Plattenepithelkarzinom (nicht – Kleinzellig)

Das steht so im Entlassungsbericht…

Um kurz nach 9 Uhr rief mich Schatz an, er würde gleich abgeholt werden um dann in das andere Krankenhaus gebracht zu werden.
Wir sagten – ok bis gleich – und er wollte mich dann noch mal anrufen, wo er dann wäre.

Ich bin dann auch Richtung KH gefahren um ihn dort „abzufangen“. Gegen halb 10 Uhr war ich da und wartete erst kurz. Dann bin ich rein und zur Strahlentherapie Abteilung gegangen. Dort war er nicht bzw dort sah ich ihn nicht. Also bin ich wieder raus, weil ich „da unten“ keinen Handyempfang hatte.
Nach einer Stunde ca. rief ich ihn an und sein Handy war aus…ich schrieb dann eine SMS, die kommt meist durch. Aber erst machte ich mir Gedanken, warum sein Handy aus war.

Nachdem ich die SMS geschrieben hatte, klingelte mein Handy und irgendeine Nummer erschien auf dem Display. Ich ging ran und eine nette Stimme sagte mir, sie würde mir meinen Mann geben. Schatz war dran und fragte wo ich wäre. Ich bin am Haupteingang – bin aber in 2 Minuten da, sagte ich und flitzte los.
In der ST Abteilung angekommen, stand er bereits am Eingang mit Sack und Pack. Ungläubig fragte ich, ob er schön länger da sei bzw ob er jetzt gehen dürfe. Er bejahte beides.

Wir umarmten und begrüßten uns dann.

Er erzählte mir was in dem Vorgespräch besprochen wurde. Risiken, Nebenwirkungen und das am Donnerstag die Gesichtsmaske angefertigt wird und der Strahlenwinkel eingestellt und angepasst werden würde. Das alles dauert ca. 45 Minuten.
Am 22. ginge dann die erste Bestrahlung los. Die Strahlentherapie soll dann eigentlich jeden Tag sein – Montag bis Freitag – und das 5 Wochen lang.
Danach solle er sich wieder in der Klinik (wo er die ganze Zeit war) melden, dann würden sie mit der Chemo beginnen. In dem Brief steht drin, was für ein Chemo-Medikament…

In dem Brief, den ich zu Hause dann gelesen hatte, steht eine Menge drin. Ich muss mir den aber nochmal in Ruhe durch lesen, denn teilweise widerspricht dieser sich.
So steht in einem Brief drin – Plattenepithelkarzinom und auf einem anderen Brief bezg. der Metastasen, das kein Primärtumor gefunden wurde.

Aber bevor ich hier auch ein durcheinander veranstalte, pfücke ich die Briefe erstmal auseinander und werde darüber morgen dann meinen Beitrag verfassen.

Auf der ganz letzten Seite stehen so Sachen wie zB

Studienempfehlung: NEIN (finde ich ne Sauerei, möchte gerne mal die Kriterien dazu wissen) Weiterbehandlung in KH: JA

und solche Sachen.

Das Schlimmste war jedoch der Punkt:

Behandlungsziel: palliativ

Ich wusste es ja die ganze Zeit schon..die Ärzte sprachen zu jeder Zeit, daß es keine Heilung gäbe. Aber es so schwarz auf weiß zu lesen ist was anderes.

Mein ganzer Kopf schreit innerlich ganz laut: Du weiß daß er stirbt – du weißt das! ER STIRBT!
Eine kleine zarte Stimme sagt aber immer – nur weil die Ärzte das sagen? Es gibt so viele Menschen die aufgegeben wurden, oder als „austherapiert“ gelten und die haben den Krebs besiegt bzw so unter Kontrolle, daß sie ein normales Leben führen können. Es gibt Möglickeiten!!!

Mehr als nur die 3 „Möglichkeiten“ der Schulmedizin – Operieren, Bestrahlen, Chemovergiftung!

Er sagte mir, daß er das alles nicht will. Er will die Bestrahlung nicht und schon gar nicht die Chemo. Ich sagte ihm, daß es natürlich seine Entscheidung ist.
Ich sagte – gebe nicht auf und Informiere dich dann. Er meint, ich solle ihm keine Vorschriften machen. Ich verstehe das ihm das so vorkommt.

Er hatte das Vorgespräch alleine und er sagt mir nicht alles was da besprochen wurde, denke ich. Er lässt mich grade nicht an ihn ran, aber nimmt bereitwillig die Aprikosenkerne und auch den Obstsalat, den ich ihm zu Essen gab – an.

Er liegt auf der Couch und schläft ein bisschen. Es ist klar, daß er sich erstmal jetzt damit selbst richtig auseinander setzen muss. Auch wird er sich informieren und alle Möglichkeiten recherchieren und auswerten. Aber heute ist er erstmal in seinem Schneckenhaus.

Er ist heute, mehr als sonst, niedergeschlagen. Wenn die Ärzte doch schon wussten, das es ein Plattenepithelkarzinom ist, warum mussten wir das dann über den Entlassungsbrief erfahren? Warum haben die es uns nicht schon vorher gesagt? Ziehen sich wieder fein raus…

Er redet die ganze Zeit, daß doch eh alles egal ist. Nur für mich täte es ihm leid. Ich sage dann, gebe doch nicht auf! Er sagt dann wieder – mache mir keine Vorschriften und diskutier nicht mit mir.

Er will die Zeit die ihm noch bleibt, so bestimmen wie er es will! Er will nicht dahinsiechen, damit die Statistiken stimmen und die Ärzte wieder ein Patienten tot-therapiert haben und sich dabei noch im Recht fühlen. Ich gebe ihm da Recht. Wenn seine Entscheidung ist, nicht den Weg der Schulmedizin zugehen, stehe ich hinter ihm…selbstverständlich…ich gehe jeden Weg mit ihm.

Die Ärzte schaffen es aber auch, einen richtig nieder zu reden und daß alles aussichtslos ist…entgegen ihrem Arztgelöbnis! Krebs kann geheilt werden – aber nicht, wenn die Pharmamafia ihre Daumen drauf hält.

Es werden mit Sicherheit noch Gespräche kommen…vielleicht schaffen wir es, vielleicht schaffe ich es – vielleicht schafft er es bei sich selbst, den Kampfeswillen zu erwecken. Es gibt Möglichkeiten! Auch jetzt!

Die Stimme in meinem Kopf schreit – er stirbt, er hat nur noch wenige Wochen, oder Monate…

Ich sage mir selbst – solange er nicht Tod ist, kann man kämpfen.

Die Stimme in meinem Kopf drängt ein Gefühl in mir hoch – das Gefühl, daß es aussichtslos ist…

Krebs ist dermaßen stigmatisiert, daß es schwer ist sich abzuwenden und an was anderes zu denken – an Heilung.

Danke Pharmamafia…!

Bis dann

2 Gedanken zu “Plattenepithelkarzinom (nicht – Kleinzellig)

  1. N e i n ! Dein Mann stirbt nicht !
    Später mal -das müssen wir doch alle auch.
    Aber eben jetzt noch nicht.Man wird ja dolle.
    Nee nee–jetzt erstmal auf die innere Stimme von Deinem Mann hören.Und dann geht ihr zwei einen Weg.Aber nicht verrückt machen lassen.
    Das eine ist der Befund der einem durcheinander bringt
    und das andere die Worte der Ärzte.
    Aber ihr beide seid doch empfindungsfähige Menschen–Ihr entscheidet. Gut Nacht.

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