4 Jahre

Heute am 10. Januar 2020 sind es 4 Jahre seit dem du nicht mehr bei mir bist. Es hat sich aber viel getan bisher.

Das erste Jahr bin ich komplett durchgedreht. Ich habe Menschen in meiner Umgebung sehr weh getan, nur um meinen eigenen Schmerz zu dämpfen. Das war nicht richtig, es tut mir leid, aber ich konnte einfach nicht anderes…

Im 2. Jahr hat sich alles dann wieder beruhigt und ich habe mich um andere Dinge kümmern müssen. Dinge, die das Leben betreffen. Papa wurde sehr krank und ich habe mich um ihn gekümmert. Papa ist dann auch gestorben….

Im 3. Jahr lief eigentlich alles soweit wieder normal, ausser das die Sorgen um Mama immer größer wurden. In diesem 3. Jahr ist dann auch Mama gestorben…

In der Zwischenzeit haben sich aber 2 Wege gekreuzt.  Ich bin mit jemanden zusammen gekommen, was ich niemals erwartet hatte. Dieser Mensch bedeutet mir mehr, als ich es mir je eingestehen möchte. Er ist meine Heimat geworden. Mit ihm kann ich die letzten 4 Jahre versuchen zu verarbeiten, wobei ich das gar nicht will…eigentlich…es ist nicht sein Päckchen…

Er hat mit meiner Vergangenheit nichts zu tun, obwohl sie ihn sehr berührt. Nicht nur im positiven….

Mir geht es heute nicht so schlecht wie die letzen Jahre. Ich meine damit DEN einen Tag. Die letzten 2 Tage ging es mir richtig schlecht. Meine Sis war da und sie konnte mich, ich konnte mich, gut ablenken. Aber abends im Bett kamen die Gedanken. Ich weinte mich die letzten 2 Tage in den Schlaf. Nichts schlimmes, die Tränen kamen einfach so…ich habe viel nachgedacht darüber was passiert ist, in weiterer und näherer Vergangenheit.

Ich habe an dem Tag, als Mama gestorben ist, meinen Ehering abgelegt. Ich habe immer damit gekämpft und ihn weiterhin mit Stolz getragen. Aber an dem einem Tag wusste ich, es beginnt eine neue Zeitrechnung. Ich habe in abgenommen, als wäre es „nur“ ein Ring. Es ist nichts mehr da, was „ich“ bin. Es ist das 3. mal in meinem Leben das ich mich komplett neu einstellen muss…das fällt mir schwer.. ich mag Veränderungen nicht, wenn sie so gravierend sind. Aber das gehört zum Leben nun mal dazu…

Trotz alle dem geht es mir heute nicht so schlecht, wie in den letzten Jahren. Meine Nichte hat mir geschrieben und auch alte Freunde haben angerufen um mir Kraft für heute zu wünschen. Ich habe ihnen mitgeteilt, dass ich jemanden neues an meiner Seite habe. Alle haben sich sehr darüber gefreut. Meine Nichte besonders. Es wird auch Zeit das du jemanden hast. Der dich auffängt, der dir aus deinem Trauma raushilft…hat sie gesagt…

Manchmal, wenn ich nervös bin, greife ich an meinen Ringfinger und spüre das er nicht mehr da ist. Ich habe immer rangegriffen und den Ring am Finger gedreht. Es ist immer noch ein seltsames Gefühl das ich meinen Ring nicht mehr trage. Mein Ringfinger fühlt sich leer an…aber auch das gehört dazu…

Nun..es sind 4 Jahre jetzt und ich kann mit dem Schmerz umgehen. Es ist wie es ist und es muss einfach weitergehen. Ich will das auch, ich bin bereit. Auch wenn es immer mal wieder Momente gibt, immer wieder diese Dämonen, die mich in die Vergangenheit ziehen wollen. Aber das hilft mir nicht. Ich bin jetzt bereit für einen neuen Weg. Koste es was es wolle, es geht einfach nicht anders…sonst wäre ich längst nicht mehr hier…

Mein Weg geht weiter. Alles was war – war – alles was jetzt kommt kann mich nur weiter formen und mich zu einem besseren Menschen machen. Einem Menschen, der die kleinen Dinge achtet und schätzt, was ich sowieso immer schon tat.

Ich danke dir für alles was du mir gezeigt hast, für alles was du mich gelehrt hast. Du bleibst in meinem Herzen, du bleibst ein Teil von mir. Du gibst mir aber die Kraft die ich brauche um weiterzumachen. Das ist auch das was du wolltest….

Bis bald

 

Was soll ich da sagen

Meine Sis kam gegen 14 Uhr und ichließ sie erstmal ankommen und ihre Hausaufgaben erledigen. Gegen 15 Uhr habe ich es aber angesprochen. Ich sagte das mich eine Ärztin angerufen hat und gesagt hat das Mamas Werte sich weiter verschlechtern, das sie Behandlungen ablehnt und das sie eventuell einen Luftröhrenschnitt bekommt um kpnstlich beatmet zu werden und wohin die Reise nun gehen soll..also Richtung palliativ..

Meine Sis und ich waren sehr angespannt, sprachen auf er Fahrt hin in die Klinik kaum ein Wort. Ich war sehr aufgeregt wie wir Mama heute vorfinden würden, mein Herz schlug mir bis zum Hals.

Die Tür ging auf und mit weichen Knien gingen wir in ihr Zimmer. Und was war?

Sie saß auf einem Stuhl! 2 Schwestern um sich rum und versuchten ob sie Wasser trinken könnte, da es immer noch schlecht mit dem Schlucken ist. Natürlich freute mich der Anblick, war aber besorgt das Mama dazu gezwungen wurde. Ich sagte zu Mama: „Hey du sitzt ja auf dem Stuhl“ und sie lächelte und hielt den Daumen nach oben. Ich fragte sie dann ob sie das gut findet und sie nickte. Welche Behandlung lehnt sie denn jetzt genau ab?, fragte ich mich. Die Schwestern hatten eine Menge Fragen. Sie wollten wissen wie es zu Hause war, ob sie da trinken konnte und ich sagte darauf, dass sie sogar ganz normal gegessen hatte und getrunken und selbstständig auch auf den T-Stuhl konnte. Erstaunte Gesichter seitens der Schwestern.

Nach einer Stunde konnte Mama nicht mehr sitzten, war halt anstrengen und auch auf Dauer dann unbequem. Das zurücklegen ins Bett ist gut gelaufen. Mama hat das gut mitgemacht und es war halt anstrengend – klar – aber sie war zufrieden. Weniger toll fand sie das Husten bzw das Absaugen vom Schleim. Da wir ein dünner Schlauch durch die Nase geschoben bis runter an den Hals. Sie sagte aufeinmal mit Stimme – Hör auf! aber die Schwester musste das ja machen. Wir streichelten sie und sagten immer wieder, das es gleich vorbei ist. Den Mund hat sie sich dann ohne widerstand reinigen lassen, das war ok für sie. Also..welche Behandlung lehtn sie denn ab??

Der Assistenzarzt kam hinzu und meinte, ich wollte ja mit ihm reden. Ich weiß darüber zwar nichts, aber besser so. Ich sagte ihm das ich angerufen wurde und er war ganz erstaunt darüber und wollte wissen wann und wer mich angerufen hat. Er wusste aber augenscheinlich bescheid über den Inhalt des Gesprächs, denn ich habe nicht viel gesagt, er hat aber gemeint das dem so gar nicht wäre. Ihre Werte sind gut, es gäbe keinen Anlass zu einer Tracheostoma. Klar kann immer ein Notfall eintreten, aber jetzt im Moment sähe es halt nicht so aus. Dennoch sollte ich ein Gespräch mit dem Oberarzt führen was gemacht werden soll aktuell, im Notfall, wohin die Reise geht. Er vermittelte mir aber auch das es noch Möglichkeiten gäbe. Ich habe morgen um 14 Uhr nun einen Termin mit der Oberärztin und dann sprechen wir über Mama. Ich hoffe nur, das es nicht die Oberärztin war die mich angerufen hat…

Mama hat dann auch wieder versucht was zu sagen. Wir haben dann herausgefunden das sie: „Schönen Geburtstag“ sagte. Sie hat offenbar kein Zeitgefühl, denn als meine Sis und ich ihr sagten das der Geburtstag von Sis erst in 8 Tagen sei. Bis dahin kann noch viel passieren. Mama war sehr erstaunt und ich glaube auch ein bisschen froh darüber. Es tut ihr doch so wahnsinnig leid dass das alles um den Geburtstag meiner Schwester passiert. Sie wollte uns noch etwas sagen, wir sind aber nicht dahinter gekommen.

Das erste Wort war „Kollege“. Zwar nicht Kollege, aber als ich das Wort nannte reagierte sie mit Gesten nach dem Motto – ok kann man auch so sagen. Dann noch Krankenhaus.

Mehr haben wir nicht herausgefunden. Es hat nichts mit den Ärzten zu tun, nichts mit den Schwestern, nicht das sie nach Hause will (möchte sie zwar aber das wollte sie nicht sagen), oder ob sie palliativ liegt, egal was wir sagten, wir haben es nicht herausgefunden. Auch hat sie sich manchmal an den Kopf gefasst, dann auch an die Nasenbrille oder an den Ernährungsschlauch. Aber wir konnte es eben nicht herausfinden. Morgen habe ich mein Tablet dabei und auch einen Stift und Zettel packe ich ein. Vielleicht kommen wir so weiter.

Es war so schön zu sehen das Mama sich weiter ins Leben zurück kämpft. Wir haben aber auch im Hinterkopf das jederzeit ein Anruf kommen kann, oder das sie intubiert etc ist wenn wir sie das nächste mal sehen. Die Angst um sie ist immer da.

Auf jeden Fall war der Anruf von heute Mittag echt unnötig. Hat uns nur unnötig dunkle Gedanken verursacht, die sowieso auf uns zukommen. Aber was sollte das…

Mama wir lieben dich ♥

 

Zwischen Sorge und Freude

In der Pflegedokumentation stand heute drin, das sie sehr passiv sein, aber alles versteht und darauf reagieren kann, aber auch das ihre Sauerstoffsättigung schlecht ist. Sie ist tendenziell immer nach unten und es war ein Wert von 75 eingetragen. Das ist zu wenig. Auch als wir da waren war der Sauerstoffwert immer so um 85 gependelt. Für einen COPD Patienten eigentlich ein guter Wert, aber sie atmet dann sehr schwer und die Sättigung fällt weiter ab. Sie war am Beatmungsgerät und hat geschlafen.

Nach einer halben Stunde etwa ist sie aufgewacht und nach ein paar weiteren Minuten hat sie sich sichtlich gefreut das wir da waren. Sie wollte die Maske unbedingt abhaben, der Grund war erst nicht so ersichtlich. Sie wollte mit uns reden, das haben wir dann herausgefunden. Die Schwester hat Blut abgenommen und kam kurze Zeit später wieder. Die Maske kann nicht ab, der Co2 Wert ist eigentlich gar nicht mal so schlecht, aber eben die Sättigung. Mama war dann sichtlich genervt.

Wir kamen dann auf die Idee, sie könne es ja aufschreiben. Die Schwester brachte einen Stift und ein Klemmbrett und Mama versuchte zu schreiben. Ausser ein paar Striche hat das aber nicht hingehauen. Ich habe dann jeden Buchstaben aufgesagt und sie nickte dann bei dem richtigen Buchstaben. Der erste ein K, dann der zweit ein O. Sie fasste sich an den Kopf und ich schnallte sofort dass das Wort Kopf sein soll, sie nickte. Gleich danach fragte ich ob sie Kopfschmerzen hat. Ja das ist es! Auch die Maske drückte ein wenig zu sehr. Auch das konnten wir beheben, konnten die Maske etwas lockern. Gegen die Kopfschmerzen hat Mama ein Schmerzmittel bekommen. Sie zeigte an welche Stärke die Ibuprofen haben, die sie immer nimmt. Die Schwester gab ihr 600erter, die haben schnell gewirkt, gab ja schließlich intravenös – flüssig.

Dann nach einigem Hin und Her kommunizierte sie auch das sie 5 Bananen gegessen hatte. Was dabei rauskam war, das wir ihr ja gestern tröpfchenweise ihr Bananensaft in den Mund geträufelt haben, das hat ihr gefallen. Gegen die Mundtrockenheite heute, bekam sie wieder so ein Spray in den Mund. Das half gut und Mama war erstmal zufrieden.

Auch sonst wurde sie im Verlauf unseres Besuchs sehr aktiv. Sie lächelte oft und bewegte sich viel. Auch ging die Sättigung hoch auf 92, 93. Gegen Ende unseres Besuchs wurde sie müde. Wir sagten ihr das wir sie lieb haben und sie formte ihre Lippen auch zu einem – ich euch auch. Meine Sis hat den Besuch heute als sehr positiv gewertet. Ich sagte zuvor noch, das Mama ja schwer raus kommt aus dem ganzen, die Schwester meinte aber das Mama riesen Schritte macht. Da hat sie aber Recht. Den Stift halten hätte Mama gestern nicht geschafft. Nur die Kopplung von Bewusststein zum Körper stimmt halt gar nicht.

Geistig scheint sie völlig da zu sein. Sie weiß wo sie ist, sie versteht vollkommen was man ihr sagt und kann auch darauf reagieren, aber der Körper macht gar nichts mit. Auch sprechen geht nicht. Sie bekommt keinen Ton raus. Das macht mir alles halt schon Sorgen. Ich bin jeden Tag mega aufgeregt wenn wer zu ihr fahren. Was erwartet uns? Im Moment sieht es so aus als ob es mit jedem Tag besser wird. Ich hoffe das bleibt so und sie kommt wirklich wieder auf die Beine. Heute hatte ich trotz der guten Dinge die passiert sind, ein mulmiges Gefühl. Mal sehen wie es ihr morgen geht.

Mama ich hab dich lieb ♥

Langsam

Sie ist heute den 3. Tag aus dem künstlichen Koma raus. Sie ist aber immer noch sehr weggetreten und schwach. Ihre Stimme kommt langsam wieder, leise, mehr ein krächzen, aber die Stimme kommt.

Ihr Augen konnte sie heute auch schon etwas weiter öffnen. Sie hat Hunger. Sie wollte unbedingt eine Banane, aber die Krankenschwester konnte ihr keine geben, es ist immer noch nicht sicher ob sie schlucken kann. Wir konnten ihr aber etwas von der Trinknahrung in eine Spritze aufziehen und ihr es tröpfchenweise in den Mund geben, damit sie wenigstens Bananengeschmack hatte. Sie wollte aber nicht einsehen das sie keine Banane bekommt, oder sie nicht schlucken kann. Sie bestand darauf das es geht. Sie hat eine Nasensonde um ihr Nährstoffe zuzuführen, aber sie hatte eben Hunger und wollte essen.

Das tat mir wieder so leid. Der Geist in ihr scheint hellwach, aber der Körper ist sehr schwach. Selbst das Husten fällt ihr schwer und wir haben alle Bedenken das sie richtig abhustet buw wenn sie etwas Auswurf hochhustet, diesen auch schlucken kann. Denn auspucken klappt gar nicht.

Der Blutdruck war heute extrem am schwanken. Als wir kamen war er so um 135/x bis 145/x, als sie schlief ging er runter auf 115/x. Sie bekam ein Abführzäpfchen und als das Anfing zu wirken und sie sich wehrte und es dann doch aber zuließ ging der Blutdruck manchmal hoch auch 170/x. Sie war stellenweise sichtlich genervt. Zu einem weil wir oft nicht gleich verstanden haben was sie sagt, zum anderen natürlich die Situation. Sie wollte auf den T-Stuhl, ging ja nicht. Sie verneinte immer dass das Zäpfchen gewirkt hatte, aber es war dann doch eine Menge Stuhl abgegangen. Es ist halt alles blöd und unangenehm und sie ist so völlig unselbstständig.

Es gab aber auch ein paar schöne Momente. Als wir kamen versuchte sie zu lächeln. Sie hat also wieder stark auf meine Sis und mich reagiert, sich gefreut das wir da sind. Auch bei manchen Dingen die wir erzählten, zog sie die Mundwinkel hoch und lächelte. Die Augen immer auf Halbmast und in alle Richtungen verdreht. Aber sie gibt sich Mühe und kämpft. Das war so schön anzusehen. Sie gibt nicht auf, auch wenn sie manche Dinge verweigert, genervt ist und sie ungeduldig ist wie lange das alles dauert.

Als meine Sis so um 15 Uhr gehen musste, versuchte sie sogar zu winken, bekam ihren Arm aber kaum hoch. Um halb 4 etwa machte die Schwester die Mama sauber vom Abführen. Danach schlief Mama ein und ließ sich auch kaum wecken. Das sie eine Inhalationsmaske aufbekam hat sie nicht mitbekommen, auch nicht das absetzten dieser. Auch als danach das Beatmungsgerät aufgesetzt wurde, bekam sie nicht mit.

Ich blieb die ganze Zeit bei ihr und wartete das sie aufwacht, damit ich mich verabschieden konnte für heute. Um halb 5 schlief sie immer noch tief und fest und ich bin dann gegangen. Natürlich habe ich ihr trotzdem gesagt, das ich nun gehe. Ich habe ein blödes Gefühl dabei. Sie wacht auf und ich bin nicht mehr da. Das macht sie bestimmt traurig und ich möchte nicht das sie denkt, das ich sie alleine lasse. Ich weiß nicht in wie weit ihr Bewusstsein wirklich da ist, oder ob sie alles noch wie in einem Traum erlebt.

Jeden Tag sind es ganz kleine Minischritte. Aber es sind Schritte ins Bewusstsein, zurück zu uns, zurück ins Leben.  Sie scheint aber auf jeden Fall alles zu verstehen und kann auf Fragen ob ihr z.B kalt ist mit Nicken/Kopfschütteln antworten. Ich hoffe morgen ist ihre Stimme wieder ein bisschen mehr da und sie ist wieder ein bisschen wacher. Ich weiß, ich muss auch geduldig sein. Ich bin geduldig, aber ich will Mama nicht so leiden sehen. Das ist das Schlimmste für mich und ich wünschte ich könnte ihr das alles abnehmen.

Wir lieben dich Mama ♥

Es geht aufwärts – endlich!

Die erste Woche als Mama zu Hause war, war fürchterlich. Sie hat kaum Luft bekommen, es war eine Katastrophe. Sie konnte nicht schlafen und auch das Beatmungsgerät war so semi.

Um sich das mal vorzustellen – nehmt eine Strohhalm und atmet nur dadurch. Egal was ihr macht! Spätestens nach 10 Minute schnappt ihr nach Luft. Nur das dies bei Mama eben nicht geht. Ich musste sie auch auf den Klostuhl heben, sie konnte nicht mal aufstehen. Es war echt schlimm…

Dann konnte sie ihre Medikamente nicht mehr nehmen. Sie hat so Pulverzeug das sie mit Kraft einatmen muss. Symbicort falls euch das was sagt, und noch ein anderes. Das Pulver ging also nicht mehr tief in die Lunge und der Gesundheitszustand wurde noch schlechter. Ich rechnete mit dem Schlimmsten und habe mich innerlich schon darauf vorbereitet das sie erstickt und ich nichts machen kann. Wie sage ich es auch meiner Sis, wenn es soweit ist?

Dann am Ende der Woche kam der Hausarzt zum Routine Hausbesuch und er gab mir sofort ein Rezept für 2 andere Medikamente, die einfacher einzunehmen sind. Ein Pulverspray zwar wieder, aber das wirbelt sobald man dran zieht und unterstützt die Einnahme. Das andere ein Dosieraerosol mit Aerochamber zur besseren Einnahme.

Am 2. Tag nach den neuen Medis ging es direkt besser. Erst stundenweise, dann immer mehr und mehr. Was ein Glück! Die Atmung ist zwar noch schwer, aber um ein vielfaches besser. Im Laufe der 2. Woche nach dem Krankhaus wurde es von Tag zu Tag besser. Sie kann zwar nicht laufen, aber sie kann selbstständig auf den Klostuhl, sich zudecken, und seit ein paar Tagen sogar wieder am Tablet spielen. Lachen geht gar nicht – sofort Atemnot. Sie erholt sich davon aber wesentlich schneller wieder als zuvor noch.

Aufatmen unsererseits!

Sie schläft auch wieder besser. Erst immer nur so ne halbe Stunde, mittlerweile auch mal eine Stunde wieder. Wenn sie am Beatmungsgerät ist, sogar auch mal eine Stunde andernhalb bis 2 Stunden.

In der 2. Woche war auch meine Schwester da und blieb ein paar Tage. Der Mama ging es den Umständen enstprechend gut, sodas ich sie auch mal eine Stunde unbeaufsichtigt lassen konnte und meine Sis und ich haben den Garten endlich auf vorderman gebracht.

Auch sonst war sie in der Woche eine enorme Hilfe für mich und an dieser Stelle ein großes Danke ♥ an meine Sis. Wenn was ist, hat Mama eine Klingel, dann weiß ich sie brauch was – Hilfe oder sonst was. Trinken usw kann sie jetzt auch wieder selbstständig. Zuvor habe ich ihr Trinken usw angereicht. Essen ging auch kaum, das kauen usw war einfachzu anstrengend. Jetzt hat sie wieder ordentlich Hunger und kann essen.

Ich kann auch wieder schlafen. Am Anfang hat Mama mich jede Stunde aus dem Bett geklingelt. Das war sauanstrengend, aber ich mache das „gerne“. Sie ist hilflos ohne Ende gewesen und auf mich angewiesen. Jetzt ist es so, das ich um 11 ins Bett gehe und sie mich nur einmal in der Nacht rausklingelt, meistens zwischen 4 und 6 Uhr, um den Fernseher auszumachen. Manchmal auch erst morgens gegen 7 Uhr, wenn sie Stinkerli gemacht hat und ich den Klostuhl sauer machen muss.

Insgesamt geht es ihr besser. Ich hatte gedacht, das es das war mit ihr und hoffte auf Erlösung. Jetzt sehe ich wieder etwas entspannter in die Zukunft und vielleicht erleben wir Weihnachten sogar noch zusammen. Der Intensivarzt sagte ja, mit dem Beatmungsgerät würden wir noch ca ein Jahr rausholen können. Habe ich nicht geglaubt, aber nun scheint es so zu sein. Ich bin dankbar dafür und genieße jeden Tag. Denn es kann trotzdem immer noch was passieren, eine Komplikation, mit der wir nicht rechnen.

Ich bin nun wieder komplett ans Haus gefesselt, aber das ist ok. Meine Sis hat Ferien und unterstützt mich mit allem. Sie geht für mich auf die Bank und holt Bargeld, sie kauft Kleinigkeiten ein die wir vergessen haben beim Bestellen von Lebensmitteln und holt Rezepte beim Arzt und löst diese ein. Wenn sie wieder Schule hat (Ausbildung) dann wird es zwar etwas schwieriger und stressiger für meine Sis, aber das meiste kann ich ja eh von zu Hause aus regeln. Wäre dann nur Rezept mal holen und einlösen.

Im Großen und Ganzen bin ich froh und dankbar und genieße die Zeit mit der Mama die wir jetzt noch haben. Es bin froh das es ihr besser geht und sie einigermaßen Luft bekommt und ein bisschen Lebensqualität hat.

Danke

So viele Leben

Bevor ich auf mein eigentliches Thema einsteige, wollte ich noch etwas erzählen. Es ist nicht neu, aber heute war es wieder im Gespräch und deswegen wollte ich es mal erwähnen 😉

Rubrik: Genau mein Humor 😉

Es gibt seit einiger Zeit in Wiesbaden eine – Achtung – Waffenverbotszone! 

Aber das ist noch nicht alles. Diese Waffenverbotszone gilt auch nur zwischen 21 Uhr Abends und 5 Uhr Morgens… Ja so habe ich auch geguckt ^^

Was soll das!? Aber das ist sooo typisch deutsch. „Wir möchten dich nicht in deinem Persönlichkeitsrechts beschneiden, dewegen gibt es einen Zeitraum der für die Waffenvebotszone gilt – und daran halte dich dann bitte…“ joar…wer es nicht glaubt, hier der Link zum nachlesen 😉 ist schon lustig wie man den Menschen eine Pseudosicherheit verkauft und die, die es eindämmen soll lachen sich schlapp.

 

Themawechsel

Der Mutti geht es im Moment nicht gut. Sie hat wieder mal eine Bronchitis, bekommt kaum Luft und es ist wieder eine aufregende Zeit. Eine Zeit in der ich wieder meine Gedanken tanzen lasse und bin da auf eine interessante Spur gekommen.

Wenn die Mutti jetzt auch „geht“. Dann habe ich nur noch meine kleine Schwester. Alle anderen sind dann nicht mehr da. Alle anderen sind ja bereits verstorben. Mein gesamter Freundeskreis, mein Mann, mein Papa und dann eben die Mama.

Dann ergibt sich für mich wieder mal ein ganz anderes Leben. Das Leben unterliegt ja sowieso einer ständigen Veränderung. Aber das sich das Leben mehrmals so krass ändert?, dann noch in so kurzer Zeit? Es war ja schon Megakrass als mein Mann starb. Da hat sich ja alles, aber auch wirklich alles verändert. Das Leben das wir, ich geführt haben war weg. Einfach weg. Nicht mehr existent! Nach mühsamen 2 Jahren und durch die Pflege von meinem Papa habe ich mir wieder so eine Art Leben aufgebaut. Nicht bewusst, sondern es hat sich eben so entwickelt.

Und nun kann es wieder passieren. Es wird wieder passieren. Ich hoffe natürlich das Mama das schafft. Eines Tages wird es aber nicht so sein, dann schafft sie es nicht mehr. BAM wieder ein anderes Leben. Wieder ein komplett anderes Leben.

Ein Leben nach Mama

Da ist dann niemand mehr. Keine Freunde die ich treffen könnte, keine Beziehung die ich führen könnte. Selbst die Eltern sind weg. Kein Gespräche mehr, kein gemeinsames Essen und Lachen mehr, sowie es jetzt ist, mit Mama.

Mein Kerngedanke

Wenn es niemanden mehr gibt, der einen kennt…. Existiert man dann selbst noch? Wenn keiner mehr da ist, der dabei war? Der dabei war bei den Partys, bei den Krankenhausbesuchen der Freunde, der Hochzeiten und Beerdigungen, dem Schabernack, den wir verzapft haben. Wenn niemand mehr da ist – ist es dann überhaupt jemals passiert?

Ich bin die letzte Überlebende..Gott wie sich das anhört, aber es ist so. Es ist keiner mehr da. Ausser noch Bekannte, es sind 4 an der Zahl. Zu ihnen habe ich keinen Kontakt mehr und strebe diesen auch nicht an und wir laufen uns auch nicht zufällig über den Weg. Warum das so ist steht in älteren Posts..aber das ist hier nicht das Thema 😉

Ich bin die letzte die diese Bilder im Kopf hat. Den Kopf voller Erinnerungen der Geburtstage die wir feierten und alles andere aus diesem vergangenem Leben. Ich frage mich nun wieder. Hat das dann alles je stattgefunden?, oder ist es nur ein Hirngespinnst von mir?

Auf der anderen Seite ist es aber die Wahnsinnsmöglichkeit sich selbst ganz neu zu gestalten. Da ist ja niemand mehr, der einen kennt. Ich muss dazu nicht mal in eine andere Stadt ziehen. Alle die mich kennen sind Tod! Ich kann alles sein was ich will, kann mir ganz neue und andere Eigenschaften zulegen. Ich kann einen ganz anderen Kleidungsstil tragen. Etwas tun, das ich mich vorher nie getraut habe aus irgendwelchen Gründen. Ich kann mir meine Haare quietsch Orange färben und Federn reinstecken. Fremde Menschen die mich sehen, denken dann das ich so bin. „So eine verrückte“….gut..nur als Beispiel, denn hätte ich so etwas je gemacht, hätten meine Leute es ja auch nicht anders von mir erwartet. Ich möchte nur klar machen was ich meine 😉

Man sprengt Ketten die es vielleicht nie gab, nur in der eigenen Vorstellung. Wenn ich dann weiter darüber nachdenke, kann ich eigentlich nur noch lachen. Was ist das? Warum ist mein Leben so verlaufen bisher? Gut. Darauf wird es keine Antwort geben. Sie ist auch mehr rethorisch gemeint….diese „Warum Ich? Fragen“ sind dämlich. Es ist wie es ist und man muss damit arbeiten.

Aber ich pendel nun zwischen diesen zwei Gedanken. Es ist als würde ich nun wieder bald an einer Kreuzung stehen. Nur dieses Mal muss ich mich bewusst entscheiden. Entscheiden in welche Richtung ich gehe.

Ich könnte das ICH bleiben das ich jetzt eben bin. Wie lange bleibt die Chance etwas komplett neues und anderes aus sich zu machen aber bestehen? Sobald ich neue Leute kennen lerne, neue Freunde finde und auch Arbeitskollegen ist die Chance vertan. Wenn ich dann das ICH von heute geblieben bin, kann ich keinen Richtungswechsel mehr machen. Das würden die Menschen ja nicht verstehen. Der Gedanke der Existens vernebelt mir irgendwie alles. Habe ich mir nun alles eingebildet? Hat alles das je stattgefunden? Muss es ja..ich habe Photografien, Schriften usw. Es muss also geschehen sein. Aber wie nutze ich das nun. Schließe ich einfach ab? Es ist meine Vergangenheit und ich mache weiter als die, die ich bin. Trage dieses Paket mit mir rum. Es liegt schwer auf meinen Schultern.

Oder töte und beerdige ich mich selbst? Ich steige dann aus der Asche als ein ganz anderer Mensch. Ich verleugne meine Vergangenheit damit nicht. Ich löse mich von meiner Vergangenheit. Ich denke, das wird nicht so leicht. Es kommen immer Gedanken an früher auf durch Musik, Gerüche usw. Das wird immer so sein. Je mehr ich darüber nach denke, deso mehr vermute ich das ich mich sowieso nur in Teilen „neu erfinden“ kann. Ich bin nicht bereit mich so zu lösen bzw. loszulassen. Ist das aber nicht der eigentliche Kern? Ich muss endlich loslassen. Ich bin an ganz andere Ketten gefesselt und will nicht einsehen, das es mir „besser“ ginge wenn ich diese Ketten los lasse. Es ist wie mit dem Rauchen aufhören. Man weiß es tut einem nicht gut, man hält aber daran fest. So ist das mit meiner Vergangenheit. Ich weiß, ich muss loslassen damit ich weiter nach vorne komme…aber ich kann es einfach nicht…ich kann es nach wie vor nicht…

Es heisst ja immer – Man hat nur dieses eine Leben

Sehe ich nicht so. Man hat dieses eine biologische Leben, richtig. Aber das ist nicht damit gemeint. Man hat viele Leben. Ich war ein Kind. Ich war ein Teenager. Ich war eine Ehefrau. Ich bin die Tochter, die ihre Eltern pflegt.

Welches Leben kommt als nächstes?!

 

 

Hotel California

Mein letzter Eintrag war am 10. Januar. Das ist eine ganze Weile her. Inzwischen ist auch viel passiert. Viel passiert mit mir – gute Dinge. Nur handelt dieser Eintrag nicht davon. Wollte darüber berichten wie ich heile und es mir einfach gut geht.

Mein Leben dachte sich aber – dir geht es gut? Gib mir einen Moment! Ha Ha Ha

Gestern bekam ich einen Anruf von Avni. Zuerst eine WhatsApp. In dieser stand, dass es Rumpelstilzchen nicht gut geht und ein Krankenwagen angefordert wurde. 2 Minuten später dann der Anruf. Rumpelstilzchen ist tot.

Ich fragte mehrmals nach, denn für den Bruchteil einer Sekunde wollte ich es nicht hören. Ich war regelmäßig bei ihm, habe mich um ihn gekümmert. Er hatte ja nichts. Hartz4, arbeitsunfhähig, kein Geld. Ich ging einmal, zweimal die Woche ein paar Lebensmittel einkaufen, damit er sein bisschen Geld für seinen Tabak usw. verwenden konnte.

Am 13. Februar, sein Geburtstag, war ich bei ihm und dann erst wieder Anfang April. An seinem Geburtstag ging es ihm richtig gut. Er war, wie er eben war. Dann Anfang April ein Bild des Leidens. Von da ab war ich jede Woche bei ihm. Seine Schulterschmerzen waren richtig schlimm geworden. Er hatte diese Schmerzen in der Schulter seit gut einem Jahr, vielleicht etwas länger. Er war richtig abgemagert und er hatte nur noch eine leise heisere Stimme. Er erzählte mir, er hätte eine Bronchitis oder sowas gehabt, ihm ginge es aber besser. Die Lunge würde nicht mehr wehtun und er hätte auch keinen Auswurf mehr, kein Fieber mehr usw. Wie er erzählte, dachte ich da aber eher an eine Lungenentzündung.

Ich ließ das alles so stehen. Woche für Woche ändert sich seine Stimme nicht. Er erzählte mir Ende April, das er manchmal keine Luft bekäme und schnell erschöpft sei. Er habe nicht einmal mehr die Kraft um in den Tante Emma Laden zu gehen. Das sind um die 60 Meter nur. Er müsse sich mehrmal setzen. Die Alarmglocken in meinem Kopf schrillten auf. Sie klingelten schon eine Weile. Ich verdrängte das. Ich dachte, vielleicht interpretiere ich zu viel rein und es ist doch nur eine Bronchitis gewesen…

Aber als er mir das erzählte, konnte ich die Alarmglocken nicht mehr überhören. Lungekrebs…ich sprach auch mit ihm darüber. Ich nahm die Worte nicht in den Mund, aber er verstand genau was ich ihm sagte. Auch im Laufe des Mai besserte sich seine Stimme nicht. Und er wurde noch schwächer.

Zuletzt war ich Anfang Juni bei ihm. Er sagte, das Amt würde ihm jetzt mehr Geld überweisen denn eine Ratenzahlung wäre zu Ende. Er sagte mir wieviel er bekäme und das er damit den Monat gut rum käme. Ich meinte, dass wäre ok und ich würde dann so um den 20. wieder vorbeikommen.

Dann gestern der Anruf. Dieser eine Anruf vor dem ich mich schon seit Anfang April gefürchtet habe. Es ging so schnell jetzt. An seinem Geburtstag war er wie immer…nun ein paar Monate später ist er tot. Er ist der letzte aus unserem „inneren Kreis“.

Zuerst starb Norbert, mein Ex/bester Freund. Dann starb mein Mann, mein Engel meine Seele…und nun Reiner….unser Rumpelstilzchen…mit nur 61 Jahren. An seinem Geburtstag kam Hacky auch vorbei und wir sprachen darüber, das wir die letzten seien aus unserer Gang. Wir ahnten alle nicht..ich ahnte nicht, was für eine Bedeutung diese Worte hatten. Nun ist der innere Kreis aufgelöst. Nur ich bin noch da. Aus dem „äußeren Kreis“ sind auch nicht viele mehr da. Nur noch Otto, der Karl, die Künstlerin Uli…Avni und Norman gehören nicht zu „unserem Kreis“. Dieser Freundeskreis, unsere Clique, Gang, Rudel, was auch immer, entstand vor über 20 Jahren. Das waren die „AltBiebricher“ und ich bin als letztes dazu gekommen. Habe alle in einem Alter von 19 Jahren kennengelernt. Ich bin nun 41 Jahre alt. Und nun ist keiner mehr da von unseren Leuten ausser eben uns 5. Künstlerin, Mainzer, Geisenheimer, Hacky und ich. In den letzten 10 Jahre sind die meisten gestorben. Mit Reiner zusammen sind es nun insgesamt 13…

Vorgestern Abend hatte ich schon eine Ahnung. Ich wusste es aber erst hinterher. Ich hatte ein seltsames Gefühl, ich konnte es nicht einorden. Wie so eine Art spontan Depression. Schweren Gemüts ging ich ins Bett und grübelte darüber nach. Ich hoffte das es nichts mit Mama zu tun hatte. Hatte es auch nicht. Als der Anruf kam – wusste ich es. Ich fühlte das Reiner uns verlässt.

Am Abend habe ich mir eine Flasche von seines Lieblingsgetrank (Chantré) geholt. Ihm zu ehren wollte ich einen kleinen Schoppen trinken, mit viel Cola… Den ganzen Tag über war ich recht gefasst. Mein Verstand sperrte ab. Mir sind nicht mal Erinnerungen eingefallen, Gespräche die ich noch vor 2 Wochen geführt hatte usw. Nichts. Nur in einem dicken Nebel kam mal das ein oder andere durch, aber sehr schwach. Vielleicht eine Art Schock, ohne das ich es mitbekommen habe..keine Ahnung…jedenfalls saß ich dann Abends im Garten und trank ein Glas. Der Chantré stieg mir direkt zu Kopf..klar nach der langen Abstinenz. Ich füllte mir ein 2. Glas und nahm mein Handy mit in den Garten. Ich trank ein Schluck und sprach laut „Ach Reiner…“ aus und trank noch ein Schluck. Ich steckte mir die Ohrhörer in die Ohren und spielte eines seiner Lieblingslieder ab. Er hat dieses Lied bis zu Vergasung auf seiner Gitarre gespielt.

Von den Eagles „Hotel California“

Kaum hörte ich das Gitarrenintro brach es aus mir raus. Ich sah ihn ganz deutlich vor mir wie er spielte und ich brach zusammen. Ich heulte und heulte und es tat alles so weh. Alles in mir verkrampfte. Als ich dann aufhören konnte sagte ich mir nur:“ Jetzt bist du wieder beim Horsti…und grüße Norbert von mir. Wir sehen uns wieder.“

Ich komme aus der Trauer nie wieder raus. Vor 7 Jahren Norbert, vor 2 Jahren Horsti, dann mein Papa vor einem Jahr und nun Reiner…dabei ging es mir so gut in der letzten Zeit… Heute habe ich dann erstmal alles abtelefoniert. Polizei, weil die Wohnung versiegelt wurde und ich noch Besitztümer in seiner Wohnung habe. Ortsgericht um zu erfahren wann die Bestattung ist und wie ich an mein Zeugs komme usw.

Unseren Freunden und Bekannten haben Vorderhauszote und ich gestern schon bescheid gegeben. Es ging rum wie ein Lauffeuer.

Naja..mal sehen was nun passiert demnächst. Wann die Beerdigung ist usw.

Leb wohl Reiner…du wirst mir fehlen. Was mich tröstet ist – ein Teil der alten Gang, des inneren Kreises ist wieder vereint.

 

Neues Altes – Altes Neues

Es ist eine Weile her, ich weiß. Ich kam nicht zum Schreiben, weniger als davor noch.

Die Zeit nach Papas Tod war schwer und auch seltsam für mich. Der Schmerz sitzt tief und doch kann ich nicht richtig trauern. Ich trauere immer noch um meinen Mann und dann stirbt mein Pa, 1 Jahr nach meinem Engel. Da ist irgendwie kein Platz für noch mehr Trauer. Ich vermisse ihn wahnsinnig und ich spüre jeden einzelnen Riss in meinem Herzen.

Zum 01. Mai hin habe ich es dann auch geschafft endlich umzuziehen. Also endgültig. Zuvor war ich schon immer unter der Woche im Haus und am Wochenende bei mir. Mit der Zeit blieb ich auch am Wochenende im Haus und war nur noch sporadisch, vielleicht 1 mal in der Woche für ein paar Stunden bei mir zu Hause. Packen…Kisten über Kisten und dabei hatte ich soviel aussortiert, verschenkt, entsorgt…

Naja eigentlich bin ich dann Anfang April umgezogen. Nachdem ich erst einen aussichstlosen Kampf gegen die Hausverwaltung/Besitzer gekämpft hatte. Zum Glück hat dann Avni , innerhalb von 2 Tagen, Leute und einen Wagen organisiert. Meine Schwester hat auch geholfen und so ging der Umzug innerhalb eines Tages über die Bühne. Zum 01. Mai habe ich mich dann offiziell umgemeldet. Spätestens ab dem Zeitpunkt war die Adlerstrasse nur noch Geschichte…ein Kapitel im Leben….

Danach war ich noch mal bei mir zu Hause und habe mich verabschiedet. Bin durch die leeren Räume mit Wehmut und einer Flut an Erinnerungen. Ich hörte wie wir lachten und Schatten der Vergangenheit huschten an mir vorbei. Das Bild an der Wand hatte ich überstrichen…ich berührte es, unter der ganzen weißen Farbe, in dem ich meine Hand auf die Wand presste, wo einst sein Bild war und es kribbelte in meiner Hand. Ich spürte seine Energie. Ich entschuldigte mich und weinte.

Danach verließ ich die Wohnung. Ich wollte mich nicht umschauen, tat es an der Tür aber doch. Ein heftiger Stich traf mein Herz und ich dachte nur – ich weiß Baby…es ist vorbei..der Kampf ist vorüber und ich kann nichts mehr tun.

Ein paar Tage später war die Schlüsselübergabe…

In meinem neuen – alten zu Hause packte ich nach und nach alle Kisten aus. Schlimm war, zuerst Papas Sachen wegzuräumen, damit ich Platz habe. Ich habe das mittlere Badezimmer in Kisten gepackt und in den Keller verstaut. Auch sein Schlafzimmer ausgeräumt, bis auf den Kleiderschrank. Alles im Keller nun. Ich bringe es nicht übers Herz alles weg zu geben, oder gar fort zu schmeissen…

Der Kleiderschrank ist riesig – das freut ein Mädchenherz natürlich sehr, aber die Umstände sind halt scheisse…nach ein paar Wochen, so 2,3, war ich dann fertig eingerichtet. Nach weiteren 3 Wochen kam dann der Erbschein und der geänderte Grundbucheintrag. Meine Schwester und ich sind nun Eigentümer des Elternhauses. Es ist nun mein Haus, mit allen Rechten und Pflichten und allem drum und dran. Ich musste mich nun mit ganz anderen Dingen befassen. Versicherungen wie Haftpflicht, Gebäudeversicherungen usw. Mitgliederversammlungen und der ganze Kram. Naja läuft…

Als der ganze Papierkram erledigt war und alles in seinen neuen Bahnen lief kam ich zur Ruhe. Das war anstrengend. Ich saß (sitzte heute immer noch) Abends im Garten.  Ich schaue den Wolken zu, wie sie vorüber ziehen, höre den Spatzen und Amseln zu, wie sie ihr Revier verteidigen und sehe die Bussarde, wie sie ihre Kreise ziehen und jagen.

Diese Ruhe in dem Garten. Anders als bei mir, denn da kam immer mal jemand reingeschneit. Aber hier?, hier ist dem nicht so. Wenn die Mama abends versorgt war, war ich ganz alleine. Ganz alleine mit meinen Gedanken die ihren Weg an die Oberfläche fanden. Verdrängte Gedanken und Erinnerungen. Ich musste mich wohl oder Übel damit konfrontieren. Und das tat ich! Es war heftig. Schmerzhaft. Ich konnte nicht mehr…

Alles das wofür ich keine Zeit hatte, alles das was begraben wurde, weil ich mich doch nicht hängen lassen konnte und alles das was ich nicht sehen wollte. Alles das kam hoch und traf mich wie ein Laster auf der Autobahn, ungebremst…ungefiltert…Dinge aus den vergangenen 1 1/2 Jahren…

Es hat Tage gedauert bevor ich auf einmal etwas positives spürte. Ich spürte eine Art von Leichtigkeit, einer Art Tiefenentspannung. Das ganze schwarze, bedrückene und die ganze Last sind von mir abgefallen. Ein seltsames Gefühl. Manchmal habe ich sogar ein schlechtes Gewissen deswegen. Wie kann ich mich so wohl und leicht fühlen, wenn mein Herz so schwer wiegt von der Trauer?

Mein Freundeskreis:

Mit Geisenheimer habe ich nichts mehr zu tun. Es sind böse und hässliche Dinge passiert, seinerseits.

Mit „BF“ habe ich nur selten Kontakt. Sie schreibt mir über WhatsApp alle 1, 2 Monate mal ein „Hallo wie gehts dir?“ Ich antworte kühl und kurz „alles Bestens“. Ich weiß nicht ob ich den Kontakt mit ihr aufrecht erhalten möchte…

Rumpelstielzchen sehe ich einmal die Woche im Schnitt, wenn ich nach Wiesbaden rein fahre und mein altes Revier besuche.

Mit Künstlerin telefoniere ich hin und wieder und wir treffen uns dann und wann mal in der Stadt.

Rocky ist mir inzwischen ein treuer Freund geworden. Er kommt mich manchmal besuchen und manchmal quatschen wir uns so fest, dass kein Bus mehr fährt und er über Nacht bleibt.

Die Kasteller Jungs sehe ich gar nicht mehr. Auch schreiben eher selten, aber sie sagen immer wieder, sie vergessen mich nicht.

Mit Avni läuft es .. tja … wie läuft es. Wir hatten ja schon im letzten Jahr einen recht engen Kontakt. Seit dem ich weg gezogen bin, telefonieren wir jeden Tag. Auch wenn es nichts neues gibt, ruft er an und beschwert sich auch, warum ich ihn nicht mal anrufe. Zudem schreiben wir uns auch über WhatsApp. Er hasst schreiben, sagt er, dennoch tut er es.

Meine Schwester  kommt einmal die Woche Mama und mich besuchen. Dann essen wir gemeinsam Mittag und verbringen einen lustigen Nachmittag miteinander. Dabei ein reger Austausch an Neuigkeiten. Wir verbringen auch mal so Zeit miteinander. Wir waren paar mal schon im IKEA und haben uns schlappgelacht. Auch mal ein Bummel in der Stadt ist drin. Mama geht es soweit gut, dass sie für ein paar Stunden alleine sein kann.

Mir persönlich geht es gut. Ich bin voller Leichtigkeit und mein Alltag besteht aus Mama versorgen, kochen, waschen, putzen – Haushalt eben. Dazwischen telefonieren und WhatsApp schreiben, am PC hängen und spielen. Abends, wenn ich im Garten sitze, denke ich viel nach. Manchmal weine ich. Ich weine um meinen Engel und meinem Papa und ich weine, weil es mir gut geht….bescheuert ich weiß….

Gleich kommt meinen Sis…bis dann ♥

Die Welt dreht sich zu schnell

Seit ein paar Tagen befinde ich mich wieder in einem Trauertzunami. Ich bin sehr niedergeschlagen und weine oft, was den anderen nicht verborgen bleibt. Neulich, ich war sehr bedrückt, fragte mich Winni warum ich denn traurig sei. Ich schaute ihn entsetzt an und fragte ihn: „Das fragst du mich jetzt im Ernst?“ In dem Moment fiel es dem anderen ein. Achja stimmt ja, tut mir leid – sagte er. Ich war für einen kurzen Moment echt erschüttert. Dann dachte ich mir, ich kann dem ja gar keinen Vorwurf machen…

Wir leben in einer super schnell-lebigen Zeit. Für alle unsere Freunde und Bekannte ist vor gut 4 Monaten ein Freund gestorben, und das Leben der anderen geht eben schneller weiter, als es bei mir der Fall ist. Wir haben alle unsere Leben irgendwie, mit unseren Alltagsproblemen, mit unseren Situationen und mit unserem Überlebenskampf. Da bleibt kein Platz für Trauer. Bei den anderen ist mein Engel bereits nur eine Erinnerung, nichts weiter. Bei mir ist es grausamer Alltag mich mit meiner Trauer auseinanderzusetzen. Nebenher…nebenher zu meinem Überlebenskampf. Meinem Vermieter ist es egal, warum ich die Miete nicht bezahlen kann, oder meinem Stromversorger…denen ist es auch egal. Wenn ich nicht mehr bezahle, klemmen die mir den Strom ab. Ist ja auch verständlich…aber es kümmert niemanden warum ich keine Rechnungen mehr bezahlen kann… (Anmerkung: Ich kann alles bezahlen, darum geht es nicht)

Die Welt dreht sich so schnell das jemand, der gerade in einer Krise ist, ignoriert wird. Es gibt keine Unterstützung, es wird einem keine Zeit gelassen. Man trauert und fühlt sich verloren, überfordert und allein gelassen. Man hat den Kopf nicht frei um sich dem schnellen Tempo der Welt anzupassen. Für einen selbst, steht die Welt still…

Gestorben wird jeden Tag. Es gibt so viele trauende Menschen da draussen, aber es wird erwartet, möglichst schnell wieder im Sattel zu sitzen und loszupreschen. Wenn jemand „zu lange“ trauert, wird er der Mensch schnell abgetan. Er ist dann depressiv, oder suhlt sich nur zu gerne in seinem Selbstmitleid. Ob das stimmt, oder nicht, spielt keine Rolle. In der Gesellschaft wird eine „zu lange“ Trauer nicht akzeptiert. Erst dann, wenn es einen selbst trifft, merkt man wie unbahrmherzig die Gesellschaft ist. Es fällt ein Gehalt, ein Lohn weg und man trudelt unter Umständen schnell in finanzielle Nöte. Als hätte man nicht schon genug Probleme. Von einer regelrechten Existensangst mal ganz abgesehen. Nach einem Sterbefall, des Partners, rutschen viele ins soziale Netz. Dort ist man sowieso Mensch zweiter Klasse. Das macht das Leben nicht einfacher. Dann wundern sich die anderen Menschen, wenn man verbittert wird. Kauzig, verschlossen und bösartig. Es ist nur ein Abwehrmechanismus…jeder hat sein Schicksal zu tragen, aber niemanden kümmert es. Nicht wirklich, nur oberflächlich.

Der Mensch verdirbt, weil es keinen Platz für den MENSCHEN gibt. Klar gibt es TrauerSelbsthilfegruppen..aber mal im Ernst. Wenn es dem einen, oder andern hilft, ist ja alles gut. Wie hilfreich kann aber so etwas wirklich sein?, warum kann nicht jeder Trauernde einen Nutzen daraus ziehen? Weil es eben auch nur eine Mechanik der Gesellschaft ist. Es soll nur dazu dienen, den Trauernden möglichst schnell wieder aufzurichten. Damit er seine Aufgabe in der Gesellschaft erfüllen kann. Der trauernde Mensch ist aber keine Maschine, welche man so einfach reparieren kann. Es gibt kein Allheilmittel, das auf alle gleichermaßen zutrifft.

In Amerika, wo sonst, wird einem eine Trauerzeit von 2 Monaten gewährt. Sollte man danach noch trauern, gilt man als geistesgestört und als depressiv. Kein Witz! Ich habe die Tage einen Artikel darüber gelesen und ich finde, er drückt genau das aus, was ich mir hier niedergeschrieben habe…man hat zu funktionieren..egal wie fest das Leben einem ins Gesicht schlägt.

Fehler im System…

Life Was So Different This Time Last Year

Heute Vormittag war ich im Garten. Ich habe die restlichen Pflanzen rausgestellt, gekehrt und sauber gemacht, Unkraut gerupft und auch die Gartenmöbel raus gestellt, nachdem ich diese erstmal gründlich sauber gemacht hatte. Je länger ich im Garten war und dort herum werkelte, desto mehr kam ein seltsames Gefühl in mir hoch. Meine anfänglich gute Laune kehrte sich in ein melancholisches, dumpfes Gefühl um.

Ich ging rein, in die Wohnung, und wollte was trinken. Mein Kopf war leer. Dachte die ganze Zeit an gar nichts, auch nicht dann, als ich im Garten alles machte. Ich zündete mir eine Zigarette an und ging wieder raus. Am Türrahmen blieb ich stehen und lehnte mich an selbigen an. Der Garten sieht gut aus. Sauber, aufgeräumt und eigentlich sieht er aus wie in jedem Jahr. Aber irgendwas stimmt nicht.

Der Wind strich durch die Bäume, eine Amsel stocherte in der Wiese herum und die fleißigen Bienchen sind auch schon unterwegs. Der Garten sieht aus wie immer, aber es stimmt einfach was nicht. Meine Augen füllten sich mit Tränen und beim ersten Lidschlag lief mir eine Träne über die Wange. Ich setzte mich auf seinen Stuhl, auf seinen Platz. Da wo er eben immer saß und sah mir den Garten aus einem anderen Blickwinkel an. Der Garten sieht aus wie immer. Es ist so schön und so ruhig in unserem Garten. Das mein Engel fehlt ist klar, aber es ist etwas anderes, das nicht stimmt. Es ist ein diffuses Gefühl. Der Garten mag ja aussehen wie immer, aber er tut es einfach nicht. Er sieht anders aus, aber nur in meinen Augen…

Ich bin aber froh, daß ich heute es endlich geschafft habe, den Garten sommertauglich zu machen. Ich neige in letzter Zeit dazu, die Dinge auf die lange Bank zu schieben. Mir ist auch aufgefallen, daß ich gar nichts mehr mache. An allem, an dem ich Spaß hatte, mache ich heute nicht mehr. Ich habe dauernd und viel gehäkelt, gestrickt, oder gebastelt und dekoriert. Schatz fand das immer toll und ist manchmal so ausgeflippt (positiv), weil ich so tolle Sachen gehäkelt habe, oder weil ich immer alles so toll dekoriert habe usw. In der Zeit seiner Pflege konnte ich ja nicht häkeln. War auch nicht schlimm..aber nun denke ich manchmal darüber nach – ich könnte ja mal wieder was machen. Aber ich habe keine Lust dazu. Ich schaue mir meine Nadeln an, meine Wolle und denke mir nur – für was, für wen, warum überhaupt. Meine Nadeln sind mir fremd geworden.

Auch mein PC läuft nicht. Er läuft nur zum Arbeiten…dann auch nur der Laptop um genau zu sein. Aber mein PC, mein Tower, mein geliebter Rechner steht seit Monaten still. Er ist nicht mal angeschlossen. Seit Wochen rede ich darüber, daß ich ihn mal anschließen muss. Ich gehe in mein Büro, sehe meinen Rechner an und gehe wieder ins Wohnzimmer. Schatzi und ich sind oft am PC gehangen. Im Winter. Im Sommer waren wir immer draussen in der Sonne, waren viel unterwegs, hatten Spaß zusammen. Abends dann wieder PC, nebenbei zum fernsehen meistens. Er hat die meiste Zeit Poker gespielt. Ich hin und wieder auch, aber meine Passion war das RIFT. Ein MMORPG… aber es reizt mich nicht.

In letzter Zeit zwinge ich mich auch zum putzen. Bei mir ist es immer ordentlich, da lege ich Wert drauf, aber es fällt mir zunehmend schwerer. Mein Schlafbedürfnis ist irgendwie gestiegen. Ich bin immer ein Frühmensch gewesen, spätestens um halb 8 war ich wach. In letzter Zeit drehe ich mich um, denke mir – für was – und schlafe bis 10 Uhr weiter.

Wenn ich mit meinen Freunden unterwegs bin, oder sie sind bei mir, oder ich bei ihnen, oder was auch immer – lache ich viel. Es ist alles super, alles gut, und ich bin auch nicht faul. Aber wenn ich alleine bin, mache ich gar nichts. Mir fehlt der Antrieb, die Motivation, mir fehlt ein Grund etwas zu tun…nur für mich? Ich brauche das alles nicht…nicht mehr…wozu denn auch… Ich gehe meiner Arbeit nach, mache meinen Führerschein, halte meinen Haushalt ordentlich. Aber das war es auch…ansonsten mache ich nichts mehr, an dem ich mal große Freude hatte, mache nichts mehr, das mich entspannt hat. Ich mache rein gar nichts mehr von den Dingen, die ich letztes Jahr noch getan habe.

Ich renne auch nicht mehr ständig in die Stadt runter. In meinem DM Laden waren wir alle per DU und es war immer toll da reinzulaufen, den neuesten Klatsch zu hören usw. Wenn ich nun was brauche, dauert es Tage bis ich mich aufraffe um in die Stadt runter zu gehen. Es ist sogar so, daß ich es nur mache, wenn ich es mit etwas verbinden kann das ich zu erledigen habe. Früher war mir das egal. Ich bin wegen jedem Furz runter in die Stadt..

Wenn ich meinen Führerschein endlich habe, gebe ich auch meine Selbstständigkeit auf. Ich suche mir einen „normalen“ Job. So langsam steige ich in ein ganz anderes Leben ein. Ich will das nicht…ich will mein Leben zurück, das ich hatte. Veränderungen sind gut. Ohne Veränderungen kann man sich nicht weiter entwickeln. Aber mit dieser Veränderung komme ich nicht zurecht. Es haut nicht hin. Ich will nicht ICH sein!

Life was so different this time last year…