Heute eher ruhig

Wie gewohnt war ich um 11 Uhr bei meinem Schatz und als ich ins Zimmer kam, saß er an seinem Bett. Ich küsste ihn zur Begrüßung und sah gleich, hier stimmt was nicht. Wie geht es dir, fragte ich und er sagte, er hätte Kopfschmerzen – Schmerzen von der OP Narbe ausgehend. Er hätte aber Schmerzmittel bekommen. Er hat Morgens Mittags Abends Nachts eine Novalgintablette in seinen Pillenvorrat, aber die würde nicht wirken.
Ich sagte dem Pfleger bescheid und er brachte daraufhin Paracetamol. Die haben dann angeschlagen und es ging besser mit den Kopfschmerzen.

Die Drainage war nach wie vor dran und auch der Blasenkatheter. Beides sollte heute gezogen werden. Wir unterhielten uns und haben auch wieder gelästert und gelacht. Nicht so wie gestern, aber ok.

Gegen Mittag kam der Pfleger und wollte den Blasenkatheter ziehen. Vorher machte ich noch Witze, wie das von Statten geht und Schatz verzog auf lustige Weise sein Gesicht.

Der Pfleger sagte zu Schatz, auf 3 gehts los und zog den Katheter schon bei 2 raus. Es tut nicht weh, aber fühlt sich sehr komisch an, sodass Schatz sein voriges Gesicht aufsetzte und ich lachen musste. Ich sagte zu ihm, er müsse trinken. Eine halbe Stunde später kam der Pfleger wieder und fragte, ob mein Mann schon auf Toilette war. Nein war er nicht. Der Pfleger meinte, er müsse es mal versuchen und Schatz stand auf um zur Toilette zu gehen. Er wankte stark und ging sehr unsicher. Der Toilettengang funktionierte gut und der Pfelger war zufrieden.

Ich fragte Schatz wie das mit dem Gehen ist. Er sagte, es ist nicht mehr so als würde er auf Eiern laufen, er fühle sich aber unsicher.
Ist ja auch klar, er ist die letzten 3 Tage nur gelegen.

Dann haben wir Atemtraining gemacht. Das Lungentuch wollte Schatz aber nicht benutzen, denn die Drainage war irgendwie undicht und Schatz hatte Bedenken, dass es dann noch mehr suppt.
Dann fragte ich was die Visite so gesagt hat. Er meinte, die hätten nur gefragt wie es ihm geht und das die Drainage + Blasenkatheter heute gezogen würden.
Wieder nichts neues in dem Sinn..

Mittagessen kam und Schatz wollte das nicht. War auch eklig heute wieder. Es gab Kartoffeln mit Wirsing und Kasseler…ich habe es probiert und BÄH…zum Glück hatte ich heute wieder Käsebrote dabei und hatte im REWE Bananen, Himbeeren und Brombeeren gekauft.
Gierig aß er die ganze Schale Himbeeren auf, dann ein Käsebrot, dann eine Banane.
Nach dem Essen bin ich kurz runter ins Bistro und wollte mein obligatorisches Schnitzel essen. Heute gab es aber auch Lasagne, und dafür habe ich mich dann entschieden.

Wieder hoch und die Drainage war immer noch drin und keine Info wann diese endlich rauskommt.
Ich bin raus und habe eine Schwester gefragt deswegen. Sie antwortete mir, das die Ärzte noch in der OP wären und danach würden sie kommen und die Drainage entfernen.
Er hat sein ganzes Bett, sein T-Shirt und eine Menge von diesen Trockentüchern durchgeweicht. Hört sich jetzt schlimmer an, aber es hat halt getropft. Wir hatten dann die Idee, über den kurzen Schlauch eine Tüte zu machen, damit das getropfe dort aufgefangen wird. Hatte ja die Käsebrote in einer Brottüte. Rumgewickelt und mit einem Haargummi festgemacht.

Das war kurz nach Mittag..Blöderweise war es auch nass unter dem Verband und da ist die Suppe auch raus gekommen. Ich habe ihm ein Handtuch gegeben, dass er sich dann über die Drainage gelegt hat, damit das nächste T-Shirt nicht auch noch nass wird. Ist ja auch eine Keim Angelegenheit.

Geduldig warteten wir und der Tag ging seinen Lauf. Abends gegen 18 Uhr wurde es mir aber zu blöd und ich bin wieder einmal raus und wollte nun wissen, wie lange das denn nun dauert.
Die blonde Ärztin war da und ich sprach sie damit an. Ich sagte, wir warten schon den ganzen Tag und es ist für ihn sehr unangenehm und auch nicht sehr hygienisch.

Sie war sichtlich erstaunt und wollte sich das gleich ansehen. Als sie kam, war sie doch sehr erschrocken. Sie rauschte wieder raus, kam nach kurzer Zeit wieder und hat den durchnässten Verband gewechselt. Sie telefonierte mit der Thoraxchirurgie um zu fragen, ob sie die Drainage entfernen könnte. Die Thoraxch. verneinten, dass wollten die schon selbst machen. Aber alles sehr freundlich.

Nachdem der Verband gewechselt war und alles einigermaßen sterilisiert, entschuldigte sie sich und meinte, dass das ihr niemand bei der Patientenübergabe erwähnt hätte. Ich dachte mir nur so dabei – das machen die nie..die wichtigen Dinge lassen die immer unter den Tisch fallen..habe ich nun schon öfter erlebt, bei mir und bei Schatz…

Sie entschuldigte sich oft und ich glaube ihr das es ihr wirklich leid tat. Die blonde Ärztin ist sehr freundlich und bemüht. Sie fragte zudem, ob der Thorax schon geröngt wurde und ich sagte – ja heute morgen schon. Später sagte sie zu uns dann, dass alles sehr gut aussieht in der Lunge.

Kurze Zeit später kam eine Schwester um das Bett von Schatz neu zu beziehen. Auch ihr tat es leid und wiederholte, dass sowas nicht passieren darf und es nun leider passiert ist.

Schatz und ich redeten später dann darüber, dass genau DAS aber passiert, weil Krankenhäuser auf Gewinnmaximierung aus sind, und Personalabbau betreiben. Das übrige Personal ist hoffnungslos überfordert..Hauptsache auf der Homepage steht aber sowas wie:

Ethische Grundsätze werden gewahrt, Zeit für Patienten und Angehörige ist ein Muss bla bla bla…Theorie und Praxis sind 2 paar Schuhe.

Gegen halb 7 Uhr bin ich dann los und wünschte meinem Schatz noch eine gute erholsame Nacht. Und wenn was ist, soll er klingeln! Er stellt sich immer etwas an, lieber hält er Schmerzen aus usw…er nickte und sagte – ja mache ich..
Heute bekommt er auf jeden Fall die Drainage gezogen.

Es war zwar alles nass – aber es waren wirklich nur Tropfen. Schwer zu erklären. Ich hatte die Brottüte ja um das Ende vom Schlauch geknotet und es waren in der ganzen Zeit nur ca. 100 ml, wenn überhaupt in die Tüte gelaufen. Also echt nicht viel…aber wenn man da halt liegt, sind paar Tropfen doch sehr unangenehm und alles wird nass.

Zu Hause angekommen, war Post im Briefkasten. Normale Post eben, und ein Brief von der HSK an meinen Mann adressiert. Ich dachte mir HÄ, er ist doch noch in der Klinik, was schreiben die denn.

Ich machten den Brief auf und erkannte im Briefkopf, das es ein Arztbrief war an den Hausarzt. Oh nein..was steht da blos drin.

Ich nahm zitternd den Brief, faltete ihn auf und laß ihn. Ich habe ihn 2 mal gelesen und war einerseits erleichtert, andererseits enttäuscht. Komisches Gefühl irgendwie DENN

2 Seiten geschriebenes..normales Arzt bla bla wie Warum er überhaupt hin ist, Diagnosen usw…dann stand in dem Brief weiter was im Krankenhaus gemacht wurde, PET CT zB und Thoraxdrainage.

Histologie steht noch aus, danach würde weitere Therapie beschlossen bla bla bla..Das weiß ich doch schon ALLES. In dem Brief stand NICHTS neues drin.
Es steht am Ende noch drin, dass sie vorraussichtlich eine Chemo/Bestrahlungstherapie einleiten. Na und? Das sagte die uns am Anfang doch auch schon..lustigerweise ist der Brief auf den 18.06.2015 datiert. Da wussten die Ärzte ja selbst nicht mal was sich bis heute so ergeben hat.

Ist also nur ein Bericht an den Hausarzt was die letzte Woche passiert ist. Hat mir aber erstmal einen Schrecken ausgelöst. Naja nicht schlimm.

So..nun ist Blasenkatheter gezogen und ich denke mittlerweile auch die Drainage. Röntgen Lunge sieht sehr gut aus.

Morgen bei der Visite kommt hoffentlich nun endlich mal was raus, dass wir noch nicht wissen – zB wie geht es jetzt weiter…was hat die Histologie ergeben..was ist SACHE!

Sicherlich fahre ich morgen wieder etwas nervöser hin, aber ich will auch endlich bescheid wissen!

Bis dann

Endlich mal ein schöner Tag

Ob man von schönen Tagen im Krankenhaus reden kann – na ich weiß ja nicht..aber heute war einer der Tage, die man durchaus als schön bezeichnen kann.

Um 11 Uhr war ich auf der Station und ging in sein Zimmer. Auf seinem Platz lag ein ganz anderer Mann. Ich bin dann zur Theke gegangen und habe nach meinem Mann gefragt. Die Schwester wusste gleich bescheid und sagte mir, dass er noch auf Intensiv wäre, aber gleich hoch käme. Dann sagte der Stationsarzt, welcher auch an der Theke saß, dass mein Mann übers CT nach oben käme, würde halt noch dauern.

Alles klar, sagte ich, dann gehe ich nochmal runter. Die Schwester meinte – ja gehen sie spazieren, dass kann noch dauern.
Die Ärztin, mit der wir das OP Gespräch hatten, saß auch an der Theke und als ich ging sagte sie voller Fröhlichkeit, dass sie (die Ärzte) super zufrieden wären mit der OP und das alles super gelaufen wäre. Das hört sich doch gut an, dachte ich mir und freute mich offensichtlich.

Clever wie ich bin, dachte ich mir, ich gehe runter zum CT und warte dort auf meinen Schatz. Ich stellte mich auf 1 – 2 Stunden Wartezeit ein und spielte an meinem Handy. Ca. 10 Minuten später kam er aber schon mit dem Bett angefahren und freute sich mich dort zu sehen. Nach weiteren 20 Minuten kam er aus dem CT wieder raus und ich bin mit ihm gemeinsam auf die Station gefahren.

Er hat jetzt ein anderes Zimmer bekommen. Mit ihm auf dem Zimmer ist ein 80 Jähriger pensionierter evangelischer Pfarrer. Ein süßer Kerl, hört schwer seit seiner OP (die Ärzte sagen das ist normal, OP war heute) und sieht aus wie eine Mischung aus Papa Schlumpf und Konfuzius. Ein echt lieber Kerl.

Nachdem die Pfleger das Bett von Schatz richtig positioniert haben, seine Sachen aus dem anderen Zimmer geholt hatten und seine Tabletten gebracht haben, konnte ich ihn endlich richtig begrüßen.
Er war ganz vergnügt, keine Spur von Übelkeit. Im Gegenteil – er hatte Hunger! Er hat auf der Intensiv gefrühstückt. Erst ein halbes Brötchen, dann die andere Hälfte auch.
Er erzählte mir wie es ihm letzte Nacht noch so ergangen war und ich erzählte meinen Abend. Wir machten Witze darüber, dass er ja einen Blasenkatheter hat und das er immer noch deswegen sein OP Hemd anhat. Seinen Kasten hat er abgeklemmt bekommen und nach seiner Aussage, kommt der auch nicht mehr dran. Es müsse halt noch der Schlauch gezogen werden. Das sollte eigentlich heute sein. Auch der Blasenkatheter sollte heute raus.

Gestern Abend haben sie ihm einen Flutter gebracht, er muss UNBEDINGT seine Lunge trainieren. Erstens um eben zu trainieren, und auch damit er keine Lungenentzündung bekommt. Auch muss er noch abhusten – gewollt, und zwar so, das der Auswurf blutig ist. Wenn er Rosa ist, ist es gut, je dunkler um so besser aber auch. Es ist deswegen, weil dann der „Kern“ rauskäme aus der Lunge. Also tiefes Sekret, wegen der Drainage. Das ist sehr wichtig.

Er hat sich dann mehr oder weniger dran gehalten. Also er hat schon mit dem Flutter gearbeitet..so ist das nun nicht.
Wir haben sehr viel gelacht – das war ein schönes Gefühl. Er sagte mir, er denke die haben bei der OP sein „Lustigzentrum“ geöffnet, denn er hat wirklich über alles gelacht. Es lief im Fernsehen „The Big Bang Theorie“ und diese Folge haben wir schon bis zur Vergasung gesehen. Er hat aber herzlich gelacht über die Gags, als hätte er es zum erste mal gesehen. Er hat über die Fliege an der Wand gelacht! Schön!

Mitterweile war es halb 1 Uhr und das Essen wurde ausgeteilt. Schatz hat nichts bekommen, wahrscheinlich weil die dort nicht wussten wann er wieder da ist und es gab nichts für ihn.
Aber „Mutti“ ist ja schlau und ich habe auf Verdacht ihm Käsebrote mitgebracht und 2 Bananen. Er hat 2 Käsebrote gegessen und eine Banane hinterher. Ich bin dann auch für eine halbe Stunde erstmal runter ins Bistro und habe auch Mittag gegessen.

Als ich wieder oben war, haben wir dann trainiert. Er hat auf der Intensiv ein „Lungentuch“ bekommen. Das soll er sich um den Rücken legen und vorne auf der Brust über Kreuz legen. Wenn er dann hustet, soll er das Tuch festziehen, damit sich die Lunge hebt und das tiefe Sekret besser ausgeworfen werden kann.
Also habe ich das Tuch um ihn herum gelegt und er hat seine 10 Minuten mit dem Flutter trainiert und jedes mal wenn er husten musste, hat er das Tuch fest gezogen und der Auswurf war rosa. Sehr gut Schatz, dass machst du super – habe ich ihn gelobt.

Nach 5 Minuten Pause kam dann das „Voldyne“ dran. Da muss er einatmen damit das Volumen trainiert wird. Der Schieber kommt bis zur 2500 Marke. Das ist schon sehr gut! Auch da habe ich ihn gelobt, wenn er es bis dahin geschafft hat. Meistens ging es nur bis zur 2000 Markierung, manchmal auf 2250. Aber eben auch manchmal auf die 2500 Markierung.

Die Stunden verstrichen, aber es kam weder ein Arzt, noch eine Schwester (oder Pfleger) rein. Er sollte doch seine Schläuche abbekommen.
Naja, vielleicht machen die das auch später, wenn ich nicht mehr da bin. Macht nichts.

Auf der Thoraxchirurgie kamen „ständig“ Pfleger um die Ecke, aber auf dieser Station irgendwie nicht. Dabei hatte ich angenommen, dass auf der Neuro öfter mal einer vorbei kommt, da liegen schließlich die ganzen frisch operierten. Naja, wieder etwas das ich nicht verstehen muss. Den ganzen Tag über kam niemand.

Wir haben nur gealbert und gelacht. Es tat sooo gut. Gegen 17 Uhr haben wir dann nochmal trainiert. Dann kam auch schon das Abendessen.
Schatz wollte das nicht, ihm missfällt das die den Käse auf die Wurst legen und der Käse dann nach Wurst riecht und schmeckt. Er hat dann von mir die restlichen Käsebrote gegessen und die Banane. Dazu gab es Pfefferminztee.

Wir haben uns noch kurz ernster Unterhalten, weil ich sagte, dass wir seit Sonntag irgendwie keine Infomationen mehr bekommen. Wir wissen immer noch nicht – hat er jetzt Lungenkrebs, oder nicht, und wenn doch warum sagt das keiner – und wenn doch nicht, woher kommen die „Hirnmetastasen“ und dieses Thema eben.

Er sagte zu mir, ich soll auf jeden Fall darauf bestehen die Befunde und alle Bilder in Kopie zu bekommen. Das ist ja mal super klar! Ich würde am liebsten mal seine Akte lesen damit wir mal bescheid wissen. Natürlich kümmere ich mich darum, die Befunde usw in die Hand zu bekommen. Geht gar nicht anders, ich bekomme IMMER die Arztbriefe usw in die Hände. Das ist mir wichtig!

Dann haben wir noch ein bisschen uns mit dem Pfarrer und seiner Frau unterhalten und es war sehr lustig.
Kurz bevor ich gegangen bin, haben wir noch mal herzlich gelacht und ausgemacht was ich morgen alles mitbringen soll. Auf jeden Fall wieder Brote. Er würde sogar das Krankenhausessen essen, aber erst wenn er es gesehen hat. Wenn es schon „scheisse“ aussieht, isst er es auch nicht.
Klar bringe ich ihm morgen auf jeden Fall wieder was von zu Hause mit!

Ich wollte dann los und der Pfarrer sprach mich an. Er wollte mir kurz die Hand geben und als ich sie ihm gab, lobte er mich ganz lieb.
Er sagte, er fände es so schön wie ich mit meinem Mann umginge, wie herzlich und führsorglich und auch wie ich seiner Frau begegnet wäre. Auch für die Freundlichkeit und Geduld ihm gegenüber, er hört ja schwer.

Ich mache mir keine Gedanken darüber wie andere über mich denken, warum auch, er ist mein Mann und mein Leben und ich bin halt so wie ich bin. Aber wenn das jemanden anderen „auffällt“ und es so süß angemerkt wird, hat mich das schon mit Freude erfüllt. Hört man halt gerne in dem Moment.

Ich bedankte mich höflich für das schöne Lob und wünschte dem pensionierten Pfarrer alles Gute und wir würden uns ja morgen wieder sehen.

Dann bin ich los – endlich mal erfüllt von einem guten Gefühl.

Ich hoffe dass das auch so bleibt. Also nicht nur morgen, oder so, bitte eine ganze Weile. Wie das weitergeht mit Bestrahlung und was weiß ich, ist etwas an das ich heute nicht denken mag. Es hat so gut getan meine Liebe so lachen zu sehen und seine Fröhlichkeit zu erleben.
Alles Schlechte war heute so weit weg, als wäre es nicht geschehen.
Dafür Danke ich dem Kosmos!

Bis dann

P.S. Ich habe seit dem 30.06, also der Einweisung ins Krankenhaus bis heute 4 Kilo abgenommen. Ich esse zwar gefühlt die ganze Zeit, bis auf den Tag der Nachricht der Hirnmetastasen..da konnte ich nichts essen..heute morgen bemerkte ich das meine Hose irgendwie lockerer saß und ich bin auf die Waage… – 4 Kilo… Ich finde es zwar gut, da ich die letzte Zeit viel zugenommen habe, aber unter solchen Umständen ist es schon komisch…

OP gut verlaufen

aber nichts anderes habe ich auch erwartet. Die machen das ja schließlich nicht zum ersten mal.

Von 16 bis 19 Uhr ist Besuchszeit und nach dem ich geklingelt hatte, in den Vorraum eintrat und dort dann erstmal gewartet habe, konnte ich um halb 5 Uhr dann zu meinem Schatz. Er war um 16 Uhr noch auf der Wachstation.
Er war sehr benommen, von der OP noch und hatte Schmerzen hinten am Kopf. Klar – da haben sie ja auch operiert und da liegt man halt auch drauf, wenn man liegt. Die Schwester kam und hat ihm Schmerzmittel gespritzt in die Braunüle und wenige Minuten später waren die Schmerzen erstmal gebändigt.

Sehr benommen und schläfrig lag er dann da. Aber es geht ihm soweit gut, die OP ist gut verlaufen. Die OP hat ca. 7 Stunden gedauert und soweit ich weiß bzw mal annehme, haben die Chirurgen die Geschwulst erfolgreich entfernt.
Sein Tank, also dieser Kasten war auch wieder dran und mittlerweile ist das Blutplasma (Wasser) sehr hell und in der Zeit, in der ich bei ihm war, sind etwa 200 ml eingelaufen.

Er dämmerte vor sich hin und ich habe seine Hand gehalten und über seine Hand gestreichelt. Wenn er aufgewacht ist bzw seine Augen geöffnet hat, habe ich ihn angelächelt. Er lächtelte dann zurück und drückte meine Hand. Irgendwann wurde er wacher und hatte Durst. Er fragte die Schwester, ob er was zu trinken haben dürfte. Sie schaute im PC was nach und sah keinen Grund warum er nichts trinken dürfte. Sie brachte eine Tasse mit Wasser und Strohhalm und er trank ein paar Schlucke.

Ein wenig aufgeregt beobachtete ich ihn und sah, dass er das Wasser nicht wieder erbrochen hatte. Er meinte zwar mal kurz, ihm sei kotz übel, aber das hat sich schnell wieder gelegt. Ihm sei schon noch schlecht – aber KEIN Vegleich zu gestern! Eine halbe Stunden später kam eine andere Schwester und schaute ihm mit einem Licht in die Augen – alles in Ordung.
Sie gab ihm Kaliumtabletten, denn sein Kalium war schon vor der OP zu niedrig.

Sie meinte, er soll versuchen die Tabletten zu schlucken und wenn er sie aber wieder erbricht, müssen sie einen Halszugang legen.
Er nahm die Tabletten und er behielt sie bei sich! Das hat mich gefreut. Die Ärzte sagten ja bereits, dass wenn die Raumforderung weg ist, ist es auch sehr rasch mit der Übelkeit vorbei. Ich war so froh, dass DAS wenigstens schon mal eine tolle Nachricht ist.

Zwischenzeitlich ist er immer mal wieder eingeschlafen. Alle halbe Stunde kam eine Schwester und einmal 2 Ärzte. Die machten kleine Tests mit ihm, wie zB –>

Kopf drehen, Beine anheben und der eine Arzt hat seine Hände ca. einen halben Meter vom Kopf entfernt, seitlich gehalten und fragte Schatz ob der die Hände sehen würde. Das periphere Sehen klappt auch. Auch sonst hat er keine Sehstörungen, auch mit dem Gehör ist alles gut…kein Rauschen oder ähnliches.

Die Schwestern, die alle halbe Stunde reinkamen, haben ihm immer mit einem Licht in die Augen gestrahlt um zu sehen wie die Pupillen reagieren. Alles Bestens.

So gegen 18 Uhr, liefen auf dem Gang der „Spezialist“ für Lungentumoren und sein Kollege vorbei. Als sie Schatz sahen, sind sie kurz rein und der Spezialist fragte: „Da ist er ja unser Indianer. Na wie geht es denn. Alles gut?“ Wir frotzelten ein wenig über das Rauchen und der Spezialist „jammerte“ darüber und scherzte, dass ja sein Sohn rauchen würde und er das ganz furchtbar fände.
Der Kollege vom Spezialist sagte zu mir, dass mein Mann vor der OP große Angst hatte. Ich nickte und meinte, es ist ja auch für uns eine große Sache am Gehirn operiert zu werden. Der Kollege lächelte und nickte verständnisvoll.

Dann sind die beiden auch schon wieder weiter gehuscht, sie waren nicht wegen Schatz da. Ich fand es aber symphatisch, dass der Spezialist mal kurz ins Zimmer kam.

Morgen soll er wieder auf die normale Station kommen. Dann mal sehen wie es weiter geht.

Um 19 Uhr bin ich dann los und Schatz „tröstete“ mich mit den Worten, dass er ja hier in guten Händen sei. Das weiß ich. Ich küsste ihn zum Abschied und streichelte ihm über seine Wange. Freu mich dich morgen zu sehen, sagte ich noch.

Sein Puls war immer so zwischen 70 und 85 – völlig normal.
Durch den Sauertstoff, den er bekommt, war auch die Sättigung bei 98/99 – auch super
Nur der Blutdruck war etwas zu hoch. Liegt wahrscheinlich daran, das er durch sein ständiges Erbrechen seine Blutdrucktabletten seit einigen Tage nicht nehmen konnte.
Der Blutdruck schwankte immer so zwischen 150/60 – 165/66 etwa…morgen früh wird er die Tabletten aber wieder nehmen und dann geht auch der Blutdruck wieder runter.

Bis dann

Zwischen Leben und Tod

Meine Mam sagt mir immer, ich soll mir nicht so viele Sorgen und Gedanken machen und positiv denken. Sie hat ja Recht, aber ich habe dafür keine Kraft. Ich bin entgegen meinem „Sternzeichen“ ein ziemlich realistischer Mensch…zumindest kann ich das sein. Aber jetzt der Reihenfolge nach..

Ich kam im Krankenhaus an und – oh was eine Freude – mein Schatz begegnete mir in der Vorhalle. Sehr wackelig ist er gelaufen, aber er ist gelaufen! Wir sind ins Bistro und haben uns dort hingesetzt.
Er hat mir erzählt, wie es ihm bisher ergangen war und ich ihm meinen Tag bzw Nacht zu Hause erzählt
Auf einmal ist ihm wieder brechend schlecht geworden und er wollte wieder hoch aufs Zimmer. Er hat sich auf mich gestützt und wir sind dann hoch.

Oben wurde er schon gesucht, er soll ja heute zum MRT. Eine Stunde später haben sie ihn dann abgeholt und ich bin wieder runter, sowas dauert ja immer. Also nicht die Untersuchung, aber bis er dann endlich auch dran kommt.

Ich muss noch vorne weg sagen, oben auf seinem Zimmer war ihm schlecht und schwindelig. Ich bin nur an seinem Bett gesessen und wir haben uns nur noch ganz wenig unterhalten. Jede Kopfbewegung war ein Anreiz, dass er brechen musste…

Wieder eine Stunde später rief mich mein Schatz an, er wäre wieder auf dem Zimmer. Ich wollte mir noch ein Brötchen holen und schon klingelte das Telefon wieder. Schatz war dran, ich solle doch jetzt sofort hoch kommen.

Mit einem Klos im Magen bin ich hoch – ich wusste eigentlich schon was mich erwartet.

Er lag im Bett und er erklärte mir, dass die Ärzte was im MRT gesehen haben und er morgen unters Messer MUSS! Er wollte das ja eigentlich nicht, aber es ist wirklich dringend.

Ein Arzt kam ins Zimmer und er erklärte mir dann auch nochmal, was sie gesehen haben und wie die weitere Vorgehensweise ist.

Ich wusste es von Anfang an…Er hat eine sehr große Raumforderung am Stammhirn und diese drückt auf das Kleinhirn. Wenn wir nichts machen, hat er vielleicht noch 3 Wochen!

Schatz willigte natürlich in die OP ein. Der Arzt sagte auch, es wären auch 2 kleine Dinger von oben im Gehirn, aber um die müsse man sich jetzt nicht kümmern..
Ich fragte trotzdem, wie es dann weitergeht. Ich fragte, wie sein Überleben nach der OP ist. Der Arzt meinte, dass könne er nicht sagen – dass könne man aber bei niemanden.

Wie ist das mit den anderen 2 „Dingern“? Nun ja – dann käme Bestrahlung eben für den Kopf.

Was mich verwirrt hat war, der Arzt sprach immer von Metastasen. Aber er hat doch gar keinen Lungentumor..wieso dann Metastasen?

Hat der doch Lungenkrebs? Der Befund aus der Pathologie lag noch nicht vor…

Ich fasse kurz zusammen….

* Einweisung ins Krankenhaus wegen hochgradigem Verdacht auf Lungenkrebs
* Bei der Bronchoskopie wurde kein Tumor gefunden, Ärztin sagt „Glück gehabt“
* Arzt (im Übrigen wieder ein ganz anderer) sprach heute von Hirnmetastasen

was ist denn nur los? Was verschweigen uns die Ärzte? Vor allem sollte doch schon vergangener Mittwoch, oder Donnerstag ein MRT gemacht werden..durch die Bronchoskopie wurde das dann nicht gemacht..weil kein Tumor gefunden…undnur weil ihm mehr und mehr schlecht wurde, haben die ein MRT heute gemacht…verstehe ich nicht…

Ihm ist schlecht und schwindelig und er kann nichts essen, oder trinken, wegen dieser Hirnmetastase..deswegen wirken auch die Medis gegen die Übelkeit nicht.

Warum kommt mir das alles so verdammt bekannt vor? Ich weiß es doch…bei Bienschen (unser verstorbener Freund) war es genau der gleichen Weg.

Schlecht, Übelkeit, Übergeben, usw… 4 Monate nach Diagnose war er gestorben…

Er wurde um viertel nach 2 Uhr dann auf die Neurologie verlegt. Von da an, war es richtig schlimm. Er trank ein Schluck Wasser – promt kam dieser wieder raus. Er hat sich die Seele aus dem Leib gekotzt – auch wenn gar nichts mehr im Magen drin war. Er konnte seinen Kopf gar nicht mehr bewegen – ihm war schlecht.

Morgen früh soll die OP sein, dann 1 Tag Intensiv und je nach dem wie er sich erholt, kann er dann übermorgen wieder auf Station.

Die Ärzte sind ganz zuversichtlich und versprachen meinem Schatz, dass es ihm recht schnell besser ginge nach der OP. Also das mit der Übelkeit wäre dann weg..klar..für die ist es eine RoutineOP, aber was ist mit unserer Zukunft? Mit unseren Ängsten…ich gehe nicht davon aus, dass etwas schief geht oder so…die machen das schon.

Was mir mehr Sorge bereitet ist – ist alles jetzt doch nur noch palliativ? Lebensverlängernd? Für wie lange…Wochen? Monate? Eine Heilung ist das nicht – sagte die Ärztin bei dem OP Vorgespräch..ich weiß ja das Heilung für Ärzte was anderes Bedeutet als für den Otto Normal Verbraucher…

Ich weiß auch, ich kann Bienschen nicht nicht meinem Schatz vergleichen…vielleicht aber doch…es ist, als würde es sich alles wiederholen was vor 4 Jahren passiert ist – und wenn ich alles sage, MEINE ICH AUCH ALLES!

Wenn er morgen auf Intensiv ist, kann ich auch erst später zu ihm. Die haben ja strenge Besuchzeiten, erst ab Nachmittag auch. Verstehe ich ja, aber ich will zu ihm, ich muss bei ihm sein.

Schweren Herzens bin ich dann um halb 6 Uhr gegangen. Ich muss mich zusammen reissen nicht los zu heulen, denn wenn ich nach Hause komme, wartet erstmal die Arbeit auf mich. Bleibt ja alles liegen den Tag über. Und niemand weiß das er im Krankenhaus ist. Ich bin fröhlich gegenüber unseren Freunden und Bekannten und wenn sie mich nach meinem Schatz fragen, erzähle ich eben glaubhaft die Geschichte weiter, warum er nicht da ist.

Am Anfang habe ich nicht verstanden warum er nicht sagen will, was er hat und ins Krankenhaus muss. Mittlerweile verstehe ich das.

Ich will nicht ständig gefragt werden wie es ihm geht, und was passiert. Ich will auch nicht ständig Mitleid entgegen gebracht bekommen und mitleidig angesehen werden.

Das ist etwas, dass mache ich mit mir aus. Wenn die Bombe platzt, werde ich sowieso ständig „bedrängt“ werden. Ist ja auch lieb gemeint dann, wenn sie ständig fragen ob ich was brauche, oder wie meine Freunde mir helfen können. Aber ich will das nicht. Ich will einfach nur meine Ruhe haben! So bin ich…

Wenn meine Mam diese Zeilen liest, bricht es wieder ihr Herz…das tut mir leid, denn das will ich auch nicht. Wenn sie mich fragt, wie es ihm geht und ob sie mir helfen kann ist das logischerweise aber auch etwas ganz anderes…

Bis dann

Emotionales auf und ab…

oder – wie ich Zuversicht hasse!

Erstmal noch kurz was zu gestern.
Ich habe ja gesagt, dass es meinem Schatz gestern extrem übel wurde. Ich hatte 1000 Hoffnungen, die sich gestern Abend in Luft aufgelöst haben.

Gegen abend wurde ihm doch schwindlig und wieder speiübel. Das ging den ganzen Abend so. Innerlich bin ich gestorben und wusste nicht wohin mit mir. Unser verstorbener Freund hatte auch diesen Schwindel und diese Übelkeit, als der Krebs bei ihm diagnostiziert wurde. Ich hatte wieder alle Bilder von damals vor Augen und mich hat es zerrissen.
Ich brauche kein MRT um zu wissen ob er Hirnmetastasen hat…seine körperliche Verfassung zeigt es deutlich! Um 10 Uhr haben wir uns Bettfertig gemacht und mein Schatz ist recht schnell eingeschlafen. Ich konnte nicht schlafen und habe bis um 12 ferngesehen, dann den Fernseher ausgemacht und gefühlt noch eine Stunde wach gelegen mit 1000 Gedanken. Einfach nur schrecklich..

HEUTE 30.06.2015

Ich habe kaum geschlafen und war um halb 5 eigentlich schon wach. Mein Schatz musste dann auf die Toilette gegen 5, und da sind wir dann beide schon aufgestanden. Hätten bis halb 7 schlafen können, aber es ging eben nicht.
Er hat sich heute morgen zwar müde, aber recht fit gefühlt. Keine Übelkeit, nur leichter Schwindel und eben wackelig auf den Beinen.

Um halb 9 sind wir zum Krankenhaus gefahren und waren pünktlich um 9 Uhr in der Patientenanmeldung. Zum Glück recht früh, denn es waren nur 2 Leute vor uns und nach uns kam ein ganzer Schwung.
Die Anmeldung gestaltet sich wie der Vorgang im Sozialamt. Man muss eine Nummer ziehen und warten bis diese aufgerufen wird.
Hat zum Glück nicht lange gedauert, 10 Minuten vielleicht.

Nach der Anmeldung sollten wir dann zur ThoraxChirurgie und uns dort weiter anmelden. Da waren wir alleine und mussten trotzdem eine halbe Stunde warten bis wir dann ins Sekretariat durften.
Dort haben wir alle Papiere abgegeben und mein Schatz sollte noch zum EKG. Ging aber super flott das EKG. Nochmal warten, aber nicht so lange. Dann sollte er nochmal ein Röntgen machen lassen, ging auch schnell eigentlich.

Wieder kurz warten und dann kam die nette Dame raus und drückte uns seine Akte in die Hände, mit den Worten – wird könnten jetzt hoch auf Station. Sie wollte uns noch erklären wo das ist – ich unterbrach sie und sagte, dass ich mich leider hier in dem Gebäude zu gut auskenne. Sie nickte zustimmend und leicht mitleidig und wir verabschiedeten uns.

Also dackelten wir hoch zur Station und meldeten uns dort. Das Zimmer wäre noch nicht fertig, müsste noch geputzt werden. Er soll aber noch einen Lungenfunktionstest machen, der auch recht schnell ging. Kaum gewartet und LuFo geht ja schnell.

Als wir wieder kamen, wurden wir direkt weiter geschickt in das Zimmer. Es war kurz vor 11 Uhr. Cool, von der Aufnahme bis zum Zimmer nur 2 Stunden, inklusive 3 Untersuchungen.

Das ich dass immer so betone liegt daran – ich erinnere mich, dass es auch schon mal einen ganzen Tag gedauert hat, bis man endlich auf der Station bzw. seinem Zimmer ankam..

Wir setzten uns auf die Stühle und da sind wir beide erstmal zusammen gesackt. Der Vormittag war anstrengend für mein Schatz und mein Schlafmangel und die Hitze haben bei mir das übrige getan.

Wir sollten in dem Zimmer warten, bis der Arzt kommt und den OP Ablauf erklärt. Um halb 1 Uhr war immer noch kein Arzt in Sicht. Im Gegenteil – Essen wurde ausgeteilt. Es gab Schweinegeschnetzeltes mit Kartoffeln und Karotten.
Der Bettnachbar, auch an dem Tag erst gekommen, ist ein Araber und ein Moslem. Er bat um ein anderes Essen und die Schwester bemühte sich ein anderes zu holen. Stellte ihm ein anderes Tablett auf den Tisch, und als er es öffnete habe ich mich innerlich an den Kopf geklatscht. Es war genau das gleiche…der arme Mann…aber so typisch Krankenhaus. 10 ausländische Programme im Tv, aber nicht in der Lage einem Moslem ein schweinefleischfreies Essen hinzustellen..er ist ja immerhin nicht mal der einzige Moslem auf der Station..aber das nur am Rande.

Schatz wollte das nicht essen. Ich meinte, dass bei der Essensausgabe sowieso kein Arzt käme und wir sind ins Bistro gegangen. Eine halbe Stunde später sind wir wieder hoch – und was ist, er wurde gesucht. War ja klar!

Aber die Ärztin, eine Chirurgin kam dann nach kurzer Zeit und erklärte den Ablauf der Bronchoskopie im Detail. Es würde geschaut wie genau der Tumor liegt, eine Probe würde genommen und auch der Rest der Lunge würde gespiegelt werden. Alles unter Narkose.
Dann erzählte sie aber noch mehr…dadurch das er einen Pleuraerguss hat und der das Atmen erschwert, meinte sie – wenn er dann schon mal da läge, würde sie die Lunge punktieren bzw eine Drainage legen damit das Wasser ablaufen könnte. Der Schlauch geht aus der Lunge an der Körperseite raus und in einen Beutel. Das geht unterschiedlich schnell, je nach Patient und Verfassung. Es würde nach ein paar Tagen der Beutel entfernt werden, und der Schlauch abgestöpselt. Dann Röntgen und dann wenn kein Wasser mehr da ist, wird der Schlauch entfernt…auch unter Narkose. Das alles sollte innerhalb einer Woche passieren.

WIE BITTE – es sollten doch nur 3 Tage sein? Jetzt eine Woche?, übers Wochenende?? Schlecht…ganz schlecht..aber erstmal abwarten.
Sie erzählte dann noch, dass sie bei einer nachfolgenden OP dann noch Talkumpuder einblasen würden, damit sich das Rippenfell entzündet, damit es verklebt und kein Wasser mehr in die Lunge einlaufen könnte. Mh…scheint Methode zu sein. Schatz hat erstmal eingewilligt.

Ziel ist es, dass eben kein Wasser mehr einlaufen kann, und das die Lunge wieder besser belüftet wird und dementsprechend er besser atmen kann. Naja gut..hört sich ja alles im Allem gut an, wenn die Sache mit dem Tumor nicht wäre…da sind alle Fragen noch offen. Ist er kleinzellig, oder nicht, operabel – oder nicht, ist diese Wasserablass-Sache palliativ..oder nicht..

Es wird einem erklärt, dass alles gut ist und dem Patienten dient, aber letzendendes geht es ja um den Tumor…

Gegen 2 Uhr sollten wird noch zum Narkosearzt für das Aufklärungsgespräch. Da haben wir eine halbe Stunde gewartet und das Gespräch hat über einen Stunde gedauert. Es wird da abgefragt, was man für Vorerkrankungen hat, welche Medkamente man nimmt, und andere Sachen und eben die RisikoAufklärung der Narkose. Die Narkoseärztin war sehr nett und es hat Spaß gemacht sich mit ihr zu unterhalten. Eine echt süße Person.

Es war schon halb 4 als wir aus dem Zimmer wieder rauskamen. Wir sind dann noch mal zu ihm ins Zimmer. Aber ich musste ja los. Mein Schatz hat mich noch zum Bus gebracht und ich bin dann nach Hause. Wieder mit 1000 Gedanken im Kopf.

Ich meine, ist klar – Risiken sind immer da, auch wenn nichts eintrifft. Daum geht es eigentlich nicht. Aber das mit dem Schlauch hat mich schon etwas .. wie soll ich sagen…ich weiß nicht…ich finds gut und gleichzeitig scheisse.

Er ist morgen früh dran, vielleicht als erster schon.

Ich drücke meinem Engel alle Daumen, dass er die OP gut übersteht. Bis ich gegangen war, war er relativ fit. Er ist halt langsam gegangen, aber das ihm groß schwindlig, oder überl war konnte ich nun nicht sagen. Die Hitze ist aber nichts für ihn, ich glaube die Hitze heute ist für keinen was. Morgen soll es ja noch heisser werden.

Mir geht es im Moment gut, ich mache mir nur Sorgen wegen der OP und vorallem welchen Namen das Kind des Dämons bekommt. Welche Art Tumro es ist und wie es dann weitergeht.

Morgen fahre ich wieder zu ihm und kann es jetzt schon kaum erwarten ihn zu sehen.

Bis dann