Neues im Jahre 2022

Der Job als Pflegehelfer ist sehr stressig, aber auch sehr schön. Gefällt mir gut. Hätte nie gedacht das ich mal in einem sozialen Beruf lande. Manche Wege führe aber zu seltsamen Kreuzungen. Es geht jetzt sogar soweit das ich (hoffentlich lol) zum 01.10.2022 eine Fachausbildung mache.

Mehrere Gespräche mit meiner Chefin haben dazu geführt. Ich möchte weiter im palliativ Bereich arbeiten und ohne medizinische Ausbildung ist es halt schwer. Meine beiden Chefinen haben alles dafür getan mich irgendwie reinzuboxen, ohne Erfolg. So bleibt letztendlich nur der Weg zur Fachausbildung….

Danach kann ich mich dann zur PalliativSchwester weiterbilden usw. es stehen mir auf jeden Fall eine Menge Optionen offen…naja gut, dann eben nochmal 3 Jahre Ausbildung lol

Dadurch das in der Pflege arbeite musste ich mich jezt auch impfen lassen. Konnte 2 Jahre der Impfung und dem Corona entgehen. Hatte oft Kontakt zu infizierten Personen, bin selbst aber nie positiv gewesen, oder hatte irgendwelche Symptome. Jetzt kommt die Impflicht und ich musste mich vergangenen Dienstag zur ersten Spritze begeben. Manno…ich habe sie super weg gesteckt, keine Nebenwirkungen gehabt. Ausser das der Arm halt wehtat…normal…

Ich habe auch keine Angst vor Nebenwirkungen. Ich habe Bedenken das es einen Schub der TTP auslösen könnte. Eine der Nebenwirkungen sind ja Thrombosen und es kann durch die Impfung eine Thrombosytopenie ausgelöst werden. Ja Danke auch….

In 4 Wochen soll ich zur 2. Impfung kommen und es wird Blut abgenommen um zu schauen ob ein Schub kommt..hoffe nicht…

So das war es ersmal im Schnelldurchlauf 😉

Bis dann

Mein Ziel vor Augen

Zunächst möchte ich hier ein paar Worte an Pam richten. Es tut mir leid das ich nicht früher geantwortet habe. Ich hatte keinen PC und WordPress übers Handy ging gar nicht bzw habe ich den Facebook Messenger nicht mehr…

Vielen Lieben Dank für deine warmen Worte. Ich fühle mich immer so aufgehoben bei dir, wenn ich dich lese. Es rührt mich jedesmal aufs neue und ich lese es auch immer wieder durch. Einfach nur schön. Ich danke dir sehr dafür. Es tut mir auch sehr leid was dir passiert ist mit dieser Geschichte. So etwas sollte keiner Frau widerfahren, egal wie alt sie ist. Fühl dich fest von mir gedrückt *Herz*

Ich arbeite immer noch in diesem Altenheim. Abstriche mache ich auch noch, aber nur noch Montags und Freitags. Es hieß im April das wir die Testungen beenden. Dann noch der Juni…dann Juli….dann aber wirklich Ende. Haha von wegen. Meine Chefin kam Ende April auf mich zu und erklärte mir, das die Abstriche nun tatsächlich weniger werden, es sich aber nicht mehr als vollwertiger Job lohnt. Sie wolle mich aber unbedingt behalten und schlug mir vor, wenn ich das denn möchte, in die Pflege gehe könnte. Klar einen Versuch war es durchaus wert, mal reinschnuppern ist doch ok.

Habe Mitte Mai angefangen als Pflegehelferin. Der erste Tag war sehr aufregend. Ein bisschen wusste ich ja schon, dadurch viel es mir leichter mich dort einzufinden. Am ersten Tag bin ich mit einer Fachkraft, der Banni, mitgelaufen und sie hat mir gezeigt was ich im Frühdienst alles machen muss. So konnte ich auch die Bewohner gleich kennenlernen. Sie hat mich bei 3 Bewohnern mitgenommen. Danach hat sie mir gesagt, ich solle alleine weitermachen. Wenn was ist, soll ich sie rufen. Hat alles gut geklappt. Habe die ersten Wochen eh nur die ganz leichten Bewohner gemacht, also jene die nur ein bisschen Unterstützung brauchen.

Heute bin ich seit 3 Monaten dabei und mache fast alles wie eine Fachkraft. Im Grunde alles, ausser Medikamente stellen und Verbände legen. Aber Grundwäsche bzw. Intimpflege sowie aus dem Bett in den Rollstuhl transferieren und anreichen etc. Auch Medis geben und darauf achten das die Bewohner die einnehmen. Insulin spritzen mache ich nicht und auch das reine Zuckermessen lehne ich bis jetzt ab.

Frühdienst geht von 6:30 bis 14 Uhr und Spätdienst von 13:15 bis 8:45 Uhr. Nachtdienste muss ich keine machen. Ich bin von Anfang an sehr herzlich aufgenommen worden und wir stehen alles zusammen. Jeder hilft jedem, wenn es mal brennt und Mobbing etc. gibt es gar nicht bei uns. Ein richtig super Team sind wir alle. Da bin ich sehr froh darüber. Wir haben 3 Stockwerke. Station 1 und 2 (bzw. Wohnbereiche) gehören zusammen und sind je Station 20 Bewohner, also 40 Insgesamt. Der 3. Stock, Wohnbereich 3, läuft extra. Diese Kollegen sind nur auf der 3 und sind auch bei der Übergabe nicht dabei. Machen ihre eigene 😉 Am Anfang war ich immer nur auf der 2. Mittlerweile bin ich auch öfter mal auf der 1 und kenne dort auch jeden Bewohner. Bei uns ist alles gemischt. Mobile, Immobile und Demente Bewohner bunt gewürfelt auf jeder Station. Dement sind ja irgendwie die meisten, aber alles im Rahmen. Richtig „schwierige“ Demente Bewohner haben wir eigentlich nur 3, wobei davon EINE schon sehr „schwierig“ ist. Es ist im Gespräch das sie vielleicht in ein anderes Heim ziehen muss, denn für solche Fälle sind wir nicht ausgelegt. Wir sind ein freies Haus, indem sich alle Bewohner frei Bewegen dürfen. Ist auch richtig. Wenn man nun aber alleine im Spätdienst ist, 20 Bewohner versorgen muss und diese eine Dame rumläuft (darf sie) um andere Bewohner zu „belästigen“ wird das schon grenzwertig seine Arbeit richtig zu machen. Sie greift anderen Bewohnern ins Essen oder krallt sich an ihnen fest, räumt deren Tische ab usw. Das geht einfach nicht…will man sie abhalten, verschärft sich die Situation nur noch und meistens haben wir nicht die Zeit alles mit ihr behutsam zu machen. Vor allem nicht wenn die anderen Bewohner dadurch anfangen durchzudrehen *lacht*

Der Job an sich verlangt viel von einem ab. Aber er macht auch eine Menge Spaß. Ich weiß aber trotzdem, dass ich nicht in der Pflege bleibe. Ist nicht mein Ziel. Mein Ziel ist ja wieder ins palliativ Gebiet zu kommen und daran arbeiten wir. Von dem Lehrgang habe ich nichts weiter gehört, aber meine Wohnbereichsleiterin sagte mir, das ich nächstes Jahr auf jeden Fall in die Beratung käme. Na da bin ich mal gespannt lol

Es gibt eine Menge Geschichten die ich aus meinem Heim erzählen könnte. Viel lustiges, spannendes, interessantes und auch trauriges. Denke ich werde die ein oder andere Geschichte hier festhalten und so erzählen was passiert. Was mich ärgert, was schön ist usw… freu mich schon drauf, gibt ne Menge 😉

Bis dahin erstmal liebe Grüße und #teampflegemitherz an alle Kollegen da draussen

Die Frage ist nicht ob

sondern WANN einem Cororna trifft.

Kein Sorge, ich bin nicht infiziert…hoffe ich. Wir konnten hier alle schön dem Virus aus dem Weg gehen und haben auch immer auf die Mutter von Jörg super aufgepasst. Und doch ist es passiert. Der Neffe von Jörg hat sich infiziert, wusste es nicht und natürlich die Eltern und die Oma besucht. Seine Eltern und die Oma wohnen im Haus gegenüber, keine 30 Meter entfernt. Es trennen eigentlich nur unser Garten und der Hof der Eltern/Oma die Häuser. Die Eltern und die Oma sind infiziert, der Großteil der Familie inzwischen. Am meisten machen wir uns Sorgen über die Mutter halt. Bis jetzt steckt sie es mit ihren 82 Jahren gut weg, ist halt wie massiv erkältet. Der Bruder und die Schwägerin von Jörg liegen da schon richtig flach.

Ich arbeite in einem Altenheim und mache dort Corona Abstriche der Mitarbeiter und der Besucher. Immer voll geschützt und bisher zum Glück keinen positiven Test gehabt. Werder getestet noch ich selbst…von der Arbeit habe ich am Samstag Tests mitgenommen und habe am Samstag die Mutter getestet – POSITIV! Sie war am am Tag davor in Wiesbaden für den PCR Test, aber das Ergebniss sollte erst am Montag kommen. Der Schnelltest am Samstag war aber schon sehr eindeutig. Ich hatte auch gleich Jörge getestet. Er war am Samstag Negativ…

Gestern habe ich von der Arbeit wieder einen Test mitgebracht und Jörg getestet. Auch wieder Negativ, ich auf der arbeit auch negativ.

Die Inkubationszeit dauert ja ein paar Tage und wir haben jetzt echt bedenken das wir uns nicht auch angesteckt haben. Am Sonntag schon kam der Anruf aus Wiesbaden, das die Mutter, Bruder und Schwägerin positiv sind…wir wussten es ja Samstag schon wegen dem Schnelltest. Toll..ich hatte die Mutter ja getestet. Mit Mundschutz und Handschuhe, aber trotzdem…

Bin morgen wieder auf der Arbeit und teste mich selbst sofort wieder, muss ich eh, 2 mal die Woche…und bringe wieder einen Test mit für Jörg. Wir müssen unbedingt gesund bleiben. Nicht nur weil wir den Verlauf bei uns nicht abschätzen können wegen gewissen Vorerkrankungen, sondern auch weil wir einkaufen usw gehen müssen für die Familie. 2 Wochen Quarantäne kann ich mir auch wegen der Arbeit nicht erlauben, bin ja schließlich der Corona Tester…was eine Ironie…auf der Arbeit teste ich ne Menge Leute am Tag und zu Hause fange ich es mir ein …

Ich hoffe echt das Schatz und ich verschont bleiben.

Ansonsten ist nicht viel passiert die letzten Monate. Ich war auf Jobsuche, habe eine Weile in einer Krankenhausküche garbeitet. War gar nichts für mich – uff – aber dann habe ich den Job im Altenheim gefunden. Zunächst bin ich eingestellt als Corona Abstrich Mitarbeiter und wenn die Zeit rum ist, am 01. Juni, bekomme ich hoffentlich einen Job im palliativ Bereich. Meine Chefin hat da was angedeutet *freu* die wollen mich gerne behalten, aber ich habe ja keine pflegerische Ausbildung, bin „nur“ Sterbeamme bzw. palliativ Begleiterin. Sie war aber deswegen auch schon beim Vorstellungsgespräch sehr angetan von mir und meinte, wir finden da schon eine Stelle die ich besetzen könnte. Zum 01. Juni hin möchte sie sich mit mir und der Pflegedienstleitung hinsetzen und das dann besprechen. VIelleicht auch als eine beratende Funktion oder so, mal sehen.

Meiner Schwester geht es gut, ihrem Mann auch. Sie wohnen ja jetzt schon fest im Haus und haben sich soweit eingelebt. Jetzt mit der Arbeit komme ich nicht mehr so oft nach Wiesbaden. Ich war an meinem Geburtstag kurz da. Aber das ich für ein paar Tage bei mir zu Hause bin eigentlich gar nicht im Moment. Ich lebe ja bei meinem Schatz in Rüdesheim, meine Meldeadresse ist Wiesbaden. Umziehen kann ich nicht. Meine Schwester bzw. eher ihr Mann fragt zwar dauernd, aber es geht einfach nicht zur Zeit. Er will mich aus dem Haus haben mit dem Argument – ich sei ja eh nie da. Stimmt ja schon irgendwie, aber Platz haben die genug und mein Zimmer wird jetzt so dringen auch nicht benötigt. Die Kostenaufteilung was die Umlagen zB. angeht haben wir geklärt. Einige Sachen bezahle ich aber komplett obwohl ich es nicht nutze wie zB. der Telekomvertrag. Das sind Dinge die müssen wir bei gegebener Zeit halt noch ändern. Aber schon lustig wenn man es eng sieht. Das ich Internet/Telefon bezahle ist in Ordnung, aber ausziehen sollte ich am besten schon gestern *lacht* naja alles nicht so wild. Mein Schwager muss immer bedenken das ich nach einem Auszug irgendwann vielleicht wieder ins Haus zurückziehe. Jörg und ich könnten uns trennen oder sonst was… ich hatte den Vorschlag gemacht, das sie ins Haus mit einziehen können, aber er soll sich von dem Gedanken lösen das er das Haus übernimmt…

Gut…ich halte hier alles auf dem Laufenden, mal sehen – hoffentlich geht Corona an mir vorbei…

Junge wie die Zeit vergeht

Es ist fast ein ganzes Jahr her als ich meinen letzten Eintrag verfasst habe. Upsi ^^

Es ist eine Menge passiert. Es ist alles so eingetroffen wie ich es mir gedacht und vorgestellt hatte. Meine Schwester ist mit ihrem Mann ins Haus gezogen, ich bin immer noch mit meiner neuen Liebe zusammen und auch sonst läuft alles mehr oder weniger rund.

Es ist bisschen eng im Haus, wegen der ganzen Möbel, aber es ist gemütlich und irgendwo findet sich doch immer noch ein Plätzchen. Die Küche ist groß genug. So hat jeder von uns seinen Bereich für Geschirr, Gewürze usw und der Herd und die Spüle ist ja klar, teilt man sich eben. Kein Problem. Sicherlich muss jeder auch den einen oder anderen Kompromiss eingehen, aber im Großen und Ganzen läuft alles recht gut. Jeder hat sein Zimmer in das er sich auch mal zurück ziehen kann…nur der Keller ist eine einzige Katastrophe *lacht*

Matti macht zur Zeit ihr Anerkennungsjahr in der KiTa und Stefan hat eine neue Arbeit angefangen. Er ist in seinen alten Beruf des Krankenpflegers zurück gekehrt und ich hoffe er bleibt dabei. Aller Anfang ist schwer, vorallem nach 20 Jahren fern dem Beruf, aber das Rad wird ja nicht neu erfunden und er wird sich bestimmt reinfinden.

Was meine Wenigkeit angeht – naja…ich suche eine Arbeit zur Zeit, das Geld geht zur Neige. Schwierig in Coronazeiten…vorallem wenn alle Rücklagen verbraucht sind, die Kosten aber weiterlaufen und die Möglichkeiten sich langsam erschöpfen. Geht da mir nicht anders als vielen in Deutschland… Büro wäre in Ordnung, der palliativ Bereich ebenso, aber ich kann im Moment nicht wählerisch sein…Aushilfsjobs sind auch Willkommen, sowas wie Angestellte in Lebensmittelläden…oder so…

Mit Jörg und mir läuft es auch gut. Wir haben paar Reibungspunkte. Wir arbeiten daran. Manchmal ist es echt schwer und man ist der Aufgabe nahe, aber letztenendes sind wir glücklich einander zu haben und stehen das gemeinsam durch. Unsere Liebe ist stärker als alles zuvor dagewesene, auf beiden Seiten. Er zeigt mir ständig seine Liebe ohne mich zu erdrücken und wir leiden beide Höllenqualen wenn wir mal ein paar Tage getrennt sind. Zwischen uns ist ein sehr starkes Band entstanden, das sich nicht mehr so leicht zerreissen lässt.

Gesundheitlich geht es mir gut. Mein Rheuma hält sich bedeckt, mit meinem Asthma komme ich super zurecht, es beeinträchtigt mich überhaupt nicht. Nur eines muss ich festellen und hier mal festhalten, auch wenn ich sonst nicht darüber schreibe. Es war diesmal aber so aussergewöhnlich und seltsam – ich habe es noch nie so erlebt..

Ich habe einen regelmäßigen Zyklus mit nicht so argen Schmerzen während der Periode. Diesmal mal aber, bin ich bald gestorben..Sie kamen pünktlich wie immer. Am 2 Tag setzten aber Schmerzen ein, die habe ich so nie gehabt. Die Schmerzen hielten 4 Tage an und Schmerzmittel haben kaum Linderung gebracht. Ich habe auch eine Menge Blut verloren, Blutsturzartig. Ohne jetzt sehr bildhaft zu werden kann ich aber sagen, das es für mindestens 3 Perioden gereicht hätte! Es war diesmal auch im übertriebenen Maße viel Gebärmutterschleimhaut dabei. Die Schmerzen kamen Wehen gleich, auch wenn ich nicht weiß wie sich Wehen anfühlen. Aber ich denke mit diesen Schmerzen die ich hatte, habe ich eine gewisse Ahnung bekommen wie sich das anfühlen muss. Ich übertreibe hier nicht..es war wirklich schlimm. Habe natürlich auch auf alles andere geachtet wie Farbe, Geruch usw um einen eventuellen Krankheitsverdacht zu erkennen.

Es war aber alles wie immer, kein Geruch, keine farbliche Veränderung. Nur Schmerzen des Todes und eine Blutmenge die nicht mehr normal war. Zumindest nicht für mich.

Für die weiblichen Leser hier zum Verständnis – einen orangen, also großen Tampon mehrfach an 2 Tagen innerhalb einer halben Stunde bis Stunde durchgeblutet!

Ich bin fast 44 Jahre alt und komme langsam ins gewisse Alter. Können das schon hormonelle Veränderungen sein? Konnte das auch ein Abgang sein? Ich habe viel gelesen und konnte zum Glück auch vieles ausschließen was Krankheiten anbelangt…. Natürlich kann ich nicht wissen ob vielleicht Myome und dergleichen verantwortlich sein könnten… aber so wie diesesmal hatte ich es noch nie…

Ich werde wohl oder übel dann mal einen Gang zum Gyno machen müssen. Denn nächsten Monat mache ich das nicht nochmal mit -.-

Schreibe normalerweise nicht über solche Sachen, aber das fand ich für mich schon so ungewöhnlich…

Denke ich werde wieder öfter mal schreiben, kam irgendwie nicht dazu – ständig unterwegs, kein PC greifbar und so weiter…man kennt es ja ^^

Bleibt gesund

4 Jahre

Heute am 10. Januar 2020 sind es 4 Jahre seit dem du nicht mehr bei mir bist. Es hat sich aber viel getan bisher.

Das erste Jahr bin ich komplett durchgedreht. Ich habe Menschen in meiner Umgebung sehr weh getan, nur um meinen eigenen Schmerz zu dämpfen. Das war nicht richtig, es tut mir leid, aber ich konnte einfach nicht anderes…

Im 2. Jahr hat sich alles dann wieder beruhigt und ich habe mich um andere Dinge kümmern müssen. Dinge, die das Leben betreffen. Papa wurde sehr krank und ich habe mich um ihn gekümmert. Papa ist dann auch gestorben….

Im 3. Jahr lief eigentlich alles soweit wieder normal, ausser das die Sorgen um Mama immer größer wurden. In diesem 3. Jahr ist dann auch Mama gestorben…

In der Zwischenzeit haben sich aber 2 Wege gekreuzt.  Ich bin mit jemanden zusammen gekommen, was ich niemals erwartet hatte. Dieser Mensch bedeutet mir mehr, als ich es mir je eingestehen möchte. Er ist meine Heimat geworden. Mit ihm kann ich die letzten 4 Jahre versuchen zu verarbeiten, wobei ich das gar nicht will…eigentlich…es ist nicht sein Päckchen…

Er hat mit meiner Vergangenheit nichts zu tun, obwohl sie ihn sehr berührt. Nicht nur im positiven….

Mir geht es heute nicht so schlecht wie die letzen Jahre. Ich meine damit DEN einen Tag. Die letzten 2 Tage ging es mir richtig schlecht. Meine Sis war da und sie konnte mich, ich konnte mich, gut ablenken. Aber abends im Bett kamen die Gedanken. Ich weinte mich die letzten 2 Tage in den Schlaf. Nichts schlimmes, die Tränen kamen einfach so…ich habe viel nachgedacht darüber was passiert ist, in weiterer und näherer Vergangenheit.

Ich habe an dem Tag, als Mama gestorben ist, meinen Ehering abgelegt. Ich habe immer damit gekämpft und ihn weiterhin mit Stolz getragen. Aber an dem einem Tag wusste ich, es beginnt eine neue Zeitrechnung. Ich habe in abgenommen, als wäre es „nur“ ein Ring. Es ist nichts mehr da, was „ich“ bin. Es ist das 3. mal in meinem Leben das ich mich komplett neu einstellen muss…das fällt mir schwer.. ich mag Veränderungen nicht, wenn sie so gravierend sind. Aber das gehört zum Leben nun mal dazu…

Trotz alle dem geht es mir heute nicht so schlecht, wie in den letzten Jahren. Meine Nichte hat mir geschrieben und auch alte Freunde haben angerufen um mir Kraft für heute zu wünschen. Ich habe ihnen mitgeteilt, dass ich jemanden neues an meiner Seite habe. Alle haben sich sehr darüber gefreut. Meine Nichte besonders. Es wird auch Zeit das du jemanden hast. Der dich auffängt, der dir aus deinem Trauma raushilft…hat sie gesagt…

Manchmal, wenn ich nervös bin, greife ich an meinen Ringfinger und spüre das er nicht mehr da ist. Ich habe immer rangegriffen und den Ring am Finger gedreht. Es ist immer noch ein seltsames Gefühl das ich meinen Ring nicht mehr trage. Mein Ringfinger fühlt sich leer an…aber auch das gehört dazu…

Nun..es sind 4 Jahre jetzt und ich kann mit dem Schmerz umgehen. Es ist wie es ist und es muss einfach weitergehen. Ich will das auch, ich bin bereit. Auch wenn es immer mal wieder Momente gibt, immer wieder diese Dämonen, die mich in die Vergangenheit ziehen wollen. Aber das hilft mir nicht. Ich bin jetzt bereit für einen neuen Weg. Koste es was es wolle, es geht einfach nicht anders…sonst wäre ich längst nicht mehr hier…

Mein Weg geht weiter. Alles was war – war – alles was jetzt kommt kann mich nur weiter formen und mich zu einem besseren Menschen machen. Einem Menschen, der die kleinen Dinge achtet und schätzt, was ich sowieso immer schon tat.

Ich danke dir für alles was du mir gezeigt hast, für alles was du mich gelehrt hast. Du bleibst in meinem Herzen, du bleibst ein Teil von mir. Du gibst mir aber die Kraft die ich brauche um weiterzumachen. Das ist auch das was du wolltest….

Bis bald

 

Silvester 2019/2020

Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch und ein tolles neues Jahr ❤️

Es beginnt nicht nur ein neues Jahr, Nein, auch ein neues Jahrzehnt. 2020….Wahnsinn oder? Wünsche allen die ein nicht so tolles Jahr hatten das es aufwärts geht und allen die ein ein gutes Jahr hatten – macht weiter so und schätzt was ihr habt.

Beste Wünsche für euch alle ❤️ bis dann

Bald ist Weihnachten…

Dieses Weihnachten ist ein weiteres Weihnachten das eher traurig ist. In diesem Jahr fehlen sie wirklich alle. Mein Mann, mein Papa und nun auch die Mama…

Sie ist im August gestorben und die ganzen letzten Monate habe ich mich um so viele Dinge gekümmert, das da kein Platz für Trauer war. Sicherlich waren meine Sis und ich traurig und haben getrauert, aber eigentlich haben wir beide es von uns geschoben. Nicht darüber nachgedacht wie es sein wird, wenn dann Weihnachten vor der Tür steht. Es war ja schon schlimm das die Mama gegangen ist, eine Woche vor dem Geburtstag meiner Schwester. Das war zu dem Zeitpunkt viel dramatischer als der Gedanke wie es an Weihnachten sein wird.

Langsam kommt alles hoch wie es war mit der Mama. Dann erinnere ich mich auch wie das bei Papa war. Als er gestorben ist habe ich versucht starkt zu sein und die Trauer von Mama und meiner Schwester aufzufangen, selbst in Trauer gefangen. Ich habe mich um alles gekümmert um ein schönes Weihnachten auf die Beine zu stellen. Irgendwie hat mir das aber geholfen das zu verarbeiten. Die letzten beiden Weihnachten hatten wir dann auch ein schönes Fest. Papa war auch da, in unseren Herzen und in unseren Gesprächen. Wir dachten an ihn wie er gewesen ist, was er gesagt hat und wie gerne er doch seine Weihnachtsmusik abgespielt hat und sich gefreut hat. Es gab keinen stillen Moment, wir haben uns an die schönen Dinge erinnert und gelacht.

Dieses Jahr versuche ich das auch. Ich habe etwas Angst vor Heilig Abend, denn jetzt ist alles irgendwie anders. Dieses Weihnachten ist nur meine Schwester da und ich. Das Haus ist still. Ein bisschen habe ich geschmückt und alles etwas weihnachtlich hergerichtet, aber nicht so wie ich es die letzten Jahre gemacht habe. Irgendwie tut es weh den Weihnachtsschmuck zu dekorieren.

Meine Schwester bekommt ein zusätzliches Geschenk von mir. Es ist von Mama. Ich habe es in ihrem Sinne gekauft und es ist wie ein letzter Gruß von ihr. Das haben Mama und ich auch im ersten Weihnachten ohne Papa gemacht. Da gab es ein Geschenk im Papas Sinne.

Seit nun 4 Jahren habe ich keine schöne Weihnachten mehr. Es liegt immer ein dunkler Schatten darüber. Ich mag die Lichter, die Düfte und das Gefühl, aber ich kann es nicht mehr genießen wie früher.

Ich denke auch oft an ganz früher als Weihnachten noch schön war. Heilig Abend waren wir alle zusammen. Gegen Abend bin ich immer nach Hause gefahren und habe dann für unsere einsame Herzen Essen vorbereitet. Jedes Jahr kamen alle unsere Freunde zu uns die niemanden hatte und allein wären an dem Abend. Es wurden immer weniger über die Jahre und nun ist es so das ich das einsame Herz bin. Ganz alleine an Weihnachten…Meine Sis kommt natürlich an dem Tag, aber am Abend fährt sie nach Hause zu ihrem Mann. Ich möchte das die beiden ein schönes Fest in Zweisamkeit haben, ich klinke mich da aus. Ich will kein Mitleid oder so, ich schaue immer das es den anderen gut geht und stelle mich hinten an. War schon immer so… Das macht mich zufrieden, wenn ich sehe das es den anderen, besonders meiner Schwester, gut geht.

Ich wollte es mir dann auf der Couch gemütlich machen, etwas Wein trinken, weinen  und schauen das der Abend vorüber geht. Vielleicht wäre ich auch an meinen PC gegangen und hätte etwas gezockt.

Nun ist es aber so das ich ja jemanden an meiner Seite habe. Ihm geht es zwar auch nicht so besonders da auch in seiner Familie welche gestorben sind. Vater, Tanten und jetzt erst kürzlich seine Cousine. Dennoch möchte er für mich, für uns, ein schönes Weihnachten herrichten. Damit wir beide nicht alleine sind an dem Tag/Abend. Damit es uns gut geht bzw. werden wir es uns gut gehen lassen. Ich bereite ein schönes leckeres Essen vor und bringe einen Haufen Weihnachtsfilme bzw Disneyfilme mit, die wir dann über die Feiertage schauen wollen.

Er ist ein Lichtblick in meinem Leben. Bodenständig, eine wahnsinns Stimme und er ist so sagenhaft lieb und aufmerksam. Nach dem Tod von meinem Engel war es für mich nicht möglich jemals wieder einen Mann an meine Seite zu lassen. Emotional. Ich hatte nie daran geglaubt und habe mich auf ein Leben ohne Mann eingestellt. Langfristig auch komplett ohne Mann, das heisst auch keine Freundschaften Plus mehr, gar nichts. Nur ich mit mir alleine. Katzen wollte ich mir holen. Die kann ich auch alleine lassen wenn ich dann wieder arbeiten gehe.

Dann kam aber er in mein Leben und ich habe für einen Augenblick nicht aufgepasst und er hat eine Lücke in meine Mauer gerissen und nun bricht sie immer weiter auf. Ich hätte das nie für fassbar gehalten das es in dieser Welt noch jemanden für mich gibt, auf den ich mich einlassen könnte. Mit seiner ganzen Art, seiner Stimme und wie er spricht hat er mich eingefangen. Wir sind erst wenige Wochen zusammen aber ich spüre jetzt schon das ich eine sehr intensive Liebe zu ihm habe. Ihm geht es genauso. Ich hätte niemals daran geglaubt das ich so eine Liebe wie die, die ich zu meinem Mann hatte noch steigern könnte. Er löst es aber bei mir aus und ich bin von mir selbst etwas überrascht und verwirrt.

Es gibt ja so einen Spruch, der heisst

Dir wird im Leben niemals etwas genommen, ohne das es durch etwas besseres/schöneres ersetzt wird

Ich habe davon nichts gehalten, denn es war nicht möglich. Etwas besseres/schöneres als mein Mann gab es einfach nicht. Das war für mich immer das Non Plus Ultra.

Und dann kam er in mein Leben und in mein Herz….

Wünsche euch allen noch eine schöne besinnliche Endspurtzeit vor Weihnachten und lasst es euch gut gehen ♥

Alles ganz anders

Die letzte Zeit ist viel passiert, also die Zeit nach meinem letzten Eintrag um genau zu sein.

Ich habe jemanden kennengelernt. Naja ist eigentlich nicht ganz richtig, ich kenne diesen Mann schon eine Weile, hatte aber nie viel mit ihm zu tun. Er war in meiner vorherigen Wohnung mein Postbote. Ja ja – wenn der Postbote 2 mal klingelt 😉

Wie dem auch sei, wir hatten immer mehr privaten Kontakt per WhatsApp in den letzten Monaten. Irgendwann kam es dann auch dazu, das ich zu ihm nach Rüdesheim gefahren bin bzw er mich abgeholt hat. Habe ja kein Auto. Ich hatte dann Gulasch gekocht und wir haben bissl was getrunken und viel, ich meine sehr sehr viel, geredet. Aber als wir so da saßen und etwas schüchtern am Bier nippten, sah ich aufeinmal etwas in ihm. Etwas vertrautes. Etwas das mich zu ihm hingezogen hat, was ich schon eine sehr lange Zeit nicht mehr gefühlt hatte. Das Gefühl von Heimat!

Wir sind dann auch in früher Morgenstund im Bett gelandet, aber das hat hinten und vorne so gar nicht geklappt. Der Alkohol war natürlich nicht ganz unschuldig. Am nächsten morgen sprachen wir darüber und es war gut.

Er brachte mich wieder nach Hause und wir verabschiedeten uns. Kaum eine halbe Stunde später kam eine WhatsApp und wir schrieben eine Weile. Am nächsten Tag telefonierten wir. Er erklärte mir das er richtig verliebt in mich sei, aber das nicht erst seit kurzem. Wir frotzelten eine Weile rum und dann sagte ich sowas wie – ich wäre jetzt gerne bei dir. Ich meinte das aber auch nicht sooo ernst, und er meinte nur, er sei in ca. einer Stunde da. Ich lachte und sagte:“Nicht dein Ernst, oder“. Er sagte mir, das er mich auch gerne bei sich haben möchte. Also bin ich am Abend wieder bei ihm gewesen.

So ging das die ganze letzte Zeit. Ich war immer mal 2, 3 Tage bei ihm, dann war ich einen Tag bei mir zu Hause, dann war ich wieder bei ihm. Wir reden unheimlich viel und auch sehr sehr offen. Ich fühle mich zu ihm hingezogen und wenn er anfängt mir den Himmel zu versprechen schmunzel ich einfach nur. Männer sind ja so ;). Aber dann passierte etwas, das ließ mich doch etwas aufhorchen. Ich bekam eine E-mail und das war eine wunderschöne Liebeserklärung. Nichts schmalziges, oder poetisches, gar nicht. Einfach und ehrlich geschrieben.

Das hat mich sehr überrascht. Ich weiß, er war 2 mal schon verheiratet, beides male keine Liebesheirat. Bei mir wäre das anders, sagt er. Er weiß auch alles was bei mir passiert ist, was mit Horsti war und auch meine tiefere Vergangenheit und sagte mir ganz ehrlich, das dies alles starker Tobak ist und jeder andere wahrscheinlich dann doch nicht wollte. Aber er nimmt mich so wie ich bin, auch mit Horsti in meinem Kopf und in meinem Herzen. Er will mich nicht verschrecken und möchte ganz behutsam mit mir umgehen (was halt mit Horsti zu tun hat). Er akzeptiert einfach alles an mir.

Er sagte dauernd schöne Worte. Wir reden aber auch viel über alles andere. Er gräbt nun nicht ständig an mir rum. Aber wenn er was schönes sagt, dann sitzt das. Dann berührt mich das in einer Art und Weise wie es bisher nur mein Horsti konnte.

Ich habe viel nachgedacht und denke das ich es versuchen möchte. Da ist nun ein Mann, ganz anders wie die, die ich sonst um mich herum habe. Ich denke auch Horsti wäre einverstanden mit Jörg. So heisst er. Wenn ER mich MIT Horsti nimmt, kann ich auch mein Herz ihm gegenüber öffnen und etwas neues wachsen lassen. Eine neue Liebe, eine andere Liebe, eine echte Liebe.

Gleichzeitig habe ich aber ein Problem. Oder sagen wir ein dumme Situation. Ich hatte im letzten Beitrag ja geschrieben das ich mit Otto eine Freundschaft Plus pflege und er auch hoffnungslos in mich verliebt ist. Das musste ich beenden. Wenn es mit Jörg etwas ernstes sein soll ist ja es mal völlig selbstverständlich das ich mit Otto brechen muss.

Ich rief Otto am Montag, vorherige Woche an und bat ihn zu mir. Otto dachte natürlich wir hätten wieder unseren Spaß. Im Laufe des Abends führte ich aber das Gespräch in die Trennungsrichtung. Ich erklärte ihm das ich ihn zwar lieb habe, als Freund, aber das wir das Plus streichen. Das ich das Plus streiche. Hat er natürlich gar nicht verstanden. Wir redeten und redeten und dann ist etwas passiert, was nicht hätte passieren dürfen. Wir hatten nochmal Sex. Am nächsten morgen habe ich ihn dann „rausgeschmissen“.  Tage lang schrieb er mir dann etliche WhatsApp und auch Sprachnachrichten. Aber ich habe mich nicht mehr umstimmen lassen. Ich fühle mich nicht zu ihm hingezogen, Otto und ich haben keine Zukunft. Das war mir sowieso immer klar und ich denke dadurch das er mich liebt, hatte er sich aber eine Zukunft vorgestellt. Es wäre sowieso in die Brüche gegangen. Als Freund möchte ich ihn nicht verlieren, dafür kennen wir uns zu lange.

Irgendwann hat er es dann verstanden und er hat sich jetzt schon ein paar Tage nicht mehr gemeldet. Ich weiß das es ihm wahnsinnig weh tut. Mir tut es auch leid, aber ich hätte das mit dem Plus eh nicht mehr lange mitgemacht. Sobald Gefühle auftauchen wird immer einer leiden…

Ich habe mit Jörg darüber gesprochen, er wusste das ich mit Otto eine Plus Freundschaft hatte, das hat ihm auch sehr zugesetzt. Wir hatten schon etwas angebandelt und ich springe nochmal ins Bett mit „dem anderen“. Es war nicht mein Plan, nicht mein vorhaben. Es war scheisse von mir. Als Jörg hörte das da nochmal was war, war er sehr verletzt und enttäuscht. Er ist es immer noch und hadert sehr damit. Trotzdem möchte er mich festhalten und will mich. Er sagte zu mir, er müsse darauf klar kommen und sich immer einreden das wir da ja noch nicht zusammen waren. Es schmerzt trotzdem ohne Ende.

Ich denke aber das wir das schaffen werden. Wenn wir diese Hürde genommen haben sind wir noch viel enger zusammen gewachsen. Das hoffe ich zumindest..

Wir sind jetzt 6 Tage zusammen und erleben schon eine heftige Achterbahnfahrt. Wir telefonieren jeden Tag mehrmals miteinander, abends sind es Stunden. Zwischendurch schreiben wir WhatsApp, aber nichts kitschiges. Sondern Dinge die wir zu erledigen haben, wie Termine gelaufen sind usw. Am Telefon reden wir über dies und das und auch über die Otto Sache. Wir sagen dazu jetzt Akte M, weil es an einem Montag eben passiert ist und ich den Namen Otto nicht erwähnen möchte, weil Jörg so sehr darunter leidet und ich das nicht möchte. Ich hätte ihm absagen sollen und die Trennung vom Plus am Telefon erledigen müssen, dann würde jetzt nicht so etwas zwischen uns stehen. Aber wir werden es schaffen. Er kommt darüber weg, wir reden ja ständig darüber und ich versuche meine Verlustangst in den Griff zu bekommen. Wir gehen durch die Akte M beide in eine sowieso ungewisse Zukunft, aber wenn wir es gar nicht versuchen war alles umsonst…

Tja, wie heisst es so schön – Das Leben passiert während du es planst ;P

 

Vorläufiger Lebensplan

Wie es mit Lebensplänen so ist – man kann planen, keine Frage. Meistens passiert das Leben aber dann so, das der Plan mehr oder weniger hinfällig wird. Ich habe nun für mich einen gewissen „Fahrplan“ erstellt, der vernünftig klingt und ich denke auch gut umsetzbar ist.

Vorab möchte ich aber noch folgendes erzählen. Ich hatte ja das Jobangebot in Idstein. Private Sterbebegleitung. Bei dem kennen lernen stellte sich aber schnell raus, das die Frau B. eine Krankenpflegerin sucht, die auch über Nacht da bleibt. Habe ich, glaube ich schon erzählt, egal 😉

Eine Woche später klingelt mein Handy und das Hospiz Idstein war dran. Sie hätte meine Nummer von der Frau B. und sie suchen eine Mitarbeiterin. Es wäre eine 60% Stelle und ob ich interesse hätte. Auch bei diesem Gespräch kam schnell heraus, das sie eine ausgebildete Krankenschwester suchten, mit der Zusatzqualifikation „palliativ“. Ich habe halt nur dieses Zusatzqualifikation. Fänden sie sehr schade, ich wäre ja so symphatisch, auch durchs Telefon bla bla. War ein sehr nettes Gespräch, muss ich schon sagen 😉 Auf jeden Fall war das Ende von den Telefonat doch ein kleines bisschen erfolgreich. Sie hat mich gefragt ob sie meine Nummer behalten darf und in die Kartei mit einfügen. Es gäbe vielleicht mal jemand, der jemanden braucht für z.B. eine Sitzwache. Klar mache ich gerne bzw gerne kann sie die Nummer im System speichern.

Schade eigentlich, aber auch irgendwie witzig wie schnell man an einen Job kommen könnte. Auch irgendwie gruselig. Naja, aber das Ding ist halt – ich bin eine reine Sterbebegleiterin/Trauerbegleiterin und bin keine ausgebildete Kranken -oder Altenpflegerin. Ich habe zwar mit dem Gedanken gespielt eine Krankenschwesterausbildung dran zuhängen. Aber wieder 3 Jahre lernen, kaum Geld? Ich muss ein Haus unterhalten. Mit einem Ausbildungsgehalt nicht so leicht und nebenbei noch arbeiten? Öh nö..mein Leben besteht nicht nur aus arbeit. Ich bin nicht faul oder so, aber ich lebe nicht nur um zu arbeiten! Auch habe ich in Erwägung gezogen eine KrankenHELFERausbildung zu machen, aber da habe ich bedenken, das dies nicht ausreicht. Wäre ja nur eine Helferin einer Schwester… mh … vielleicht besser als jetzt, aber trotzdem bestimmt nicht ausreichend…

Gut. Nach diesen lustigen Fehlstarts, die mir aber eine Menge neuer Gedanken und Menschen nahgebracht hat, bin ich zu folgendem Entschluss gekommen:

Im Februar bin ich auf dem Seminar in Hamburg um mein Zertifikat zu bekommen. Bis dahin lebe ich noch von dem Geld das ich habe. Bis Februar komme ich damit auch gut rum, große Sprünge kann ich nicht machen, aber das ist ok. Wichtig ist einfach das ich meinen Lebensunterhalt gut bestreiten kann und mir nichts fehlt. Der Kühlschrank ist auch am Ende des Monats noch voll 😉 aber ich kaufe mir halt keinen Dekoschnickschnak, oder Kram den man eigentlich gar nicht braucht lol so sollte es eigentlich immer sein, aber ich kann schwer an glitzernden Dingen vorbei haha Mir geht es nicht schlecht, will ich damit sagen. Trotzdem ist es ein echt blödes Gefühl zu wissen, das ja kein Geld reinkommt im Moment, nur Ausgaben….

Also…bis zu meinem Zertifikat bin ich zu Hause. Ab Februar kann ich mich dann offiziell bei Krankenhäusern, Hospizen usw bewerben. Das geht hier in Wiesbaden nur mit Nachweis einer Ausbildung bzw Schulung. Ich weiß es gibt Stellen, die Zeitungen sind voll. Ich mache mir da keine großen Sorgen. Sollte es echt schief gehen, kann ich immer noch einen Bürojob suchen, habe ich ja gelernt, und dann mal weiter sehen. Vielleicht mache ich das auch sowieso, und erstmal Sterbebegleitung als Ehrenamt. Eine Webseite von mir ist in Bearbeitung, das ich auch private Menschen erreiche bzw sie mich. Das aber jetzt erstmal so mein grober Fahrplan. Wenn sich vorher etwas ergibt, für Geld verdienen zwischendurch sage ich klar nicht Nein.  Bin in Allem recht entspannt. Mein Weg wird schon werden, da bin ich mir sicher.

In meinem Privatleben gibt es nicht viel zu berichten. Die Mama ist jetzt etwas für 2 Monate tot und langsam komme ich wieder klar. Ich weine nicht mehr so viel und rufe auch nicht mehr dauernd nach ihr. Nicht das ich nicht mehr trauere, es ist halt das umgehen damit. Ich bin seit 4 Jahren in konstanter Trauer und ich weiß sehr genau wie ich mit dem Schmerz umgehen kann und muss.

War seit ca. 1 1/2 Jahren total abstinent was Bekanntschaften angeht. Hat mir auch nichts ausgemacht. Zu Avni war der Kontakt da noch nicht vorbei und auch der Mainzer und die Ulli haben sich regelmäßig gemeldet. Aber alles halt nur immer übers Handy. War ok, mir hat auch nichts gefehlt.

Vor ca 3 Wochen war es dann wieder mal soweit. Am Tag war meine Sis da und wir hatten eine Menge Spaß in unserem Game „Ark:Survival Evolved“. Sie ist gegen Abend nach Hause gefahren und mir war dann langweilig. Ist mir eigentlich öfter abends, aber da schaue ich halt fern, spiele nebenbei auf meinem Tablett oder schaue mir TikTok Videos an. An diesem Abend war es aber anders.

Ich wollte nicht alleine sein, wollte auch was trinken und mal wieder so etwas wie ein „gemütliches zusammensitzen“ haben. Ich schrieb eine WhatsApp an Mainzer, Otto, fragte wie es ihm geht und was er macht. Er fragte ob er vorbei kommen soll und ich dachte mir nur: yeah zum Glück hat er gefragt 😉 meistens frage ich ja lol

Fand ich super und freute mich schon. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich keine Hintergedanken, gar nichts in dieser Richting. Ich freute mich einfach das Otto Zeit für mich hat. Im Nachhinein eigentlich ein überflüssiger Gedanke. Otto ist der letzte Mann in meinem verstorbenen Freundeskreis und er war immer für mich da, und hat bisher immer alles stehen und liegen gelassen wenn ich ihn angerufen habe. Und es ging nicht immer um Sex 😉 Ich sehe das aber nicht als selbstverständlich an, deswegen freute ich mich das es klappt.

15 Minuten später war er dann da und wir saßen zu zweit gemütlich zusammen und tranken etwas. Wir aktualisierten uns was so passiert ist. Ich hatte ja nu nicht so die Neuigkeiten, aber er schon. Man war das ein Spaß mal wieder alte / neue Geschichten zu hören, wie es anderen ergangen ist (die man kennt, aber keinen Kontakt pflegt) und wie schön es war zu lästern. Das übliche halt, wenn man zusammen sitzt und es einfach nur lustig ist. Irgendwann war es auch klar, das er die Nacht bleibt. Ich hätte ihn nicht mehr fahren lassen, ist doch klar. Wie es bei Alkohol so ist, es gibt nicht nur „Lacher“ Gespräche, irgendwann fangen auch mal die „Tiefen“ Gespräche an. Wir waren jetzt nicht soooo betrunken, aber es war sehr spät. Vielleicht schon 2 Uhr oder so, weiß nicht mehr.

Er fragte mich wie es mir wirklich geht und ich fing an zu weinen. Wegen Mama, wegen dem alleine sein, wegen allem einfach. Er ist mein Freund und er hört sich auch alles an und geht auch darauf ein. Bis dahin immer noch kein Gedanken an Sex. Von ihm auch nicht, ich weiß wenn er es will 😉 Wir unterhielten uns lange und ich lag die ganze Zeit in seinem Armen. Er roch gut und es hat einfach so wahnsinnig gut getan, in seinen Armen zu liegen und wie er mich festhielt und wiegte.

Dann rappelte ich mich auf, hatte keine Lust auf weinen und wir streiften wieder ins Lustige ab. Irgendwann war es 4 Uhr oder so und ich war echt müde inzwischen. Ich sagte ihm, das ich jetzt das Bett mache und wir dann etwas pennen können. Er half mir dabei und wir setzten uns noch mal hin um den letzten Schluck Bier auszutrinken. Ich dreht mich zu ihm herum und bedankte mich das er spontan zu mir gekommen ist. Er meinte nur so: “ Du weißt, wenn du mich brauchst bin ich für dich da. Ich versuche alles um bei dir zu sein.“ und bedankte sich seinerseits das er da sein dürfe.

Dann – klassischer geht es kaum – küsste ich ihn. Er erwiderte zunächst, zog dann aber zurück und fragte mich ob ich mir da sicher sei. Er wäre ohne Hintergedanken zu mir gekommen und nun käme es „dazu“. Ich fragte ihn ob er denn nicht wolle, wäre aber auch ok für mich wenn nicht…. gut…. ich entschuldigte mich für den Kuss und trank ein Schluck Bier.

Am nächsten morgen, ist zuviel gesagt, ein paar Stunden später sind wir aufgewacht und Otto hat sich angezogen. Ich machte uns einen Tee und saßen noch kurz zusammen. Dann wollte er los. Ich brachte ihn an die Tür und er ging aus dem Haus. Er drehte sich nochmal um und sagte:“Melde dich wieder wenn du mich brauchst.“

Ich habe dann den ganzen Tag darüber nachgedacht was passiert ist. Ich bin zu folgendem Ergebnis gekommen. Er ist mir wichtig und ich stehe auch an seiner Seite wenn er mich braucht, aber es ist keine Liebe. Eine sehr tiefe Freundschaft mit dem Plus, aber keine Liebe….

Job in Aussicht

Morgen ist es 3 Wochen her Mama ihre Flügel bekommen hat.

Gestern hatte ich einen Termin bei der Bank. Ich wollte das Depot auflösen, das Papa ja noch hat und wir brauchen aber das Geld. Es stellt sich als etwas schwierig heraus, da wir, als Papa starb, der Mama die Kontovollmacht gegeben haben. Jetzt müssen wir auf den Erbschein warten, dann können wir die Vollmacht aufheben und dann erst kann das Depot aufgelöst werden. Soweit so klar.

Die Frau P. von der Bank ist eine sehr herzliche Person und wir haben uns auch lange über Dinge unterhalten die nichts mit der Bank zu tun hatten. Das Hauptthema war die Sterbebegleitung und die Pflege die ich übernommen habe und das es jetzt alles nicht leicht ist usw. Trauer bla bla im Grunde. Aber es war kein trauriges Gespräch. Wir haben einander vertraute Seelen entdeckt und haben uns sehr gut verstanden und verstanden gefühlt. Die Mutter der Frau. P ist letztes Jahr verstorben. Haben uns auch gegenseitige Sympathie bekundet und was wir doch für herzliche Menschen sind.

Heute Mittag rief mich Frau. P an und wollte noch etwas zu dem Termin sagen. Ich sollte doch gleich noch einen Kundenstamm anlegen lassen, wenn ich mit meiner Sis am Donnerstag, also morgen, nochmal in die Bank käme. Klar mache ich und habe es mir notiert. Dann fragte mich Frau P. aus welchen Beruf ich habe, was ich gemacht habe usw, da ich jetzt ja arbeitslos bin. Ich dachte es ginge dabei um Bankgeschäfte, wegen dem Kundenstamm usw. Falsch. Sie fragte mich aus und löcherte mich, weil sie jemanden kennt der eine Sterbebegleitung sucht. Ich wäre so ein herzlicher Mensch und sie hat gespürt mit wieviel Herzblut ich dabei bin und das ich doch ein sehr sozialer Mensch wäre, der das auch nach aussen tragen kann. Da hatte sie gleich an mich gedacht und wollte fragen ob ich interesse hätte. Sie fragte auch, ob es nicht doch zu früh für mich wäre, da Mama ja erst ganz frisch verstorben sei.

Ich fühlte mich zunächst etwas überrumpelt. Wer rechnet denn mit sowas??? Aber ich sagte gleich, das ich mir das sehr gut vorstellen kann. Gerade weil ich jetzt noch stark im Trauermodus sei. Es ist paradox, ich weiß, aber es ist für mich wirklich in Ordnung. Sie fragte ob sie meine Telefonnummer weitergeben dürfte, damit ich mich mit der betreffenden Person unterhalten kann. Klar, gerne. Sie sagte nochmal wie sympathisch und lieb ich doch sei und wir verabschiedeten uns.

Ich war sehr aufgeregt. Was ist da eben passiert? Spinn ich? Träume ich? Was zum Henker war das denn jetzt!

Eine Stunde später etwa klingelte mein Handy. Ich ging ran und eine Frau. B war dran. Sie hätte die Nummer von Frau. P bekommen und wollte mit mir nun einiges klären. Frau B. klingt sehr nett, etwas älter aber nicht alt von der Stimme her und ziemlich gefasst. Ihr Man käme morgen nach Hause aus Heidelberg. Sie wollte ihn nicht in ein Hospiz geben, lieber nach Hause holen. Sie hat aber gar keine Erfahrung und weiß gar nichts. Das palliativ Team ist bereits aktiviert und es kommt demnächst zu einem Kennenlernen.

Sie weiß wie gesagt gar nichts und fragte, wie das nun läuft. Wie käme ich zu ihnen hin?, wer trägt die Kosten dafür, welchen Verdienst bekomme ich usw. Ich sagte, da machen wir beide uns am besten erstmal Gedanken drüber und würden das dann bei einem persönlichem Gespräch klären. Einverstanden. Sie erzählte noch etwas über ihren Mann, Krebs, sei noch einigermaßen mobil, er wollte das auch, bräuchte aber Hilfe beim hinlegen, Toilettengang. Er hatte paar Hirnbestrahlungen und sein Sprachzentrum ist etwas in Mitleidenschaft gezogen. Er kann sich verständlich machen, ist aber Kopftechnisch doch etwas reduziert. Ich dachte mir – kenne ich – war bei Horsti ja auch so…

Wie machten einen Termin aus für Freitag, um 15 Uhr. Es ist in Idstein. Ich komme da schon hin, schließlich fahren auch Überlandbusse nach Idstein. Ich weiß sogar wo dieser Abfährt 😉 da ich kein Auto habe, werde ich mir dann eine Monatskarte holen. Kein Problem.

Ich freue mich sooooo abartig auf der einen Seite. Auch wenn das so schnell geht auf einmal. Ich musste anfangen zu weinen. Nicht aus Trauer, sondern aus Dankbarkeit. Wer oder was auch immer mein Schicksal lenkt und auch das es in so einer rasenden Geschwindigkeit geht, bin ich dankbar das ich gleich einen Job gefunden habe bzw kurz davor stehe in meiner Berufung Fuß zu fassen. Unglaublich! Eigentlich findet der Job ja mich 😉 Was für eine Chance. Wem passiert das schon. So eine Möglichkeit auf einem Silbertablett. Über ein Gespräch mit einer Bankangestellten. Sie war übrigens mal Krankenschwester. Mit ein Grund das sie gespürt hat wie herzlich und empathtisch ich bin. Sie ist dann über Umwege in der Bank gelandet. Wie das Leben so spielt *lacht*

Gleich wieder aufsatteln. Das hätte Papa gefallen. Zeit für Trauer ja – aber gleich wieder aufsatteln. Danke Mama, Danke Papa, wenn ich das euch zu verdanken habe. Ihr seid in meinem Herzen und immer mit mir. Ich bin so dankbar.

Love ♥