Nachlassgericht

Heute morgen habe ich mir mal wieder einen Kaffee gemacht. Ich trinke keinen Kaffee im Normalfall..manchmal habe ich Lust drauf. Dann aber Instantkaffee. Den vertrage ich auch besser. Heute war wieder so ein Morgen, da musste einfach ein Kaffee her. Die Nacht war lang…ich bin zwar nicht ständig aufgewacht, aber richtig tief geschlafen habe ich auch nicht.

Gegen halb 10 kam meine Freundin vorbei und wir sind gleich los. Heute wollte/musste ich ja zum Nachlassgericht, daß Erbe meines Engels ausschlagen. Wir sind in das Gebäude rein und wurden erstmal gefilzt. Jacken und Hosentaschen ausräumen und in einen Behälter legen. Auch die Jacke bzw. Mantel ausziehen und auch in einen Behälter legen. Während unsere Sachen durch einen Röntgenapparat fuhren, musste wir durch ein … wie nennt man das … naja so ein Tor. Es piept, wenn Metallgegenstände noch am Körper sind… Danach wieder Mantel anziehen und alles in den Taschen wieder verstauen.

Wir sind zur Information um zu erfragen, wo genau wir hin müssen. Der freundliche Herr wies uns den Weg und schon saßen wir vor dem Zimmer einer Rechtsangestellten. Keine 5 Minuten später wurde ich reingerufen. Was ich irgendwie witzig fand war, der Mann an der Information und die Rechtsangestellte fragten mich immer erst nach dem Namen meines Mannes. Ich sagte: Ich möchte mein Erbe ausschlagen… Die Frage dann immer: Wie hieß ihr Mann? Dann wurde in 1000 Blätter gewühlt und alles war gut.

Sie fragte mich also nach dem Namen und ob wir Kinder haben. Haben wir nicht. Als nächstes wollte die Dame wissen, ob mein Schatz Geschwister hat. Ich gab die Namen, wusste aber nicht die genaue Adresse. Würden die aber rausfinden, immerhin wusste ich den Wohnort. Nur die Strasse wusste ich nicht. Bei seiner Schwester sieht das anders aus, die wohnt in Rheinlandpfalz. Da könnte sie nicht raus finden, wo sie wohnt. Ihre Adresse muss ich nachreichen. Die würden dann angeschrieben werden und müssen ihrerseits das Erbe ausschlagen. Es wurde noch nach dem Grund gefragt. Nachdem alles geklärt war, bekam ich einen Zettel in die Hand und sollte ein Stockwerk runter zum Kassenautomat.

30 Euro habe ich gelatzt…Gebühren…ja nee ist klar….aber passt schon. Wieder hoch in den ersten Stock, noch eine Unterschrift leisten und dann ist das Erbe ausgeschlagen. Alles im Allem waren wir eine halbe Stunde im Gericht.

Wir waren schnell noch im Netto, dann wieder zu mir. Ich kaufte Gulasch und Zwiebeln. Während Freundin mit einer ihrer Töchter telefonierte, bereitete ich das Gulasch vor. Morgen kommt Freundin wieder zu mir, dann gibt es lecker Gulasch. Der Nachmittag ging recht schnell herum. Gegen halb 3 musste Freundin los. Ich räumte die letzten Sachen aus dem Schrank von Schatz und machte den Schrank sauber.

Mit dem Gröbsten bin ich nun fertig. Gegen 5 kam Geisenheimer. Er und Rumpelstielzchen schleppten den Schrank, der echt groß und schwer ist, rüber in das andere Zimmer. Unser ehemaliges Schlafzimmer. Jetzt mein Büro… Am Freitag will Geisenheimer kommen und streichen. Der Kleiderschrank steht noch drin und bleibt auch. Ich sagte ihm, er könne ja außenrum streichen, der Kleiderschrank bleibt sowieso da stehen, wo er jetzt steht. Wenn ich am Montag bei meinen Eltern bin, muss ich mal das Bett ausmessen. Denke schon, daß es passt, aber sicher ist sicher…vielleicht muss ich doch noch was umstellen. Aber mal sehen.

Als Dankeschön für das Schrankumstellen machte ich das Gulasch warm und kochte Nudeln. Als wir gegessen hatten, es ist immer noch genug da für morgen, musste Geisenheimer auch schon wieder los. Als Ruhe einkehrte, stellte ich mich in das Zimmer. Das ehemalige Büro von meinem Engel. Ich lehnte mich an den Kleiderschrank und dachte darüber nach, wie sich dieses Zimmer doch gewandelt hat im Laufe der Jahre. Es war mal unser Schlafzimmer. Dann haben wir die Räume getauscht und es wurde das Büro meines Engels…dann eigentlich mehr und mehr zur Rumpelkammer. Da stellen wir alles rein, was uns im Weg war…am Ende war es ein „toter“ Raum, weil nicht nutzbar in dem Sinn. Der Kleiderschrank stand halt noch drin. Nun wird es wieder ein Schlafzimmer…für mich alleine…

Auf dem Kleiderschrank steht auch noch eine Menge Zeug. Leinwände, Kartons, Bücher, Kram eben…da schmeisse ich mir morgen dran…wichtig war jetzt aber zuerst, daß der große Schrank in das andere Zimmer gekommen ist. Alle Sachen von meinem Schatz kommen da rein. Alles das, was ich von ihm behalten habe. Persönliche Dinge von ihm die mir was bedeuten und auch Dinge von ihm die mir nichts bedeuten..die aber ihm was bedeutet haben. Das passt alles in diesen Schrank. Mein „Schatzischrank“..

Im Wohnzimmer gibt es wieder Platz, der nicht lange bleibt. Habe ich alles erstmal vom Kleiderschrank runter geholt, steht das Wohnzimmer wieder voll…das meiste kommt zurück auf den Kleiderschrank. Es muss einfach nur sortiert und aufgräumt werden im Grunde. Sicherlich sind da auch Dinge dabei, die weg können.

Jeden Tag geht es ein Stückchen weiter. Es wird aber nicht besser, oder einfacher. Nur langsam bringe ich nun „meine“ Wohnung in die Reihe. Auch die anderen Räume, wie das Bad, muss/sollte ich mal wieder aufräumen und putzen. Es ist zwar nicht schmutzig, aber doch ein wenig vernachlässigt…wenn alles seinen Platz gefunden hat, geht es aber wie von selbst.

Bis dann

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