4 Jahre

Heute am 10. Januar 2020 sind es 4 Jahre seit dem du nicht mehr bei mir bist. Es hat sich aber viel getan bisher.

Das erste Jahr bin ich komplett durchgedreht. Ich habe Menschen in meiner Umgebung sehr weh getan, nur um meinen eigenen Schmerz zu dämpfen. Das war nicht richtig, es tut mir leid, aber ich konnte einfach nicht anderes…

Im 2. Jahr hat sich alles dann wieder beruhigt und ich habe mich um andere Dinge kümmern müssen. Dinge, die das Leben betreffen. Papa wurde sehr krank und ich habe mich um ihn gekümmert. Papa ist dann auch gestorben….

Im 3. Jahr lief eigentlich alles soweit wieder normal, ausser das die Sorgen um Mama immer größer wurden. In diesem 3. Jahr ist dann auch Mama gestorben…

In der Zwischenzeit haben sich aber 2 Wege gekreuzt.  Ich bin mit jemanden zusammen gekommen, was ich niemals erwartet hatte. Dieser Mensch bedeutet mir mehr, als ich es mir je eingestehen möchte. Er ist meine Heimat geworden. Mit ihm kann ich die letzten 4 Jahre versuchen zu verarbeiten, wobei ich das gar nicht will…eigentlich…es ist nicht sein Päckchen…

Er hat mit meiner Vergangenheit nichts zu tun, obwohl sie ihn sehr berührt. Nicht nur im positiven….

Mir geht es heute nicht so schlecht wie die letzen Jahre. Ich meine damit DEN einen Tag. Die letzten 2 Tage ging es mir richtig schlecht. Meine Sis war da und sie konnte mich, ich konnte mich, gut ablenken. Aber abends im Bett kamen die Gedanken. Ich weinte mich die letzten 2 Tage in den Schlaf. Nichts schlimmes, die Tränen kamen einfach so…ich habe viel nachgedacht darüber was passiert ist, in weiterer und näherer Vergangenheit.

Ich habe an dem Tag, als Mama gestorben ist, meinen Ehering abgelegt. Ich habe immer damit gekämpft und ihn weiterhin mit Stolz getragen. Aber an dem einem Tag wusste ich, es beginnt eine neue Zeitrechnung. Ich habe in abgenommen, als wäre es „nur“ ein Ring. Es ist nichts mehr da, was „ich“ bin. Es ist das 3. mal in meinem Leben das ich mich komplett neu einstellen muss…das fällt mir schwer.. ich mag Veränderungen nicht, wenn sie so gravierend sind. Aber das gehört zum Leben nun mal dazu…

Trotz alle dem geht es mir heute nicht so schlecht, wie in den letzten Jahren. Meine Nichte hat mir geschrieben und auch alte Freunde haben angerufen um mir Kraft für heute zu wünschen. Ich habe ihnen mitgeteilt, dass ich jemanden neues an meiner Seite habe. Alle haben sich sehr darüber gefreut. Meine Nichte besonders. Es wird auch Zeit das du jemanden hast. Der dich auffängt, der dir aus deinem Trauma raushilft…hat sie gesagt…

Manchmal, wenn ich nervös bin, greife ich an meinen Ringfinger und spüre das er nicht mehr da ist. Ich habe immer rangegriffen und den Ring am Finger gedreht. Es ist immer noch ein seltsames Gefühl das ich meinen Ring nicht mehr trage. Mein Ringfinger fühlt sich leer an…aber auch das gehört dazu…

Nun..es sind 4 Jahre jetzt und ich kann mit dem Schmerz umgehen. Es ist wie es ist und es muss einfach weitergehen. Ich will das auch, ich bin bereit. Auch wenn es immer mal wieder Momente gibt, immer wieder diese Dämonen, die mich in die Vergangenheit ziehen wollen. Aber das hilft mir nicht. Ich bin jetzt bereit für einen neuen Weg. Koste es was es wolle, es geht einfach nicht anders…sonst wäre ich längst nicht mehr hier…

Mein Weg geht weiter. Alles was war – war – alles was jetzt kommt kann mich nur weiter formen und mich zu einem besseren Menschen machen. Einem Menschen, der die kleinen Dinge achtet und schätzt, was ich sowieso immer schon tat.

Ich danke dir für alles was du mir gezeigt hast, für alles was du mich gelehrt hast. Du bleibst in meinem Herzen, du bleibst ein Teil von mir. Du gibst mir aber die Kraft die ich brauche um weiterzumachen. Das ist auch das was du wolltest….

Bis bald

 

Bald ist Weihnachten…

Dieses Weihnachten ist ein weiteres Weihnachten das eher traurig ist. In diesem Jahr fehlen sie wirklich alle. Mein Mann, mein Papa und nun auch die Mama…

Sie ist im August gestorben und die ganzen letzten Monate habe ich mich um so viele Dinge gekümmert, das da kein Platz für Trauer war. Sicherlich waren meine Sis und ich traurig und haben getrauert, aber eigentlich haben wir beide es von uns geschoben. Nicht darüber nachgedacht wie es sein wird, wenn dann Weihnachten vor der Tür steht. Es war ja schon schlimm das die Mama gegangen ist, eine Woche vor dem Geburtstag meiner Schwester. Das war zu dem Zeitpunkt viel dramatischer als der Gedanke wie es an Weihnachten sein wird.

Langsam kommt alles hoch wie es war mit der Mama. Dann erinnere ich mich auch wie das bei Papa war. Als er gestorben ist habe ich versucht starkt zu sein und die Trauer von Mama und meiner Schwester aufzufangen, selbst in Trauer gefangen. Ich habe mich um alles gekümmert um ein schönes Weihnachten auf die Beine zu stellen. Irgendwie hat mir das aber geholfen das zu verarbeiten. Die letzten beiden Weihnachten hatten wir dann auch ein schönes Fest. Papa war auch da, in unseren Herzen und in unseren Gesprächen. Wir dachten an ihn wie er gewesen ist, was er gesagt hat und wie gerne er doch seine Weihnachtsmusik abgespielt hat und sich gefreut hat. Es gab keinen stillen Moment, wir haben uns an die schönen Dinge erinnert und gelacht.

Dieses Jahr versuche ich das auch. Ich habe etwas Angst vor Heilig Abend, denn jetzt ist alles irgendwie anders. Dieses Weihnachten ist nur meine Schwester da und ich. Das Haus ist still. Ein bisschen habe ich geschmückt und alles etwas weihnachtlich hergerichtet, aber nicht so wie ich es die letzten Jahre gemacht habe. Irgendwie tut es weh den Weihnachtsschmuck zu dekorieren.

Meine Schwester bekommt ein zusätzliches Geschenk von mir. Es ist von Mama. Ich habe es in ihrem Sinne gekauft und es ist wie ein letzter Gruß von ihr. Das haben Mama und ich auch im ersten Weihnachten ohne Papa gemacht. Da gab es ein Geschenk im Papas Sinne.

Seit nun 4 Jahren habe ich keine schöne Weihnachten mehr. Es liegt immer ein dunkler Schatten darüber. Ich mag die Lichter, die Düfte und das Gefühl, aber ich kann es nicht mehr genießen wie früher.

Ich denke auch oft an ganz früher als Weihnachten noch schön war. Heilig Abend waren wir alle zusammen. Gegen Abend bin ich immer nach Hause gefahren und habe dann für unsere einsame Herzen Essen vorbereitet. Jedes Jahr kamen alle unsere Freunde zu uns die niemanden hatte und allein wären an dem Abend. Es wurden immer weniger über die Jahre und nun ist es so das ich das einsame Herz bin. Ganz alleine an Weihnachten…Meine Sis kommt natürlich an dem Tag, aber am Abend fährt sie nach Hause zu ihrem Mann. Ich möchte das die beiden ein schönes Fest in Zweisamkeit haben, ich klinke mich da aus. Ich will kein Mitleid oder so, ich schaue immer das es den anderen gut geht und stelle mich hinten an. War schon immer so… Das macht mich zufrieden, wenn ich sehe das es den anderen, besonders meiner Schwester, gut geht.

Ich wollte es mir dann auf der Couch gemütlich machen, etwas Wein trinken, weinen  und schauen das der Abend vorüber geht. Vielleicht wäre ich auch an meinen PC gegangen und hätte etwas gezockt.

Nun ist es aber so das ich ja jemanden an meiner Seite habe. Ihm geht es zwar auch nicht so besonders da auch in seiner Familie welche gestorben sind. Vater, Tanten und jetzt erst kürzlich seine Cousine. Dennoch möchte er für mich, für uns, ein schönes Weihnachten herrichten. Damit wir beide nicht alleine sind an dem Tag/Abend. Damit es uns gut geht bzw. werden wir es uns gut gehen lassen. Ich bereite ein schönes leckeres Essen vor und bringe einen Haufen Weihnachtsfilme bzw Disneyfilme mit, die wir dann über die Feiertage schauen wollen.

Er ist ein Lichtblick in meinem Leben. Bodenständig, eine wahnsinns Stimme und er ist so sagenhaft lieb und aufmerksam. Nach dem Tod von meinem Engel war es für mich nicht möglich jemals wieder einen Mann an meine Seite zu lassen. Emotional. Ich hatte nie daran geglaubt und habe mich auf ein Leben ohne Mann eingestellt. Langfristig auch komplett ohne Mann, das heisst auch keine Freundschaften Plus mehr, gar nichts. Nur ich mit mir alleine. Katzen wollte ich mir holen. Die kann ich auch alleine lassen wenn ich dann wieder arbeiten gehe.

Dann kam aber er in mein Leben und ich habe für einen Augenblick nicht aufgepasst und er hat eine Lücke in meine Mauer gerissen und nun bricht sie immer weiter auf. Ich hätte das nie für fassbar gehalten das es in dieser Welt noch jemanden für mich gibt, auf den ich mich einlassen könnte. Mit seiner ganzen Art, seiner Stimme und wie er spricht hat er mich eingefangen. Wir sind erst wenige Wochen zusammen aber ich spüre jetzt schon das ich eine sehr intensive Liebe zu ihm habe. Ihm geht es genauso. Ich hätte niemals daran geglaubt das ich so eine Liebe wie die, die ich zu meinem Mann hatte noch steigern könnte. Er löst es aber bei mir aus und ich bin von mir selbst etwas überrascht und verwirrt.

Es gibt ja so einen Spruch, der heisst

Dir wird im Leben niemals etwas genommen, ohne das es durch etwas besseres/schöneres ersetzt wird

Ich habe davon nichts gehalten, denn es war nicht möglich. Etwas besseres/schöneres als mein Mann gab es einfach nicht. Das war für mich immer das Non Plus Ultra.

Und dann kam er in mein Leben und in mein Herz….

Wünsche euch allen noch eine schöne besinnliche Endspurtzeit vor Weihnachten und lasst es euch gut gehen ♥

Alles ganz anders

Die letzte Zeit ist viel passiert, also die Zeit nach meinem letzten Eintrag um genau zu sein.

Ich habe jemanden kennengelernt. Naja ist eigentlich nicht ganz richtig, ich kenne diesen Mann schon eine Weile, hatte aber nie viel mit ihm zu tun. Er war in meiner vorherigen Wohnung mein Postbote. Ja ja – wenn der Postbote 2 mal klingelt 😉

Wie dem auch sei, wir hatten immer mehr privaten Kontakt per WhatsApp in den letzten Monaten. Irgendwann kam es dann auch dazu, das ich zu ihm nach Rüdesheim gefahren bin bzw er mich abgeholt hat. Habe ja kein Auto. Ich hatte dann Gulasch gekocht und wir haben bissl was getrunken und viel, ich meine sehr sehr viel, geredet. Aber als wir so da saßen und etwas schüchtern am Bier nippten, sah ich aufeinmal etwas in ihm. Etwas vertrautes. Etwas das mich zu ihm hingezogen hat, was ich schon eine sehr lange Zeit nicht mehr gefühlt hatte. Das Gefühl von Heimat!

Wir sind dann auch in früher Morgenstund im Bett gelandet, aber das hat hinten und vorne so gar nicht geklappt. Der Alkohol war natürlich nicht ganz unschuldig. Am nächsten morgen sprachen wir darüber und es war gut.

Er brachte mich wieder nach Hause und wir verabschiedeten uns. Kaum eine halbe Stunde später kam eine WhatsApp und wir schrieben eine Weile. Am nächsten Tag telefonierten wir. Er erklärte mir das er richtig verliebt in mich sei, aber das nicht erst seit kurzem. Wir frotzelten eine Weile rum und dann sagte ich sowas wie – ich wäre jetzt gerne bei dir. Ich meinte das aber auch nicht sooo ernst, und er meinte nur, er sei in ca. einer Stunde da. Ich lachte und sagte:“Nicht dein Ernst, oder“. Er sagte mir, das er mich auch gerne bei sich haben möchte. Also bin ich am Abend wieder bei ihm gewesen.

So ging das die ganze letzte Zeit. Ich war immer mal 2, 3 Tage bei ihm, dann war ich einen Tag bei mir zu Hause, dann war ich wieder bei ihm. Wir reden unheimlich viel und auch sehr sehr offen. Ich fühle mich zu ihm hingezogen und wenn er anfängt mir den Himmel zu versprechen schmunzel ich einfach nur. Männer sind ja so ;). Aber dann passierte etwas, das ließ mich doch etwas aufhorchen. Ich bekam eine E-mail und das war eine wunderschöne Liebeserklärung. Nichts schmalziges, oder poetisches, gar nicht. Einfach und ehrlich geschrieben.

Das hat mich sehr überrascht. Ich weiß, er war 2 mal schon verheiratet, beides male keine Liebesheirat. Bei mir wäre das anders, sagt er. Er weiß auch alles was bei mir passiert ist, was mit Horsti war und auch meine tiefere Vergangenheit und sagte mir ganz ehrlich, das dies alles starker Tobak ist und jeder andere wahrscheinlich dann doch nicht wollte. Aber er nimmt mich so wie ich bin, auch mit Horsti in meinem Kopf und in meinem Herzen. Er will mich nicht verschrecken und möchte ganz behutsam mit mir umgehen (was halt mit Horsti zu tun hat). Er akzeptiert einfach alles an mir.

Er sagte dauernd schöne Worte. Wir reden aber auch viel über alles andere. Er gräbt nun nicht ständig an mir rum. Aber wenn er was schönes sagt, dann sitzt das. Dann berührt mich das in einer Art und Weise wie es bisher nur mein Horsti konnte.

Ich habe viel nachgedacht und denke das ich es versuchen möchte. Da ist nun ein Mann, ganz anders wie die, die ich sonst um mich herum habe. Ich denke auch Horsti wäre einverstanden mit Jörg. So heisst er. Wenn ER mich MIT Horsti nimmt, kann ich auch mein Herz ihm gegenüber öffnen und etwas neues wachsen lassen. Eine neue Liebe, eine andere Liebe, eine echte Liebe.

Gleichzeitig habe ich aber ein Problem. Oder sagen wir ein dumme Situation. Ich hatte im letzten Beitrag ja geschrieben das ich mit Otto eine Freundschaft Plus pflege und er auch hoffnungslos in mich verliebt ist. Das musste ich beenden. Wenn es mit Jörg etwas ernstes sein soll ist ja es mal völlig selbstverständlich das ich mit Otto brechen muss.

Ich rief Otto am Montag, vorherige Woche an und bat ihn zu mir. Otto dachte natürlich wir hätten wieder unseren Spaß. Im Laufe des Abends führte ich aber das Gespräch in die Trennungsrichtung. Ich erklärte ihm das ich ihn zwar lieb habe, als Freund, aber das wir das Plus streichen. Das ich das Plus streiche. Hat er natürlich gar nicht verstanden. Wir redeten und redeten und dann ist etwas passiert, was nicht hätte passieren dürfen. Wir hatten nochmal Sex. Am nächsten morgen habe ich ihn dann „rausgeschmissen“.  Tage lang schrieb er mir dann etliche WhatsApp und auch Sprachnachrichten. Aber ich habe mich nicht mehr umstimmen lassen. Ich fühle mich nicht zu ihm hingezogen, Otto und ich haben keine Zukunft. Das war mir sowieso immer klar und ich denke dadurch das er mich liebt, hatte er sich aber eine Zukunft vorgestellt. Es wäre sowieso in die Brüche gegangen. Als Freund möchte ich ihn nicht verlieren, dafür kennen wir uns zu lange.

Irgendwann hat er es dann verstanden und er hat sich jetzt schon ein paar Tage nicht mehr gemeldet. Ich weiß das es ihm wahnsinnig weh tut. Mir tut es auch leid, aber ich hätte das mit dem Plus eh nicht mehr lange mitgemacht. Sobald Gefühle auftauchen wird immer einer leiden…

Ich habe mit Jörg darüber gesprochen, er wusste das ich mit Otto eine Plus Freundschaft hatte, das hat ihm auch sehr zugesetzt. Wir hatten schon etwas angebandelt und ich springe nochmal ins Bett mit „dem anderen“. Es war nicht mein Plan, nicht mein vorhaben. Es war scheisse von mir. Als Jörg hörte das da nochmal was war, war er sehr verletzt und enttäuscht. Er ist es immer noch und hadert sehr damit. Trotzdem möchte er mich festhalten und will mich. Er sagte zu mir, er müsse darauf klar kommen und sich immer einreden das wir da ja noch nicht zusammen waren. Es schmerzt trotzdem ohne Ende.

Ich denke aber das wir das schaffen werden. Wenn wir diese Hürde genommen haben sind wir noch viel enger zusammen gewachsen. Das hoffe ich zumindest..

Wir sind jetzt 6 Tage zusammen und erleben schon eine heftige Achterbahnfahrt. Wir telefonieren jeden Tag mehrmals miteinander, abends sind es Stunden. Zwischendurch schreiben wir WhatsApp, aber nichts kitschiges. Sondern Dinge die wir zu erledigen haben, wie Termine gelaufen sind usw. Am Telefon reden wir über dies und das und auch über die Otto Sache. Wir sagen dazu jetzt Akte M, weil es an einem Montag eben passiert ist und ich den Namen Otto nicht erwähnen möchte, weil Jörg so sehr darunter leidet und ich das nicht möchte. Ich hätte ihm absagen sollen und die Trennung vom Plus am Telefon erledigen müssen, dann würde jetzt nicht so etwas zwischen uns stehen. Aber wir werden es schaffen. Er kommt darüber weg, wir reden ja ständig darüber und ich versuche meine Verlustangst in den Griff zu bekommen. Wir gehen durch die Akte M beide in eine sowieso ungewisse Zukunft, aber wenn wir es gar nicht versuchen war alles umsonst…

Tja, wie heisst es so schön – Das Leben passiert während du es planst ;P

 

Vorläufiger Lebensplan

Wie es mit Lebensplänen so ist – man kann planen, keine Frage. Meistens passiert das Leben aber dann so, das der Plan mehr oder weniger hinfällig wird. Ich habe nun für mich einen gewissen „Fahrplan“ erstellt, der vernünftig klingt und ich denke auch gut umsetzbar ist.

Vorab möchte ich aber noch folgendes erzählen. Ich hatte ja das Jobangebot in Idstein. Private Sterbebegleitung. Bei dem kennen lernen stellte sich aber schnell raus, das die Frau B. eine Krankenpflegerin sucht, die auch über Nacht da bleibt. Habe ich, glaube ich schon erzählt, egal 😉

Eine Woche später klingelt mein Handy und das Hospiz Idstein war dran. Sie hätte meine Nummer von der Frau B. und sie suchen eine Mitarbeiterin. Es wäre eine 60% Stelle und ob ich interesse hätte. Auch bei diesem Gespräch kam schnell heraus, das sie eine ausgebildete Krankenschwester suchten, mit der Zusatzqualifikation „palliativ“. Ich habe halt nur dieses Zusatzqualifikation. Fänden sie sehr schade, ich wäre ja so symphatisch, auch durchs Telefon bla bla. War ein sehr nettes Gespräch, muss ich schon sagen 😉 Auf jeden Fall war das Ende von den Telefonat doch ein kleines bisschen erfolgreich. Sie hat mich gefragt ob sie meine Nummer behalten darf und in die Kartei mit einfügen. Es gäbe vielleicht mal jemand, der jemanden braucht für z.B. eine Sitzwache. Klar mache ich gerne bzw gerne kann sie die Nummer im System speichern.

Schade eigentlich, aber auch irgendwie witzig wie schnell man an einen Job kommen könnte. Auch irgendwie gruselig. Naja, aber das Ding ist halt – ich bin eine reine Sterbebegleiterin/Trauerbegleiterin und bin keine ausgebildete Kranken -oder Altenpflegerin. Ich habe zwar mit dem Gedanken gespielt eine Krankenschwesterausbildung dran zuhängen. Aber wieder 3 Jahre lernen, kaum Geld? Ich muss ein Haus unterhalten. Mit einem Ausbildungsgehalt nicht so leicht und nebenbei noch arbeiten? Öh nö..mein Leben besteht nicht nur aus arbeit. Ich bin nicht faul oder so, aber ich lebe nicht nur um zu arbeiten! Auch habe ich in Erwägung gezogen eine KrankenHELFERausbildung zu machen, aber da habe ich bedenken, das dies nicht ausreicht. Wäre ja nur eine Helferin einer Schwester… mh … vielleicht besser als jetzt, aber trotzdem bestimmt nicht ausreichend…

Gut. Nach diesen lustigen Fehlstarts, die mir aber eine Menge neuer Gedanken und Menschen nahgebracht hat, bin ich zu folgendem Entschluss gekommen:

Im Februar bin ich auf dem Seminar in Hamburg um mein Zertifikat zu bekommen. Bis dahin lebe ich noch von dem Geld das ich habe. Bis Februar komme ich damit auch gut rum, große Sprünge kann ich nicht machen, aber das ist ok. Wichtig ist einfach das ich meinen Lebensunterhalt gut bestreiten kann und mir nichts fehlt. Der Kühlschrank ist auch am Ende des Monats noch voll 😉 aber ich kaufe mir halt keinen Dekoschnickschnak, oder Kram den man eigentlich gar nicht braucht lol so sollte es eigentlich immer sein, aber ich kann schwer an glitzernden Dingen vorbei haha Mir geht es nicht schlecht, will ich damit sagen. Trotzdem ist es ein echt blödes Gefühl zu wissen, das ja kein Geld reinkommt im Moment, nur Ausgaben….

Also…bis zu meinem Zertifikat bin ich zu Hause. Ab Februar kann ich mich dann offiziell bei Krankenhäusern, Hospizen usw bewerben. Das geht hier in Wiesbaden nur mit Nachweis einer Ausbildung bzw Schulung. Ich weiß es gibt Stellen, die Zeitungen sind voll. Ich mache mir da keine großen Sorgen. Sollte es echt schief gehen, kann ich immer noch einen Bürojob suchen, habe ich ja gelernt, und dann mal weiter sehen. Vielleicht mache ich das auch sowieso, und erstmal Sterbebegleitung als Ehrenamt. Eine Webseite von mir ist in Bearbeitung, das ich auch private Menschen erreiche bzw sie mich. Das aber jetzt erstmal so mein grober Fahrplan. Wenn sich vorher etwas ergibt, für Geld verdienen zwischendurch sage ich klar nicht Nein.  Bin in Allem recht entspannt. Mein Weg wird schon werden, da bin ich mir sicher.

In meinem Privatleben gibt es nicht viel zu berichten. Die Mama ist jetzt etwas für 2 Monate tot und langsam komme ich wieder klar. Ich weine nicht mehr so viel und rufe auch nicht mehr dauernd nach ihr. Nicht das ich nicht mehr trauere, es ist halt das umgehen damit. Ich bin seit 4 Jahren in konstanter Trauer und ich weiß sehr genau wie ich mit dem Schmerz umgehen kann und muss.

War seit ca. 1 1/2 Jahren total abstinent was Bekanntschaften angeht. Hat mir auch nichts ausgemacht. Zu Avni war der Kontakt da noch nicht vorbei und auch der Mainzer und die Ulli haben sich regelmäßig gemeldet. Aber alles halt nur immer übers Handy. War ok, mir hat auch nichts gefehlt.

Vor ca 3 Wochen war es dann wieder mal soweit. Am Tag war meine Sis da und wir hatten eine Menge Spaß in unserem Game „Ark:Survival Evolved“. Sie ist gegen Abend nach Hause gefahren und mir war dann langweilig. Ist mir eigentlich öfter abends, aber da schaue ich halt fern, spiele nebenbei auf meinem Tablett oder schaue mir TikTok Videos an. An diesem Abend war es aber anders.

Ich wollte nicht alleine sein, wollte auch was trinken und mal wieder so etwas wie ein „gemütliches zusammensitzen“ haben. Ich schrieb eine WhatsApp an Mainzer, Otto, fragte wie es ihm geht und was er macht. Er fragte ob er vorbei kommen soll und ich dachte mir nur: yeah zum Glück hat er gefragt 😉 meistens frage ich ja lol

Fand ich super und freute mich schon. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich keine Hintergedanken, gar nichts in dieser Richting. Ich freute mich einfach das Otto Zeit für mich hat. Im Nachhinein eigentlich ein überflüssiger Gedanke. Otto ist der letzte Mann in meinem verstorbenen Freundeskreis und er war immer für mich da, und hat bisher immer alles stehen und liegen gelassen wenn ich ihn angerufen habe. Und es ging nicht immer um Sex 😉 Ich sehe das aber nicht als selbstverständlich an, deswegen freute ich mich das es klappt.

15 Minuten später war er dann da und wir saßen zu zweit gemütlich zusammen und tranken etwas. Wir aktualisierten uns was so passiert ist. Ich hatte ja nu nicht so die Neuigkeiten, aber er schon. Man war das ein Spaß mal wieder alte / neue Geschichten zu hören, wie es anderen ergangen ist (die man kennt, aber keinen Kontakt pflegt) und wie schön es war zu lästern. Das übliche halt, wenn man zusammen sitzt und es einfach nur lustig ist. Irgendwann war es auch klar, das er die Nacht bleibt. Ich hätte ihn nicht mehr fahren lassen, ist doch klar. Wie es bei Alkohol so ist, es gibt nicht nur „Lacher“ Gespräche, irgendwann fangen auch mal die „Tiefen“ Gespräche an. Wir waren jetzt nicht soooo betrunken, aber es war sehr spät. Vielleicht schon 2 Uhr oder so, weiß nicht mehr.

Er fragte mich wie es mir wirklich geht und ich fing an zu weinen. Wegen Mama, wegen dem alleine sein, wegen allem einfach. Er ist mein Freund und er hört sich auch alles an und geht auch darauf ein. Bis dahin immer noch kein Gedanken an Sex. Von ihm auch nicht, ich weiß wenn er es will 😉 Wir unterhielten uns lange und ich lag die ganze Zeit in seinem Armen. Er roch gut und es hat einfach so wahnsinnig gut getan, in seinen Armen zu liegen und wie er mich festhielt und wiegte.

Dann rappelte ich mich auf, hatte keine Lust auf weinen und wir streiften wieder ins Lustige ab. Irgendwann war es 4 Uhr oder so und ich war echt müde inzwischen. Ich sagte ihm, das ich jetzt das Bett mache und wir dann etwas pennen können. Er half mir dabei und wir setzten uns noch mal hin um den letzten Schluck Bier auszutrinken. Ich dreht mich zu ihm herum und bedankte mich das er spontan zu mir gekommen ist. Er meinte nur so: “ Du weißt, wenn du mich brauchst bin ich für dich da. Ich versuche alles um bei dir zu sein.“ und bedankte sich seinerseits das er da sein dürfe.

Dann – klassischer geht es kaum – küsste ich ihn. Er erwiderte zunächst, zog dann aber zurück und fragte mich ob ich mir da sicher sei. Er wäre ohne Hintergedanken zu mir gekommen und nun käme es „dazu“. Ich fragte ihn ob er denn nicht wolle, wäre aber auch ok für mich wenn nicht…. gut…. ich entschuldigte mich für den Kuss und trank ein Schluck Bier.

Am nächsten morgen, ist zuviel gesagt, ein paar Stunden später sind wir aufgewacht und Otto hat sich angezogen. Ich machte uns einen Tee und saßen noch kurz zusammen. Dann wollte er los. Ich brachte ihn an die Tür und er ging aus dem Haus. Er drehte sich nochmal um und sagte:“Melde dich wieder wenn du mich brauchst.“

Ich habe dann den ganzen Tag darüber nachgedacht was passiert ist. Ich bin zu folgendem Ergebnis gekommen. Er ist mir wichtig und ich stehe auch an seiner Seite wenn er mich braucht, aber es ist keine Liebe. Eine sehr tiefe Freundschaft mit dem Plus, aber keine Liebe….

Geburtstag

Heute ist es eine Woche her als wir uns von Mama verbschiedet haben…

Meine Sis hat heute Geburtstag. Sie wird 39 Jahre alt und es ist ihr erster Geburtstag ohne Mama. Ich wusste ja schon was Mama alles für meine Schwester gekauft hat. Sie hat dieses Jahr echt „übertrieben“ aber das ist absolut ok. Wusste sie wahrscheinlich schon tief in ihr drin, das sie den Geburtstag nicht mehr miterleben wird. Sie wollte meiner Schwester nochmal alles Liebe und Schöne und tolle Überraschungen schenken.

Ich habe vorhin alles hergerichtet. Bisschen was eingepackt, vorbereitet im Mamas Sinne und alles an Sis Platzt hingestellt. Es sieht alles so schön aus. So Farbenfroh, so freundlich und lieb. Es tut mir so weh. Ich redete die ganze Zeit mit Mama und fragte, ob es so gut ist? Wie ihr das so gefällt und ob es ordentlich ist usw. Mama hätte sich tierisch gefreut. Gefreut wie alles aussieht und wie sich meine Sis heute Abend gefreut und gestrahlt hätte. Auch wenn sie immer sagt: „Müsst ihr immer so übertreiben?“

Meine Sis ist ja sehr praktisch veranlagt und es reiche, ein oder 2 Geschenke. Meine Mama und ich waren aber Gerne-Schenker und haben immer „übertrieben“ und sei es mit Deko zu den Geschenken.

Heute Abend wird sie das nicht sagen. Sie wird sich freuen. Sie wird aber auch sehr traurig werden….

Bis auf ein Teil wusste ich über alles bescheid. Bei uns ist es so, das wenn meine Sis Geburtstag hat ich auch etwas bekomme und umgekehrt. Nur bei einem Teil wusste ich jetzt nicht bescheid. Es ist das gleiche nur in einer anderen Farbe. Eines ist Blau und das andere Orange. Ich weiß nicht welches Teil für meine Sis ist und welches für mich. Ich habe mich dann dazu entschieden das Blaue Teil meiner Sis zu geben. Eigentlich ist Blau ja meine Lieblingsfarbe, aber Orange so gar nicht die von meiner Sis, aber sie mag auch Blau… Ich weiß halt nicht welche Farbe die Mama für uns gedacht hat. Orange würde zu dem „Farbkonzept“ zwar auch passen, aber egal…ich gebe meiner Sis das Blaue Teil….es ist ihr Geburtstag…der erste ohne Mama…sie ist doch erst letzten Donnerstag gestorben…

Mama ich hoffe das ist so richtig…

Ich muss später noch den Bestatter anrufen. Es hat geheissen, das die Beisetzung mitte ende erster Septemberwoche sein wird. Das geht nicht. Meine Sis hat gestern zu mir gesagt, das sie am 05.09. nach Berlin fahren muss, ein Seminar im Zuge ihrer Ausbildung. Ich hoffe das die Beerdigung an einem Tag stattfinden kann, an dem meine Sis dabei sein kann. Sie sagt, sonst würde sie nicht nach Berlin fahren. Das bereits bezahlte Geld wäre weg, aber es geht ja um die Beerdigung von Mama. Ich will das nicht. Die Beerdigung ist wichtig, aber ihre Ausbildung auch….es ist eh schon schwer genug für uns…

Seit gestern habe ich auch wieder Migräneattacken. Hatte seit über einem Jahr, oder noch länger, nicht mehr. Gestern dann auf einmal dieses ZickZackMuster im Auge. Eine halbe Stunde später nochmal ein ZickZackMuster. Heute morgen wieder ZickZick…ich habe nichts anderes gemacht wie sonst auch. Ist vielleicht der Stress. Ich habe leichte Kopfschmerzen jetzt, aber habe schon eine Schmerztablette genommen. Die Kopfschmerzen sind zum Glück nie sehr heftig, aber ich finde es trotzdem nicht gut das ich wieder diese Aura bekomme..Migräne…brauche ich nun echt nicht. Es schürt Angst in mir. Ich muss doch für meine kleine Sis da sein, wir haben nur noch uns…

Happy Birthday Püppi ♥ Mama und Papa sind bei uns ♥

 

Nachtrag:

Mama – du wirst am 04. September 2019 um 11 Uhr zu Papa gelegt ♥

Wir vermissen dich

Vor 2 Tagen und nun 42 Minuten bist du gegangen. Endlich frei und keine quälende Atemnot mehr. Wenn ich alleine bin muss ich manchmal weinen. Ich weiß, es ist ok und es ist gut so. Es war dein Wunsch – ich kann nicht mehr – hast du gesagt, und es ok für uns. Im Gegenteil, im Grunde konnten wir dir nichts besseres wünschen. Es steht ausser Frage das wir dich am liebsten noch bei uns hätten, aber zu welchem Preis. Es ist gut so wie es ist. Trotzdem weine ich wenn ich alleine bin, ich vermisse dich so schrecklich. Sis natürlich auch..

Ich vermisse euch alle. Norbert, Rainer, Norman, Papa, Horsti und nun dich…

Die letzten 3 einhalb Jahre waren nur vom Tod geprägt. Norbert ist schon 9 Jahre her, aber 2016 Horsti, ein halbes Jahr später die Oma und dann 2017 Papa. 2018 Rainer und Norman und nun 2019 Mama.

Gestern war ich beim Bestatter. Sie konnte sich an mich erinnern, war aber doch sehr überrascht als ich sagte, sie hätte schon meinen Mann und Papa beerdigt. Ich habe alles geregelt soweit und auch eine schöne Urne ausgesucht. Kleidung hatte ich dabei und es ist überhaupt kein Problem das Mama vor dem Feuer ihre Lieblingssachen angezogen bekommt. Das fand ich sehr schön das die Bestatterin immer wieder betonte das sie das gerne macht. Es ist besser und schöner als mit dem Totenhemd was sie sonst anziehen, wenn ein Mensch stirbt und es die Angehörigen nicht interessiert bzw sie keine Kleidung geben.

Gegen halb 12 Uhr war ich wieder zu Hause und musste nochmal telefeonieren. Ich habe die Firma des Beatmungsgeräts angerufen und wollte wissen wie ich das mit nun verfahren soll. Sie holen es ab. Ich legte auf und ging in die Küche. Es überfiel mich und ich weinte wieder. Ich sprach laut vor mich hin – siehst du Mama, ich kümmere mich um alles, ich versuche tapfer zu sein und ich weiß du würdest jetzt sagen, das du weißt das ich das schon alles mache. Ich habe es immer gut gemacht.

Ich holte mir was zu trinken und setzte mich in den Garten. Aufeinmal hörte ich Geräusche im Haus und dachte mir WTF. Es war meine Sis. Überraschenderweise kam sie schon gegen 12 Uhr. Sie sollte erst um 16 Uhr kommen, aber es sei Unterricht ausgefallen. Ich fands gut. Denn wenn meine Sis da ist, reiße ich mich viel mehr zusammen. Ihretwegen. Klar ich könnte auch weinen wenn sie da ist, aber ich will nicht das sie mehr traurig ist bzw sie das Gefühl hat mich trösten zu müssen. Ich bin doch die große Schwester und ich muss auf sie schauen.

Sie sucht sowieso meine Nähe grade. Sie sagt zwar, sie wäre ja auch alleine wenn sie zu Hause ist, denn wenn sie nach Hause kommt ist ihr Mann noch arbeiten, da könne sie auch zu mir kommen. Das ist sicherlich richtig. Dennoch habe ich das Gefühl sie will selber nicht alleine sein jetzt in der Zeit und ich soll auch nicht alleine sein. Ich freue mich klar wenn sie da ist. Wir sind sehr eng im Moment. Verständlich. Sie soll sich aber keine Gedanken um mich machen…hab dich lieb meine kleine Püppi ♥

Ich merke auch in den letzen Tage wie egal mir alles wieder ist. Ich habe zB mühe zu kochen. Aber wenn meine Sis da ist, muss sie ja was vernünftiges essen. Ich mache was gemacht werden muss, aber alles was mich persönlich betrifft lasse ich hängen. Wenn sie da ist, geht das nicht. Ich muss mich doch um meine kleine kümmern…

Ich gehe oft ins Zimmer von Mama. Ich hatte es noch hergerichtet, obwohl ich im Unterbewusstsein schon wusste das sie nicht mehr nach Hause kommt. Ich habe einen Engel mit Flügel der schläft auf ihr Bett gelegt. Hat eine starke Symbolkraft. So starkt, das ich weinen muss, wann immer ich in ihr Zimmer gehe und den Engel auf ihrem Bett sehe. Ich lasse das aber nun eine Weile so, dann werde ich das Bett abziehen und alles so verstauen erstmal…es tut alles so weh…

Nun ist keiner mehr da. Ich muss mir nun einen Job suchen, ganz normal eben. Schwer in dieser Zeit. Mama hat auf ihrem Sterbebett zu mir gesagt: „Finde einen Job der dich zufrieden macht, hier. (sie meinte in der Pflege) Du bist ein Engel. (sie meinte damit, das ich auch andere so lieb begleiten soll wie ich es für sie getan habe).

Sie sagte dann noch:“ und das du einen Mann findest. Wie Horsti, der dich liebte. Denn alles andere ist unwichtig.“

Ich weinte so sehr als sie das alles sagte und versprach ihr das alles zu tun. Papa hätte das auch so gesagt, ihm wäre das ja immer wichtig gewesen, sagte sie.

Einen Job finden ist ja nun wirklich nicht das Problem. Aber einen Mann? Mama – ich habe kein Interesse grade an einem Mann, auch suche ich nicht. Aber ich weiß, sollte es noch einen Mann für mich geben, werden sich unsere Wege kreuzen. Irgendwann werde ich vielleicht bereit sein und einen Mann in mein Leben lassen, der es gut mit mir meint, mich wirklich liebt und mich glücklich macht…das sagte ich ihr nicht…das sind meine Gedanken jetzt…

Wir werden uns wiedersehen. Wir lieben dich Mama ♥

22 August 2019 * 16 Uhr

Meine Sis und ich machten uns viele Gedanken und wollten heute ja nochmal in die Klinik fahren. Ich hatte ein mulmiges Gefühl. Ist sie noch bei Bewusstsein?, merkt sie das wir da sind?, machen wir es ihr und uns damit schwerer? Das waren so Gedanken.

Wir waren im Auto als mein Handy klingelte. Ich schaute auf die Uhr und es war 16:06 Uhr. Das Krankenhaus! Die Ärztin sagte mir mit lieber und ruhiger Stimme das Mama eingeschlafen ist. Es war genau 16 Uhr. Ich fragte noch ob das wirklich stimmt, ob sie einen Todeskampf hatte, aber die Ärztin sagte das sie das nicht hatte. Sie wäre ganz ruhig hinüber geglitten. Ich sagte noch das wir gleich da wären und wir legten auf. Meine Sis wusste auch dass das Krankenhaus dran war und bemühte sich mit aller Macht nicht zu weinen, saß sie doch am Steuer, im Feierabendverkehr. Ich versuchte auch stark zu sein, aber meine Stimme erstickte und Sis konnte dann auch nicht mehr. Sie weinte kurz und dann versuchten wir uns abzulenken, zumindest solange die Autofahrt noch dauern würde.

Als wir auf der Intensiv waren wollte uns ein Pfleger zu ihr bringen. Wir hatten auch Kleidung für Mama dabei und der Pfleger meinte erst, wir könnten sie anziehen. Meine Sis und ich wollten Mama aber nicht mehr sehen. Zu schmerzhaft ist das alles. Alles was wir sahen aus dem Flur aus war, das Mama ganz bedeckt in einem weißen Tuch auf ihrem Bett lag, in dem sie gestorben war.

Der Pfleger verstand das sofort. Es kam auch kurz die Ärztin dazu und wiederholte was sie am Telefon sagte. Es wäre alles gut, sie habe nicht mehr leiden müssen am Ende. Es ist so passiert wie es der Mama ihr Wunsch war…ich bedankte mich und wir sind dann gegangen. Die Kleidung mussten wir wieder mit nehmen, denn im Krankenhaus ziehen sie keine Kleidung an, denn es kommt noch die Leichenbeschau etc und es hätte auch schon mal Ärger gegeben, weil Dinge weg gekommen sind. Sie sagten, der Bestatter würde das dann machen.

So Mama, nun hast du es geschafft…du musst nicht mehr leiden, musst nicht mehr in deinem kranken Körper gegen die Atemnot kämpfen. Du brauchst auch keine Angst mehr haben ♥ Du bist frei ♥

Wir lieben dich ♥

Es dauert …leider

Gestern waren meine Sis und ich nicht in der Klinik. Wir nahmen an, das es schnell geht. Nun sind aber schon 40 Stunden vergangen, als sie das Morphin eingeleitet haben. Die Ärztin sagte mir ja, es würde mit der Zeit der Co2 Gehalt steigen, sie würde bewusstlos werden und dann sanft hinübergleiten. Es sind 40 Stunden bisher! Wie lange dauert es denn nur, bis Mama endlich ihre Flügel bekommt?, das sie endlich frei ist??

Bisher kein Anruf das es vorbei ist…Meine Sis und ich wollen heute ins Krankenhaus fahren. Wir wollen zur Mama, auch wenn wir echt zwiespältig sind. Wird sie immer nochmal wach?, wird sie merken das wir da sind und dann machen wir es ihr nur schwerer? Wird sie nochmal die Augen öffnen und darum bitten das es endlich vorbei ist?. Meine Sis sagte gestern schon, sie wisse nicht ob es gut ist. Ob es gut ist, das wir nochmal einen „2. Abschied“ erleben. Für Mama und für uns…

Aber ich weiß nicht, wie weit sie halt das alles noch mitbekommt. Vielleicht, oder auch hoffentlich ist inzwischen der Kohlendioxydgehalt so hoch, das sie sich selbst in eine Narkose geschossen hat. Es muss nur noch der Körper versagen…ich weiß wie sich das anhört, aber niemand kann das verstehen oder gar nachvollziehen, der nicht in dieser Lage war/ist.

Mit wem soll ich denn jetzt quizzen?, mit wem soll ich denn jetzt Housescapes, oder Gardenscapes spielen auf dem Tablet?, ich weiß, das sind dämliche irdische Fragen..es ist nicht wichtig…ich erinnere mich an das letzte mal als wir gemeinsam in der Stadt waren zum shoppen..oder als ich dir eine Wärmeflasche machte weil du kalte Füße hattest. Auch wird die die „Klingel“ nicht mehr klingeln, weil du etwas brauchst, oder Hilfe. Es ist alles so still geworden im Haus. Kein Klostuhl mehr reinigen, kein „Stinki hihi “ mehr wegmachen, gar nichts mehr… Ich habe dein Zimmer hergerichtet, obwohl du nicht mehr nach Hause kommst…

Ich habe Phasen da weine ich viel. Dann bin ich wieder „stark“, denn ich weiß ja, du kannst nicht mehr und willst nicht mehr und es ist einfach gut so wie es ist. Wir lassen dich gehen. Du sollst nicht mehr leiden, dich nicht mehr quälen.

Meine Sis hat heute früher Schule aus. Sie ist dann bei mir, so gegen halb 2/2 Uhr Mittags. Ich denke, ich werde was zu essen bestellen. Ich muss mich doch um meine kleine Sis kümmern. Auch um ihren Geburtstag, das alles so ist, wie Mama es wollte. Ihre Geschenke habe ich gepackt im Mamas Sinne..aber auch das drumherum muss ja stimmen. Es tut so weh. Auch wird der Geburtstag nicht schön. Ansonsten muss ich echt sparen. Ich muss mir nun eine Arbeit suchen, damit ich leben kann. Habe ja nun überhaupt kein Einkommen mehr, kein Pflegegeld und nichts. Mama sagte, das wäre auch auch immer der Wunsch von Papa gewesen. Die Kinder haben einen gute Job, der sie zufrieden macht und einen guten Mann, der sie glücklich macht.

Ich gebe mir halt schon etwas Zeit mit dem Job, auch wenn ich meine Fühler schon austrecke. Mama hat mir gesagt:“Finde eine Arbeit die dich zufrieden macht und ich wünsche mir das du einen Mann findest, wie Horsti, der dich glücklich macht.“ Zu meiner Sis sagte sie: Dein Mann liebt dich, auch wenn er ein Dickkopf ist, aber er liebt dich. Alles andere ist nicht wichtig.“

Ich melde mich später wieder. Ich habe Angst, weiß nicht was uns erwartet. Mama möchte gerne angezogen werden wenn es vorbei ist. Das muss ich mit den Schwestern klären. Auch holen wir heute das Beatmungsgerät ab. Ich muss dann die Firma anrufen, was ich damit machen soll. Ob sie es abholen, oder ob ich es in die HSK zurückbringen soll..

Auch habe ich mich schon um ein paar Dinge gekümmert. Der Klostuhl, die Sauerstoffgeräte werden ja nicht mehr gebraucht. Sie werden in der nächste Woche abgeholt…es tut so unendlich weh…

Mama ich liebe dich ♥

 

Du bist bald frei

War pünktlich um 14 Uhr in der Klinik und die Ärztin sagte mir eigentlich nur das was sie mir am Telefon sagte. Mama verweigert Behandlungen, sie will nicht mehr, was machen wir jetzt. Die Optionen waren – Intensivstation bleiben, Normalstation oder Hospiz. Sie sagte aber auch, das es mit dem Hospiz Stunden, oder Tage dauern kann bis sie einen Platz hätten bzw wäre der Transport unnötiger Stress. Ich sagte, das es auf der Intensiv doch am besten wäre. Dort hätte sie die maximale Versorgung und die Ärztin stimme mir zu.

Ich durfte dann auch schon zu Mama, lange vor der Besuchszeit. Sie schlief und ich ließ sie schlafen. Nach einer Weile wurde sie wach. Sie erkannte mich sofort und es dauerte nicht lange da sagte sie mir: „Ich kann nicht mehr“

Sie hatte ihre Stimme wieder und ihre Augen sprachen Bände. Ich weiß, sagte ich und es ist ok. Sie entschuldigte sich und ich sagte wieder mit Tränen in den Augen, das es ok ist, das es gut ist. Sie muss sich nicht entschuldigen, sagte ich ihr und das ich das verstehe.

Sie wiederholte es einige Male. Wir sprachen auch über andere Dinge dann. Sie möchte ins Feuer, sie hat uns sehr lieb und noch ein paar andere liebe Dinge die ich für mich behalte. Die Krankenschwestern waren sehr fürsorglich und haben uns allen Raum gegeben. Um halb 6 kam meine Sis. Ich war im Vorraum der Intensivstation, da ein anderer Patient ein Arztgespräch hatte und ich draussen warten sollte. In der Zeit kam meine Sis und ich versuchte erst locker ein anderes Thema anzuschneiden. Ich erzählte ihr von dem Patient der immer versucht hat aufzustehen und dann immer hingeknallt ist. Die Schwestern waren nicht sehr erfreut darüber und drohten ihm mit einer Fixierung. Dann ging auch schon die Tür auf und ich bzw wir durften wieder rein.

Kaum waren wir an Mamas Bett fing meine Sis bitterlich an zu weinen. Mama sagte wieder, es täte ihr so leid, meine Sis solle nicht weinen, aber sie (Mama) kann nicht mehr.

Es kamen dann ein Arzt und eine Schwester und meinten, Mama würde gleich in ein anderes Zimmer gebracht werden. Die Nasensonde bekommt sie gezogen und sie bekommt ein „starkes Schmerzmittel“ damit sie keine Angst hat und besser atmen kann. Ich dachte gleich an – warum sagen die nicht Morphium. Denn das war das „starke Schmerzmittel“. Gegen 18 Uhr wurde sie dann in ein anderen Raum geschoben. Ein Ein-Bett-Zimmer. Die Nasensonde hat die Schwester dann auch gleich entfernt, das war nochmal sehr unangehmen, aber ging schnell. Dann verschwand die Schwester wieder und meine Sis und ich saßen an Mamas Bett, jeder auf einer Seite, und streichelten sie bzw hielten ihre Hand. Gegen halb 7 kam dann die Schwester wieder und hatte das Morphin in der Hand. Sie klemmte die große Spritze in einen Perfusor und stellte ihn auf 2mg/h .

Mama sagte – endlich, ihr ging es nicht schnell genug. Sie wollte nicht noch länger Zeit „verschwenden“, sie wollte endlich gehen dürfen. Sie erzählte noch ein paar Dinge und wurde dann schläfrig. Zwischendurch, als sie immer mal wieder aufwachte, wollte sie Tee. Ich gab ihr den Pfefferminztee schlückchenweise, damit der Hals befeuchtet ist aber sie sich nicht verschluckt. Dann schlief sie ein. Wachte wieder auf, wollte Tee, schlief wieder ein. Das Morphin wirkt.

Die Schwestern sagten zu uns, wir könnte bleiben so lange wir wollen. Wir waren dann aber „nur“ bis halb 9 etwa da, dann sind wir gegangen. Ich wollte nicht gehen, aber ich irgendwie wollte ich auch nicht bleiben. Mama drückte unsere Hand immer wieder. Wachte kurz auf, aber ihr Blick war schon sehr weit draussen. Das Morphin wirkt. Kurz bevor wir gegangen sind wachte Mama nochmal wieder auf und wollte diesmal Wasser. Ich gab ihr einen Schluck, dann noch einen und sie sagte:“Das tat gut“.

Schweren Herzens sind wir dann gegangen. Haben uns vorher nochmal verabschiedet, küssten uns und sie winkte. Es bricht mir das Herz. Sehe ich sie in dem Moment doch zum letzten Mal…

Die Schwestern fragetn ob ich angerufen werden möchte und ich sage. „ja auf jeden Fall“, sie fragen auch Nachts?, egal zu welcher Zeit?, und ich sagte wieder: „Ja bitte rufen sie mich sofort an“.

Um halb 10 waren meine Sis und ich bei mir zu Hause. Sie blieb noch kurz und ist dann gefahren. Ich warte nun die ganze Nacht darauf dass das Telefon klingelt und sie sagen, das Mama es geschafft hat. Ich habe mir einen MariaCron gekauft und trinke ein Glas auf sie. Ich warte nun quälende Stunden darauf, dass das Handy klingelt. Das es vorbei ist, das Mama endlich frei ist.

Wir haben jetzt halb 11 gleich. Es kann noch Stunden dauern. Ich hoffe so sehr für Mama das sie nichts mitbekommt. Das war ihr größter Wunsch.

Mama schlaf gut, wir sehen uns wieder. Du bist frei und musst dich nicht mehr quälen.

Mama ich liebe dich! ♥

 

Was soll ich da sagen

Meine Sis kam gegen 14 Uhr und ichließ sie erstmal ankommen und ihre Hausaufgaben erledigen. Gegen 15 Uhr habe ich es aber angesprochen. Ich sagte das mich eine Ärztin angerufen hat und gesagt hat das Mamas Werte sich weiter verschlechtern, das sie Behandlungen ablehnt und das sie eventuell einen Luftröhrenschnitt bekommt um kpnstlich beatmet zu werden und wohin die Reise nun gehen soll..also Richtung palliativ..

Meine Sis und ich waren sehr angespannt, sprachen auf er Fahrt hin in die Klinik kaum ein Wort. Ich war sehr aufgeregt wie wir Mama heute vorfinden würden, mein Herz schlug mir bis zum Hals.

Die Tür ging auf und mit weichen Knien gingen wir in ihr Zimmer. Und was war?

Sie saß auf einem Stuhl! 2 Schwestern um sich rum und versuchten ob sie Wasser trinken könnte, da es immer noch schlecht mit dem Schlucken ist. Natürlich freute mich der Anblick, war aber besorgt das Mama dazu gezwungen wurde. Ich sagte zu Mama: „Hey du sitzt ja auf dem Stuhl“ und sie lächelte und hielt den Daumen nach oben. Ich fragte sie dann ob sie das gut findet und sie nickte. Welche Behandlung lehnt sie denn jetzt genau ab?, fragte ich mich. Die Schwestern hatten eine Menge Fragen. Sie wollten wissen wie es zu Hause war, ob sie da trinken konnte und ich sagte darauf, dass sie sogar ganz normal gegessen hatte und getrunken und selbstständig auch auf den T-Stuhl konnte. Erstaunte Gesichter seitens der Schwestern.

Nach einer Stunde konnte Mama nicht mehr sitzten, war halt anstrengen und auch auf Dauer dann unbequem. Das zurücklegen ins Bett ist gut gelaufen. Mama hat das gut mitgemacht und es war halt anstrengend – klar – aber sie war zufrieden. Weniger toll fand sie das Husten bzw das Absaugen vom Schleim. Da wir ein dünner Schlauch durch die Nase geschoben bis runter an den Hals. Sie sagte aufeinmal mit Stimme – Hör auf! aber die Schwester musste das ja machen. Wir streichelten sie und sagten immer wieder, das es gleich vorbei ist. Den Mund hat sie sich dann ohne widerstand reinigen lassen, das war ok für sie. Also..welche Behandlung lehtn sie denn ab??

Der Assistenzarzt kam hinzu und meinte, ich wollte ja mit ihm reden. Ich weiß darüber zwar nichts, aber besser so. Ich sagte ihm das ich angerufen wurde und er war ganz erstaunt darüber und wollte wissen wann und wer mich angerufen hat. Er wusste aber augenscheinlich bescheid über den Inhalt des Gesprächs, denn ich habe nicht viel gesagt, er hat aber gemeint das dem so gar nicht wäre. Ihre Werte sind gut, es gäbe keinen Anlass zu einer Tracheostoma. Klar kann immer ein Notfall eintreten, aber jetzt im Moment sähe es halt nicht so aus. Dennoch sollte ich ein Gespräch mit dem Oberarzt führen was gemacht werden soll aktuell, im Notfall, wohin die Reise geht. Er vermittelte mir aber auch das es noch Möglichkeiten gäbe. Ich habe morgen um 14 Uhr nun einen Termin mit der Oberärztin und dann sprechen wir über Mama. Ich hoffe nur, das es nicht die Oberärztin war die mich angerufen hat…

Mama hat dann auch wieder versucht was zu sagen. Wir haben dann herausgefunden das sie: „Schönen Geburtstag“ sagte. Sie hat offenbar kein Zeitgefühl, denn als meine Sis und ich ihr sagten das der Geburtstag von Sis erst in 8 Tagen sei. Bis dahin kann noch viel passieren. Mama war sehr erstaunt und ich glaube auch ein bisschen froh darüber. Es tut ihr doch so wahnsinnig leid dass das alles um den Geburtstag meiner Schwester passiert. Sie wollte uns noch etwas sagen, wir sind aber nicht dahinter gekommen.

Das erste Wort war „Kollege“. Zwar nicht Kollege, aber als ich das Wort nannte reagierte sie mit Gesten nach dem Motto – ok kann man auch so sagen. Dann noch Krankenhaus.

Mehr haben wir nicht herausgefunden. Es hat nichts mit den Ärzten zu tun, nichts mit den Schwestern, nicht das sie nach Hause will (möchte sie zwar aber das wollte sie nicht sagen), oder ob sie palliativ liegt, egal was wir sagten, wir haben es nicht herausgefunden. Auch hat sie sich manchmal an den Kopf gefasst, dann auch an die Nasenbrille oder an den Ernährungsschlauch. Aber wir konnte es eben nicht herausfinden. Morgen habe ich mein Tablet dabei und auch einen Stift und Zettel packe ich ein. Vielleicht kommen wir so weiter.

Es war so schön zu sehen das Mama sich weiter ins Leben zurück kämpft. Wir haben aber auch im Hinterkopf das jederzeit ein Anruf kommen kann, oder das sie intubiert etc ist wenn wir sie das nächste mal sehen. Die Angst um sie ist immer da.

Auf jeden Fall war der Anruf von heute Mittag echt unnötig. Hat uns nur unnötig dunkle Gedanken verursacht, die sowieso auf uns zukommen. Aber was sollte das…

Mama wir lieben dich ♥