Ein auf und ab

Bin mit gemischten Gefühlen heute morgen zu meinem Engel gefahren. Als ich dort ankam, bot sich ein Bild des Elends. Ihm war Hundeübel…so wie gestern.
Ich saß eine Weile neben seinem Bett und langsam rappelte er sich hoch. Seine MorgensTabletten hatte er genommen, aber nicht die Salztabletten. Aber eine Kochsalzinfusion hing an ihm dran und der Kasten war bei 600ml.

Es hat eine ganze Weile gedauert, aber die Übelkeit wurde besser und besser. Zumindest so, das er sitzen konnte und wir konnten uns unterhalten und haben auch gelacht. Gegen Mittag war der Tropf dann leer und der Pfleger hat ihn abgemacht. Was eine wohltat, meinte mein Schatz, das Ding ist echt nervig.
Kurz danach kam sogar ein Arzt heute vorbei, man staune. Dieser ist aber nur kurz durch alle Zimmer gehuscht und hat das nötigste gefragt. Er fragte Schatz wie es mit der Übelkeit ist, und er sagte – es geht im Moment. Dann wollte der Arzt noch wissen wie das mit dem Essen ist, und Schatz sagte, er habe „nicht viel“ gegessen“. Das war schlicht gelogen, er isst gar nichts aus dem Krankenhaus. Dann war der Arzt auch schon wieder weg.

Ihm ging es weiter besser und ich fing an ihn zu fordern. Mittlerweile ist ein kräftiger Wind aufgezogen und ich habe die Jalousie etwas gedreht, dass der Wind auch ins Zimmer kommen konnte. Es hat zwar nicht abgekühlt, aber es war deutlich angenehmer.
Er setzte sich auf den Stuhl und der Pfleger, den wir gerufen hatten, zeigte meinem Schatz wie das Inhalationsgerät funktioniert.
Brav hat er dann 10 Minuten lang mit dem Inhalator geatmet.

Nach 5 Minuten Pause, gab ich ihm den sogenannten Flutter (er sagt Flubber dazu) und weitere 10 Minuten eine Atemübung machen. In den Flutter soll er kräftig, wie es eben geht und solange wie es eben geht ausatmen. Das soll Sekret aus der Lunge lösen, nach der Inhalation mit Kochsalz.

Mehr oder weniger gut hat das funktioniert.
Ich gab ihm weitere 5 Minuten Pause nach dem Flutter und dann war das 3. Atemübungsgerät an der Reihe. Nennt sich – vergesse ich immer, auf jeden Fall muss er in dieses Teil einatmen, dass würde das Volumen in der Lunge trainieren. Brav macht er auch diese Übung.

Danach war er aber erstmal fertig. Fix und fertig. Er hustet auch ordentlich ab, was gut ist. Der Auswurf ist völlig klar – finde ich auch super. Aber es war halt anstrengend und Schatz musste sich erstmal wieder hinlegen. Kurz Zeit später wurde es ihm wieder Speiübel.

Ich sagte ihm, wie stolz ich auf ihn bin und er sagte, dass wir das gemeinsam morgen wieder machen. Er soll das eigentlich 6x am Tag machen, hat es aber heute das erste mal „richtig“ gemacht. Die letzten Tage war er auch schlicht nicht in der Lage dazu.

Der Pfleger freute sich auch, dass ich meinen Mann so antreibe. Es ist schließlich auch wichtig, die Lunge zu trainieren.

Ich sagte ihm noch mal wie ich Stolz auf ihn bin, denn heute ist auch der 6. Tag RAUCHFREI..keine Zigaretten mehr..

Ich ließ ihn ein bisschen schlafen und ging runter an den Kiosk mir ein Eis holen.

Als ich wieder auf seinem Zimmer war, es war mittlerweile schon 5 Uhr, war er wieder „fit“ genug um duschen zu gehen. Vorher hatten wir das mit dem Pfleger abgesprochen, ob er überhaupt duschen darf. Ja er darf, mit Einschränkung. Ja klar, weiß ich doch, der Verband usw darf nicht nass werden.

Die Dusche ist zum Glück direkt neben dem Zimmer und so musste mein Schatz nicht weit laufen. Er ist so schwach auf den Beinen, es ist ein schreckliches Bild.

In der Dusche angekommen, habe ich ihn erstmal vorsichtig ausgezogen und er setzte sich auf einen Stuhl. Über dem Waschbecken habe ich ihm seine Haare gewaschen. Dann den Oberkörper mit einem Waschlappen und Duschzeugs gewaschen, dann kam der leichteste Teil.

Unterhalb der Hüfte durfte ich ihn abbrausen. Also nass gemacht, ordentlich gewaschen, dann abbrausen. Natürlich haben wir auch Witze gemacht, die ich lieber für mich behalte. *lach*

Abtrocknen und wieder anziehen. In der Dusche waren es bestimmt 60 Grad, mir ist die Brühe gelaufen und es war heiss und stickig. Als wir aus der Dusche rauskamen, war es einfach nur herrlich – wie angenehm doch 35 Grad sein können…
Der Pfleger grinste mich an und fragte: Na, hats geklappt? Aber klar – sagte ich und zwinkerte den Pfleger an.

Nach einer halben Stunde es Abkühlens meinerseits bin ich dann auch zum Bus und nach Hause gefahren.

Die Übelkeit kam heute Schubweise, also diese heftige. Schlecht war ihm eigentlich die ganze Zeit über, aber mal mehr – mal weniger erträglich eben.
Die Salztabletten sind zwar jedes mal drin, aber er weigert sich wehement diese zu nehmen. Ich bin erstmal dafür.

Damit er aber sein Natrium im Blut erhöht, habe ich ihm heute (gestern auch schon) 2 Powerade Sport Drinks mit gebracht, die er gut verträgt. Das ist ein Sportlergetränk, Isotonisch für die Elektrolyte..kennt glaub ich jeder, kann man überall kaufen. Da ist zwar auch Salz drin, aber das verträgt er besser als diese Salztabletten. Ausserdem hatte ich eine Flasche Wasser von Hause mit gebracht, dass schmeckt ihm halt auch besser. Auch eine Banane hatte ich dabei um zu sehen, ob der diese essen würde. Er hat. Ich bringe ihm morgen wieder eine bzw 2 Bananen mit und ich mache ihm Käsebrote..NICHT aus der Klinik, von zu Hause.

Das isst er wenigstens! Geht nicht, dass er gar nichts isst…nicht bei dem Wetter und nicht bei seiner Verfassung! Er freut sich schon drauf.
Auch die Novalgintropfen verweigert er; er hat ja schließlich keine Schmerzen. Aber ständig stellen die Schwestern und Pfleger ihm Novalgin hin…naja..muss ich nichts zu sagen…

Morgen soll vielleicht dann auch der Schlauch gestöpselt werden und vielleicht auch MRT. Morgen ist ja wieder Arbeitswoche und ich bin gespannt, was die Visite sagt, der Befund aus der Pathologie ergeben hat, und überhaupt.

Bis dann

2 Gedanken zu “Ein auf und ab

  1. Ja so ist es –ein Auf und ab.Mal geht man erleichtert aus dem Krankenhaus und manchmal ist alles so traurig. Ich denke an Euch und drücke die Daumen und das sich alles zum besten wendet.Gruß Pamela.

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