Was bisher geschah

Samstag:

Der Morgen und der Vormittag – wie immer. Aufgestanden, nach einer eher schlechten Nacht und dann das Samstagsprogramm. Lotto spielen, etwas einkaufen. Ich sage immer einkaufen..aber was kaufe ich schon ein? Ein bis zwei Flaschen Wasser, Brot, welches ich am Ende nicht esse und Zigaretten…manchmal auch eine 5 Minuten Terrine..wenn ich was esse, dann nur so einen Müll…für mich alleine kochen? Keine Lust…

Den Tag über habe ich im Räumchen weiter gemacht. Mich durchgekämpft. Sortiert, in Erinnerungen geschwelgt, geweint und manchmal auch geschmunzelt. Ich „wusste“ wie sehr mich mein Engel geliebt hat. Während ich aufräumte und Dinge „entdeckte“ spürte ich oft, wie viel mehr er mich doch geliebt hat. Er hat mich immer spüren lassen, daß ich seine „Königin“ bin…dennoch war seine Liebe zu mir ungeahnt tiefer und größer…

Gegen 16 Uhr habe ich mich fertig gemacht. Mich umgezogen, vorher etwas frisch gemacht. Um halb 5 kam Freundin, um viertel nach 5 kam Geisenheimer. Gegen 18 Uhr sind wir dann los zur Tochter von Freundin. Dort angekommen gab es Nudelsalat und Frikadellen. Eine Stärkung für den Abend. Zum Vorglühen machten wir eine Flasche Sekt auf. Um viertel vor 7 sollten wir Schwägerin vom Bahnhof abholen. Erst um 7 sind wir los gelaufen und waren um kurz nach 7 dann am Bahnhof. Schwägerin hatte jemanden getroffen und er schloss sich unserer Gruppe an. Kein Problem für uns. Gemütlich gingen wir alle Richtung Schlachthof. Rollschuhdisko wir kommen.

Einlass sollte um 18 Uhr sein, dann Rahmenprogramm, 20 Uhr sollte es losgehen. Wir kamen an, etwa 10 nach 7 und am Eingang stand eine riesen Schlange. Es gab keinen Einlass…wir stellten uns an, in der Hoffnung das es bald los geht. Wir standen und standen. Freundin und ich machten das Beste daraus und lachten und gickelten und hatten schon Spaß. Hätte ich das gewusst, hätte ich den Sekt mitgenommen – Standproviant – lachte ich…Freundin sagte – ich hänge meine Zunge gleich hier in eine Pfütze. Wir lachten und hatten viel Spaß. Es war kalt, aber es hatte zum Glück nicht mehr geregnet. Vor uns etwa 500 Leute und nach uns auch..es ging einfach nicht vorran!

Dann endlich, gegen halb 9, ging es los. Die Schlange setzte sich in Bewegung und dann ging es schnell. In der Halle angekommen, erstmal was zu trinken holen und die ersten Rollschuhläufer beobachten. Es wurde voller und voller, wir hatten immer noch eine Menge Spaß. Schwägerin ging sofort auf die Bahn und Geisenheimer war bei uns. Tochter auch, rannte aber immer mal fort – traf Freunde ihrerseits. Freundin und ich überlegten die ganze Zeit, ob wir uns trauen sollen, oder nicht. Das letzte mal auf Rollschuhen stand ich, da war ich 16…Irgendwann kam eine Durchsage – Rollschuhe in der Größe zwischen 36 und 41 wären vergriffen, längere Wartezeiten sind in Kauf zu nehmen. Wir schauten uns an und sagten gleichzeitig – Ooohhhhh so ein Pech, ausgerechnet JETZT hätten wir auch fahren wollen. Wir kugelten uns vor lachen.

Gut, dann holen wir uns was zu trinken und amüsieren uns einfach so. Die Musik war laut und dröhnte. Disko eben…gegen halb 12 sind wieder wieder los, Geisenheimer hatte Bereitschaft. Es gab Musik aus den 80zigern vorwiegend, aber auch HipHop aus den 90zigern. Gegen halb 12 kam die Durchsage – es sollten alle von der Bahn runter, nur Paare und die Liebenden sollten rauf. Die Musik wechselte in Schmusesongs. Freundin sagte: Was ein Timing – denn ich sagte, zwar traurig, aber eher im Scherz – ich bin eine alleine Liebende, mein Partner ist nicht mehr da – ich heule gleich… Sie schnappte mich am Arm und sagte: Ich weiß Schatz, komm schnell raus hier.

Wir verließen die Halle und gingen Richtung Wohung Tochter. Dort hatten wir die Autos geparkt. Geisenheimer fuhr mich nach Hause, er hatte nichts getrunken. Er blieb noch eine Weile und um halb 1 war ich dann alleine, müde, aber auch froh und dankbar für den schönen Abend. Ich lachte so ausgelassen, so frei und es hat so Spaß gemacht. Zwischendurch hatte ich in der Disko immer mal Momente, da habe ich mir so sehr meinen Engel gewünscht. Es hätte ihm auch so viel Spaß gemacht. Ausserdem wären wir zusammen da gewesen..hätten uns geküsst, zusammen getanzt..gekuschelt, getrunken und gefeiert…wie in „alten“ Zeiten eben. Müde und mit Tränen in den Augen schlief ich ein.

Sonntag:

Aufstehen, in die Reihe bringen. Ich hatte keinen Kater – dazu habe ich nicht genug getrunken. Fühlte mich ganz fit, trotz des Abends vorher. Auf zu meinen Eltern. Ich stand an der Bushaltestellte. Erst kam die 23, dahinter dann die 15…dachte ich…ich habe die 15 gesehen und stieg ein. Der Bus bog aber nicht ab, er fuhr gerade aus weiter…Schock! Ich bin sofort an der nächsten Haltestelle ausgestiegen und schaute auf die Nummer. Es war die 18 – Richtung Sonnenberg…sowas ist mir ja schon ewig nicht mehr passiert. Ich bin in den falschen Bus gestiegen…glaubt man das? Sofort rief ich bei meinen Eltern an und sagte bescheid, daß ich eine halbe Stunde später komme. Sonntags fahren die Busse, zumindest die 15 nur alle halbe Stunde…

Endlich angekommen, erzählte ich wie es war. Auch die traurigen Momente. Meine Mam tröstete mich mit den Worten, es sei normal..das wird auch so bleiben..eine ganze Weile. Es wird immer Situationen geben, in denen du dir wünschst – dein Schatz wäre bei dir. Ich weiß – sagte ich…wir haben lecker gegessen und dann unsere Spiele gespielt. Mensch ärgere dich nicht war ich dritte und bei Rommé ausnahmsweise mal zweite..glaube ich..ich dachte mir so – da stimmt doch was nicht..Es heisst doch – Pech in der Liebe, Glück im Spiel…passt bei mir nicht, ich verliere eigentlich immer…im Spiel.

Der Mann meiner Schwester hat sie abgeholt und die beiden haben mich nach Hause gefahren. Ich ging den Tag nochmal durch, denn ich habe etwas schönes erlebt. Die ganze Zeit, seit dem mein Engel nicht mehr bei mir ist, habe ich ihn nicht gespürt. Alle haben gesagt (Geschwister) sie spüren seine Nähe. Ich habe ihn nicht gespürt. Da gab es dieses Gefühl einfach nicht, daß er bei mir ist. Gar nichts…das hat mich so traurig gemacht. Beim Rommé spielen aber, für einen kurzen Moment, dachte ich an eine Situation. Er holte mich ab und stand bei der letzten Runde neben mir und schaute mir in die Karten. Plötzlich hatte ich das Gefühl, es stünde wirklich jemand neben mir. Ganz deutlich. Er war es, da bin ich mir sicher. Er stand wieder neben mir, unsichtbar – aber meine Aura spürte seine Anwesenheit. Es war so schön…ich spürte ihn. Seine Energie streifte meine Seele. Er war endlich da!

Ich schaute noch etwas fern zu Hause und legte mich gegen 10 Uhr hin.

Montag:

Montag war der Termin mit dem Anwalt für Erbrecht. Ich hatte ein paar Fragen, war mir unsicher sein Erbe anzunehmen. Als ich beim Anwalt war, erklärte ich ihm den Sachverhalt und der Anwalt beriet mich gut. Alle meine Fragen und Unsicherheiten waren geklärt. Ich schlage das Erbe aus. Die Wahrheit ist – innerhalb unserer Ehe haben wir keine Schulden gemacht. Das war meinem Schatz wichtig und mir auch. Bevor wir zusammen gekommen waren, hatte mein Schatz jedoch Schulden. Die hat er mit in die Ehe gebracht und wir haben beide uns nicht sorgfältig genug darum gekümmert.

Der Anwalt sagte mir, auch wenn ich so gar nichts mir diesen Schulden zu tun habe, sein Erbe aber annehme – müsste ich auch diese Schulden tragen. Da unser Vermögen weniger ist, als die Schulden, sollte ich das Erbe eben ausschlagen.

Ich bin absolut Schuldenfrei und wenn ich sein Erbe annehmen würde, hätte ich auf einen Schlag um die 6000 Euro Schulden..mache ich nicht…der Anwalt sagte mir auch, ich sollte mich nicht so fühlen, als würde ich ihn verraten…er hätte es sicherlich auch so gewollt. Er hätte bestimmt nicht gewollt, daß ich mir Probleme schaffe. Der Anwalt war so herzlich und einfühlsam. Total toll! Das Gespräch dauerte etwa 10/15 Minuten. Wir standen auf und gaben uns die Hand zum Abschied. Der Anwalt sagte dann noch: Ich werde ihnen für das Gespräch keine Rechnung stellen. Ich freute mich wie Bolle und bedankte mich mehrmals.

Auf dem Weg nach Hause, ich bin zum Bahnhof gelaufen, hatte ich wieder das Gefühl das jemand neben mir ist. Schatz ist neben mir her gelaufen. Das habe ich deutlich gefühlt. Ich freute mich und redete mit Schatz, als wäre er lebend neben mir.

Die ganzen letzten 3 Wochen habe ich ihn nicht gespürt. Seit Sonntag spüre ich ihn immer mal wieder. Er kommt zu mir zurück…Ich hoffe es wird noch deutlicher und stärker dieses Gefühl…aber das ich überhaupt seine Anwesenheit spüre, wärmt mich von innen und ich habe dieses starke Gefühl der unendlichen, unsterblichen Liebe die uns verbindet..über den Tod hinaus, über alle Jahrhunderte hinweg.

Heute ist Dienstag. Freundin kommt gleich, da fahren wir Holz holen. Mir ist mein Holz ausgegangen und es ist doch noch zu früh und zu kalt keines mehr dazu haben. Entweder fahren wir heute, oder ich morgen zum Nachlassgericht um das Erbe meines geliebten Mannes auszuschlagen.

Bis dann

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