Es geht aufwärts – endlich!

Die erste Woche als Mama zu Hause war, war fürchterlich. Sie hat kaum Luft bekommen, es war eine Katastrophe. Sie konnte nicht schlafen und auch das Beatmungsgerät war so semi.

Um sich das mal vorzustellen – nehmt eine Strohhalm und atmet nur dadurch. Egal was ihr macht! Spätestens nach 10 Minute schnappt ihr nach Luft. Nur das dies bei Mama eben nicht geht. Ich musste sie auch auf den Klostuhl heben, sie konnte nicht mal aufstehen. Es war echt schlimm…

Dann konnte sie ihre Medikamente nicht mehr nehmen. Sie hat so Pulverzeug das sie mit Kraft einatmen muss. Symbicort falls euch das was sagt, und noch ein anderes. Das Pulver ging also nicht mehr tief in die Lunge und der Gesundheitszustand wurde noch schlechter. Ich rechnete mit dem Schlimmsten und habe mich innerlich schon darauf vorbereitet das sie erstickt und ich nichts machen kann. Wie sage ich es auch meiner Sis, wenn es soweit ist?

Dann am Ende der Woche kam der Hausarzt zum Routine Hausbesuch und er gab mir sofort ein Rezept für 2 andere Medikamente, die einfacher einzunehmen sind. Ein Pulverspray zwar wieder, aber das wirbelt sobald man dran zieht und unterstützt die Einnahme. Das andere ein Dosieraerosol mit Aerochamber zur besseren Einnahme.

Am 2. Tag nach den neuen Medis ging es direkt besser. Erst stundenweise, dann immer mehr und mehr. Was ein Glück! Die Atmung ist zwar noch schwer, aber um ein vielfaches besser. Im Laufe der 2. Woche nach dem Krankhaus wurde es von Tag zu Tag besser. Sie kann zwar nicht laufen, aber sie kann selbstständig auf den Klostuhl, sich zudecken, und seit ein paar Tagen sogar wieder am Tablet spielen. Lachen geht gar nicht – sofort Atemnot. Sie erholt sich davon aber wesentlich schneller wieder als zuvor noch.

Aufatmen unsererseits!

Sie schläft auch wieder besser. Erst immer nur so ne halbe Stunde, mittlerweile auch mal eine Stunde wieder. Wenn sie am Beatmungsgerät ist, sogar auch mal eine Stunde andernhalb bis 2 Stunden.

In der 2. Woche war auch meine Schwester da und blieb ein paar Tage. Der Mama ging es den Umständen enstprechend gut, sodas ich sie auch mal eine Stunde unbeaufsichtigt lassen konnte und meine Sis und ich haben den Garten endlich auf vorderman gebracht.

Auch sonst war sie in der Woche eine enorme Hilfe für mich und an dieser Stelle ein großes Danke ♥ an meine Sis. Wenn was ist, hat Mama eine Klingel, dann weiß ich sie brauch was – Hilfe oder sonst was. Trinken usw kann sie jetzt auch wieder selbstständig. Zuvor habe ich ihr Trinken usw angereicht. Essen ging auch kaum, das kauen usw war einfachzu anstrengend. Jetzt hat sie wieder ordentlich Hunger und kann essen.

Ich kann auch wieder schlafen. Am Anfang hat Mama mich jede Stunde aus dem Bett geklingelt. Das war sauanstrengend, aber ich mache das „gerne“. Sie ist hilflos ohne Ende gewesen und auf mich angewiesen. Jetzt ist es so, das ich um 11 ins Bett gehe und sie mich nur einmal in der Nacht rausklingelt, meistens zwischen 4 und 6 Uhr, um den Fernseher auszumachen. Manchmal auch erst morgens gegen 7 Uhr, wenn sie Stinkerli gemacht hat und ich den Klostuhl sauer machen muss.

Insgesamt geht es ihr besser. Ich hatte gedacht, das es das war mit ihr und hoffte auf Erlösung. Jetzt sehe ich wieder etwas entspannter in die Zukunft und vielleicht erleben wir Weihnachten sogar noch zusammen. Der Intensivarzt sagte ja, mit dem Beatmungsgerät würden wir noch ca ein Jahr rausholen können. Habe ich nicht geglaubt, aber nun scheint es so zu sein. Ich bin dankbar dafür und genieße jeden Tag. Denn es kann trotzdem immer noch was passieren, eine Komplikation, mit der wir nicht rechnen.

Ich bin nun wieder komplett ans Haus gefesselt, aber das ist ok. Meine Sis hat Ferien und unterstützt mich mit allem. Sie geht für mich auf die Bank und holt Bargeld, sie kauft Kleinigkeiten ein die wir vergessen haben beim Bestellen von Lebensmitteln und holt Rezepte beim Arzt und löst diese ein. Wenn sie wieder Schule hat (Ausbildung) dann wird es zwar etwas schwieriger und stressiger für meine Sis, aber das meiste kann ich ja eh von zu Hause aus regeln. Wäre dann nur Rezept mal holen und einlösen.

Im Großen und Ganzen bin ich froh und dankbar und genieße die Zeit mit der Mama die wir jetzt noch haben. Es bin froh das es ihr besser geht und sie einigermaßen Luft bekommt und ein bisschen Lebensqualität hat.

Danke

2 Gedanken zu “Es geht aufwärts – endlich!

  1. Danke,ja für den Einblick in Euer Leben. Ja Danke, sag ich auch—auch wenn ich Deine Mutter nicht kenne.Danke das man diese Hoffnung auf besseres wohltuend empfangen kann. Und Danke dem Arzt—der hat hier was gutes verschrieben und anscheinend ist er Empathisch. Alles liebe und Gute der Mutti und Euch Schwestern.Pamchen.

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