Intensivfahrschule 3

Die letzte Woche hatte ich ja „frei“ bzw bin letzten Freitag gefahren. War ganz entspannt, war 2 Stunden Überland. Dann in dieser Woche Mittwoch, Donnerstag und Freitag.

Alles im allem fahre ich sehr gut. „Ich weiß nicht was du hast, aber du fährst doch wie ein Profi“ sagte Carsten die Tage. Sehr lieb von ihm das zu sagen. Ich weiß aber, wenn ich meine Ausetzer nicht dauernd hätte, wäre ich besser. So gefühlt für mich selbst.

Die Aussetzer sind deutlich weniger geworden und insgesamt hätte ich eine sehr gute Lern/Leistungssteigerung. Mal sehen ob ich alles noch so weit zusammenbekomme.

Mittwoch war nur Autobahn wieder. Rauf und runter, immer wieder. So 6,7 mal. Dann längere Strecke fahren. Durch Baustellen, mal die 130 ausreizen usw.. Das geilste war aber, ich habe selbstständig entschieden wann ich wen überholen will und es hat Spaß gemacht. War einfach nur geil. Beim wiedereinscheren nach rechts, Schulterblick, dann rechte Fahrspur. Beim Schulterblick habe ich ein paar mal gesehen, wie Carsten die Augen zu hatte und ganz entspannt in seinem Sitz saß. Erst dachte ich – ups – aber dann – naja so schlecht kann ich ja nicht fahren, wenn er sich entspannt. LOL. Autobahn hat einfach nur Laune gemacht.

Donnerstag, auf dem Weg zur Fahrschule, ist mir im Bus beim Kaugummikauen eine Plombe rausgefallen. Oh man dachte ich mir, muss das sein?? Schmerzen hatte und habe ich keine bisher. Essen kann ich rechtsseitig, damit mir die Zahnwand nicht bricht, aber blöd ist es schon…

Donnerstag war Kombinationsfahrt von allem. Autobahn, Überland, Stadtfahrt. Ich hatte wie immer diese Nervosität, zwar wesentlich weniger als sonst, aber trotzdem bin ich aufgeregt gewesen. Ich bringe mich dann immer etwas runter, in dem ich mir selbst sage: „Du kannst das, du hast Spaß dran und selbst wenn was sein sollte, Carsten greift ja ein.“ Selbst als Fußgänger gehe ich die Vorgänge durch zB. abbiegen mit Blinker setzen, Schulterblick etc. Manchmal schauen mich die Leute dumm an, aber das ist mir egal, es hilft mir.

Autobahn war wieder in Ordnung, Überland eigentlich auch, und im Stadtverkehr bin ich auch gut durch gekommen. Kleinere Aussetzer waren meist eigentlich nur  mal Schulterblick vergessen, oder enge Kurven im 2. Gang versuchen.

Was aber sehr gut war, an dem Tag sind die Leute alle gefahren wie gestört, aber ich hab alles gesehen. Ein paar mal sind andere Autos einfach so aus Nebenstrassen rausgedonnert, ohne zu schauen, ich hatte Vorfahrt. Es war oft sogar sehr knapp, aber ich habe es geregelt bekommen und Carsten hatte nur seinen Fuß über der Bremse schweben lassen, hat aber nicht eingegriffen. Rückwärts ausparkende Autos genauso. Ohne zu schauen einfach raus. Ich konnte alles meistern und bin auch ruhig geblieben. Bei einer Situation ist Carsten aber ausgeflippt, aber nicht wegen mir. Wir kamen von der Deponie/Steinbruch in den Kreisel. Der Kreiseln wo es in die Stadt geht, nach Kastel, oder Biebrich. Der Kreisel ist meist sehr belebt, vorallem mit LKW die zur Deponie wollen. Ich fuhr in den Kreisel rein und sollte die 2. Ausfahrt raus Richtung Biebrich. Kurz vor der 2. Ausfahrt schossen ein LKW und ein nachfolgendes Auto in den Kreisel rein, haben mich total geschnitten. Carsten brüllte: „Ja tut mir leid das wir hier fahren!!!“ und hat sich etwas aufgeregt, wie unachtsam andere sind. Ich lachte und meinte:“Die sehen ein Fahrschulauto und denken sich – na den schocken wir mal.“

Freitag war der beste Tag. Wieder 2 Stunden alles mögliche. Meistens waren wir im Stadtverkehr. Ich habe geschaltet wie eine Blöde, die engen Kurven im 1. Gang gefahren, bis auf einmal nur den Schulterblick vergessen, einparken hat gut geklappt usw. Er hat mich die meiste Zeit im Auto zugetextet und ich habe mich mit unterhalten. Bei Situationen, bei denen ich aber genau aufpassen musste, habe ich mich konzenriert. War super entspannt einfach. Das allerbeste aber war – Gefahrenbremsung. Die Vollbremsung ist wieder aufgenommen worden in der Prüfung und das sollten ich nun machen.

Wir fuhren auf einer ruhigen Industriestrasse und ich sollte im 2. Gang auf ca. 30 beschleunigen und dann mit allem was ich habe auf Kupplung und Bremse gleichzeitig treten. Ich beschleunigte und Carsten sagte JETZT und ich stiefelte voll drauf und fands gut. Carsten wollte es nochmal machen. Er meinte ich hätte einen ganz kurzen Moment gezögert und nicht voll durchgetreten. Ich dachte mir so: Was? Das war doch gut, aber wenn du das anders willst…“

Wieder beschleunigt, er sagt JETZT und ich bin wieder voll in die Eisen gestiegen. Dann war Carsten zufrieden und meinte, ging ja schnell bei dir. Bei den meisten anderen bräuchte er 3, 4 Anläufe bis sie sich trauen, oder es überhaupt hinbekommen. Fand ich geil. Als ich merkte das wir Richtung Fahrschule fuhren, sagte ich:“Oh schon vorbei? Ich könnte noch ne Stunde fahren“. Carsten meinte:“ Ich nicht…habe noch andere“ wir lachten.

Ich bin aus dem Auto ausgesteigen und war irgendwie voller Endorphine. Freitag war der coolste Tag. Es ist nichts passiert, was mich die Prüfung kosten könnte. Bei paar Sachen würde der Prüfer zwar was sagen, aber das wäre nicht so wild alles.

Donnerstag und Freitag sind wir auch teilweise Prüfungsstrecken abgefahren und Carsten hat mir eine Memge Tipps gegeben. Einmal war ich mir nicht sicher ob ich einen Radfahrer überholen sollte. Sonst sollte ich, wenn möglich, aber dieses mal sagte er, ich sollte im Zweifel lieber hintendran bleiben, auch beim Bus. Es ginge darum, das es ja meine Prüfzeit ist und wenn es irgendwo bummelt, wäre das doch nur zum Vorteil für mich. Ein guter Tipp war auch – bei einer Strasse sollte ich wenden. Er sagte mir, ich solle diese Strasse einfach weiterfahren, da wäre ein Kreisel am Ende. Nicht nur das ich ortskenntnis beweisen würde, wäre es halt das einfachste zum Wenden. Ich hoffe nur, das wir 1. auch diese Strasse fahren in der Prüng und vorallem 2. das ich die Strasse auch wieder erkenne.

Ich kam in eine Situation, sehr enge Strasse und der von rechts hatte Vorfahrt und ich hatte Vorfahrt von einem von links. Es war aber so eng und blöde, da hat Carsten gesagt – wenn so eine Situation kommt, dürfte ich ruhig den Prüfer fragen, ob mein Fahrlehrer mir helfen dürfte. Weil sowas war echt bescheuert.

Am Donnerstag lobte ich Carsten. Er ist ein super guter Fahrlehrer und er hat mir die Angst vor der Autobahn genommen. Er lachte und meinte, ich sollte mit dem Lob warten, bis ich die Prüfung bestanden habe. Ich lachte und meinte, das wäre egal, du ist einfach gut und wenn ich durchfalle ich es nicht deine Schuld.

Eine Situation fällt mir grade auch ein, die war auch soo cool. Biebrich. Sehr eng alles und ich stand in einer „Vorfahrt achten Strasse“. Ein Auto nach dem anderen kam von links, ich sollte rechts in die Strasse einfahren. Carsten konzentrierte sich darauf eine Lücke zu finden, wie ich auch. Da kam eine Lücke und ich fuhr vor und schaute nach rechts und bremste sofort wieder. Carsten erschrak und sah was ich gemacht habe. Ich habe gebremst, weil eine Fußgängerin schnell über die Strasse huschte. Ich habe sie gesehen, Carsten nicht he he. Er passt natürlich auf wenn wir fahren. Aber bei manchen Situationen bzw. Strassenverläufen verlässt er sich auf mich. Freitag hat er zB. ein paar WhatsApp geschrieben während ich gefahren bin. Cool oder? Gut..im Blick hatte er trotzdem alles, schon klar…

Ich denke der Knoten ist geplatzt. Ich weiß nicht warum ich immer noch aufgeregt bin, wenn ich zur Fahrschule fahre, aber sobald ich im Auto sitze ist alles cool. Da geht auch die Aufregung zurück und selbst kritische Dinge tangieren mich nicht mehr so arg. Ich freue mich auf die Prüfung sogar. Ich hoffe nur, ich habe dann keinen großen Aussetzer. Carsten hat gemeint, eine Prüfung wäre wie eine Fahrstunde, aber alleine das Wort Prüfung löst bei vielen eben Nervosität aus und dann kann immer was dummes passieren. Es käme darauf an, wie ich damit umgehe. Ich sagte dann eben, daß ich mich auch die Prüfung freuen würde und ich es schon hinbekäme. Bin auch wirklich optimistisch.

Carsten erzählte mir von einem Fahrschüler, für den hätte er die Hand ins Feuer gelegt. Er ist gefahren wie ein junger Gott. In der Prüfung auch – die ersten 20 Minuten. Dann hat er versagt, hat Rechts vor Links übersehen…so kann es passieren….

Eigentlich bin ich auch etwas zweigeteilt. Wenn ich zu Hause bin, bin ich super aufgeregt. Wenn ich dann im Auto sitze und wir fahren los, entspanne ich mich. Warum bin ich aufgeregt? Ich kann das, es macht Spaß und ich bin richtig zuversichtlich. Ich habe keine Angst vor der Prüfung und ich will sie endlich machen. Selbst die Sekretärin, die wir gestern irgendwo hinfahren sollten, sagte mir, ich würde doch gut fahren. Nur halt im 2. Gang durch enge, oder schwer übersichtliche Strassen wären ein Punkt. Aber sonst wäre sie auch schon mit schlechteren gefahren. Freitag bin ich jeder Kurve in der Stadt, naja in Wohngebieten eher, im ersten Gang gefahren und es war gut. Nur einmal sagte Carsten, das ich „diese“ Kurve auch im 2. hätte machen können, aber nur als Bemerkung…

Montag habe ich dann noch meine Prüfungsvorbereitungsfahrt. 45 Minuten, also nur eine Stunde. Dann ist es soweit. Es kann sogar passieren, daß ich nur 20 Minuten, oder eine halbe Stunde fahre. Wenn der Prüfer sieht, das ich alles kann und das auch noch sehr gut, brauche ich nicht die 45 Minuten voll ausfahren. Ich für meine Person denke aber – ich werde schon die ganze Stunde fahren bzw. stelle ich mich darauf ein. Besser ist das…

Bin sowieso gespannt, denn ich starte nicht von der Fahrschule, auch nicht vom TüV. Ich fahre zum Kallebad und von dort geht es los. Carsten macht vor meiner Prüfung noch eine LKW Fahrstunde und da kann er parken. Die Prüfung endet aber an der Fahrschule dann. Ich war erst kritisch, weil ich kenne da die Ecke nicht soo gut, aber auf der anderen Seite, wer Autofahren kann, dem ist es egal. Die Strassen und Schilder und Ampeln ändern sich ja nicht.

So das war die 2. Ausbildungswoche.

Die Tage habe ich mir unseren Benz angeschaut. Er steht an Ort und Stelle seit fast einem Jahr unbewegt. Batterie ist zwar abgeklemmt, aber die Reifen sind durch..wegen dem langen stehen, Ölwechsel muss ich machen und im Oktober ist auch TüV abgelaufen. Ich muss eine Menge Geld in unseren Benz stecken um den wieder fahrtüchtig und sicher zu machen. Schweren Herzens habe ich mich dann dazu entschieden unseren, seinen, Wagen doch zu verkaufen. Ich habe das Geld nicht um ihn fit zu machen, es bricht mir das Herz, es ist wieder ein Abschied irgendwie…aber es geht nicht anders…

 

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