Heute vor einem Jahr

Vorgestern Nacht, er war die meiste Zeit wach und ich schlief im Stundentakt..wie so manche Nacht in der letzten Zeit..der Tag war relativ gut. Bruder kam vorbei, Schwägerin kam vorbei – unser neuer Alltag zur Zeit. Vorderhauszote kam vorbei und fragte, ob er was einkaufen könne für mich – sind ja 4 Tage in denen alles zu ist. Ja gerne…ich brauchte nicht viel, aber Dinge, die mein Tante Emma Laden nicht immer hat. So schrieb ich zB Gulasch auf.

Gestern wollte mein Schatz erst ein halbes Hähnchen und zu Weihnachten Gulasch haben. Mein leckeres Schlemmergulasch. Vorderhauszote brachte alles mit und ich dankte ihm sehr..er winkte ab – das mindeste was ich für dich/euch tun kann…

Schatz isst vom Hähnchen nur die Brust. Ich löste sie aus und schnitt sie in mundgerechte Happen. Einen Klecks Senf dazu. Er aß dann 2, 3 Bissen und es war ihm genug…ich habe denRest gegessen..also den Rest Brust, den Flügel – an dem nie was dran ist – und den Schenkel. das hat mir auch gereicht. Bruder bringt mir immer Brötchen mit, das reicht total..habe eh nicht so den riesen Hunger…

Am Abend waren wir beide recht vergnügt. Liegt aber auch daran, daß die Abstral (Fentanyltabletten) leicht euphorisch machen. Lieber so – als das mein Schatz sich vor Schmerzen quält…irgendwann wurden wir ruhiger und schnatterten zärtlich vor uns hin. Wir „beschlossen“ etwas Weihnachtsdeko zu machen. Ich hatte nur die absolut minimal Deko bisher, denn Weihnachten geht an mir vorbei in diesem Jahr. Aber so wie wir redeten, hatte ich plötzlich da starke Bedürfnis meinem Schatz meine Deko nicht zu verwehren..(habe dann heute schön dekoriert)

Mein Engel schaute mich mit einem liebevollen Blick an und sagte: Du weißt, wie dankbar ich dir bin? Mir schossen die Tränen in die Augen…ja mein Engel…ich weiß…und strich ihm über seine Haare. Er schlief ein und ich schaute einen Film….mehr oder weniger…mir ging der nächste Tag durch den Kopf. Sehr sachlich zunächst – was ich noch brauche, Dinge die ich erledigen muss..so Sachen…dann schweiften meine Gedanken natürlich auch ab..

Heute vor einem Jahr … war alles anders…

Die Nacht war wieder im Stundentakt. Meinem Schatz ging es eigentlich ganz gut, er konnte aber nicht schlafen und Schlaftabletten wollte ich ihm nicht geben…muss ja nicht sein…nur damit ich meine Ruhe habe? Nö..gegen halb 8 bin ich erstmal duschen gegangen, dann Schatz versorgt. Er döste bis dahin. Schnell zum Edeka (Tante E Laden) und noch bissl Kram geholt. Das wichtigste – Fanta…Tante E (nenne ich mal die Besitzerin/Kassiererin/Freundin auch von uns) lud mich ein, sie würden gegen 12 Uhr einen Sekt ausgeben. Wenn ich möchte, wenn es geht kann ich gerne kommen.

Ich versprach nichts, bedankte mich aber herzlich. Ich dachte nicht das ich hin gehen würde. Wie es aber so ist, habe ich Paprikapulver vergessen. Brauche ich fürs Gulasch…gegen 12 Uhr sagte ich Schatz, ich habe das Paprika vergessen und muss nochmal los. Schatz döste und nickte.

Ich bin also los und ein Freund fing mich erst ab. Ich ging mit ihm nochmal in die Wohnung zurück und er wünschte Schatz eine Frohe Weihnacht. Scht war sichtlich erfreut diesen Bekannten zu sehen. Dann sin wir wieder los und auf der Strasse unterhielt ich mich kurz mit ihm. Er bedauert es so sehr – ausgerechnet mein Schatz…ich sagte: Es ist ein Albtraum aus dem ich einfach nicht erwachen kann…wir sterben alle…aber muss es so grausam sein? Wir verabschiedeten uns und ich ging in den Edeka.

Tante E sah mich sofort und freut sich, daß ich es doch geschafft hatte. Sie holte mir ein Glas und goß mir Sekt ein. Kurz darauf sah ich Uschi. Eine Angestelle, immer sehr lieb zu mir. Ich ging zu ihr hin und begrüßte sie. Sie nahm mich sofort in den Arm und freute sich mich zu sehen. Sie drücke mich lange und feste. Sie wiegte mich leicht und fragte wie es mir geht. Ich erzählte ihr kurz ein Update. Dann stoßen wir alle auf das Weihnachtsfest an – und auf meinen Mann, der schmerzlich von allen vermisst wird. Tante E und ihr Mann, Uschi, und eine „Oma“ die ich vom sehen her kenne. Andere Leute haben sich kurz vorher verabschiedet. Kannte ich alle nicht, nicht schlimm..egal..

Wir unterhielten uns über Weihnachten, wie es bei jedem abläuft und wie kommerziell es doch geworden ist. Ich erzählte, daß wie jedes Jahr erst bei meinen Eltern sind (also ich) und Abends dann alle unsere Freunde und Bekannte einladen, die an Heilig Abend alleine sind. Och wie schön – sagte Mann von Tante E. Ich sagte – das ist kein Ding..denn DAS ist Weihnachten, das ist der Geist von Weihnachten. Nächstenliebe und nicht Kommerz, Geschenke, Stress und alles das. Dann sagte ich: Nur dieses Jahr..ich stockte…Uschi nahm mich wieder in den Arm und sagte och Schätzchen…

Schnell wechselten wir das Thema (zum Glück) und wir sprachen über den Film „Der kleine Lord“. Der ist sooo zauberhaft und wir schauen ihn jedes Jahr wieder..da sind wir auch nicht alleine, wie ich fest stellte.

Ich trank mein Glas aus und Mann Tante E bot mir ein weiteres an. Ich lehnte dankend ab, ich müsse wieder zurück zu meinem Mann. Er drückte mich. Ich verabschiedete mich auch von Uschi und der „Oma“. Uschi drückte mich wieder ganz feste und flüsterte mir ins Ohr. Schätzchen, wenn du was brauchst, oder ich dir helfen kann, lasse es mich wissen. Danke – das werde ich- sagte ich.

Ich ging an die Kasse, bezahlte mein Paprika und wünschte auch Tante E eine wundervolle Weihnacht. Sie schaute traurig, aber bemühte sich eben nicht so zu schauen und wünschte mir – trotz allem – auch eine ruhige Weihnacht und viel Kraft.

Die 20 Minuten in dem Laden fand ich sehr schön. Hat mir irgendwie gut getan, auch wenn ich es nicht lange ausgehalten hatte. Wieder zu Hause, schlief Schatz. Ich war leise, aber er wachte auf als ich mich auf die Couch setzte. Ich richtete alle Grüße aus die ich mit bekam und erzählte ihm, daß ich auch ein Glas Sekt getrunken hätte. Der erste Schluck wäre auf ihn gegangen und auf das diesjährige (traurige) Weihnachtsfest. Nich schlimm – sagte Schatz…und freute sich über die Grüße.

Der weitere Tag verlief zunächst ruhig. Dann kamen Bruder und Schwägerin kurz vorbei. Wir unterhielten uns und lachten, weil Schatz unfug machte. Dann war wieder Ruhe. Ich schlief auf der Couch ein und wurde unsanft geweckt. Ich sah, wie Schatz versuchte aus dem Bett zu klettern. Ich fragte aus Reflex was los sein und er sagte – Klo.

Ich roch aber schon was los war. Ich schlug die Decke zurück und sah, daß sein Wattehöschen voll war. Ich machte ihn sauber und alles frisch und entschuldigte mich, daß ich eingeschlafen war…und fragte, warum er mir nichts gesagt hatte. Er wollte mich nicht wecken..ach Baby, sagte ich – das ist doch egal, ich helfe dir doch mein Engel..sag mir immer bescheid. Er nickte.

Gleich kommt eine unserer Nichten vorbei…dann haben wir den Heiligen Abend für uns..eigentlich ein Abend wie jeder andere auch. Wenn ich an letztes Jahr denke, hatte wir zur dieser Zeit unseren „einsamen Herzen“ da, ein gutes Essen und eine Menge Spaß und Freude…einfach ein schöner Abend mit unseren Freunden…

Bis dann

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