Brief an meinen Engel

Der gestrige Tag war ganz gut. Hatte bisschen was zu tun und Freunde waren da. War lustig und alles entspannt. Am Abend machte ich es mir gemütlich und zappte im Tv rum. Es lief nichts wirklich interessantes. Ich schaute mir auf RTL Crime „The Blacklist“ an, habe aber irgendwie nicht viel mitbekommen. Was ich danach schaute, weiß ich gar nicht mehr. Mein Kopf fing an zu rennen und ich hatte 1000 Gedanken im Kopf. Ich schnappte mir meinen Block und fing an zu schreiben, gleichzeitig zu reden – mit ihm. Ich schrieb meinem Engel einen Brief, den ich auch hier festhalten möchte. Das Internet vergisst nichts…den originalen Brief übergebe ich dem Feuer…

Auch wenn dieser Blog im Grunde nur mir alleine dient, möchte ich trotzdem vorneweg schieben – wer nicht mag, hört hier auf zu lesen….wer nicht weiß, wie es ist, jemanden zu verlieren, kann nicht nachvollziehen wie man dabei fühlt…welchen Schmerz man erleidet und ertragen muss..welche Gedanken man hat, welche Ängste einen packen können..

Brief an meinen Engel

Ich möchte so gerne wissen, was du gerade machst. Auf welcher Ebene du dich gerade befindest. Bist du noch in der Heilung? Bist du schon weiter?

Ich fühle mich so unvollständig. Ich fühle mich wie eine Rose, an der die Blüte abgebrochen ist. Zurück bleibt nur noch der Stiel mit den Dornen und den Blättern. Vermisse dein Lachen, deine Stimme, deine weisen Worte. Ich wollte heute nicht weinen und mache es doch.

Dein Bruder sagt mir immer wieder, daß er dich anruft. Nur um deine Stimme auf der Mailbox zu hören. Denke mir manchmal, ich mache das auch. Aber ich mache das nicht. Ich weiß ganz genau, wenn ich deine Stimme hören würde, könnte ich es nicht ertragen und würde zusammenbrechen. Es würde mich zerstören…ich kann es einfach nicht…

Die Menschen um mich herum sind so lieb zu mir. Nicht unbedingt aus Mitleid, nein. Sie behandeln mich inzwischen ganz normal. Nicht wie ein rohes Ei, ganz normal eben. Trotzdem versuchen sie mich immer mal wieder zu trösten. Aber sie können es nicht. Suche ich überhaupt nach Trost? Will ich getröstet werden? Warum kann ich den Trost nicht annehmen?

Was tröstet denn einen? Ich habe bisher nichts gefunden, nichts annehmen können. Egal was passiert, was gesagt wird, es tröstet mich einfach nicht…es hilft mir nicht. Es ist mir sogar eher unangenehm, wenn ich merke, daß mich jemand trösten will. Ich lenke dann immer sofort ab..du kennst mich ja….

Du hättest jetzt die passenden Worte für mich. Du hättest jetzt was dazu gesagt und es wäre so einfühlsam und so logisch. Nicht manipulativ, eher zum Nachdenken anregend. Ich würde eine andere Sicht auf die Dinge bekommen…und es würde mir helfen. Ich brauche dich! Niemand sonst vermag die Worte zu wählen, du die hattest. Ich muss mit dir reden..bitte..

Weißt du noch?, du warst dabei – ich musste dein Bild versiegeln. Es sollte sich nicht mehr weiter drehen. Siehst du, wie ich weine? Dein Bild dreht sich! Ich sehe neue Dinge, neue Wesen, neue Linien in deinem Bild. Mein Siegel weint. Das Rot und das Schwarz bahnen sich ihren Weg durch mein Siegel hindurch, und es sieht aus, als weint es. Es ist so wundervoll. In dem Moment, als ich sah das sich dein Bild dreht, habe ich mich dir so nah gefühlt. Gleichzeitig war es so grausam. Deine Magie ist noch da. Mein Siegel hat das Bild nicht angehalten. Nicht für lange. Es fängt wieder an sich zu drehen. Es ist sogar Künstlerin aufgefallen und sie fragte mich, ob ich an dem Bild war, ob ich was daran gemacht hätte. Ich verneinte, fand es aber schön, daß es ihr aufgefallen war. Dein Bild an der Wand lebt noch. Deine Energie ist enthalten und sie fließt.

Ich wurde schon gefragt, ob ich es überstreichen möchte. Ich bin nahezu ausgerastet und derjenige erkannte, daß er was ganz blödes gesagt hatte. Du weißt, wen ich meine..nicht schlimm. Ich habe überhaupt nichts verändert in der Wohnung. Nur das, was wir sowieso vor hatten. Das habe ich gemacht. Aber alles andere ist so wie es war, wie wir es uns vorgestellt hatten. Es ist, als würde ich auf dich warten. Als wärst du nur in Polen um neue Motorräder zu kaufen, oder im Krankenhaus… Ich weiß, daß du nicht mehr zurück kommst. Schon gar nicht in der Erscheinungsform, die du hattest hier auf Erden, in dieser Zeitschiene.

Baby, warum tun wir uns das immer wieder an? Wir kennen uns seit Jahrhunderten! Wir gehen immer gemeinsam auf die Reise. Sind wir so pervers, daß wir uns immer wieder so ein Leid antun? Was ist es, daß wir nicht begreifen?, daß wir nicht lernen? Du weißt es..jetzt…aber mir bleibt dieses Wissen verborgen…noch…

Ich muss mit dir reden, aber alle sagen, es wäre noch zu früh…sie kennen uns aber nicht..halten es nicht für möglich, wie wir waren..wer wir sind..

Ich habe dir gesagt, daß du dir keine Sorgen um mich machen musst. Ich schaffe das schon..ich bin „mehrere“, das weißt du. Mein „offizielles ICH“ macht ihren Job gut…alles andere obliegt bei mir.. Der Tod trennt uns nicht…das hat er niemals getan…

Ich liebe dich!

 

Tagebuch bla bla

Gestern war ein seltsames Wetter. Laut Wetterbericht sollte es ja nur regnen, den ganzen Tag, und hin und wieder auch mal die Sonne rauskommen. Wir hier in Wiesbaden hatten eigentlich überwiegend Sonne. Eigentlich. Ich bin zu meinen Eltern gefahren und immer dann, wenn ich draussen war, hat es gehagelt..nur winzige Körnchen, aber immer dann, wenn ich draussen war. Erst als ich an der Bushalte stand – Hagel. Kaum im Bus gesessen, strahlender Sonnenschein. Aus dem Bus ausgestiegen – Hagel. Kaum bei meinen Eltern im Haus – strahlender Sonnenschein. Meine Sis hat mich heimgefahren..ratet mal…blödes Timing sage ich da nur..

Bei meinen Eltern war es sehr lustig wieder. Es gab lecker Essen und unsere Spiele. Seit letzter Woche sind wir irgendwie hängengeblieben. Wenn irgendwas komisch ist, oder wir was nicht verstehen, oder auch aus gar keinem Grund sagten wir – Banana?? Angelehnt an der Sprache und Ausdrucksweise der Minions..diesen kleinen tollpatschigen, gehässigen und lustigen gelben Kerlchen. Ich war den ganzen Tag gut drauf und gut gelaunt.

Auch am Abend noch. Dagmar hat mich angerufen und ich sehe ja im Display, wer anruft. Also bin ich ans Handy nur mit dem Wort – Jo..ganz kurz ausgesprochen. Normalerweise begrüße ich einen Anrufer ja nicht so, aber ich war gut gelaunt und spaßig unterwegs. Also ich ging ran mit – Jo. Dagmar fragte mich sofort, ob der Günter angerufen hätte. Ich wieder ganz kurz ein – Jo. Dann fragte sie mich, ob er bei mir vorbeikommt. Ich sagte ein kurzes und knappes – No. In dem Moment fing sie an zu lachen und lachte und lachte. Als sie sich wieder beruhigte sagte sie: Unser Gespräch darf ja niemand hören. Wie wir dran gehen – keine Begrüßung alla Gude, Hi, wie gehts, oder sonst was, gleich mit einem Gespräch anfangen, als hätten wir die ganze Zeit schon gelabert. Ich lachte auch und meinte, es wäre ja auch fast so gewesen und so Begrüßungsfloskeln sparen wir uns eben einfach. Zeitverschwendung. Wieder lachte sie und meinte – ja genau!

Wir telefonierten eine ganze Weile und es klopfte an der Tür. Es war schon halb 10 Uhr etwa. Karl stand vor der Tür und ich ließ ihn rein. Dagmar und ich telefonierten noch kurz weiter, dann legten wir auf. Karl, gar nicht neugierig, fragte, ob wir über ihn gesprochen haben, weil er ja gerade von Dagmar käme. Ich lachte und sagte, daß dem nicht so war. Stimmte auch. Ich sagte ihm, es ginge um den Autoschrauber, wie ihre Arbeit heute war, über „Grill den Henssler“ und er war nur kurz eine Randbemerkung, daß er eben bei ihr war. Nichts schlimmes eben. Kurze Zeit später tauchte auch Uli auf. Sie war eine ganze Weile nicht da und ich hatte mir schon Sorgen gemacht. Wäre sie gestern nicht aufgetaucht, hätte ich bei ihr mal angerufen. Aber alles in Ordnung bei ihr.

Sie ist zur Zeit oft bei ihrer Mutter. Ihr Vater ist ja vor einem Monat etwa auch verstorben und sie kümmert sich nun etwas mehr um ihre Mama. Sie erzählte mir sehr ausführlich, wie es ihr die letzte Zeit ergangen war. Nachdem sie mir ihren Aktualisierungsföhn ans Ohr gehalten hatte und es nichts weiter zu berichten gab, ist sie wieder gegangen. Karl seine Ohren bluteten auch schon fast, hat sie mit genommen. War schon spät – etwa halb 11 Uhr. Ich machte es mir auf der Couch gemütlich und schaute „Grill den Henssler“ weiter. Gegen 11 Uhr schaute ich auf die Uhr und mir viel ein, daß sich doch auch Avni bei mir melden wollte. Wir wollten doch ein Bierchen zusammen trinken und etwas reden.

Kaum dachte ich darüber nach, klopfte es. Ich machte auf und Avni stand vor der Tür mit den Worten: Entschuldige bitte, ich bin zu spät. Er hatte 2 Bier dabei und wir setzten uns auf die Couch. Wir tranken gemütlich unser Bier und redeten über alles mögliche. Avni hat mir viel erzählt. Sehr private Dinge. Ich kenne ihn ja und auch seine Gespräche, auch seine „intimen“. Es war richtig schön das er mir Dinge erzählt, die niemand sonst weiß. Nicht mal sein Bruder, wie er sagt..ich lasse das mal so stehen…ich finde es sowieso witzig. Draussen auf der Strasse erfüllt er sein „Gangsta-Image“. So kenne ich ihn aber nicht. Wenn er bei uns war bzw. jetzt zu mir kommt war er immer sehr hilfsbereit, sehr herzlich und sanft. Er hat auch schon bei uns und bei mir geweint. Ein Kerl, der ja eigentlich der böse Albaner ist..so sehen ihn eben die vorurteilbehafteten Menschen..das er in Deutschland geboren ist, deutschen Pass hat, besser deutsch redet als manch´ Deutscher usw, interessiert ja niemanden dabei…er hat ein gutes Herz..das hat er wirklich…

Wenn wir miteinander reden, ist das immer eher kumpelhaft. Er erzählt mir auch von seinen Weibergeschichten, die er ja seit Jahren nicht mehr hat hö hö. In der Tat habe ich aber letztens ein Telefonat mitbekommen, in dem er mit einem Weibchen in säuselnder Weise gesprochen und sich verabredet hat. Das war für vergangenen Freitag. Am Freitag war er aber bei mir. Er hat die Verabredung abgesagt, er war ja krank…dummerweise war es aber nur eine Ein-Tages-Erkältung…denn am Samstag war er wieder fit soweit…witzig. Manchmal lässt er aber auch Bretter los, da muss ich schlucken. Wie meint er das jetzt?, geht mir dann durch den Kopf. So wie gestern…er hat manchmal Dinger rausgehauen, da wusste ich erst nicht, ob ich das nun richtig verstanden habe. Es war so eine Art Signale senden. Es war der Inhalt, der Ton seiner Stimme, die mich verwirrt hatten. Sowas passiert mir normalerweise nicht. Er sagt mir immer wieder, daß ich für ihn wie eine Schwester bin, eine Freundin…Avni ist mir auch ein enger Freund. Ich schätze ihn sehr und mag ihn sehr. Er fängt in letzter Zeit an mich zu verteidigen vor anderen, lässt seltsame Worte los, aber nur wenn wir alleine sind. Sagt mir aber gleichzeitig, daß er sehr viel Respekt vor meinem Engel hat und mir..was auf deutsch soviel heisst wie – ich komme als Frau für ihn nicht in Frage…so war das die ganze Zeit..ich habe mir auch keine Gedanken darüber gemacht.

Nun sitzte ich hier aber und mache mir Gedanken. So blöde Teeniegedanken wie – traut er sich nur nicht? Soll ich den ersten Schritt machen? Was ist aber, wenn ich total falsch liege und vor ihm mein Gesicht verliere? Sowas in der Art…dann denke ich aber einen Schritt weiter..und als das gestern passierte, daß ich einen Schritt weiter dachte, bin ich zusammen gebrochen…ich bin nicht soweit…ich bin nicht bereit.

Vor ein paar Tagen hatten wir ein Gespräch über Beziehungen. Ich sagte glasklar, daß ich meinen Mann über alles Liebe und das wird auch so bleiben. Avni sagte das er das wüsste, es ginge ja auch nicht anders so wie wir waren, und es sind ja auch erst knapp 4 Monate das ich Witwe sei. Ich sagte weiter, daß selbst wenn ich einen anderen Mann mal haben werde, er nie den Stellenwert von meinen Engel hätte. Daraufhin sagte er nichts. Die folgenden Tage war er aber leicht distanziert zu mir. Kein „Hase“ mehr gesagt, nur Händeschütteln zur Begrüßung und zum Abschied. Als er gestern da war, war er mir sehr zugänglich wieder. Er suchte auch Körperkontakt. So Dinge wie am Knie berühren, oder am Arm wenn er was sagt, bei dem ich „aufpassen“ soll. Kennt man ja wie das dann ist. Als er dann gegangen ist, hat er mich in den Arm genommen. Aber nicht so wie sonst. Sonst hat er immer nur einen Arm um meine Schultern gelegt und mir einen Kuss auf die Wange gegeben, brüderlich. Gestern hat er mich mit beiden Armen umarmt und hat mir einen Kuss auf die Stirn geben. Sein sonstiges Ciao zum Abschied gab es auch nicht, er sagte: Schlaf gut und träume süß…

Was soll ich nun davon halten??

Als er weg war machte ich mir Gedanken. Ich dachte über die letzte Zeit nach, sein Verhalten mir gegenüber und wie es den Abend war. Ich fühle mich zu ihm hingezogen – das stimmt. Aber ich war niemals auf den Gedanken gekommen, daß ich mit ihm eine Partnerschaft eingehen würde bzw. mit ihm in die Kiste springen würde. Dafür sind wir einfach zu verschieden, kennen zu verschiedene Leute, bewegen uns in verschiedenen Szenen…aber gestern hat er etwas in mir ausgelöst…ist ihm das bewusst? Was soll das? Ich fing an mit meinem Schatz zu reden. Ich fragte ihn immer wieder, was das soll? Was ich machen soll? Ich fing an wieder bitterlich zu weinen. Es tat mir so unendlich weh, daß ich den schönen Abend so genossen hatte.. Ich sagte meinem Schatz, daß der Abend schön war, mir es aber eine Millionen mal lieber gewesen wäre, wenn er (mein Engel) da wäre und wir den schönen Abend gehabt hätten. Ich sagte ihm, daß ich mich hingezogen fühle, aber auch, daß ich keine Bindung mit Avni eingehen will. Das will ich wirklich nicht…mir gefällt wie wir spielen und miteinander „tanzen“. Aber mehr ist da nicht, auch wenn es an dem Abend anders war und ich fast ein Kribbeln hatte…

Ich weinte und weinte, der Schmerz wurde immer größer. Den Tag über war ich so gut gelaunt und hatte mich gut gefühlt. Am Abend noch fand ich es gut, daß ich mal nicht weinen musste. Der erste Tag seit Monaten, dachte es geht endlich „aufwärts“ mit mir..mit der Trauer…dann passierte das…so gut ich mich fühlte mit Avni, umso mehr traf mich der Schmerz wieder..die Sehnsucht rollte über mich rüber und ich war machtlos. Ich bin einfach nicht bereit für was neues..vom Kopf her vielleicht, ich will nicht alleine sein, aber mein Herz ist verschlossen…ich habe Spaß am spielen, aber auch nicht mehr. Ich sehne mich nach einem Mann, nach kuscheln, nach Wärme und gemeinsam Lachen…aber ich will meinen Mann und ich weiß, daß geht nicht. Was anderes ist aber für mich nicht akzeptabel! Ich flehte ihn an, er soll doch zu mir zurück kommen. Egal wie, ich würde ihn erkennen…er hat es doch versprochen…

Ich weiß, das sind irdische Gedanken. Ich weiß auch, wie es auf der „anderen Seite“ zugeht. Aber ich bin hier in dieser Zeitschiene gefangen..er kommt nicht zu mir zurück und ich kann es nicht ertragen…

Bis dann

Kein Mensch ist eine Insel

Das hat mein Engel immer wieder gesagt. Vorallem dann, wenn ich mich zurück gezogen hatte. Damit hat er mich immer aus meinem Loch geholt, denn es ist wahr. Kein Mensch ist eine Insel. Wir sind alle miteinander verbunden, auf die eine, oder andere Weise…

Ich spüre das die ganze Zeit. Von meinen Freunden abgesehen, sind es so viele andere Menschen die mir beistehen wollen. Der Briefträger den wir schon seit Jahren kennen, läd mich dauernd ein mit ihm mal in den Rheingau zu fahren. Mal weg von hier, mal was anderes sehen. Gemütlich einen Wein trinken und was gutes Essen. Reden. Auch die Gerlinde, eine sehr nette Dame, über 80 Jahre alt und fit wie sonst was, fragt mich jedesmal wenn wir uns treffen, ob ich mit ihr einen Kaffee trinken möchte und wie es mir geht. Auch die Uschi aus dem Tante E Laden läd mich jedes mal ein, wenn ich ihr begegne. Wenn das Wetter schöner ist, die Sonne scheint und die Temperaturen steigen, wollen wir zusammen spazieren gehen, oder bei ihr im Garten sitzen und einen Kuchen essen.

Das sind nur ein paar Beispiele, wie sich die Menschen in meinem Viertel um mich kümmern möchten und mir beistehen. Mein Engel war ein guter Mensch und sie sind alle auch sehr betrübt darüber, daß er nicht mehr da ist. Ich tue den Menschen leid und sie wollen alles dafür tun, daß es mir gut geht. Das ich nicht in ein Loch falle… ich finde es so wahnsinnig lieb von den Leuten. Ich kenne alle diese Leute schon ewig. Hier in das Viertel sind wir 1995 gezogen und Tante E kennt mich schon seit Teeniezeiten, sowie die meisten hier. Sie haben mich aufwachsen gesehen, haben mit erlebt wie es in meinem Leben so läuft und nun sind sie alle für mich da in einer Art und Weise, die es vorher so nicht gab..die ich so nicht für möglich gehalten hatte.

Kein Mensch ist eine Insel…

Die letzten Tage waren gut. Auch wenn die Sonne für mich immer noch nicht so hell scheint, wie sie einst schien. Aber ich genieße die Sonne trotzdem. Ich höre den Vögelchen zu und atme den Duft des Frühlings tief ein. Ich weine immer noch jeden Tag. Es ist eine Szene im Fernsehen, es ist ein Titel im Radio der mich an etwas erinnert, oder es ist ein Gedanke der sich in meinem Kopf verirrt hat. Ich habe meinen Frühjahrsputz abgeschlossen. Wenn ich putze, bekomme ich meinen Kopf frei. Es lenkt mich ab. Es ist  sauber..auch in den versteckten Ecken die niemand sieht.

Gestern, Freitag, bin ich endlich auch mal zur Fahrschule gegangen und habe mich angemeldet. Ich muss jetzt den Erste-Hilfe-Kurs machen und den Sehtest, dann zur Führerscheinstelle den Antrag stellen. Wenn die Fahrschule dann das ok bekommt, kann ich loslegen. Dauert ca. 4 – 6 Wochen. Dann mache ich meinen Schein in einem Intensivkurs. Ein Auto habe ich ja schon…sein Auto… Im Mai werde ich den Wagen anmelden. Wenn ich Pech habe, kann ich den Führerschein erst in der ersten Juni Woche machen, da sind aber die Schilder nicht mehr reserviert. Die möchte ich unbedingt auch behalten… Danach bin ich zu Dagmar gefahren. Sie hat Stress auf der Arbeit und sie hat sich bei mir ausgekotzt. Dann haben wir eine Strategie entwickelt, wie sie wieder Spaß auf der Arbeit haben kann.

Am Nachmittag kam auch Karl zu ihr, er wollte ihr die Autoreifen wechseln. Gegen Abend sind wir zu mir gefahren und haben noch gemütlich einen Wein getrunken. Gegen 10 Uhr wollte Dagmar dann Heim, sie muss ja um 2 Uhr wieder aufstehen, wegen der Arbeit. Karl fuhr sie Heim und ich wollte es mir gemütlich machen und noch etwas fernsehen. Es klopfte an der Tür und Rainer erbat nochmal kurz Einlass. Wir redeten über banale Dinge, dann ging er wieder. Ich brachte ihn an die Tür und von draussen kam Avni. Er wollte auch nochmal zu mir und ich ließ ihn rein. Der arme Kerl ist wieder erkältet und ich gab ihm sein Thailändisches WickVaporub zurück und gab ihm HustenTee. Wir redeten auch dummes Zeug und tranken den Wein zu Ende. Dann ging er auch wieder und ich war müde. Sehr müde. Habe ich ohne Umwege ins Bett gelegt und bin auch schnell in einen traumlosen Schlaf gefallen.

Heute am Samstag ist das Wetter schlecht. Es regnet ohne Unterlass, aber das ist ok. Ich war Lotto spielen und nun gammele ich nur auf der Couch rum. Ich müsste was arbeiten. Irgendwie komme ich nicht in die Gänge, aber das ist auch nicht so schlimm. Ich mache mir jetzt was zum Mittag, danach schmeisse ich mich an meine Arbeit.

Bis dann

1. kommt es anders, als man 2. denkt

Erstmal an dieser Stelle nochmal einen vielen lieben Dank für die Nominierung. Ich wurde noch nie in der Bloggerwelt nominiert und habe auch nicht damit gerechnet. Vorallem jetzt nicht, da ich ja eigentlich nur am rumheulen bin und das den Leuten früher oder später auf die Nerven geht. Danke!

Gestern wollte ich eigentlich den Kleiderschrank ausräumen. Bevor ich los legen konnte, kam eine WhatsApp von meiner sogenannten besten Freundin. Sie war immer noch stinkend wütend und hat mir einen deftigen Text geschrieben. Ich lasse sowas nicht auf mir sitzen und rief sie an. Sie ging ans Handy mit dem Wort – WAS!!!!! sehr agressiv… Ich blieb entspannt und fragte sie, ob es immer noch wegen Karl ist und was am Samstag vorgefallen war. Sie sagte mir JA und ich solle sie in Ruhe lassen, für 2, 3 Tage, dann ging es wieder bei ihr. Ich habe das nicht eingesehen und sagte ihr nach einigem hin und her, daß ich nun zu ihr fahren würde. Sie willigte ein, obwohl sie mir mehrmals sagte, sie wolle weder mich, noch Karl sehen.

Ich fuhr also in windeseile zu ihr und sie machte mir auf. Kaum war ich in ihrer Wohnung, drückte sie mich ganz feste und fing an zu weinen. Wir setzten uns ins Wohnzimmer und redeten nochmals über den Samstag. Sie hat keine Lust ständig verarscht zu werden und angelogen zu werden. Alles das macht Karl mit ihr, obwohl er immer wieder beteuert, daß sie doch angeblich ein Freund sei. So geht man aber mit Freunden nicht um. Wir redeten und berieten uns, wie es nun mit uns 3 weiter gehen soll. Ich überredete sie, sich doch noch einmal mit Karl hinzusetzen und zu reden. Ich war ja dabei. Ok gut, machen wir. Ich schrieb eine WA an Karl und eine Stunde später war er dann auch da. Er war sichtlich nervös und kaum das er saß fing Dagmar an ihn festzunageln.

Entgegen unserer Erwartung redete Karl völlig frei raus, wie er den Samstag empfunden hat und das er sich gekränkt gefühlt hat. Er konnte, oder wollte, uns dennoch nie den absolut genauen Grund nennen. Vielleicht wusste er es wirklich nicht. Er hat sich halt immer nur angegriffen gefühlt von ihr. Sie fragte ihn immer wieder warum sie das denn hätte machen sollen? Wir sind doch Freunde und Freunden tut man nicht weh! Wir redeten Stunde um Stunde. Ich ließ die beiden reden, nur immer dann, wenn Dagmar nicht weiter wusste, oder nicht wusste WIE sie etwas sagen sollte habe ich eingegriffen. Die ganze Zeit war es so, Karl hatte ein Problem mit Dagmar und hat mich angeschrieben..ich war die letzte Zeit immer der Vermittler. Das kam auch zur Sprache. Warum werde ich als Vermittler her genommen, wenn es doch einen Zwist zwischen den anderen beiden gibt?! Karl sagte, es wäre eigentlich nur weil wir uns schon ewig kennen und ich die Dinge besser verstehen könne und vorallem mich besser ausdrücken könne.

Ich sagte daraufhin, daß es doch nicht wichtig ist wie man redet. Man muss keine großen Reden schwingen, man kann auch auf einfache Weise seine Gefühle ausdrücken…das hat er verstanden und sich bei Dagmar entschuldigt dafür. Irgendwann schien es so, als wäre sie auch zufrieden mit dem Gespräch. Er hat sich mehrfach entschuldigt und Dagmar hat die Entschuldigung angenommen. Dann hat sie sich bei mir bedankt. So jemanden wie mich hat sie noch nie getroffen. Es war immer so, wenn es einen Streit gab hat man sich nicht mehr gesehen und Freundschaften sind auseinander gebrochen. Sie sagte mir, sie fände es so fantastisch dass ich mich nicht abringen lasse und über die Dinge reden will. Ungefiltert, unzensiert, das Tiefste aus einem rausholend…nur so weiß man doch auch, wie es dem jeweils anderen ergeht. Niemand kann einem in den Kopf schauen…

Am meisten beeindruckt hat sie der Satz von meinem Schatz, der für unsere Ehe galt, aber auch auf andere Beziehungen angewendet werden kann. Er ist ganz einfach…es sind nur 3 Regeln die man sich zu Herzen nehmen sollte. Sie lauten:

  1. Immer mit dem anderen reden 2. Nichts als selbstverständlich hinnehmen 3. Nichts machen was dem anderen schadet.

Als wir uns wieder einmal ausgesprochen haben, haben wir zusammen gekocht und gegessen. Dann hat mich Karl nach Hause gebracht. Es war bereits 10 Uhr Abends. Ich war um 13 Uhr bei Dagmar und Karl kam gegen halb 3 Uhr. Als wir gegangen waren, hat sich Dagmar nochmals bei mir bedankt. Sie fand es so schön von mir, daß ich sie nicht in Ruhe gelassen habe, sondern reden wollte und auch nicht davon abgelassen hatte. Sowas kannte sie bisher nicht. Ich sagte ihr immer wieder sie müsse sich nicht dafür bedanken. Wenn mit etwas wichtig ist dann kämpfe ich auch dafür. Sie wäre da ja anders, sie ziehe sich dann zurück, ein paar Tage, dann wäre alles wieder gut. Ich sagte ihr, daß dem eben nicht so ist. Es ist vielleicht scheinbar alles wieder gut, aber der Stein sitzt tief im Magen und bei jedem Streit wächst der Brocken an und macht alles nur noch schlimmer, bis es irgendwann wirklich knallt und alles kaputt ist.

Als Karl auch nach Hause fuhr, dachte ich nochmal über den Abend nach. Ich spürte, wie ich ein Gefühl der Zufriedenheit in mir hatte und spürte auch, daß meine Magie langsam wieder zu mir zurück kehrt. Es hat mich innerlich so gefreut, daß ich meine 2 liebsten Menschen wieder zusammen bringen konnte, ohne das es komisch wird in Zukunft, oder das der eine den anderen lieber nicht sehen möchte. Dafür haben wir in der letzten Zeit zuviel durch gemacht. Geisenheimer und BF sind sich auch wichtig untereinander und es wäre doch nun wirklich blöd und schade wenn wegen einem falschen Stolz, oder was auch immer, sowas auseinander brechen würde. Selbst wenn das Gespräch einen negativen Verlauf genommen hätte, wäre das letztenendes auch ok. Zwar nicht ok in dem Sinn, aber dann wäre es eben so. Wichtig bleibt hierbei trotzdem, daß sich jeder äussern konnte wie er welche Situation aufgefasst hat und darüber geredet hat.

Ich finde es immer schade, wenn Menschen nicht miteinander sprechen. Niemand kann dem anderen in den Kopf schauen und wie soll man Mißverständnisse, verletzte Gefühle, oder was auch immer verstehen wenn man nicht darüber redet! Beleidigungen sind schnell ausgesprochen und man verletzt Menschen, die einem in Wirklichkeit wichtig sind. Sowas versuche ich immer zu verhindern, denn irgendwann ist ein Punkt erreicht da ist man zum reden nicht mehr bereit und dann ist der Zug abgefahren…das ist halt Schade..es hat immer einen Grund, warum man einen Menschen in seinem Leben hat.

Ich war früher auch nicht so. Ich war beleidigt, und habe mich abgesetzt. Das mit dem reden hat mir mein Engel beigebracht. Dafür bin ich ihm auf ewig dankbar. Ich liebe dich mein Schatz! Du hast mir soviel gegeben…

Bis dann

Liebster Award

Vielen lieben Dank an Single 2.0 für die Nominierung, fand ich super 😀

Gerne beantworte ich ihre Fragen 🙂

Los geht´s

Wie reagierst du auf negative Kommentare?

Habe bisher keine negativen Kommentare bekommen, denke aber, ich würde sie kommentarlos löschen.

Wie lange brauchst du, um einen Beitrag zu schreiben?

Im Schnitt so ein bis zwei Stunden. Ich lese immer wieder darüber um Rechtschreibfehler zu finden, oder Sätze umzustellen. Manchmal schreibe ich so schnell, daß es im Nachhinein gar keinen Sinn ergibt.

 

Wie fühlt es sich an, zu wissen, dass andere deine privaten Gedanken/Erlebnisse mitlesen?

Ich schreibe teilweise schon sehr intime Dinge in meinen Blog. Mein Hauptanliegen ist, wenn sich jemand mal auf meinen Blog verirrt und liest wie es mir geht, oder was ich erlebt habe und wie ich darüber fühle, daß sich andere angesprochen fühlen und sehen, daß sie nicht alleine auf der Welt sind mit ihren Gedanken, daß es anderen auch „so“ geht. Ansonsten denke ich mir nichts weiter bei 🙂

Welche berühmte Persönlichkeit würdest du gerne mal treffen und warum?

Stephen Hawking – einer der brilliantesten Köpfe unserer Zeit, aber ich gehe nicht mit allem was er sagt konform. Eine Diskussion über das Weltall mit ihm, würde mich sehr reizen. Ich bin bei weitem nicht so klug wie dieser Mann, aber dennoch würde ich gerne meine Ansichten mit ihm diskutieren 😉

 

Was wolltest du als Kind mal werden?

Oh das ist schwer zu beantworten. Ich wollte alle halbe Jahr was anderes werden. Das ging über Pferdewirtin, Programmiererin, Chemikerin, Physikerin, Gerichtsmedizinerin bis hin zu dem was ich heute bin. Selbstständig und meiner eigener Herr sein – das habe ich geschafft, bin Geschäftsfrau.

Wenn du einmal ab durch die Zeit reisen könntest, wo würd’s hingehen und warum?

Entweder nach England ins 16. Jahrhundert zu der Tudor Königsfamilie – Fazinierende Geschichte wie ich finde, oder weit in die Zukunft – mich interessiert die Technik, die wir irgendwann mal haben werden, die ich am liebsten heute schon hätte.

Wieviele paar Schuhe hast du?

Ich bin eine Frau…ich liebe Schuhe…habe aber gar nicht soo viele, denke so um die 20 Paar.

Was für ein Song läuft bei dir grad in Endlosschleife?

Mh…im Grunde gerade keiner. Am ehesten dann noch „Die immer lacht – Remix Kerstin Ott“

Welche Reise steht bei dir als nächstes an?

Eine Reise, im Sinne eines zB Urlaubs – keine. Ansonsten reise ich gerne in die Fantasiewelten, wenn ich lese 😉

Was war das schönste Geschenk, das du je bekommen hast?

Die bedingungslose Liebe und das Vertrauen in mich von meinem Engel. Mich hat noch niemals vorher jemand so geliebt, ohne mich verändern zu wollen. Er hat mich so genommen wie ich bin – das war das schönste Geschenk in meinem Leben. Diese Erfahrung machen zu dürfen.

Was mögen andere an dir?

Andere mögen an mir, daß ich jeden so annehme wie er/sie ist. Ohne Vorurteile, ohne Bewertungen und ohne den anderen ändern zu wollen. Meine Warmherzigkeit, Hilfsbereitschaft und auch das ich mal meine Meinung sage in aller Deutlichkeit.

 

So das waren alle Fragen 🙂 schöne Fragen 🙂 ich hoffe mir fallen nun auch für euch einige interessante Fragen ein.

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Zunächst hier meine Nominierungen:

pamelarau

meincluster

ourthoughtsandexperiences

papaundalleinerziehend

vanitas

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Hier meine Fragen an euch 🙂

  1. Was ist dein Lebensmotto?
  2. Welches war der schönste Moment in deinem Leben?
  3. Über was kannst du dich aufregen?
  4. Hast du einen Lieblingswitz, den du mir erzählen möchtest?
  5. Welche ist deine schlechteste Angewohnheit?
  6. Musstest du schon einmal eine Entscheidung treffen, die dein ganzes Leben beeinflusste?
  7. Ist dein Glas immer halb voll, oder halb leer?
  8. Was ist dein Traumjob?
  9. Was würdest du 3 Tage ohne Strom machen?
  10. Wo siehst du dich in 5 Jahren?
  11. Was magst du an dir selbst, und was nicht?

 

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Die Regeln:
1. Danke der Person, die dich für den Liebster Award nominiert hat, und verlinke in deinem Artikel auf ihren Blog.
2. Beantworte die 11 Fragen, die dir der Blogger, der dich nominiert hat, stellt
3. Nominiere 5-11 weitere Blogger für den Liebster Award.
4. Stelle eine Liste mit 11 Fragen für deine nominierten Blogger zusammen.
5. Schreibe diese Regeln in deinen Liebster Award Blog-Artikel.
6. Informiere deine nominierten Blogger über den Blog-Artikel.

 

 

Von Spiegeleierblumen und Zicken

Das Wochenende war sehr ruhig. Eigentlich. Am Freitag hatte ich mir als ich vom Arzt kam die erste der drei Antibiotika Tabletten einverleibt und schon am Abend ging es mir um Welten besser. Ich habe mich nicht mehr krank gefühlt und der Husten hat nicht mehr weh getan. Am Abend kamen Dagmar und Karl kurz vorbei und ich konnte sogar lachen, ohne gleich einen riesen Hustenanfall zu bekommen. Ich fühlte mich aber noch nicht gesund genug um zu „feiern“. War auch nicht schlimm. Dagmar und Karl fuhren wieder und ich hatte einen gemütlichen Freitagabend, wie schon länger nicht mehr. Habe auch gut geschlafen, relativ eben, aber schon gut.

Am Samstag hat es nur geregnet. Gammelwetter. Ich war Lotto spielen und etwas einkaufen. Am Nachmittag kam die Sonne raus und es war recht schön geworden, auch gar nicht so kalt. Ich war im Garten um nach dem Rechten zu schauen, bissl umzuräumen usw. Ich sah, daß die Tulpen aufgegangen waren und die Blumen von meinem Schatz. Als ich sah wie die 2-farbigen Narzissen (Osterglocken) auch aufgegangen waren, trieb es mir die Tränen in die Augen. Ich kniete nieder und streichelte sanft die Spiegeleierblumen… Ich redete mit den Blumen und auch mit meinem Engel.

Er hatte eine große Affinität zu Spiegeleiern. In den meisten seinen Bildern gibt es Spiegeleier. Nicht unbedingt die gebratenen, aber immer der gelbe Kern in einem weißen Ring. Deswegen haben wir auch die 2-farbigen Narzissen gekauft. War gar nicht so leicht diese zu finden, wir waren damals in mehreren Gartenmärkten um eben diese zu finden. Er hat sie „Spiegeleierblumen“ genannt, weil sie eben auch aussehen wie Spiegeleier.

Ich war traurig und erfreute mich gleichzeitig. Ich sagte zu meinem Schatz – schau mal mein Engel, sie blühen wieder und das noch schöner als im Vorjahr. Schade, daß du sie nicht sehen kannst… Sie blühen das 2. Jahr erst… Mein Blick richtete sich nach rechts. Dort steht ein sehr junger Magnolienbaum. Er blüht noch nicht. Noch lange nicht. Der Baum ist erst 2 Jahre alt und erst ab einem Alter ab 5 Jahren bildet der Baum seine Magnolien aus. Wieder schossen mir Tränen in die Augen. Ich sagte: Es tut mir so leid Baby..die Magnolien hätten dir auch so gefallen.. Er weiß wie die Blüten aussehen, aber es ist trotzdem was anderes… Ich wollte den Baum unbedingt haben, war auch recht teuer. Er hat mir den Magnolienbaum geschenkt..und nun wird er nie sehen können, wie er blüht…

Ich stand auf und wischte mir die Tränen aus den Augen. Ich habe es aufeinmal nicht mehr ertragen im Garten zu sein und bin wieder in die Wohnung. Unser Apfelbaum treibt auch kräftig aus und ich freue mich schon, wenn Ende August, Anfang September die Äpfel reif sind. Och Baby…wie soll ich denn den Sommer im Garten ertragen, wenn du nicht da bist?

Ich fing dann an mit Hausputz. Durch das Bad bin ich nur durchgeflogen. Das braucht keinen Frühjahrsputz, mein Bad halte ich immer sauber. Die Küche eigentlich auch, aber durch den Holzofen ist es müßig ständig zu putzen. Es ist zwar sauber, aber jetzt bedarf es doch einer Grundreinigung. Der feine Holzstaub und der Ruß setzten sich halt überall ständig fest. Ich war in der Küche soweit fertig, die Heizsaison ist ja beendet soweit. Als ich fast am Ende war, es war schon Abend, klopfte es an der Tür. Dagmar und Karl waren wieder gekommen. Wir hatten einen schönen Abend. Eigentlich. Dagmar und ich lachten wieder, wie „früher“ und auch Karl hatte viel Spaß. Dachten wir. Er lachte ständig mit uns und alles war gut. Irgendwann kippte seine Stimmung. Wir haben das nicht mitbekommen. Dagmar trank ihren Wein und ich hielt mich den ganzen Abend an einer Flasche Bier fest. Ich trinke nicht mehr, zumindest nicht mehr so Komamäßig. Das bringt ja nur Probleme, man bedenke die letzen 2 Monate.

Irgendwann stand Karl auf, es war schon recht spät, er wolle jetzt nach Hause. Hä? dachten wir beide, was ist denn los? Er sagte – Nichts, alles in Ordnung. Aber sein Tonfall und seine Körpersprache sagten was anderes. Ich brachte ihn an die Tür und ohne eines weiteren Blickes raunte er mir nur zu – Bis die Tage dann… Verstört ging ich wieder ins Wohnzimmer und Dagmar und ich unterhielten uns über diese Situation. Was war denn passiert? Vorallem – warum sagt er nichts! Dagmar und ich hatten uns mehrfach ausgesprochen und waren wieder eng zusammen. Dagmar meinte, er kommt vielleicht darauf nicht klar. Ich meinte, daß ich doch quatsch, wir haben uns doch alle ausgesprochen und wollten es nochmal alle miteinander versuchen. Jahrelange Freunschaften wirft man doch nicht einfach so weg?! Deswegen reden und reden und reden wir doch darüber und arbeiten daran, daß sowas nicht nochmal passiert. Wir haben doch auch Regeln aufgestellt…

Wir drehten uns im Kreis, weil wir ja nicht wussten, welche Laus ihm über die Leber gelaufen war. Dagmar war sauer und ich war auch völlig perplex. Dagmar meinte: Jetzt fängt der an zu spinnen, oder was? Was eine Zicke! Wir dachten immer, Weiber wären schlimm und zicken rum…aber der Kerl ist 54 Jahre alt und zickt schlimmer als wir beide zusammen! Ich meinte dann auch, das ganze Gerede usw. ist wohl an ihm abgeprallt. Das verstehe ich nicht, er hat doch auch erst ganz anders geredet..er fand es doch auch gut, daß wir wieder das 3-Gespann sind, wie vorher. Was ist denn los?! Später in der Nacht, kam eine WhatsApp von ihm an mich. Es stand drin: Und sowas nennt sich Freund…traurig… Wieder sah man in unseren Gesichtern die großen Fragezeichen. Was hat er denn verdammt?! Was ist denn passiert? Wir erörterten nochmal die Situation.

Wir lachten, hatten Spaß, Dagmar hat ihre Sprüche gebracht und ich habe mich gekugelt vor lachen. Es gab dann mehrere WhatsApps und Karl tauchte wieder auf. Ich musste aufs Klo – alles war gut – und als ich wieder kam, war Eiszeit zwischen den beiden. Was ist denn in den 2 Minuten passiert, als ich auf dem Klo war… Dagmar sagte wieder, ja keine Ahnung. Du warst auf dem Klo, ich fragte Karl ob er eine Zigarette wollte und das Tablet und er kackte mich an, daß ich nerven würde und haute ab..aber warum sagte er nichts! Ich schrieb ihn an mit der Frage, was denn los war. Keine Antwort. Dagmar und ich rätselten noch eine ganze Weile und legten uns dann schlafen. Als wir am Sonntagmorgen aufstanden, fragte ich sie, ob die Zicke sich gemeldet hätte. Nein sagte sie. Ich schaute auf mein Handy und da war eine Nachricht. Die WhatsApp war nicht für mich bestimmt, er entschuldigte sich. Sie war für Dagmar bestimmt. Ich schrieb ihn an und sagte, er solle doch dann auch mit ihr darüber reden. Das war nicht unsere Abmachung! Wir wollten immer ehrlich und offen sein, damit eben so eine scheisse nicht nochmal passiert, die wir ja erst hatten! Wir geben uns alle Mühe daran zu arbeiten und nun schießt du quer… Keine Antwort.

Dagmar und ich gingen an den Bus. Sie fuhr nach Hause und ich zu meinen Eltern. Der Tag war schön und lustig und ging schnell rum. Am Sonntagabend kam Karl vorbei. Er war kaum die Tür drin, fing ich an mit ihm darüber zu reden. Ich warf ihm vor, das er mir die WA geschickt hatte, sich aber nicht bei Dagmar gemeldet hat, weil es geht ja um sie. Er war ja sauer auf sie. Hat mich zwar auch wie den letzten Dreck aufeinmal behandelt, aber trotzdem. Ich fragte ihn wieder, was denn los war. Er sagte dann, er habe sich ständig angegriffen gefühlt. Hä? Mit was denn?, fragte ich. Er sagte, ja wegen den Tablets und dem Spielen und was da im Bogarts abging…

Hintergrunderklärung: Wir waren vor ein paar Wochen ja im Bogarts. An dem Tisch neben uns saßen 3 jung Kerle die sich nur und ausschließlich mit ihren Handy beschäftigt hatten. Sie sprachen nicht miteinander, sie spielten nur mit ihren Handys, die ganze Zeit über. Darüber hatten wir uns lustig gemacht. Als wir am Samstag zusammen saßen, war das bei uns auch immer mal so. Jeder von uns 3 hatte ein Handy, oder ein Tablet in der Hand und starrten nur darauf. Der eine hat gespielt, der andere mit jemandem geschrieben.Wir erinnerten uns ans Bogarts und machten uns dann auch über uns selbst lustig..

Karl fühlte sich dabei aber angegriffen, warum auch immer. Gab keinerlei Anlass dazu. Ich fragte ihn dann, warum er nicht seinen Mund aufmacht und es gleich sagt, daß er sich nicht wohl fühlt, oder angegriffen oder was auch immer. Er antwortete, daß er das nicht wüsste. Ich sagte ihm: Aber du warst doch angepisst. Warum sagst du nichts, verdammt. Er weiß es einfach nicht, sagte er. Kopfschüttelnd saß ich dann da und schrieb Dagmar was Karl wirklich geritten hatte. Sie ist total ausgeflippt und schrieb mir zurück. So Sachen wie – darauf hat sie keine Lust, sie dachte ER wäre doch ein Freund und wir wären weiter, gerade eben weil das in den letzten 2 Monaten passiert war und sowas müsse sie sich nicht geben, sie wäre kein Fußabtreter. Ausserdem, was heule er sich bei mir aus und nicht bei ihr, denn es geht ja um sie. Ich schrieb ihr, daß ich mit ihm sicherlich darüber geredet hatte und er es einsieht, das es falsch war. Wir wollten dann am Montagabend bei ihr vobei und das regeln. Sie hat keine Lust darauf, denn wenn das nächste mal ihm ein Furz quer hinge, ginge das alles von vorne los. Auf so eine Freundschaft kann sie verzichten…

Karl ging wieder und ich schrieb noch eine ganze Weile mit Dagmar. Vor ein paar Tagen hat sie mich förmlich angebettelt es nochmal zu versuchen und nun war ich es, die versucht hat sie wieder runterzuholen und über alles zu reden. Ich dachte mir nur – na toll..wie im Irrenhaus. Wir und erwachsen? LOL im Leben nicht. Was ein Kindergarten..ich wusste von Anfang an, das es nicht mehr funktioniert…zwischen Dagmar und mir ist alles wieder gut, aber nun spinnt Karl rum..man man man…und habe weder Kraft, noch den Willen dazu mich um so Sachen zu kümmern. Ich habe mich darauf eingelassen, weil Dagmar mich nicht verlieren wollte und ich sie nicht…aber wenn es jetzt jedesmal um so eine banale Kacke geht, stehe ich auch wieder am Anfang und überlege mir was zu tun ist…ich habe da auch keine Lust drauf! Sie sagt, sie will eigentlich nicht das wir heute Abend zu ihr kommen, ich werde aber trotzdem hinfahren…und wenn wir es heute ein für allemal klären und es dann die 3-Gruppe nicht mehr gibt…es muss endlich mal zu einem Ende kommen, so oder so! Sonst war alles wirklich nur für die Katz! Ein Kampf gegen Windmühlen…schwarz oder weiß – Hop oder Top…

Der Tag heute ist noch jung und ich räume weiter auf. Ein schwerer Gang, denn ich gehe an den Kleiderschrank und muss die Sachen von meinem Engel sortieren…es bricht mir wieder das Herz, ich kann es eigentlich nicht..aber ich muss….ein paar Sachen habe ich schon weg…seine Schuhe…ich weinte dabei, obwohl ich ja genau weiß, daß er seine Schuhe nicht mehr braucht..aber es hat mein Herz zerissen, als ich alles in einen blauen Sack packte und diesen verschnürte…es passieren sowieso in letzter Zeit wieder komische Dinge zB. folgendes. Unser Kühlschrank hat keinen Griff (Design) und wir haben uns der einfachheithalber einen Griff gekauft und diesen an den Kühlschrank angebracht. Er wird nur mit Saugnäpfen festgemacht und er hat Jahre gehalten. Die Tage saß ich auf der Couch und es gab einen Knall. Ich bin in die Küche und sah, daß der Griff abgefallen war. Ist schon öfter passiert, Saugnäpfe eben. Aber diemal ist der Griff in 2 Teile zerbrochen und nicht mehr verwendbar..

Es ist eine banale Sache, aber ich fing an zu weinen. Es verabschieden sich immer mehr Dinge, die wir gemeinsam gemacht hatten. Mein Engel verschwindet immer mehr…er wird immer mehr nur zu einer Erinnerung, zu einem Teil meiner Vergangenheit…es tut so weh..ich kann einfach nicht loslassen… Ich war bisher nie ein Mensch der in der Vergangenheit hängt, im Gegenteil…ich bin ein Zukunftsmensch..aber nun? Ich will mein Leben zurück! Ich will ihn zurück! Ich schaue ja nach vorne..und meine Vergangenheit kann mir niemand nehmen…ich will das alles nicht…

Bis dann

spiegeleierblumen

Besuch beim Dok

Mir geht es eigentlich besser. Dachte ich. Es geht mir auch besser, aber irgendwie auch nicht. Der Husten hat nachgelassen, dennoch fühle ich mich matt und schlaff und krank. Heute morgen bin ich dann doch mal zu meinem Hausarzt. Ich sagte ihm, ich huste schon seit ein paar Wochen, aber diese Woche hatte ich auch ein paar mal einen Fieberschub und der Husten hat sich verändert.

Zuerst hat er mich abgehört. Lange abgehört. Zu lange, kenne ich so nicht. Meine Lunge hört sich gut an – sagte er. Es wären keine Geräusche da. Ich frage mich aber, warum er mich dann so ewig abgehört hat… Dann hat er Blutdruck gemessen und Fieber. Mein Blutdruck ist unter 100..genauer gesagt, 90/70. Das ist schon sehr niedrig, aber in Ordnung. Er hat dann meine Blutdrucktabletten abgesetzt. Ich sagte ihm, daß ich die sowieso nie gebraucht hätte, wäre halt Standarttherapie nach einem Herzinfarkt. Er lachte und sagte nur – Ja. Ich fragte ihn, was ich denn nun genau hätte. Er sagte mir, es wäre eine Bronchitis. Nur das ich Fieber gehabt habe, wäre nicht so schön. Verdacht auf Lungenentzündung.

Er schrieb mir Antibiotika auf. Er sagte wenn es nicht besser würde müsste ich zum Röntgen. Ich meinte, daß ich darauf überhaupt keinen Bock hätte. Dok sagte, schlimmstenfalls würde man Infiltrationen sehen. Ich antwortete – ja genau und deswegen habe ich keine Lust auf Röntgen. Dok sagte: Das heisst nichts. Das heisst nur „Lungenentzündung“. Ich sagte ihm: Ja klar…das war ja beim Horsti auch so..und dann war es Krebs. Ich bin zu jung dafür! Er lachte wieder und meinte, daß er davon nun auch nicht ausgeht.

Selbstverständlich gehe ich nicht davon aus Krebs zu haben, ist totaler Schwachsinn. Weiß ich auch! Aber dennoch will ich dieses Wort „Infiltration“ nicht hören! Sind doch zu viele negative Empfindungen an dieses Wort geknüpft…aber wer weiß schon wirklich, was ein Lungenröntgen so ans Licht bringt. Ich habe keine Angst vor Krebs..wirklich nicht…war auch nur mehr ein Spruch von mir. Wir sprachen noch über ein paar andere Dinge und ich konnte wieder gehen. Ich solle mich nächste Woche melden, wenn es nicht besser würde. Ja klar, mache ich – sagte ich.

In der Apotheke hatten sie die Antibiotika vorrätig und zu Hause habe ich gleich eine Tablette genommen. Es sind nur 3 Stück. Speziell für Bronchitis und Lungenentzündung, totale Hammertabletten. Eben nur 3 Stück.

Danach habe ich erstmal einen Rundruf gestartet. An meine Mam, und meine 2 besten Freunde. Dagmar und Karl waren gestern Abend kurz bei mir und haben gesehen, daß es mir immer noch nicht wirklich besser geht. Sie wollten wissen, was beim Arzt raus gekommen ist. Deswegen der Rundruf.

Niemand braucht sich Sorgen machen. Es ist nur eine Bronchitis..alles gut. Mich haut so schnell nichts um, mein Plan ist noch nicht erfüllt. Ich mache mir auch keine Sorgen…alles andere sind nur blöde Sprüche von mir.

Ich lege mich nochmal hin. Schlafen ist immer noch die beste Medizin…

Bis dann

Mal kurz melden

Es geht mir besser.

Gestern ging es mir zunächst auch erst besser, aber im Laufe des Tages ging es wieder bergab. Am Abend hatte ich wieder leichtes Fieber. Mein Husten hat sich zu einem trockenen Reizhusten gewandelt. Geisenheimer war gestern Abend kurz da und wollte nach mir sehen. Er blieb nicht lange, wollte mir meine Ruhe gönnen. War ganz gut so. Gegen halb 11, ich schaute mir das Fussballspiel an, machte ich es mir auf der Couch gemütlich, soweit möglich, und wollte schlafen. Ich konnte nicht einschlafen und es hat mich in mein Bett gezogen. Das erste mal seit Wochen, seitdem ich das Bett habe. Ich konnte die ganze Zeit nicht im Bett schlafen, hatte ja immer auf der Couch geschlafen. Gestern war das anders. Ich ging also in mein Bett und bin auch sofort eingeschlafen. Die Nacht war unruhig, bin öfter aufgewacht. Mir war heiss und ich fror gleichzeitig.

Heute morgen bin ich relativ gut aufgewacht und fühlte mich gut. Der trockene Reizhusten ist da, aber nicht mehr so böse. Wenn ich huste, tut es nicht mehr weh. Ich zog mich an und ging runter in die Stadt. Ich musste auf die Bank. Die Bewegung an der frischen Luft war gut. Es war frisch heute morgen und entweder war ich zu warm angezogen, oder es war doch nicht so frisch, denn als ich wieder zu Hause war, überkam mich ein Schweisausbruch und Kurzatmigkeit. Aber es ging. Nach einer Weile beruhigte sich mein Körper wieder und nun aktuell geht es eigentlich ganz gut. Ich wollte auch meine Wohnung putzen..das lasse ich heute noch sein und halte lieber noch etwas Ruhe. Was ich gleich mache ist, ich werde duschen gehen… Ich trinke noch meinen Bronchialtee und nehme das Bronchicum ein. Aber nun erstmal genug von meinem Infekt….

Gestern kam meine neue SIM Karte. Ich wollte mir nun auch mobiles Internet aufs Handy holen und da ich bei E-PLUS seit über 10 Jahren bin, wollte ich bei E-Plus bleiben. Diesen Anbieter gibt es aber nicht mehr und deswegen bin ich dann zu Blau gewechselt. Es war ein HickHack meine Rufnummer mitzunehmen. Ich wollte die auf jeden Fall behalten. Ich habe die Nummer schon ewig wie gesagt und ALLE haben diese Nummer. Familie, Freunde, Geschäftspartner, Ämter etc. pp. Endlich hat es geklappt mit der Rufnummernmitnahme und als ich gestern den Brief öffnete war ich traurig geworden. Ich weiß nicht warum ich daran nicht gedacht hatte, aber in meinem kleinen blöden Hirn dachte ich, es bleibt alles gleich. Es wird alles nur auf die neue Karte umgebucht. So ist es aber nicht.

Als mein Engel mir die Karte gekauft hatte, kurz vor unserer Hochzeit, war das wie Magie. Meine Pin zu der Sim Karte war 2747… ich war 27 Jahre alt und er 47 als wir geheiratet haben…und die PIN war eben genau diese Zahlen! Es war fantastisch, wie gewollt..und nun? Die neue SIM hat natürlich eine eigene Pin Nummer….ihr denkt jetzt sicherlich – oh übertreib doch nicht, oder – das ist doch lächerlich und egal…aber meinen Engel und mich hat das damals so geflasht, es war einfach nur cool…für uns war das kosmisch! Aber naja..nun habe ich eine andere Pin..die hat so gar nichts mit „uns“ zu tun…würde ich nicht mobiles Internet brauchen, würde ich die Karte bis in alle Ewigkeit nutzen. Aber ich brauche das Internet…beruflich…jetzt wo mein Engel nicht mehr da ist…vorher war das kein Problem, aber ich will nicht mit 2 Handys dauernd rumlaufen..ist auch doof auf Dauer..

Ich habe dann erstmal seine SMS gespeichert, sicher ist sicher..dann erst die neue SIM eingelegt… Es ist wirklich komisch irgendwie…es ist doch nur eine SIM..aber nun ist eine andere SIM in meinem Handy, als die, die er mir gekauft hat…es ist vielleicht wirklich etwas lächerlich..aber mir hat es weh getan…ich kann dieses Gefühl nicht beschreiben…es versteht auch niemand…egal!

Heute habe ich den Ersatzschlüssel vom Auto gefunden. Ich weiß nicht, ob ich es mal erwähnte, aber ich hatte den Autoschlüssel in der Hand, war auch am Auto was rausholen, weiß dann aber nicht mehr wo ich den Autoschlüssel hingelegt habe. Suche den seit Wochen, sowie den Ersatzschlüssel. Es hängt seine Windjacke über der Tür im Büro. Ich weiß nicht warum, aber ich hatte den Drang in die Tasche zu greifen. Zum Vorschein kam ein Rotztuch von ihm und der Ersatzschlüssel…lustig oder? Dabei hatte ich schon so oft in seine Jackentaschen geschaut..in allen…auch in besagter Jacke…aber gut, daß ich den Ersatzschlüssel wenigstens jetzt habe…Dank dir Baby!

Bis dann

Bronchitis

Ich huste eigentlich schon seit geraumer Zeit und Kopfschmerzen hatte ich auch schon seit ein paar Tagen. Hat mich nicht beeinträchtigt und fand ich jetzt nicht so schlimm. Am vergangenen Samstag hat sich das gewandelt. Ich fühlte mich schlapp und wusste, da ist was im Anmarsch. Sonntag ging es noch, fühlte mich aber schon krank. War trotzdem bei meinen Eltern, in der Hoffnung die nicht anzustecken. Sonntagabend ging es dann richtig los. Ich fühlte mich matt, erschlagen, kaputt.

Montag ging gar nichts mehr. Ich hustete und hustete, schmerzhaft. Meine Lunge tat weh, bei jedem Atemnzug. Kopfschmerzen ohne Ende. Ich habe Paracetamol fast wie Bonbons gefressen – angeschlagen haben die aber nicht. Meine Mam hat mir Grippostad mit gegeben. Hilft auch irgendwie nicht… Montag bin ich nur gelegen. Kopfschmerzen, Husten, frieren und gleichzeitig schwitzen. Hitzewellen, die unerträglich waren. Am Abend bekam ich erst leichtes Fieber, dann richtig Fieber. Ständig habe ich mir einen Tee gemacht. Von Kamillentee, über Kräutertee bis hin zu Ingwer/Zitronentee. Reizhustentee hatte ich auch noch da. Die Wärme der Tees hat gut getan, aber nur für den kurzen Moment, während der Tee meine Kehle runterfloss.

Es kamen auch paar Leute vorbei, sahen gleich was los ist. Alle fragten mich, ob sie mir helfen könnten, mir was besorgen könnten usw. Ich bedankte mich und sagte immer, ich hätte alles da. War ja auch so. Mucosolvan, Tees, Grippostad – was will man mehr. Ich sagte immer, ich will eigentlich nur meine Ruhe. Die meiste Zeit habe ich eh geschlafen, wenn ich nicht gerade durch eine Hustensalve aufgewacht bin. Die Nacht auf Dienstag konnte ich gut durchschlafen. Als ich am Dienstag aufgewacht bin, ging es mir erst besser. Ich war sogar duschen. War sau anstrengend, mir blieb die Luft weg. Kurzatmigkeit. Ich schleppte mich zum Tante E Laden und holte mir einen Multisaft. Wieder nach Hause, hingelegt, geschlafen.

Dienstag habe ich auch die meiste Zeit geschlafen. Ich wusste nie, ob mir heiss war, oder ob ich friere. Wahrscheinlich beides gleichzeitig. Meine Lunge tat immer noch weh, der Husten hat nachgelassen. Scheinbar. Kopfschmerzen sind weg.  Ist doch schon mal was. Am Abend kam Vorderhauszote vorbei. Besorgt fragte er, ob er mir irgendwie helfen könne, ob ich was gegessen hätte. Ich habe keinen Hunger, sagte ich mit rauher und schwacher Stimme. Du musst was essen, sagte er. Ich schaute ihn an und wiederholte mich. Ich habe keinen Hunger… Vorderhauszote ging und kam eine Stunde später wieder. Er brachte mir so ein Zeug vom Thailänder. Vergleichbar wie das Wick Vaporub, nur nicht so stark im Geruch. Ich solle dies in heisses Wasser auflösen und inhalieren. Es würde mir helfen, sagte er. Ich bedankte mich und Vorderhauszote ging wieder. Er sagte noch, wenn ich irgendwas brauche, solle ich mich melden. Ja mache ich, sagte ich.

Ich habe nicht inhaliert. Alleine die Vorstellung aufzustehen und Wasser zu kochen usw. war schon anstrengend. Ich bekam wieder Fieber. Nicht so hoch wie am Montag, aber deutlich über 39 Grad. Die Nacht von Dienstag auf heute war schlimm. Ich bin eingeschlafen, gegen 10 Uhr, und hatte das Gefühl richtig zu schlafen. Mit Kopfschmerzen bin ich aufgewacht und es war gerade mal eine Stunde später..ich schwitzte wie ein Schwein. So ging das die ganze Nacht über. Diese Nacht wollte einfach nicht vorbei gehen. Heute morgen bin ich gegen halb 8 Uhr dann hoch. Ich fühle mich besser, im Vergleich zu Montag..aber mir geht es immer noch schlecht. Ich raffte mich auf um in die Apotheke zu gehen. Ich habe mir Husten-BronchialTee geholt und Bronchicum. Normalerweise müsste ich Antibiotika nehmen. Anordnung meiner Professorin. Sobald ich einen Infekt habe, soll ich Antibiotika nehmen. Ich schaffe es aber nicht zu meinem Arzt…und ich bilde mir ein, es geht ja auch wieder besser…vielleicht sollte ich aber doch Vorderhauszote bitten, mir meine Antibiotika zu holen…

Alleine das ich hier schreibe, zeugt doch davon, daß es mir besser geht…ich weiß nicht warum ich schreibe…ich will mich hinlegen, meine Ruhe haben. Meine Lunge tut immer noch weh, vorallem wenn ich husten muss. Kopfschmerzen habe ich keine und meine Temperatur ist derzeit normal. Ich fühle mich matt, erschöpft, kraftlos und ich bin immer noch kurzatmig. Aber ich habe keine Lust mehr krank zu sein und zwinge mich aufzustehen. Aber ich merke, es ist zu früh…ich muss mir noch ein bis zwei Tage geben…

Am Montag habe ich auch mal versucht eine zu Rauchen. Ich weiß, blödes Hirn halt. Ein Zug von der Zigarette und mir ist die Lunge fortgeflogen. Ein stechender Schmerz, gefolgt von einem Megahustenanfall. Ich habe es dann gelassen. Dienstag habe ich auch versucht zu rauchen – Suchti halt..bescheuert ich weiß…Heute habe ich es wieder versucht und es ging. Gefährlich..ich lasse es heute besser auch noch sein. Besser ist das allemal. Am Sonntag und am Montag hat es eitrig geschmeckt, als ich hustete. Das ist heute weg. Ich spucke meinen Auswurf nicht aus, was ich eigentlich tun sollte, sondern schlucke ihn runter. Die Magensäure vernichtet ja alles.

Jeden Tag weine ich. Mache ich ja sowieso, aber nun vermisse ich meinen Engel anders. Ich bin krank und es ist niemand da. Ich mag es zwar nicht betüttelt zu werden, will lieber meine Ruhe haben wenn ich krank bin, aber es war immer schön zu wissen, daß jemand da ist. Jetzt muss ich ganz alleine durch. Umso mehr ärgert es mich krank zu sein. Ich habe meinen Engel immer wieder gerufen. Ich wollte einfach nur seine Answesenheit spüren. Aber er kam nicht…

Wiedermal ein super Jammer Beitrag…aber was solls…ich halte ja alles fest..lege mich jetzt wieder hin, aber erst mache ich mir einen Tee. Kopfschmerzen bekomme ich jetzt grade in diesem Moment auch wieder…meine Augen tun mir weh…ach man! Kann mir mal jemand eine klatschen? Ich habe keine Lust mehr zu jammern..ich bin kein JammerMensch…melde mich wieder, wenn ich gesund bin…

Bis dann

3 Monate

Heute ist der 10. April und es ist ein Sonntag! Heute sind es 3 Monate, als mein Engel sich von mir lösen musste. In diesen letzten 3 Monaten ist soviel passiert. Im ersten Monat habe ich mich nur um Behördengänge gekümmert, die Beerdigung, Familie…dann danach bin ich durchgedreht. Freundschaften, die seit Jahren bestehen, haben sich in der kurzen Zeit unglaublich gefestigt, und genauso schnell wieder aufgelöst. Ich habe nur Mist gemacht…weil ich durchgedreht bin. Ich habe zuviel Alkohol getrunken und zu viel geraucht und wollte mich an die Wand fahren. Es war, als wollte ich mich umbringen, aber nicht im klassischen Sinne. Trotz des Spaßes, wollte ich mich zerstören, ungeachtet allem anderen. Aber nun ist ja so einiges passiert, das mich zu einem STOP angeregt hat. So ist mein Weg nicht..das weiß ich auch..das wusste ich die ganze Zeit..das ist jetzt auch vorbei!

Ich besinne mich wieder zu dem, wie ich eigentlich bin, wer ich bisher war. Ich muss endlich damit leben lernen, daß er nicht mehr da ist. Ich muss „aufräumen“. In meinem Kopf und in meinem Leben und ich muss die Fehler korrigieren, die ich begangen habe. Das wird nicht von Heut auf Morgen passieren, aber ich arbeite dran. Für meinetwegen…für ihn…

Ich bin krank. Ich habe mir eine Erkältung eingefangen. Ist zwar richtig blöd, aber wunderbar zum Entgiften. Das Wochenende war eh ruhig. Dagmar habe ich nicht gesehen und ich war am Freitag mit Karl was Essen, dann Billard spielen, dann wieder nach Hause. Jeder für sich. Samstag habe ich im Garten angefangen. Habe den Efeu zurück geschnitten, den Pavillion aufgebaut, meine Pflanzen kontrolliert und Unkraut entfernt. Als ich mit allem fertig war, rauchte ich eine Zigarette. Ich saß im Garten auf der Treppe und fing an zu weinen. Mir kamen 1000 Erinnerungen in den Kopf…wie es war, als mein Baby und ich gemeinsam den Garten fit gemacht hatten für den Sommer. Unsere Grillpartys, unser nur gemütlich im Garten sitzen..nur wir zwei…

Ich bemerkte nicht, daß auf einmal Karl hinter mir stand. Ich wischte mir schnell die Tränen aus den Augen und begrüßte ihn herzlich. Er sah mich an und sagte nur: „Ich weiß Schätzchen…“ Als er das sagte, brach ich wieder in Tränen aus. Er nahm mich in den Arm und sagte: Ich vermisse ihn auch. Ich antwortete: Du hast keine Vorstellung! Er drückte mich ein wenig fester und ich beruhigte mich wieder. Ich fragte ihn was so anliegt. Er meinte nur: Nichts, er war bei seiner Mutter, die wohnt ganz in der Nähe, also wollte er auch kurz bei mir vorbei schauen. Nach einer Weile ging er dann wieder. Sonntag, also heute, bin ich zu meinen Eltern gefahren. Es war ein schöner Tag, wie immer eigentlich. Mama kocht lecker und das hat gut getan. Ich esse ja entweder nichts, oder nur Dreck, obwohl ich immer öfter auch mal was richtiges koche. Aber vielleicht nur ein, zweimal in der Woche…das ändere ich auch…ich habe so zugenommen, wegen dem Alkohol und dem Dreck den ich esse. Ich gefalle mir nicht und ich weiß, mein Engel hätte auch schon längst gemeckert.

Morgen ist Montag. Es gibt einige Baustellen, die es abzuarbeiten gilt. Es wird Zeit Mädchen…es wird echt Zeit…

Bis dann