Vorläufiger Lebensplan

Wie es mit Lebensplänen so ist – man kann planen, keine Frage. Meistens passiert das Leben aber dann so, das der Plan mehr oder weniger hinfällig wird. Ich habe nun für mich einen gewissen „Fahrplan“ erstellt, der vernünftig klingt und ich denke auch gut umsetzbar ist.

Vorab möchte ich aber noch folgendes erzählen. Ich hatte ja das Jobangebot in Idstein. Private Sterbebegleitung. Bei dem kennen lernen stellte sich aber schnell raus, das die Frau B. eine Krankenpflegerin sucht, die auch über Nacht da bleibt. Habe ich, glaube ich schon erzählt, egal 😉

Eine Woche später klingelt mein Handy und das Hospiz Idstein war dran. Sie hätte meine Nummer von der Frau B. und sie suchen eine Mitarbeiterin. Es wäre eine 60% Stelle und ob ich interesse hätte. Auch bei diesem Gespräch kam schnell heraus, das sie eine ausgebildete Krankenschwester suchten, mit der Zusatzqualifikation „palliativ“. Ich habe halt nur dieses Zusatzqualifikation. Fänden sie sehr schade, ich wäre ja so symphatisch, auch durchs Telefon bla bla. War ein sehr nettes Gespräch, muss ich schon sagen 😉 Auf jeden Fall war das Ende von den Telefonat doch ein kleines bisschen erfolgreich. Sie hat mich gefragt ob sie meine Nummer behalten darf und in die Kartei mit einfügen. Es gäbe vielleicht mal jemand, der jemanden braucht für z.B. eine Sitzwache. Klar mache ich gerne bzw gerne kann sie die Nummer im System speichern.

Schade eigentlich, aber auch irgendwie witzig wie schnell man an einen Job kommen könnte. Auch irgendwie gruselig. Naja, aber das Ding ist halt – ich bin eine reine Sterbebegleiterin/Trauerbegleiterin und bin keine ausgebildete Kranken -oder Altenpflegerin. Ich habe zwar mit dem Gedanken gespielt eine Krankenschwesterausbildung dran zuhängen. Aber wieder 3 Jahre lernen, kaum Geld? Ich muss ein Haus unterhalten. Mit einem Ausbildungsgehalt nicht so leicht und nebenbei noch arbeiten? Öh nö..mein Leben besteht nicht nur aus arbeit. Ich bin nicht faul oder so, aber ich lebe nicht nur um zu arbeiten! Auch habe ich in Erwägung gezogen eine KrankenHELFERausbildung zu machen, aber da habe ich bedenken, das dies nicht ausreicht. Wäre ja nur eine Helferin einer Schwester… mh … vielleicht besser als jetzt, aber trotzdem bestimmt nicht ausreichend…

Gut. Nach diesen lustigen Fehlstarts, die mir aber eine Menge neuer Gedanken und Menschen nahgebracht hat, bin ich zu folgendem Entschluss gekommen:

Im Februar bin ich auf dem Seminar in Hamburg um mein Zertifikat zu bekommen. Bis dahin lebe ich noch von dem Geld das ich habe. Bis Februar komme ich damit auch gut rum, große Sprünge kann ich nicht machen, aber das ist ok. Wichtig ist einfach das ich meinen Lebensunterhalt gut bestreiten kann und mir nichts fehlt. Der Kühlschrank ist auch am Ende des Monats noch voll 😉 aber ich kaufe mir halt keinen Dekoschnickschnak, oder Kram den man eigentlich gar nicht braucht lol so sollte es eigentlich immer sein, aber ich kann schwer an glitzernden Dingen vorbei haha Mir geht es nicht schlecht, will ich damit sagen. Trotzdem ist es ein echt blödes Gefühl zu wissen, das ja kein Geld reinkommt im Moment, nur Ausgaben….

Also…bis zu meinem Zertifikat bin ich zu Hause. Ab Februar kann ich mich dann offiziell bei Krankenhäusern, Hospizen usw bewerben. Das geht hier in Wiesbaden nur mit Nachweis einer Ausbildung bzw Schulung. Ich weiß es gibt Stellen, die Zeitungen sind voll. Ich mache mir da keine großen Sorgen. Sollte es echt schief gehen, kann ich immer noch einen Bürojob suchen, habe ich ja gelernt, und dann mal weiter sehen. Vielleicht mache ich das auch sowieso, und erstmal Sterbebegleitung als Ehrenamt. Eine Webseite von mir ist in Bearbeitung, das ich auch private Menschen erreiche bzw sie mich. Das aber jetzt erstmal so mein grober Fahrplan. Wenn sich vorher etwas ergibt, für Geld verdienen zwischendurch sage ich klar nicht Nein.  Bin in Allem recht entspannt. Mein Weg wird schon werden, da bin ich mir sicher.

In meinem Privatleben gibt es nicht viel zu berichten. Die Mama ist jetzt etwas für 2 Monate tot und langsam komme ich wieder klar. Ich weine nicht mehr so viel und rufe auch nicht mehr dauernd nach ihr. Nicht das ich nicht mehr trauere, es ist halt das umgehen damit. Ich bin seit 4 Jahren in konstanter Trauer und ich weiß sehr genau wie ich mit dem Schmerz umgehen kann und muss.

War seit ca. 1 1/2 Jahren total abstinent was Bekanntschaften angeht. Hat mir auch nichts ausgemacht. Zu Avni war der Kontakt da noch nicht vorbei und auch der Mainzer und die Ulli haben sich regelmäßig gemeldet. Aber alles halt nur immer übers Handy. War ok, mir hat auch nichts gefehlt.

Vor ca 3 Wochen war es dann wieder mal soweit. Am Tag war meine Sis da und wir hatten eine Menge Spaß in unserem Game „Ark:Survival Evolved“. Sie ist gegen Abend nach Hause gefahren und mir war dann langweilig. Ist mir eigentlich öfter abends, aber da schaue ich halt fern, spiele nebenbei auf meinem Tablett oder schaue mir TikTok Videos an. An diesem Abend war es aber anders.

Ich wollte nicht alleine sein, wollte auch was trinken und mal wieder so etwas wie ein „gemütliches zusammensitzen“ haben. Ich schrieb eine WhatsApp an Mainzer, Otto, fragte wie es ihm geht und was er macht. Er fragte ob er vorbei kommen soll und ich dachte mir nur: yeah zum Glück hat er gefragt 😉 meistens frage ich ja lol

Fand ich super und freute mich schon. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich keine Hintergedanken, gar nichts in dieser Richting. Ich freute mich einfach das Otto Zeit für mich hat. Im Nachhinein eigentlich ein überflüssiger Gedanke. Otto ist der letzte Mann in meinem verstorbenen Freundeskreis und er war immer für mich da, und hat bisher immer alles stehen und liegen gelassen wenn ich ihn angerufen habe. Und es ging nicht immer um Sex 😉 Ich sehe das aber nicht als selbstverständlich an, deswegen freute ich mich das es klappt.

15 Minuten später war er dann da und wir saßen zu zweit gemütlich zusammen und tranken etwas. Wir aktualisierten uns was so passiert ist. Ich hatte ja nu nicht so die Neuigkeiten, aber er schon. Man war das ein Spaß mal wieder alte / neue Geschichten zu hören, wie es anderen ergangen ist (die man kennt, aber keinen Kontakt pflegt) und wie schön es war zu lästern. Das übliche halt, wenn man zusammen sitzt und es einfach nur lustig ist. Irgendwann war es auch klar, das er die Nacht bleibt. Ich hätte ihn nicht mehr fahren lassen, ist doch klar. Wie es bei Alkohol so ist, es gibt nicht nur „Lacher“ Gespräche, irgendwann fangen auch mal die „Tiefen“ Gespräche an. Wir waren jetzt nicht soooo betrunken, aber es war sehr spät. Vielleicht schon 2 Uhr oder so, weiß nicht mehr.

Er fragte mich wie es mir wirklich geht und ich fing an zu weinen. Wegen Mama, wegen dem alleine sein, wegen allem einfach. Er ist mein Freund und er hört sich auch alles an und geht auch darauf ein. Bis dahin immer noch kein Gedanken an Sex. Von ihm auch nicht, ich weiß wenn er es will 😉 Wir unterhielten uns lange und ich lag die ganze Zeit in seinem Armen. Er roch gut und es hat einfach so wahnsinnig gut getan, in seinen Armen zu liegen und wie er mich festhielt und wiegte.

Dann rappelte ich mich auf, hatte keine Lust auf weinen und wir streiften wieder ins Lustige ab. Irgendwann war es 4 Uhr oder so und ich war echt müde inzwischen. Ich sagte ihm, das ich jetzt das Bett mache und wir dann etwas pennen können. Er half mir dabei und wir setzten uns noch mal hin um den letzten Schluck Bier auszutrinken. Ich dreht mich zu ihm herum und bedankte mich das er spontan zu mir gekommen ist. Er meinte nur so: “ Du weißt, wenn du mich brauchst bin ich für dich da. Ich versuche alles um bei dir zu sein.“ und bedankte sich seinerseits das er da sein dürfe.

Dann – klassischer geht es kaum – küsste ich ihn. Er erwiderte zunächst, zog dann aber zurück und fragte mich ob ich mir da sicher sei. Er wäre ohne Hintergedanken zu mir gekommen und nun käme es „dazu“. Ich fragte ihn ob er denn nicht wolle, wäre aber auch ok für mich wenn nicht…. gut…. ich entschuldigte mich für den Kuss und trank ein Schluck Bier.

Am nächsten morgen, ist zuviel gesagt, ein paar Stunden später sind wir aufgewacht und Otto hat sich angezogen. Ich machte uns einen Tee und saßen noch kurz zusammen. Dann wollte er los. Ich brachte ihn an die Tür und er ging aus dem Haus. Er drehte sich nochmal um und sagte:“Melde dich wieder wenn du mich brauchst.“

Ich habe dann den ganzen Tag darüber nachgedacht was passiert ist. Ich bin zu folgendem Ergebnis gekommen. Er ist mir wichtig und ich stehe auch an seiner Seite wenn er mich braucht, aber es ist keine Liebe. Eine sehr tiefe Freundschaft mit dem Plus, aber keine Liebe….

Norman Keller

Norman alias Rocky hatte am 24. September seinen 41. Geburtstag.

Drei Tage nach seinem Geburtstag rief er mich an, er wäre im Krankenhaus gewesen. Ich dachte mir – schon wieder? und dachte es ging wieder um seine Diabetes oder seine Bauchspeicheldrüse. Nein. Er erzählte mir, er sei in der Bäckerei an der Ecke umgefallen und es wurde ein Rettungswagen gerufen. Ab ins Krankenhaus. Die Ärzte stellten ein Gerinnsel in seinem Herzen fest. Er bekam Infusionen und eine Menge Untersuchungen.

Sie hätten ihn aber dann am nächsten Tag wieder entlassen mit einen Haufen Tabletten. Blutverdünner, Betablocker, Magenschutzmittel. Er solle in 4 Wochen wieder vorstellig werden um zu sehen um sich seine Gesundheit gebessert habe. Ob das Gerinnsel noch besteht, oder sich aufgelöst hat.

Am 29. September traf ich mich in der Stadt mit ihm. War nicht geplant. Wollte mich mit einer Freundin treffen. Er hatte ein Handyproblem und als meine Freundin nicht auftauchte, rief ich ihn an, ob er Zeit und Lust habe, ich wäre in der Stadt und könne ihm bei seinem Handyproblem helfen. Er kam runter und wir tranken erstmal einen Kaffee oben im Karstadt. Er machte einen guten Eindruck auf mich. Er fühle ich so lala. Das Ereignis hatte ihn schwer mitgenommen und er hatte Angst. Er erzählte mir nochmal wie es war. Wie er sich gefühlt hatte als er umfiel, die Tage davor und die Tage danach.

Ich versuchte ihn zu beruhigen, wunderte mich aber das sie ihm keinem Herzkhathter unterzogen haben. Nach dem Kaffee sind wir weitergezogen. Ich musste ins Perfeto ein paar Backsachen kaufen. In dem Laden gibt es einen Weinbereich und er kam auf die Idee dort an der Theke ein Glas Wein zu trinken. Ich willigte ein. Wir stießen nachträglich auf seinen Geburtstag an und unterhielten uns wieder über sein Ereignis. Danach sind wir in Richtung Handyladen und haben uns um sein Problemchen gekümmert. Er fühlte sich etwas schlapp und ich wollte dann auch nach Hause.

Am Abend bekam ich eine WhatsApp von ihm in der er sich für meine Zeit und Gedult mit ihm bedankte und wünschte mir eine Gute Nacht. Um 22:05 Uhr war er zuletzt online.

Eine Woche später am Abend bekam ich eine WA von Vorderhauszote. Norman ist gestorben. Was?!!? Ich rief sofort an und wollte Einzelheiten wissen. Vorderhauszote meinte, er wäre nicht auf der Arbeit gewesen, unentschuldigt und da wäre *hab ich nicht verstanden* an die Tür gekommen und hätten geklopft, da ans Handy auch niemand ging. Das Klopfen an der Tür verhallte in die Stille, die sich hinter der Tür befand. Polizei wurde gerufen, Tür aufgebrochen. Da wurde er gefunden. Kalt, leblos, tot.

Ich legte auf und mir ging viel durch den Kopf. Warum hat ihn das Krankenhaus nach Hause geschickt? Mit einem Gerinnsel im Herz? Was für eine Fügung, das ich am Samstag mich mit ihm nochmal getroffen habe. Wir hatten uns davor fast ein Jahr nicht gesehen..was hat das zu Bedeuten. Was will mir das Schicksal damit sagen? Will es was damit sagen? Warum ist er gestorben? An was genau? Er hatte doch erst Geburtstag. Hätte er sich retten können? Oder dachte er, es geht vorbei – wie so oft und dann ging das Unwohlsein doch nicht vorbei?, oder ging es ganz schnell?

Ich erinnerte mich daran, wie wir uns kennenlernten. Wieviel Spaß wir hatten und das wir die gleichen Filmgenres liebten und wie oft wir Filme diskutiert hatten. Ich erzählte ihm einmal von Pam. Eine Leserin die mir oft warme Worte unter meine Beiträge hinterließ, als mein Mann gestorben war. Norman kannte ihre Söhne. Klein ist die Welt dachte ich mir, als er ausflippte, das ich Pam „kenne“.

Nun ist er überraschend gestorben…Norman war ein Mensch voller Selbstzweifel und hat sich mehr und mehr in sein Schneckenhaus verkrochen. Als wir uns kennenlernten holte ich ihn da raus und er blühte richtig auf. Bekam Selbstbewusstsein, wurde lockerer und weniger agressiv. Er ging sogar wieder auf Konzerte, auch alleine und hatte richtig Spaß seine alten Leute wieder zu treffen. Nun sowas…ich weiß nicht wie ich darüber denken soll. Ich weiß nur eines

Ich werde dich nicht vergessen!

 

 

Hotel California

Mein letzter Eintrag war am 10. Januar. Das ist eine ganze Weile her. Inzwischen ist auch viel passiert. Viel passiert mit mir – gute Dinge. Nur handelt dieser Eintrag nicht davon. Wollte darüber berichten wie ich heile und es mir einfach gut geht.

Mein Leben dachte sich aber – dir geht es gut? Gib mir einen Moment! Ha Ha Ha

Gestern bekam ich einen Anruf von Avni. Zuerst eine WhatsApp. In dieser stand, dass es Rumpelstilzchen nicht gut geht und ein Krankenwagen angefordert wurde. 2 Minuten später dann der Anruf. Rumpelstilzchen ist tot.

Ich fragte mehrmals nach, denn für den Bruchteil einer Sekunde wollte ich es nicht hören. Ich war regelmäßig bei ihm, habe mich um ihn gekümmert. Er hatte ja nichts. Hartz4, arbeitsunfhähig, kein Geld. Ich ging einmal, zweimal die Woche ein paar Lebensmittel einkaufen, damit er sein bisschen Geld für seinen Tabak usw. verwenden konnte.

Am 13. Februar, sein Geburtstag, war ich bei ihm und dann erst wieder Anfang April. An seinem Geburtstag ging es ihm richtig gut. Er war, wie er eben war. Dann Anfang April ein Bild des Leidens. Von da ab war ich jede Woche bei ihm. Seine Schulterschmerzen waren richtig schlimm geworden. Er hatte diese Schmerzen in der Schulter seit gut einem Jahr, vielleicht etwas länger. Er war richtig abgemagert und er hatte nur noch eine leise heisere Stimme. Er erzählte mir, er hätte eine Bronchitis oder sowas gehabt, ihm ginge es aber besser. Die Lunge würde nicht mehr wehtun und er hätte auch keinen Auswurf mehr, kein Fieber mehr usw. Wie er erzählte, dachte ich da aber eher an eine Lungenentzündung.

Ich ließ das alles so stehen. Woche für Woche ändert sich seine Stimme nicht. Er erzählte mir Ende April, das er manchmal keine Luft bekäme und schnell erschöpft sei. Er habe nicht einmal mehr die Kraft um in den Tante Emma Laden zu gehen. Das sind um die 60 Meter nur. Er müsse sich mehrmal setzen. Die Alarmglocken in meinem Kopf schrillten auf. Sie klingelten schon eine Weile. Ich verdrängte das. Ich dachte, vielleicht interpretiere ich zu viel rein und es ist doch nur eine Bronchitis gewesen…

Aber als er mir das erzählte, konnte ich die Alarmglocken nicht mehr überhören. Lungekrebs…ich sprach auch mit ihm darüber. Ich nahm die Worte nicht in den Mund, aber er verstand genau was ich ihm sagte. Auch im Laufe des Mai besserte sich seine Stimme nicht. Und er wurde noch schwächer.

Zuletzt war ich Anfang Juni bei ihm. Er sagte, das Amt würde ihm jetzt mehr Geld überweisen denn eine Ratenzahlung wäre zu Ende. Er sagte mir wieviel er bekäme und das er damit den Monat gut rum käme. Ich meinte, dass wäre ok und ich würde dann so um den 20. wieder vorbeikommen.

Dann gestern der Anruf. Dieser eine Anruf vor dem ich mich schon seit Anfang April gefürchtet habe. Es ging so schnell jetzt. An seinem Geburtstag war er wie immer…nun ein paar Monate später ist er tot. Er ist der letzte aus unserem „inneren Kreis“.

Zuerst starb Norbert, mein Ex/bester Freund. Dann starb mein Mann, mein Engel meine Seele…und nun Reiner….unser Rumpelstilzchen…mit nur 61 Jahren. An seinem Geburtstag kam Hacky auch vorbei und wir sprachen darüber, das wir die letzten seien aus unserer Gang. Wir ahnten alle nicht..ich ahnte nicht, was für eine Bedeutung diese Worte hatten. Nun ist der innere Kreis aufgelöst. Nur ich bin noch da. Aus dem „äußeren Kreis“ sind auch nicht viele mehr da. Nur noch Otto, der Karl, die Künstlerin Uli…Avni und Norman gehören nicht zu „unserem Kreis“. Dieser Freundeskreis, unsere Clique, Gang, Rudel, was auch immer, entstand vor über 20 Jahren. Das waren die „AltBiebricher“ und ich bin als letztes dazu gekommen. Habe alle in einem Alter von 19 Jahren kennengelernt. Ich bin nun 41 Jahre alt. Und nun ist keiner mehr da von unseren Leuten ausser eben uns 5. Künstlerin, Mainzer, Geisenheimer, Hacky und ich. In den letzten 10 Jahre sind die meisten gestorben. Mit Reiner zusammen sind es nun insgesamt 13…

Vorgestern Abend hatte ich schon eine Ahnung. Ich wusste es aber erst hinterher. Ich hatte ein seltsames Gefühl, ich konnte es nicht einorden. Wie so eine Art spontan Depression. Schweren Gemüts ging ich ins Bett und grübelte darüber nach. Ich hoffte das es nichts mit Mama zu tun hatte. Hatte es auch nicht. Als der Anruf kam – wusste ich es. Ich fühlte das Reiner uns verlässt.

Am Abend habe ich mir eine Flasche von seines Lieblingsgetrank (Chantré) geholt. Ihm zu ehren wollte ich einen kleinen Schoppen trinken, mit viel Cola… Den ganzen Tag über war ich recht gefasst. Mein Verstand sperrte ab. Mir sind nicht mal Erinnerungen eingefallen, Gespräche die ich noch vor 2 Wochen geführt hatte usw. Nichts. Nur in einem dicken Nebel kam mal das ein oder andere durch, aber sehr schwach. Vielleicht eine Art Schock, ohne das ich es mitbekommen habe..keine Ahnung…jedenfalls saß ich dann Abends im Garten und trank ein Glas. Der Chantré stieg mir direkt zu Kopf..klar nach der langen Abstinenz. Ich füllte mir ein 2. Glas und nahm mein Handy mit in den Garten. Ich trank ein Schluck und sprach laut „Ach Reiner…“ aus und trank noch ein Schluck. Ich steckte mir die Ohrhörer in die Ohren und spielte eines seiner Lieblingslieder ab. Er hat dieses Lied bis zu Vergasung auf seiner Gitarre gespielt.

Von den Eagles „Hotel California“

Kaum hörte ich das Gitarrenintro brach es aus mir raus. Ich sah ihn ganz deutlich vor mir wie er spielte und ich brach zusammen. Ich heulte und heulte und es tat alles so weh. Alles in mir verkrampfte. Als ich dann aufhören konnte sagte ich mir nur:“ Jetzt bist du wieder beim Horsti…und grüße Norbert von mir. Wir sehen uns wieder.“

Ich komme aus der Trauer nie wieder raus. Vor 7 Jahren Norbert, vor 2 Jahren Horsti, dann mein Papa vor einem Jahr und nun Reiner…dabei ging es mir so gut in der letzten Zeit… Heute habe ich dann erstmal alles abtelefoniert. Polizei, weil die Wohnung versiegelt wurde und ich noch Besitztümer in seiner Wohnung habe. Ortsgericht um zu erfahren wann die Bestattung ist und wie ich an mein Zeugs komme usw.

Unseren Freunden und Bekannten haben Vorderhauszote und ich gestern schon bescheid gegeben. Es ging rum wie ein Lauffeuer.

Naja..mal sehen was nun passiert demnächst. Wann die Beerdigung ist usw.

Leb wohl Reiner…du wirst mir fehlen. Was mich tröstet ist – ein Teil der alten Gang, des inneren Kreises ist wieder vereint.

 

Thema geklärt….

Am Abend haben wir uns nicht mehr getroffen, war auch ganz gut so. So konnte sich jeder erstmal Gedanken machen was passiert ist. Gestern, Dienstag, ist Dagmar nach der Arbeit zu mir gekommen. Sie klopfte ganz zaghaft an die Tür. Ich öffnete sie und bevor sie überhaupt etwas sagen konnte, nahm ich sie in den Arm und drückte sie. Sie fing an zu weinen und entschuldigte sich ständig bei mir. Sie wollte das alles nicht. Das schlimmste aber sei, daß sie einen Filmriss hat und gar nicht mehr weiß was eigentlich los war.

Wir setzten uns auf die Couch und ich fragte sie was sie denn alles getrunken hatte, denn ich hatte keinen Filmriss, ich weiß alles noch. Ich fragte sie, an was sie sich noch erinnert und dann erzählte ich ihr was sie nicht mehr wusste. Je mehr ich erzählte, umso mehr schämte sie sich. Sie fing wieder an zu weinen und entschuldigte sich wieder. Sie will mich nicht verlieren und sie wüsste selbst nicht, was sie geritten hat. Ich sagte ihr, daß ich zu keinem Zeitpunkt böse mit ihr war, denn das war einer ihrer größten Befürchtungen. Im Gegenteil. Ich kenne sie ja und habe die ganze Zeit versucht sie zu beruhigen, bis es mir dann auch zu blöd wurde. Wir sprachen etwa eine Stunde, vielleicht auch etwas länger, dann lachten wir beide wieder zusammen und zwischen uns war wieder alles klar…

Dagmar meinte noch, wir müssten eigentlich ein Gespräch zu dritt führen. Ich sah das auch so und rief Karl an, ob er für ein Gespräch mit uns beiden bereit sei. Er wollte. Als er kam, war es schon komisch. Er setzte sich zu uns, aber es war anders. Diese Unbefangenheit war nicht mehr da. Keiner wollte anfangen zu reden, wir sprachen nur über banale Sachen, oder waren alle einfach still. Ich sagte dann – am Wochenende hatten wir Rock N´Roll und nun tanzen wir Walzer. Ich sagte zu Karl, daß ich Dagmar alles erzählt hätte, damit wir alle den gleichen Stand haben. Dann lockerten sich auch die Zungen der anderen beiden. Wir sprachen nochmal über das Wochenende. Was war schief gelaufen, warum ist das alles passiert usw. Dann kam auch wieder das Kernthema auf – Dagmar ist in Karlr verliebt, Karl in mich…ich will damit nichts zu tun haben.

Ich sagte den beiden, ich wollte mich nur ablenken und Spaß haben, meine Trauer vergessen, wenigstens für kurze Momente. Das es so kommt, wie es kam, wollte ich genauso wenig. Ich sagte zu Karl, daß ich ihn als Freund nicht verlieren möchte, dazu wäre er mir zu wichtig. Aber nach diesem Wochenende habe ich dich verloren, und das weißt du auch. Es ist nichts mehr so wie es war. Dagmar meinte daraufhin, daß wir das doch aber könnten. Sie wollte nun auch nicht, daß wir uns auflösen. Wir hätten doch soviel Spaß zusammen. Ich täte ihr gut, sagen sogar ihre Kinder und auch für Karl ist es nicht verkehrt, bevor er auch nur zu Hause rumsitzt. Ich fragte beide – wie stellt ihr euch das vor? Das wird nun immer zwischen uns sein. Ich kann nicht mehr unbefangen mit Karl umgehen, weil ich dann immer im Kopf habe, das du ihn ja liebst und vielleicht eifersüchtig werden könntest bzw. er mich versucht ständig zu bekommen.. Dann fängt die ganze Scheisse nämlich wieder von vorne an.

Dagmar beteuerte, daß sie das aber könne. Sie könne das nach ganz hinten schieben. Ich sagte, ich kann das nicht…wir können es versuchen. Aber SO ein Wochenende will ich nicht mehr erleben! Ich werde das so machen, sobald ich merke das die Stimmung kippt, stehe ich auf und werde einfach gehen. Man sollte immer dann gehen, wenn es am schönsten ist. Karl sagte zu uns, das er auch Dagmar nicht als Freundin verlieren will, aber eben nur als Freundin. Er hat keine Gefühle für sie. Dagmar sagte, daß sie das mittlerweile auch gerafft hätte. Ich fragte, wie soll das alles funktionieren? Wir haben 2 unglücklich verliebte Menschen hier und Eine die nur raus gehen will um sich abzulenken. Ich liebe meinen Mann abgöttisch, auch wenn er nicht mehr bei mir ist. Ich kann mein Herz nicht öffnen und es wird immer Situationen geben, die nicht mit Absicht geschehen, aber dem einen oder anderen einen Stich ins Herz versetzen werden. Dagmar sagte mir, ich solle mir doch nicht so einen Kopf darum machen. Ich sagte, aber doch! Ihr seid mir beide wichtig und ich will euch beide nicht verlieren. Aber es soviel kaputt gegangen jetzt, es wurden Gefühle verletzt. Ich kann nicht einfach so umschalten.

Wir fingen an uns im Kreis zu drehen. Es kamen andere Themen auf und wir wurden alle lockerer. Wir lachten auch alle zusammen und machten unsere Scherze. Es schien alles wie vorher zu sein. Am Nachmittag musste Karl mal kurz weg, etwas einkaufen für sich. Ich sagte zur Dagmar, sie solle doch mitfahren, dann könnte ich hier schnell etwas aufräumen. Sie war einverstanden und die beiden fuhren los. Ich räumte auf und schaute dann etwas fern. Uli kam vorbei und brachte mir paar Servietten. Die sind für ServiettenTechnick – da haben wir beide Spaß dran. Wir unterhielten uns kurz über ihren verstorbenen Papa und über meinen Engel. Ich fing an zu weinen und Uli wollte das nicht. War nicht ihre Absicht, mich zum weinen zu bringen. Ich sagte ihr –  alles gut – ich vermisse ihn so unendlich und muss immer noch weinen, wenn ich über ihn spreche, oder wenn du über deinen Papa redest. Ist nicht schlimm… Ich wischte mir die Tränen aus dem Gesicht und wir lachten dann auch schon wieder. Sie ist dann gegangen.

Nach 2 Stunden kamen Dagmar und Karl wieder. Sie waren aber komisch. Dagmar bemühte sich deutlich alles wie immer wirken zu lassen, aber ich merkte da stimmt was nicht. Auch Karl war aufeinmal sehr verschlossen und in sich gekehrt. Wenn man ihn aber ansprach, verhielt er sich „normal“. Da muss was passiert sein, dachte ich mir. Die müssen über irgendwas gesprochen haben, sie sagten es mir aber nicht und ich fragte nicht danach. Dagmar und ich unterhielten uns und Karl spielte die meiste Zeit mit meinem Tablet. Gegen 9 Uhr bekam Dagmar einen Anruf, ein Kumpel von ihr steht vor ihrer Tür und wollte das Auto abholen. Die Kupplung ist gerissen… Dagmar sagte, sie wäre gleich da. Karl würde sie fahren.

Wir standen alle auf und die beiden zogen sich ihre Jacken an. Dagmar und ich nahmen uns in den Arm. Ich sagte ihr – Alles gut; sie sagte mir – wir werden das schon schaffen, wirst sehen. Unsere Freundschaft wird diese Probe überleben… Ich sagte nichts dazu. Karl sagte mir, er möchte trotzdem gerne noch alles für mich machen. Er würde das hinbekommen. Wenn ich irgendwo hingefahren werden müsste, soll ich ihn anrufen, und er bringt mir auch weiterhin Holz und hackt es für mich. Wenn ich das auch wollte. Ich schaute ihn an und nickte. Es würde mich freuen, sagte ich. Ich brachte beide an die Tür und sagte zu Dagmar – ich melde mich bei dir. Karl ging an mir vorbei und sagte nur – Wir sehen uns..

Ich setzte mich wieder auf die Couch und fing nachzudenken an. Es ist alles kaputt. Ich weiß nicht, ob ich es so will, oder kann. Es ist Schade wie es gekommen ist, aber ich weiß eigentlich tief im Inneren, daß alles vorbei ist. Die beiden wissen es auch und wollen aber mit aller Gewalt dran festhalten. Ich habe Fluchtgedanken. Die Partyzeit ist vorbei für mich. Ich muss mir eine andere Ablenkung suchen, eine die nicht eskalieren kann. Ich überlege mir, mein Geschäft aufzugeben und einen AngestelltenJob mir zu suchen. Da lerne ich zwangsläufig ganz andere Leute kennen, komme vielleicht in einen anderen Freundeskreis rein. Ich werde ausziehen, aus meiner Wohnung und alles das was hier passiert ist, ist ein Kapitel in meinem Leben das nun beendet ist. Es wird Zeit für ein neues Kapitel. Ich kehre allem den Rücken, ist vielleicht echt das Beste.

Wie kann ich aber aus meiner Wohnung ausziehen, wenn er doch hier ist? Ich kann das Bild an der Wand, das er gemalt hat über Jahre doch nicht zurücklassen…

Nun bricht wirklich alles auseinander und ich weiß immer noch nicht, was ich machen soll. Baby hilf mir! Ich weiß nicht was ich machen soll…

Während ich diesen Beitrag schrieb, eigentlich schon fertig und zum abschicken bereit, klopfte es an der Tür. Ich habe nicht mit den beiden heute gerechnet. Dagmar sah mich scharf an und flüsterte, er will mit dir reden! Was dann heute alles passiert ist, schreibe ich mir morgen auf.

Das Thema war wohl doch nicht durch, ich habe es mir schon gedacht….

Bis dann

Die immer lacht…

Gestern Vormittag fing es an zu graupeln. Ich dachte mir dann schon, daß Geisenheimer mich nicht abholen kommt. Ich war im Bus, etwa 11 Uhr, und mein Handy klingelte. Geisenheimer war dran und meinte, er wäre jetzt zu Hause, er käme mich definitiv abholen. Ok cool, dachte ich.

Mein Termin in Mainz ging recht flott, obwohl 2 Ärzte krank waren und die anderen eben die Patienten übernehmen mussten. Bis zur Blutentnahme habe ich ca. 10 Minuten gewartet und bis zum folgenden Gespräch etwa eine dreiviertel Stunde…hatte schon länger gewartet. Das Gespräch war gut. Ärztin fragte mich nicht, warum ich so lange nicht da war und ich erzählte es ihr nicht. Meine Blutwerte sind TOP. Kein Schub in Aussicht. Zum Glück. Das einzige, was es zu bemängeln gab war – meine Erythrozyten sind zu hoch – kommt vom rauchen..Ärztin sagte mir, ich solle halt mehr trinken…super Tip oder?

Um 12 Uhr hatte ich meinen Termin und um viertel nach 1 war ich draussen. Ich lief Richtung Ausgang und sah dann auch schon Geisenheimer. Wir begrüßten uns und ich fragte, wie lange er denn schon warten würde. Er sagte, bestimmt eine Stunde. Ich musste lachen und meinte, ich sagte doch, nicht vor 13 Uhr … aber er wollte sicher gehen.

Wir sind dann zum Hornbach Holz holen und danach zu McFress. Nach der Blutentnahme habe ich immer Hunger..nehmen mir ja auch genug Blut ab. Wir sind dann zu mir gefahren, aber mit einer Menge Umwege. Spazieren gefahren sozusagen. Geisenheimer meinte, er hätte ein Lied entdeckt und er spielte es ab. Ich hörte dieses Lied und mir kamen dir Tränen in die Augen. Es ist nichts besonderes in dem Sinn, aber teilweise habe ich mich selbst erkannt. Es ist von Kerstin Ott – Remix – Die immer lacht

Die – ist die eine die immer lacht, die immer lacht, die immer lacht, die immer lacht,
oh die immer lacht und nur Sie weiß es ist nicht wie es scheint
oh Sie weint, oh Sie weint, Sie weint,
aber nur, wenn Sie alleine ist, wenn Sie ist, wie Sie ist und was Sie ist.
Es ist nicht wie es scheint.
Wie geht es Dir fragt schon lange keiner mehr,
ein Clown zu sein das fällt nicht schwer,
denn Sie ist die eine – die eine die immer lacht,
die immer lacht, immer lacht, immer lacht,
oh die immer lacht – oh die immer lacht.
Es ist nicht wie es scheint.
Komm her meine Süße und reich mir deine Hand
zeig mir wer Du bist und Du wirst sehen wie es ist
zu lachen ohne dabei zu betrügen
oh zu weinen, du wirst sehen, wie sie Dich lieben,
oh zu lieben – ich zeig Dir wie es geht.
Sie – ist die eine die immer lacht, die immer lacht, die immer lacht, die immer lacht,
oh die immer lacht und nur Sie weiß es ist nicht wie es scheint
oh Sie weint, oh Sie weint, Sie weint,
aber nur, wenn Sie alleine ist, wenn Sie ist, wie Sie ist und was Sie ist.
Es ist nicht wie es scheint.
Sie – ist die eine die immer lacht, die immer lacht, die immer lacht, die immer lacht,
oh die immer lacht und nur Sie weiß es ist nicht wie es scheint
oh Sie weint, oh Sie weint, Sie weint,
aber nur, wenn Sie alleine ist, wenn Sie ist, wie Sie ist und was Sie ist.
Es ist nicht wie es scheint.
Sie – ist die eine die immer lacht, die immer lacht, die immer lacht, die immer lacht

Banaler Text eben, aber der Titel hat mir eben Tränen in die Augen getrieben…auch wenn ich schon vor anderen geweint habe, was nicht meiner Natur entspricht…habe ich mich erkannt… Geisenheimer meinte, ihm erginge es genauso. Naja..mir kam einiges gestern seltsam vor. Geisenheimer macht soviel für mich und ist immer da. Mittlerweile mehr noch als Rumpelstielzchen. Ich bin wie immer..aber ich habe das Gefühl in etwas reinzuschlittern, daß ich nicht will.

Geisenheimer blieb gestern lange bei mir. Erst gegen halb 1 in der Nacht ist er gefahren. Bis dahin hatten wir viel geredet. Rumpelstielzchen war auch zeitweilig mal da, und auch andere Freunde. Jedes mal, wenn Geisenheimer und ich alleine waren, fing er an mir zu schmeicheln. Eine Menge Komplimente…wie ich alles schaffe, im Griff habe, was ich doch für eine schöne Frau sei, ein Traum in seinen Augen… Ich zog mehrmals die Bremse und sagte ihm, ich fühle mich geschmeichelt, aber ich bin nicht bereit für eine neue Partnerschaft. Schon gar nicht mit jemanden aus unserem Freundeskreis…ich bin die Frau von Horsti und das bleibe ich auch. Geisenheimer verstand das wohl, sagte hierzu – er ließe sich aber dennoch nicht abbringen, mir immer beiseite zu stehen. Er ist eben mein Freund und lässt mich nicht fallen.

Aber genau da geht die Problematik los… Er bringt mich in Verlegenheit. Wie soll ich ihm in Zukunft begegnen, oder Dinge für mich erledigen lassen mit dem Hintergrund, daß er mehr als Freundschaft empfindet? Ich habe mit ihm darüber gesprochen. Ich sagte, ich möchte nicht, daß er mir dauernd Komplimente macht. Das würde unsere Freundschaft nur zerstören, weil er denkt, irgendwann wäre da mehr. Aber von meiner Seite aus wird das nicht sein! So sagte ich es ihm… Ich habe keinen Typ von Beutschema, aber Geisenheimer fällt definitiv durch „mein“ Raster…ich schätze ihn als Freund..aber nicht mehr…

Geisenheimer verstand das alles, sagte mir aber, er ließe sich dennoch nicht davon abringen, mir zur Seite zu stehen. Er meinte, er hegt schon lange Gefühle für mich, wohlwissend unerreichbar zu sein für ihn. Geisenheimer sagte auch, er würde niemals das Andenken von Horst beschmutzen..dafür wiederum, hätte er zuviel Respekt. Wir beließen es dabei…

Die Nacht habe ich wieder auf der Couch geschlafen. Mein Bett ist bequem…ich weiß nicht, warum ich nun wieder auf der Couch schlafe..die Nacht war anstrengend. Ich hatte gefühlt stundenlang geschlafen..als ich auf die Uhr sah, war es gerade mal 3 Uhr Nachts. Ich versuchte wieder einzuschlafen, was mir nicht gelang…war Vollmond heute Nacht? Kurz bevor der Wecker klingelte, gegen halb 7, hätte ich schlafen können…aber nichts da – muss aufstehen, habe einen Termin um 8 Uhr.

Der Termin war die Witwenrente. Ich hatte alles dabei, ausser meine SteuerIdentifikationsnummer..reiche ich halt nach. Auch einen Einkommensnachweis hatte ich nicht dabei. Innerhalb von 20 Minuten war der Termin auch vorbei. Ich habe eine Menge Zettel mitbekommen. Ist alles irgendwie kompliziert, was sie mir erzählt hat, aber dank der Zettel kann ich mich da durch arbeiten. Dann verstehe ich es auch. Seit 2001 gibt es die „kleine“ Witwenrente..kompliziert eben…die bekomme ich nun zunächst…in ein paar Jahren, gesetzt den Fall ich heirate nicht, kann ich die „große“ Witwenrente beantragen..was ein Kuddelmuddel dachte ich mir…

Ich gehe jetzt in die Küche und spüle mal meinen Kram weg. Danach noch die Böden wischen. Dann werde ich mich etwas hinlegen, bin müde…

Bis dann

Nachruf für unseren besten Freund

Es weht der Wind ein Blatt vom Baum – von vielen Blättern eines.

Dies eine Blatt, man merkt es kaum, denn eines ist ja keines.

Doch dieses eine Blatt allein, war Teil von unsrem Leben.

Drum wird dies eine Blatt allein – uns im Leben immer wieder fehlen.

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Du warst im Leben oft kein Engel, hast dir liebe Menschen böse verletzt. Aber die andere Seite von dir wiegt viel mehr. Wir alle haben eine dunkle Seite und haben auch „Fehler“…aber die Summe im Ganzen macht uns Menschen aus.

Du warst immer hilfsbereit – wenn man dich brauchte, warst du da.
Du warst der Spaß-Garant, hattest einen wunderbaren Sinn für Humor, auch wenn dir manchmal gar nicht danach zumute war.

Wir kannten auch dein anderes Gesicht. Das verzweifelte, hoffnungslose Bild das du von dir selbst hattest.
Wir danken dir dafür, das du uns als Kraftquelle angenommen hast und einen Ruhepol bei uns fandest.

Das war auch nicht selbstverständlich.

7 Jahre waren wir ein Paar, und hatten schöne Zeiten. Doch wir waren nicht für einander bestimmt und haben uns beide viel Leid angetan.

Über die Jahre haben wir uns wieder angenähert. Selbst deinen Segen haben wir bekommen.

Als Freunde die einander schätzen und zusammen lachen konnten, sind WIR 3 über die Jahre einfach unzertrennlich geworden.

Egal ob gemütliches zusammen sitzen, oder die Events wie Geburtstage, Kranzplatz, Weinfest und Co….

Der erste Gedanke, ob bei Horsti oder mir war immer : Und Norbert? hast du ihm schon bescheid gesagt?
Wir waren einfach ein 3er Gespann das unschlagbar war. Wir waren witzig, frech, unterhaltsam auch für andere.

Nun wurdest du aus unserer Mitte gerissen und hinterlässt eine Wunde die nicht zu heilen scheint.
Sicherlich wird diese Wunde sich bald schließen, aber das 3er Gespann ist mit dir gestorben.

Horsti und du – ihr kanntet euch 28 Jahre, ich kannte dich 15 Jahre…diese Lücke kann einfach nicht geschlossen werden. Niemand kann und wird in deine Fußstapfen treten.

Es hört sich vielleicht egoistisch an, aber es ist einfach schrecklich das wir diesen Spaß nicht mehr erleben dürfen mit dir.

Aber das du so schnell gegangen bist, erfüllt uns auch mit Freude und auch Loslösung von den Sorgen die wir um dich hatten.
Du musst dich nicht mehr quälen, bist nicht mehr alleine mit deinen Gedanken, hast keine Schmerzen mehr und kannst alles hinter dir lassen und hast dem Krebs ein Schnippchen geschlagen. Du hast ihm nicht erlaubt dich noch weiter zu quälen.

Ich schaue hinüber zur Couch und sehe dich auf der Couch sitzen. Ich höre dich lachen. Wenn ich vom einkaufen komme, sehe ich dich an der Bushaltestelle stehen.
Selbst Horsti schaut als erstes auf „deinen“ Platz wenn er von draussen rein kommt.

Wenn wir die Haustür zuschlagen hören, halten wir kurz inne – aber dein typisches und unverwechselbares Anklopfen an der Wohnungstür hören wir nicht….

Diese Bilder werden auch bald verblassen, was bleibt sind die Erinnerungen – und die bewahren wir uns.

Horst und ich geben uns gegenseitig Kraft und Halt, sonst würden wir es nicht aushalten.

Mein Opa, Horstis Mutter, unsere gemeinsamen Freunde Uwe und Reinhold letztes Jahr,

und nun du….

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Bitte seid nicht böse, das ich die Kommentare abgeschaltet habe für diesen Eintrag. Der Eintrag dient nur mir.

Ich weiß aber eure tröstenden und lieben Worte zu schätzen und Danke auch dafür…

4 Monate – paar Tage

Am 04. Sept 2010 lag Norbert bereites eine Woche im Bett und hatte stark abgenommen.
Er konnte sich fast nicht bewegen, so stark war der Schwindel und die daraus resultiernde Übelkeit.

Nichts, aber auch gar nichts konnte er in sich behalten. Manchmal hatte er aber Phasen, da blieb dann der Eistee, oder das Wasser im Magen.

Horst und ich waren jeden Tag bei ihm um zu schauen, wie es ihm geht. Einmal saß er sogar auf seinem Bett und es ging ganz gut.
Wir machten uns schreckliche Sorgen, wussten nicht was dieser Schwindel sollte.

Zu Hause haben wir beratschlagt, wie wir weiter verfahren wollten. Laut Norberts Aussage ging es ihm besser, aber ich konnte das nicht so recht glauben….
Montag war dann der 6. und wieder waren wir bei Norbert. Er lag im Bett, hatte keine Stimme mehr und es ging im schlecht.
Kurzerhand entschieden wir uns einen Notarzt zu rufen.

Als die Ärzte kamen, entschieden sie sich Norbert mit zunehmen, der auch mehr oder weniger bereitwillig mit ging. Es konnte keiner ahnen was auf uns zu kommen würde.

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Das war vormittags. Am Nachmittag haben wir ihm ein paar Sachen gebracht, das es hieß er müsste ne Weile im Krankenhaus bleiben. Ihm war nach wie vor schwindlig, aber er hing am Tropf und konnte sich trotz heiserer Stimme gut unterhalten.
Er meinte, die Ärzte wüssten noch nichts genaues….später war die Rede von einer Zyste im Gehirn, dann aber doch eine oder mehrere Metastasen aufgrund der Lungenkrebsdiagnose….

Das war ein Schock für uns…..

Zuerst bekam Norbert 10 Bestrahlungen auf den Kopf und dann hatte er eine Gehirn-OP, bei der sie 2 Metastasen herausnahmen. Der Schwindel verringerte sich etwas, blieb aber bis zum Ende bestehen.

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Es war Anfang November als Norbert endlich nach Hause durfte.
im Krankenhaus konnten sie ihn nicht wirklich aufrappeln, haben es meiner Meinung auch gar nicht versucht. Es kam täglich ein PhysioTherapeut für ganze 10 Minuten!, denn durch das ständige Liegen und den Schwindel hatte er das Laufen verlernt bzw gar keine Kraft in den Beinen.

Er bekam so einen „RenterFlitzer“ so ein Rollgehding und damit ging es langsam. Er war wieder etwas mobil, und so konnte er dann nach Hause.

Wir nahmen ihn in Empfang und waren alle guter Dinge. Seine Schwester Petra, ihre Freundin Silvi und wir waren da und es war echt lustig. Wir gaggerten über die Zeit im Krankenhaus und malten uns alle aus, wie es weiter geht – bergauf natürlich….diesen Eindruck hatte auch Norbert gemacht. Wir ahnten nicht, das er uns alle anlog, bzw uns nicht die volle Wahrheit sagte.

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Von dem ersten Tag dann ging es Berg ab.

Petra und Silvi bestellten Essen auf Räder und den Pflegedienst, der einmal am Tag kommt.

Horst und ich waren dagegen, denn er sollte ins Leben zurück finden und kein Pflegefall werden. Norbert hatte gezeigt, wenn er will, dann kann er auch.

Aber die waren anderer Meinung und besorgten ihm sogar einen Klostuhl, den er dann im Schlafzimmer stehen hatte, da rein gemacht hat und Petra hat den immer brav ausgewaschen usw.

Sie hat ihm Häppchen geschnitten, damit er es einfacher hat beim essen, sie ist nur hin und her gesprungen wenn er sie nur ansah.

Wir versuchten mit ihr zu reden, das dies der falsche Weg ist – er muss das alles selber machen, auch oder eben WEIL er krank ist. Sonst gewöhnt er sich dran und dann wird das nichts.

Petra sagte immer nur : Ich meine es ja nur gut, es ist ja mein Nobsi.

Horst hat ihm Griffe an die Wände gemacht, damit er aufs Klo kann und sich abstützen bzw hoch hiefen, wenn er aufstehen will. Er hat ihm Griffe in die Dusche gemacht, damit er sich fest halten kann..

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Dann kam der Punkt, da rief Petra uns an mit den Worten: Ich kann nicht mehr, kannst du öfter nach ihm schauen, mir wird das zuviel!

Wir dachten, wir hören nicht richtig. Erst drängen sie ihn in diese Pflegehaltung und jetzt sind sie überfordert….

Er war einmal duschen, das war am Anfang als er Heim kam. Er hatte also 2 Monate nicht mehr geduscht und helfen lassen wollte er sich auch nicht.
Petra konnte ihn dazu nicht bewegen, auch zu sonst nichts, wie zB sich wenigstens rasieren oder so…und er hatte doch sonst immer so Wert darauf gelegt, das er gepflegt ist.

Im Gegenteil.

Mittlerweile war es ja auch so, das er seit Anfang Dezember täglich abgeholt wurde und zum JoHo gefahren wurde. Er hatte ja noch seinen Tumor in der Lunge. Dieser sollte bestrahlt werden, damit man ihn operieren kann.

Zeitgleich wurde er immer mehr zum Zombie durch diese Medikamente. Novalgin, Morphium und andere Hammerteile, die ihn total weg geschossen hatten.

Dann, kurz nach seiner Heimkehr fing er an zu rauchen….und er trank….Bier, Wein, harte Sachen….er aß nicht, oder nur Süßes…..

Immer mehr hörte er: MACH das, du MUSST das und das machen, Warum MACHST DU nicht…..irgendwann, in einem lichten Moment griff er uns alles an und meinte, keiner solle ihm sagen was er zu machen und zu tun hat, er entscheidet das für sich alleine wann er Lust hat was zu machen usw….

Gut….wir handelten so, weil wir immer im Kopf hatten, wenn er seine Bestrahlung macht, dann kann er operiert werden und dann kann er sein Leben retten.

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Vor 2 Wochen war der Hausarzt da und war entsetzt. Norbert sah schlecht aus. Er war ganz Gelb, ob nun vom NichtDuschen, rauchen, oder den Medikamenten (Leber) und er war unterernährt. Er war so dünn und mager, ein Anblick des Grauens. Ihm wurde nahe gelegt, sich ins Krankenhaus einweisen zu lassen. Norbert stimmte zu.

Am nächsten Tag, sagte Petra zu ihm, das sie im Krankenhaus auf ihn warten würde, er hatte ja Bestrahlung.

Zu uns sagte er völlig verwirrt, warum denn Petra im Krankenhaus auf ihn warten würde, warum, versteht er nicht.

Wir schauten uns an und wussten, er weiß gar nichts mehr…er ist total weg, er weiß nicht was er morgens sagte usw…..matsch….

Aus lauter Angst das sie ihn im Krankenhaus behalten würde, war er nicht zur Bestrahlung gefahren….uns erzählte er jedoch das er war.
Erst am nächsten Tag erfuhren wir durch Petra das er nicht da war, sie hatte vergebens auf ihn gewartet.

Ein paar Tage ging es so….Norbert sagte immer brav er gehe zur Bestrahlung.

Petra war überfordert und war nicht mehr bei Nobert, auch nicht um ihn seine Tabletten zu richten. Wir wussten davon erstmal nichts, uns viel nur auf wie klar er auf einmal war. Er schaute einen schon ganz anders an. Er war DA und nicht abwesend….Hoffnung keimte in uns auf

Am Montag (10.01.2011) gingen wir in den Edeka und die Mariane erzählte uns das die Polizei und 2 Ärzte bei Norbert waren. Sie war dabei, hatte ja die Tür aufgemacht.

Norbert war seit 2 Wochen nicht mehr bei der Bestrahlung und hat sich auch nicht abgemeldet. Da dachte das Krankenhaus, er läge halt Tod in der Wohnung und da mussten die ja schauen.

Die Ärzte redeten mit ihm und er hätte einen klaren Eindruck gemacht, wäre im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte und es läge keine Selbstgefährdung vor, sodas sie seinem Wunsch nach kamen, das er zu Hause bleiben wolle.

Petra war dann auch wieder jeden Tag da und gab ihm dann auch seine Tabletten wieder. Horst sagte, seitdem war er wieder der Zombie.

Am Freitag (gestern) rief uns dann so gegen halb 3 (15 Uhr) Petra an und teilte uns mit, das Norbert Tod ist.

Alles im allem war er aber von Anfang an zum Tode verurteilt und er wusste das. Es gibt eine sehr heftige Komplikation – Tumokachexie – die Nobert mit ganzer Härte traf. Selbst wenn er WOLLTE, er konnte einfach nicht….Erschöpfungszustände und eine schlimme Auszehrung des Körpers sind nur 2 verheerende Wirkungen dieser Kachexie.

Wir wussten davon nichts und dachten er wäre einfach faul und ließe sich gehen…wir lagen soo falsch damit und es zerreißt uns das Herz!

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Horst ist direkt zu ihm in die Wohnung gefahren, ich konnte nicht. Ich blieb zu Hause und telefonierte alle Leute ab die von seiner Erkrankung wussten um denen zu sagen, das er den Kampf verloren hat.

Das war so schlimm…..

Als Horst wieder nach Hause kam, erzählte er wie es war.

Norbert musste die Nacht vorher schon böse gehustet haben. Das Bett war voller Blut, also so gesprenkelt wie man eben Blut hustet.

Er ist dann aufgestanden und hat sich auf seinem Platz am Schreibtisch gesetzt. Da muss er dann nochmal gehustet haben, denn da ist er dann auch gestorben. Er wurde von der Petra halb sitzend gefunden. Die Schulter lehnte gegen den Schreibtisch und sie dachte er schläft.

Er reagierte nicht und sie rief einen Arzt.

Sie legten ihn auf die Couch und der Arzt stellte den Tod fest. Er muss in der Nacht bzw in den frühen Morgenstunden gestorben sein.

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Er hat die Dinge immer mit sich selbst ausgemacht…keiner konnte wissen wie es wirklich in ihm aussah.

Er hat sich nicht gewehrt, nur kurz vorm Ende, als er sagte, keiner soll ihm sagen was er zu tun und zu lassen hat, denn er hätte es vielleicht so gerne getan, aber er KONNTE ES EINFACH NICHT

Als man ihn mal fragte, was er denn will: sagte er LEBEN

Aber er rauchte immer mehr, er trank Alkohol, und er aß nicht mehr….dann ging er nicht mehr zur Bestrahlung, er hatte abgeschlossen, und aufgegeben und es ging so schnell…ich weiß es nicht…

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Wie soll man dem Tod begegnen,
wenn er vor der Türe steht?
Soll man hoffen, soll man beten,
flehen, daß er weitergeht?

Ja! Er soll nur weitergehen –
denkt man und vergißt dabei,
daß nur der Tod kann es verstehen,
wenn einer sagt: Ich bin soweit.

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Es weiss ja keiner, der’s nicht erlebt
wie’s ist, wenn einer die Flügel hebt
und leise, leise sich auf die Reise – die letzte macht.
Es weiss ja keiner, dem’s nicht geschah
wie’s ist, wenn einer nun nicht mehr da.
Wenn leer die Stätte des, den man
hätte so gern noch nah.

Am 27. Januar wäre er 52 Jahre alt geworden

So ist das….

Hallo 🙂

Heute komme ich mal mit einem schweren Thema, es betrifft aber nicht mich….nicht direkt..
Man bemüht sich immer positiv zu sehen, zu denken, zu sein, aber von allen Seiten wird man mit negativer Energie bombadiert.
Heute war ein Kumpel da mit einer sehr schlimmen Nachricht. Ein anderer Bekannter ist zum Arzt gegangen, er hatte schlimme Schmerzen im Arm. Kennt man ja, jeder ist mal verspannt :-/ aber dann kam etwas, mit dem keiner gerechnet hat. Nach dem röntgen – nichts war zu sehen – dann nach dem CT, war die Diagnose klar: Lungenkrebs….er hat sogar schon gestreut 88| der gesamte linke Lungenflügel und in die rechte Niere.

Ich verstehe nicht, das man das vorher nicht irgendwie gemerkt haben soll? Oder es war eine Lüge….

Am Montag wird er operiert – denke mal, wenn die Ärzte keine Hoffnung mehr hätten, würden sie auch nicht operieren.
Deswegen bin ich weiterhin positv und voller guter Energie, die ich ihm sende und natürlich hoffe, das die OP gut verläuft und das langfristig alles zum Guten kommt. Sicher kommt für ihn eine super schwere Zeit, aber er schafft das! Da gibt es nichts anderes – er schafft das! Er hat einen 8jährigen Sohn, eine Frau, hat erst vor ein paar Wochen geheiratet 😥 das kann doch nicht sein!

In meinem kleinen Kosmos, in meinem kleinen Palast kommt so eine böse Energie nicht rein, dafür mache ich alles – aber manchmal findet es doch ein kleines Schlupfloch, aber man darf nicht aufgeben! das darf man niemals – den wer aufgibt, hat bereits verloren….