Bin noch da

Seit meinem letzten Eintrag ist viel passiert. Innerlich und äusserlich kann man sagen. Ich kam nicht zum Schreiben, hatte viel zu tun. Viel Lauferei, meine Wohnung, der Garten. In meinem Kopf hat sich öfter mal ein Loch aufgetan, viele Gedanken, viele Tränen, und eine Erkenntnis.

Es ist ein himmelweiter Unterschied etwas zu „Wissen“ oder zu „Begreifen“. Es ist schwer für mich mein anderes Leben anzunehmen. Ich „akzeptiere“ nicht wie es nun ist. Das ist etwas, das „weiß“ ich eben. Letzte Woche hatte ich eine echte Erkenntnis darüber, daß ich eben seinen Tod NICHT AKZEPTIERE! Es ist schwer zu beschreiben wie es ist, eine Erkenntnis zu haben…man denkt ja, man weiß ja bereits…aber auf einmal tut sich eine Tür auf und man kann hineinsehen. Nun ist es so, ich weiß es jetzt so richtig und habe erkannt, daß ich mir damit selbst im Weg stehe. Erst dann, wenn ich es akzeptiere, kann ich weitermachen, weiterkommen, mich weiter entwickeln. Da liegt der Hase aber im Pfeffer begraben…ich kann es nicht akzeptieren…noch nicht….

Am Wochenende, genauer gesagt am Freitag, waren BF und ich auf dem Kranzplatzfest in Wiesbaden. Dann kam das Unwetter und die Welt ging unter. Das Wasser stieg immer weiter und weiter, der Regen und der Hagel waren brutal heftig. Es war so laut, als stünde jemand neben einem und kreischt einem ins Ohr. Alle Kinder hatten eine Mordsangst und weinten bitterlich. Auch bei vielen Erwachsenen konnte man blanke Angst in den Augen erkennen. Autos, welche parkten, standen im Wasser bis zum Fenster hoch. BF und ich wollten schnell nach Hause und alle Straßen waren überschwemmt. Wir standen bis zu den Knien im Wasser. Eiskaltes Wasser. Hagelkörner so groß wie Murmeln, größer noch, und das Wasser war saukalt. Die Strömung war heftig und beim laufen schwappte es hoch, über die Oberschenkel. Dann wurde es dunkel. Der Strom wurde abgestellt. Stromschlaggefahr. Die Sirenen gingen in der Stadt an. Es war ein unwirkliches Erlebnis.

Die nächsten Tage, denke ich, werde ich öfter zum Schreiben kommen und werde die letzten Tage aufarbeiten. Ich bin ein Schreiberling und so geht nichts verloren, habe ständig einen Blog und einen Stift in meiner Hand um alles fest zu halten.

Bis dann

Ein Gedanke zu “Bin noch da

  1. Gut von Dir zu lesen. Gut.
    Du hast viel zu tun. Du bist ein wenig abgelenkt , denke ich. Ein wenig.
    Aber das Du am Kranzplatz dieses Wetterungeheuer persönlich mitbekommen hast-das ist echt der Hammer.Ich wollte das nicht erleben. Sohn Thorsten wohnt in Kloppenheim da war es weniger Wasser was Kniehoch war –da war es der Hagel.
    Gut das Du alles machst, was ein wenig ablenkt -aber die Trauer bleibt.Kann ich mir denken.
    Ich denke an Dich.Pamela.

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