Intensiv-Fahrschule 2

Donnerstag:

Am Donnerstag ging es erst um halb 2 Uhr Nachmittag los. Gleich um halb 2 dann 2 (Fahr)Stunden Autofahren.

Am Donnerstag habe ich erstmal kräftig ausgeschlafen, wusste ja, der Tag wird megaanstrengend. Blöderweise war ich so übertrieben nervös. Ich dachte, den Tag schaffst du nie! Mir ist die Pumpe gerannt, ich hatte schweisnasse Hände. Warum? Keine Ahnung. Ich redete mir ständig ein das ich Spaß habe, ich entspannt bin usw. . Hat überhaupt nichts genutzt. Ich war so genervt deswegen. Dann bei Zeiten los und pünktlich da. Selbst im Bus habe ich in Gedanken alle Vorgänge durchlaufen um mich zu beruhigen. Scheisse wars…

An der Fahrschule angekommen, schnell aufs Klo und dann ging es schon los. Anfahren klappte, den Strassen folgen auch, dann ging es raus aus der Stadt – Überlandfahrt war angesagt. Eine Doppelstunde Überland also. Ich wurde ruhiger und ruhiger. Überland ist einfach, da braucht man nicht so viel schauen und gucken. Überland bin ich recht gut gefahren, einige wenige Male war ich zu schnell in den Kurven, aber alles noch ok. Rein in Ortschaften, runter auf 50, raus aus Ortschaften, wieder hoch auf 100. Schalten klappte meist ordentlich. Ich war mir manchmal nicht sicher, ob ich im 4. Gang bleiben sollte, oder im 5. Carsten sagte – bei Überland darf ich ruhig im 4. bleiben. Die Überlandfahrt hat mir meine Anspannung größenteils genommen und die Fahrt hat richtig Spaß gemacht. Größere Komplikationen gab es keine! Wir waren da so in der Gegen von „Eisener Hand“, „Platte“ usw. wer die Gegend kennt…

Gleich im Anschluss, als wir wieder an der Fahrschule ankamen, gabs Theorie. Danach Pause und dann sollte ich ja dieses „Begleitene Fahren“ haben. Es sollte aber so sein, daß ich mit einem anderen Fahrschüler mitfahren sollte. Carsten fragte mich aber, ob ich Lust dazu hätte, oder lieber lernen wollte. Ich entschloss mich lieber zum lernen. In der Gesamtheit fielen also 2 Stunden weg. Von 18 Stunden, die es zu absolvieren gab, blieben dann eigentlich nur 16. Aber das ist ok, Hauptsache ich habe meine 12 PFLICHTstunden am Ende der Woche. Ich blieb in der Fahrschule und lernte etwas Theorie. Nach einer Pause kam dann der echt anstrengenste Part der Woche. 3 Stunden hintereinander fahren – Nachtfahrt.

Wir hatten ja alles etwas vorgezogen und ich habe „gelernt“ das eine Nachtfahrt dann beginnt, wenn der Fahrlehrer sagt – wir machen das Licht an.  Dabei kann es noch Glockenhell sein. Etwa um viertel vor 7 (19 Uhr) sind wir losgefahren. Auf die Autobahn nach Frankfurt. Bei der Auffahrt und das Einfädeln hat er mir da natürlich noch geholfen und es ging super. Er lobte mich mit den Worten . war das schlimm jetzt? hast du doch super hinbekommen. Hat mich natürlich sehr gefreut.

Hat mich auch nicht weiter aufgeregt, die Autobahnfahrt nach Frankfurt empfand ich als entspannt, obwohl natürlich eine gewisse Anspannung da war. Dann sind wir in Frankfurt eine Weile rumgekurvt und ich hatte erst Angst davor. Aber in Frankfurt gelten ja die gleichen Vorschriften wie überall und da war das kein Problem für mich, im Großen und Ganzen. Weiter ging es Richtung Kelsterbach. Es wurde langsam dunkel bzw. fing die Dämmerung an. Raus aus Frankfurt auf die Überlandstrecke nach Kelsterbach und immer weiter Überland. Irgendwann war es eben dunkel und Nacht und die erste Zeit klappte gut über Landstrassen im dunkeln, aber ich merke auch plötzlich wie mir die Konzentration flöten ging. Ich sagte es Carsten, damit er wieder mehr Aufmerksamkeit bekam. Als wir in Waldems – Esch ankamen, versagte ich völlig. Ich vergas irgenwie alles. Ich vergas zu schalten, war zu schnell, oder zu langsam, vergas den Blinker usw. eine Katastrophenangelegenheit. Wir kamen am Nordfriedhof raus und ich durfte mich selbst nach Hause fahren. Ab Nordfriedhof wusste ich ich wieder alles und bin wieder gut gefahren. Carsten kennt sich in „meiner“ Ecke ja gar nicht aus und das motivierte mich wieder etwas. Wir sind die Platter Str. runter und ich meinte, ich muss hier irgendwo links. Tagsüber wäre es ja kein Problem, aber im dunklen sieht alles immer anders aus. Ich konnte mich aber schnell orientieren und bin schön bis vor meine Haustür gefahren. Verabschiedet, ausgestiegen und Carsten ist dann auch nach Hause gefahren. Es war 9 Uhr abends und ich war sooo am Arsch. Der Tag hat mir wirklich einiges abverlangt.

Freitag:

Am Freitag gab es meine letzten 2 Fahrstunden für diese Woche bzw. eigentlich für den Intensivkurs. Gleich um 11 Uhr vormittags ging es los. Carsten sagte mir nicht was wir machen und ich dachte, vielleicht nochmal Überland. Falsch gedacht. Wir fuhren Autobahn. Aber diesmal anders. Rauffahren, runterfahren, rauffahren, runterfahren. Das beschleunigen, einfädeln, rausfahren und abbremsen sollte geübt werden. Die Autobahn war recht voll, aber ich habe es jedesmal gut hinbekommen. Ist kein Hexenwerk, ist relativ einfach. Irgendwann sind wir länger auf der Autobahn geblieben und es gab auch das eine, oder andere Überholmanöver. Anfangs sagte mir Carsten was ich tun soll, beim rauffahren zB. – dann nicht mehr. Ich sollte es selbstständig wissen und machen. Ist ja auch klar.

Hin und wieder fragte ich – soll ich den überholen? Carsten sagte: Weiß ich nicht, ist deine Entscheidung. Klasse dachte ich und setzte immer sofort zum überholen an. Hat Spaß gemacht. Nachdem die Fahrt vorbei war, meinte ich, ich wäre doch jetzt gar nicht so blöd gefahren. Bis auf die 2 Schnitzer eben. Er stimmte mir zu.

Ein Schnitzer war – ich wollte einen LKW überholen und beschleunigte und setzte den Blinker. Im Spiegel sah ich aber dann einen BMW, welcher wie irre angeschossen kam und ich musste den Vorgang abbrechen. Dadurch, daß ich ja beschleunigte, kam ich dem LKW dadurch sehr nahe und habe mich erschrocken. Ich bremste zwar leicht ab, aber Carsten musste bzw. hat eingegriffen am Lenkrad. Ich habe zu schnell gegengelenkt. Der 2 Schnitzer war – ich sollte von der AB runter und fuhr einem Reisebus hinterher. Der fuhr auch runter und über einen Zubringer ständig vor mir her, bis eben zur nächsten Autobahn. Zu diesem Bus hatte ich seit dem Verzögerungsstreifen ständig zu wenig Abstand gehalten. Ich wusste es die ganze Zeit, habs nicht korrigiert und Carsten hatte nichts gesagt. Nicht soo wild jetzt, aber in der Prüfung darf das nicht passieren.

Danach gab es wieder Theorie und dann fertig für Freitag.

Samstag:

Heute war wieder recht entspannt. War ja nur Theorie und die „Neuen“ für die nächste Wochen waren heute da.

Fazit:

Während der Woche kam es mir nicht so anstrengend vor, ausser Abends dann eben doch. Rückblickend auf die Woche muss ich aber sagen, so ein Intensiv-Fahrkurs ist sau anstrengend. Man muss sehr viel in sehr kurzer Zeit lernen und draufhaben. Mein Fahrschulkollege macht am Diensttag seine praktische Prüfung. Ich habe darum gebeten noch ein paar Übungsstunden zu fahren. Ich fühle mich teilweise unsicher und das soll ja nicht Sinn der Sache sein.

Carsten hat gesagt – ich fahre sehr gut, nicht perfekt, aber sehr gut. Manchmal schaltet sich aber mein Gehirn in den Leerlauf und ich haue blöde Situationen rein. Soll ich abstellen! Ja weiß ich ja – versuche es ja auch..deswegen noch paar Fahrstunden.

Montag war katastrophal, Freitag bin ich gut gefahren, meistens sicher und entspannt. Es macht schon eine Menge aus so komprimiert alles zu machen, trotz der Anstrenung. Ich brauche aber eben etwas länger.

Ich unterhielt mich mit Carsten und er hat sich widersprochen, war aber ehrlich. Er sagte mir, nachdem ich mal fragte, das die Durchfallquote sehr gering wäre. Ein paar Tage später fragte ich, ob viele, oder die meisten es in dieser einen Woche schaffen und er verneinte! Die meisten machen noch ein paar Stunden zusätzlich. Ich fahre zwar gut, aber er stimmt mir zu mit ein paar Stunden mehr. Ich soll dadurch meine Unsicherheit verlieren, damit auch es durch die Prüfung schaffe.

Der Gag an der Sache ist – ich kenne die Regeln und bin in der Theorie der Streber, hab meistens alles richtig. Beim Autofahren denke ich aber nicht daran und bringe eben Theorie und Autofahren nicht zusammen. Also eigentlich schon, aber manchmal vergesse ich die einfachsten Sachen. Ärgerlich. Carsten sagt, es wäre abenteuerlich mit mir zu fahren. Weniger wegen dem fahren an sich, mehr weil – wenn ich einen Fehler mache, rege ich mich sofort über mich selbst auf sodas Carsten gar nicht mehr schimpfen muss. Ich erkenne sofort was ich falsch gemacht habe. Das amüsiert ihn, manchmal war er natürlich schon etwas „böse“, aber insgesamt hatte er ein Grinsen im Gesicht.

Carsten ist richtig cool. In der ganzen Woche ist er nur ein einziges Mal laut geworden, zu Recht. Sonst redet er recht monoton und gaaaanz ruhig, auch wenn ich einen Fehler 100 mal gemacht habe. Er ist super geduldig. Ich hörte von anderen Fahrschülern, daß diese gerne mal heftig angemacht wurden. Sowas vertrage ich ja gar nicht, deswegen bin ich so froh und dankbar das ich Carsten habe.

Am Montag habe ich erstmal Theorieprüfung. Ich denke, ich hoffe, die werde ich bestehen. Danach bekomme ich meinen Plan für die Fahrstunden und wenn ich sicher genug bin habe ich nächsten Dienstag, also am 13.09. meine Prüfung. Bin so gespannt, will endlich Autofahren…

Baby – ich kann das und ich schaffe das. Es ist nur Autofahren..ich weiß nicht, warum ich mich so anstelle…wird schon..

2 Gedanken zu “Intensiv-Fahrschule 2

  1. prima liest sich das…..alles in allem….habe ein gutes Gefühl für Dich in dieser Zeit.Ich habe ja keinen FS und meine größte Anspannung wäre……in einem Kreisel fahren und dieses Einfädeln in den Verkehr …..ich darf nicht dran denken oder das Tanken. Nee ich denk nicht dran ……ich mache den Schein nicht mehr.Bin zu alt.Aber Du bist ein junger Hüpfer und das ist gut so.Ich denk an Dich,Pamela.

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    • Hallo Pam 🙂 Danke dir 🙂 Kreisverkehr ist super einfach und beim einfädeln musst du halt nur schauen, ob da ein Auto kommt und du Platz hast – ist auch nicht schwer ;o) zu alt bist du lange nicht, einer der Fahrlehrer hatte einen Fahrschüler, der mit 83!!! seinen Schein gemacht hat ^.^ LG Vero

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