Der Himmel ist leer

Schatz liegt auf der Couch und schläft. Ich liege auch auf der Couch und schaue aus dem Fenster. Der Himmel ist bedeckt mit Wolken. Diffus, keine klar abgegrenzten Wolken, einfach nur bedeckt und regnerisch. Ein Flugzeug fliegt am Fenster vorbei. Ich denke mir…wohin bringst du mich? Gleichzeitig weiß ich, daß ich vor meinen Gefühlen und Gedanken nicht fliehen kann…mehr denke ich nicht.

Der Himmel ist leer…eine Taube kreuzt das Bild. Elegant und gekonnt zieht sie ihre Flügel an sich ran um sie gleich wieder auszubreiten um eine Kurve zu fliegen. Ich denke mir, ein Vogel müsste man sein. Man könnte alles von oben betrachten und Abstand nehmen. Es wäre alles so weit weg und leicht. Ich möchte kein Vogel sein.

Wieder ist der Himmel leer. Ein weiteres Flugzeug fliegt durch mein Bild. Tiefer als das andere, denn das flog sehr hoch und war ganz klein. Dieses ist wohl gerade gestartet. Wohin bringst du mich? Als das Flugzeug weg war, sah ich einfach nur wieder aus dem Fenster, ohne einen Gedanken zu fassen. Ich beobachtete diese kleinen Glitzerteilchen, die einem durchs Auge schwimmen, wenn man in den Himmel schaut. Es waren viele und sie schwammen wirr durcheinander.

Mein Blick traf einen Schwarm Gänse, die nun am Fenster vorbeiflogen, hoch oben in der Luft. Was haben Vögel für ein Leben? Sind sie glücklich? Können sie Trauer begreifen? Schatz hustet, er hat sich etwas verschluckt im Schlaf. Mein Blick wendet sich vom Fenster ab und schaut zu ihm herüber. Alles gut.

Gestern wollten wir zum Blutabnehmen gehen. WIr standen sehr früh auf und machten uns fertig. Wir sind los gegangen. Durch den Hof und raus auf die Strasse. Ein paar Meter weiter sagte Schatz, er schaffe es nicht bis da runter…er war sehr wackelig auf den Beinen und es war ihm sehr unangehnem mit dem Gehstock gesehen zu werden. Er schaffte es aber nicht deswegen…es war seine Kraft die ihn verließ und er würde es nicht schaffen..

Wir drehten um und ich bin dann schnell alleine runter zum Hausarzt. Dort angekommen sah ich, daß der Hausarzt geschlossen hat…was eine Scheisse….oh man, wenn sich Schatz jetzt da runter geschafft hätte, wäre es aber mal richtig blöd gewesen..ich bin dann erstmal auch wieder Heim und zu schauen wo die Strasse der Vertretung ist. Ich kenn die Strasse zwar, war mir aber nicht sicher wie ich da hinkomme…kurz auf einen Strassenplan geschaut und dann los zur Vertretung. Wäre alles nicht schlimm gewesen, also das der HA zu hat, wenn ich nicht Schmerzmittel für Schatz gebraucht hätte.

Rezept geholt und eingelöst und das Wochenende war erstmal sicher…Montag muss ich dann sowieso zum HA gehen, brauche selbst auch was.

Heute verlief der Tag wie gewohnt. Aufgestanden, wach geworden und einkaufen gefahren. Schatz ist gefahren und ich war einkaufen. Sind was das angeht ein neu eingespieltes Team..nur für wie lange noch….Schatz hat dann den Tag damit verbracht zu schlafen. Ich habe etwas gearbeitet und den Haushalt gemacht. Nichts besonderes eben. Er ist bisschen knatschig heute. Einmal baute er sich zu einem agressiven HB Männchen auf, auf irgendwie konnte ich ihm den Wind aus den Segeln nehmen und nach einer kurzen Schweigepause, murmelte er leise, daß er das ja immer alles nicht so meint…ich sagte, daß ich das weiß…

Er schaut nun Sportschau und ich mache gleich Abendessen. Heute Nacht hatte ich einen komischen Traum…ich träume überhaupt seltsame Sachen seit paar Wochen, aber heute der Traum hat mich IM Traum sehr verzweifeln lassen…schreibe morgen darüber…

Bis dann

Dunkelrot

Gestern ist Schatz schon müde wach geworden. Er war richtig schlapp und kraftlos. Er war sehr ruhig. Am morgen musste er mal kurz husten und spuckte einen großen Fleck dunkelrotes Blut aus. Er sah mich an und ich sah ihn an. Er zuckte leicht mit den Schultern, aber ich sah ihm an wie ihm das nicht passte. Bis heute ist dieses dunkle Rot nicht wieder gekommen, aber verfärbt ist der Auswurf dennoch. Aber er hustet nicht…eigentlich. Heute Nach musste er ein paar mal husten, aber tagsüber eher nicht.

Gestern habe ich dann auch den Antrag zum Pflegegeld ausgedruckt und eine VorsorgeVollmacht. Es ist so hart, so endgültig…aber es muss gemacht werden. Wir stoßen langsam an unsere finanziellen Grenzen und wenn uns das Pflegegeld zusteht, werden wir das auch in Anspruch nehmen. Ich weiß zwar, daß ich seitens der Familie Unterstützung bekommen würde, aber das möchte ich nicht. Die brauchen ihr Geld selbst. Ausserdem brauche ich gewisse Vollmachten…wenn er nicht mehr da ist, muss ich mich doch um alles kümmern. Es ist dann aber so, daß ich nicht automatisch über sein Bankkonto (zb) verfügen kann/darf. Dafür brauche ich eine Vollmacht…also habe ich gestern alles ausgedruckt und wir haben das gemeinsam ausgefüllt. Im Grunde nur ich…ich sollte überall einfach JA ankreuzen..ich sagte ihm, daß und das steht aber da drinne und er meinte, solange er lebe, ist er ja noch da und kann dies und das schon machen. Wenn er aber nicht mehr da ist, soll ich keine Probleme bekommen bzw. Entscheidungen treffen „dürfen“ die eben wichtig sind. Ich stehe nicht in unseren Mietvertrag mit drin /das ist zum Glück kein Problem), seine rechtlichen Sachen muss ich auch erledigen dann usw. Mir ist klar, das ich auch Dinge aus seiner Vergangenheit auf mich nehmen werde..wir bzw. er hat zwar keine Schulden, aber wer weiß schon was genau passiert und wer so ankommt…Rechte und Pflichten eben…

Ich fand es trotzdem alles so grausam..ihm gegenüber..es hat eben was von Endgültigkeit….es ist nicht so das er auswandert, in ein fernes Land und muss seine Sachen hier regeln..so ist das nicht…wir müssen Sachen regeln, weil er einfach nicht mehr da sein wird … aber ich bin noch hier…und ich muss weitermachen. Irgendwie.

Ich versuche das alles nüchtern und sachlich zu sehen…aber ich fühle mich schrecklich dabei, es ist ein LOSLASSEN in dem Moment … ich bin aber immer noch nicht bereit dazu…nicht in Gänze…

Heute geht es Schatz besser. Er hat ein fröhliches Gesicht und einigermaßen gute Laune. Agressive Ausbrüche gabe es die letzten Tage auch nicht mehr. Er isst immer weniger…liegt aber daran, daß er sich so fühlt wie im April…als sein Magen die Gastritis hatte mit den dazu gehörigen Problemen…das macht mir Sorgen, denn er nimmt relativ schnell ab. Noch hat er sein kleines Bäuchlein…er trinkt auch schlecht…ich ermahne ihn immerzu, dann grummelt er und trinkt einen Schluck. Wenn ich über Stunden aber nichts sage, trinkt er auch nicht.

Laufen ist unverändert. Ich habe ihm einen Gehstock gekauft, damit er sicherer fühlt beim Laufen. Auch einen Duschstuhl habe ich gekauft. Er ging die letzten paar mal alleine duschen. Es ist super anstrengend. Er fand den Stuhl gut, so kann er sich in der Dusche setzen und es geht besser.

Ich muss jetzt bissl was einkaufen…ansonsten ist soweit eigentlich alles unverändert…

Bis dann

Endlich mal wieder Sonne

Aber das steigert nur etwas das Gemüt. Heute morgen ist Schatz gut gelaunt aufgewacht, obwohl die Nacht eher durchwachsen war. Er sagt, er fühlt sich richtig schlapp und kraftlos. Es geht ihm unverändert. Soweit eigentlich ok…aber er hat keine Kraft, er läuft schlecht, er hustet richtig wenig, fast gar nicht und wenn ist es mehr ein räuspern. Auswurf ist zurück gegangen, kein Blut, aber farbiger Auswurf..wie soll ich sagen. Hellbräunlich, orange…wie bei einer leichten Erkältung oder so…wenn ich ihn so ansehe glaube ich es nicht. Er hat eine gesunde Gesichtsfarbe, obwohl heute ist er bisschen blass, und er hat einen kleinen Bauch wieder bekommen. Er sieht ganz normal aus, nicht krank.

Er hat nahezu keine Lungengeräusche und atmet ruhig, nicht hektisch oder flach. Er hat Schmerzen, die werden stärker. In der Lunge, Kopfschmerzen…er schläft heute viel.

Er trinkt wenig. Seine Verdauung spielt verrückt. Er sagt, er fühlt sich genauso wie das war, bevor er ins Krankenhaus kam wegen seinem Magen. Völlegefühl usw. …

Ich kann ihm nicht helfen..niemand kann das…ich sage es nochmal, selbst wenn er jetzt Chemo machen würde, er würde trotzdem sterben…er tut mir so leid..ich will das alles nicht, daß hat er einfach nicht verdient!

Ich habe in letzter Zeit nur noch den Kopf voll mit Erinnerungen. Egal was ich ansehe in der Wohnung, ich sehe die Bilder vor mir wie er zB ein Regal angebracht hat, den Spritzschutz am Herd angebracht hat, selbst wenn ich nur auf die weiße Wand schaue..sehe ich, wie wir diese gestrichen haben…wie wir gelacht haben…ich kann dagegen nichts machen. Diese Bilder kommen ständig in meinen Kopf und ich kann sie nicht verdrängen. So weh mir das tut . Ich will sie auch gar nicht verdrängen.

Schlimmer finde ich die Dinge – so banal sie sein mögen – die wir nicht mehr zusammen machen können. Wir können dieses Jahr bereits schon nicht mehr auf den Weihnachtsmarkt gehen um unseren obligatorischen Glühwein zu trinken. Hätte ich das nur letztes Jahr gewusst…oder unsere Traditionen…zum Geburtstag, oder Hochzeitstag haben wir immer um Mitternacht zum Tag hin eine Flasche roten Krimsekt geöffnet und getrunken…ich weiß jetzt schon, daß ich das beibehalten werde…alleine…es zerstört mich jetzt schon. Man könnte sagen WARUM willst du das auch machen? Aber ich möchte das so…so wird er bei mir sein..näher als sonst…

Manchmal, wenn ich meine Einträge lese, kommt es mir so vor, als wäre er schon unter der Erde…grausam…ich denke aber, daß ist bestimmt schon eine Art der Trauerverabeitung, oder was weiß ich…das richtige Trauern um meinen Mann kommt erst noch…es wird mich wie einen Tsunami treffen, mit voller Wucht. Da ist alles, was ich jetzt emotional durchmache – kinkerlitzchen gegen.

Heute habe ich ausserdem eine Flasche roten Krim geholt. Schatz war erstaunt und freute sich darüber. Ich sagte, den heben wir uns auf, für einen besonderen Moment. Vielleicht werden, nein, bestimmt werden wir noch einen besonderen Moment haben und dann trinken wir die Flasche…aus unseren Gläsern. (Schatz hat uns zum 1. Hochzeitstag besondere Sektgläser geschenkt….)

Wir lachen viel..auch wenn er seinen agressiven Anfall hat, das ist nicht jeden Tag so (bisher) versuche ich weiterhin normal zu bleiben. Mache Witze und bin einfach ich. Ich bin nicht eingeschnappt oder so..es ist nicht ER, aber das sagte ich gestern schon.

Ich hätte zudem sowieso niemals geglaubt, daß ich das mal sage: Er war immer so ein aktiver und lebenlustiger, humorvoller Mensch. Davon ist nichts mehr übrig. Er hat keine Kraft und er hat sich so verändert…er ist ruhig, in sich gekehrt…schwach…seine Augen sind müde, sie haben kein Feuer mehr…ach scheisse….

Wir nahmen uns und alles andere nie als selbstverständlich. WIr dachten trotzdem, wir wären unzerstörbar. Nichts und niemand kann uns etwas anhaben, nichts kann zwischen uns kommen. Und dann? Kommt der Feind in uns….damit haben wir nicht gerechnet…

Bis dann

In guten und in schlechten Zeiten

Es ist jetzt ganz schön kalt geworden in den letzten Tagen. Zum Glück hatten wir schon Holz hier und seit 2 Tagen brennt unser Holzofen. Es ist ein fast göttliches Gefühl, wenn man nach Hause kommt, die Tür aufschließt und dann von der wohligen Wärme des Feuers empfangen wird. Gerade wenn es draussen so nass-kalt ist wie heute. Es ist als würde man in eine vorgewärmte Wolldecke gewickelt werden. Es ist einfach nur herrlich. Es macht zwar arbeit und eine Menge Dreck, aber für nichts in der Welt gebe ich meinen Holzofen wieder her.

Gestern ist der Tag ein wenig stressig verlaufen. Ich hatte viel zu tun und Schatz war ein wenig schlecht gelaunt. Ihn nervt das so, daß er nichts machen kann. Er will unbedingt, aber es fehlt ihm an Kraft. Ich kann nachvollziehen wie das ist. Es ist einfach Scheisse….es ist wie ein dasitzen und auf den Tod warten. Er spürt sehr wie ihn seine Kräfte mehr und mehr verlassen. Man kann sich das eigentlich nicht vorstellen. Wir vergessen wie es ist zu sterben. (Wiedergeburt-Thema)

Wir können nur hilflos mit ansehen wie es zu sein scheint, aber wir können es nicht nachfühlen.

Gestern sagte Schatz zu mir: Er hätte Verständnis dafür, wenn ich gehen wollte. Ich sollte doch auch besser gehen. Ich sagte: Wohin? und er meinte: Einfach nur weg von mir. Er sagte: Es tut mir so unendlich leid, daß du das erleben musst. Das du mit ansehen musst wie ich sterbe, wie ich zerfalle.

Ich sagte darauf: Schatz, ich werde nicht gehen. Habe ich dich geheiratet um dich jetzt im Stich zu lassen? JETZT?? In guten und in schlechten Zeiten heisst es doch. Es sind sicherlich super beschissene Zeiten nun, aber ich habe dich geheiratet und gehe jeden Weg mit dir. Ich gehe nicht weg…ich bin kein feiger Mensch, wie könnte ich dich alleine lassen. Wie sollte ich das vor allem mit meinem Gewissen vereinbaren? Stell dir vor ich bin weg. Ich hätte nur die Bilder vor Augen wie du leidest, immer mehr. Wenn du nichts mehr kannst und dir keiner hilft und beiseite steht. Ich hätte das Gefühl dich im Stich gelassen zu haben…

Er betonte wieder, daß er nicht wolle daß ich das alles mitmache und erlebe. Ich streichelte ihm über sein Haar. Ich liebe dich mein Schatz und es ist nun so wie es ist. Sicherlich haben wir uns was anderes vorgestellt, aber ob es jetzt soweit ist, oder wenn es in 10, 20 Jahren soweit wäre. Das spielt alles keine Rolle…ich bin da für dich und ich verlasse dich nicht. Denk nicht sowas. Du schützt mich damit nicht, im Gegenteil…

Er drückte mich und nickte und er bedankte sich bei mir. Ich sagte, danke mir nicht dafür. Das hat nichts mit Pflichterfüllung, oder sonst was zu tun. Ich liebe dich und alleine deswegen bin und bleibe ich bei dir.

Er schluchzte etwas und sagte: es ist nur, weil ich so genervt bin. Warum kann es nicht einfach schon vorbei sein? Warum dauert das so lange…wie lange dauert denn so ein Endstadium.

Ich weiß es nicht, kommt darauf an, meinte ich. Bei Bienschen hat es nach Diagnose 4einhalb Monate gedauert. Wie lange es bei dir ist, kann ich nicht sagen, daß kann niemand. Vielleicht noch eine Woche, vielleicht noch ein paar Monate..wer weiß das schon…

Er lachte kurz und sagte darauf – JA die Scheisse ist ja, ich sehe gut aus. Ich sehe nicht krank aus und wiege schon wieder über 70 Kg. Aber innerlich fühle ich wie ich immer kraftloser und zerfressender werde. Ich sagte wieder, daß ich das eben nicht wüsste…der Mensch kann sehr zäh sein.

Danach verlief dieses Gespräch in banale andere Themen über. Wir lästerten zB über unseren Nachbar und sowas eben.

Die Nacht verlief ganz gut. Schatz musste nur einmal aufstehen, sonst hat er gut durchgeschlafen. Er hustet kein Blut, ist aber sehr müde. Er ist das ja schon eine ganze Weile, aber ich denke das Wetter heute macht sein übriges dazu. Ich könnte auch nur schlafen, aber ich habe viel zu tun, muss mich um vieles kümmern.

Gleich gibt es erstmal was warmes auf den Tisch. Habe Hunger und mein Schatz erst. Er hat ständig Hunger…

Bis dann

Noch gar nicht so kalt

wie die im Wetterbericht immer sagen. Morgens ist es schon arg frisch, beim lüften, aber wenn ich dann mittags mal in die Stadt runter renne – ist es mir zu warm. Ich trage zwar nur eine Sweatjacke und ein T-Shirt darunter, aber es ist dann doch schon gut warm. Gestern hatten wir 25 Grad – und es sollten nur 19 Grad sein. Das sagte wetter.de für meine Stadt. Naja ich finde es ja ok, aber um in dem Garten zu sitzen, ist es doch zu fisch.

Langsam mal daran gehen den Pavillion abzubauen. Zumindest das Dach. Wir machen den Fehler dieses Jahr nicht. Letztes Jahr schneite es ewig nicht und wir ließen das Dach auf dem Pavillion. Dann hat es geschneit und durch das Gewicht des Schnees ist das Dach zusammengekracht. Wir konnte das Gestänge zwar reparieren, aber ein erneuter „zusammenkrach“ würde das Dach entgültig zerstören. Ist auch schnell gemacht. Eigentlich. Man müsste es halt nur mal machen.

Erst wollte ich alle Äpfel von unserem Apfelbaum pflücken. Sie sind reif und hängen noch alle am Baum. Viele Äpfel sind auch schon runtergefallen, ich kehre jeden Tag eigentlich Äpfel von der Wiese. Ich bin faul heute, zugegeben. Ich brauche schon den ganzen Tag um mich aufzuraffen. Dabei habe ich tief geschlafen heute Nacht. Tief heisst aber nicht zwangläufig gut. Das merke ich heute. Wetterempfindlich eben.

Schatz geht es nicht anders. Die Nacht soweit durch geschlafen – den ganzen Tag schon am schlafen. Nur zum Mittagessen war er wach. Auch wenn er seine Tabletten nehmen muss, ist er wach. Kurz – dann schläft er wieder. Man müsste nur mal anfangen. Aber anstatt das zu machen, schreibe ich hier. Ich bilde mir ein schon genug gemacht zu haben heute. Arbeit, Haushalt, war auch in der Stadt schon kurz….bin faul. Müde. Antriebslos. Aber gut gelaunt.

Naja hilft ja alles nichts….wenn ichs heute nicht mache, mache ich es morgen…oder übermorgen. Fakt ist, ich hätte es dann immer noch vor mir…geht nicht, will ich nicht. Also dann mal los.

Schatz geht es weiterhin unverändert. Bluthusten ist wieder weniger.

Bis dann

Nichts besonderes

ist passiert. Bisher. Gestern. Das ist gut so.

Der Herbst ist pünktlich eingetreten und es wird recht kühl die nächsten Tage werden. In der Wohnung ist es warm. Die Wände haben die Hitze gut gespeichert. Die Nacht war schwitzig und schwül, kann man sagen. Es dauert aber nicht lange und die Wärme der Wände lässt auch nach.

Schatz geht es gut. Heute morgen sah er gut aus und ich hatte das Gefühl im Bauch das er einen Sprung nach vorne gemacht hat. Wie es aber so ist – er sagte vorhin, daß ihm schlecht sei. Kann sein, das waren heute morgen auch zuviele Mittelchen auf einmal. Da kann es einem schon mal schlecht werden. Er hat eine halbe Stunde geschlafen und ihm ist nicht mehr schlecht. Gestern Abend dachte ich mir noch, wie schön es ist, daß er schon länger jetzt keine Übelkeit mehr hatte. Tja – so kann einem das Bauchgefühl auch täuschen…obwohl das bei mir nun echt selten vorkommt. Vielleicht bin ich blockiert und die Ströme fließen nicht richtig. Ich werde mich später wieder in meine Mitte bringen und dann klappt das mit der Intuition auch wieder.

Zuerst muss ich aber unseren Holzraum aufräumen. Es liegt noch Holz vom letzten Jahr da, daß eigentlich gehackt werden müsste. Ich stapel es aber zunächst auf und wir fahren dann die Tage los und holen diese fertigen Holzbriketts. Wir legen dann einen kleinen Vorrat an, sodaß wir nicht alle 3 Tage Holz holen müssen. Wir fahren ein paar mal – das sollte dann erstmal für die ersten 3, 4 Heizwochen halten. Im Moment heizen wir noch nicht, es ist ja noch sehr warm in der Wohnung – trotz lüften.

Aber wenn es doch mal kühl wird am Abend, haben wir dann Holz da. Wenn es wieder etwas wärmer werden sollte, so goldener Oktober-Technisch, macht es auch nichts. Hauptsache es ist Holz da, wenn wir es brauchen.

Es ist schade, daß der Sommer vorbei ist. Aber ich freue mich auf unseren Holzofen, der diese wohlige Wärme in die Wohnung bringt, wenn es draussen nass, kalt und ungemütlich ist.

Meine dunklen Gedanken halten sich eigentlich auch zurück im Moment. Sicherlich mache ich mir Sorgen und Gedanken wie lange wir noch haben usw. Aber solange es ihm nicht schlechter geht…mich belasten zur Zeit auch noch andere Dinge.

Manchmal denke ich mir, hätte ich doch gelogen bzw. nichts gesagt. Es war klar, daß nicht alle Verständnis haben – oder gar fürsprechen. Aber anstatt Dinge versuchen zu akzeptieren, schlägt einem blanker Hass und Wut entgegen.

Ich fühle mich bestraft. Dabei ist es doch vielleicht so, daß die Angst einem Wut fühlen lässt. Das ist auch ok…aber alles andere entbehrt jeder Grundlage. Niemand muss es verstehen…alle haben Angst…ich bin immer ein Mensch der absoluten Ehrlichkeit gewesen – galt manchmal sogar als taktlos (ist aber auch ehrlich), aber manchmal sollten Dinge nicht ausgesprochen werden, damit andere geschützt sind. Und wenn es einen selbst betrifft. Das ist leider so. So ist der Mensch nunmal. Wieder etwas, daß ich schmerzlich lernen musste. Das prägt natürlich, man lernt nie aus.

Ich fühle mich bestraft – es belastet mich zusätzlich. So sollte das nicht sein. Ich brauche meine Kraft für meinen Schatz; für mich. Ich muss meinen Schatz schützen. Es ist eine schwere Zeit und negatives können wir nicht brauchen.

So…nun setze ich mein „offizielles ICH“ wieder auf und zeige mich unbeeindruckt.

Bis dann