Life Was So Different This Time Last Year

Heute Vormittag war ich im Garten. Ich habe die restlichen Pflanzen rausgestellt, gekehrt und sauber gemacht, Unkraut gerupft und auch die Gartenmöbel raus gestellt, nachdem ich diese erstmal gründlich sauber gemacht hatte. Je länger ich im Garten war und dort herum werkelte, desto mehr kam ein seltsames Gefühl in mir hoch. Meine anfänglich gute Laune kehrte sich in ein melancholisches, dumpfes Gefühl um.

Ich ging rein, in die Wohnung, und wollte was trinken. Mein Kopf war leer. Dachte die ganze Zeit an gar nichts, auch nicht dann, als ich im Garten alles machte. Ich zündete mir eine Zigarette an und ging wieder raus. Am Türrahmen blieb ich stehen und lehnte mich an selbigen an. Der Garten sieht gut aus. Sauber, aufgeräumt und eigentlich sieht er aus wie in jedem Jahr. Aber irgendwas stimmt nicht.

Der Wind strich durch die Bäume, eine Amsel stocherte in der Wiese herum und die fleißigen Bienchen sind auch schon unterwegs. Der Garten sieht aus wie immer, aber es stimmt einfach was nicht. Meine Augen füllten sich mit Tränen und beim ersten Lidschlag lief mir eine Träne über die Wange. Ich setzte mich auf seinen Stuhl, auf seinen Platz. Da wo er eben immer saß und sah mir den Garten aus einem anderen Blickwinkel an. Der Garten sieht aus wie immer. Es ist so schön und so ruhig in unserem Garten. Das mein Engel fehlt ist klar, aber es ist etwas anderes, das nicht stimmt. Es ist ein diffuses Gefühl. Der Garten mag ja aussehen wie immer, aber er tut es einfach nicht. Er sieht anders aus, aber nur in meinen Augen…

Ich bin aber froh, daß ich heute es endlich geschafft habe, den Garten sommertauglich zu machen. Ich neige in letzter Zeit dazu, die Dinge auf die lange Bank zu schieben. Mir ist auch aufgefallen, daß ich gar nichts mehr mache. An allem, an dem ich Spaß hatte, mache ich heute nicht mehr. Ich habe dauernd und viel gehäkelt, gestrickt, oder gebastelt und dekoriert. Schatz fand das immer toll und ist manchmal so ausgeflippt (positiv), weil ich so tolle Sachen gehäkelt habe, oder weil ich immer alles so toll dekoriert habe usw. In der Zeit seiner Pflege konnte ich ja nicht häkeln. War auch nicht schlimm..aber nun denke ich manchmal darüber nach – ich könnte ja mal wieder was machen. Aber ich habe keine Lust dazu. Ich schaue mir meine Nadeln an, meine Wolle und denke mir nur – für was, für wen, warum überhaupt. Meine Nadeln sind mir fremd geworden.

Auch mein PC läuft nicht. Er läuft nur zum Arbeiten…dann auch nur der Laptop um genau zu sein. Aber mein PC, mein Tower, mein geliebter Rechner steht seit Monaten still. Er ist nicht mal angeschlossen. Seit Wochen rede ich darüber, daß ich ihn mal anschließen muss. Ich gehe in mein Büro, sehe meinen Rechner an und gehe wieder ins Wohnzimmer. Schatzi und ich sind oft am PC gehangen. Im Winter. Im Sommer waren wir immer draussen in der Sonne, waren viel unterwegs, hatten Spaß zusammen. Abends dann wieder PC, nebenbei zum fernsehen meistens. Er hat die meiste Zeit Poker gespielt. Ich hin und wieder auch, aber meine Passion war das RIFT. Ein MMORPG… aber es reizt mich nicht.

In letzter Zeit zwinge ich mich auch zum putzen. Bei mir ist es immer ordentlich, da lege ich Wert drauf, aber es fällt mir zunehmend schwerer. Mein Schlafbedürfnis ist irgendwie gestiegen. Ich bin immer ein Frühmensch gewesen, spätestens um halb 8 war ich wach. In letzter Zeit drehe ich mich um, denke mir – für was – und schlafe bis 10 Uhr weiter.

Wenn ich mit meinen Freunden unterwegs bin, oder sie sind bei mir, oder ich bei ihnen, oder was auch immer – lache ich viel. Es ist alles super, alles gut, und ich bin auch nicht faul. Aber wenn ich alleine bin, mache ich gar nichts. Mir fehlt der Antrieb, die Motivation, mir fehlt ein Grund etwas zu tun…nur für mich? Ich brauche das alles nicht…nicht mehr…wozu denn auch… Ich gehe meiner Arbeit nach, mache meinen Führerschein, halte meinen Haushalt ordentlich. Aber das war es auch…ansonsten mache ich nichts mehr, an dem ich mal große Freude hatte, mache nichts mehr, das mich entspannt hat. Ich mache rein gar nichts mehr von den Dingen, die ich letztes Jahr noch getan habe.

Ich renne auch nicht mehr ständig in die Stadt runter. In meinem DM Laden waren wir alle per DU und es war immer toll da reinzulaufen, den neuesten Klatsch zu hören usw. Wenn ich nun was brauche, dauert es Tage bis ich mich aufraffe um in die Stadt runter zu gehen. Es ist sogar so, daß ich es nur mache, wenn ich es mit etwas verbinden kann das ich zu erledigen habe. Früher war mir das egal. Ich bin wegen jedem Furz runter in die Stadt..

Wenn ich meinen Führerschein endlich habe, gebe ich auch meine Selbstständigkeit auf. Ich suche mir einen „normalen“ Job. So langsam steige ich in ein ganz anderes Leben ein. Ich will das nicht…ich will mein Leben zurück, das ich hatte. Veränderungen sind gut. Ohne Veränderungen kann man sich nicht weiter entwickeln. Aber mit dieser Veränderung komme ich nicht zurecht. Es haut nicht hin. Ich will nicht ICH sein!

Life was so different this time last year…

3 Gedanken zu “Life Was So Different This Time Last Year

  1. Das wird ein Stück sein von dem „Riesenloch“ das sich seit Januar aufgetan hat. Es ist ein bewegliches Material , denn manchmal schließt sich eine Stelle wieder und es ist nicht ganz so groß. Aber Du kannst etwas drum herum laufen ; nämlich dann wenn Du abgelenkt bist. Jetzt ist die Zeit wo Du Dich überwinden könntest und auf die Angebote eingehen könntest von all den lieben Leuten.Die ältere Dame vielleicht zuerst. Probier es doch aus oder lad sie ein .Ich denk an Dich.Pamela.

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