Letzter Tag des Sommers

denn morgen ist meteorologischer Herbstanfang. Laut Wetterdienst soll es gewittern und danach auch nur noch 20 Grad warm sein, hier bei uns. Abwarten – wie oft haben die ein Gewitter angekündigt, und es kam nicht. Aber eigentlich auch egal, denn dadurch das sich die Erde dreht, bekommen wir zwangsläufig nun mit der Zeit ein kühleres Wetter.

Der Sommer gibt nochmal richtig Gas – es war gestern sehr heiss und heute ist es auch kaum auszuhalten. Wir wollte heute eigentlich in die Stadt, haben es aber vorgezogen in der Wohnung zu bleiben. Dort ist es am kühlsten. Ich war vorhin beim Laden um die Ecke. Das sind vielleicht 60 Meter hin und zurück zusammen, und ich bin zerflossen. Es ist einfach ZU heiss!

Die Nacht war schon boah. Ich bin mehrmals aufgewacht um festzustellen, ob ich schon gar bin. Schatz ging es genauso. Erst in den frühen Morgenstunden haben wir etwas erholsamen Schlaf gefunden.

Wir haben dann heute einfach nur alles ganz langsam gemacht. Auch das putzen habe ich auf morgen verschoben. Ich laufe ja aus!

Schatz geht es weiterhin den Umständen entsprechend gut. Heute hat er fast kein Blut gehustet. Mal sehen wie es morgen ist.

Was mich angeht – ich habe nach wie vor keinen Rheuma Schub bisher. Schon fast 2 Monate nicht. Wenn der Herbst nun kommt, mit dem nass-kalten Wetter, bin ich gespannt ob ich dann doch wieder Schmerzen bekomme. Ich gehe jetzt aber nicht von aus – ich sehe mich zurzeit als „selbst geheilt“ mit der Kraft der Natur. Ich lehne mich damit jetzt im Moment natürlich etwas weit aus dem Fenster. Abwarten. Spätestens zu Silvester weiß ich es aber genau. Ich hatte immer Schmerzen, das ganze Jahr über, egal welches Wetter draussen war. Mal mehr – mal weniger, aber IMMER Beinträchtigungen – und das die letzten 3 Jahre.

Wenn dem so sein sollte, ärgere ich mich. Rheuma Medis kann ich nicht nehmen, aufgrund meiner TTP. Hätte ich aber gewusst, daß es auch alternative Dinge gibt, hätte ich mich schon viel früher damit beschäftigt! Naja ich habs irgendwie schon gewusst, aber nicht darauf vertraut. Zu sehr dachte ich das es nichts anderes hilfreiches gibt, als eben die Dinge die man kennt und alltäglich verwendet. Ärzte haben ja auch dieses Talent einem Patienten Angst einzusuggerieren, wenn man etwas machen will – was nicht von Ärzten kommt. Die verdienen schließlich an einem…traurig ist aber, daß mir kein Arzt helfen konnte/wollte was natürliche Dinge angeht. Es heisst immer nur entweder DAS, oder gar nichts. Die haben mir nicht mal gesagt, das es auch andere Möglichkeiten gibt. Auch wenn ich diese selbst zahlen müsste…

Ich habe TTP und deswegen galt für mich eben – gar nichts..und das STIMMT NICHT. Lieber haben die Ärzte mich mit meinen Schmerzen alleine gelassen und ich sollte wenigstens Schmerzmittel nehmen. Klar. Ich bin froh das ich erkannt habe, daß es auch mehr gibt. Verloren gegangenes Wissen eben…und altes Wissen…TCM, Ayurvedische Medizin, usw…es gibt soviele Möglichkeiten.

Aber halt erstmal abwarten, trotz meiner Rheumafreiheit bisher, bleibe ich zunächst skeptisch. Ganz normal. Aber ich bin guter Dinge!

Gleich mache ich Essen. Es gibt heute DjuvecReis und Salat.

Bis dann

Ein auf und ab

Bin mit gemischten Gefühlen heute morgen zu meinem Engel gefahren. Als ich dort ankam, bot sich ein Bild des Elends. Ihm war Hundeübel…so wie gestern.
Ich saß eine Weile neben seinem Bett und langsam rappelte er sich hoch. Seine MorgensTabletten hatte er genommen, aber nicht die Salztabletten. Aber eine Kochsalzinfusion hing an ihm dran und der Kasten war bei 600ml.

Es hat eine ganze Weile gedauert, aber die Übelkeit wurde besser und besser. Zumindest so, das er sitzen konnte und wir konnten uns unterhalten und haben auch gelacht. Gegen Mittag war der Tropf dann leer und der Pfleger hat ihn abgemacht. Was eine wohltat, meinte mein Schatz, das Ding ist echt nervig.
Kurz danach kam sogar ein Arzt heute vorbei, man staune. Dieser ist aber nur kurz durch alle Zimmer gehuscht und hat das nötigste gefragt. Er fragte Schatz wie es mit der Übelkeit ist, und er sagte – es geht im Moment. Dann wollte der Arzt noch wissen wie das mit dem Essen ist, und Schatz sagte, er habe „nicht viel“ gegessen“. Das war schlicht gelogen, er isst gar nichts aus dem Krankenhaus. Dann war der Arzt auch schon wieder weg.

Ihm ging es weiter besser und ich fing an ihn zu fordern. Mittlerweile ist ein kräftiger Wind aufgezogen und ich habe die Jalousie etwas gedreht, dass der Wind auch ins Zimmer kommen konnte. Es hat zwar nicht abgekühlt, aber es war deutlich angenehmer.
Er setzte sich auf den Stuhl und der Pfleger, den wir gerufen hatten, zeigte meinem Schatz wie das Inhalationsgerät funktioniert.
Brav hat er dann 10 Minuten lang mit dem Inhalator geatmet.

Nach 5 Minuten Pause, gab ich ihm den sogenannten Flutter (er sagt Flubber dazu) und weitere 10 Minuten eine Atemübung machen. In den Flutter soll er kräftig, wie es eben geht und solange wie es eben geht ausatmen. Das soll Sekret aus der Lunge lösen, nach der Inhalation mit Kochsalz.

Mehr oder weniger gut hat das funktioniert.
Ich gab ihm weitere 5 Minuten Pause nach dem Flutter und dann war das 3. Atemübungsgerät an der Reihe. Nennt sich – vergesse ich immer, auf jeden Fall muss er in dieses Teil einatmen, dass würde das Volumen in der Lunge trainieren. Brav macht er auch diese Übung.

Danach war er aber erstmal fertig. Fix und fertig. Er hustet auch ordentlich ab, was gut ist. Der Auswurf ist völlig klar – finde ich auch super. Aber es war halt anstrengend und Schatz musste sich erstmal wieder hinlegen. Kurz Zeit später wurde es ihm wieder Speiübel.

Ich sagte ihm, wie stolz ich auf ihn bin und er sagte, dass wir das gemeinsam morgen wieder machen. Er soll das eigentlich 6x am Tag machen, hat es aber heute das erste mal „richtig“ gemacht. Die letzten Tage war er auch schlicht nicht in der Lage dazu.

Der Pfleger freute sich auch, dass ich meinen Mann so antreibe. Es ist schließlich auch wichtig, die Lunge zu trainieren.

Ich sagte ihm noch mal wie ich Stolz auf ihn bin, denn heute ist auch der 6. Tag RAUCHFREI..keine Zigaretten mehr..

Ich ließ ihn ein bisschen schlafen und ging runter an den Kiosk mir ein Eis holen.

Als ich wieder auf seinem Zimmer war, es war mittlerweile schon 5 Uhr, war er wieder „fit“ genug um duschen zu gehen. Vorher hatten wir das mit dem Pfleger abgesprochen, ob er überhaupt duschen darf. Ja er darf, mit Einschränkung. Ja klar, weiß ich doch, der Verband usw darf nicht nass werden.

Die Dusche ist zum Glück direkt neben dem Zimmer und so musste mein Schatz nicht weit laufen. Er ist so schwach auf den Beinen, es ist ein schreckliches Bild.

In der Dusche angekommen, habe ich ihn erstmal vorsichtig ausgezogen und er setzte sich auf einen Stuhl. Über dem Waschbecken habe ich ihm seine Haare gewaschen. Dann den Oberkörper mit einem Waschlappen und Duschzeugs gewaschen, dann kam der leichteste Teil.

Unterhalb der Hüfte durfte ich ihn abbrausen. Also nass gemacht, ordentlich gewaschen, dann abbrausen. Natürlich haben wir auch Witze gemacht, die ich lieber für mich behalte. *lach*

Abtrocknen und wieder anziehen. In der Dusche waren es bestimmt 60 Grad, mir ist die Brühe gelaufen und es war heiss und stickig. Als wir aus der Dusche rauskamen, war es einfach nur herrlich – wie angenehm doch 35 Grad sein können…
Der Pfleger grinste mich an und fragte: Na, hats geklappt? Aber klar – sagte ich und zwinkerte den Pfleger an.

Nach einer halben Stunde es Abkühlens meinerseits bin ich dann auch zum Bus und nach Hause gefahren.

Die Übelkeit kam heute Schubweise, also diese heftige. Schlecht war ihm eigentlich die ganze Zeit über, aber mal mehr – mal weniger erträglich eben.
Die Salztabletten sind zwar jedes mal drin, aber er weigert sich wehement diese zu nehmen. Ich bin erstmal dafür.

Damit er aber sein Natrium im Blut erhöht, habe ich ihm heute (gestern auch schon) 2 Powerade Sport Drinks mit gebracht, die er gut verträgt. Das ist ein Sportlergetränk, Isotonisch für die Elektrolyte..kennt glaub ich jeder, kann man überall kaufen. Da ist zwar auch Salz drin, aber das verträgt er besser als diese Salztabletten. Ausserdem hatte ich eine Flasche Wasser von Hause mit gebracht, dass schmeckt ihm halt auch besser. Auch eine Banane hatte ich dabei um zu sehen, ob der diese essen würde. Er hat. Ich bringe ihm morgen wieder eine bzw 2 Bananen mit und ich mache ihm Käsebrote..NICHT aus der Klinik, von zu Hause.

Das isst er wenigstens! Geht nicht, dass er gar nichts isst…nicht bei dem Wetter und nicht bei seiner Verfassung! Er freut sich schon drauf.
Auch die Novalgintropfen verweigert er; er hat ja schließlich keine Schmerzen. Aber ständig stellen die Schwestern und Pfleger ihm Novalgin hin…naja..muss ich nichts zu sagen…

Morgen soll vielleicht dann auch der Schlauch gestöpselt werden und vielleicht auch MRT. Morgen ist ja wieder Arbeitswoche und ich bin gespannt, was die Visite sagt, der Befund aus der Pathologie ergeben hat, und überhaupt.

Bis dann

Die Hitze ist unerträglich

und im Krankenhaus ist es noch schlimmer. Fenster sind offen, Jalousien unten – bringt alles nichts..es ist so verdammt heiss und morgen soll es bei uns in der Gegend sogar bis 40 Grad werden.

Die letzten 2 Tage höre ich nur Sirenen von den Rettungswagen, weil die Menschen das nicht verkraften.

Meinem Mann und mir ist die Hitze auch zu viel. Vorallem meinem Schatz.

Heute morgen kam ich in sein Zimmer und er saß auf dem Bett. Er strahlte mich an und freute sich mich zu sehen. Ich frage ihn gleich was es neues gibt und neigte den Kopf, das ich schon wieder schlimmes annahm.
Er sagte, das der Schlauch heute nicht abgestöpselt wird, sondern morgen. Das Wasser ist deutlich weniger geworden. Heute Nacht beim Wechsel des Kastens waren es „nur“ noch 600 ml. Als ich heute zu ihm kam, waren knapp 100 ml drin, also nur eine Pfütze, und es ist auch im ganzen Tag nicht wesentlich mehr geworden. Als ich ging, waren es 200 ml…das Wasser ist also soweit aus der Lunge raus.

Der Schlauch wird dann abgestöpselt, aber der Port und das Verbindungsstück bleiben noch dran. Am Montag gibt es erstmal wieder ein neues Röntgenbild und dann eventuell wird auch der Port abgemacht. Wie das gehen soll – keine Ahnung. Wird das wieder „rausoperiert“?, oder zieht man da einfach dran? Ich weiß es nicht.

Gegen Mittag sind wir ins Bistro gegangen. Das ging ganz gut, obwohl er immer noch sehr schwach ist und wackelig auf den Beinen.
Er isst ja auch nichts und hat noch weiter abgenommen. Sein Gesicht ist ganz schmal geworden.
Er mag das Krankenhaus Essen nicht essen, ist ja auch ekelhaft, aber er isst auch sonst nichts. Das macht mir Sorgen.
Er isst ein halbes Butterbrötchen zum Frühstück und einen Kaffee. Mittagessen bäh, Abendessen bäh. Heute morgen hat er ein bisschen was erbrochen und da war was „seltsames“ dabei.

Er hat es aufgehoben um es mir zu zeigen. Ich bin ja absolut schmerzfrei bei solchen Dingen und habe es mir angesehen, sein Erbrochenes in der Nierenschale.
Ich gehe jetzt nicht ins Detail. Das Seltsame, was mein Schatz meinte, war eine weiße, feste „Kugel“ und er fragte mich besorgt was das sei.
Ich sagte – das ist Ei. Es sieht so aus und hat die Konsistenz. Ich fragte ihn, ob er denn auch Ei gegessen hat. Er überlegte kurz und meinte dann, er hätte gestern zum Abendessen was mit Ei bekommen. Er hat es probiert und es war bäh.

Da hat er das kleine Stück Ei wieder erbrochen.
Wir sind wie gesagt dann runter ins Bistro, und ich wollte das er was isst. Die Schnitzel sind ganz lecker, auch die Frikadellen. Ausserdem haben die Ofenkartoffeln mit Kräuterquark. Er muss was essen! Wie soll er sonst zu kräften kommen?

Er wollte aber partout nicht und hat nur einen Kaffee getrunken. Nach einer dreiviertel Stunde wollte er wieder hoch aufs Zimmer, ihm wäre schlecht.

Wir sind dann wieder hoch und er legte sich aufs Bett. Du musst wenigstens genug trinken, sagte ich. Gerade bei der Hitze. Vielleicht ist dir deswegen auch so schlecht, du isst nichts, und du trinkst zu wenig, sagte ich besorgt.

Ihm wurde immer schlechter. Er quälte sich und es war so unendlich heiss. Ich habe einen Waschlappen genommen und den unter kaltes Wasser gehalten. Mit dem nassen Waschlappen habe ich ihn an den Armen und im Gesicht etwas abgerieben, wenigtens eine kurze Abkühlung.

Irgendwann kam mal ein Pfleger um nach dem Rechten zu sehen. Ich sagte ihm, meinem Mann geht es sehr schlecht..Übelkeit, kurz vor dem Erbrechen.

Der Pflger hat erstmal den Blutdruck gemessen, der war ok soweit. Dann ist er kurz weg und hat was gegen die Übelkeit geholt. Ein kleines Düppchen mit einer braunen Flüssigkeit drin. Ich roch dran und es hat fast wie Kräuterschnaps gerochen.

Mein Schatz trank das. Eine viertel Stunde später wurde ihm noch schlechter. Der Pfleger kam wieder und ich teilte ihm das mit.
Der Pfleger meinte, seine Mittel wären damit schon erschöpft und er sagt einem Assistensarzt bescheid.

Dieser kam nach einer halben Stunde etwa und legte eine neuen Braunüle. Die andere, die er die ganzen Tage hatte, wurde heute morgen rausgemacht.

Der Arzt sagte, so hätten wir mehr Möglichkeiten was gegen die Übelkeit zu tun und hing ein kleines Fläschen an. Darauf stand: Isotonische Kochsalzlösung. Das soll gegen Übelkeit helfen? Na mal sehen.

Kurz wurde es tatsächlich besser, aber nur kurz. Der Arzt bemerkte, dass mein Liebling seine Salztabletten vom Mittag nicht genommen hat. Er solle die unbedingt nehmen, denn sein Nitratgehalt im Blut sei zu niedrig.

Also nahm mein Schatz die Salztabletten. Kochsalz in Tablettenform.

20 Minuten später, es war bereits nach 16 Uhr, wurde es meinem Baby richtig schlecht. Er stand auf, wankte auf die Toilette und musste sich heftig übergeben.
Als der Pfleger dann kam, sagten wir das und er schaute etwas … nicht direkt besorgt, eher ein wenig Ratlos.

Aber meinem Schatz ging es schlagartig gut. Keine Übelkeit und er hat besser ausgesehen. Irgendwie verträgt er die Salztabletten nicht..zumindest meine Vermutung, denn jedesmal wenn er die nimmt, wird ihm speiübel..komisch…

Ich blieb noch eine Weile um mich zu vergewissern, dass es ihm wirklich besser ging. Ich konnte doch nicht nach Hause fahren, mit dem Wissen, wie er beinander ist. Ich hätte die Nacht nicht schlafen können. Kann ich so auch schlecht, aber das wäre für mein Kopfkino nun wirklich nichts gewesen.
Ich habe sowieso ständig Angst, wenn ich zu Hause bin, dass mein Handy klingelt und das Krankenhaus ist dran…

Morgen kommt das lange Wochenende. Da geht ja im Krankenhaus gar nichts ab, keine Untersuchung, kein gar nichts. Am Montag sind dann auch bestimmt die Befunde aus der Pathologie da. Ich kann es nicht erwarten diese zu hören, und gleichtzeitig habe ich riesen Angst davor.

Hat er nun Krebs, oder nicht! Ich weiß, ich soll mich nicht verrückt machen, aber das ist leichter gesagt, als getan.

Dieses Wechselspiel von Krebs, dann doch nicht, vielleicht aber doch macht mich fertig. Warum machen die das…macht das denen Spaß? Mit Menschen so umzugehen? Naja…

Bis dann