Palliativ Dienst

Gestern Abend ist Schatz schon früh eingedöst. Er hat die Nacht über mal richtig geschlafen..nicht nur so hingedöst, nein, er hat sogar geschnarcht. Ein untrügliches Zeichen, daß er wirklich schläft. Ich konnte die Nacht auch mal richtig schlafen – obwohl ich immer den Alarmschlaf habe. Bis auf ein paar längere Pausen beim atmen, ging es Schatz gut.

Heute morgen habe ich Kontakt zum Palliativ Dienst hier in der Stadt aufgenommen. Gegen 11 Uhr kamen dann ein Mann und eine Frau und haben Schatz kennengelernt. Kurz vorher, ich wusste es selbst nicht früher, sagte ich Schatz das jemand kommt ihm zu helfen. Er war sehr aufgeregt und wollte nicht das jemand Fremdes kommt. Ich beruhigte ihn, indem ich sagte, daß sie ihn nicht mit nehmen (Seine größte Angst). Sie wollen ihn nur kennenlernen, damit sie ihm besser helfen können, damit er sich wohl fühlt. Ich kann das nicht so gut.

Als sie dann da waren, war Schatz ganz ruhig. Ich streichelte ihm über seinen Kopf und beantwortete alle Fragen die sie an mich hatten. Sie sprachen auch mit Schatz, aber Schatz kann ja nicht reden..so richtig..

Sie waren erstaunt, daß ich mich um die Pflege meines Mannes ganz alleine kümmere und wie gut ich das scheinbar hinbekomme. Schatz sieht den Umständen entsprechend gut aus. (Ich hatte ihn kurz vorher rasiert und wollte ihn noch waschen.) Bei dem Gespräch wurde dann festgehalten wie das weitere vorgehen ist. Er bekommt eine Menge anderer Medikamente, bei Bedarf. Wenn ihm übel ist, wenn er sehr unruhig ist usw. Seine normalen Medikamente wurden abgesetzt, er nimmt sie eh nicht mehr…kann schlecht schlucken. Blutdrucksenker, Cholesterin, Ass usw – braucht er nicht mehr…was wichtig ist, sind die Epilepsiemedis. Die könnte ich aber mörsern und ihm per Joghurt geben…das ist wichtig, um einem Anfall vorzubeugen.

Morgen kommt der Pall.Dienst wieder und es wird eine Stoßtherapie mit Kortison eingeleitet…dann ist er wieder etwas wacher, die Kopfschmerzen sind weniger und mit etwas Glück hat er so einen Hunger, daß er vielleicht auch wieder mal was essen möchte…wenn nicht, man soll ihn nicht zwingen..

Als die beiden gegangen sind, haben sie nochmals ihre Hochachtung ausgesprochen, daß ich die Pflege meines Mannes so gut im Griff habe und auch ich selbst kein Wrack bin. Sowas erleben sie selten, sagten sie, meistens ist es so, das bereits ein Pflegeteam den Patienten betreut.

Morgen bekomme ich auch eine richtige Einweisung für die Bedarfsmedikamente…und für eventuelle Notfallmedis. Sie waren so erstaunt über mich, daß sie sagten, daß es wohl kein Problem sein dürfte für mich…fragten aber vorsichtig trotzdem nach, wenn ich das nicht wollte, würden die das übernehmen..keine Frage…ich habe bisher alles gemacht und bin richtig reingewachsen..klar traue ich mir das alles zu.

Kurz nach dem sie gingen kam Bruder schon. Ich bin dann los geflitzt um das Pflegebett zu beantragen. Hat alles reibungslos geklappt. Kommt diese Woche. Dann habe ich es einfacher mit der Pflege und was viel wichtiger ist, Schatz liegt besser und fühlt sich dann auch wohler..das ist das Hauptanliegen meinerseits…er soll sich so wohl wiemöglich fühlen, auch wenn ich das mit dem Bett nun über seinen Kopf entschieden habe.

Bis dann

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