Es geht aufwärts – endlich!

Die erste Woche als Mama zu Hause war, war fürchterlich. Sie hat kaum Luft bekommen, es war eine Katastrophe. Sie konnte nicht schlafen und auch das Beatmungsgerät war so semi.

Um sich das mal vorzustellen – nehmt eine Strohhalm und atmet nur dadurch. Egal was ihr macht! Spätestens nach 10 Minute schnappt ihr nach Luft. Nur das dies bei Mama eben nicht geht. Ich musste sie auch auf den Klostuhl heben, sie konnte nicht mal aufstehen. Es war echt schlimm…

Dann konnte sie ihre Medikamente nicht mehr nehmen. Sie hat so Pulverzeug das sie mit Kraft einatmen muss. Symbicort falls euch das was sagt, und noch ein anderes. Das Pulver ging also nicht mehr tief in die Lunge und der Gesundheitszustand wurde noch schlechter. Ich rechnete mit dem Schlimmsten und habe mich innerlich schon darauf vorbereitet das sie erstickt und ich nichts machen kann. Wie sage ich es auch meiner Sis, wenn es soweit ist?

Dann am Ende der Woche kam der Hausarzt zum Routine Hausbesuch und er gab mir sofort ein Rezept für 2 andere Medikamente, die einfacher einzunehmen sind. Ein Pulverspray zwar wieder, aber das wirbelt sobald man dran zieht und unterstützt die Einnahme. Das andere ein Dosieraerosol mit Aerochamber zur besseren Einnahme.

Am 2. Tag nach den neuen Medis ging es direkt besser. Erst stundenweise, dann immer mehr und mehr. Was ein Glück! Die Atmung ist zwar noch schwer, aber um ein vielfaches besser. Im Laufe der 2. Woche nach dem Krankhaus wurde es von Tag zu Tag besser. Sie kann zwar nicht laufen, aber sie kann selbstständig auf den Klostuhl, sich zudecken, und seit ein paar Tagen sogar wieder am Tablet spielen. Lachen geht gar nicht – sofort Atemnot. Sie erholt sich davon aber wesentlich schneller wieder als zuvor noch.

Aufatmen unsererseits!

Sie schläft auch wieder besser. Erst immer nur so ne halbe Stunde, mittlerweile auch mal eine Stunde wieder. Wenn sie am Beatmungsgerät ist, sogar auch mal eine Stunde andernhalb bis 2 Stunden.

In der 2. Woche war auch meine Schwester da und blieb ein paar Tage. Der Mama ging es den Umständen enstprechend gut, sodas ich sie auch mal eine Stunde unbeaufsichtigt lassen konnte und meine Sis und ich haben den Garten endlich auf vorderman gebracht.

Auch sonst war sie in der Woche eine enorme Hilfe für mich und an dieser Stelle ein großes Danke ♥ an meine Sis. Wenn was ist, hat Mama eine Klingel, dann weiß ich sie brauch was – Hilfe oder sonst was. Trinken usw kann sie jetzt auch wieder selbstständig. Zuvor habe ich ihr Trinken usw angereicht. Essen ging auch kaum, das kauen usw war einfachzu anstrengend. Jetzt hat sie wieder ordentlich Hunger und kann essen.

Ich kann auch wieder schlafen. Am Anfang hat Mama mich jede Stunde aus dem Bett geklingelt. Das war sauanstrengend, aber ich mache das „gerne“. Sie ist hilflos ohne Ende gewesen und auf mich angewiesen. Jetzt ist es so, das ich um 11 ins Bett gehe und sie mich nur einmal in der Nacht rausklingelt, meistens zwischen 4 und 6 Uhr, um den Fernseher auszumachen. Manchmal auch erst morgens gegen 7 Uhr, wenn sie Stinkerli gemacht hat und ich den Klostuhl sauer machen muss.

Insgesamt geht es ihr besser. Ich hatte gedacht, das es das war mit ihr und hoffte auf Erlösung. Jetzt sehe ich wieder etwas entspannter in die Zukunft und vielleicht erleben wir Weihnachten sogar noch zusammen. Der Intensivarzt sagte ja, mit dem Beatmungsgerät würden wir noch ca ein Jahr rausholen können. Habe ich nicht geglaubt, aber nun scheint es so zu sein. Ich bin dankbar dafür und genieße jeden Tag. Denn es kann trotzdem immer noch was passieren, eine Komplikation, mit der wir nicht rechnen.

Ich bin nun wieder komplett ans Haus gefesselt, aber das ist ok. Meine Sis hat Ferien und unterstützt mich mit allem. Sie geht für mich auf die Bank und holt Bargeld, sie kauft Kleinigkeiten ein die wir vergessen haben beim Bestellen von Lebensmitteln und holt Rezepte beim Arzt und löst diese ein. Wenn sie wieder Schule hat (Ausbildung) dann wird es zwar etwas schwieriger und stressiger für meine Sis, aber das meiste kann ich ja eh von zu Hause aus regeln. Wäre dann nur Rezept mal holen und einlösen.

Im Großen und Ganzen bin ich froh und dankbar und genieße die Zeit mit der Mama die wir jetzt noch haben. Es bin froh das es ihr besser geht und sie einigermaßen Luft bekommt und ein bisschen Lebensqualität hat.

Danke

Mal was anderes ;) WISH

Damit es hier in meinem Blog auch mal wieder was lustiges, schönes, anderes als trauriges gibt, werde ich auch mal wieder von den eben schönen Sachen im Leben berichten. Die letzten Jahre waren hier ja bestimmt von Tod und Trauer und Verlust und Veränderung und Bla.Klar die Mama wird noch Thema bleiben, aber zwischendurch gibt es mal was anderes.

Ich beginne am einfachsten mit meinen Raubzügen. Alle die Instagram verwenden kennen sicherlich die Verkaufsplattform WISH. Es wird immer gewarnt, dabei ist es garnicht schwer wenn man einfach ein paar Regeln beachtet. Ich bin großer Fan von WISH und bestelle da regelmäßig. Erstmal die Wishregeln an die ich mich halte:

1. Kaufe keine Lizenzprodukte: Also ich kaufe keine Disney, Dr.Who, Harry Potter und was weiß ich nicht alles. Ich kann mir nicht vorstellen das diese  1€ Chinaprodukte Lizenzen bekommen. Können in meinen Augen also nur Fälschungen sein.

2. Kaufe nichts das einen Stecker hat: Ist etwas Batteriebetrieben überlege ich es mir, aber ich kaufe nichts das Strom braucht. Ich vertraue dem TüV Siegel jetzt zwar auch nicht 100 % aber ein Produkt aus dem asiatischen Raum das mit Strom versorgt wird noch weniger 😉

3. Kaufe nichts das zu schön ist um wahr zu sein: Ganz einfach – kostet ein Markenprodukt wie LV., Nike, Gucci und wie sie alle heissen weit weit weniger als das was sie hierzulande kosten, dann ist es eine Fälschung! Da gibt es kein „Aber es könnte doch sein“ und ähnliches. NEIN kann nicht sein! Kosten Nike Schuhe zB. hier im Laden 250 Euro und du siehst genau die gleichen auf Wish für 15 Euro…was glaubst du…Schnäppchen? HAHAHAHA klar 😉 bleibt beim Zoll hängen, du zahlst noch Strafe und das war es dann auch!  Also – keine Markenprodukte auf Wish kaufen. Es sind einfach immer Plagiate. Es ist einfach so..ich kann es nicht oft genug betonen, auch wenn es trotzdem immer eine/n gibt der/die das anders sieht. Aber hey, macht eure Erfahrung und denkt dann an mich ;p

Für alles andere habe ich kein Problem und bisher auch keines gehabt. Ich kaufe bei Wish regelmäßig unter anderem Kleidung. Da muss man einfach nur ein bis zwei Nummern größer bestellen, die Chinamädchen sind doch etwas zierlicher als der deutsche Durchschnitt.

Ich habe eine L und kaufe immer 2xl und bisher haben die Sachen immer perfekt gepasst. Ich kaufe allerdings nur Oberteile, leichte Stoffhosen, Kleider. Ich kaufe KEINE Jeans. Die muss ich tatsächlich immer anprobieren. Aber das macht ja nichts 😉

Schuhe kaufe ich auch, keine Marken, und auch nur Schuhe die unter 10 Euro liegen. Alles darüber kann ich hier auch kaufen, in den Türkengeschäften. Sind die gleichen Schuhe, halten 1 bis 2 Sommer, sehen einfach gut aus und kosten nicht viel.

Wish sind NETTOpreise – das darf man nicht vergessen!

Joar ansonsten kaufe ich halt auch ne Menge Schrott kann man sagen. Habe mir neulich so einen Plastik (ja ich weiß) Becher gekauft, mit LED und Drachenrelief. Wenn  man Flüssigkeit eingießt fängt der Becher an zu leuchten in allen Farben. Sieht halt cool aus ^^ oder ich habe mir Haarspangen, Haarreifen, Ringe, Halsketten, Lippenstift, Kugelschreiber – es gibt sooo geile Kugelschreiber die man hier in D so gar nicht bekommt, nichtmal auf Ebay oder Amazon! Einfach zu geil! So Zeugs eben auch. Also im Grunde alles ausser oben genanntes in den Dont´s 😉 und von bisher ungelogen 108 Bestellungen sind bisher „nur“ 5 nicht angekommen. Finde ich nicht schlimm, denn die Rückerstattung hat immer funktioniert.

Die Lieferzeiten sind immer recht lange. Also man sollte schon 3 – 4 Wochen einplanen. Bei sehr vielen Artikeln war es aber so, das diese bereits nach ca. 2 Wochen schon eintrafen. Einmal hatte ich einen Artikel nach 8! Tagen schon und der war nicht mal mit dem Expresszeichen gekennzeichnet. HAHAHA Blitzversand aus China ^^ hat mir gefallen. Also wie gesagt, oft treffen die Sachen früher ein, manchmal so wie angegeben und eher selten auch mal nach dem Lieferdatum. Man hat nach dem Lieferdatum 4 Wochen Zeit zu reklamieren, also sein Geld zurückzufordern.

Fazit: Ich habe keine Probleme mit Wish! Ich bin großer Fan dieser Sache und freue mich immer wie ein kleines Kind wenn was ankommt ^^

Also, bis demnächst mit Wish Bildern ^^

Tagebuch bla bla

Gestern war ein seltsames Wetter. Laut Wetterbericht sollte es ja nur regnen, den ganzen Tag, und hin und wieder auch mal die Sonne rauskommen. Wir hier in Wiesbaden hatten eigentlich überwiegend Sonne. Eigentlich. Ich bin zu meinen Eltern gefahren und immer dann, wenn ich draussen war, hat es gehagelt..nur winzige Körnchen, aber immer dann, wenn ich draussen war. Erst als ich an der Bushalte stand – Hagel. Kaum im Bus gesessen, strahlender Sonnenschein. Aus dem Bus ausgestiegen – Hagel. Kaum bei meinen Eltern im Haus – strahlender Sonnenschein. Meine Sis hat mich heimgefahren..ratet mal…blödes Timing sage ich da nur..

Bei meinen Eltern war es sehr lustig wieder. Es gab lecker Essen und unsere Spiele. Seit letzter Woche sind wir irgendwie hängengeblieben. Wenn irgendwas komisch ist, oder wir was nicht verstehen, oder auch aus gar keinem Grund sagten wir – Banana?? Angelehnt an der Sprache und Ausdrucksweise der Minions..diesen kleinen tollpatschigen, gehässigen und lustigen gelben Kerlchen. Ich war den ganzen Tag gut drauf und gut gelaunt.

Auch am Abend noch. Dagmar hat mich angerufen und ich sehe ja im Display, wer anruft. Also bin ich ans Handy nur mit dem Wort – Jo..ganz kurz ausgesprochen. Normalerweise begrüße ich einen Anrufer ja nicht so, aber ich war gut gelaunt und spaßig unterwegs. Also ich ging ran mit – Jo. Dagmar fragte mich sofort, ob der Günter angerufen hätte. Ich wieder ganz kurz ein – Jo. Dann fragte sie mich, ob er bei mir vorbeikommt. Ich sagte ein kurzes und knappes – No. In dem Moment fing sie an zu lachen und lachte und lachte. Als sie sich wieder beruhigte sagte sie: Unser Gespräch darf ja niemand hören. Wie wir dran gehen – keine Begrüßung alla Gude, Hi, wie gehts, oder sonst was, gleich mit einem Gespräch anfangen, als hätten wir die ganze Zeit schon gelabert. Ich lachte auch und meinte, es wäre ja auch fast so gewesen und so Begrüßungsfloskeln sparen wir uns eben einfach. Zeitverschwendung. Wieder lachte sie und meinte – ja genau!

Wir telefonierten eine ganze Weile und es klopfte an der Tür. Es war schon halb 10 Uhr etwa. Karl stand vor der Tür und ich ließ ihn rein. Dagmar und ich telefonierten noch kurz weiter, dann legten wir auf. Karl, gar nicht neugierig, fragte, ob wir über ihn gesprochen haben, weil er ja gerade von Dagmar käme. Ich lachte und sagte, daß dem nicht so war. Stimmte auch. Ich sagte ihm, es ginge um den Autoschrauber, wie ihre Arbeit heute war, über „Grill den Henssler“ und er war nur kurz eine Randbemerkung, daß er eben bei ihr war. Nichts schlimmes eben. Kurze Zeit später tauchte auch Uli auf. Sie war eine ganze Weile nicht da und ich hatte mir schon Sorgen gemacht. Wäre sie gestern nicht aufgetaucht, hätte ich bei ihr mal angerufen. Aber alles in Ordnung bei ihr.

Sie ist zur Zeit oft bei ihrer Mutter. Ihr Vater ist ja vor einem Monat etwa auch verstorben und sie kümmert sich nun etwas mehr um ihre Mama. Sie erzählte mir sehr ausführlich, wie es ihr die letzte Zeit ergangen war. Nachdem sie mir ihren Aktualisierungsföhn ans Ohr gehalten hatte und es nichts weiter zu berichten gab, ist sie wieder gegangen. Karl seine Ohren bluteten auch schon fast, hat sie mit genommen. War schon spät – etwa halb 11 Uhr. Ich machte es mir auf der Couch gemütlich und schaute „Grill den Henssler“ weiter. Gegen 11 Uhr schaute ich auf die Uhr und mir viel ein, daß sich doch auch Avni bei mir melden wollte. Wir wollten doch ein Bierchen zusammen trinken und etwas reden.

Kaum dachte ich darüber nach, klopfte es. Ich machte auf und Avni stand vor der Tür mit den Worten: Entschuldige bitte, ich bin zu spät. Er hatte 2 Bier dabei und wir setzten uns auf die Couch. Wir tranken gemütlich unser Bier und redeten über alles mögliche. Avni hat mir viel erzählt. Sehr private Dinge. Ich kenne ihn ja und auch seine Gespräche, auch seine „intimen“. Es war richtig schön das er mir Dinge erzählt, die niemand sonst weiß. Nicht mal sein Bruder, wie er sagt..ich lasse das mal so stehen…ich finde es sowieso witzig. Draussen auf der Strasse erfüllt er sein „Gangsta-Image“. So kenne ich ihn aber nicht. Wenn er bei uns war bzw. jetzt zu mir kommt war er immer sehr hilfsbereit, sehr herzlich und sanft. Er hat auch schon bei uns und bei mir geweint. Ein Kerl, der ja eigentlich der böse Albaner ist..so sehen ihn eben die vorurteilbehafteten Menschen..das er in Deutschland geboren ist, deutschen Pass hat, besser deutsch redet als manch´ Deutscher usw, interessiert ja niemanden dabei…er hat ein gutes Herz..das hat er wirklich…

Wenn wir miteinander reden, ist das immer eher kumpelhaft. Er erzählt mir auch von seinen Weibergeschichten, die er ja seit Jahren nicht mehr hat hö hö. In der Tat habe ich aber letztens ein Telefonat mitbekommen, in dem er mit einem Weibchen in säuselnder Weise gesprochen und sich verabredet hat. Das war für vergangenen Freitag. Am Freitag war er aber bei mir. Er hat die Verabredung abgesagt, er war ja krank…dummerweise war es aber nur eine Ein-Tages-Erkältung…denn am Samstag war er wieder fit soweit…witzig. Manchmal lässt er aber auch Bretter los, da muss ich schlucken. Wie meint er das jetzt?, geht mir dann durch den Kopf. So wie gestern…er hat manchmal Dinger rausgehauen, da wusste ich erst nicht, ob ich das nun richtig verstanden habe. Es war so eine Art Signale senden. Es war der Inhalt, der Ton seiner Stimme, die mich verwirrt hatten. Sowas passiert mir normalerweise nicht. Er sagt mir immer wieder, daß ich für ihn wie eine Schwester bin, eine Freundin…Avni ist mir auch ein enger Freund. Ich schätze ihn sehr und mag ihn sehr. Er fängt in letzter Zeit an mich zu verteidigen vor anderen, lässt seltsame Worte los, aber nur wenn wir alleine sind. Sagt mir aber gleichzeitig, daß er sehr viel Respekt vor meinem Engel hat und mir..was auf deutsch soviel heisst wie – ich komme als Frau für ihn nicht in Frage…so war das die ganze Zeit..ich habe mir auch keine Gedanken darüber gemacht.

Nun sitzte ich hier aber und mache mir Gedanken. So blöde Teeniegedanken wie – traut er sich nur nicht? Soll ich den ersten Schritt machen? Was ist aber, wenn ich total falsch liege und vor ihm mein Gesicht verliere? Sowas in der Art…dann denke ich aber einen Schritt weiter..und als das gestern passierte, daß ich einen Schritt weiter dachte, bin ich zusammen gebrochen…ich bin nicht soweit…ich bin nicht bereit.

Vor ein paar Tagen hatten wir ein Gespräch über Beziehungen. Ich sagte glasklar, daß ich meinen Mann über alles Liebe und das wird auch so bleiben. Avni sagte das er das wüsste, es ginge ja auch nicht anders so wie wir waren, und es sind ja auch erst knapp 4 Monate das ich Witwe sei. Ich sagte weiter, daß selbst wenn ich einen anderen Mann mal haben werde, er nie den Stellenwert von meinen Engel hätte. Daraufhin sagte er nichts. Die folgenden Tage war er aber leicht distanziert zu mir. Kein „Hase“ mehr gesagt, nur Händeschütteln zur Begrüßung und zum Abschied. Als er gestern da war, war er mir sehr zugänglich wieder. Er suchte auch Körperkontakt. So Dinge wie am Knie berühren, oder am Arm wenn er was sagt, bei dem ich „aufpassen“ soll. Kennt man ja wie das dann ist. Als er dann gegangen ist, hat er mich in den Arm genommen. Aber nicht so wie sonst. Sonst hat er immer nur einen Arm um meine Schultern gelegt und mir einen Kuss auf die Wange gegeben, brüderlich. Gestern hat er mich mit beiden Armen umarmt und hat mir einen Kuss auf die Stirn geben. Sein sonstiges Ciao zum Abschied gab es auch nicht, er sagte: Schlaf gut und träume süß…

Was soll ich nun davon halten??

Als er weg war machte ich mir Gedanken. Ich dachte über die letzte Zeit nach, sein Verhalten mir gegenüber und wie es den Abend war. Ich fühle mich zu ihm hingezogen – das stimmt. Aber ich war niemals auf den Gedanken gekommen, daß ich mit ihm eine Partnerschaft eingehen würde bzw. mit ihm in die Kiste springen würde. Dafür sind wir einfach zu verschieden, kennen zu verschiedene Leute, bewegen uns in verschiedenen Szenen…aber gestern hat er etwas in mir ausgelöst…ist ihm das bewusst? Was soll das? Ich fing an mit meinem Schatz zu reden. Ich fragte ihn immer wieder, was das soll? Was ich machen soll? Ich fing an wieder bitterlich zu weinen. Es tat mir so unendlich weh, daß ich den schönen Abend so genossen hatte.. Ich sagte meinem Schatz, daß der Abend schön war, mir es aber eine Millionen mal lieber gewesen wäre, wenn er (mein Engel) da wäre und wir den schönen Abend gehabt hätten. Ich sagte ihm, daß ich mich hingezogen fühle, aber auch, daß ich keine Bindung mit Avni eingehen will. Das will ich wirklich nicht…mir gefällt wie wir spielen und miteinander „tanzen“. Aber mehr ist da nicht, auch wenn es an dem Abend anders war und ich fast ein Kribbeln hatte…

Ich weinte und weinte, der Schmerz wurde immer größer. Den Tag über war ich so gut gelaunt und hatte mich gut gefühlt. Am Abend noch fand ich es gut, daß ich mal nicht weinen musste. Der erste Tag seit Monaten, dachte es geht endlich „aufwärts“ mit mir..mit der Trauer…dann passierte das…so gut ich mich fühlte mit Avni, umso mehr traf mich der Schmerz wieder..die Sehnsucht rollte über mich rüber und ich war machtlos. Ich bin einfach nicht bereit für was neues..vom Kopf her vielleicht, ich will nicht alleine sein, aber mein Herz ist verschlossen…ich habe Spaß am spielen, aber auch nicht mehr. Ich sehne mich nach einem Mann, nach kuscheln, nach Wärme und gemeinsam Lachen…aber ich will meinen Mann und ich weiß, daß geht nicht. Was anderes ist aber für mich nicht akzeptabel! Ich flehte ihn an, er soll doch zu mir zurück kommen. Egal wie, ich würde ihn erkennen…er hat es doch versprochen…

Ich weiß, das sind irdische Gedanken. Ich weiß auch, wie es auf der „anderen Seite“ zugeht. Aber ich bin hier in dieser Zeitschiene gefangen..er kommt nicht zu mir zurück und ich kann es nicht ertragen…

Bis dann

Endlich mal ein schöner Tag

Ob man von schönen Tagen im Krankenhaus reden kann – na ich weiß ja nicht..aber heute war einer der Tage, die man durchaus als schön bezeichnen kann.

Um 11 Uhr war ich auf der Station und ging in sein Zimmer. Auf seinem Platz lag ein ganz anderer Mann. Ich bin dann zur Theke gegangen und habe nach meinem Mann gefragt. Die Schwester wusste gleich bescheid und sagte mir, dass er noch auf Intensiv wäre, aber gleich hoch käme. Dann sagte der Stationsarzt, welcher auch an der Theke saß, dass mein Mann übers CT nach oben käme, würde halt noch dauern.

Alles klar, sagte ich, dann gehe ich nochmal runter. Die Schwester meinte – ja gehen sie spazieren, dass kann noch dauern.
Die Ärztin, mit der wir das OP Gespräch hatten, saß auch an der Theke und als ich ging sagte sie voller Fröhlichkeit, dass sie (die Ärzte) super zufrieden wären mit der OP und das alles super gelaufen wäre. Das hört sich doch gut an, dachte ich mir und freute mich offensichtlich.

Clever wie ich bin, dachte ich mir, ich gehe runter zum CT und warte dort auf meinen Schatz. Ich stellte mich auf 1 – 2 Stunden Wartezeit ein und spielte an meinem Handy. Ca. 10 Minuten später kam er aber schon mit dem Bett angefahren und freute sich mich dort zu sehen. Nach weiteren 20 Minuten kam er aus dem CT wieder raus und ich bin mit ihm gemeinsam auf die Station gefahren.

Er hat jetzt ein anderes Zimmer bekommen. Mit ihm auf dem Zimmer ist ein 80 Jähriger pensionierter evangelischer Pfarrer. Ein süßer Kerl, hört schwer seit seiner OP (die Ärzte sagen das ist normal, OP war heute) und sieht aus wie eine Mischung aus Papa Schlumpf und Konfuzius. Ein echt lieber Kerl.

Nachdem die Pfleger das Bett von Schatz richtig positioniert haben, seine Sachen aus dem anderen Zimmer geholt hatten und seine Tabletten gebracht haben, konnte ich ihn endlich richtig begrüßen.
Er war ganz vergnügt, keine Spur von Übelkeit. Im Gegenteil – er hatte Hunger! Er hat auf der Intensiv gefrühstückt. Erst ein halbes Brötchen, dann die andere Hälfte auch.
Er erzählte mir wie es ihm letzte Nacht noch so ergangen war und ich erzählte meinen Abend. Wir machten Witze darüber, dass er ja einen Blasenkatheter hat und das er immer noch deswegen sein OP Hemd anhat. Seinen Kasten hat er abgeklemmt bekommen und nach seiner Aussage, kommt der auch nicht mehr dran. Es müsse halt noch der Schlauch gezogen werden. Das sollte eigentlich heute sein. Auch der Blasenkatheter sollte heute raus.

Gestern Abend haben sie ihm einen Flutter gebracht, er muss UNBEDINGT seine Lunge trainieren. Erstens um eben zu trainieren, und auch damit er keine Lungenentzündung bekommt. Auch muss er noch abhusten – gewollt, und zwar so, das der Auswurf blutig ist. Wenn er Rosa ist, ist es gut, je dunkler um so besser aber auch. Es ist deswegen, weil dann der „Kern“ rauskäme aus der Lunge. Also tiefes Sekret, wegen der Drainage. Das ist sehr wichtig.

Er hat sich dann mehr oder weniger dran gehalten. Also er hat schon mit dem Flutter gearbeitet..so ist das nun nicht.
Wir haben sehr viel gelacht – das war ein schönes Gefühl. Er sagte mir, er denke die haben bei der OP sein „Lustigzentrum“ geöffnet, denn er hat wirklich über alles gelacht. Es lief im Fernsehen „The Big Bang Theorie“ und diese Folge haben wir schon bis zur Vergasung gesehen. Er hat aber herzlich gelacht über die Gags, als hätte er es zum erste mal gesehen. Er hat über die Fliege an der Wand gelacht! Schön!

Mitterweile war es halb 1 Uhr und das Essen wurde ausgeteilt. Schatz hat nichts bekommen, wahrscheinlich weil die dort nicht wussten wann er wieder da ist und es gab nichts für ihn.
Aber „Mutti“ ist ja schlau und ich habe auf Verdacht ihm Käsebrote mitgebracht und 2 Bananen. Er hat 2 Käsebrote gegessen und eine Banane hinterher. Ich bin dann auch für eine halbe Stunde erstmal runter ins Bistro und habe auch Mittag gegessen.

Als ich wieder oben war, haben wir dann trainiert. Er hat auf der Intensiv ein „Lungentuch“ bekommen. Das soll er sich um den Rücken legen und vorne auf der Brust über Kreuz legen. Wenn er dann hustet, soll er das Tuch festziehen, damit sich die Lunge hebt und das tiefe Sekret besser ausgeworfen werden kann.
Also habe ich das Tuch um ihn herum gelegt und er hat seine 10 Minuten mit dem Flutter trainiert und jedes mal wenn er husten musste, hat er das Tuch fest gezogen und der Auswurf war rosa. Sehr gut Schatz, dass machst du super – habe ich ihn gelobt.

Nach 5 Minuten Pause kam dann das „Voldyne“ dran. Da muss er einatmen damit das Volumen trainiert wird. Der Schieber kommt bis zur 2500 Marke. Das ist schon sehr gut! Auch da habe ich ihn gelobt, wenn er es bis dahin geschafft hat. Meistens ging es nur bis zur 2000 Markierung, manchmal auf 2250. Aber eben auch manchmal auf die 2500 Markierung.

Die Stunden verstrichen, aber es kam weder ein Arzt, noch eine Schwester (oder Pfleger) rein. Er sollte doch seine Schläuche abbekommen.
Naja, vielleicht machen die das auch später, wenn ich nicht mehr da bin. Macht nichts.

Auf der Thoraxchirurgie kamen „ständig“ Pfleger um die Ecke, aber auf dieser Station irgendwie nicht. Dabei hatte ich angenommen, dass auf der Neuro öfter mal einer vorbei kommt, da liegen schließlich die ganzen frisch operierten. Naja, wieder etwas das ich nicht verstehen muss. Den ganzen Tag über kam niemand.

Wir haben nur gealbert und gelacht. Es tat sooo gut. Gegen 17 Uhr haben wir dann nochmal trainiert. Dann kam auch schon das Abendessen.
Schatz wollte das nicht, ihm missfällt das die den Käse auf die Wurst legen und der Käse dann nach Wurst riecht und schmeckt. Er hat dann von mir die restlichen Käsebrote gegessen und die Banane. Dazu gab es Pfefferminztee.

Wir haben uns noch kurz ernster Unterhalten, weil ich sagte, dass wir seit Sonntag irgendwie keine Infomationen mehr bekommen. Wir wissen immer noch nicht – hat er jetzt Lungenkrebs, oder nicht, und wenn doch warum sagt das keiner – und wenn doch nicht, woher kommen die „Hirnmetastasen“ und dieses Thema eben.

Er sagte zu mir, ich soll auf jeden Fall darauf bestehen die Befunde und alle Bilder in Kopie zu bekommen. Das ist ja mal super klar! Ich würde am liebsten mal seine Akte lesen damit wir mal bescheid wissen. Natürlich kümmere ich mich darum, die Befunde usw in die Hand zu bekommen. Geht gar nicht anders, ich bekomme IMMER die Arztbriefe usw in die Hände. Das ist mir wichtig!

Dann haben wir noch ein bisschen uns mit dem Pfarrer und seiner Frau unterhalten und es war sehr lustig.
Kurz bevor ich gegangen bin, haben wir noch mal herzlich gelacht und ausgemacht was ich morgen alles mitbringen soll. Auf jeden Fall wieder Brote. Er würde sogar das Krankenhausessen essen, aber erst wenn er es gesehen hat. Wenn es schon „scheisse“ aussieht, isst er es auch nicht.
Klar bringe ich ihm morgen auf jeden Fall wieder was von zu Hause mit!

Ich wollte dann los und der Pfarrer sprach mich an. Er wollte mir kurz die Hand geben und als ich sie ihm gab, lobte er mich ganz lieb.
Er sagte, er fände es so schön wie ich mit meinem Mann umginge, wie herzlich und führsorglich und auch wie ich seiner Frau begegnet wäre. Auch für die Freundlichkeit und Geduld ihm gegenüber, er hört ja schwer.

Ich mache mir keine Gedanken darüber wie andere über mich denken, warum auch, er ist mein Mann und mein Leben und ich bin halt so wie ich bin. Aber wenn das jemanden anderen „auffällt“ und es so süß angemerkt wird, hat mich das schon mit Freude erfüllt. Hört man halt gerne in dem Moment.

Ich bedankte mich höflich für das schöne Lob und wünschte dem pensionierten Pfarrer alles Gute und wir würden uns ja morgen wieder sehen.

Dann bin ich los – endlich mal erfüllt von einem guten Gefühl.

Ich hoffe dass das auch so bleibt. Also nicht nur morgen, oder so, bitte eine ganze Weile. Wie das weitergeht mit Bestrahlung und was weiß ich, ist etwas an das ich heute nicht denken mag. Es hat so gut getan meine Liebe so lachen zu sehen und seine Fröhlichkeit zu erleben.
Alles Schlechte war heute so weit weg, als wäre es nicht geschehen.
Dafür Danke ich dem Kosmos!

Bis dann

P.S. Ich habe seit dem 30.06, also der Einweisung ins Krankenhaus bis heute 4 Kilo abgenommen. Ich esse zwar gefühlt die ganze Zeit, bis auf den Tag der Nachricht der Hirnmetastasen..da konnte ich nichts essen..heute morgen bemerkte ich das meine Hose irgendwie lockerer saß und ich bin auf die Waage… – 4 Kilo… Ich finde es zwar gut, da ich die letzte Zeit viel zugenommen habe, aber unter solchen Umständen ist es schon komisch…