Norman Keller

Norman alias Rocky hatte am 24. September seinen 41. Geburtstag.

Drei Tage nach seinem Geburtstag rief er mich an, er wäre im Krankenhaus gewesen. Ich dachte mir – schon wieder? und dachte es ging wieder um seine Diabetes oder seine Bauchspeicheldrüse. Nein. Er erzählte mir, er sei in der Bäckerei an der Ecke umgefallen und es wurde ein Rettungswagen gerufen. Ab ins Krankenhaus. Die Ärzte stellten ein Gerinnsel in seinem Herzen fest. Er bekam Infusionen und eine Menge Untersuchungen.

Sie hätten ihn aber dann am nächsten Tag wieder entlassen mit einen Haufen Tabletten. Blutverdünner, Betablocker, Magenschutzmittel. Er solle in 4 Wochen wieder vorstellig werden um zu sehen um sich seine Gesundheit gebessert habe. Ob das Gerinnsel noch besteht, oder sich aufgelöst hat.

Am 29. September traf ich mich in der Stadt mit ihm. War nicht geplant. Wollte mich mit einer Freundin treffen. Er hatte ein Handyproblem und als meine Freundin nicht auftauchte, rief ich ihn an, ob er Zeit und Lust habe, ich wäre in der Stadt und könne ihm bei seinem Handyproblem helfen. Er kam runter und wir tranken erstmal einen Kaffee oben im Karstadt. Er machte einen guten Eindruck auf mich. Er fühle ich so lala. Das Ereignis hatte ihn schwer mitgenommen und er hatte Angst. Er erzählte mir nochmal wie es war. Wie er sich gefühlt hatte als er umfiel, die Tage davor und die Tage danach.

Ich versuchte ihn zu beruhigen, wunderte mich aber das sie ihm keinem Herzkhathter unterzogen haben. Nach dem Kaffee sind wir weitergezogen. Ich musste ins Perfeto ein paar Backsachen kaufen. In dem Laden gibt es einen Weinbereich und er kam auf die Idee dort an der Theke ein Glas Wein zu trinken. Ich willigte ein. Wir stießen nachträglich auf seinen Geburtstag an und unterhielten uns wieder über sein Ereignis. Danach sind wir in Richtung Handyladen und haben uns um sein Problemchen gekümmert. Er fühlte sich etwas schlapp und ich wollte dann auch nach Hause.

Am Abend bekam ich eine WhatsApp von ihm in der er sich für meine Zeit und Gedult mit ihm bedankte und wünschte mir eine Gute Nacht. Um 22:05 Uhr war er zuletzt online.

Eine Woche später am Abend bekam ich eine WA von Vorderhauszote. Norman ist gestorben. Was?!!? Ich rief sofort an und wollte Einzelheiten wissen. Vorderhauszote meinte, er wäre nicht auf der Arbeit gewesen, unentschuldigt und da wäre *hab ich nicht verstanden* an die Tür gekommen und hätten geklopft, da ans Handy auch niemand ging. Das Klopfen an der Tür verhallte in die Stille, die sich hinter der Tür befand. Polizei wurde gerufen, Tür aufgebrochen. Da wurde er gefunden. Kalt, leblos, tot.

Ich legte auf und mir ging viel durch den Kopf. Warum hat ihn das Krankenhaus nach Hause geschickt? Mit einem Gerinnsel im Herz? Was für eine Fügung, das ich am Samstag mich mit ihm nochmal getroffen habe. Wir hatten uns davor fast ein Jahr nicht gesehen..was hat das zu Bedeuten. Was will mir das Schicksal damit sagen? Will es was damit sagen? Warum ist er gestorben? An was genau? Er hatte doch erst Geburtstag. Hätte er sich retten können? Oder dachte er, es geht vorbei – wie so oft und dann ging das Unwohlsein doch nicht vorbei?, oder ging es ganz schnell?

Ich erinnerte mich daran, wie wir uns kennenlernten. Wieviel Spaß wir hatten und das wir die gleichen Filmgenres liebten und wie oft wir Filme diskutiert hatten. Ich erzählte ihm einmal von Pam. Eine Leserin die mir oft warme Worte unter meine Beiträge hinterließ, als mein Mann gestorben war. Norman kannte ihre Söhne. Klein ist die Welt dachte ich mir, als er ausflippte, das ich Pam „kenne“.

Nun ist er überraschend gestorben…Norman war ein Mensch voller Selbstzweifel und hat sich mehr und mehr in sein Schneckenhaus verkrochen. Als wir uns kennenlernten holte ich ihn da raus und er blühte richtig auf. Bekam Selbstbewusstsein, wurde lockerer und weniger agressiv. Er ging sogar wieder auf Konzerte, auch alleine und hatte richtig Spaß seine alten Leute wieder zu treffen. Nun sowas…ich weiß nicht wie ich darüber denken soll. Ich weiß nur eines

Ich werde dich nicht vergessen!