Krankenhaus

Die letzten Tage ging es Mama immer schlechter. Sie kann nicht schlafen. Sie ist totmüde, aber sie schlief schlecht ein und von durchschlafen konnte auch keine Rede sein. Am Montag bin ich dann am Vormittag zum Hausarzt und wollte nach Schlafhilfen/Schlaftabletten fragen. Dadurch das Montag war, war eine Menge los und ich sollte gegen halb 5 nochmal kommen.

Wieder zu Hause erzählte ich das alles und Mama meinte, sie würde es dann mit der Schlaftablette versuchen und wenn es nicht besser würde, würde sie am Dienstag dann ins Krankenhaus wollen/müssen. Krankenhaus ist das schlimmste für sie, sie wehrt sich immer mit Händen und Füssen dagegen. Aber es hilft ja alles nichts.

Am Nachmittag gegen 15 Uhr war ich hinten bei ihr im Zimmer und ihr ging es gar nicht gut. Die Müdigkeit und das schwere Atmen war einfach schlimm. Ich machte mir große Sorgen und war ein wenig hilf- und ratlos. Dann sagte sie, es wäre vielleicht besser das sie jetzt ins Krankenhaus will. Ich sagte ihr, das ich kurz davor war den Rettungswagen sowieso anzurufen, weil mir ihr Zustand so gar nicht gefiel. Ich rief dann an und gegen halb 4 war der Notarzt dann da. Durch die Aufregung war die Luft fast ganz weg. Sie konnte nicht mehr atmen und die Rettungsleute taten ihr Bestes. Richtig schlimm war es mit dem Beatmungsgerät. Es ist nicht nur einfach ein Sauerstoffgerät. Das Beatmungsgerät puscht Sauerstoff in die Lunge, aber mit Wiederstand. Ihr Körper ist das nicht gewöhnt und sie rief immer, sie kann nicht nicht atmen!

Nach ein paar langen und beängstigen Minuten ging es aber dann und sie war transportfähig. Wir fuhren dann in die Klinik. Sie hatte auch massiv Wasser in den Beinen und sie gaben ihr erstmal eine Menge Entwässerungstabletten. Sie musste alle 15 Minuten auf den Klostuhl. Sie tat mir so unendlich leid, den schlafen war jetzt wieder nicht an gesagt. Gestern hat sie dann aber keine Tabletten mehr bekommen, zumindest musste sie nicht mehr ständig aufs Klo. Die Beine sind noch dick. Es kommt von ständigen Sitzen und wahrscheinlich hat sie eine Herzinsuffiziens mittlerweile. Der letzte Status des Herzens ist 2 Jahre her und da kam bei der Untersuchung heraus, das sie altersbedingte Kalkflecken an der Herzklappe hat. Naja….2 Jahre her…wer weiß wie das Herz jetzt ist. Wird aber untersucht!

Das schlimme ist eigentlich nicht das Krankenhaus. Schlimm ist das sie ihre Medikamente nicht bekommt, ein anderes Medi ist einer schwächeren Form. Dann so eine übermotivierte junge! Lungenfachärztin die ihr Programm abspulen will und gar nicht auf die Mama einging. Die Ärztin setzte ein CT an und Mama sagte, das dies nicht ginge. Sie kann nicht auf dem Rücken liegen. Die Ärztin winke ab und meinte:“ Doch doch das bekommen wir schon hin“. Das letzte mal beim CT ist Mama fast erstickt! Das interessiert die Ärztin aber gar nicht. Sie will das CT machen, da es ja eine Raumforderung in der Lunge gibt und sie will schauen was es ist.

Mama hat in den letzten Jahre immer wieder ein CT desgwegen gemacht und auch eine Biospie und jedesmal! ist herausgekommen, das die Ärzte NICHT wissen was es ist. Eine undefinierte Raumforderung eben. Warum sollte es nun anders sein? Die wollen ihr Programm durchspülen und gehen NULL auf den Patienten ein. Sie hat nicht mal gefragt wie es der Mama geht!. Sie kam rein ins Zimmer und setzte gleich im Millitärstil an was gemacht werden soll.

Deswegen mag ich „alte“ Ärzte. Die agieren weniger nach Lehrbuch, sondern eher nach Erfahrung. Man muss die Mama nur ansehen und man SIEHT SOFORT das sie gar nichts kann, ausser sich sitzend abstützen um Luft zu bekommen. Null Empathie hat diese junge Ärztin.

Meine Schwester und ich haben auf die Mama eingeredet sie soll nichts an sich und mit sich machen lassen, das sie nicht möchte. Das ist ihr gutes Recht! Sonst lässt sich Mama auch mal überreden, einfach um ihre Ruhe zu haben, aber diesmal ist es anders. Die Angst ist einfach zu groß und gerade was die Raumforderung angeht auch einfach nur eine unnötige Untersuchung. Die Mama ist jetzt palliativ. Es ist wirklich wirklich eng mittlerweile. Wichtig ist das sie nun ein Nicht invasives Beatmungsgerät für zu Hause angepasst bekommt und sie ihre letzte Zeit noch einigermaßen gut leben kann.

Der Arzt auf der Intensivstation hat dies auch angesprochen, was die Mama bisschen lustig fand, denn ich hatte ein paar Tage zu vor mit ihr darüber geredet. Es ist also schon „bekannt“ gewesen. Es kam sogar ein palliativ Arzt auf sie zu und frage ob sie Morphin schon bekäme. Das verneinte sie, denn es ist erst jetzt der Fall das wir die palliativ einschalten.

Seit gestern ist sie auf der normal Station, Lungenstation, und die spulen halt einfach nur ihr allerwelts Programm ab. Dabei sollte doch der Patient relativ individuell behandelt werden. Sie ist kein Lungekrebspatient der nach Schema F ein gewisses vorgesehenes und automatisiertes Behandlungsprogramm durchläuft. Was ja auch ok ist.

Sie hat aber COPD GOLD IV – das ist Endstadium! Da sollte man doch nun nicht das übliche Programm abspulen. Sie soll nur ihr Beatmungsgerät bekommen, die Schulung dazu und alles weitere läuft dann über palliativ. Der Arzt hat gemeint, wenn sie das Beatmungsgerät bekäme, hätte sie durchaus noch ein Jahr.

Ich fahre später wieder in die Klinik. Ich hoffe sie konnte heute Nacht etwas schlafen. Es ist heiss und das ist nochmal mehr schlecht zum atmen für sie. Ich hoffe auch das sie heute besser drauf ist als gestern, nachdem meine Sis und ich nach Hause gefahren sind um ihre Medis zu holen die sie seit Montag nicht bekommen hat. Die wichtigsten Medis im Übrigen!

Schlimm für mich sind die Sorgen. Am schlimmsten ist es für mich wenn ich zu Hause bin. Diese Angst, dass das Telefon klingelt mit einer schlechten Nachricht bringt mich fast um den Verstand.

Ich bin so gespannt wie die Mama später drauf ist wenn ich in die Klinik fahre und ob auch schon Visite war. Welchen Knaller die Ärztin wieder abgelassen hat. Wichtig ist aber Mama.

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Ein Gedanke zu “Krankenhaus

  1. Oha ,liebe Veronika– ich kann Dir nachfühlen.,hatte eine Herzattacke und bin im Lieblingskrankenhaus Joho gelandet-aber sowas von ratz fatz.Da kriegt man genug mit. Und ja,die Ärzte vom alten Schlag finde ich auch besser.Und die jungen müssen abspulen…..Und die besten Menschen -wie Deine Mama– haben darunter zu leiden.Ich wünsche Deine Mutter und Dir Erleichterung und gute Besserung.Herzlichen Gruß Pamela.

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