade erst aufgestanden…so fühlt es sich nahezu jeden Tag an.

Morgen früh muss ich Rezept holen und Schatz kommt mit – Blutabnehmen ist angesagt.

Bis dann