Heute eher ruhig

Wie gewohnt war ich um 11 Uhr bei meinem Schatz und als ich ins Zimmer kam, saß er an seinem Bett. Ich küsste ihn zur Begrüßung und sah gleich, hier stimmt was nicht. Wie geht es dir, fragte ich und er sagte, er hätte Kopfschmerzen – Schmerzen von der OP Narbe ausgehend. Er hätte aber Schmerzmittel bekommen. Er hat Morgens Mittags Abends Nachts eine Novalgintablette in seinen Pillenvorrat, aber die würde nicht wirken.
Ich sagte dem Pfleger bescheid und er brachte daraufhin Paracetamol. Die haben dann angeschlagen und es ging besser mit den Kopfschmerzen.

Die Drainage war nach wie vor dran und auch der Blasenkatheter. Beides sollte heute gezogen werden. Wir unterhielten uns und haben auch wieder gelästert und gelacht. Nicht so wie gestern, aber ok.

Gegen Mittag kam der Pfleger und wollte den Blasenkatheter ziehen. Vorher machte ich noch Witze, wie das von Statten geht und Schatz verzog auf lustige Weise sein Gesicht.

Der Pfleger sagte zu Schatz, auf 3 gehts los und zog den Katheter schon bei 2 raus. Es tut nicht weh, aber fühlt sich sehr komisch an, sodass Schatz sein voriges Gesicht aufsetzte und ich lachen musste. Ich sagte zu ihm, er müsse trinken. Eine halbe Stunde später kam der Pfleger wieder und fragte, ob mein Mann schon auf Toilette war. Nein war er nicht. Der Pfleger meinte, er müsse es mal versuchen und Schatz stand auf um zur Toilette zu gehen. Er wankte stark und ging sehr unsicher. Der Toilettengang funktionierte gut und der Pfelger war zufrieden.

Ich fragte Schatz wie das mit dem Gehen ist. Er sagte, es ist nicht mehr so als würde er auf Eiern laufen, er fühle sich aber unsicher.
Ist ja auch klar, er ist die letzten 3 Tage nur gelegen.

Dann haben wir Atemtraining gemacht. Das Lungentuch wollte Schatz aber nicht benutzen, denn die Drainage war irgendwie undicht und Schatz hatte Bedenken, dass es dann noch mehr suppt.
Dann fragte ich was die Visite so gesagt hat. Er meinte, die hätten nur gefragt wie es ihm geht und das die Drainage + Blasenkatheter heute gezogen würden.
Wieder nichts neues in dem Sinn..

Mittagessen kam und Schatz wollte das nicht. War auch eklig heute wieder. Es gab Kartoffeln mit Wirsing und Kasseler…ich habe es probiert und BÄH…zum Glück hatte ich heute wieder Käsebrote dabei und hatte im REWE Bananen, Himbeeren und Brombeeren gekauft.
Gierig aß er die ganze Schale Himbeeren auf, dann ein Käsebrot, dann eine Banane.
Nach dem Essen bin ich kurz runter ins Bistro und wollte mein obligatorisches Schnitzel essen. Heute gab es aber auch Lasagne, und dafür habe ich mich dann entschieden.

Wieder hoch und die Drainage war immer noch drin und keine Info wann diese endlich rauskommt.
Ich bin raus und habe eine Schwester gefragt deswegen. Sie antwortete mir, das die Ärzte noch in der OP wären und danach würden sie kommen und die Drainage entfernen.
Er hat sein ganzes Bett, sein T-Shirt und eine Menge von diesen Trockentüchern durchgeweicht. Hört sich jetzt schlimmer an, aber es hat halt getropft. Wir hatten dann die Idee, über den kurzen Schlauch eine Tüte zu machen, damit das getropfe dort aufgefangen wird. Hatte ja die Käsebrote in einer Brottüte. Rumgewickelt und mit einem Haargummi festgemacht.

Das war kurz nach Mittag..Blöderweise war es auch nass unter dem Verband und da ist die Suppe auch raus gekommen. Ich habe ihm ein Handtuch gegeben, dass er sich dann über die Drainage gelegt hat, damit das nächste T-Shirt nicht auch noch nass wird. Ist ja auch eine Keim Angelegenheit.

Geduldig warteten wir und der Tag ging seinen Lauf. Abends gegen 18 Uhr wurde es mir aber zu blöd und ich bin wieder einmal raus und wollte nun wissen, wie lange das denn nun dauert.
Die blonde Ärztin war da und ich sprach sie damit an. Ich sagte, wir warten schon den ganzen Tag und es ist für ihn sehr unangenehm und auch nicht sehr hygienisch.

Sie war sichtlich erstaunt und wollte sich das gleich ansehen. Als sie kam, war sie doch sehr erschrocken. Sie rauschte wieder raus, kam nach kurzer Zeit wieder und hat den durchnässten Verband gewechselt. Sie telefonierte mit der Thoraxchirurgie um zu fragen, ob sie die Drainage entfernen könnte. Die Thoraxch. verneinten, dass wollten die schon selbst machen. Aber alles sehr freundlich.

Nachdem der Verband gewechselt war und alles einigermaßen sterilisiert, entschuldigte sie sich und meinte, dass das ihr niemand bei der Patientenübergabe erwähnt hätte. Ich dachte mir nur so dabei – das machen die nie..die wichtigen Dinge lassen die immer unter den Tisch fallen..habe ich nun schon öfter erlebt, bei mir und bei Schatz…

Sie entschuldigte sich oft und ich glaube ihr das es ihr wirklich leid tat. Die blonde Ärztin ist sehr freundlich und bemüht. Sie fragte zudem, ob der Thorax schon geröngt wurde und ich sagte – ja heute morgen schon. Später sagte sie zu uns dann, dass alles sehr gut aussieht in der Lunge.

Kurze Zeit später kam eine Schwester um das Bett von Schatz neu zu beziehen. Auch ihr tat es leid und wiederholte, dass sowas nicht passieren darf und es nun leider passiert ist.

Schatz und ich redeten später dann darüber, dass genau DAS aber passiert, weil Krankenhäuser auf Gewinnmaximierung aus sind, und Personalabbau betreiben. Das übrige Personal ist hoffnungslos überfordert..Hauptsache auf der Homepage steht aber sowas wie:

Ethische Grundsätze werden gewahrt, Zeit für Patienten und Angehörige ist ein Muss bla bla bla…Theorie und Praxis sind 2 paar Schuhe.

Gegen halb 7 Uhr bin ich dann los und wünschte meinem Schatz noch eine gute erholsame Nacht. Und wenn was ist, soll er klingeln! Er stellt sich immer etwas an, lieber hält er Schmerzen aus usw…er nickte und sagte – ja mache ich..
Heute bekommt er auf jeden Fall die Drainage gezogen.

Es war zwar alles nass – aber es waren wirklich nur Tropfen. Schwer zu erklären. Ich hatte die Brottüte ja um das Ende vom Schlauch geknotet und es waren in der ganzen Zeit nur ca. 100 ml, wenn überhaupt in die Tüte gelaufen. Also echt nicht viel…aber wenn man da halt liegt, sind paar Tropfen doch sehr unangenehm und alles wird nass.

Zu Hause angekommen, war Post im Briefkasten. Normale Post eben, und ein Brief von der HSK an meinen Mann adressiert. Ich dachte mir HÄ, er ist doch noch in der Klinik, was schreiben die denn.

Ich machten den Brief auf und erkannte im Briefkopf, das es ein Arztbrief war an den Hausarzt. Oh nein..was steht da blos drin.

Ich nahm zitternd den Brief, faltete ihn auf und laß ihn. Ich habe ihn 2 mal gelesen und war einerseits erleichtert, andererseits enttäuscht. Komisches Gefühl irgendwie DENN

2 Seiten geschriebenes..normales Arzt bla bla wie Warum er überhaupt hin ist, Diagnosen usw…dann stand in dem Brief weiter was im Krankenhaus gemacht wurde, PET CT zB und Thoraxdrainage.

Histologie steht noch aus, danach würde weitere Therapie beschlossen bla bla bla..Das weiß ich doch schon ALLES. In dem Brief stand NICHTS neues drin.
Es steht am Ende noch drin, dass sie vorraussichtlich eine Chemo/Bestrahlungstherapie einleiten. Na und? Das sagte die uns am Anfang doch auch schon..lustigerweise ist der Brief auf den 18.06.2015 datiert. Da wussten die Ärzte ja selbst nicht mal was sich bis heute so ergeben hat.

Ist also nur ein Bericht an den Hausarzt was die letzte Woche passiert ist. Hat mir aber erstmal einen Schrecken ausgelöst. Naja nicht schlimm.

So..nun ist Blasenkatheter gezogen und ich denke mittlerweile auch die Drainage. Röntgen Lunge sieht sehr gut aus.

Morgen bei der Visite kommt hoffentlich nun endlich mal was raus, dass wir noch nicht wissen – zB wie geht es jetzt weiter…was hat die Histologie ergeben..was ist SACHE!

Sicherlich fahre ich morgen wieder etwas nervöser hin, aber ich will auch endlich bescheid wissen!

Bis dann

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