Beim Optiker

Es geht immer einen kleinen Schritt weiter. Heute hatte ich den Termin beim Optiker. Ich brauche eine neue Brille um den Sehtest zu bestehen. Meine Sehleistung ist Ausgezeichnet, meine Achsen haben sich aber weiter verschoben. Ich habe ja seit dem ich 24 bin eine Brille. Ich ziehe diese nie auf, ausser zum Fernsehen manchmal, zum arbeiten am PC und eben eigentlich zum Autofahren…ich bin nicht eitel, oder so, aber keine Ahnung warum ich es nicht so mit der Brille habe…

Wie auch immer, ich wollte es so günstig wie möglich..ich ziehe die Brille ja eh nicht ständig an. Die Billigmodelle haben mir nun aber so gar nicht gefallen. Ich habe mir dann eine aus dem mittleren Preissegment ausgesucht. Eine ESPRIT Brille, weiße Bügel, dunkelblau im Rest. Nerdstyle, aber nicht übertrieben, kostet 89 Euro. Geht eigentlich auch noch. Als sie mir dann aber die Gläser beschrieb, musste ich schlucken. Natürlich mussten es welche von Zeiss sein, entspiegelt usw. Ist ja wichtig… Sie bot mir zuerst Gläser an, welche PRO Glas 126 Euro hätten kosten sollen. Das ist entschieden zuviel! Die nächst´ günstigere Variante, nicht TOP entspiegelt, aber immer noch super, beläuft sich auf 86 Euro PRO Glas. Naja das habe ich mir dann aufschwatzen lassen.. Sicherlich gäbe es auch gute entspiegelte Gläser von einer anderen Firma, aber mir war das dann zu müßig.. 261 Euro für eine Brille? Naja gut, ok…passt schon…

Ich habe auch im Internet mal rumgeschaut, aber die Brillen die mir gefallen, kosten alle nicht grade nur 10 Euro. Man sollte sich ja nun schließlich auch wohlfühlen mit der Brille…was mir gerade mehr Sorgen bereitet ist die Tatsache, daß es eben 261 Euro sind. Mein Geschäft läuft verständlicherweise im Moment nicht optimal und da ist so eine Summe doch etwas … sagen wir mal …blöd… aber ich bekomme das hin… so schlimm ist es nun auch nicht. Gegen Ende der Woche ist die Brille bereits fertig und ich kann dann endlich auch den Sehtest machen für den Führerschein…

Gestern Abend hatte ich einen echt schönen Abend. Vorderhauszote war bei mir und wir tranken gemütlich ein Bier. Ich bin ihm etwas zugetan, aber eine Bindung möchte ich mit ihm nicht eingehen. Dennoch vermag er es immer wieder, mich zu verwirren. Er sagt gewisse Dinge, aber nur wenn wir alleine sind, und seine Körperhaltung spricht manchmal eine andere Sprache. Ich weiß nicht, wie ich das einordnen soll…aber es gefällt mir. Wie schon mal erwähnt, ich mag es mit ihm zu „tanzen“. Mal die Nähe, mal die Distanz, mal ist alles anders als gedacht und mal ist es deutlich vorhersehbar. Es war ein richtig schöner Abend. Er hätte mich fast zum fliegen gebracht gestern…ich weiß nicht wie er denkt, aber egal, oder uninteressant bin ich ihm nicht, soviel steht fest. Wir kennen uns eben auch schon ewig und er hat sehr viel Respekt. Ich bin die Frau, nun Witwe, von seinem „Onkel Hotte“… und es sind eben auch erst knapp 4 Monate… ich forciere auch nichts, mir macht das spielen Spaß…und ihm auch! Wenn ich es ganz nüchtern betrachte, finde ich es gut wie es jetzt ist. Avni ist für mich da, anders als die anderen. Er ist in der Tat wie ein großer Bruder für mich, auf den ich mich verlassen kann. Das ist ein echt schönes Gefühl. Auch wenn wir jetzt nicht sooo viel mit einander zu tun haben, ist er aber derjenige, dem ich emotional am meisten verbunden bin. Mittlerweile kommt er jeden Tag zu mir. Sonst haben wir, ich, ihn nur alle paar Tage mal gesehen..aber seit einer Woche etwa, kommt er jeden Tag..

Was meine 2 besten Freunde angeht, da läuft die Baustelle noch. Es ist alles geklärt, eigentlich, aber etwas brodelt auch noch. BF ist hoffnungslos in Geisenheimer verliebt und setzt alles dran, daß es auch klappt. Ich weiß aber von Geisenheimer, daß er kein Interesse an BF hat, schürt aber Hoffnungen in ihr. Finde ich nicht richtig.. Sie wollte mit ihm reden, das gewisse Dinge einfach nicht so gehen..das es verletzt, unangebracht ist usw. BF ist keine Spielerin, sie kann mit sowas nicht umgehen. Wenn es nicht fruchtet, was sie ihm erzählt, bin ich wieder die Vermittlerin. Ich möchte nicht, daß sich alles verläuft..ich setze alles daran, daß wir wieder unbefangen Spaß haben können, ohne das irgendwas komisch ist, oder das man aufpassen muss, was man sagt… Es ist eine psychologisch, diplomatische Arbeit, aber mir macht es Spaß. So war es eben immer bei uns. Zu uns kamen sie alle, wenn sie ein scheinbar unlösbares Problem mit sich trugen…aber erst mal sehen. Vielleicht schaffen die beiden es auch untereinander…wäre schön.

Bis dann

 

Kein Mensch ist eine Insel

Das hat mein Engel immer wieder gesagt. Vorallem dann, wenn ich mich zurück gezogen hatte. Damit hat er mich immer aus meinem Loch geholt, denn es ist wahr. Kein Mensch ist eine Insel. Wir sind alle miteinander verbunden, auf die eine, oder andere Weise…

Ich spüre das die ganze Zeit. Von meinen Freunden abgesehen, sind es so viele andere Menschen die mir beistehen wollen. Der Briefträger den wir schon seit Jahren kennen, läd mich dauernd ein mit ihm mal in den Rheingau zu fahren. Mal weg von hier, mal was anderes sehen. Gemütlich einen Wein trinken und was gutes Essen. Reden. Auch die Gerlinde, eine sehr nette Dame, über 80 Jahre alt und fit wie sonst was, fragt mich jedesmal wenn wir uns treffen, ob ich mit ihr einen Kaffee trinken möchte und wie es mir geht. Auch die Uschi aus dem Tante E Laden läd mich jedes mal ein, wenn ich ihr begegne. Wenn das Wetter schöner ist, die Sonne scheint und die Temperaturen steigen, wollen wir zusammen spazieren gehen, oder bei ihr im Garten sitzen und einen Kuchen essen.

Das sind nur ein paar Beispiele, wie sich die Menschen in meinem Viertel um mich kümmern möchten und mir beistehen. Mein Engel war ein guter Mensch und sie sind alle auch sehr betrübt darüber, daß er nicht mehr da ist. Ich tue den Menschen leid und sie wollen alles dafür tun, daß es mir gut geht. Das ich nicht in ein Loch falle… ich finde es so wahnsinnig lieb von den Leuten. Ich kenne alle diese Leute schon ewig. Hier in das Viertel sind wir 1995 gezogen und Tante E kennt mich schon seit Teeniezeiten, sowie die meisten hier. Sie haben mich aufwachsen gesehen, haben mit erlebt wie es in meinem Leben so läuft und nun sind sie alle für mich da in einer Art und Weise, die es vorher so nicht gab..die ich so nicht für möglich gehalten hatte.

Kein Mensch ist eine Insel…

Die letzten Tage waren gut. Auch wenn die Sonne für mich immer noch nicht so hell scheint, wie sie einst schien. Aber ich genieße die Sonne trotzdem. Ich höre den Vögelchen zu und atme den Duft des Frühlings tief ein. Ich weine immer noch jeden Tag. Es ist eine Szene im Fernsehen, es ist ein Titel im Radio der mich an etwas erinnert, oder es ist ein Gedanke der sich in meinem Kopf verirrt hat. Ich habe meinen Frühjahrsputz abgeschlossen. Wenn ich putze, bekomme ich meinen Kopf frei. Es lenkt mich ab. Es ist  sauber..auch in den versteckten Ecken die niemand sieht.

Gestern, Freitag, bin ich endlich auch mal zur Fahrschule gegangen und habe mich angemeldet. Ich muss jetzt den Erste-Hilfe-Kurs machen und den Sehtest, dann zur Führerscheinstelle den Antrag stellen. Wenn die Fahrschule dann das ok bekommt, kann ich loslegen. Dauert ca. 4 – 6 Wochen. Dann mache ich meinen Schein in einem Intensivkurs. Ein Auto habe ich ja schon…sein Auto… Im Mai werde ich den Wagen anmelden. Wenn ich Pech habe, kann ich den Führerschein erst in der ersten Juni Woche machen, da sind aber die Schilder nicht mehr reserviert. Die möchte ich unbedingt auch behalten… Danach bin ich zu Dagmar gefahren. Sie hat Stress auf der Arbeit und sie hat sich bei mir ausgekotzt. Dann haben wir eine Strategie entwickelt, wie sie wieder Spaß auf der Arbeit haben kann.

Am Nachmittag kam auch Karl zu ihr, er wollte ihr die Autoreifen wechseln. Gegen Abend sind wir zu mir gefahren und haben noch gemütlich einen Wein getrunken. Gegen 10 Uhr wollte Dagmar dann Heim, sie muss ja um 2 Uhr wieder aufstehen, wegen der Arbeit. Karl fuhr sie Heim und ich wollte es mir gemütlich machen und noch etwas fernsehen. Es klopfte an der Tür und Rainer erbat nochmal kurz Einlass. Wir redeten über banale Dinge, dann ging er wieder. Ich brachte ihn an die Tür und von draussen kam Avni. Er wollte auch nochmal zu mir und ich ließ ihn rein. Der arme Kerl ist wieder erkältet und ich gab ihm sein Thailändisches WickVaporub zurück und gab ihm HustenTee. Wir redeten auch dummes Zeug und tranken den Wein zu Ende. Dann ging er auch wieder und ich war müde. Sehr müde. Habe ich ohne Umwege ins Bett gelegt und bin auch schnell in einen traumlosen Schlaf gefallen.

Heute am Samstag ist das Wetter schlecht. Es regnet ohne Unterlass, aber das ist ok. Ich war Lotto spielen und nun gammele ich nur auf der Couch rum. Ich müsste was arbeiten. Irgendwie komme ich nicht in die Gänge, aber das ist auch nicht so schlimm. Ich mache mir jetzt was zum Mittag, danach schmeisse ich mich an meine Arbeit.

Bis dann

1. kommt es anders, als man 2. denkt

Erstmal an dieser Stelle nochmal einen vielen lieben Dank für die Nominierung. Ich wurde noch nie in der Bloggerwelt nominiert und habe auch nicht damit gerechnet. Vorallem jetzt nicht, da ich ja eigentlich nur am rumheulen bin und das den Leuten früher oder später auf die Nerven geht. Danke!

Gestern wollte ich eigentlich den Kleiderschrank ausräumen. Bevor ich los legen konnte, kam eine WhatsApp von meiner sogenannten besten Freundin. Sie war immer noch stinkend wütend und hat mir einen deftigen Text geschrieben. Ich lasse sowas nicht auf mir sitzen und rief sie an. Sie ging ans Handy mit dem Wort – WAS!!!!! sehr agressiv… Ich blieb entspannt und fragte sie, ob es immer noch wegen Karl ist und was am Samstag vorgefallen war. Sie sagte mir JA und ich solle sie in Ruhe lassen, für 2, 3 Tage, dann ging es wieder bei ihr. Ich habe das nicht eingesehen und sagte ihr nach einigem hin und her, daß ich nun zu ihr fahren würde. Sie willigte ein, obwohl sie mir mehrmals sagte, sie wolle weder mich, noch Karl sehen.

Ich fuhr also in windeseile zu ihr und sie machte mir auf. Kaum war ich in ihrer Wohnung, drückte sie mich ganz feste und fing an zu weinen. Wir setzten uns ins Wohnzimmer und redeten nochmals über den Samstag. Sie hat keine Lust ständig verarscht zu werden und angelogen zu werden. Alles das macht Karl mit ihr, obwohl er immer wieder beteuert, daß sie doch angeblich ein Freund sei. So geht man aber mit Freunden nicht um. Wir redeten und berieten uns, wie es nun mit uns 3 weiter gehen soll. Ich überredete sie, sich doch noch einmal mit Karl hinzusetzen und zu reden. Ich war ja dabei. Ok gut, machen wir. Ich schrieb eine WA an Karl und eine Stunde später war er dann auch da. Er war sichtlich nervös und kaum das er saß fing Dagmar an ihn festzunageln.

Entgegen unserer Erwartung redete Karl völlig frei raus, wie er den Samstag empfunden hat und das er sich gekränkt gefühlt hat. Er konnte, oder wollte, uns dennoch nie den absolut genauen Grund nennen. Vielleicht wusste er es wirklich nicht. Er hat sich halt immer nur angegriffen gefühlt von ihr. Sie fragte ihn immer wieder warum sie das denn hätte machen sollen? Wir sind doch Freunde und Freunden tut man nicht weh! Wir redeten Stunde um Stunde. Ich ließ die beiden reden, nur immer dann, wenn Dagmar nicht weiter wusste, oder nicht wusste WIE sie etwas sagen sollte habe ich eingegriffen. Die ganze Zeit war es so, Karl hatte ein Problem mit Dagmar und hat mich angeschrieben..ich war die letzte Zeit immer der Vermittler. Das kam auch zur Sprache. Warum werde ich als Vermittler her genommen, wenn es doch einen Zwist zwischen den anderen beiden gibt?! Karl sagte, es wäre eigentlich nur weil wir uns schon ewig kennen und ich die Dinge besser verstehen könne und vorallem mich besser ausdrücken könne.

Ich sagte daraufhin, daß es doch nicht wichtig ist wie man redet. Man muss keine großen Reden schwingen, man kann auch auf einfache Weise seine Gefühle ausdrücken…das hat er verstanden und sich bei Dagmar entschuldigt dafür. Irgendwann schien es so, als wäre sie auch zufrieden mit dem Gespräch. Er hat sich mehrfach entschuldigt und Dagmar hat die Entschuldigung angenommen. Dann hat sie sich bei mir bedankt. So jemanden wie mich hat sie noch nie getroffen. Es war immer so, wenn es einen Streit gab hat man sich nicht mehr gesehen und Freundschaften sind auseinander gebrochen. Sie sagte mir, sie fände es so fantastisch dass ich mich nicht abringen lasse und über die Dinge reden will. Ungefiltert, unzensiert, das Tiefste aus einem rausholend…nur so weiß man doch auch, wie es dem jeweils anderen ergeht. Niemand kann einem in den Kopf schauen…

Am meisten beeindruckt hat sie der Satz von meinem Schatz, der für unsere Ehe galt, aber auch auf andere Beziehungen angewendet werden kann. Er ist ganz einfach…es sind nur 3 Regeln die man sich zu Herzen nehmen sollte. Sie lauten:

  1. Immer mit dem anderen reden 2. Nichts als selbstverständlich hinnehmen 3. Nichts machen was dem anderen schadet.

Als wir uns wieder einmal ausgesprochen haben, haben wir zusammen gekocht und gegessen. Dann hat mich Karl nach Hause gebracht. Es war bereits 10 Uhr Abends. Ich war um 13 Uhr bei Dagmar und Karl kam gegen halb 3 Uhr. Als wir gegangen waren, hat sich Dagmar nochmals bei mir bedankt. Sie fand es so schön von mir, daß ich sie nicht in Ruhe gelassen habe, sondern reden wollte und auch nicht davon abgelassen hatte. Sowas kannte sie bisher nicht. Ich sagte ihr immer wieder sie müsse sich nicht dafür bedanken. Wenn mit etwas wichtig ist dann kämpfe ich auch dafür. Sie wäre da ja anders, sie ziehe sich dann zurück, ein paar Tage, dann wäre alles wieder gut. Ich sagte ihr, daß dem eben nicht so ist. Es ist vielleicht scheinbar alles wieder gut, aber der Stein sitzt tief im Magen und bei jedem Streit wächst der Brocken an und macht alles nur noch schlimmer, bis es irgendwann wirklich knallt und alles kaputt ist.

Als Karl auch nach Hause fuhr, dachte ich nochmal über den Abend nach. Ich spürte, wie ich ein Gefühl der Zufriedenheit in mir hatte und spürte auch, daß meine Magie langsam wieder zu mir zurück kehrt. Es hat mich innerlich so gefreut, daß ich meine 2 liebsten Menschen wieder zusammen bringen konnte, ohne das es komisch wird in Zukunft, oder das der eine den anderen lieber nicht sehen möchte. Dafür haben wir in der letzten Zeit zuviel durch gemacht. Geisenheimer und BF sind sich auch wichtig untereinander und es wäre doch nun wirklich blöd und schade wenn wegen einem falschen Stolz, oder was auch immer, sowas auseinander brechen würde. Selbst wenn das Gespräch einen negativen Verlauf genommen hätte, wäre das letztenendes auch ok. Zwar nicht ok in dem Sinn, aber dann wäre es eben so. Wichtig bleibt hierbei trotzdem, daß sich jeder äussern konnte wie er welche Situation aufgefasst hat und darüber geredet hat.

Ich finde es immer schade, wenn Menschen nicht miteinander sprechen. Niemand kann dem anderen in den Kopf schauen und wie soll man Mißverständnisse, verletzte Gefühle, oder was auch immer verstehen wenn man nicht darüber redet! Beleidigungen sind schnell ausgesprochen und man verletzt Menschen, die einem in Wirklichkeit wichtig sind. Sowas versuche ich immer zu verhindern, denn irgendwann ist ein Punkt erreicht da ist man zum reden nicht mehr bereit und dann ist der Zug abgefahren…das ist halt Schade..es hat immer einen Grund, warum man einen Menschen in seinem Leben hat.

Ich war früher auch nicht so. Ich war beleidigt, und habe mich abgesetzt. Das mit dem reden hat mir mein Engel beigebracht. Dafür bin ich ihm auf ewig dankbar. Ich liebe dich mein Schatz! Du hast mir soviel gegeben…

Bis dann

Wir stehen alle am Kreuzweg

Gestern morgen wollte ich nicht aufstehen. Ich war müde, obwohl ich gut geschlafen habe. Aber hilft ja alles nichts. Ich musste unbedingt ein Rezept von meinem Arzt holen und auf die Bank. Wenn ich schon mal in der Stadt bin, kann ich auch schnell in den REWE – dachte ich mir. Ich esse seit 2 Monaten nur Dreck. Man kann ja mal TK Ware essen, aber wenn ich mal was esse, ist es nur TK Zeugs. Auf Dauer nicht gesund. Abgesehen davon habe ich zugenommen…das passt mir nicht. Ich sah die ganze Zeit keinen Sinn im kochen. Für mich alleine? Nein….ich habe nur vernünftig gegessen, wenn ich bei meinen Eltern war. Ich habe nun aber wieder Lust zu kochen. Im REWE habe ich mir einen Rinderbraten geholt. Dazu wollte ich Kartoffelpüree machen und einen Salat. Als ich wieder zu Hause war sah ich, daß ich Salz vergessen hatte…bin raus, in den Tante E Laden. Mariane saß an der Kasse und wir unterhielten uns kurz. Sie fragte mich, ob langsam wieder Normalität in mein Leben einkehrt. Ich wusste nicht so Recht was ich darauf antworten sollte. Ich sagte dann – ja, ich denke schon. Es muss ja irgendwie weitergehen.

Zu Hause fing ich gleich mit dem Braten an. Der braucht ja ewig und es war schon halb 1. Ich habe mir ein Kilo geholt. Der braucht 4 Stunden und ich habe dann auch gleich für morgen noch genug da..und übermorgen. Mir ging die Frage von Tante E nicht aus dem Kopf. Ich fing an nachzudenken über das Wort „Normalität“

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Veränderungen sind da sehr unpassend. „Veränderung“ heisst: Gewohnheiten verändern sich in dem Maße, daß sie abgelegt werden, oder bis zur Unkenntlichkeit verbogen werden. Das ist ein Prozess. Manche können sich schneller anpassen, manche nicht.

Rainer warf mir ja vor, ich hätte mich verändert. Sicherlich habe ich das. Ich habe es bei einigen Dingen wahrscheinlich nicht mal gemerkt. Aber das was für mich bisher normal war existiert nicht mehr. Ich bin auf dem Weg in eine neue Normalität..eine andere…eine veränderte…eine nur für mich geltende. Rainer kann damit nichts anfangen. Ich passe nicht mehr in seine Normalität, weil ich ja nicht mehr normal bin. So wie ich eben war, als mein Engel noch bei mir war. Ich habe aber keine Wahl. Ich muss meine Gewohnheiten hinter mir lassen und neue Gewohnheiten entwickeln. Rainer aber nicht. Für ihn ändert sich doch nichts, ausser das ein enger Kumpel gestorben ist ……aber auch wenn mein Engel nicht mehr bei mir ist, mache ich was ihn angeht doch alles wie immer.

Rainer geht auf Distanz seit neuestem. Er zieht sich zurück. Jeden Tag haben wir Kontakt, er wohnt ja gegenüber. Er zieht sich emotional zurück. Er ist freundlich zu mir, macht keine Andeutungen, oder geht mir sonst wie auf die Nerven. Es ist mir komisch, aber irgendwie finde ich es gut. Es verändert sich eben alles..Bricht am Ende die Freundschaft zwischen uns weg? Fände ich schade, aber wenn er nicht mehr ein Wegbegleiter sein wird, dann ist es eben so. Leute kommen und gehen. Einige bleiben nur kurz mit auf dem Weg, andere bleiben Jahrzehnte. Wir stehen nun alle an einer Kreuzung auf dem Weg des Lebens. Wege werden sich trennen, andere Wege fügen sich zusammen. So ist das einfach..aber dies wird für uns alle auch irgendwann „normal“ sein…spätestens dann, wenn wir uns alle in die veränderte, dann neue Normalität eingefügt haben.

Mein Gedankengang wurde unterbrochen, als mein Handy piepte. Ich schaute drauf und hatte eine WhatsApp von Avni. Er fragte mich, ob ich zu Hause wäre. Ich schrieb – ja – dann schrieb er, ob ich mal kurz kommen könnte. Ich schrieb wieder – Ja… Ich zog mir meine Schuhe an, schnappte mir meinen Mantel und ging vor. Ich nahm an, er hätte ein Problem bei dem ich behilflich sein sollte. Ich klopfte an seine Tür und er machte sie auf. Er sagte, komm in die Küche – ich habe uns etwas vorbereitet. Auf dem Esstisch standen 2 Teller mit Pasta, Gemüse und lecker Soße. Es dampfte noch. Ich war erstaunt und fragte, wie ich zu dieser Ehre komme, ob ein Weibchen kurzfristig abgesagt hätte – zwinkerte und lachte dabei. War ja auch nur als Scherz gemeint. Avni sagte – Nein, das habe ich für uns gemacht. Ich setzte mich an den Tisch und wir haben lecker gegessen. Er kann gut kochen. Nach dem Essen machte er uns einen Tee… Nachdem ich das Gläschen ausgetrunken hatte, bot er mir gleich noch einen an. Ich nahm gerne an, sagte aber – ich muss mal kurz rüber, meinen Ofen nachladen. Bis gleich.

Avni sagte, ich solle die Tür angelehnt lassen. Ich ging rüber zu mir, schob neues Holz in den Ofen, schaltete meinen Herd runter und ging wieder vor. Die Tür war angelehnt, ich klopfte aber trotzdem kurz und ging dann rein. Ich wollte wieder in die Küche. Avni rief mir zu, ich solle ins Wohnzimmer kommen. Er hat uns beiden einen Tee eingeschenkt und wir redeten über das Fernsehprogramm. Es lief ein Bericht über Gaddafi. Nach einer ganzen Weile, ich glaube ich war fast 2 Stunden bei ihm, wollte ich gehen. Ich stand auf, Avni auch. Ich reichte ihm meine Hand und bedankte mich für die Einladung. Ich sagte, wir könnten das ja mal wiederholen, hat mich sehr gefreut. Avni meinte – gerne.

Ich wollte dann den Handgriff wieder lösen, aber Avni hielt mich erst fest, dann ließ er meine Hand sanft aus seiner gleiten. Das hat er noch nie so gemacht. Ich hatte auf einmal ein seltsames Gefühl. Ich zog meinen Mantel an und wollte gehen. Avni wollte mir dann aber noch sein Schlafzimmer zeigen. Ich kenne seine Wohnung, aber wir hatten die Tage darüber gelacht, daß sein Schlafzimmer in Rosa angemalt ist. Er wollte mir dann zeigen WIE rosa es ist. Ein „echter Kerl“, Typ Türsteher, in einem rosa Schlafzimmer…ich lachte und sagte – naja, deinen Weibchen gefällt das sicherlich. Er schüttelte den Kopf und sagte, er hätte schon lange keine Weibergeschichten mehr. Ich ging aus dem Schlafzimmer raus und stand im Wohnzimmer. Avni kam nach und legte seinen Arm um mich. Nichts aufregendes, wie man es bei einem Freund macht, so seitlich über die Schultern. Er sagte, er müsse unbedingt streichen. Ich lachte nur kurz und strich ihm über seinen Rücken nach dem Motto – du machst das schon.

Dann zog er mich näher an sich ran und hielt mich fest. Er neigte seinen Kopf und küsste mich auf den Hals. Wir schaffen alles Hase, sagte er zu mir. Mir wurde in dem Moment auch wieder ganz anders. Ich habe mich nicht bedroht gefühlt, es hat mir gefallen…es hat mich verwirrt, was ich mir aber natürlich nicht anmerken ließ. Dann ging ich Richtung Tür und wollte los. Er muss mir noch was zeigen, sagte er und wir gingen ins Bad. Das ist die Scheiss Therme – sagte er – und zeigte mir, was daran so nervig war. Wir sprachen schon über dieses Kackding..das Teil ist wirklich für die Tonne, aber die Hausverwaltung kommt nicht zu Potte das zu richten. Danach standen wir noch eine Weile im Flur und ich hatte stark das Gefühl, daß er mich nicht gehen lassen wollte. Er stand mir immer sehr nah und berührte meinen Arm immer wieder…Irgendwann hatte ich es an die Tür geschafft und war draussen. Dann redeten wir noch eine Weile im Hof. Rainer kam vorbei und fragte mich, ob ich mal kurz Zeit hätte. Avni lachte und ich auch. Klar habe ich Zeit, bin gleich da. Avni und ich verabschiedeten uns endgültig und ich ging Heim zu mir.

Avni ist ein enger Freund. Er hat mich die letzten Wochen oft in den Arm genommen. Vorallem dann, wenn ich geweint hatte und er mich trösten wollte, ohne Worte. Einfach in den Arm nehmen…Er küsste mich manchmal auf den Hals, auf die Stirn, auf die Wange. Immer freundschaftlich. Gestern war das aber irgendwie anders..ich kann es nicht benennen, es war anders…Mein Engel und ich waren seine Familie..ich schrieb schon darüber. Avni sagte mir „früher“ oft, daß ich für ihn wie eine Schwester bin. Mein Engel war für ihn der „Onkel Hotte“. Es gab daran nie einen zweifel. Aber gestern, kamen ganz andere Gefühle auf… Ich dachte nur, vielleicht bilde ich es mir auch nur ein. Ich überlegte den ganzen Abend. Nein, es war anders. Da bin ich mir sicher. Es verwirrt mich, denn von Avni hätte ich das niemals erwaret. Ich muss auch eingestehen, es hat mir gefallen. Ich redete mit meinem Engel, was das soll. Warum macht er das? Fängt der jetzt auch an mir Avancen zu machen? Ich bin doch gar nicht sein Typ?!

Am späten Abend kam Avni bei mir vorbei. Rainer stand an seiner Tür. Ich machte meine Tür auf und Avni rief laut, sodaß es Rainer auf jeden Fall mit bekommt – was ist denn denn mit dir los? Du bist ja noch angezogen! Dabei zwinkerte er mich an. Ich lachte, sagte Tschüss zu Rainer und ließ Avni rein. Wir lästerten ein wenig über ihn. Es ist gemein, aber er provoziert das ja mit seinem Verhalten. Nach einer halben Stunde klopfte es an der Tür und Rainer stand davor. Kontrollbesuch wie ich jetzt immer sage. Lächerlich einfach. Nach ein paar Minuten ging er wieder. Kurze Zeit später klopfte es wieder an meine Tür und Avni meinte, warte warte – ich muss erst noch meine Hose ausziehen – nur zur reinen Provokation um Rainer auf die Palme zu bringen.

Ich lachte und sagte – ja nee lasse das lieber. Karl kam vorbei. Ich ließ ihn rein mit den Worten –  Hast du dich bei Rainer angemeldet? Wir lachten alle. Wir sprachen kurz über die Unterstellungen und Avni erzählte mir, daß er er ihm ein paar Takte die Tage gesagt hatte. Ich wäre nicht sein Eigentum, und was ich mache gehe ihn nichts an, auch wenn er ein Freund ist. Karl wollte auch noch mit Rainer reden, schließlich war er ja der Kern seines Ausrasters…aber er haut immer ab. Er meidet Karl…

Avni verhielt sich nun wieder ganz anders. So wie ich ihn kenne. Mit seinen Sprüchen, seinem Imponiergehabe und seinen Scherzen. Da war nichts von irgendwelchen Gefühlen zu spüren. Aber das ist normal…sobald jemand anderes dabei ist, verhält er sich anders mir gegenüber….aber bisher niemals so, wie gestern. Das war neu…

Bis dann

 

 

Wenn Schmetterlinge tanzen

Dieses Wochenende war eher ruhig. Am Freitag kam Geisenheimer um mich abzuholen. Es hat sich eingeschlichen, daß wir Freitags Billardspielen gehen, danach noch was trinken, oder auch nicht. Am Samstag sind wir gegen Mittag zur BF gefahren, zu ihrer Arbeit. Wir haben sie abgeholt und sind dann erst kurz zu ihr, danach zu mir gefahren. Geisenheimer ist wieder los – er wollte heute der Tochter von BF helfen einen Küchenschrank in eine andere Wohnung zu fahren. In der zwischenzeit haben BF und ich es uns bei mir gemütlich gemacht und tranken Wein. Am frühen Abend kam Geisenheimer wieder und wir saßen noch eine ganze Weile bei mir. BF musste auch am Sonntag arbeiten und uns viel nichts ein, wo wir mal hingehen könnten. Ich hatte aber auch nicht so recht Lust, hatte meine Erdbeerwoche und da ist mit mir eh nicht so viel anzufangen. Gegen 9 Uhr brachte Geisenheimer BF nach Hause und ich machte es mir auf der Couch gemütlich. Ein eher ruhiges Wochenende eben..Sonntag waren meine Sis und ich bei der Mama, danach im Krankenhaus beim Papa…es geht ihm soweit gut, zum Glück….

Am Sonntagnachmittag, als ich wieder zu Hause war, legte ich mich auf die Couch und tat nichts. Ich lag nur da und schaute aus dem Fenster. Der Himmel war blau, ein paar Wolken zogen vorbei. Meine Gedanken schwebten. Ich sah Flugzeuge vorbei fliegen, Amseln die sich jagten und Tauben in ihrem Balztanz. Im Garten geht es wieder gut ab, sagte ich laut. Dann sah ich einen Schmetterling der vor meinem Fenster flatterte. Er suchte das ganze Fenster ab um einen Weg hinein zu finden. Ich dachte mir, nö du kommst nicht rein..das wäre nicht gut für dich. Er flog wieder weg…nach einer kurzen Weile kam er wieder und war nicht alleine. Es waren 2 Schmetterlinge. Sie flogen nicht nebenher, oder wirr durcheinander. Sie tanzten. Sie drehten sich im Kreis, fliegend auf und ab. Trennten sich und kamen wieder zusammen. Alles vor meinem Fenster, als würden sie es mit Absicht machen. Ich sah ihnen zu und meine Gedanken fingen auch zu tanzen an. Die Leichtigkeit eines Schmetterlings müsste man haben. Es sind so zarte Wesen, hübsch anzusehen und sie sind wie kleine Feen. Wünsche erfüllen sie keine…aber sie zu beobachten, lässt ihre Leichtigkeit spüren.

Ich dachte an die Tage, an denen ich diese Leichtigkeit gefühlt hatte. Wie alles egal war. Das Leben war einfach nur schön. Ich strich mit der Hand über die Couch. Ich erinnerte mich daran, wie wir sie ausgesucht hatten. Wo wir überall waren um genau DIE Couch zu finden, die wir wollten. Wir haben sie uns zum 11. Hochzeitstag geschenkt….da wussten wir noch nichts…Dann schaute ich zum Fernseher. Als wir den gekauft hatten, wussten wir bereits alles…du hast den Tv ausgesucht. Du wolltest DIESEN Fernseher unbedingt haben. Du hast zu mir gesagt: So hast du ein schönes Bild…ich wollte eigentlich nicht so einen großen…aber mein Engel wollte den unbedingt…damit ich gut fernsehen kann…damit ich das Kinofeeling haben kann, weil wir ja nicht mehr ins Kino gehen können…und wir sind so gerne ins Kino gegangen…und oft.

Selbst als wir wussten, daß alle Hoffnung vergebens ist, hat mein Engel immer noch darauf geachtet und alles dafür getan, daß es mir gut geht. Und wenn es sich um so banale und unwichtige Dinge gehandelt hat. Mein Blick richtete sich auf das Bild an der Wand, an dem er viele Jahre gemalt hat. Dieses Bild hat sich ständig verändert. Es hat über die Jahre 1000 Gesichter bekommen, es war immer wieder anders. Nun steht das Bild still…es dreht sich nicht mehr…

Ich kann nicht alleine sein. Wenn jemand da ist, liegt meine ganze Aufmerksamkeit bei dem jenigen, auch wenn wir darüber sprechen wie es mir geht. Es ist aber anders dann. Wenn ich alleine bin, richtet sich meine volle Aufmerksamkeit auf mich. Dann bin ich konfrontiert mit dem was ist. Früher, oder später muss ich dann weinen. Ich will nicht alleine sein, ich will mich nicht damit auseinandersetzen müssen wie es ist. Es tut so weh…ich weiß, ich darf nicht verdrängen…aber es tut so wahnsinnig weh… Ich versuche mich abzulenken in dem ich putze..oder die Autoschlüssel suche, die ich irgendwie verlegt habe..aber das kann ich nicht den ganzen Tag machen…selbst arbeiten lenkt mich nicht genug ab, denn irgendwann habe ich mein Tagespensum ja auch erledigt…und dann?

Dann höre ich wieder diese Stimmen. Sie erzählen mir wie es einmal war. Erinnerungen. Ich lasse es zu und quäle mich damit selbst. Es liest sich vielleicht alles schlimm. Es ist auch schlimm. Aber niemand muss sich Sorgen machen – es ist ja „ganz normal“. Ich wünschte nur, ich wäre schon 5 Jahre weiter und der Schmerz hat nachgelassen..dann..hoffe ich zumindest. Es kann sich niemand vorstellen wie sehr sein Teil meiner Seele mir fehlt…auch wenn sie es sagen, daß sie es können. Jeder von uns hat irgendwann einen recht schmerzlichen Verlust zu ertragen. Aber leidet jeder auch so wahnsinnig? Bestimmt..wie gehen die aber damit um? Wie lernen sie damit umzugehen? Ich weiß nicht wie es machen soll….Baby hilf mir!

Mein offizielles Ich bekommt wieder Stärke. Ich habe Verpflichtungen, Verantwortung, Ziele und halte meinen Kopf hoch. Mein inoffizielles Ich bricht immer mehr zusammen. Die Kluft zwischen den beiden wird immer größer. Wie lange kann das gut gehen? Solange bis ich wirklich durch drehe? Bis ich einen Burn Out bekomme? Oder doch eine Depression? Ich bin nicht so ein Mensch…aber ich bin auch keine Maschine, kein Roboter…. Ich will die Verantwortung die ich mir „aufhalse“. Ich will meine Ziele erreichen und durchsetzen. Ich halte mich an das was ich versprochen habe…aber an wen kann ich mich anlehnen und mich auch mal fallen lassen? Da ist keiner mehr…ich muss an mir selbst wachsen. Es ist kein leichter Weg. Ich bin tief gefallen und meine Lieben helfen mir mit aller Macht, mich wieder aufzurichten.

Aber am Ende des Tages bin ich alleine…

Bis dann

Anstrengend aber guuut

Das Wochenende habe ich überlebt..es war noch anstrengender als das letzte Wochenende, aber auch ungleich spaßiger, lustiger, schöner..besser… Freitagnachmittag habe ich mich bereits „abgeseilt“ und war nur unterwegs. Weiß gar nicht mehr genau wo alles…war Billard spielen und auch in einem Club..glaube ich… Am Freitag mit Karl. Am Samstag habe ich erst meine „Pflichten“ erledigt, zwar auch nur im Schnelldurchlauf aber ich habe sie gemacht und war dann noch bei meiner Mam und Pa. Dann am Samstagnachmittag ging die „Party“ weiter.

Ich bin tagsüber immer erst bei meiner Mam, dann fahre ich ins Krankenhaus zu meinem Pa. Samstagnachmittag kam Karl und hat mich abgeholt. Wir sind dann zu Dagmar gefahren, saßen dort eine Weile. Sie hat Nudelsalat gemacht und Frikadellen. Zum vorglühen gab es Rotwein. Auf einmal war es schon 19 Uhr und wir mussten los. Wir wollten nach Mainz in die Eishalle und wollten eigentlich gegen 18 Uhr schon da sein..Trödler halt…

Wir sind also nach Mainz rüber und haben dort erst noch unseren Mainzer Otto abgeholt. Dann ab in die Eishalle. Es hat so Spaß gemacht, wir haben so gelacht. Jeder von uns meinte, er würde nur auf dem Hintern landen. Der einzige, der wirklich geflogen ist, war Karl. Dagmar kam recht schnell wieder rein, sie kann ja eigentlich Schlittschuhlaufen und Otto und ich haben uns nur an der Bande festgekrallt. Aber es war soo lustig, wir haben nur gegröhlt. Zwischen durch haben wir uns einen Glühwein gegönnt – ist ja immer saukalt in so einer Halle. Nach 2 Stunden etwa waren wir durchgefroren und hatten keine wirkliche Lust mehr. Es war aber noch „früh“ – gerade mal 10 Uhr, oder so… Otto hatte die Idee ins Bogarts zu fahren, ist ja auch in Mainz.

Da war ich noch nie und warum nicht. Es war toll im Bogarts..wieder haben wir nur gelacht. Dagmar und ich haben die Boys so unterhalten, daß diese kaum geredet haben. Und wenn, war das für uns wieder ein Anlass vor lachen unter dem Tische zu landen. Es war einfach nur herrlich. Wir waren dort bis um ca. 2 Uhr Nachts.

Um 2 Uhr waren wir aber müde und wollten Heim. Wir haben erst Otto wieder nach Hause gebracht, dann sind wir zu mir gefahren. Karl blieb noch eine Weile und ist dann auch los. Dagmar ist geblieben. Gegen 4/halb 5 sagte ich, ich müsste mich jetzt auch mal hinknallen. Sie war auch müde. Ich gab ihr Kissen und Bettdecke, erklärte ihr meine Fernbedienungen, sagte ihr sie könne sich auch am Kühlschrank bedienen wie sie möchte und habe mich dann ins Bett gelegt. Sie schlief auf der Couch. Meine bequeme Couch, wie sie sagt. Ich lachte und sagte – ja aber schlafe mal da mal ein halbes Jahr drauf. Sie lachte und meinte – ja verstehe. Am nächsten morgen wollte ich wieder zu meiner Mam, dann ins Krankenhaus. Karl wollte um halb 10 da sein. Gegen 10 Uhr rief er an – er hätte verschlafen, er käme aber jetzt. Kein Problem. Als er dann da war, sind wir los. Karl hat erst mich zu meiner Mam gefahren, dann Dagmar nach Hause.

Gegen 16 Uhr war ich wieder daheim und dachte mir, heute würde ich nicht alt. Meine Sis hatte mich nach Hause gefahren, waren ja noch im Krankenhaus. Sie blieb noch eine Weile und ich holte ihr was zu trinken aus der Küche. Ich schaute aus dem Fenster und sah, wie Dagmar im Hof lang gedackelt kam, hinter ihr Karl. Ups was ist denn jetzt los, dachte ich mir und öffnete die Tür. Dagmar begrüßte mich mit einem laut schallenden lachen und ich rief – was geeeeeeht! Sie kamen rein und erzählten mir – ja Karl hat sie nach Hause gebracht..dann habe er sie überredet auf den Flohmarkt zu fahren, dann war es „spät“ und sie entschieden sich nochmal bei mir reinzuschauen. Es war wieder eine lustige Runde und sie erzählten mir ihren Tag. Meine Sis musste leider dann bald los und ich verabschiedete sie. Wir tranken Wein, babbelten und hatten Spaß. Auf einmal war es 8 Uhr abends und Dagmar wollte nun endlich doch Heim. Sie muss arbeiten am Montag und muss um 2 Uhr Nachts dafür aufstehen. Ja kein Problem, dann fährt Karl sie eben wieder Heim. Sie fragten mich beide, ob ich mit käme. Klar – sagte ich – ich muss doch schauen, daß meine Süße auch wirklich zu Hause ankommt. Wir lachten wieder. Wir sind Dagmar nach Hause gefahren und haben uns dann bei ihr erstmal fest gesetzt. Wir haben nur gelacht..mir tat der Bauch weh und meine Stimme war inzwischen nur noch ein heiseres Krächzen. So viel habe ich schon ewig nicht mehr gelacht.

Mitternacht ging uns allen aber die Luft aus. Vorallem Dagmar, sie musste ja um 2 Uhr auf der Arbeit sein…Nachts wohlgemerkt Frühschicht eben, und mit schlafen war dann eh nichts mehr drin. Ich wollte dann aber auch nach Hause und wir freuten uns schon auf´s nächste Wochenende. Karl fuhr mich Heim, kam aber nicht mehr mit rein. Ich zog mich um, legte mich auf die Couch und schlief gleich ein. Mir hat der Schlaf auch gut getan, auch wenn es hier nicht so rauskommt – es war anstrengend, sau lustig wie ewig nicht mehr, es hat so einen Spaß gemacht.

Ich habe gut geschlafen, durch geschlafen. Heute morgen – Montag – ich wusste, jetzt ist der ganze Tag und auch die Nacht wieder knallharte Realität. Ich machte meine Arbeit, meine Kram im Haushalt und fing an zu weinen. Jedesmal wenn ich mit meinem Engel rede, an ihn denke, oder sein Photo anschaue, das bei mir an der Wand zwischen seinen Bildern hängt, muss ich weinen. Der Schmerz sitzt so tief…alle sagen es würde „besser“ werden..aber niemand kann mir sagen wann…. Als ich heute morgen aufgewacht bin, hatte ich ein Lied im Kopf. Ich hatte schon eine Weile nicht mehr daran gedacht, aber kaum das ich meine Augen auf gemacht hatte, schallte dieses Lied in meinem Kopf wie ein Ohrwurm. Es war – David Bowie -Space Oddity…sein Lied auf der Beisetzung…ich sang es laut vor mich hin, denn nur so bekomme ich Ohrwürmer weg…eigentlich…aber es ging nicht weg…nicht so lange, bis ich weinen musste…Ground Control to Major Tom…mein Major Tom fliegt durchs All und hört Ground Control nicht…

Ich weiß nicht… es hört sich vielleicht blöd an… oder ich bilde mir dieses Gefühl auch nur ein…aber als ich heute diesen Song im Kopf hatte, hatte ich stark das Gefühl, das mein Engel mir das in den Kopf gesetzt hat um zu zeigen, daß er da ist. Und während ich dies schreibe, laufen mir die Tränen übers Gesicht. Ich vermisse dich so unendlich mein Engel…

Ich trocknete meine Tränen, hatte das Lied aus dem Kopf und fuhr dann zu meiner Mama….

Bis dann

Die See ist wieder ruhig

Ich habe schlecht geschlafen. Mir ging – und geht – das Gespräch mit Rumpelstielzchen nicht aus dem Kopf. Paar Dinge die er gesagt hat, haben mich zum Nachdenken angeregt..kein Ding, finde ich gut..aber alle anderen Sachen die er angesprochen hat…ich weiß nicht…so ein Kinderkram… Als ich aufstand merkte ich ganz schnell, daß mein Internet nicht ging. Oh man…warum geht eben alles schief – dachte ich mir und sagte laut, Murphy – lass mich in Ruhe…ich friemelte erst bisschen rum, rief die Telekom an und nach einiger Zeit ging mein Internet wieder..phu..zum Glück, wenigstens etwas…

Am Montagmittag kam Geisenheimer vorbei…wie eigentlich jetzt fast jeden Tag. Er kam aber früher als sonst, er hatte gestern einen Tag Urlaub genommen. Ich habe mit Geisenheimer über das Gespräch geredet. Ich bin keine Tratschtante, bei mir ist jedes Gespräch sicher und da kann man sich auch auf mich verlassen. In diesem besonderen Fall  zog ich es vor mit Geisenheimer darüber zu reden…ein wesentlicher Kernpunkt war schließlich er. Wenn es etwas gibt, daß ich hasse ist – wenn ich mit jemanden ein „Problem“ habe, spreche ich diese Person an und rede nicht hinter dessen Rücken. Vorallem nicht, wenn es um so eine Thematik geht.

Ich erzählte also die Dinge die ihn auch betreffen. Geisenheimer ist fast von der Couch gefallen und hat sich aufgeregt. Er sagte das Gleiche wie ich, er sagte – warum spricht er mich nicht an? Ich dachte wir wären Kumpels.. Ich bat Geisenheimer Rumpelstielzchen nicht anzusprechen, da es eigentlich ein vertrauliches Gespräch war. Geisenheimer verstand das und stimmte zu. Ich erklärte Geisenheimer, daß ich für sowas keine Kraft habe und Rumpelstielzchen zerrt an mir so und merkt nicht was er mir damit antut. Geisenheimer und ich sind dann zum Hornbach gefahren. Als wir wieder kamen, haben wir erst das Holz weg gepackt und dann mein Autochen eingepackt. Die Plane ist zu groß und Geisenheimer hat dann mit Schnüren etwas rumgebastelt.

Ich war in der Wohnung und Rumpelstielzchen kam rüber und fing gleich wieder an – ich wäre ja nie alleine, was macht Geisenheimer schon wieder hier usw..er müsste mit mir reden und es würde halt nie gehen..ich sagte ihm, daß dies nicht so stimmt und das er an mir zerrt und mir weh tut mit seinem Verhalten, seinen Unterstellungen. Geisenheimer klopfte an der Tür und Rumpelstielzchen ist gleich ab. Ich heulte, war fix und fertig. Geisenheimer sah das und fragte was denn wieder los war. Ich erzählte es ihm und er ist wieder ausgeflippt. Ich meinte, nein nein, gehe nicht rüber…Geisenheimer sagte, ich sage nichts über das was du mir erzählt hast, aber ich habe jetzt mit bekommen was abgeht. Er kann dich nicht so behandeln! Ich sagte wieder, nein..das ist meine Sache, mein Päckchen. Ich werde mir was überlegen.

Rumpelstielzchen kam nochmal rüber und Geisenheimer sprach ihn direkt an. Was machst du mit dem Mädchen? Schau sie dir an! Rumpelstielzchen fauchte zurück und sagte: Das kläre ich nur mit der Veronika..halt dich da raus… Dann ist er wieder ab.. Geisenheimer und ich redeten noch kurz darüber und ich bekam wieder Fluchtgedanken. Ich schrieb eine WhatsApp an Freundin und dann sind wir zu ihr gefahren. Ich war die Nacht heute bei ihr und wir hatten viel Spaß.. Gegen 13 Uhr klingelte mein Handy und Rumpelstielzchen war dran. Er fragte, wo ich wäre und wann ich zu Hause sein würde..ich sagte ihm, ich bin in einer halben Stunde etwa da…

Ich wollte sowieso grade gehen, aber Freundin und ich lachten uns kaputt (was eigentlich auch gemein ist) das er mir jetzt schon hinterher telefoniert… Als ich zu Hause war, nahm er mich gleich in Empfang. Ist aber nur kurz bei mir geblieben. Ich habe mir erstmal was zu essen gemacht, war dann duschen und habe meinen Haushalt etwas in die Reihe gebracht. Irgendwann klopfte er wieder und wollte das Gespräch weiter führen. Ich sagte ihm, daß sein Verhalten mir weh tut, daß ich damit gerade nicht klar komme, weil ich 1000 andere Sachen im Kopf habe. Ich sagte ihm, ich weiß das es dir schlecht geht weil Horsti nicht mehr da ist. Aber mich hat es doch am schlimmsten getroffen, ich leide wie ein Hund, ich kann nicht mehr und drehe bald ab…vorallem wenn ich mich um so Sachen kümmern muss, was du gerade mit mir machst. Ich stehe kurz vor einem Nervenzusammenbruch..

Es klopfte an der Tür und Uli kam vorbei. Rainer ist gleich wieder abgehauen und raunte mich dabei an – siehst du, du bist nie alleine! Uli fragte mich, was ist denn hier los? Ich erklärte ihr, daß ich gerade nicht weiß wo mir der Kopf steht und er macht es mir nicht leichter..Details habe ich keine erzählt…aber das hat gereicht, daß Uli sich aufgeregt hat und mit unverstand fragte, warum er sich so verhält? Will er dich vielleicht kaputt machen? Ich weiß es nicht, sagte ich und wollte auch nicht weiter darüber sprechen. Nach einer Weile ging Künstlerin wieder und kurze Zeit später kam Rainer wieder zu mir. Weiter sprechen..

Ich ließ ihn rein und da ich weiß was er denkt und was er fühlt habe ich ihn nicht reden lassen. Ich erklärte ihm: Du brauchst keine Angst haben das du mich verlierst. Ich bin immer für dich da und werde es auch immer sein. Das Karl ständig hier ist, liegt daran das ich das so will und er, als mein Freund, mich unterstützt…aber auch nur so lange, bis das Auto von Freundin wieder da ist…dann wird sie wieder den ganzen Tag bei mir sein, oder ich werde mit ihr unterwegs sein…die haben nun mal ein Auto und ich bin auf ein Auto angewiesen..wie soll ich sonst Holz holen, oder Termine wahrnehmen, die doch etwas umständlich bzw sehr zeitaufwendig mit dem Bus zu erreichen sind? Rumpelstielzchen sagte was, ich weiß gar nicht mehr was…ich redete weiter..

Es tut mir auch leid, wie ich dich gerade behandel. Ich weiß du fühlst dich von mir zurückgesetzt und vernachlässigt. Ich mache das nicht mit Absicht! Wenn ich aber den ganzen Tag zu Hause sitze, drehe ich durch. Ich will raus gehen, unter Leute gehen, feiern, Spaß haben. Ich brauche andere Gedanken in meinem Kopf – sonst drehe ich ab! Rumpelstielzchen unterbrach mich und sagte, er wollte das nicht. Er will mir nicht weh tun..ich fragte ihn daraufhin: Was erwartest du eigentlich von mir? Was hältst du denn von mir? Denkst du das ich draussen nur am rumhuren bin? Hallo? Weißt du wer ich bin? Mein Engel ist gerade mal 7 Wochen nicht mehr bei mir und du unterstellst mir so´ne Sachen? Ich bin unterwegs mit Geisenheimer, mit Freundin, oft mit beiden. Es sind meine Freunde und wir haben einfach Spaß! Kannst du, oder willst du mich nicht verstehen..ich bin so froh das sie mich unterstützen und an meiner Seite sind..und was machst du? Du machst mir Vorwürfe, zerrst an mir, machst mir Schuldgefühle…so ist ein Freund nicht!

Rumpelstielzchen schluckte und sagte wieder, daß er das nicht wollte. Es täte ihm leid, daß er so rüberkommt und ich so empfinde…Er umarmte mich und während wir uns umarmten sagte ich ihm – lass mich doch gehen…es ist ja nicht für immer, aber lasse mich ein paar Wochen einfach ein paar andere Dinge in den Kopf bekommen. Ich bin trotzdem für dich da, du wohnst doch direkt gegenüber! Rainer schaute mich an und sagte: Passe aber auf dich auf. Ich sagte, wenn ich nicht auf mich aufpasse, macht das Freundin, oder Geisenheimer..aber ich passe schon auf..ich will einfach Spaß haben, lachen, versuchen wieder Freude in mein Leben zu bekommen…

Damit war das Gespräch beendet. Ich begleitete Rumpelstielzchen noch an meine Tür und fragte ihn, ob er noch was zu klären hat, oder noch was unklar ist. Er verneinte..ich schoss noch hinterher – er solle auch mit Karl reden..ihr seid doch Kumpels, und wenn er Thema ist in deinen Augen, dann kläre das auch mit ihm..er murmelte was unverständliches vor sich hin und ging dann.

Die Wogen sind geglättet..wieder mal…ich hoffe er hat es begriffen.

Bis dann

 

Momentchen mal!?

Was passiert hier gerade? Heute ist zwar erst Sonntag, aber ich hatte ein heftiges Wochenende…aber der Reihe nach.

Freitag ging eigentlich wie immer los..Karl kam am Nachmittag. Rainer war auch da, war aber wieder am toben..warum auch immer…er geht sich gerade mal wieder selbst auf die Nerven, ich habe da keine Lust mehr drauf. Ständig rauschte er ab, kam aber immer wieder. Auch Otto schaute mal rein und Avni..war wieder einer der lustigen und fröhlichen Abende. Am Abend war ich so genervt von ihm, daß ich spontan entschloss – ich muss hier weg! Es war 9 Uhr Abends und ich fragte die Boys, ob wir was machen wollen. Otto wollte aber nach Hause, Avni hatte auch keine Lust mehr, aber Karl..wir sind dann erst Billard spielen gegangen, danach noch in eine Kneipe.

Gegen 4 Uhr morgens sind wir wieder zu Hause gewesen. Karl blieb und wir ließen den Abend ausklingen. Wir saßen nur auf der Couch, haben uns über die lustigen Begegnungen und Situationen unterhalten. Irgendwann sind wir auch mal eingenickt und haben ein paar Stunden geschlafen. Am Vormittag klopfte Rainer und sah das Karl immer noch da war.  Plötzlich reagierte er wieder so, daß ich genervt war…was los?  dachte ich mir nur so und regte mich auf…Ich sagte zu Karl, komm wir fahren was essen.

Wir sind dann erst zu BurgerKing..dort haben wir über das Grab von Schatzi gesprochen und das wir ja nach Steinen schauen wollten. Ok cool – fahren wir zum Steinbruch. Gesagt, getan. Habe dort jedoch nicht die Steine gefunden, die ich wollte – für die Grabumrandung. Karl hatte die Idee nach Frauenstein zu fahren in den Wald, dort gäbe es eine Menge Schiefer. Das Wetter war so herrlich gestern. Wir stapften durch den Wald, haben auch dort nicht die Steine gefunden mit denen ich „einverstanden“ war. Inzwischen war es Nachmittag, 3 Uhr etwa, und wir sind wieder zu mir gefahren. Rainer bemerkte dies und klopfte. Er wollte nicht reinkommen, sondern fragte mich an der Tür, wenn ich auch mal alleine wäre, er müsste mit mir mal reden…ich meinte ja ist gut..ich melde mich bei dir, wenn ich dann alleine bin.

Karl war noch eine Weile da und ging dann. Ich sammelte mich kurz und klopfte bei Rainer. Ich sagte, ich wäre nun alleine… Rainer käme gleich rüber..gut..ich ließ meine Tür angelehnt und ein paar Minuten später kam er dann zu mir. Er setzte sich auf die Couch und war sichtlich nervös. Ich sagte: „Was ist denn los? Um was geht es denn..“ Rainer rang auf einmal nach Fassung und stammelte, er wüsste nicht wie er es sagen soll. Ich meinte, dann atme einmal tief durch. Du weiß, mit mir kannst du reden, ich höre es mir an und bleibe ruhig… Er fasste sich ein Herz und legte los…mir hat es dem Fass dann den Boden ausgeschlagen! Ich hatte mir einige Gedanken gemacht, über was er wohl reden wollte – aber was dann kam, damit habe ich SO nicht gerechnet…

Zuerst kam eine Spitze von ihm. Er sagte:“ ja jetzt bist du ja mal endlich ohne deinen Bodyguard.“  Ich schaute ihn an und sagte, ich brauche keinen Bodyguard, ich bin schon ein großes Mädchen. Er sagte, daß er das so nicht gemeint hätte..ich bin darauf nicht mehr eingegangen…Rainer erzählte: Seit dem Horsti gestorben ist, bricht alles auseinander. Ich würde ihn nur noch wie Dreck behandeln, aber wir waren doch immer seine Familie. Aber er hat das Gefühl nicht mehr, ich wäre nie alleine, oder gar nicht zu Hause – er käme gar nicht mehr an mich heran… Ich hätte mich verändert..ich wäre nicht mehr die, die ich vor 6 Wochen noch war. Das macht ihm Angst, denn er hätte ja nur noch mich und will mich nicht verlieren..er sagte dann noch, du weiß doch, ich habe dir mal erzählt, daß ich mal in dich verliebt war..das stimmt so nicht – ich bin es heute noch und ich fühle mich als Verräter dem Horsti gegenüber..

Ich unterbrach Rainer um meine Sicht der Dinge zu erläutern. Ich sagte ihm, das es mir nicht aufgefallen wäre, daß ich ihn so behandeln würde. Ich dachte, ich würde ihn wie immer behandeln..im Gegenteil sogar, ich helfe dir ständig, rette dir deinen Arsch, frage dich 5 mal am Tag ob du was brauchst..wenn ich dich zurücksetze, oder verletzt habe, war mir das so nicht bewusst. Entschuldige bitte dafür…gut das du es mir sagst! Dann sagte ich, und ja – ich habe mich verändert. Du musst mich aber auch verstehen was das angeht! Ich habe meinen Mann verloren! Ich muss aber meinen Kopf hoch halten, muss mein Geschäft am laufen halten damit ich Geld verdiene und ich muss mich ständig um dich kümmern. Ich sitze manchmal den ganzen Tag zu Hause und ich drehe durch. Ich habe nicht die Zeit um zu trauern! Nur zu Hause zu sitzen und zu saufen, dabei zu heulen wie ein Schlosshund ist keine Trauerverarbeitung..es ist keine Heilung möglich so! Ich sagte ihm, daß sein Verhalten mich auslaugt. Ich habe keine Kraft und muss meinen Kopf aber hoch halten und du verhältst dich mir gegenüber, wie du dich verhältst. Ich habe meinen Mann verloren, meine Seele, mein Leben und ich habe keine Zeit um richtig zu trauern! Das ich da nach Ablenkung suche… das musst du doch auch verstehen!

Rainer hielt kurz inne und sagte mir, daß er Angst habe Karl würde mich ihm weg nehmen. Wie kommst du auf sowas? fragte ich ihn..er sagte, Karl manipuliere mich und ich würde es nicht mal merken. Ich schaute ihn an und versuchte zu verstehen, was er da gerade gesagt hatte..er manipuliert mich nicht, und selbst wenn – ich würde es merken…das eben nicht! sagte Rainer und ich antwortete – Unterschätze mich nicht! Rainer sagte weiter, Karl würde sich bei mir unentbehrlich machen wegen dem Auto. Ausserdem ist er frisch von seiner Freundin getrennt, würde sich bei mir ausheulen und nach Trost suchen. Er würde nur auf Mitleid machen, damit ich weich werden würde und er mich ihm dann weg nimmt. Das siehst du alles falsch! Das Karl hier gerade jeden Tag hier ist, hat einen ganz einfachen und völlig anderen Grund, als du denkst. Ich brauche ein Auto JA, wie soll ich sonst zB Holz hier her bekommen…normalerweise würde Dagmar den ganzen Tag bei mir hocken – aber ihr Auto ist gerade in der Werkstatt…verstehst du das? Die beiden sind nun mal die, die gerade ein Auto haben und auf die ich mich verlassen kann!

Rainer raunzte mich an: Ja aber du schießt ja nur noch mit Karl rum obwohl du weißt, daß er mehr als Freundschaft für dich empfindet. Ich bin da ausgeflippt und sagte – ja klar und deswegen mache ich auch gleich dafür die Beine breit, oder was? Was willst du mir unterstellen? Ausserdem, wenn Dagmar ihr Auto hätte, wäre ich mit ihr ständig unterwegs…so wie es eben noch letzte Woche war… Rainer sagte wieder, er hätte Angst mich zu verlieren..ich sagte – nein, du verlierst mich nicht. Ich bin immer für dich da, das waren wir vorher auch und nun bin ich es eben alleine…aber du verlierst mich nicht…kann sein, daß ich eben etwas abdrehe – aber mir fehlt mein Mann, das weißt du und ich drehe langsam durch deswegen! Du bist nicht der einzige der mir inzwischen gesagt hat, daß da mir gegenüber mehr als Freundschaft ist. Aber deswegen brauchst du doch keine Angst haben! Er unterbrach mich und wollte wissen, wer alles..ich lachte und sagte – es spielt keine Rolle..es schmeichelt mir, ganz klar, aber jeder von unseren Boys weiß, daß es es von meiner Seite aus niemals zu etwas „mehr“ kommen wird. Ich betone das immer wieder. Ich sagte, daß ich meine Leute sehr schätze, ihre Freundschaft nicht verlieren möchte und sie mir wichtig sind..aber es wird nicht mehr geben!

Rainer schaute mich an…sagte nichts…dann schluckte er und meinte, ich habe dich bereits verloren…Ich bin wieder etwas ausgeflippt und sagte, nein das hast du nicht! Aber wenn wir hier schon so offen reden, dann horch mir mal zu…dein Verhalten geht mir auf die Nerven..wir kennen uns so lange schon, aber du machst deinen Mund nie auf, wenn du was brauchst. Das hast du beim Horsti auch schon gemacht und er war genervt davon..das weiß du selbst. Ich habe es satt dir ständig hinter her zu rennen und um dich förmlich anzubetteln, daß du meine Hilfe annimmst…ich kann das nicht mehr, ich habe das satt!  Er antwortete mir, daß es für ihn aber nicht leicht sei..ich sagte wieder, daß wir uns schon so lange kennen und er wüsste, daß er doch immer…IMMER…Hilfe bekommt..aber du musst deinen Mund selbst aufmachen! Es ist doch nicht erst seit neuestem so, wir haben dich immer mit durch gezogen.. Rainer sagte kleinlaut, er würde es in Zukunft versuchen…

Ich sagte ihm dann noch, er braucht keine Angst zu haben, daß mich jemand weg nimmt. Was das angeht – ich lasse mich dahingehend nicht manipulieren..mich nimmt niemand weg! Es gehören da immer 2 dazu! Er solle mal überlegen, wer ich bin…und was er da sagt…ich bin doch nicht blöd! Abgesehen davon, manipulierst du mich jetzt grade…

Es klopfte an der Tür und Avni kam kurz vorbei. Rainer ist in seine Wohnung gegangen. Als er hörte, das Avni wieder ging, kam er nochmal rüber. Er gab mir ein DIN4 Blatt und wollte das ich es lese. Es war ein Songtext, den er geschrieben hatte..er war mal Musiker und kann das..ich las den Text und es war eine Art Liebeserklärung. Ich sagte nochmal, daß mich niemand weg nehmen würde. Ich weiß, ich bin wie eine Schwester für dich Rainer und das wird sich nicht ändern..ausser ich schlage dich irgendwann tot, weil du mir wieder auf die Nerven gehst…

Ich erzählte ihm noch eine Geschichte, die sich am Freitagabend zugetragen hatte. Er war ja nicht dabei – wollte lieber die beleidigte Leberwurst spielen. Ich sagte ihm zunächst, daß ich das alles schon abschätzen könnte…ich habe zwar fast nur mit Buben zu tun, dachte ich kenne meine Leute, aber bin selbst überrascht über die Flut an Liebesbekundungen, aber ich mache mir da keine Sorgen…

Am Freitagabend saß unser enger Kern beisammen, bei mir. Karl, Otto, Avni..du bist wieder mal ausgeflippt und wir machten Scherze darüber. Das du eifersüchtig wärst usw, Kinderkram eigentlich.  Otto schüttelte den Kopf und meinte – er versteht ihn nicht. Otto sagte zu mir:“ Ja du bist eine tolle Frau und ja du bist auch sehr attraktiv, aber wir alle wissen wessen Frau du warst und bist! Deswegen würde ich niemals auf die Idee kommen, das da was laufen würde zwischen uns. Bei jedem anderen wäre es mir egal…aber nicht bei der Frau von Horst. Ich habe zu großen Respekt! Er nahm sein Bier in die Hand und hielt es hoch. Otto sagte laut – auf unseren Horst und reichte die Flasche in meine Richtung und ich nahm auch mein Bier und stießen an.

Otto sagte zu mir: Wir kennen uns jetzt auch schon über 20 Jahre. Ich habe dich auch mehr gerne, als es gesund für mich ist..aber du bist eine tolle Freundin von mir und ich will das nicht missen. Wir stießen wieder an und tranken. Ich bedankte mich und sagte Otto auch, daß ich ihn als Freund nicht missen wollte..dafür haben wir zuviel erlebt..

Rainer verstand was ich damit sagen wollte..ich sagte ihm, ich sei kein Freiwild nur weil mein Engel nicht mehr hier ist…ich kann auf mich aufpassen und ich kann mich auf unsere Leute verlassen..du brauchst keine Angst haben! Das Beste ist aber, alle unsere Leute passen auf mich auf und passen auch untereinander auf…wir sind alles nur Menschen…und selbst wenn…es wäre meine Entscheidung! Nicht deine!

Ich überlegte mir gestern Abend…was passiert hier gerade? Es läuft alles ohne Komplikationen, ich bekomme alles geregelt…und doch fühle ich mich so, als würde mein Leben nicht mehr funktionieren… Mein Kopf ist voll mit 1000 Sachen..und ich muss mich um so einen Kinderkram kümmern…ich dachte, wir wären alles erwachsene Leute…aber Rainer?…was ist bei ihm nur falsch gelaufen…

Bis dann

 

Extreme

Freitag. Gegen halb 2 Uhr mittags kam Geisenheimer und wir sind direkt los zu meiner Freundin. Ihre erwachsenen Kinder waren auch noch nicht da. Es dauerte aber nicht lange, da kam die Jüngste. Sie ist 25 und ich verstehe mich mit ihr total gut. Eine halbe Stunde später kamen die anderen beiden. Der Schweinebraten war richtig lecker und zum Essen gab es einen Wein.

Ich wollte erst keinen, will ich doch mit dem Alk aufhören. Aber wie es eben so ist – ok dann doch. Nach dem Essen saßen wir in gemütlicher Runde und hatten Spaß. Jüngste erzählte mir 1000 Sachen und ich war nur am lachen. Es wurde Abend und ich wollte nach Hause. Hätte auch da bleiben können, aber es hatten sich Leute bei mir angemeldet..war dann auf einmal sogar spät dran. Wollte um 5 zu Hause sein, um 7 Uhr war ich es dann. Wir hatten eine so tolle Stimmung und kurzerhand entschlossen wir uns, alle zu mir zu fahren.

Die Jüngste musste arbeiten gehen und die andere konnte auch nicht. Nur die älteste Tochter (32) kam noch mit. Sie blieb aber nicht lange..sie musste auch um 10 Uhr anfangen zu arbeiten – war eben ihre Schicht im Hotel. Bis dahin hatten wir einen super Abend. Der Wein floss wieder in Strömen und wir haben so gelacht, daß uns der Bauch weh getan hatte.

Auch als die älteste Tochter gegangen war, haben wir nur gegröhlt, kamen zwischendurh auch die Leute, die vorbeikommen wollten. Gott haben wir gelacht. Natürlich gab es auch Gespräche die eher ruhig und ernst waren. Die meiste Zeit haben wir aber vor lachen unter dem Tisch gelegen. Es war irgendwann nachts 2 Uhr und alle sind gegangen. Nur Freundin blieb, sie war die Nacht wieder bei mir. Wir tranken noch die Flasche Wein leer und redeten über alles mögliche. Gegen 4 Uhr waren wir dann auch so müde, daß wir uns hin gelegt hatten.

Samstag. Gegen 9 Uhr sind wir aufgestanden. Ich war zwar schon um halb 8 wach, war müde und kaputt, hatte aber keinen Kater. Mir ging es gut. Ich wollte so früh Freundin nicht wecken und legte mich wieder ins Bett. Gegen 9 Uhr aber dann, dachte ich mir, ich will jetzt einen Tee und Freundin wachte auch auf. Sie räumte die Bettdecke weg, sie schlief auf der Couch, und im Handumdrehen war alles wieder aufgeräumt. Gegen 10 Uhr drehten wir unsere Runde. Ich musste ja Lotto spielen und etwas einkaufen. Wir wollten chillen und ich habe dann 2 Flaschen Wein gekauft.

Geisenheimer wollte kommen, da wir zum Steinbruch fahren wollten. Es hat aber nur geregnet, und als er dann gegen 2 Uhr kam sagte ich, daß wir das verschieben. Keine Lust im Regen im Steinbruch rumzulaufen um Steine zu suchen. Die brauche ich, für die Grabumrandung…läuft ja nicht weg. Wir hatten einen super gechillten Tag. Freundin und ich tranken unseren Wein, Geisenheimer seine Cola und wir unterhielten uns. Vorderhauszote kam auch mal vorbei. Es wurde immer später und später und Geisenheimer wollte nach Hause. Ich sagte, nee nee – du musst bitte Freundin nach Hause bringen. Ok kein Ding, macht er gerne. Gegen 8 Uhr Abends sind die beiden dann los.

Rumpelstielzchen kam nochmal kurz rüber, blieb aber nicht lange. Ich war müde und fertig. Nicht hackedicht, aber eben fertig und platt. Ich saß auf der Couch und blätterte in der Fernsehzeitung. Programm gefunden, bequem gemacht. Dann bekam ich einen Weinkrampf. Von jetzt auf gleich. Ich heulte so eine Stunde vor mich hin und dann fing ich mich wieder. Ich dachte darüber nach, wie ich immer von einem Extrem ins andere Falle. Letztes Wochenende noch war ich total am Ende. Ich habe nur geheult. Alles war trostlos, grausam und einfach nur beschissen. Jetzt am Wochenende habe ich so gelacht, ich hatte Muskelkater im Bauch vor lachen. Was für Stimmungsschwankungen, dachte ich mir, und ich weiß ja – alles ganz normal..

Sonntag. Ich war gestern früh im Bett bzw habe auf der Couch geschlafen. Ich wollte noch einen Film schauen, heulte, bin dann eingeschlafen..war zu faul ins Bett zu gehen. Macht ja nichts. War heute morgen aber richtig fit, nur faul. Bei meinen Eltern war es wieder cool. Das Essen war super lecker, Gulasch, und verloren habe ich auch wie immer. Aber es hat Spaß gemacht. Meine Sis hat mich nach Hause gefahren. Bisher bin ich entspannt. Ich bin müde. Heute werde ich auch nicht sehr alt…

Gedanken:

Jeder Mensch hat in seinem Leben eine „Aufgabe“ zu erfüllen. War ich ein Teil deiner Aufgabe? Was hast du mir gezeigt, gelehrt? Habe ich es schon längst verinnerlicht, oder begreife ich es nicht? Du hast mich verändert! Das stimmt. Oder war ich nur „Beiwerk“, weil wir uns, wie wir wissen, in jedem Leben treffen? Wir sind Jahrhunderte alt. Wir kommen nur hier her zum spielen. Aber du, mein Engel, hast so vielen Menschen ihren Weg geebnet. Du hast deine Aufgabe in jedem Fall erfüllt. Ich meine nicht…deswegen bin ich noch hier…

Warum haben wir uns das ausgesucht? Das ich nun so leide? Es nutzt nichts, daß ich hier sitze und so leide und so weine. Du siehst nicht wie ich leide…es bringt dich mir nicht  zurück. Vielleicht siehst du es doch, oder kannst mich hören..aber ich kann nicht mit dir reden.

Ich fühle nichts..gar nichts…der Schmerz überstrahlt einfach alles. Jede Zelle meines Körpers und jede Faser meiner Seele schreien nach dir. Ich weiß ja „von der anderen Seite“, wie es da ist, wie der Weg nach dem Übergang ist…wir hatten so viele Gespräche…dabei sind wir immer geflogen.

Trauer ist nichts fremdes für mich. Ich kenne einige der Gefühle nur allzu gut . Aber so heftig und vernichtend habe ich sie noch nicht erlebt…ich dachte, ich hätte alles im Griff. Habe ich auch. Es läuft alles ohne Komplikationen. Mit jedem Tag aber, werde ich unsicherer..was soll ich nur machen? Mit jedem Tag brauche ich dich mehr…

Unsere Freunde sind ständig um mich herum…aber sie können nicht ersetzen, wonach ich mich so sehne..

Bis dann

Geburtstag

Am Rosenmontag Geburtstag zu haben ist eigentlich ganz cool, aber nun mit diesen meinen Umständen fast schon eine Strafe…

In der Nacht auf Montag hatte ich mir ja vorgenommen, unsere Tradition fortzuführen. Ich öffnete den Krim rechtzeitig, damit ich nicht Mitternacht verpasse und wie blöde an der Flasche hänge. Im Krim ist noch ein „echter“ Korken drauf und den bekommt man….ich….nicht so leicht raus. Ging diesmal aber recht gut, komischerweise….

Gegen halb 12 klopfte Rumpelstielzchen an der Tür und fragte, ob er reinkommen dürfe, ob er mich störe. Eigentlich wollte ich alleine sein…mit meinem Engel..ich ließ ihn aber rein und um Punkt Mitternacht gratulierte er mir. Er drückte mich und wünschte mir alles Gute und ich soll so bleiben wie ich bin, so stark. Ich bedankte mich. Paar Minuten später sagte ich ihm, ich wollte mich jetzt hinlegen. Sehen uns später…Rumpelstielzchen ging rüber in seine Wohnung und ich holte mir „unsere“ Gläser aus der Küche. Ich füllte beide Gläser mit Krim. Ich redete mit Schatz, wie sehr ich ihn vermisse und trank aus seinem Glas zuerst einen Schluck, dann aus meinem. Ein paar Tränen liefen mir über die Wangen. Ich bin aber nicht zusammengebrochen…

Als beide Gläser leer waren, räumte ich sie in die Küche. Mein Glas füllte ich mir nochmal auf und trank es auf EX leer….ich wünsche mir so sehr, daß du bei mir bist, redete ich mit mir selbst. Ich machte das Licht aus, legte mich auf die Couch und schlief ein.

Am Morgen bin ich sofort hoch und in Action. Die Küche nochmal aufgeräumt, das Wohnzimmer geputzt…Staub gewischt, Boden gewischt, was halt so anliegt. Die Zeit ging schnell rum und es wurde Zeit sich fertig zu machen um zu meinen Eltern zu fahren. Dort angekommen gratulierten sie und meine Sis mir zum Geburtstag und drückten mich feste. Geschenke auspacken…

Meine Sis schenkt mir ihr Bett und sie hat mir eine voll tolle Karte gebastelt, geschmückt mit lauter 20 Euroscheinen. Mein Papa hat mir ein Tablet geschenkt. Ich hatte mir ja eines geholt, aber das ist natürlich um längen viel viel besser als mein „Billigteil“. Fand ich total cool und hat mich sehr gefreut. Meine Mam hat mir ein Kissen geschenkt. Ein großes Kissen. Es ist weiß und ist mit einem Photo bedruckt. Auf diesen Photo halten Schatz und ich uns innig und lachen beide in die Kamera. Umrandet ist das Bild mit einem Rosenmuster. Es sieht so schön aus und hat mir die Tränen in die Augen getrieben. Vielen Dank für die tollen Sachen. Freut mich richtig richtig.

Dann gab es Essen. Mein Wunschessen war Spaghetti Bolognese und es hat wie immer soo lecker geschmeckt, daß ich mich am liebsten daran überfressen möchte. In unseren üblichen Spielen habe ich natürlich wieder verloren…kenne ich ja nicht anders…Leider gab es keine WalnusCremeTorte. Es war überhaupt keine Nusstorte aufzufinden. Stattdessen gab es eine BananasplitTorte und die war auch super lecker. Zur gewohnten Zeit hat mich meine Sis nach Hause gefahren. Es war sehr windig und es hat ständig geregnet. Erst am Abend kam die Sonne etwas raus.

Kaum das ich zu Hause war klopfte schon der erste Gast. Eine Freundin kam vorbei, Künsterlin. Sie gratulierte mir und setzte sich auf die Couch. Während ich ein paar Chips auf den Tisch stellte, fragte sie nach einem Bier. Ich sagte ihr, daß ich keins da hätte..bin erst vor 10 Minuten nach Hause gekommen, aber sie könnte welche holen gehen. Ja kein Thema – sagte sie und ich gab ihr Geld.Als sie wieder kam, hatte sie den Mainzer dabei. Auch ein guter Kumpel von uns. Ich öffnete mir auch ein Bier und stießen an. Wir unterhielten uns auch über Schatz, wie sehr er mir fehlt und wie sehr er überhaupt fehlt. Wieder bekam ich Tränen in die Augen und auch Mainzer hatte feuchte Augen. Aber es war nicht schlimm, es tat halt nur weh über ihn zu sprechen. Nach eine stillen Pause wurden wir aber wieder lustig. Gegen halb 6 Uhr kamen dann beste Freundin, DD, und Geisenheimer. Künstlerin ist gegangen.

Geisenheimer hat sich wieder was lustiges einfallen lassen. Er schenkte mir einen RUcksack voll Wein und Sekt, einen lustigen Flaschenöffner, einen Schokopudding, eine Tüte Haribo und eine 5 Minuten Terrine. Er sagte, wenn du nichts isst, bringe ich dir eben was mit..war halt ein Scherz..ich esse ja mittlerweile wieder…auch einen großen Beutel mit Puffreis hatte er dabei. Er wollte dann das ich mit ihm in den Hof gehe. Im Hof machte er ein Feuerwerk für mich..keine Raketen wie an Silvester. Er hatte 2 Bodenglitzerfeuerdinger und paar Stangen, die man in der Hand hält und das Ding schießt dann bunte Lichter in die Luft. Mein eigenes Feuerwerk…fand ich so lieb…so schön….

Meine Freundin wollte dann das ich ihr Geschenk nun auspacke. Es war eine kleine schwarze Schatulle und ich hatte keine Ahnung was mich erwartet. Ich öffnete die Schatulle und es war ein 3D Kristall mit einem Bild von Schatzi drin. Als er gestorben war, wollten alle Freunde ein „schönes“ Photo von ihm. Und genau das Bild, sein Portrait, war in dem Kristall. Ich hielt es gegen das Licht und sah meinen Engel in 3D. Ohne das ich etwas machen, sagen, oder reagieren konnte platze es aus mir heraus und ich fing bitterlich an zu weinen…Freundin sprang auf und sagte: Ja das dachte ich mir, ohhh das dachte ich mir. Sie nahm mich in den Arm und ich sagte ihr, es ist alles gut..es ist so schön…Danke meine Maus, es ist so schön….es ist alles gut…

Sie drückte mich fester und erklärte mir, daß sie sich erst unsicher war mir das zu schenken. Ich meinte dann – nein nein, alles gut. Ich danke dir dafür. Schnell beruhigte ich mich und wischte mir meine Tränen weg. Ich holte Schnapsgläser aus der Küche und schenkte jedem einen von Geisenheimer selbstgrannten Kartoffelschnaps ein. Ich wollte mich erst nicht setzen und stand. Ich nahm mein Gläschen in die Hand und auch alle anderen. Mainzer stand auf. Dann Geisenheimer, dann Freundin. Wir standen alle in einem Kreis um den Tisch herum und sie sangen mir ein Ständchen. Wir prosteten und tranken. Es war schön. Der Abend war sehr lustig, manchmal leise und still. Insgesamt aber ein sehr sehr schöner Abend. Ich wollte ja nicht feiern, aber es hat Spaß gemacht. Auch wenn immer mal wieder Erinnerungen und Geschichten von Schatz alles etwas ruhiger und leiser machten. Am späten Abend kam noch ein anderer Bekannter vorbei. Gegen halb 3 Uhr morgens habe ich dann um Feierabend gebeten und unsere..meine Freunde sind gegangen.

Als ich alleine war, hatte ich mir noch ein Bier aufgemacht. Ich habe nicht viel getrunken den Abend über. Ich nuckelte eigentlich nur am Bier rum und die „kurzen“ flossen auch nicht ständig. Zum runterkommen, wollte ich aber eben noch ein Bier trinken. Zuerst räumte ich das Wohnzimmer auf. Das Tische immer so schlimm aussehen, wenn man eine Party hat…den Boden wischte ich auch kurz nochmal durch. Ich setzte mich auf die Couch und trank mein Bier. Ich nahm den 3D Kristall wieder in die Hand und betrachtete das Gesicht meines Engels. Man sieht jede kleine Lachfalte, seine Augen sehen so lebendig aus…es ist in 3D..es ist anders als auf einem Photo. Vielleicht war es das, was mich so zusammenbrechen lassen hat. Das es so plastisch ist…so greifbar…

Ich trank das Bier nicht ganz aus, legte mich hin und machte den Fernseher aus. Ich schlief sofort ein. Heute morgen realtiv früh aufgewacht und aufgestanden. Die Küche aufgeräumt. Gegen 11 Uhr klopfte Freundin und wir sind zum Hornbach gefahren, Holz holen. Es regnet und regnet und regnet…super Wetter zum gammeln, zum zocken, zum saubermachen….und in ein Loch zu fallen….ich gebe mir Mühe da nicht rein zufallen.

Heute mache ich nichts mehr. Müsste zwar hier und da was machen, vorallem in meinem Büro, aber ich habe heute absolut keine Lust. Zumindest im Moment…

Bis dann